Footie fashion

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Ich war mal ein fanatischer Trikotliebhaber. Allerdings nicht einer jener Sorte, die einfach immer das aktuellste Trikot des Lieblingsvereins kauft. Ich war immer auf der Pirsch nach den besonderen Fünden: ein französisches Nationaltrikot von 1972 oder eine Sonderausgabe von Paris St. Germain ohne Werbeaufdruck, gerne ein Trikot der Woodminster Football Association in den USA, ein Trikot der JSG Korbach, sogar das hässliche bunte Regenbogentrikot des VfL Bochum ist in meinem Besitz. Ein Gladbachtrikot mit Diebels-Werbung, ein oranges synthetisches Trikot von einer belgischen Uni oder das (nachgemachte) Trikot der deutschen 54er-Mannschaft.

Aber, liebe Leute, auch eine Kunstfigur wird älter und so hängen diese Trikots nur noch nutzlos im Schrank rum. Zu nicht-sportlichen Anlässen trug ich Trikots ohnehin nur bis zum ca. 20. Lebensjahr, wenn überhaupt, in einer Disco oder Bar sah man mich damit nie. Zu sportlichen Anlässen trug ich dann schon gerne mal das eine oder andere Trikot, das nun nicht das meiner Mannschaft war (natürlich nicht zu offiziellen Spielen), aber auch dieses Faible ist leider verloren gegangen. Es gibt nichts Peinlicheres als erwachsene Männer Menschen in Fußballtrikots (außer im oder auf dem Weg zum Stadion).

In den vier besonderen Wochen des letzten Sommers war es vielleicht noch gerade so akzeptabel, auch tagsüber und zu anderen Gelegenheiten in Fußballtrikots rumzulaufen, ansonsten möchte ich aber mit niemandem zu tun haben, dessen Garderobe hauptsächlich aus Sportkleidung besteht. Ja, dazu gehören auch all diese Träger von vermeintlichen Fußballtrikots, die gar keine sind. Damit meine ich diese komischen T-Shirts, auf denen ein stilisierter Fußball und ein Schriftzug „Cameroon“ oder „Brazil“ prangt.

Sportkleidung kommt in höherem Alter nur noch zu einem Anlass auf den Tisch: beim Sport.

Wer noch jung ist und den Fauxpas trotzdem begehen will, sollte sich zumindest anleiten lassen, wie man im Fauxpas noch einen kleinen Rest Stil bewahrt.

4 Kommentare

  1. Der Trainer wird alt. Ich denke, wir sollten uns Sorgen machen …

  2. Na, er hat doch Recht, ich lauf ja auch nicht mit meinem Gerolsteiner oder CSC Trikot rum. Und das Gelbe Trikot würde ich nicht mal beim Radfahren tragen.

    Und diese Brasilien T-Shirts sind genau die gleich Art Seuche, wie FC Bayern Merchandise.

  3. Hallo Trainer,
    also ich bin ja wirklich nicht der grosse Schreiberling, aber nach Deinem Output mache ich mir grosse Sorgen und mein grosses Helfersyndrom kommt voll zum Zuge, ob ich will oder nicht.
    Da wir rein zufällig nichts anderes machen als fussballaffine Klamotten, die vor allem weit weg von den Stadien getragen werden, möchte ich nichts unversucht lassen Dein Weltbild bzgl. Fussballtrikots in den ‚good old times‘ wieder etwas zu erhellen.
    Wer ne Pauschalbusfahrt nach Rom bucht, nur um an Sergio Tacchini-Trikots ranzukommen oder mit dem Fahrrad im zarten Jugendalter von Stuttgart nach Heidelberg, sich im US-Auslieferungslager einschleust, um an erste NIKE-Modelle zu kommen, weiss wovon Du sprichst.
    Aber glaub mir, es gibt ein Leben danach!
    Ich schick Dir gerne ein Gratis-Versuchsobjekt zu, wenn Du willst. Bei uns hat’s geholfen!
    Gib mir einfach kurz Deine Grösse durch!
    …um Dich wärs doch echt schad‘… ;-)
    Grüsse
    Mart

  4. Mail ist raus. Ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Ich redete allerdings ohnehin nicht von „sportiven“ Klamotten, sondern von echten Trikots. Das, was Ihr da verkauft (Schrägstrich en wollt), ist ja eine ganz andere Richtung als solche Cameroon-Fake-T-Shirts oder gar ein Trikot von – man stelle sich vor – Hertha BSC Berlin in einer Hannoveraner Disco zu tragen.



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