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Monat: August 2007

Fanta Fart

Es gibt nur eine Antwort auf die Frage, wie mit dem schweren Verbrecher Fanta Fart umzugehen ist. Der Schirlingsbecher, dem Verräter.

Amüsant ist es immer wieder, zu sehen, mit welch extrem selektiver emotionaler Wahrnehmung Fans eines Vereins an die Diskussion solcher Wechsel herangehen. Mir stellt sich die Frage, wie schnell man vergessen kann, dass 98% aller Spieler überhaupt nur deshalb im eigenen, favorisierten Verein spielen, weil sie zuvor einen anderen Verein verließen. Es scheinen die selbe Naivität, Vergesslichkeit und vor allem der Wunsch danach, sich selbst zu belügen, im Spiel zu sein, die einen glauben lassen, dass die neue Freundin treu sein wird, obwohl sie doch nur mit einem selbst zusammenkam, indem sie vorher ihren alten Freund verließ. Warum sollte es einem selbst früher oder später besser ergehen als dem armen Vorgänger?

Die marginalen Unterschiede bezüglich der Frage, wie viel Treue die wechselwilligen Spieler respektive Geliebten vorher zu ihrem damals aktuellen Verein geschworen hatten, können doch keinen erwachsenen Menschen ernsthaft dazu bewegen, seine Zeit damit zu verbringen, vollkommen nutzlose Hassbeiträge in irgendwelchen Fan-Foren zu posten. Kinder bis 14 Jahre sind von dieser Schelte ausdrücklich ausgenommen, besteht ihre Realität doch nur aus der Gegenwart und ihre Enttäuschung ob eines Wechsels darf noch als angemessen bewertet werden. Wer die 15 Jahre vollgemacht hat, darf dann aber anfangen, sich den Realitäten des Gewerbes zu stellen. Und wer weit über die 15 Jahre hinaus ist, sollte sich fragen, wie lange er sich noch selbst belügen will.

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Wie Werbung richtig nervt

Wenn man zu Hause an seinem Rechner sitzt, was man nun mal tun muss, wenn man bloggt und kein Laptop hat, was man nun mal tun möchte, um sich zu informieren, zu chatten, zu mailen, Podcasts zu sehen oder zu hören, Musik hören möchte oder ein paar Galerien durchforstet, ist es extrem störend, wenn einige Werbenden meinen, Online-Werbung müsse auch unbedingt eine Audio-Komponente beinhalten.

Geht man auf die — von mir immer gerne besuchte — Webseite der 11Freunde, so erschallt zur Zeit nach Aufruf eines Artikels Audio-Werbung, bzw. ein kleines Video mit Ton. Da ich für gewöhnlich mehrere Artikel in kurzer Zeit aufrufe, um sie dann nacheinander zu lesen, ich für ebenso gewöhnlich bei Benutzung meines Rechners aber Musik über selbigen laufen lasse, ist die dann folgende Klangkaskade des immer wieder selben Spots mit seinem Spruch nervtötend.

Diverse Werbungsblocker zeigen keine Wirkung, vielleicht habe ich auch nur noch nicht den richtigen installiert, so jedenfalls macht das keinen Spaß und ich erwäge ernsthaft, nur aus diesem Grund diese Seiten seltener zu besuchen. Nein, ich bin kein Dauernörgler, und durchaus, wie ich schon sagte, gefällt mir die Seite der 11Freunde gut. Allerdings verspüre ich wenig Lust, mich freiwillig diesem Schallterror auszusetzen.

(Für Tipps zu wirkungsvolleren Werbungsblockern wäre ich übrigens dankbar.)

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Doll’sche Bonmots

So langsam wird klar, wie Thomas Doll den HSV derart ruinieren konnte. Er hat da etwas Grundlegendes falsch verstanden. Im Radio beendet Thomas Doll gerade ein Interview mit den Worten:

„In den letzten beiden Spielen 7 Gegentore, das ist natürlich viel zu wenig.“

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600 Sekunden sind ein bisschen viel

10 Minuten nachdem der Fortuna-Liveticker den 2:0-Sieg der Fortuna vermeldet hat, steht beim Kicker-Liveticker immer noch, dass das Spiel noch läuft. Das sind 10 Minuten, die Ahnungslose länger bangen müssen. Das ist schon fast justiziabel.

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Playin‘ for ma cantry

Ja, so wichtich kann es einem sein, dass man für sein cantry spielt. Fraglich bleibt dabei allerdings, was der Trainer von his cantry darüber denkt, ihn noch mal zurückzuholen. Bitter, wie wir wissen, dass Erich Ribbeck den schlechten, alten Lodda sogar aus New York zurückholte, nur um ihn grandios scheitern zu lassen. Ob es für den Metropoliten David Beckham noch etwas bringt, in der Sausage- und Fußball-nur-für-Show-Liga darum zu betteln, dass er weiterhin für sein Land spielen möchte, sei dahin- und vor allem äußerst in Frage gestellt. In Frage stellt er es jedenfalls selbst.

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Unbekanntes aus … Degerloch

… Degerloch.

Den Text zur Vereinshymne der Stuttgarter Kickers schrieb kein Geringerer als Joachim Fuchsberger.

(Mir ebenfalls unbekannt war, dass Fuchsberger in Stuttgart geboren ist. Aufgewachsen scheint er dort nicht zu sein oder er hat ein sehr gutes Sprechtraining hinter sich. Dass er aus Schwaben ist, hätte ich nie herausgehört, wenn ich ihn sprechen hör(t)e. Und richtig: er wuchs in Heidelberg und dann in Düsseldorf auf.)

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Was macht eigentlich Gregor Grillemeier?

Der Mann mit einem der schönsten Namen der Bundesligahistorie krebst in den Niederungen des Amateurfußballs herum. So nieder, dass es sogar nur Ascheplätze sind, auf denen er sich als Trainer herumtreiben muss. Waren es vor ein paar Jahren immerhin noch Landesligaclubs wie Viktoria Buchholz, ist er inzwischen in der Bezirksliga beim VfVB Ruhrort-Laar gelandet. Leider weiß ich nicht, wie ich dieses Video verlinken kann, wer sich beeilt, findet den Video-Spielbericht vom letzten Spiel von Grillemeiers Mannschaft auf der Startseite von Reviersport und kann sich ein herrliches 0:0 mit roten Karten und ordentlich Gemetzel anschauen, genau so wie man die unteren Ligen eben kennt und nicht liebt: mit „Siggi“, dem Türken, und dem von der anderen Rheinseite angeworbenen Torhüter, der eigentlich schon aufhören wollte. Schönes Bonmot: „kreative Einzelaktionen“ als Euphemismus für endlos dribbelnde Alleingänge.

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Johan-Cruyff-Schaal

Die Johan-Cruyff-Schaal ist kein Elefant Schal, und anders als man vermuten würde auch keine Schale. „De Schaal“ ist ein „Maßstab“, eine „Skala“, und in den Niederlanden nichts Anderes als das Pendant zur gemeinhin als Supercup bekannten Einrichtung im Fußball. Der Meister eines Landes spielt in diesem Ein-Spiel-Wettbewerb gegen den Pokalsieger desselben Landes derselben Saison. In den Niederlanden ist dieser Supercup eben nach dem Profi von Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam und des FC Barcelona benannt (und übrigens auch der Los Angeles Aztecs, der Washington Diplomats und des UD Levante, was schon fast wieder einen „little-known-facts-Beitrag“ wert wäre).

Schade eigentlich, dass es den Supercup in Deutschland nicht mehr gibt. Natürlich hätte bzw. hat er einen ähnlichen Stellenwert wie der aktuelle Ligacup: fast gar keinen. Während man beim Supercup aber noch so etwas wie eine sportliche Logik erkennen kann (die beiden Titelträger einer Saison duellieren sich), ist der aktuelle Ligapokal vollkommen — man muss diese strapazierte Vokabel benutzen — hanebüchen.

Der Pokalsieger, der Meister und ein paar Besserplatzierte spielen mit dem Meister der zweiten Liga um ein von Grundschülern in der „Textil AG“ zusammengebautes Etwas. Wer kann bei der Zusammenstellung dieses Teilnehmerfeldes irgendetwas Sinnergebendes erkennen?

Und wer ist der deutsche Johan Cruyff? Natürlich der Dummschwätzer. Der Franz-Beckenbauer-Cup ist aber noch wertloser als der niederländische Supercup. Ein Pokal für Freundschaftsspiele. Eigentlich peinlich, aber: der Franz ist Weltmeister, Johan nicht. In 30 Minuten geht’s los, das spannende Endspiel um den Franz-Beckenbauer-Cup.

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Der Ferrari unter den Fanshops …

… steht definitiv bei der SG Wattenscheid 09:

[photopress:ferrari_der_fanshops.jpg,full,centered]

Wohlgemerkt entstand diese Aufnahme während eines Spiels der SG mitten im Stadion. Man kann nur vermuten, ob der Mülleimer, der direkt vor dem Verkaufsfensterchen des Fanshops aufgestellt ist, auf die Qualität der dort zu erwerbenden Produkte schließen lässt oder ob er der beste Freund des links im Bild befindlichen Zuschauers ist. Danach beurteilt, wie dieser Sympath mir wenige Sekunden nach Erstellung des Fotos auf die Füße latschte und dann aus einer Mischung aus Verlegenheit und auf-keinen-Fall-abzugebender-Überlegenheits-Gestik verzerrt grinste, befürworte ich letztere Möglichkeit.

Vielleicht öffnet der Fanshop auch mal wieder seine Pforten, wenn er sich angesichts der auf ihn einströmenden Massen (und Geruchsemissionen, Fotos mit Geruch lassen noch auf sich warten) nicht ganz so eingeschüchtert fühlen muss. Oder wenn die SG Wattenscheid 09 mal wieder Bundesliga spielt. Dann also doch eher nie.

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Panini: Geheimprojekt Spielverderber

Hätte man das nur früher gewusst:

Gibt es Sticker, die weniger oft gedruckt werden als andere und somit schwerer zu bekommen sind?
Nein. Die großen Druckbögen werden zunächst in sogenannte Quadrotten geschnitten. Der nun folgende erste Mischvorgang dient einem doppelten Zweck: einerseits soll vermieden werden, daß in einer Tüte das gleiche Bild doppelt vorkommt; andererseits sollen in einem Aufstellkarton beim Einzelhändler alle Sticker der Sammlung vorhanden sein. Der Mischvorgang beruht auf mathematischen Berechnungen, denen die Gesamtzahl der Sticker einer Kollektion, die Anzahl der Sticker in einer Quadrotte sowie die Anzahl der Sticker pro Tüte zugrundeliegen.

In einem Karton beim Händler ist einmal das gesamte Album enthalten! — Man hätte sich einer großen Menge Spaß beraubt.

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Neues aus der Rubrik „Psychosomatisch Verbrämtes“

Ich will unbedingt hier weg. Der FC Vooligan hat 14 Millionen für mich geboten, doch die Macher von trainer-baade.de wollen mich nicht weglassen. Ich will unbedingt zu vooligan.de, wenn man mich nicht wegließe, „hätte ich Schmerzen“.

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Erleuchtung in Lautern

Wer das 1:1 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Kaiserslautern gesehen hat, der muss sich wie auf einem anderen Planeten (z. B. auf dem Planeten Norwegen, dem Planeten Uruguay, handballerisch auch gerne auf dem Planeten Algerien) gefühlt haben.

Die Nennung Norwegens kommt hier nicht von ungefähr. Schließlich ist der Trainer der Norweger Lauterer (evtl. sogar umgekehrt) und führte etwas in die Liga ein, was ich seit Jahren a) nicht mehr gesehen habe und b) predige. Seit Jahren sage ich, dass Standardsituationen bei Weitem noch nicht ausgereizt sind und niemand hört auf mich, was daran liegen könnte, dass ich hier in diesem Popelsblog schreibe anstatt an der Sporthochschule Köln zu dozieren.

Der 1. FC Kaiserslautern — das Synonym für Provinz, immerhin noch knapp vor dem SV Meppen — hat gestern den Bundesligafußball im Bereich „Eckbälle“ revolutioniert. Vor der Ausführung eines bzw. mehrerer Eckbälle lungerten die Angreifer nicht im oder am Fünfmeterraum rum und ließen sich von den Abwehrspielern durch die Gegend schubsen, sondern trabten allesamt an der Sechzehnmeterraummarkierung herum, um erst dann in den Strafraum einzufallen, als der Eckball in den Strafrum flog. Die Verwirrung bei den verteidigenden Gladbachern war mit Händen zu greifen.

Ob diese Variante fruchtbarer ist als die herkömmliche, mag ich nicht zu beurteilen, in diesem Spiel war sie es jedenfalls nicht. Einem Innovationsbegeisterten wie mir, der ohnehin glaubt, dass das Ende der Möglichkeiten, gerade bei Standardsituationen, noch nicht erreicht ist, schlug jedenfalls das Herz höher, dass er in so einem mittelmäßigen Zweitligaspiel solch eine überraschende Neuerung miterleben durfte.

Und wer eine einer solchen Variation bringt, hat vielleicht auch noch mehr in petto. Der Nebenaspekt „Norwegen“ sollte dabei nicht unter den Tisch fallen, waren es doch die Norweger, die bei der WM 1998 bei Eckbällen zwei ihrer Spieler auf die Torlinie postierten, um den gegnerischen Torwart und auch die Verteidiger zu verwirren. Auch das war meines Wissen von wenig Erfolg gekrönt, aber selbstredend einen Versuch wert.

Wir sollten den 1. FCK und seine Standardsituationen im Auge behalten und dürfen gespannt sein, was da alles noch folgen wird. Hurra, endlich etwas Neues.

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