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Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

Bayern München war schon mal Meister?

11Freunde, SPON, Tagesspiegel, DerWesten, man weiß ja nicht mehr, wen man verlinken soll, alle Beiträge tauchen ohnehin auf allen Seiten gleichzeitig auf, dann eben nun auch hier, womit ich mich keineswegs einreihen möchte in die zuvor Genannten, fehlt jenen offensichtlich der geschulte Blick des Klugscheißers, der die folgenden Worte Mike Hankes bezüglich einer uns allen bekannten Szene sofort in den Mittelpunkt seines Beitrags gehoben hätte:

Plötzlich trabte Leverkusens Torwart Jörg Butt über das ganze Spielfeld zum Punkt, meine Verwunderung war groß, mein einziger Gedanke: „Was will der denn jetzt?“. Ich wusste nicht, dass er die vorherigen Elfmeter für Bayer auch schon geschossen hatte. Damit habe ich mich damals nun wirklich nicht beschäftigt.

Wir schreiben das Jahr 2004 — und Mike Hanke weiß nicht, dass Hans-Jörg Butt regelmäßig Strafstöße schießt und verwandelt? Zu diesem Zeitpunkt hatte Hans-Jörg Butt bereits 23 Tore in der Bundesliga erzielt und Mike Hanke hatte davon nichts mitbekommen?

Mir würde ja noch der Kiefer aus der Lade fallen, wenn ich mich nicht schon länger mit solchen Themen — dem schier unfassbaren Desinteresse an und der Gleichgültigkeit der Beteiligten gegenüber dem eigenen Beruf — „beschäftigte“. Was zur Hölle hat Mike Hanke in all den Jahren zuvor gemacht? Sich über seine Gegner informiert offensichtlich nicht.

Und so ein gnadenlos ignoranter Knilch wird auch noch für eine WM nominiert.

Es wäre ja traurig, wenn es nicht so teuer wäre.

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Metzelder wird Bundeskanzler

Zumindest will er das in 20 Jahren sein, glaubt man diesem Interview [Link leider tot.] mit seinem Fanclub. „Wählt mich!“ ruft Christoph uns am Ende noch hinterher. Nee, Danke.

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GenItalien

Ah, lange keine Gelegenheit mehr dazu gehabt, heute können wir endlich mal wieder zotig werden. Italien, Land der Rassisten, der Ausländerfeinde, der Mafia, der Korruption und der Arroganz.

Welche Gründe könnte es für einen Spieler aus diesem schönen Land geben, nach England zu wechseln, um dort statt für Lire Euro dann für Britisches Pfund Fußball zu professionieren?

Außer dem gerade genannten natürlich keinen. Denn im Weltbild des Italieners sind das Wetter, das Essen und die Kultur in England eher als schlechter Scherz zu betrachten, und — was das Schlimmste für einen jungen Fußballer ist — die englischen Frauen waschen ihre Genitalien nicht.

Wobei die Frage erlaubt sein muss, ob das nicht in Italien evtl. auch der Fall sein könnte.

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Am Ende lässt er die Katze aus dem Sack

Nicht nur am Ende des Interviews bei SPON, sondern auch am Ende seiner Karriere als Manager des FC Bayern lässt Uli Hoeneß endlich auch öffentlich die Katze aus dem Sack. Er und niemand sonst ist Bayern München:

Keine Firma schenkt mir mehr einen Euro, nur weil ich Bayern München bin […]

Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass mit dem Ableben des Hoeneß’schen Uli auch die Karten in der Bundesliga völlig neu gemischt werden. Alles wäre dann wieder denkbar: Ein Serienmeister Borussia Mönchengladbach, ein häufigerer Vize-Meister 1. FC Köln oder auch ein Europapokalhalbfinalist namens HSV. Und München wäre dann erstmal nur noch Zweitligastadt.

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Haifischschnauze

Aus einer Kritik bei amazon.de zu Reiner Calmunds Buch „fußballbekloppt“, in dem er gemäß der übrigen Kritiken offensichtlich das tut, was er am besten kann: Ohne jegliche Chronologie Anekdoten aneinanderreihen. Darin jedoch ist er unbestritten ein Ausnahmetalent.

An einer Stelle allerdings hätte ein guter Lektor eingreifen müssen, denn daß der Autor seine Tochter mit seiner ersten Frau im Opel Rekord 1200 zeugte und daß seine Tochter daher eine „Haifischschnauze“ wie der Opel habe, sprengt die Grenzen der gebotenen Familien-Diskretion.

Wie man sieht, waren die Autos und speziell deren Stoßdämpfer früher noch nach altem Schrot und Korn. Was man von der Pietätlosigkeit heutiger amazon-Kritiker nicht behaupten kann.

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Wir schreiben das Jahr 1904

Und Andreas Müller lässt sich zum Thema seiner Fehleinkäufe und deren großen Disziplinlosigkeiten so zitieren:

„Man kann den Spielern nur vor den Kopf schauen.“

Natürlich kann man das nur, es ist ja auch erst 1904.

Wäre es hingegen 2009, oder damals eben 2008 oder 2007, könnte man Testverfahren anwenden, die Aufschluss über die Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen mit einer gewissen Zuverlässigkeit geben, ohne dass dem Probanden dabei besondere Möglichkeiten zur Manipulation dieser Tests offenstehen.

Tja, das wäre was, Manager Müller, wenn man dann vielleicht schon bevor man ein paar Millionen Euro auf den Kopp gehauen hat, wüsste, was man da eigentlich kauft. So eine Art Stiftung Warentest für Persönlichkeitsprofile. Ja, da freut man sich jetzt schon drauf auf Schalke. Man könnte dann vielleicht sogar schon lange vor 2007 bei Arsenal oder beim AC Milan anfragen, ob sie nicht mal ein paar Kopien dieser Testbögen rüberfaxen könnten.

Bis dahin allerdings muss man es beim Handlesen Bauchgefühl Vor-den-Kopf-Schauen belassen.

Schade um die Millionen.

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‚Wort‘ des Jahres 2008: „Durch die Unterhose!“

Man kennt diese — früher nannte ich das fälschlicherweise „rauchig“, richtig aber ist „kehlig“ — man kennt diese kehlige Stimme von Bela Rhethy, und ein jeder, der bei der EM zugegen war (also vor dem heimischen oder kneipischen Fernsehschirm zugegen war), hat auch die tolle Demonstration der Tatsache miterlebt, dass Bela Rhethy nun mal ein eher weniger geeigneter Radioreporter wäre, wenn denn das Bild mal wieder ausfiele.

(Wir erinnern uns.)

Insgesamt, die Meinungen teilen sich wie bei jedem, der nicht an der Spitze der Sympathieskala liegt, ist Bela Rhethy aber nun auch nicht gerade jemand, den man mit Schimpf und Schande vom Hof jagen müsste, nur weil er mal dann und wann ein wenig zu statistikselig ist und uns damit volldröhnt, in welcher Kapelle von Sao Paulo der linke Außenverteidiger des Gegners zu welchen Psalmen geheiratet hat. Er ist halt Bela Rhethy, und liegt damit selbstredend immer noch weit vor JBK und Reinhold Beckmann (die ja übrigens beide, Gottseidank, nicht mehr kommentieren), aber er ist eben auch keine Ikone.

Bela Rhethy also.

Jedes Jahr suchen findige Menschen im Fußball neuerdings einen Spruch des Jahres. Einen Spruch des Jahres. Einen Spruch des Jahres. Inzwischen reicht es nicht mehr, im Mannschaftssport Fußball, bei dem man die Rollen eines Mittelstürmers wohl kaum mit denen eines Außenverteidigers geschweige denn denen eines Torhüters vergleichen kann, einen „Spieler des Jahres“ zu wählen. Diese Vergleiche finden aber immerhin noch innerhalb ein- und derselben Sportart statt. Dann gibt es da aber auch noch den „Sportler des Jahres“, aber selbst das ist nicht genug. Es reicht nicht mal mehr, Wahlen von Sportlern einzuführen, deren Leistungen so vergleichbar sind wie Juristerei und Archäologie, wie Pepsi und Smacks oder wie Frank Zappa und DJ Bobo, Wahlen zur „Sportlerin des Jahres“, bei denen eine Schwimmerin gegen eine Bogenschützin antritt oder gar eine Spielerin eines Mannschaftssports gegen eine Schachspielerin.

Das alles ist nicht mehr genug, inzwischen muss auch noch der „Spruch des Jahres“ gewählt werden in unserem, manchmal gar nicht so schönen Lieblingssportbereich: im Fußball.

Und diese Wahl hat letztens Peppi „Josef“ Hickersberger, damals Trainer der österreichischen Nationalelf, mit einer Aussage gewonnen, die ungefähr so lautete:

„Wir haben nur unsere Stärken trainiert, deshalb war das Training nach 10 Minuten zu Ende.“

Meine Wahl wäre auf einen ganz anderen Spruch gefallen, der allerdings auch im Rahmen der Europameisterschaft 2008 fiel, und zwar von besagtem Bela Rhethy:

„Durch die Unterhose!“

gröhlte er fast schon panisch ins Mikrofon, während wir, nichtsahnend noch an unserem Weizenbier kauend ins Erstaunen gerieten, wieso der Mann am Mikro so ausflippt bei einem normalen Zweikampf von Philipp Lahm mit einem Gegner an der eigenen Eckfahne, der doch, man weiß doch, man kennt doch, Lahm, sicher in Kürze mit Ballbesitz für Deutschland und dem nächsten Angriffsversuch enden würde.

„Durch die Unterhose!“

und man hätte es eigentlich ahnen müssen, es am Tonfall erkennen, am hysterischen Klang, der gar nicht so gewollt reißerisch, sondern ehrlich, leicht bestürzt, stärker schon entsetzt wirkte und wir ahnten trotzdem noch nicht, was passieren würde.

„Durch die Unterhose!“

und mit der damals vorhandenen Verzögerung von ca. 5 Sekunden sahen wir es dann, was „durch die Unterhose“ passierte: die Türkei hatte durch die Unterhose von Jens Lehmann hindurch ausgeglichen, ganz kurz vor Schluss und Aus war es erstmal mit dem Gefühl, sicher im Finale zu sein. Und meine Wahl gewönne der Spruch nicht wegen seiner sprachlichen Fragwürdigkeit (hätte die Unterhose nicht eigentlich Hosenträger sein müssen?), sondern wegen seiner — selten genug — unbestreitbaren Authentizität in dieser besonderen, weil zeitverzögerten Situation.

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Quote(s) of the year

I was in the car with my dad and brother. A kid was walking down the road with a ‘Walcott 32′ shirt on. I put the window down and said ‘I’ve got a shirt like that too’!

Theo Walcott of Arsenal. If Theo ever becomes as popular in shirt sales as David Beckham, traffic will be halted all over London.

So sieht das aus, wenn junge Menschen zu Stars werden.

Wie es aussieht, wie junge Menschen von Stars zu kleinen Brötchen werden, erfahren wir im selben Beitrag ebenfalls:

I am not the kind of guy who does the kind of thing that I did. Nobody expected this from me, not even myself.

So gesagt, natürlich übersetzt, vom Unaussprechlichen, in Bezug auf sein vorzeitiges Abrauschen aus dem doch nun mal wirklich schönen Westfalenstadion.

Zwei von 50 Sprüchen des Jahres 2008, die man ansonsten vielleicht vergessen hätte.

Gecopyandpastet von soccerlens.

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Famous vorlast words

Manni Breuckmann hatte es angekündigt, seine letzten Worte würden ganz normale sein, die vorletzten allerdings, da sollte man hinhören. Wir haben es getan:

Das war’s für mich. Ich hab geschrien, ich hab geflüstert, ich hab gegähnt, ich hab gefroren, geschwitzt und gezittert. Aber ich habe Spaß gehabt in den 36 Jahren, meistens jedenfalls. Danke fürs Zuhören, bleiben Sie der ARD-Radiokonferenz weiterhin treu.

Und so verabschiedeten sich die Kollegen von Manni Breuckmann, sinngemäß, war zu langsam beim Tippen:

Sabine Töpperwien: Als ich einen Karnevalsorden durch Manni Breuckmann bei der Bürgergesellschaft Olpe erhielt, durch einen Pfannenschlag auf den Po verliehen, bei einer Kälte wie hier in Leverkusen, das war das überraschendste all unserer gemeinsamen Erlebnisse.

Holger Dahl: 19. Mai 2001, Parkstadion, hier stand ich, direkt vor der Kabine, sollte eigentlich Meisterinterviews führen, aber Schalke wurde nur Meister der Herzen, Manni Breuckmann saß völlig fertig irgendwo im Pressebereich.

Armin Lehmann: Ich werde unsere Zwillingsgeburtstage vermissen, wir haben oft an exotischen Orten gefeiert, zuletzt in der Schweiz, davor in Japan.

Burkhard Hupe: Manni gehört hier zur Familie, meine Mutter ist ein riesengroßer Fan von Manni, schreibt alle Sprüche auf, liest sie mir später vor, wenn ich mal vorbeikomme. Manni Breuckmann ist sozusagen mein Ziehvater.

Stefan Kaussen: Ich erinnere mich an eine Reportage über Schalke in Trondheim, das halbe Stadion voll mit Schalkern, die tolle Stimmung schufen. Manni sagte zu mir: Sing bloß nicht auffem Sender. (singt) Zeig mir den Platz in der Kurve, wo alle Schalker zusammenstehen, immer ein Platz frei für dich […]

Noch mal Sabine Töpperwien: Die vielen persönlichen Erlebnisse, von uns allen, von deinen Kollegen, stelltvertretend für das ganze Team, Tausende von Torschreien hast du geliefert, Du hast eine ganz besondere Note, Du bist die „Fußballstimme des Ruhrgebiets“, deshalb sage ich im Namen aller: Du hinterlässt eine große Lücke, genieße Dein Privatleben.

Manni Breuckmann himself: Oh, ich bin sehr gerührt. Und wenn es noch weitergegangen wäre, hätte ich den Tränen nicht ausweichen können. Ich habe mich entschieden, Schallplattenproduzent zu werden und Stefan Kaussen zu produzieren. […]

Moderator: Was ist dir durch den Kopf gegangen?

Manni Breuckmann: Dass es saukalt ist, ich hatte keinen gesamten Überblick, ganz prosaisch war das, keine schwerwiegenden Gedanken, dazu war es am Ende auch zu wild bewegt, zwei rote Karten, der Sieg für Köln, aber das alles wird mir, und ist es vorher auch schon, noch in den nächsten Tagen und Wochen sicher oft durch den Kopf gehen.

Moderator: Schön, dass wir uns schon in einer Woche wiederhören, dann können wir das alles noch mal ausführlicher besprechen. Ich freu mich drauf.

Manni Breuckmanns famous wirklich last words:

„Danke auch so, tschüß.“

Ansonsten ist sein Abschied passend grau gewählt: beim VfL Bochum. An einem kalten und ausnehmlich grauen Dezembersamstagnachmittag. Grauer als heute ist das Wetter sonst nie. Bei einer Niederlage des VfL Bochum. Auf einem Abstiegsplatz.

Wie das Wetter, wie die Tabellenlage, so die Musik. Der WDR spielt Werbung und dann typische WDR2-Schwuppi-Kacke: Tina Turners „I‘m ready“.

Ich bin auch fertig, aber nicht, weil es weitergeht, sondern weil etwas zu Ende geht. Das ist ein bisschen so, als wenn man selbst stirbt.

Le petit mort.

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Die Schale muss weg

Ja, getz lass uns mal zur Sache kommen, Schätzchen, während die Hülsenfrüchte weiterhin dort remainen, wo sie eigentlich verkauft werden sollen. Es ist schon interessant, wie man mit wenig Bla-bla viel gar nix sagen kann, aber das hier hat schon Qualitäten, die nahezu Nahe Normalnull liegen. Also kurz vor Ajax Amsterdam.

Falls jemand auf Schalke Andreas Müller als „Schalker“ empfinden sollte, sollte er das nun und möglichst schnell kundtun. Viel Zeit wird er dafür nicht mehr haben.

Wer hat dieses Rhetoriktalent je bloß eingestellt?

„Das Gequatsche, ‚Ich will die Schale‘, das muss weg‘“.

Welche Mitarbeiter „um die Mannschaft herum“ meint Müller, wenn nicht sich selbst?

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Mit der Startnummer „Manni“

Wer sich zur Zeit nicht alles bei Schalke ins Gespräch bringt: Nach dem unvermeidlichen Heißeluftblaser nun auch der zukünftige Vorruheständler Manni Breuckmann. Gefragt — allerdings von der NRZ, einer Einrichtung, die in Kürze verschwunden sein wird — was er denn mit seiner vielen Zeit dann anfangen wolle, antwortet Breuckmann:

„Stadionsprecher bei Schalke 04 — das wäre ein Traumjob für mich.“

Dass er dann hinterm Mikro nicht mehr so offenherzig die Leistungen der Seinen kommentieren könnte, wie er das zur Zeit noch kann, hat er sich hoffentlich gut überlegt. Ansonsten wäre es schön, Manni Breuckmann auf diese Art dann doch noch, dann und wann mal, ganz selten, in der Radiokonferenz vernehmen zu können. Aber: Das Ganze ist wohl eher unter Imagebildung zu verbuchen. Schade.

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Fehlersuchbild

Der altehrwürdige Manni Breuckmann sagt gerade mit seiner noch altehrwürdigeren Stimme zum Spiel des FC Bayern bei Bayer Leverkusen:

„Die zwei-, dreitausend Fans des FC Bayern, die mitgekommen sind […]“

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