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Schlagwort: VfB Stuttgart

Älteste Debütanten in der Nationalmannschaft

Die folgende Liste bezieht sich nur auf jene Debütanten seit Einführung der Bundesliga, also seit 1963. Die Daten für die Zeit davor liegen hier nicht vor.

Name Verein Alter beim Debüt
Martin Max TSV 1860 München 33,69
Paul Steiner 1. FC Köln 33,35
Michael Preetz Hertha BSC 31,47
Oliver Reck Werder Bremen 31,27
Stefan Kuntz 1. FC Kaiserslautern 31,13
Michael Schulz Borussia Dortmund 30,56
Norbert Eder FC Bayern München 30,51
Helmut Roleder VfB Stuttgart 30,47
Michael Zorc Borussia Dortmund 30,31
Peter Nogly Hamburger SV 30,11
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Herrscher über die Zeit

Weißt Du noch, wie bescheuert Du aussahst, als Du damals diese total hippe Frisur getragen hast, die heute sowas von out ist? Oder wie alle unbedingt mit einem Zauberwürfel spielen wollten, den heute kein Mensch mehr freiwillig anpackt? Wie wir alle mit Polaroid-Kameras rumgelaufen sind. Wie wir diese weiten Hosen trugen, später dann die engen, aber jedes Mal noch auf den Fotos mit einem Jahrzehnt Abstand betrachtet total albern aussahen? Wäre doch peinlich, wenn man heute mit dem Outfit von vor 10, 20 oder 100 Jahren rumlaufen müsste, nicht?

Nun, beim VfB Stuttgart sieht man das etwas anders, denn dort hat man in die Satzung aufgenommen, dass das neue, alte Wappen auch in Zukunft nie mehr verändert werden darf. Was dieser Beitrag der Welt schön illustriert, nämlich die Evolution von Wappen der Vereine, ist beim VfB Stuttgart nun definitiv zu einem Stillstand gekommen. Manche haben’s eben nicht so damit, mit der Zeit zu gehen. Andere würden so viel Gelassenheit aufbringen, den nach ihnen folgenden Generationen immerhin so viel Geschmack zuzutrauen, dass sie sehr wohl in der Lage sein werden, ein anständiges, schickes, kreatives, nicht überkandideltes, aber eben in die Zeit passendes Wappen auszuwählen. Nicht so beim VfB Stuttgart, bei dem man heute schon weiß, wie die Menschen in 50 oder 100 Jahren Geschmäcker empfinden werden.

Wenn andere Wappen längst im Retro-Futur-Marsian-Style daherkommen oder was auch immer man dann als schön empfindet, wird der VfB Stuttgart weiterhin mit seinem musealen Wappen auflaufen müssen. Ganz schön anmaßend, Evolution einfach aufhalten zu wollen. Aber jeder sucht sich seinen Weg eben selbst aus und Stillstand ist bekanntlich der Tod.

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Alle Italiener in der Bundesliga

Italien tritt im Rahmen des Confed-Cups gegen Spanien an, eine Partie mit minderer Qualität und minderem Spannungswert. 0:0 nach 120 Minuten. Nur etwas für die ganz hart Gesottenen unter den Taktikliebhabern, wie Stadioncheck richtig feststellt.

Da kann man sich (und seinen Twitter-Followern) schon mal die Frage stellen, welche originären Italiener überhaupt schon mal in der Bundesliga spielten, denn dem Autor fielen gerade mal Rizzitelli und Luca Toni ein.

Eine große Zahl an Antworten und auch eine durchaus deutlich größere Zahl an Italienern, die je in der 1. Bundesliga spielten, stellt sich dann heraus.

Hier die chronologische Liste im Überblick. Wer in Deutschland geboren wurde, aber (auch) einen italienischen Pass besitzt, zählt für diese Liste nicht.

Name Vereine Zeit S T
Ruggiero Rizzitelli FC Bayern München 1996-1998 45 12
Luca Toni FC Bayern München 2007-2010 60 38
Massimo Oddo FC Bayern München 2008-2009 18 0
Cristian Zaccardo VfL Wolfsburg 2008-2009 14 1
Andrea Barzagli VfL Wolfsburg 2008-2011 75 1
Cristian Molinaro VfB Stuttgart 2010- 71 0
Jacopo Sala Hamburger SV 2010- 21 1

Stand 29.6.2013.

Der erste Spieler mit italienischem Pass in der Bundesliga war zwar nicht Ruggiero Rizzitelli, sondern Raffael Tonelli, dieser wurde aber in Mülheim an der Ruhr geboren und wuchs hier auf, zählt also in diesem Sinne als „Fußballdeutscher“ und nicht als Italiener. Mauro Camoranesi ist gebürtiger Argentinier, entdeckte dann später wie so viele Südamerikaner im Fußball noch seine europäischen Wurzeln.

Aber ansonsten gilt natürlich: alles ohne Gewähr und weitere Namen sind immer willkommmen.

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[Update] Die vergessenen Niederlagen

[Update 29.5.2013] Premiere: Erstmals verliert ein deutscher Club ein Finale gegen einen deutschen in der Champions League. Ergibt natürlich automatisch einen deutschen Verlierer, wobei diese Niederlage vielleicht nicht ganz so wahrscheinlich vergessen werden wird wie die übrigen.

[Update] Mal sehen, ob wir morgen eine weitere Finalniederlage mit deutscher Beteiligung ergänzen müssen. Allgemein muss man festhalten: In diesem Jahrtausend überhaupt erst ein einziger Titelgewinn! Da ist wohl nicht viel mit zweit- oder drittbester Liga Europas.

Fast vergessen, zu aktualisieren.

Letztens diskutierten wir die UEFA-Cup-Final-Niederlage des 1. FC Köln gegen Real Madrid, bei der nach einem 1:5 im Estadeo Santiago Bernabeu ein 2:0 im Rückspiel in Berlin gelang, welches nach Adam Riese und auch nach der UEFA nicht dazu reichte, dass der 1. FC Köln seinen ersten Europapokal gewönne.

Danach erreichten mich viele, viele (das Pendant zum Vogts’schen „sehr, sehr“) Wortmeldungen, die mitteilten, dass die betreffende Person gar nicht von dieser Niederlage gewusst hätte. Um genau zu sein war es eine Wortmeldung, die reichte aber aus, mich zu diesem Beitrag zu motivieren. Denn kurz davor schon war ich auf eine Niederlage gestoßen, die mir selbst fast unbekannt war. Ich hatte irgendwann mal davon gelesen, es aber dann schon lange zu den anderen Files auf meiner Festplatte gelegt, was nichts Anderes bedeutet als diese Information dem Sarlacc zu überantworten, dem ewigen Schlund, auf dass die Information nie wieder auftauchen möge.

So kommen wir also heute dazu, alle Europapokal-Final-Niederlagen deutscher Klubs, und ja, auch gerne aus der DDR und von mir sogar gerne aus Österreich und der Schweiz, zu sammeln. Und da man nicht umsonst Leser hat, die etwas für ihr Geld tun sollen, geht diese Frage zunächst mal nicht an mich, sondern an Euch:

Welcher deutsche/ostdeutsche/österreichische/schweizer Klub verlor in welcher Saison in welchem Wettbewerb ein Europapokalfinale?

Nun, eins habe ich ja oben schon verlinkt, und die Mutter aller Niederlagen wird wohl auch niemand vergessen haben. Wären wir bei zweien. Da fällt mir natürlich sofort auch noch Bayer Leverkusen ein, doch dabei soll’s erstmal bleiben. Jetzt Ihr.

  • 1960 Europapokal der Landesmeister Real Madrid – Eintracht Frankfurt 7:3
  • 1965 Europapokal der Pokalsieger West Ham United – 1860 München 2:0
  • 1968 Europapokal der Pokalsieger AC Mailand – Hamburger SV 2:0
  • 1973 UEFA-Pokal FC Liverpool – Borussia Mönchengladbach 3:0 und 0:2
  • 1977 Europapokal der Landesmeister FC Liverpool – Borussia Mönchengladbach 3:1
  • 1978 Europapokal der Pokalsieger RSC Anderlecht – Austria Wien 4:0
  • 1979 Europapokal der Pokalsieger FC Barcelona – Fortuna Düsseldorf 4:3 n.V.
  • 1980 Europapokal der Landesmeister Nottingham Forest – Hamburger SV 1:0
  • 1980 UEFA-Pokal Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach 2:3/1:0
  • 1981 Europapokal der Pokalsieger Dynamo Tiflis – Carl Zeiss Jena 2:1
  • 1982 UEFA-Pokal IFK Göteborg – Hamburger SV 1:0 und 3:0
  • 1982 Europapokal der Landesmeister Aston Villa – Bayern München 1:0
  • 1985 Europapokal der Pokalsieger FC Everton – Rapid Wien 3:1
  • 1986 UEFA-Pokal Real Madrid – 1. FC Köln 5:1 und 0:2
  • 1987 Europapokal der Pokalsieger Ajax Amsterdam – Lok Leipzig 1:0
  • 1987 Europapokal der Landesmeister FC Porto – Bayern München 2:1
  • 1989 UEFA-Pokal SSC Neapel – VfB Stuttgart 2:1 und 3:3
  • 1993 UEFA-Pokal Juventus – Borussia Dortmund 3:1 und 3:0
  • 1994 UEFA-Pokal Inter Mailand – Austria Salzburg 1:0 und 1:0
  • 1996 Europapokal der Pokalsieger Paris St. Germain – Rapid Wien 1:0
  • 1998 Europapokal der Pokalsieger FC Chelsea – VfB Stuttgart 1:0
  • 1999 Champions League Manchester United – Bayern München 2:1
  • 2002 Champions League Real Madrid – Bayer Leverkusen 2:1
  • 2002 UEFA-Pokal Feyenoord Rotterdam – Borussia Dortmund 3:2
  • 2009 UEFA-Pokal Schachtjor Donezk – Werder Bremen 2:1 n. V.
  • 2010 Champions League Inter Mailand – FC Bayern München 2:0
  • 2012 Champions League FC Chelsea – FC Bayern München 5:4 n. E.
  • 2013 Champions League FC Bayern München – Borussia Dortmund 2:1
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Der Talk mit Kick-S in voller Länge plus Ausschnitt aus der Lesung

Die Sendung „Gleiche Höhe — Im Zweifel für den Fußball“, Folge 4 mit Gastgeber Philipp Maisel und mir gibt’s jetzt in voller Länge in der Mediathek von Pier111.tv.

Das komplette Gespräch mit dem Macher von Kick-S in Bewegtbild und Ton [Link leider tot] (samt Stuttgarter Strick-Fernsehturm) über den Fußball, das Ruhrgebiet, den manisch-depressiven VfB sowie meine Lesereise.

Dazu am Ende der auch bei 11Freunde zu findende Text aus dem Lesungsprogramm live gelesen.

A bissle isch emmer no besser wia gar nix, gä?

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Wodka-Wetttrinken und Champagner-Unfall

Stichwort Stuttgart. Der langjährige Präsident des VfB Stuttgart, der mit allen Wässerchen gewaschene Gerhard Mayer-Vorfelder, wurde kürzlich 80 Jahre alt, wie sicher niemandem entging.

Auf der Webseite des offziellen VfB-TVs ließ man sich nicht lumpen und karrte damalige Weggefährten vors Mikrofon. Eigentlich wohl für eine kleine Laudatio, doch es kommt dann ein wenig anders. Jürgen Sundermann zum Beispiel, gleich 3x für insgesamt 6 Saisons Trainer beim VfB, erinnert sich höchst lebendig, wie es war, als der einstige Zweitligist VfB Stuttgart den Wiederaufstieg schaffte oder man im Europapokal in Moskau antrat.

So frei von der, ähem, Leber weg redet man wohl auch nur, wenn man an der Spitze der Alterspyramide angekommen ist. „Einmalig“ nennt Wundermann Sundermann seine Erlebnisse mit Gerhard Mayer-Vorfelder und die Begeisterung schwingt immer noch mit. Anderen würde man eventuell ein wenig galanter zum Geburtstag gratulieren — bei MV scheint diese Art stimmig zu sein.

Hier die ausschweifenden Anekdoten im Beitrag beim VfB-TV selbst anhören.

(Mit Dank an Finder Yensinho.)

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Geniestreiche günstig im Angebot

Ich bin wieder drauf reingefallen, auf das Marktschreierische des Sportjournalismus, wo alles und überhaupt alles noch und nöcher und mindestens am nöchsten sein muss. Denn die Partie Bayer Leverkusen — FC Bayern München konnte ich nicht verfolgen. Kam nach Hause und freute mich angesichts der Worte, die der Kicker kredenzte: Mario Gomez sei bei seinem Tor ein „Geniestreich“ gelungen

Endlich! Das muss dem Jungen doch unglaublich gut tun, was wiederum gut für die Chancen der Nationalmannschaft bei der WM 2014 ist und das wiederum ist gut für meine Laune und auch sonst für Einiges.

Was konnte dieser „Geniestreich“ gewesen sein? Hatte er wie Maradona oder Messi ein atemberaubendes Solo von der Mittellinie hingelegt, dabei fünf bis acht Gegner ausgetanzt oder à la Ibrahimovic aus unmöglicher Entfernung per Fallrückzieher getroffen? Ein Geniestreich sollte es gewesen sein, sein 1:0 gegen Bayer Leverkusen.

Die Enttäuschung, als wüsste man nicht seit Jahren, dass die Übertreibivitis den jeweiligen Schreibern so sehr ins Blut übergegangen ist, dass sie ihr Pfuschwerk gar nicht mehr als solches erkennen können, folgte auf dem Fuße.

Wie sah er aus, Mario Gomez‘ Geniestreich? Nun, er wurde mit einem hohen Ball angespielt, den nahm er mit der Brust an, spitzelte ihn folgend an einem Leverkusener vorbei. Im Anschluss spielte er durch eine Körpertäuschung genau einen (!) Gegenspieler aus und schoss ungefähr an der Sechzehnmeterraumlinie befindlich den Ball durch einen zwar präzisen, aber unspektakulären Schuss ins Tor. So sah das aus.

Und selbst wenn es auch auf diese Weise gut für sein Selbstbewusstsein und somit für die WM 2014 ist: Der Autor verordnet sich selbst 20 Peitschenhiebe sowie keinen Kakao vorm Zubettgehen, weil er wieder und wieder reingefallen ist.

„Geniestreich“ — pft.

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Alle deutsch-deutschen Duelle in allen Europapokalen

Lange angekündigt, ist es nun endlich so weit: die Auflistung aller deutsch-deutschen Begegnungen im Europapokal ist da.

Wobei sich die Bezeichnung „deutsch-deutsches“ Duell auf alle Partien zwischen deutschen Mannschaften im Europapokal bezieht, unbeachtet des Staates, aus dem sie stamm(t)en.

Einige vergessene Perlen sind neben den großen bekannten Duellen — zum Beispiel Bayern gegen Dynamo Dresden oder das „Wunder von der Weser“ gegen Dynamo Berlin — ebenfalls enthalten. Wer erinnert sich noch an das Duell 1990 zwischen Borussia Dortmund und dem Chemnitzer FC oder daran, dass die Borussia aus Mönchengladbach die Kölner im Europapokal mit 5:0 vernichtend schlug? Wohl die wenigsten, weshalb es die folgende Liste zum Schmökern für die Winterpause gibt.

Außerdem steht für dieses Jahr eventuell ein Neueintrag an, wenn der VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach ihre jeweiligen Gegner bezwingen und sich im Achtelfinale gegenüber stehen könnten.

Herausstechend die Saison 1979/1980 mit 5 deutsch-deutschen Duellen allein in einem Wettbewerbsjahr.

Interessant auch die Frage nach den Mannschaften aus der DDR, welche nicht gegen einen Gegner aus der BRD den Kürzeren zogen. Oder warum 1992/1993, nach längst vollzogener Wiedervereinigung sich zwei deutsche Mannschaften im Europapokal der Pokalsieger treffen konnten. Wie gesagt, viel Spaß beim Konsum.

UEFA-Pokal / Europa League

1972/1973

Achtelfinale
1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach 0:0
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln 5:0

Viertelfinale
1. FC Kaiserslautern – Borussia Mönchengladbach 1:2
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Kaiserslautern 7:1

1973/1974

Achtelfinale
Fortuna Düsseldorf – Lok Leipzig 2:1
Lok Leipzig – Fortuna Düsseldorf 3:0

1974/1975

Achtelfinale
Hamburger SV – Dynamo Dresden 4:1
Dynamo Dresden – Hamburger SV 2:2

Halbfinale
1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach 1:3
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln 1:0

1977/1978

2. Runde
1. FC Magdeburg – FC Schalke 04 4:2
FC Schalke 04 – 1. FC Magdeburg 1:3

Achtelfinale
Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 4:0
FC Bayern München – Eintracht Frankfurt 1:2

1978/1979

2. Runde
FC Carl Zeiss Jena – MSV Duisburg 0:0
MSV Duisburg – FC Carl Zeiss Jena 3:0 n. V.

Halbfinale
MSV Duisburg – Borussia Mönchengladbach 2:2
Borussia Mönchengladbach – MSV Duisburg 4:1

1979/1980

2. Runde
Dynamo Dresden – VfB Stuttgart 1:1
VfB Stuttgart – Dynamo Dresden 0:0

Viertelfinale
1. FC Kaiserslautern – FC Bayern München 1:0
FC Bayern München – 1. FC Kaiserslautern 4:1

Halbfinale
VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach 2:1
Borussia Mönchengladbach – VfB Stuttgart 2:0
FC Bayern München – Eintracht Frankfurt 2:0
Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 5:1 n.V.

Finale
Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 3:2
Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach 1:0

1980/1981

2. Runde
VfB Stuttgart – FC Vorwärts Frankfurt 5:1
FC Vorwärts Frankfurt – VfB Stuttgart 1:2

Achtelfinale
VfB Stuttgart – 1. FC Köln 3:1
1. FC Köln – VfB Stuttgart 4:1 n.V.

1981/1982

1. Runde
1. FC Magdeburg – Borussia Mönchengladbach 3:1
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Magdeburg 2:0

1982/1983

1. Runde
FC Vorwärts Frankfurt – Werder Bremen 1:3
Werder Bremen – FC Vorwärts Frankfurt 0:2

1983/1984

2. Runde
Lok Leipzig – Werder Bremen 1:0
Werder Bremen – Lok Leipzig 1:1

1986/1987

1. Runde
Bayer Uerdingen – FC Carl Zeiss Jena 3:0
FC Carl Zeiss Jena – Bayer Uerdingen 0:4

1987/1988

Halbfinale
Bayer Leverkusen – Werder Bremen 1:0
Werder Bremen – Bayer Leverkusen 0:0

1988/1989

Halbfinale
VfB Stuttgart – Dynamo Dresden 1:0
Dynamo Dresden – VfB Stuttgart 1:1

1990/1991

1. Runde
Borussia Dortmund – Chemnitzer FC 2:0
Chemnitzer FC – Borussia Dortmund 0:2

2007/2008

Achtelfinale
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Bayer Leverkusen 3:2

2008/2009

Halbfinale
Werder Bremen – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – Werder Bremen 2:3

2016/17

Achtelfinale
FC Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04

Europapokal der Pokalsieger

1985/1986

Viertelfinale
Dynamo Dresden – Bayer Uerdingen 2:0
Bayer Uerdingen – Dynamo Dresden 7:3

1992/1993

1. Runde
Werder Bremen – Hannover 96 3:1
Hannover 96 – Werder Bremen 2:1

Europapokal der Landesmeister / Champions League

1973/1974

Achtelfinale
FC Bayern München – Dynamo Dresden 4:3
Dynamo Dresden – FC Bayern München 3:3

1974/1975

Achtelfinale
FC Bayern München – 1. FC Magdeburg 3:2
1. FC Magdeburg – FC Bayern München 1:2

1982/1983

1. Runde
Berliner FC Dynamo – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – Berliner FC Dynamo 2:0

1988/1989

Berliner FC Dynamo – Werder Bremen 3:0
Werder Bremen – Berliner FC Dynamo 5:0

1997/1998

Viertelfinale
FC Bayern München – Borussia Dortmund 0:0
Borussia Dortmund – FC Bayern München 1:0 n. V.

1998/1999

Viertelfinale
FC Bayern München – 1. FC Kaiserslautern 2:0
1. FC Kaiserslautern – FC Bayern München 0:4

2012/2013

Finale
FC Bayern München – Borussia Dortmund 2:1

Natürlich alle Daten ohne Gewähr und Korrekturen sind stets willkommen.

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„Dolly Dimples“ — Lebensabschnittspartner Fußball

Für die wenigsten Fußballer ist dieser nur ein Lebensabschnittspartner. Die wenigsten kommen davon weg. Und diese wenigen suchen wir hier. Kein klassisches „Gewinnspiel ohne Gewinne“ bei Trainer Baade, aber einer dieser Beiträge, in denen wir zusammen den Inhalt sammeln.

Enno, Gründer und Ex-Autor des hertha-blog (sowie von Welt Hertha Linke selig), hatte vor geraumer Zeit hier angefragt, ob man nicht mal Spieler zusammentragen könnte, die nach ihrer Karriere als Fußballer ungewöhnliche berufliche (oder künstlerische oder sonstige) Wege einschlugen. Seitdem also nichts mehr mit Fußball oder Berichterstattung über diesen zu tun haben, gleichwohl aber nicht in ihren angestammten Beruf zurückgekehrt oder einen solchen, schnöden ergriffen haben.

Beispiele, die wir nicht suchen, wären Peter Wynhoff, Sachbearbeiter bei der Kreisbau AG, oder Jürgen Groh, Briefträger, was sein Ausbildungsberuf war.

Wobei die Grenzen da fließend sind: Früher hatten viele Spieler einen normalen Beruf, welcher sogar im Kicker-Sonderheft aufgelistet wurde, heute ist es die Ausnahme. Allerdings befinden sich „heutige“ Spieler noch mitten in ihrer Karriere, weshalb sie auch noch nichts nach ihrer Karriere ausgewählt haben können. Definitiv ausgenommen sind alle Mitarbeiter von Fußballschulen oder sonstigem Verkaufsquatsch, ob nun als Redner, Werbefigur oder Tennishalleneröffner im Zusammenhang mit ihrer Fußballerkarriere. Keine Spielerberater, Jugendtrainer, Fanbetreuer, Scouts, Fanshopmitarbeiter, TV-Experten oder Co-Trainer. Und auch keine Manager der Nationalmannschaft.

Zwei, drei Beispiele, die vorgeben könnten, was gesucht ist, folgen hier:

Thomas Allofs Fortuna Düsseldorf, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Köln, Racing Straßburg Betreibt ein Unternehmen der Abfallwirtschaft.
Ioannis Amanatidis Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern Gründete ein Modelabel und betreibt ein Restaurant.
Peter Artner FK Austria Wien, First Vienna FC, FC Admira/Wacker, SV Austria Salzburg, Hercules Alicante, US Foggia, VSE St. Pölten Glasfabrikant mit eigener Firma.
Frank Bartenstein Kickers Offenbach Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma.
Sebastian Deisler Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC, FC Bayern München Betreibt einen Dritteweltladen in Freiburg.
Robert „Bobby“ Dekeyser FC Bayern München, 1. FC Nürnberg, 1860 München Stellt mit seiner von ihm gegründeten Firma Outdoor-Möbel her.
Thomas Eichin Borussia Mönchengladbach, 1. FC Nürnberg Geschäftsführer des Eishockeyclubs Kölner Haie.
Yves Eigenrauch FC Schalke 04 In der Öffentlichkeitsarbeit eines Kinder- und Jugendtheaters und diversen gemeinnützigen Projekten, wie dem Gelsenkirchener Wohnprojekt „Pelikan – Generationenübergreifendes Wohnen“, tätig.
Ralf Falkenmayer Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen, Eintracht Trier Mitarbeiter eines Großhandels für Parkett und Laminat.
Wolfgang Feiersinger Borussia Dortmund, Austria Salzburg, LASK Linz, PSV Salzburg Hüttenwirt der Hochwildalmhütte bei Kitzbühel.
Bernd Förster SV Waldhof Mannheim, FC Bayern München, 1. FC Saarbrücken, VfB Stuttgart Betreiber einer Autowaschanlage.
Dieter Frey FC Bayern München, SC Freiburg, Werder Bremen, 1. FC Nürnberg Lehrer für Wirtschaft und Recht an einem Nürnberger Gymnasium.
Urs Güntensperger FC Luzern, FC Lugano, FC Zürich, Eintracht Frankfurt, Lausanne-Sports, FC Basel, FC Tuggen, FC Horgen, FC Rheinach Bezirksleiter Metall bei der Würth AG.
Hans-Jürgen Gundelach Eintracht Frankfurt, FC Homburg, Werder Bremen Leitender Mitarbeiter in einem Computerhandel.
Jimmy Hartwig Kickers Offenbach, VfL Osnabrück, TSV 1860 München, Hamburger SV, 1. FC Köln, Austria Salzburg, FC Homburg Theaterschauspieler in diversen Produktionen.
Achim Haucke Alemannia Aachen Kohlenschlepper in Hamburg.
Jan Heintze Kastrup BK, PSV Eindhoven, Bayer Uerdingen, Bayer Leverkusen Jan Heintze Promotion Products.
Ronnie Hellström Hammarby IF, 1. FC Kaiserslautern, Gif Sundsvall Skandinavienleiter von Hornbach.
Peter Hidien Hamburger SV Kundendienstbetreuer bei Firma Peter Gerdau Tankschutz in Tangstedt/HH.
Udo Horsmann FC Bayern München, Stades Rennes, 1. FC Nürnberg, TSV 1860 München Möbeldesigner
Dirk Hupe Union Solingen, Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, Fortuna Köln Leitet Versicherungsbüro in Solingen.
Volker Ippig FC St. Pauli Lascher im Hamburger Hafen.
Manfred Kaltz Hamburger SV, Girondins Bordeaux, FC Mulhouse Vertriebsdirektor eines italienischen Mineralwasser-Konzerns, Immobilienmakler, Vermögensberater und er engagiert sich in einem Rehabilitationszentrum.
Werner Kamper VfL Osnabrück Geschäftsführer eines Betriebs für Landmaschinenbau.
Jupp Kapellmann Alemannia Aachen, 1. FC Köln, FC Bayern München, TSV 1860 München Arzt.
Rudi Kargus Wormatia Worms, Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln Betätigt sich künstlerisch als Maler.
Manfred Kastl Hamburger SV, Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart Besaß ein Hotel, das „Haus Kastl“ bis zur Insolvenz, welches er in ein Pflegeheim umwandelte, welches insolvent ging. Professioneller (?) Pokerspieler.
Dieter Kitzmann 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, Union Solingen Betreiber eines Tabakladens in Kaiserslautern.
Wolfgang Kneib FSV Mainz 05, Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld Innendienst der Württembergischen Versicherung AG.
Martin Kree VfL Bochum, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund Hatte im Gegensatz zum Großteil der Branche keine Berührungsängste mit neuen Techniken und leitet jetzt eine IT-Schulungs-Schule.
Peter Kunter Eintracht Frankfurt, Freiburger FC Zahnarzt.
Marek Lesniak Pogon Stettin, Bayer Leverkusen, SG Wattenscheid 09, TSV 1860 München, KFC Uerdingen, Xamax Neuchatel, Fortuna Düsseldorf, Preußen Münster, SpVgg Velbert, SV Hilden-Nord Mitarbeiter bei einer Autoteilefirma.
Ilhan Mansiz Genclerbirligi Ankara, Kusadasispor, Samsunspor, Besiktas Istanbul, Vissel Kobe, Hertha BSC, MKE Ankaragücu Eiskunstläufer.
Erwin Markert Kickers Offenbach Besitzt ein Versicherungsbüro.
Hans-Bert Matoul Chemie Leipzig, Lokomotive Leipzig, BSG Traktor Langeln, Einheit Wenigerode Übernahm während seiner aktiven Karriere die Bäckerei seines erkrankten Vaters, ist heute diplomierter Wirtschaftswissenschaftler.
Frank Mill Rot-Weiss Essen, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf Aktiv in der Schrott- und Baubranche, u. a. (wohl) mit Mill-Container.
Thomas Miller SpVgg Unterhaching, FC Augsburg, TSV 1860 München Finanzbeamter.
Markus Münch FC Bayern München, Bayer Leverkusen, 1. FC Köln, FC Genua, Besiktas Istanbul, Borussia Mönchengladbach, Panathinaikos Züchtet Pferde und ist Galopptrainer.
Herbert Mühlenberg SC Jülich 1910, 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, VfL Osnabrück, VfB Rheine Lehrer am Osnabrücker Gegengymnasium.
Wolfgang Mühlschwein Kickers Offenbach Ingenieur mit eigener Firma.
Arne-Larsen Ökland Bayer Leverkusen Betreibt die Pizzeria-Kette „Dolly Dimples“ in Norwegen. (Womit er so gerade noch durch den Gastwirt-Filter rutscht.)
Markus Osthoff 1. FC Saarbrücken, Eintracht Trier, MSV Duisburg, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Braunschweig Lehrer für Sport und Hauswirtschaft.
Jürgen Pahl Chemie Halle, Eintracht Frankfurt, Rizepspor Betreibt eine Obstplantage in Paraguay.
Manfed Pohlschmidt Preußen Münster, Hamburger SV, FC Schalke 04 Betreiber einer Lottoannahmestelle.
Tobias Rau Arminia Bielefeld, Eintracht Braunschweig, VfL Wolfsburg, FC Bayern München Student des Lehramts
Knut Reinhardt Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, 1. FC Nürnberg Grundschullehrer in Dortmund.
Andreas Reinke Hamburger SV, FC St. Pauli, Iraklis Saloniki, Real Murcia, 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen Landwirt mit eigener Wurstproduktion.
Helmut Roleder VfB Stuttgart Businesstrainer.
Bodo Rudwaleit Dynamo Berlin, Stahl Eisenhüttenstadt Betreibt ein Taxiunternehmen in Berlin.
Jürgen Rynio Karlsruher SC, 1. FC Nürnberg, Borussia Dortmund, Rot-Weiss Essen, FC St. Pauli, Hannover 96 Leiter einer Einrichtung für Behinderte
Gunnar Sauer Werder Bremen, Hertha BSC, VfB Leipzig Ist Immobilienmakler in Bremen
Thorsten Schlumberger Hertha BSC, Tennis Borussia Berlin, SC Charlottenburg, Blau-Weiß 90 Berlin, BSV Brandenburg, FSV Velten, SV Wilhelmshafen Physiotherapiepraxis in Berlin.
Stefan Schmitt SGK Heidelberg, VfB Stuttgart, SV Sandhausen Zahnarzt.
Georg Schwarzenbeck FC Bayern München Inhaber eines Schreibwarengeschäfts.
Martin Spanring TSV 1860 München, Fortuna Düsseldorf, FC Schalke 04, SC Freiburg, VfB Stuttgart, Bursaspor, Freiburger FC Sportmanager im Europapark Rust.
Hans-Peter Stark Blau-Weiß 90 Berlin. Beliefert mit seinem Unternehmen die Spitzengastronomie.
Gert Trinklein Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach, Dallas Tornado Mitglied der Stadtverordnungsversammlung für die FDP in Frankfurt.
Mario Tolkmitt Bayer Leverkusen, FC Berlin, Fortuna Düsseldorf Busfahrer und Betriebsrat in Burscheid.
Horst Weyerich 1. FC Nürnberg, SpVgg Fürth, Erzieher bei der Lebenshilfe Fürth.
Reiner Wirsching 1. FC Schweinfurt 05, 1. FC Nürnberg, TSV Vestenbergsgreuth Arzt.
Roland Wohlfarth 1. FC Bocholt, MSV Duisburg, FC Bayern München, AS Saint-Etienne, VfL Bochum, VfB Leipzig, Wuppertaler SV Bauleiter einer Estrichfirma.
Andreas Zeyer SSV Ulm 1846, SC Freiburg, Hamburger SV, Karlsruher SC, VfL Bochum, SC Freiburg Diplom-Ingenieur beim Stahlbauunternehmen der Familie in Nehresheim.
Michael Zeyer SSV Ulm 1846, SC Freiburg, 1. FC Kaiserslautern, SV Waldhof Mannheim, MSV Duisburg, VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Heidenheim Betreiber eines Sterne-Restaurants mit dem Namen 5.

Die Liste wird um Eure (Gedächtnis-) Fünde erweitert und zur besseren Übersicht dann alphabetisch sortiert, natürlich gibt es kein richtig oder falsch. Wobei ebenso selbstredend gilt: je ausgefallener, desto Kracher.

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Verpasste Dekomposition des Mythos Sammer

Rants sind ja etwas aus der Mode. Also halten wir weiterhin den Ball flach. Der Beitrag von „sport inside“, der gestern im WDR lief (hier in der Mediathek) und sich knappe 10 Minuten mit Matthias Sammers neuer Rolle beim FC Bayern beschäftigte, ist ein schönes Beispiel dafür, wie überflüssig solche Form von Reportage ist, wenn sie aus ein paar Interviewschnipseln mit Matthias Sammer und ansonsten aus mit pathetischer Musik untermalten Szenen — bekanntes Stilmittel des Boulevard-TV — besteht, in denen Sammer mit verkniffenen Augen das Training beobachtet oder über einen Fußballplatz schreitet.

Kein einziges Wort darüber, was Sammer außer einer gewissen Siegermentalität überhaupt ändern oder einführen möchte. Kein einziges Wort darüber, dass möglicherweise den Großteil der inhaltlichen Arbeit der „wissenschaftliche Mitarbeiter“ von Matthias Sammer macht. Keine einzige Nachfrage, wie man die Hülse „Siegermentalität“ überhaupt mit konkreten Inhalten füllen könnte. Sammers Erläuterung, dass man in jedem Training heiß sein müsse auf den Sieg im Trainingsspiel und sich über eine Niederlage ärgern müsse, bleibt extrem dürftig. Das soll in Zeiten von verstärktem Einzug von Taktik in die Partien alles sein? Ob der FC Barcelona wohl davon lebt, kein Trainingsspiel verloren zu geben (abgesehen davon, dass in einem Trainingsspiel, wie in jedem Fußballspiel, das nicht Remis endet, immer eins von beiden Teams verliert …)?

Stattdessen eine Charakterisierung von Matthias Sammer, wie man sie schon hundertfach konsumieren musste. Es ist ja sicher größtenteils zutreffend, dass er extrem ehrgeizig ist. Extrem leistungsorientiert und dabei auch wenig Spaß versteht. Es ist unbestritten richtig, dass er massenweise Erfolge als Spieler errungen hat.

Ob die Erfolge als Trainer und als Sportdirektor immer auf seinem Mist gewachsen sind, könnte man da schon eher hinterfragen. Eine glückliche Fügung für Sammer, dass nach jahrzehntelanger Durststrecke die U-Nationalmannschaften plötzlich drei Titel auf einmal gewannen. Und was kam danach an Erfolgen der selben Auswahlmannschaften? Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen, äh, nein, Titel für sich reklamieren, sich bei Misserfolgen aber dünn machen, das ist natürlich clever. Aber auch das müsste man mal beleuchten, mit welchem Recht Sammer diese U-Titel für sich reklamiert.

Eine einzige Enttäuschung, in Form — zu viel Pathos — und Inhalt — keinerlei kritische Auseinandersetzung mit dem von ihm und anderen gestrickten Mythos Sammer. Kein Wort über Inter Mailand, kein Wort über die Entlassungen in Dortmund und Stuttgart und deren Gründe, die sicher noch nachwirken könnten und kein Wort zur für jemanden, der so sehr auf Loyalität Wert legt, blamablen Geschichte rund um den HSV. Und nicht zuletzt kein Wort zur so genannten „Bayernklausel“, die für sich genommen schon ein Skandal des DFB wäre, und in Konsequenz eben auch für den nicht ganz so loyalen Erfolgsmenschen Sammer, der schon zu Dortmunder Zeiten stets damit kokettiert hatte, doch zu den Bayern wechseln zu können und so sein Gehalt in die Höhe trieb.

Diese Art von Phrasen-Journalismus, der nur unreflektiert die ja nicht ohne Absicht produzierten Mythen nacherzählt, braucht man nicht auch noch zusätzlich neben dem sonstigen Claqueurtum rund um die Bundesliga. Vor allem, wenn er innerhalb eines ansonsten Hoffnung machenden Formats daherkommt. Eine vertane Chance, denn hier im Blog wartet man sehnsüchtig darauf, dass eingeweihte Quellen endlich mal den Scheinwerfer auf den wissenschaftlichen Mitarbeiter „Dr. Karsten Schumann“ richten und darauf, die durchaus eloquent vorgetragenen Floskeln Sammers auf ihren Kern hin zu durchbeißen. Auch wenn dann die Zähne schmerzen könnten.

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Drei Punkte zum Südderby

München ist schön. Sehr schön sogar, sehr sehens- und erlebenswert. Da kann man sich nicht länger als nötig mit bereits lange entschiedenen Spielen aufhalten. Steht es erst einmal 3:1, 4:1, 5:1 oder gar 6:1, und das schneller als man gucken kann (gucken, gesungen wird ja nicht), dann darf man ruhigen Gewissens aus dem Stadion zu einer der anderen Sehenswürdigkeiten Münchens aufbrechen. Im Prinzip schon vorher klar, wenn der Gegner VfB Stuttgart heißt, tatsächlich dann nach der Stuttgarter Führung für kurze Zeit in Gefahr. Wobei sich wahrscheinlich niemand der Flüchtenden von etwas ähnlich Profanem wie einem hohen Sieg — einer Niederlage nämlich — hätte aufhalten lassen, zurück in die Stadt zu strömen, noch bevor die Partie beendet gewesen wäre.

Das Opernpublikum in München zu bashen ist allerdings originell wie Hans Sarpeis Tweets und zurecht merken Stimmen an, dass nicht nur hohe Siege ein etwas weniger seltenes Ereignis in München sind als anderswo — hohe Siege gegen den VfB Stuttgart sind sogar eher die Regel. Und so nahm das Unheil seinen Lauf, wie es stets der Fall ist, seit Labbadia die Mannen mit dem Brustring gegen München auf dem Feld dirigiert: Es hagelte Gegentore en masse. Man fühlte sich fast zurückversetzt in die Anfangszeit der Bundesliga, als ein 6:3 oder ein 7:2 viel häufiger geschahen als heute. Nun geht es ja auch anderen Vereinen bei den Bayern so, dem FC Basel zum Beispiel, oder Sporting Lissabon, aber diese Regelmäßigkeit der hohen Niederlagen des VfB Stuttgart ist ein wenig beängstigend, weil so wenig mit den sonstigen Leistungen dieser Mannschaft korrelierend. Man wünschte sich einen Stuttgarter Trainer vor den Mikrofonen, der Erklärungen parat hätte, um wenigstens berechtigte Hoffnung auf Besserung beim nächsten Mal entwickeln zu können. Da geht dann aber leider die Schere auf zwischen dem, was medial durchkommt, und was tatsächlich in des Trainers Kopf und auf seinen Taktikbögen vorgeht: Nichts Genaues weiß man nicht.

Was man sich allerdings dann doch gewünscht hätte seitens der sonst so oft über Spielpläne und unerwünschte Ansetzungen palavernden Rummenigge und Hoeneß: Dass sie sich über den zu Beginn ihrer Saison viel zu leichten Spielplan beschweren. Wie soll eine Mannschaft da in Fahrt kommen, wenn sie in den ersten beiden Partien nur gegen Kanonenfutter antreten muss? Doch gemach, gemach: Diese Beschwerde wird sicher folgen, wenn die erste Partie verloren gegangen sein wird. Denn ob der FC Bayern wirklich funktioniert, das weiß man nach diesem Südderby nicht. Man weiß nur dass die drei Punkte da bleiben, wo sie immer bleiben, wenn der Gegner VfB Stuttgart heißt. Aber das … hatte man auch vorher irgendwie schon geahnt.

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Alle Spieler, die in der Bundesliga mit 2 verschiedenen Vereinen Meister wurden

Diese Auflistung ist ausnahmsweise noch nicht abgeschlossen. Hier werden weitere Spieler gesucht, die in der Bundesliga mit 2 verschiedenen Vereinen als Spieler Meister wurden. Info gerne an die Email im Impressum oder an @trainerbaade.

Die Sortierung ist auch nicht alphabetisch oder chronologisch. Es folgen zunächst jene, welche dieses seltene Kunststück ohne einen Meistertitel beim FC Bayern errangen.

Spieler Meister mit
Harald Schumacher 1. FC Köln, Borussia Dortmund
Andreas Reinke 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen
Ludovic Magnin Werder Bremen, VfB Stuttgart
Karl-Heinz Riedle Werder Bremen, Borussia Dortmund
Matthias Sammer VfB Stuttgart, Borussia Dortmund
Christian Gentner VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg
Ludwig Müller 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach
Antonio da Silva VfB Stuttgart, Borussia Dortmund
Marco Reich 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen
Andreas Buck VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern
Gerald Ehrmann 1. FC Köln, 1. FC Kaiserslautern
Thomas Franck Borussia Dortmund, 1. FC Kaiserslautern
Ludwig Kögl FC Bayern München, VfB Stuttgart
Franz Beckenbauer FC Bayern München, Hamburger SV
Jürgen Kohler FC Bayern München, Borussia Dortmund
Stefan Reuter FC Bayern München, Borussia Dortmund
Andreas Brehme FC Bayern München, 1. FC Kaiserslautern
Bruno Labbadia FC Bayern München, 1. FC Kaiserslautern
Ciriaco Sforza 1. FC Kaiserslautern, FC Bayern München
Michael Ballack 1. FC Kaiserslautern, FC Bayern München
Valerien Ismael Werder Bremen, FC Bayern München
Mario Gomez VfB Stuttgart, FC Bayern München
Markus Babbel FC Bayern München, VfB Stuttgart
Kalle del‘Haye Borussia Mönchengladbach, FC Bayern München
Zvjezdan Misimovic FC Bayern München, VfL Wolfsburg
Gustl Starek 1. FC Nürnberg, FC Bayern München
Kurt Niedermayer FC Bayern München, VfB Stuttgart
Herbert Zimmermann FC Bayern München, 1. FC Köln
Markus Schupp 1. FC Kaiserslautern, FC Bayern München
Holger Willmer FC Bayern München, 1. FC Köln
Markus Feulner FC Bayern München, Borussia Dortmund
Mario Götze Borussia Dortmund, FC Bayern München
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Rekordmeister: der 1. FC Nürnberg

[Update] Die SpVgg Greuther Fürth ist ein Neuzugang bei den Zweitligameistern. Eintracht Frankfurt hat seine Chance vertan, hier ein Treppchen höher zu rücken.

Wer war am häufigsten Meister der 2. Bundesliga (bis 1980/81 zweigeteilt)?

Rekordmeister ist — tada! — ein Ex-Rekordmeister, nämlich der 1. FC Nürnberg, der damit nicht nur bei der Zahl der Aufstiege, sondern auch der Meisterschaften in der 2. Liga unterstreicht, dass er zur absoluten Fahrstuhlmannschaft geworden ist. Für die dreimaligen Gewinner gilt dies wohl genauso: Der VfL Bochum, SC Freiburg, Karlsruher SC und Hannover 96. Dass Hannover 96 sich wirklich fest in der 1. Liga etabliert hätte, muss man meiner bescheidenen Meinung nach noch weiter abwarten. Alle, die hier häufiger als 1x auftauchen, sollten ohnehin in ständiger Alarmbereitschaft leben und im Falle einer Platzierung auf einem Nichtabstiegsplatz in der 1. Liga den Teppich Richtung Otto-Fleck-Schneise zum Dankesgebet ausrollen, oder wo auch immer darüber entschieden wurde, die 1. Liga mittels Relegation weniger durchlässig zu machen. Man möge mir verzeihen, dass die einmaligen Zweitligameister nicht alphabetisch sortiert sind, die Daten sind wohl noch überschaubar.

Meistertitel in der 2. Bundesliga

Anzahl Verein
4x 1. FC Nürnberg
3x SC Freiburg
3x VfL Bochum
3x Karlsruher SC
3x Hannover 96
3x Arminia Bielefeld
2x 1. FC Saarbrücken
2x SV Darmstadt 98
2x FC Schalke 04
2x Hertha BSC
2x 1. FC Kaiserslautern
2x 1. FC Köln
1x TeBe Berlin
1x VfB Stuttgart
1x FC St. Pauli
1x TSV 1860 München
1x Bayer Leverkusen
1x Werder Bremen
1x SV Waldhof Mannheim
1x FC Homburg 08
1x Stuttgarter Kickers
1x Fortuna Düsseldorf
1x Bayer Uerdingen
1x Hansa Rostock
1x Eintracht Frankfurt
1x Borussia Mönchengladbach
1x SpVgg Greuther Fürth

Gut möglich, dass Eintracht Frankfurt oder Fortuna Düsseldorf in dieser Saison einen Schritt auf das nächsthöhere Treppchen machen.

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