Nine/thirteen

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ARD-Late-Night-Talker Oliver Pocher ist in der neuen Saison auch in der Bundesliga-«Sportschau» im Einsatz. Pocher werde ab dem vierten Spieltag (13. September) in loser Reihenfolge analog zu seinem EM-Engagement auftreten, sagte Redaktionsleiter und WDR-Sportchef Steffen Simon am Donnerstag der Nachrichtenagentur ddp in Köln. Dabei werde Pocher nicht unbedingt Spieler imitieren, sondern zum Beispiel beim Training der Clubs auftauchen. Er sei mit vielen Bundesliga-Spielern sehr vertraut und bringe dadurch noch eine andere Perspektive in die Sendung. Im Schnitt solle der 30-Jährige alle zwei Wochen in der «Sportschau» auftauchen, kündigte Simon an.

Pocher war für die ARD in diesem Jahr bei der Fußball-Europameisterschaft als Sportreporter am Start. Zum Ende der vergangenen Bundesliga-Saison hatte er zudem einen Auftritt in der «Sportschau», wo er als Oliver Kahn gemeinsam mit Imitator Matze Knop als Franz Beckenbauer die Spielzeit bewertete.

Die endgültige Verclownisierung eines ehemals ernsthaften Sports (im Rahmen dessen, wie ernst Sport überhaupt sein kann) schreitet unaufhörlich voran. War der Welke Oliver mit seinen Comedy-Einlagen schon kaum zu ertragen, ist das, was Pocher anbietet, nicht mal mehr Comedy. Oder was soll daran amüsant sein, wenn einer wie auf dem Schulhof Grimassen schneidet und beim Reden lispelt und das dann eine „Imitation“ von irgendetwas sein soll? Glücklicherweise weiß man an dieser Stelle nicht viel über Pochers Programminhalte, um noch mehr darüber abzuledern. Doch ist a) dieser Mann nicht amüsant, sondern gibt kindlich-stümperhaften Humor zum Besten und b) gehört ein Komödiant nicht in die ohnehin schon mit anderem Klimbim überladene Sportschau, sondern zu Waldis Was-gerade-anliegt-Club, wo der Zuschauer wenigstens weiß, was ihn erwartet.

Die Sympathien für Michael Ballacks Reaktion nach dem — wohlgemerkt verlorenen — EM-Finale werden immer größer und der Wunsch, dass er die Bierhoff’schen und jetzt auch ARD’schen Pläne etwas deutlicher ausgegrenzt hätte, lodert stärker. Wie im vorigen Beitrag erst erwähnt: TV, der Anachronismus. Je länger man dort tätig ist, desto mehr scheint man den Blick dafür zu verlieren, was die eigentliche Aufgabe einer bestimmten Sendung ist.

8 Kommentare

  1. Genau. Pocher während der EM – grausam, primitiv und unoriginell. Traurig, dass die Sportschau immer weniger von Ernst Huberty hat.

  2. Diese Analyse wird sofort unterschrieben!

  3. Pingback: Schlechte Neuigkeiten bei Trainer Baade « 15:00 Taktikbesprechung.

  4. Immerhin hat er es geschafft, dass seine erste richtige Filmhauptrolle 100%ig vom Titel her zu ihm passte. Schafft nicht jeder;-).

  5. Pingback: newskick.de

  6. Das hat natürlich noch gefehlt. Der Baum fault wirklich von innen. Es wird Zeit, dass die Sportschau abgeschafft wird. Leider wird es auf absehbare Zeit keine seriöse Sportberichterstattung mehr geben. Der Konsumterror nimmt zu. Es ist ein Zeichen der Zeit, dass Trottel wie Mario Barth und Oliver Pocher Millionen begeistern. Armes Deutschland!

  7. heutzutage muss man wohl schon froh und dankbar sein, dass es nicht mario barth geworden ist…

  8. Aus dem Land des Schmähs kommt einfach nur ein Kopfschütteln.

    Aber was will man erwarten, wenn Comedyklubs & Co im deutschen Fernsehen so tollen Zulauf haben.



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