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Schlagwort: Luxemburg

Auswertung der Prognosen der EM-Qualigruppen

Mit Aufstockung der Europameisterschaft von 16 auf 24 Teilnehmer fragten wir uns zu Beginn der Qualifikation dazu, ob diese Qualifikation wörklöch so schröcklöch öde werden würde, wie nach allgemeiner Einschätzung zu befürchten stand. 25 Menschen teilten ihre Tipps für die jeweils drei ersten Plätze mit.

So endete die EM-Qualifikation schließlich:

A: Tschechien, Island, Türkei, Niederlande, Kasachstan, Lettland
B: Belgien, Wales, Bosnien-Herzegowina, Israel, Zypern, Andorra
C: Spanien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Luxemburg, Mazedonien
D: Deutschland, Polen, Irland, Schottland, Georgien, Gibraltar
E: England, Schweiz, Slowenien, Estland, Litauen, San Marino
F: Nordirland, Rumänien, Ungarn, Finnland, Färöer, Griechenland
G: Österreich, Russland, Schweden, Montenegro, Liechtenstein, Moldawien
H: Italien, Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan, Malta
I: Portugal, Albanien, Dänemark, Serbien, Armenien

Dabei fallen vor allem drei Gruppen heraus, die nicht das Erwartete brachten: Gruppe A mit dem Scheitern der Niederlande, der Direktqualifikation Islands, Gruppe F mit dem schwachen Abschneiden von Griechenland und Finnland sowie dem überraschenden Gruppensieger Nordirland und Gruppe I, in der weder Serbien noch Dänemark erreichten, was man allgemein erwartet hatte oder hätte.

Das Gegenteil stellten vor allem die Gruppen E (England – Schweiz – Slowenien) und H (Italien – Kroatien – Norwegen) dar, in der fast alle Teilnehmer sogar die endgültige Platzierung korrekt voraussagten. Ebenso wenig überraschen die Gruppensiege von Spanien und Deutschland, wobei es da bei den weiteren Platzierungen schon variabler zuging.

Nun also zur Auswertung.

Korrekt getippe Platzierungen

Ingesamt gab es 9 Gruppen à 3 Platzierungen zu tippen, macht 27 Tipps pro Teilnehmer. 25 Personen nahmen teil. Macht 675 Tipps. Davon waren – unten im Datenteil grün gekennzeichnet – 205 völlig korrekt. Dies entspricht einer Quote von 30,4 Prozent richtiger Tipps. Die Zahl der völlig richtigen Tipps schwankte dabei zwischen 7 (26 Prozent) und 14 (52 Prozent) von 27.

Direktqualifikanten

Interessanter als die Frage nach den genau richtig getippten Platzierungen war ja aber die Frage, wie genau man vorhersagen könne, welche Teams sich schließlich qualifizieren bzw. die Playoffs erreichen. Der Ausgang der Playoffs wurde in der gesamten Auswertung nicht berücksichtigt, weil deren Teilnehmer damals natürlich nicht bekannt waren und dementsprechend auch nicht eingeschätzt werden konnten.

Im zweiten Schritt wird also die Zahl der richtig getippten direkt Qualifizierten betrachtet. Hier gab es 9 Gruppen à 2 Qualifikanten, also 18 Tipps von 25 Teilnehmern, macht 450 Tipps. Davon waren 265 Prognosen korrekt, womit sich ein Prozentwert von 58,9 Prozent als zutreffend erwies. Die Zahl der richtigen Tipps variierte hier zwischen 12 (67 Prozent) und 8 (44 Prozent).

Korrekt getippte Qualifikanten

Doch im Kern war ja die Frage, ob man ahnen könne, welche drei Teams in einer Gruppe die für die Qualifikation relevanten Plätze erreichen würde. Hier waren also wiederum 675 Tipps nötig gewesen. Allein danach ausgewertet, wie viele dieser drei Teams, egal auf welcher Position die Qualfikation bewältigten, waren nicht weniger 534 Tipps von 675 zutreffend, somit 79,1 Prozent. Der Zahl der korrekten Tipps schwankte dabei zwischen 17 (63 Prozent) und 24 (89 Prozent). Im Schnitt wurden also nur 20,9 Prozent von 27 zu prognostizierenden Qualifikanten nicht korrekt prognostiziert.

Ob man das noch interessant nennt, muss trotz des unerwartet schlechten Abschneidens von vor allem Griechenland und den Niederlanden jeder für sich selbst entscheiden.

Hier würde man auch trotz der unerwartet spannenden Gruppe mit Deutschland darauf plädieren, die Eingangsfrage, ob die EM-Quali „schröcklöch öde“ werden würde, in Bezug auf die Ergebnisse mit ja beantworten.

Die Daten im Detail – vor allem interessant für die, die teilnahmen – folgen hier jetzt in drei Versionen, entsprechend der obigen drei Auswertungsverfahren. Kann man durchscrollen oder jeweils mit diesen Links ansteuern (funktioniert nur in der Komplettversion des Textes).

1. Platzierung genau richtig
2. Direktqualifikanten korrekt
3. alle sich überhaupt Qualifizierenden richtig

Unzweifelhaft natürlich, dass alle Werte noch wesentlich günstiger ausgefallen wären, wenn ein gewisser „Trainer Baade“ nicht mitgetippt hätte.

PS: Was hier erstmals auffiel, ist, dass eine solche Qualifikation gerade mal 13 Monate dauert – in diesem Fall von September 2014 bis Oktober 2015, also nicht annähernd die zwei Jahre, die die Pause zwischen zwei großen Turniere beträgt.

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Herrliche Bilder von Belgiens Amateurplätzen

Nur zwei Bilder, die kaum die Schönheit der Werke auf der unten verlinkten Seite vermitteln können. Schönheit, wenn man sich für die Ästhetik von unterklassigen Fußballplätzen und Stadien und allem, was irgendwo dazwischen rangiert, erwärmen kann.

Die deutschen Pendants hat man ja schon aufgesogen, da tut jemand, der solche Bilder in Belgien (und Luxemburg) er- und zusammengestellt hat, richtig gut.

Die Fotos hier mit freundlicher Genehmigung des Betreibers von Groundhopping.be, wo es Hunderte weiterer Kleinode zu genießen gibt, noch dazu in äußerst angenehmer Verpackung.

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Alle luxemburgischen Pokalsieger

Jahr Pokalsieger
1921/1922 Racing Club Luxemburg
1922/1923 Fola Esch
1923/1924 Fola Esch
1924/1925 Red Boys Differdange
1925/1926 Red Boys Differdange
1926/1927 Red Boys Differdange
1927/1928 Spora Luxemburg
1928/1929 Red Boys Differdange
1929/1930 Red Boys Differdange
1930/1931 Red Boys Differdange
1931/1932 Spora Luxemburg
1932/1933 Progres Niedercorn
1933/1934 Red Boys Differdange
1934/1935 Jeunesse Esch
1935/1936 Red Boys Differdange
1936/1937 Jeunesse Esch
1937/1938 Stade Dudelange
1938/1939 US Dudelange
1939/1940 Spora Luxemburg
1940/1941 -
1941/1942 -
1942/1943 -
1943/1944 -
1944/1945 Progres Niedercorn
1945/1946 Jeunesse Esch
1946/1947 Union Luxemburg
1947/1948 Stade Dudelange
1948/1949 Stade Dudelange
1949/1950 Spora Luxemburg
1950/1951 SC Tetingen
1951/1952 Red Boys Differdange
1952/1953 Red Boys Differdange
1953/1954 Jeunesse Esch
1954/1955 Fola Esch
1955/1956 Stade Dudelange
1956/1957 Spora Luxemburg
1957/1958 Red Boys Differdange
1958/1959 Union Luxemburg
1959/1960 The National Schifflange
1960/1961 Alliance Dudelange
1961/1962 Alliance Dudelange
1962/1963 Union Luxemburg
1963/1964 Union Luxemburg
1964/1965 Spora Luxemburg
1965/1966 Spora Luxemburg
1966/1967 Aris Bonneweg
1967/1968 US Rumelange
1968/1969 Union Luxemburg
1969/1970 Union Luxemburg
1970/1971 Jeunesse Hautcharage
1971/1972 Red Boys Differdange
1972/1973 Jeunesse Esch
1973/1974 Jeunesse Esch
1974/1975 US Rumelange
1975/1976 Jeunesse Esch
1976/1977 Progres Niedercorn
1977/1978 Progres Niedercorn
1978/1979 Red Boys Differdange
1979/1980 Spora Luxemburg
1980/1981 Jeneusse Esch
1981/1982 Red Boys Differdange
1982/1983 Avenir Beggen
1983/1984 Avenir Beggen
1984/1985 Red Boys Differdange
1985/1986 Union Luxemburg
1986/1987 Avenir Beggen
1987/1988 Jeunesse Esch
1988/1989 Union Luxemburg
1989/1990 Swift Hesperange
1990/1991 Union Luxemburg
1991/1992 Avenir Beggen
1992/1993 Avenir Beggen
1993/1994 Avenir Beggen
1994/1995 CS Grevenmacher
1995/1996 Union Luxemburg
1996/1997 Jeunesse Esch
1997/1998 CS Grevenmacher
1998/1999 Jeunesse Esch
1999/2000 Jeunesse Esch
2000/2001 FC Etzella Ettelbrück
2001/2002 Avenir Beggen
2002/2003 CS Grevenmacher
2003/2004 F91 Dudelange
2004/2005 CS Petange
2005/2006 F91 Dudelange
2006/2007 F91 Dudelange
2007/2008 CS Grevenmacher
2008/2009 F91 Dudelange
2009/2010 FC Differdange 03
2010/2011 FC Differdange 03
2011/2012 F91 Dudelange
2012/2013 Jeunesse Esch
2013/2014 FC Differdange 03
2014/2015 FC Differdange 03
2015/2016 F91 Düdelingen
2016/2017 F91 Düdelingen
2017/2018 RFC Union Luxemburg
2018/2019 F91 Düdelingen
2019/2020 -
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Alle luxemburgischen Meister

Alle Meister im Fußball in Luxemburg in einer Liste, seit ab 1909 eine landesweite Meisterschaft im Fußball in Luxemburg ausgetragen wird.

Saison Meister
1909/1910 US Hollerech
1910/1911 US Hollerech
1911/1912 US Hollerech
1912/1913 -
1913/1914 US Hollerech
1914/1915 US Hollerech
1915/1916 US Hollerech
1916/1917 US Hollerech
1917/1918 Fola Esch
1918/1919 Sporting Club Letzebuerg
1919/1920 Fola Esch
1920/1921 Jeunesse Esch
1921/1922 Fola Esch
1922/1923 Red Boys Deifferdeng
1923/1924 Fola Esch
1924/1925 Spora Letzebuerg
1925/1926 Red Boys Deifferdeng
1926/1927 Union Letzebuerg
1927/1928 Spora Letzebuerg
1928/1929 Spora Letzebuerg
1929/1930 Fola Esch
1930/1931 Red Boys Deifferdeng
1931/1932 Red Boys Deifferdeng
1932/1933 Red Boys Deifferdeng
1933/1934 Spora Letzebuerg
1934/1935 Spora Letzebuerg
1935/1936 Spora Letzebuerg
1936/1937 Jeunesse Esch
1937/1938 Spora Letzebuerg
1938/1939 Stade Diddeleng
1939/1940 Stade Diddeleng
1940/1941 -
1941/1942 -
1942/1943 -
1943/1944 -
1944/1945 Stade Diddeleng
1945/1946 Stade Diddeleng
1946/1947 Stade Diddeleng
1947/1948 Stade Diddeleng
1948/1949 Spora Letzebuerg
1949/1950 Stade Diddeleng
1950/1951 Jeunesse Esch
1951/1952 National Scheffleng
1952/1953 Progres Nidderkuer
1953/1954 Jeunesse Esch
1954/1955 Stade Diddeleng
1955/1956 Spora Letzebuerg
1956/1957 Stade Diddeleng
1957/1958 Jeunesse Esch
1958/1959 Jeunesse Esch
1959/1960 Jeunesse Esch
1960/1961 Spora Letzebuerg
1961/1962 Union Letzebuerg
1962/1963 Jeunesse Esch
1963/1964 Aris Bouneweg
1964/1965 Stade Diddeleng
1965/1966 Aris Bouneweg
1966/1967 Jeunesse Esch
1967/1968 Jeunesse Esch
1968/1969 Avenir Beggen
1969/1970 Jeunesse Esch
1970/1971 Union Letzebuerg
1971/1972 Aris Bouneweg
1972/1973 Jeunesse Esch
1973/1974 Jeunesse Esch
1974/1975 Jeunesse Esch
1975/1976 Jeunesse Esch
1976/1977 Jeunesse Esch
1977/1978 Progres Nidderkuer
1978/1979 Red Boys Deifferdeng
1979/1980 Jeunesse Esch
1980/1981 Progres Nidderkuer
1981/1982 Avenir Beggen
1982/1983 Jeunesse Esch
1983/1984 Avenir Beggen
1984/1985 Jeunesse Esch
1985/1986 Avenir Beggen
1986/1987 Jeunesse Esch
1987/1988 Jeunesse Esch
1988/1989 Spora Letzebuerg
1989/1990 Union Letzebuerg
1990/1991 Union Letzebuerg
1991/1992 Union Letzebuerg
1992/1993 Avenir Beggen
1993/1994 Avenir Beggen
1994/1995 Jeunesse Esch
1995/1996 Jeunesse Esch
1996/1997 Jeunesse Esch
1997/1998 Jeunesse Esch
1998/1999 Jeunesse Esch
1999/2000 F91 Diddelang
2000/2001 F91 Diddelang
2001/2002 F91 Diddelang
2002/2003 CS Greiwemaacher
2003/2004 Jeunesse Esch
2004/2005 F91 Diddelang
2005/2006 F91 Diddelang
2006/2007 F91 Diddelang
2007/2008 F91 Diddelang
2008/2009 F91 Diddelang
2009/2010 Jeunesse Esch
2010/2011 F91 Diddelang
2011/2012 F91 Diddelang
2012/2013 CS Fola Esch
2013/2014 F91 Diddelang
2014/2015 CS Fola Esch
2015/2016 F91 Diddelang
2016/2017 F91 Diddelang
2017/2018 F91 Diddelang
2018/2019 F91 Diddelang
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Ottmar Hitzfeld in Südafrika

Was im allgemeinen Gebrabbel über Champions-League-Quali und Bundesliga-Beginn fast untergeht, ist dass Ottmar Hitzfeld sich mit nicht allzu viel Pech für die WM in Südafrika qualifizieren wird. Oder könnte. Jedenfalls ist es ziemlich wahrscheinlich, dass er es schafft, und das trotz seiner peinlichen Heim-Antrittsniederlage gegen Luxemburg. 1:2, damals rauschte es gewaltig, und das dann wirklich mal zurecht, ist Luxemburg schließlich Rekordhalter an WM-Qualifikationsteilnahmen, ohne sich je qualifizieren zu können. Und das, obwohl das früher mal noch relativ einfach war. Also sich zu qualifizieren, nicht, sich nicht zu qualifizieren. Die WM-Qualifikationsgruppe für die Bundesrepublik bestand für die WM 1954 zum Beispiel aus dem Saarland und aus Norwegen. Das war’s.

Aber zurück von Norwegen in die Schweiz, wobei das in meinem komischen Assoziationsblaster gar nicht weit ist, ebenso komischerweise, Seen, Berge, Wintersport, und selten bei einer WM qualifiziert. Zumindest seit ich geboren bin.

Ottmar Hitzfeld als Trainer bei einer WM.

Eine komische, s. o., Vorstellung. Doch eins ist dann wenigstens schon mal gesichert: Dass er mit seinen vor Platitüden nur so strotzenden, niemandem zu nahe treten wollenden, ohne dabei aber auch nur ein Jota an Erkenntnis liefernden „Experten“-Kommentaren wenigstens nicht bei der WM auftauchen wird. Als Interviewpartner nach den drei WM-Vorrunden-Partien der Schweiz vielleicht schon. Aber spätestens nach der dritten wird es dann heißen: „Bye-bye, Ottmar“, natürlich war die Vorrunde mit Neuseeland, Togo und Nordirland kaum zu schaffen, das hatte im Vorhinein auch niemand erwartet. Aber das würde ja dann bedeuten, dass er im Anschluss … Zeit hätte. Für Expertenmeinungen ohne Meinung.

Man weiß nicht, ob man sich jetzt Regen oder Traufe wünschen soll.

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Ene-mene-mu und raus bist du

Aber nur du. Die anderen bleiben drin.

Die Zahl der Woche lautet — die Spatzen pfiffen es schon länger von den Lostrommeln:

45%.

Durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 16 auf 24 werden rund 45% aller zur Zeit 53 UEFA-Mitgliedsverbände in Zukunft an einer EM-Endrunde teilnehmen.

Nehmen wir mal die anhand der Ergebnisse der letzten Jahre tatsächlich als Kleine zu identifizierenden Mannschaften raus: Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Färöer, Georgien, Kasachstan, Liechtenstein, Luxemburg, Mazedonien, Malta, San Marino, Weißrussland (über Mazedonien in dieser Liste kann man genauso streiten wie über die Abwesenheit Montenegros in dieser Liste, aber Pi mal Daumen dürften das jene Mannschaften ohne Chance auf eine Qualifikation sein, plus evtl. Nordirland). Zieht man diese 12 Nationen von den 53 ab, bleiben noch 41, von denen sich 24 qualifizieren. Somit stiege der Wert auf: fast 59% und somit fast zwei Drittel aller Starter. Nur einer von drei ernsthaften Konkurrenten scheidet also überhaupt noch aus. Da kann man sich die Qualifikation in diversen Gruppen mit x Spieltagen auch gleich schenken und zwei kleine Vorturnierchen durchführen, die man pro Gruppe auch an zwei Wochenenden abgehandelt hätte. Noch ist natürlich nicht klar, wie der Modus schließlich aussehen wird. Wahrscheinlich ist, dass er an Spannung verliert und es deutlich weniger Partien oder zumindest Termine als zur Zeit geben wird.

Das zweite Problem stellt der Qualifikationsmodus für ein dann zusätzlich durchzuführendes Achtelfinale dar: 4 der 6 besten Dritten einer jeweiligen EM-Vorrundengruppe wären ebenfalls qualifiziert. Zu welch nervigen, intransparenten Rechner- und Schiebereien das auf und neben dem Platz führt, ist Zeitzeugen noch von den WM 1986 bis 1994 in Erinnerung. Einen solchen Modus kann niemand ernsthaft wollen, dem an einem sportlichen und nach einem schlüssigen System gestalteten Wettbewerb gelegen ist. Dass es trotzdem so kommt, wird ähnliche Gründe haben wie jene, dass in der Bundesliga die Relegation wieder eingeführt wurde: Den Großen die größtmögliche Wahrscheinlichkeit einer langen Verweildauer im Turnier zu ermöglichen. Je länger Nationen wie England oder Frankreich im Rennen sind, desto länger rollt der Euro und das Pfund bei der UEFA. Mehr Spiele, mehr Zuschauer, mehr Reichweite in den beteiligten, jetzt eben 24 Ländern.

Dass Platini bzw. die UEFA sich mit solchen Maßnahmen bei den „kleineren Verbänden“ beliebt macht, kommt natürlich noch dazu, ist für das sportliche Desaster dieser Änderungen aber eher irrelevant.

Jeder zweite ist demnächst qualifiziert. Goodbye Großkampftage in der europäischen Qualifikation, hello sportlich irrelevante Scheinqualifikation.

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Rekordhalter Luxemburg

Nein, nicht das, was einem sofort in den Kopf schießt: meiste Niederlagen in Folge, meiste Spiele ohne eigenes Tor in Folge, höchste Niederlagen, längste Niederlagen, peinlichste Niederlagen, schmerzhafteste Niederlagen oder einfach nur Niederlagen.

Es ist wirklich ein positiver Rekord, den Luxemburg im Weltfußball hält: Luxemburg ist — zusammen mit Portugal und Irland — im Besitz des Rekordes für Teilnahmen an der WM-Qualifikation: 18 Mal nahm Luxemburg seit 1934 (1930 gab es keine Qualifikation) an der WM-Qualifikation teil, inklusive der noch kommenden für 2010.

Gleich inbegriffen ist natürlich der Rekord der häufigsten Versuche, sich zu qualifizieren, ohne es zu schaffen, aber davon spricht die FIFA-Seite mit den Zahlen zur WM-Quali nicht. Eher schon von den lediglich zwei Niederlagen, die Deutschland in seinen 64 WM-Qualispielen erlitt. Eine davon war das 0:1 zu Hause gegen Portugal noch unter dem Dummschwätzer.

Welche aber war die zweite? Auf Anhieb fällt sie mir nicht ein, weiß es jemand, ohne zu googlen? Wenn ja, dann wäre ich beeindruckt und würde diesem weisen, großen Meister meine Ehrerbietung zukommen lassen (natürlich nur virtuell).

Nolookpass wusste die Antwort schon, bevor ich gefragt hatte.

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Behinderten-EM 2008

Die EM der geistig Behinderten findet kurz vor der EM der nur anderweitig Behinderten in der Schweiz, Österreich, Liechtenstein und Deutschland statt.

Dort werden ingesamt sechs verschiedene EM-Titel vergeben, da die Teams nach Behinderung in Gruppen aufgeteilt werden, die dann jeweils einen eigenen Europameister küren.

Das legt nahe, für Österreich bei der EM eine solche Regelung zu übernehmen. Österreich in einem gesonderten Wettbewerb mit Granaten wie San Marino, Luxemburg oder Armenien und schon sieht der österreichische Ausblick auf dieses Turnier nicht mehr ganz so düster aus.

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Master of disaster

Noch ist er unberührt, doch in ein paar Minuten ist dieser Beitrag vielleicht schon Hehlerware, man weiß nie, wie schnell fred von [Update: damals] fooligan ist. Er berichtet jedenfalls von einer 1:2-Niederlage der Niederländer gegen Luxemburg. Da sag ich: Was die Niederländer (und fred) können, kann ich schon lange (und zwar viel länger). Nette Details oder Spiele mit Namen gibt es zu dieser Partie aber nicht: Ich weiß schlicht nichts darüber. Muss allerdings eine ganz schöne Marter gewesen sein, gegen Luxemburg zu verlieren. Und ab.

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Extra-Ausgabe! Luxemburg gewinnt!

Extra-Ausgabe! Extra-Ausgabe!

Nie für möglich gehaltene Szenen spielten sich gestern im Nationalstadion von Luxemburg ab. Luxemburg, laut dem World Fact Book „slightly smaller than Rhode Island“ und mit 474.000 Einwohnern sogar mit weniger Einwohnern als Duisburg, war bislang eine echte Fußballgroßmacht in Europa. Selbst gegen Liechtenstein konnte Luxemburg in der vergangenen WM-Quali zwei Mal nicht gewinnen, mehrere Jahre ist der letzte Sieg her und insgesamt gibt es seit den 1970ern kaum Erfolgreiches zu berichten. Wie eine Bombe schlug die Nachricht des letzten Abends dementsprechend in der internationalen Fußballszene ein: Luxemburg schlägt Gambia mit 2:1. Und allen aktuell bekannten Informationen zufolge spielte Gambia das Spiel auch mit 11 Spielern zu Ende.

Daran hat wirklich niemand mehr geglaubt, dass Luxemburg noch mal ein Spiel gegen eine fußballbezogen „echte“ Nation gewinnt und nicht nur gegen einen Inselstaat mit weniger als 20.000 Einwohnern.

Wir (das bin ich) sagen: Herzlichen Glückwunsch, Luxemburg. Möglicherweise geht jetzt ein echter Ruck durch den luxemburgischen Fußballverband und in 10-12 Jahren müssen wir uns vor diesem neuen Fußballriesen fürchten. Ein 2:1 gegen Gambia, was danach alles möglich sein kann.

Vielleicht meldet sich Luxemburg einfach in Afrika zum Bewerb an. Australien hat schließlich entgegen aller geographischen Vernunft zuletzt auch den Kontinentalverband gewechselt. Und seitdem seit geraumer Zeit Israel und seit weniger geräumiger Zeit auch Kasachstan UEFA-Mitglieder sind, braucht man sich eigentlich nicht mehr an Kontinentgrenzen zu halten. All unser Geld also auf Luxemburg als Afrikameister 200x.

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Luxemburg also – II

Ich hatte schon davon gesprochen. Luxemburg wird der Gegner für das zusätzliche Testspiel der Deutschen, Liechtenstein war ebenfalls im Gespräch. Zum selben Thema äußert sich jemand in der FR. Dem Urheber dieses Beitrags, in welchem die deutschen Kantersiege der letzten Jahre gegen Liechtenstein und Luxemburg aufgezählt werden, scheint aber etwas durchgegangen zu sein: Liechtenstein ist im Gegensatz zu Luxemburg kein Kanonenfutter mehr.

Deshalb hat Oliver Bierhoff ja auch Luxemburg für das zusätzliche Testspiel der Deutschen ausgewählt und nicht Liechtenstein.

Die Liechtensteiner Ergebnisse in der WM-Qualifikation 2006 verdeutlichen dies:

18.08.2004 Liechtenstein – Estland 1:2 (0:1)
08.09.2004 Slowakei – Liechtenstein 7:0 (2:0)
09.10.2004 Liechtenstein – Portugal 2:2 (0:2)
13.10.2004 Luxemburg – Liechtenstein 0:4 (0:2)
17.11.2004 Liechtenstein – Lettland 1:3 (1:1)
26.03.2005 Liechtenstein – Russland 1:2 (1:2)
04.06.2005 Estland – Liechtenstein 2:0 (1:0)
08.06.2005 Lettland – Liechtenstein 1:0 (1:0)
17.08.2005 Liechtenstein – Slowakei 0:0 (0:0)
03.09.2005 Russland – Liechtenstein 2:0 (1:0)
07.09.2005 Liechtenstein – Luxemburg 3:0 (1:0)
08.10.2005 Portugal – Liechtenstein 2:1 (0:1)

Eine einzige Klatsche ist mit dem 0:7 gegen die Slowakei dabei, was die Liechtensteiner aber nicht daran hinderte, sich im Rückspiel gegen eben jene Slowaken mit einem 0:0 einen Punkt zu sichern. Überhaupt verloren sie nur vier (!) von zwölf Partien gegen so Gegner wie Russland, Portugal oder die Slowakei mit mehr als einem Tor Unterschied. Gleichzeitig ließen sie Luxemburg mit insgesamt 7:0 Toren (Grüße an Jeff Strasser) bei zwei Siegen in zwei Partien reichlich alt aussehen.

Ich verstehe nicht, warum Journalisten unfähig sind, aktuelle Ereignisse in ihr von Klischees scheinbar nur so vollgestopftes Hirn einzubauen. Liechtenstein ist sicher ein „Kleiner“, um mal auf den Einwurf von Anita Bezug zu nehmen, aber genauso sicher kein Kanonenfutter mehr.

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Luxemburg also

Nach dem 1:4 in Italien riefen alle nach einem weiteren Testspielgegner, da die deutsche Mannschaft noch unter Wettkampfbedingungen üben müsse. Olli Bierhoff hörte auf diese Stimmen und besorgte noch einen weiteren Gegner: Luxemburg.

Da kann man auch gegen den FV Luckenwalde statt 2×30 Minuten 2×45 Minuten antreten, der „Wettkampfcharakter“ wäre ähnlich.

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