Zum Inhalt springen

Autor: Trainer Baade

Noch’n Klischee

Inspiriert von folgendem Artikel der Süddeutschen möchte ich noch ein paar Klischees hinzufügen:

Die spanische Presse gönnt den Deutschen keinen Sieg.

Deutschland ist eine Turniermannschaft.

Nur in Europa gibt es „echte“ Fußball-Atmosphäre.

Rooney ist ein Heißsporn mit eingebauter Rot-Garantie.

In den KO-Runden-Spielen gehen alle Mannschaften auf Nummer Sicher.

Südamerikaner sind schlechte Verlierer.

Australier sind tolle Sportsleute und somit gute Verlierer.

Schiedsrichter sind humorlose Gesellen, selbst wenn sie ihren Job aufgegeben haben und jetzt fürs Fernsehn kommentieren.

Dick Advocaat ist ein Verlierertrainer.

Guus Hiddink kann aus Scheiße Gold machen.

Wem mehr einfällt: in den Kommentaren ist Platz satt und genug. Bitte.

8 Kommentare

Sönke

Mit dem Erreichen des Halbfinals wird es auch wahrscheinlicher, dass Sönkes bislang knapp 50 Stunden Filmmaterial zu einem Kinofilm verwurstet werden werden und nicht im Mülleimer landen. Da bin ich froh, denn so kriegen wir noch mal die Schlägerei nach dem Elfmeterschießen gegen Argentinien aus der Perspektive der Beteiligten zu sehen.

Auch wenn’s dann wahrscheinlich nicht mehr so brennend interessiert wie jetzt.

Im Moment ist noch in der Schwebe, wie die FIFA über Frings urteilen wird, im Gegensatz zu Mertesackers Weichteilen, die offensichtlich keinen größeren Schaden genommen haben.

Wie aber ausgerechnet Gute-Leute-Sohn Oliver Bierhoff sich ins Getümmel warf, um seine Spieler zu schützen, ringt mir Respekt ab. Ist aber wahrscheinlich ohnehin gut versichert, der Bengel mit der adretten Frisur.

Dass man auch mit 60 noch topfit sein kann, bewies Teamarzt Dr. Müller-Wohlfahrt mit seinem Sprint zum sich balgenden Knäuel. Kein Wunder bei ihm, wahrscheinlich nutzt er seine eigenen Wundermittel.

[photopress:profelan.jpg,full,centered]

Mehr über den geschäftstüchtigen Münchner Arzt gibt es bei der ZEIT.

3 Kommentare

Der Countdown läuft

Leider zieht die Redaktion gerade um, sonst würden wir den Countdown im WM-Special kurzfristig umstellen vom Zeitpunkt des Finalanstoßes auf den Zeitpunkt des Urteils für Torsten Frings. Ein Umzug im Sommer ist übrigens eine besonderes Vergnügen.

Einen Kommentar hinterlassen

Catch as catch can

Wenn sich erwachsene Männer (man achte besonders auf den Herrn mit Krawatte unten links) aufführen wie die Kindergartenkinder, denen man das Förmchen weggenommen hat, dann weiß man: man ist im Fußballstadion.

Wie schön, dass der gute alte Brauch von den Prügeleien inzwischen auch beim Fußball wie beim Eishockey oder Rugby von den Rängen aufs Spielfeld verlegt worden ist.

7 Kommentare

Von den Vorteilen der Videoüberwachung

Youri Djorkaeff, Weltmeisterspieler 1998 mit Frankreich, ist immer noch als Fußballer aktiv, und zwar bei Red Bull New York (den ehemaligen Metro Stars New York). Weil Fußball in den USA aber nie so richtig Fuß gefasst hat, hat er natürlich Sehnsucht nach richtigem Fußball, ergo der WM in Deutschland.

Also ließ er sich flugs bei seinem Arbeitgeber wegen angeblicher „großer familiärer Probleme“ entschuldigen, reiste nach Deutschland, setzte sich ins Stadion und wurde prompt dabei von den Fernsehkameras eingefangen [Link leider tot].

Weltmeistersein schützt vor Torheit nicht.

Einen Kommentar hinterlassen

12 yards sind für manchen schon zu viel

Um es noch mal klar zu sagen: ein Elfmeter wird nicht aus elf Metern Entfernung geschossen. 1 yard sind 91,44cm, womit 12 yards genau 10,97m sind. In England heißt ein Strafstoß ohnehin penalty (in der Schweiz übrigens auch) und nicht „12 yards“ oder dergleichen.

Inzwischen gibt es in England Bestrebungen, den penalty gänzlich abzuschaffen. Der einzige, der heute für England aus 12 yards traf, war mit Owen Hargreaves ein Engländer light, der in Kanada geboren ist und in München das Fußball Spielen gelernt hat. Alle Insel-Engländer verschossen. 12 yards sind eben einfach zu weit entfernt vom Tor für den einen oder anderen.

4 Kommentare

Audi hat seinen Firmensitz verlegt

Audi hat seinen Firmensitz jetzt von Ingolstadt nach Spanien verlegt. Anders ist es nicht zu erklären, warum Audi die spanische Fußballmannschaft am 1. Juli 2006 „begrüßt“. Spanien ist seit dem Achtelfinale gegen Frankreich ausgeschieden. Das war am Dienstag. Man darf davon ausgehen, dass die spanische Mannschaft, selbst wenn sie mit dem Fahrrad gefahren sein sollte, ihr Heimatland inzwischen erreicht hat.

[photopress:screenshot_audi_spanien.jpg,full,centered]

Deshalb sag ich immer wieder, liebe Firmen, wenn Ihr Werbung machen wollt mit Fußball, stellt mich doch als inhaltlichen Berater ein. So kann das doch nicht weitergehen, dass sich eine nach der anderen Firma (und natürlich sind es eigentlich die Werbeagenturen) mit kruden Fußballinhalten bzw. -aussagen blamiert.

Einen Kommentar hinterlassen

Berlin

Singen die Fans in Berlin eigentlich auch „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“?

1 Kommentar

Uli Stielike bleibt einsam

Uli Stielike, der Mann mit den schrecklichsten Sakkos der deutschen Werbefernseh-Geschichte, bleibt weiter ein einsamer Mann. Ob ihn seine Frau verlassen hat, weiß ich nicht. Nach dem vierten deutschen Elfmeterschießen bei einer WM bliebt er aber der einzige deutsche Spieler, der je einen Elfmeter bei einem WM-Elfmeterschießen verschossen hat.

Im Detail waren es die folgenden Spieler, die ihn so einsam wirken lassen:

2006 im Elfmeterschießen gegen Argentinien, 4:2

Oliver Neuville
Michael Ballack
Lukas Podolski
Tim Borowski

1990 im Elfmeterschießen gegen England, 4:3

Andreas Brehme
Lothar Matthäus
Karl-Heinz Riedle
Olaf Thon

1986 im Elfmeterschießen gegen Mexiko, 4:1

Klaus Allofs
Andreas Brehme
Lothar Matthäus
Pierre Littbarski

1982 im Elfmeterschießen gegen Frankreich, 5:4

Manfred Kaltz
Paul Breitner
Ulrich Stielike verschießt
Pierre Littbarski
Karl-Heinz Rummenigge
Horst Hrubesch

Vielleicht kommt im Halbfinale ein deutscher Spieler hinzu, um Stielike aus dieser Rolle zu erlösen, hoffen wollen wir es aber nicht.

3 Kommentare

Heute: Das Finale der WM

Wie man unschwer erkennen kann, wurde der Modus der WM kurzfristig geändert. Das Finale findet nun schon heute statt, während am 9.7. ein nachträgliches Viertelfinale gespielt werden wird. Es treten an: die beiden verdienten Finalteilnehmer Deutschland und Argentinien, zum dritten Mal also gibt es diese Paarung in einem Finale. Möge der bessere gewinnen und später dann ins Viertelfinale vom 9.7. einziehen.

3 Kommentare

Ich trage gerne diese Tomaten

Ich trage gerne diese Tomaten — auf meinen Augen.

Mathias Linnenbrügger heißt der Mensch, der diese Tomaten auf seinen Augen gerne trägt und das auch noch lieber in der Öffentlichkeit preisgibt. Der Mann schreibt für die Welt, und da schreibt er unter Anderem in diesem Artikel:

„Er sieht ein bißchen aus wie Handball-Punk Stefan Kretzschmar.“

Die Rede ist hier von Tim Borowski, der, man darf sich gerne selbst überzeugen, mit Stefan [Link leider tot] Kretzschmar ungefähr so viel Ähnlichkeit hat wie Dr. Frankenstein mit David Beckham. Ich weiß, es gibt in dieser Republik zurecht zahlreiche Förderprogramme für Menschen mit speziellen Bedürfnissen, warum man aber einen Menschen mit Tomaten auf den Augen darüber philosphieren lässt, wem Tim Borowski ähnlich sieht, bleibt mir schleierhaft.

7 Kommentare

Der fünf-köpfige Turban

Trotz der WM verschlägt es mich auch immer wieder zu anderen Fußballthemen, wie der Bundesliga. Da gibt es einen einsamen Rekord, den so schnell wohl niemand brechen wird, es sei denn, Klose spielt so weiter wie im Moment und trifft dann auf Alemannia Aachen.

Der beliebte Turban-Dieter hat 1984 einen Rekord aufgestellt, indem er 5 Tore in Folge in einer Halbzeit erzielte. Dass sich da schon vor dem Spiel etwas ganz Besonderes ankündigte, müssen die Ratten und Mäuse mit ihrem animalischen Instinkt gemerkt haben: nur 7.500 Zuschauer an einem Samstag bei einem Heimspiel von Bayern München.

3 Kommentare