Theo, lass uns nach Eppheim fahren

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Chronistenpflicht-Beitrag respektive Chronisten-Pflichtbeitrag.

Wie schon von janus in den Kommentaren geschildert, erlebten wir vorgestern ein Highlight der Fußballer-in-Filmen-Geschichte, das den Berti-Vogts’schen Auftritt im Tatort stante pede verblassen lässt.

Der Titel des Beitrags hat die Wahl gewonnen gegen folgende andere Kandidaten:

  • „Unfall?! … oder …“
  • „Nein, sag, dass das nicht wahr ist.“
  • Laut hörbares Ausatmen, geradezu Schnaufen von Theo Zwanziger, ungefähr so: Puuuuh, aber mit ein bisschen mehr Luft dabei, die man mit den Mitteln einer Rechner-Tastatur schlecht darstellen kann.
  • Das dumpfe Geräusch des Aufpralls einer Abrißbirne, die gerade gegen den Schädel des Drehbuchschreibers donnert, als Zwanziger den Satz „Was kann ich für Dich tun?“ beendet. (2. Platz der Abstimmung)

Viel mehr an Kandidaten waren ja nicht möglich.

Nur eine kurze Woche lang ist der Film dank hanebüchener richterlicher Entscheidungen im Archiv der ARD abrufbar, danach nicht mehr. So würde man später gar nicht verstehen, wovon überhaupt die Rede ist, wenn man von der „Theater AG des DFB“ spricht. Deshalb also dieser Beitrag, damit man auch in Jahren noch prüfen kann, ob Zwanziger oder Vogts der, ähem, kleinere Laie war.

„Theo, lass uns nach Eppheim fahren“ — schon jetzt ein Klassiker.



PS: Offensichtlich verzichtet Theo Zwanziger vorübergehend, ich betone: vorübergehend, auf seinen Doktortitel, denn im Ausschnitt wird dieser nicht erwähnt. Das kann nur mit seiner Zustimmung geschehen sein, also ist da eventuell doch etwas faul im Staate Otto-Fleck-Schneise. Ein Fall für das noch zu gründende TheoPlag.

Wenn man genau zuhört, sagt die Sekretärin durchaus „Dr.“ Zwanziger. Ändert aber nichts daran, dass man angesichts der Verfilzung von Theo mit der CDU und den diversen Jobs in der Verwaltung des Landes Rheinland-Pfalz da nicht doch mal nachgucken könnte, ob ein TheoPlag sinnvoll wäre.

17 Kommentare

  1. Ich höre da keinen „Doktor“.
    Mach ich mich jetzt eigentlich lächerlich, wenn ich sage, dass das der Oli echt annehmbar macht??

  2. Eppheim. Eppheim! Wir fahren nach Eppheim! *rofl*

  3. O Gott. Ogottogottogottogottogott.

    Ich hab mir den Quatsch (wie kann man nur einen Tatort für so eine Deppen-PR verschwenden?!) nicht angesehen und das allerschlimmste erwartet. Und als ich gerade eben auf den Play-Button dieses Ausschnittes klickte, waren meine Erwartungshaltungen so niedrig, dass ich stark davon ausging, irgendein gelangweiltes „Naja, war ja zu erwarten, hätte auch schlimemr kommen können, wernse ja nu auch nich für bezahlt“ zu brummeln.

    Aber das war die unglaublichste Reaktion auf eine Todesnachricht in der Geschichte des Laienschauspiels. Verdammt nah an der CD, definitiv in der „Warum liegt da eigentlich Heu?“-Liga.

  4. Die zweite Szene mit Theo ist noch beknackter. Er hält eine Enke-ähnliche Rede vor der Mannschaft des FC Eppheim, woraufhin Celia Okoyino da Mbabi, kein Mitglied des FC Eppheim, aber weil die Getötete in der Nationalmannschaft spielte, dem Team des FC Eppheim entgegenruft: „Jetzt werden wir eben Weltmeister für [die Getötete]!“

    Was die Spielerinnen des FC Eppheim, die nichts mit der Nationalmannschaft zu tun haben, bestimmt besonders interessiert hat.

    Das sind aber eh nur Details, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass das gesamte Drehbuch von, ich glaube, Mario Simmel war. Der versucht hat, sich ganz intensiv in den Fußball an sich so einzudenken, besonders in den Frauenfußball.

    Mein Gott, man darf gar nicht darüber nachdenken, was für ein trauriger Beruf Drehbuchschreiber ist. Sich vor aller Öffentlichkeit lächerlich machen mit seinem Halbwissen. Man sollte einen Fond einrichten.

  5. Am besten fand ich dann doch die ganzen Klischees, die in diesem Film abgebaut wurden.

    Der romantische Zeugwart, der Mäzen, der Fußball-Macho und die emanzipierte Frau und als krönender Abschluss: die Muslima zieht sich aus! Herrlich.

  6. Normalerweise müßte man den „Tatort“ einstellen. Keine neue Idee, keine Inspiration, ausgelutschter Kaugummi. Ich zappe sofort weg, sobald ich „Kommissare“ grimmig-theatralisch mit vorgereckter Pistole herumstolzieren sehe oder der berüchtigten Tür-auf-Tür-zu-losfahren-ankommen-Tür-auf-Tür-zu-Sequenzen ansichtig werde. Hirnlosestes Productplacement, füllt aber in jeder Folge locker fünf Minuten…

  7. Wenn das Drehbuch auch von nem Toten war, dann paßt das wenigstens.
    Es muß nicht immer Kaviar sein, so ein 90minütiger Strahl Natursekt hat auch was.
    Und wieso überhaupt Simmel, du Klischeebediener ;) ?

  8. DFB-Zentrale = Headquarters of Doom…

  9. Ich weiß nicht mehr wo, aber das hatte vorher schon einer geschrieben: dieses Grinsen bzw. der gesamte Gesichtsausdruck von Bierhoff ist so penetrant schleimig irgendwie.. Ich frage mich, ob der im Privaten auch so guckt oder ob er dieses Gesicht immer nur für Kameras aufsetzt? Sollte Ersteres der Fall sein, bin ich schon ganz froh, dass er nicht zu meinem engeren Bekanntenkreis zählt.

  10. Der Tonfall, in dem 20R das „Nein, sie ist ermordet worden“ sagt, erinnert mich ganz stark an Helge Schneider. Ist Theo in Wahrheit vielleicht Nihil Baxter?

  11. Du kaufst mir jetzt den Simmel ab, sonst schneid‘ ich Dir in’s Ohrläppchen!

  12. Du kaufst mir jetzt den Simmel ab, sonst schneid ich dir ins Ohrläppchen. Ich verstehe aber auch nur „Herr Zwanziger“, ohne Doktor. Und tatsächliche schlägt sich Olli mit weitem Abstand am besten. Ausgezeichnete Weine, ausgezeichnete Frisuren und ausgezeichnete Dialoge.

  13. Ok, man sollte die anderen Kommentare immer komplett lesen, bevor man die plattesten Otto-Sprüche auspackt.

  14. Als ich es im Tatort gesehen hatte, musste ich lachen… obwohl ich nicht wusste ob ich lachen oder heulen sollte! Sehr schlecht!

  15. Ein grauenhaft schlechter Krimi.

    Abgesehen von der nur bedingt präsentablen Schauspielleistung fällt mir aber auch eine Sache auf, für die 20R nichts kann (denn da ist sicher der Drehbuchautor schuld), die man aber so ähnlich in vielen Filmen findet:

    20R sagt am Telefon:

    „Hallo, Petra, was kann ich für dich tun?“

    „Nein! Sag, dass das nicht wahr ist.“

    Und was macht er dann? Er legt einfach auf! Kein Mensch tut sowas. Man sagt wenigstens: „Danke, ich ruf dich später zurück.“ oder „Jogi und Oli sind hier, ich werde es Ihnen sofort sagen. Wiederhören!“, und man wartet, bis auch der Gesprächspartner wenigstens „Tschüß“ gesagt hat.

    Aber Theo sagt „Sag, dass das nicht wahr ist“, nimmt SOFORT den Hörer vom Ohr und legt ihn langsam auf. Bizarr.

  16. Das soll natürlich andeuten, dass der Gesprächspartner nur die Nachricht übermittelte und sofort danach aus Erschütterung grußlos auflegte, T20 seine Worte also bereits in’s Freizeichen gesprochen hat, dies aber erst realisierte, als er den Satz bereits beendete – wie Menschen in unerwarteten Katastrophen halt reagieren. Mensch, das man in Deutschland aber auch keine subtile Formensprache nutzen kann..

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