Infografik: Typ des „Tor des Monats“

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Da zum Jahreswechsel herum mal wieder die Frage nach dem „Tor des Jahres“ ansteht, welches sich nur aus den 12 oder weniger Toren des Monats in diesem abgelaufenen Jahr rekrutieren kann, ist es doch ganz nett, sich kurz zu fragen, welche Art von Toren welche Anteile an den Toren des Monats aufweisen:

Welche Tore wählt der Michel denn zum „Tor des Monats“? Die Antwort muss lauten: jene, die die Redaktion der Sportschau ihren Zuschauern zur Wahl stellt, denn andere kann er nicht wählen. Von den dann vorhandenen, zur Auswahl gestellten aber wählt der Michel vor allem zwei Sachen gerne: Distanzschüsse und Volleyschüsse, letztere noch untergliedert in Seitfallzieher, Fallrückzieher und sonstige Volleyschüsse.

Alle andere Tortypen laufen seit der Existenz dieser Wahl zum Tor des Monats unter ferner liefen, was aber auch an dem/n Autoren des Wikipedia-Beitrags zum „Tor des Monats“ liegen könnte, denn dessen Klassifikation der Tore, die sich durchaus teilweise überschneidet, bildet hier die Grundlage der Daten, wirkt aber etwas unterdiversifiziert, um die Realität ausreichend kleinkörnig abzubilden.

Wie dem auch sei, so sieht die Verteilung aus:


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Im Einzelnen sind das noch mal als absolute Zahlen:

  • Volleyschuss 152
  • - davon Fallrückzieher 58
  • - davon Seitfallzieher 32
  • Distanzschuss 111
  • Solo 58
  • Kopfball 42
  • - davon Flugkopfball 17
  • Freistoß 37
  • Hacke 19
  • Heber 10
  • Doppelpass 7
  • Abstauber 6
  • Eigentor 2

Man sieht, der Michel ist immer dann beeindruckt, wenn ein Fußballspieler den Ball direkt abnimmt und damit dann wahrscheinlich noch aus mittlerer Distanz genau in den Winkel trifft. Okay, so definieren sich „Tore des Monats“ nun mal, und dass die Rubrik „schön herausgespielt“ bei der Datengrundlage nicht existierte, kann man den Wählern nicht vorwerfen. Wahrscheinlich gibt es aber ohnehin nur wenige Exemplare davon in diesen massigen Toren des Monats, was entweder kein gutes Licht auf das Fußballverständnis des Michels, auf die Auswahlkriterien der Sportschau-Redaktion oder aber ganz simpel auf die fußballerische Qualität der Bundesliga wirft.

Außerdem traurig: der Flugkopfball scheint auszusterben. Die ohnehin nur geringe Zahl an Toren des Monats dieser Art ist hauptsächlich „früher“ zu finden, in den letzten Jahren gab es solche Treffer – in dieser Liste – gar nicht mehr. Schade, wirklich schade, denn Flugkopfbälle, früher auch mal „Torpedo-Kopfball“ genannt, sind zwar meist ebenfalls nicht schön herausgespielt, aber sehenswerter als der x-te Distanzschuss.

Insgesamt bleibt die Vorauswahl aber nicht in der Hand der Wähler, das sollte nicht vergessen werden, sondern in den Händen der Redaktion. Welche Kriterien dabei angewendet werden, wollte diese aber nicht verraten, denn auf meine Frage an die Redaktion nach den Kritierien der Auswahl kam folgende Antwort:

[…] Für die Auswahl der Tore und die Festlegung der Kriterien ist die Redaktion der ARD Sportschau (in unterschiedlicher Besetzung) zuständig. […]

Ach? — Eine Non-Antwort also. Vielleicht, wie man es von Vielen mit dem Fußball Beschäftigten kennt, sorgte die Frage nach „Kriterien“ bei solch einer Auswahl schon für ordentlich Fragezeichen in den Köpfen der Beteiligten. Vielleicht aber auch nicht.

Demnächst wieder: Tor des Jahres 2010 — ein Distanzschuss. Wetten?

12 Kommentare

  1. Nee, ich tippe eher auf Robbens Volley gegen ManU oder Robbens Solo gegen Schalke. Aber Robben muss es sein.

  2. Tor des Jahres 2010? Ich tippe auf dieses verdammte Glückstor des Koblenzers Stahl gegen Hertha…

  3. Was ich mich bei dieser Liste frage. Was müssen das für Abstauber gewesen sein? Und was ist mit Volleyschüssen aus der Distanz?
    In irgendeinem Blog meine ich gelesen zu haben, dass späte Tore des Monats eher gewählt werden, also tippe ich wie Maria auf den „Hau ihn wech“ Stahl.

  4. Überhaupt sollten diese Tore von der Mittellinie eine eigene Kategorie bekommen. Schließlich dürfte die Quote derer, die zumindest Tor des Monats werden, nahezu bei 100 % liegen. Tippe auch auf Stahl.

    Torpedo-Kopfball? Da, wo ich herkomme, spricht oder sprach das Fernsehen eher von Kopfballtorpedos, meine ich.

    Und irgendwie hab ich das Gefühl, dass hier noch ein Kommentar zu Matt Le Tissiers Toren folgt.

  5. Infografik… Wer sind sie und was haben sie mit dem Trainer gemacht?

    Ich glaube wie Maria, daß es dieses 50m Dingens wird. Sowas lieben die Leute.

    Ich hätte mal einen alternativen Vorschlag: Die schönsten Nicht-Tore des Jahres. Das Kuba Ding fällt mir ein. Oder die waghalsige „Kopfball auf Grasnarbenhöhe“ Rettung von Rincón. Jemand Ideen?

  6. Ich habe eigentlich die Erfahrung gemacht, dass auch gerne mal (schöne) Tore gegen den FC Bayern zum „Tor des Monats“ gewählt werden… Ich glaube, Vereinszugehörigkeit und Profi- oder Amateurstatus des Torschützen spielen da auch immer eine Rolle.

    Ich tippe auch auf diesen 50m-Treffer von Stahl als „Tor des Jahres“.

  7. bei den kategorien wurde aber die absolut gewinnbringendste vergessen-tore der nationalmannschaft-egal wie schön…

  8. And again…
    Ich kann nur auf das Archiv verweisen:
    http://www.trainer-baade.de/?p=4466
    Leider haben die Verbandsvorderen kein Interesse daran, dass diese Schönheit verbreitet oder gar genossen wird. „Dieses Video enthält Content von FIFA, Dieser Partner hat das Video aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt.“
    Ich danke Trainer Baade (und dem Guardian), dass er uns damals hat teilhaben lassen, denn diese und NUR diese sind Tor des Jahres würdig.
    For the Game. For the World. my ass…
    Ich frage mich, ob nicht die Fussballer, in mancher Lande als Künstler akzeptiert, nicht die eigentlichen Rechteinhaber sind, analog zu, sagen wir freien Journalisten und Medienhäusern…

  9. Wenn man beurteilen will, was der Michel so wählt, bräuchte man aber auch noch eine Kuchengrafik aller 5 * 444 (ist nicht getaschenrechnert, kann also falsch sein) angebotenen Tore. Ich vermute, daß Solos, so sie denn im Angebot sind, grundsätzlich sehr gute Chancen haben, allerdings auch so selten sind, daß es nur alle paar Monate ein zeigenswertes gibt. Bei Distanzschüssen würde ich auch noch unterscheiden zwischen dem typischen 26,5-Meter-Gewaltschuß und dem immer sehr beliebten Mittelliniensuperweitschuß.
    Tor des Jahres? Robben gegen Schalke natürlich, war einfach ein endgeiles Solo. Aber 50 Meter sind natürlich eine harte Konkurrenz.

  10. Seit alle Teilnehmer an der Wahl auch automatisch am Gewinnspiel teilnehmen, zumal die Wahl mittlerweile (ausschließlich?) online stattfindet, ist das Ergebnis ohnehin nicht mehr aussagekräftig.
    Zu Zeiten, als es das Frankieren und Abschicken einer Postkarte bedurfte und auch nur diejenigen am Gewinnspiel teilnahmen, die auch das spätere Tor des Monats „korrekt“ gewählt hatten, war dieses Tor des Monats tatsächlich das Tor des Monats.
    Heute ist es (zumindest oftmals) lediglich ein Klickwettstreit zwischen Anhängern der unterschiedlichen Vereine, samt Votingaufrufen in den einschlägigen Foren und Vereinsseiten.
    Die Vorauswahl der Redaktion ist für mich nunmehr interessanter als das letztendliche Ergebnis.

  11. Das ist ein Interessanter Einwand von Daniel, ich denke darüber sollte man nachdenken.

  12. Pingback: Trainer Baade » „Tor des Jahres“ — alle auf einen Klick-Blick



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