Axel Kruse, ein neuer Fall von „schlecht beraten“

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In einer Zusammenstellung von Anekdoten rund um den UI-Cup-Cup, bei welchem das HIV-V und das LCD-D komischerweise nur in seinen Anfangstagen ein Problem war, listet die 11Freunde Folgendes auf:

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Und noch eine deutsch-deutsche Begegnung. Die Partie von Hansa Rostock am 8. Juli 1989 im Intertoto Cup bei B 1903 Kopenhagen nutzte Axel Kruse zur Flucht. Er fuhr erst nach Hamburg, Freunde brachten ihn dann nach Westberlin. Kruse wurde zunächst gesperrt, dann aber für eine Ablöse von 250 000 Mark an den DDR-Fußballverband begnadigt.

Ich frage mich ernsthaft, wie blöd man sein kann, aus der DDR zu fliehen, nur um postwendend mit, sagen wir mal, 94fach erhöhtem Risiko nach West-Berlin zu reisen, wenn man doch schon längst in der Bundesrepublik angekommen war. Zwar weiß ich nichts über den Wahrheitsgehalt dieser Anekdote, halte sie angesichts des Namens Axel Kruse aber für nicht unwahrscheinlich.

Erstmal fliehen, aber dann das Bedürfnis verspüren, von innen an die Mauer klopfen zu müssen, wegen Heimweh und so: So stellt man sich eine Flucht nicht vor. Nicht mal eine misslungene.

39 Kommentare

  1. Möglicherweise im Flugzeug nach Westberlin?

  2. Was hat der DDR-Fußballverband in der letzten Phase der DDR wohl noch mit 250 000 DM gemacht? Ein Mauerbolzplatz mit Fluchtlichtanlage gebaut? Eine extrem spannende Frage für Frau Birthler und Spiegel TV. Can’t wait to watch it on the screen.

  3. Kaputnik, zugegeben, auf diese naheliegende Idee bin ich nicht gekommen.

  4. Mir stellt sich auch mehr die Frage, wo die 250.000 DM hin und sind…und wer hat sie bezahlt? Der DFB ja wohl nicht, sein neuer Verein? Oder er selber?

  5. Es gab nicht so viele DDR-Bewohner, die die Möglichkeit hatten, sich auf einem ähnlich ungefährlichen Weg aus dem Land abzusetzen. Aber viele von denen, vor allem die Musiker, und Schriftsteller sind damals in West-Berlin gelandet. Das hatte vermutlich eine Reihe von Gründen. Unter anderem, dass die meisten nicht gegangen sind, um einen radikalen Schlussstrich zu ziehen. In West-Berlin konnte man Ost-Fernsehen und -Radio empfangen. Man sah sich untereinander (die meisten kannten sich von drüben) und konnte sich auch ein bisschen aneinander festhalten. Man war mit Westlern befreundet mit einem Faible für die DDR, die ohne Probleme tagesweise nach Ost-Berlin reisen konnten und auf diese Weise Verbindungen zu zurückgelassenen Verwandten und Ehepartnern halten konnten. West-Berlin fühlte sich nicht wie ein Gefängnis an, sondern eher so wie das herausgebrochene, funktionierende, freizügige Gegenstück zu dem surrealen Überwachungsmonstrum auf der anderen Seite der Mauer.

  6. B 1903 Kopenhagen. Hach, was für Zeiten. Keine zwei Jahre später entstand dann durch die Fusion von B 1903 Kopenhagen und dem Rekordmeister KB Kopenhagen der FC Kopenhagen. Man stelle sich mal vor, der FC Bayern fusioniert mit 1860 zum FC München. Sorry für den nicht Kruse-related Beitrag.

  7. Vielleicht zu Verwandten nach Westberlin?

  8. Gilad, not to mention the Akkusativ.

  9. Einen! Oh, peinlich….

  10. Aber auch nicht sehr viel peinlicher als deine Unwissenheit über West-Berlin, Trainer. Mir war zumindest bekannt, dass sich Axel Kruse in einem Rosinenbomber versteckt hatte, um nach West-Berlin einzureisen.

  11. Wahrscheinlich als Rosine in einem Boxhandschuh. Der wiederum direkt neben den Stiefeln eines Kickers eines American-Football-Teams lag.

  12. So war es. Nach seiner Karriere hat Axel Kruse eine so called „Sportsbar“ im S-Bahnhof Jannowitzbrücke (ehemals Ost-Berlin) eröffnet (Kruses Sportsbar) und ist damit grandios gescheitert. Der Verlust wird auf 125 000 Euro beziffert. Dabei begann alles so vielversprechend, hatte er sich doch „einen Traum erfüllt“…

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0105/berlin/0146/index.html

  13. Wenn ich nur erinnerte, wie dieser Club an dem kleinen Fluss hieß, in dem ich mal tanzen war, der aussieht wie ein kleines Boot oder ein Mini-Restaurant, mit Betonung auf Mini. Lange her zwar, angesichts der angenehmen Art aber evtl. durchaus noch am Leben. Die Spree war’s nicht, aber so ein kleines Flüsschen, neben einer Brücke.

  14. Club der Visionäre?

  15. Nope.

    Berliner Frankfurt-“Fan“?

  16. Ja. Und Ajax mag ich auch, und Maccabi Tel Aviv und Kakas Armani-Werbung. Und ich gehe auch zu Fortuna Düsseldorf, wenn die bei Union Berlin spielen…

    Wie heißt denn nun der Club?

  17. Kommt der Trainer nicht aus Duisburg? Dann war es wahrscheinlich die große Feier (1 Pott Kaffe und 1 Stück Obstkuchen für ¤ 1,49!) der Sonntagsöffnung bei Roller am Teltowkanal.

  18. btw: aus der beliebten Reihe „Suchanfragen, die unvergessen bleiben sollten“ die heutige wunderschöne Fünferkombination

    - Löw und Lierhaus

    - was ist ein trainer

    - dicker arsch

    - joachim löw lierhaus affäre.

    Was laufen da draußen eigentlich für Leute herum?

  19. äh, Nr. 5 vergessen:

    - nia künzer nude

  20. Sternburg, seit wann fließt die Spree durch Duisburg?

    Mini-Restaurant trifft es auch nicht ganz, es war eher so ein „Häusken“. Mit großen Scheiben, aber der Laden selbst war eine Schrottbude direkt neben einer Brücke. Ich weiß es nicht mehr. Himmelherrgottsakra.

  21. Axel Kruses „Sportsbar“ war es wohl, Trainer. Wir haben alles versucht, aber…

  22. Kann man es bißchen eingrenzen, Trainer? Restauranterlebnis vor dem Mauerfall oder danach? Im Ostteil oder im Westteil?

  23. Axel Kruses Sportsbar passt perfekt, stimmt. Roller am Teltowkanal liegt zugegeben an keiner Brücke, der verlinkte Freischwimmer hat keine großen Scheiben. Ankerklause?

  24. Auf dem Herrenklo war eine Pinkelrinne, wenn ich mich nicht täusche. Freischwimmer war es nicht.

  25. Die Farbe der Wände war… äh… hellbeige. Also eher ins Grünlich-Graue. Aber das kann sich ja auch wieder geändert haben. Es waren auch keine richtigen Wände, ich glaube, es war Holz. Also schon Wände, aber kein Stein.

  26. Achso, Kuckuck, nach dem Mauerfall, ca. 2003, vielleicht auch 2002. Ost- oder West weiß ich nicht mehr genau, glaube West, auf der Straße, die über die Brücke führte, waren Geschäfte, es war also eher nicht „abgelegen“.

  27. Ankerklause könnte passen, nur wird da getanzt? Es liegen noch alte verrostete Tanker im Urbanhafen, vielleicht war es auch da?

    Es muss einfach der Club der Visionäre gewesen sein. Vielleicht hilft dir diese Zeichnung, um den Erinnerungsprozess zu beschleunigen…

    http://www.clubdervisionaererecords.com/source/main.htm

  28. Selbstverständlich wird da getanzt. Alles in allem kann es nur die Ankerklause sein. Schau dir doch mal die Photos an. Leider weiss ich jetzt gerade wirklich nicht mehr, wie das da mit den sanitären Anlagen ist…
    Solltest du dich an deine Anreise erinnern: Zur Ankerklause (Kottbusser Brücke) muss man entweder über den Koti oder den Hermannplatz.
    Ich behaupte, isses das nicht, dann kommen wir nicht mehr drauf.

  29. Ankerklause ist richtig. Der Kandidat erhält den Hauptpreis.

    Hu, Danke sehr. Tolle Sache, so ein Internet.

  30. Bitte senden Sie mir Ihre privaten Kontakdaten per Privater Nachricht. Sie werden fürstlich entlohnt werden.

  31. Ajax oder Gladbach oder Bochum oder Bayern? It’s up to you.

  32. Gerne auch PSG, das ist mir eh zu klein.

  33. Gibt es auch noch TuS Köln-Aktien?

  34. I‘ve got a Lincoln Continental AND a Colour TV to see the Nicks play basketball…

  35. Er hat aufgrund des Nachtflugverbots eine Nacht in hamburg verbracht und ist dann geflogen. welches risiko? gesunder menschenverstand und recherche sind die halbe miete ;)

  36. Schön, dass so Sachen per Kommentar noch ein Mal hochgebracht werden: Bekomme ich da nicht noch ein „Trikott“? Höhö..

    Moment, da fällt mir auf, dass ich selber (ürks) noch anderweitig eine Antwort schuldig bin. Morgen. Spätestens übermorgen, versprochen.

  37. Klingt jetzt vielleicht blöd, aber: Der originale Axel Kruse hat mir dann zugesichert, dass er das witzig fand, wie ich das hier dann verbrütete. Ich schämte mich ein bisschen, oh, oh, was tu ich denn hier, er hingegen sagte sofort: Man do, schön, dass Du das so reingehauen hast.

    Schön? Tja. So geht das mit den echten Menschen plötzlich.

  38. Sei doch froh das er so reagiert hat. Der Mensch scheint mit sich im Reinen zu sein. Und was er sich damals dabei gedacht hat weiss wahrscheinlich auch nur er. Aber ich denke mal er wird schon seinen Grund gehabt haben. LG Andi DJ München



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