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Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

WM 2014 in Panama oder Honduras

Ist Panama nicht ein bißchen klein? Doch. Sollte aber Brasilien als bislang und voraussichtlich auch bis Ende einziger Bewerber die Anforderungen für die Ausrichtung einer WM nicht erfüllen, dann:

„Wir haben gesagt, dass die WM 2014 in Südamerika stattfinden wird. Aber wenn es dort keinen geeigneten Kandidaten gibt, dann würden wir logischerweise nach Norden ziehen.“

So wird Joseph Sepp Blatter zitiert. Das bedeutet, auch El Salvador und Honduras können sich berechtigte Hoffnungen machen, im Rennen bei der Vergabe der WM-Ausrichtung dabei zu sein. Guatemala hat schon abgewunken, zu gering ist die Fußballbegeisterung in diesem Land, man könne der Bevölkerung diese Ausgaben nicht plausibel erklären. Costa Rica wird als zu groß empfunden, die weiten Entfernungen zwischen den einzelnen Spielstätten würden das Erleben des Turniers vor Ort sehr unattraktiv machen. So hoffe ich, dass es schließlich Honduras sein wird. Die wurden schließlich schon bei der WM 1982 im letzten Gruppenspiel etwas unsanft aus dem Turnier gekegelt. Toll, dass der Blatter Joseph so etwas nicht vergißt.

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Weltmeister 2050: Robotanien

Kramnik hat gerade gegen Deep Fritz verloren. Und viele sind der Auffassung, dass damit das Duell Mensch gegen Maschine an einem Wendepunkt, wenn nicht gar Endpunkt angelangt ist, weil selbst der beste Mensch in dieser Disziplin der Maschine nicht mehr Paroli bieten kann.

Und im Fußball?

Im Fußball — unmöglich. Denkt Ihr. Ist natürlich auch mein erster Reflex. Wie soll ein Roboter all die Dinge leisten, die ein Mensch auf dem Fußballplatz vollführt: komplexe Bewegungen, komplexe Berechnungen und komplexe Interaktionen. Nein, undenkbar so ein Fußballspiel Mensch gegen Roboter.

Berthold Vöcking von der RWTH Aachen ist da allerdings anderer Meinung. Auch wenn es noch etwas dauern wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in diesem Bereich die Maschine dem Menschen überlegen sein wird. Etwa 2050, schätzt er, wird das erste Fußballspiel mit Robotern stattfinden können. Und da Entwicklungen meistens mit exponentiell zunehmender Geschwindigkeit verlaufen, wird es dann auch nicht mehr lange dauern, bis der Mensch keine Chance mehr gegen die Roboter hat.

Wie gut, dass a) ich das wahrscheinlich nicht mehr erlebe und b) Prognosen auch den Hang dazu haben, falsch zu sein.

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Queen’s Park Rangers — „It’s a family thing“

Wie viele Leute kennt jeder von uns, die auf total komische Vereine stehen? Und steht nicht jeder von uns eigentlich auf total komische Vereine und verachtet jene, die auf „große“ Vereine stehen? Okay, Ausnahmen wie Leute, die in Hamburg, München oder Stuttgart geboren sind, bestätigen die Regel. Wer aber in Vechta, Weinheim oder Lüneburg geboren ist und trotzdem nicht seinen kleinen, privaten, persönlichen Favoriten hat, sondern auf einen der großen Vereine steht — Ausnahme: Borussia Mönchengladbach für in den 70ern sozialisierte Menschen — der erscheint uns doch kaum diskussionsfähig in diesem, unserem Metier. Der sollte doch endlich einsehen, dass er irgendetwas Wichtiges in seiner Fußballsozialisation verpasst hat.

In England ist das nicht anders, und so erzählt uns Robert Smith von seinem family thing, welches da QPR heißt.

Lesenswert — nicht nur, wenn man „Cold“ und „A hundred years“ für einige der besten Songs hält, die man nie auf der Gitarre nachspielen konnte, so lange der Flanger nicht richtig eingestellt war.

Auch wenn mir dazu die Quelle fehlt, muss ich aus den hinteren Bereichen meines Gedächtnisses noch ergänzen, dass ich in der Mitte der 1980er ein BRAVO-Interview mit dem damals zu eigentlich allem höchst negativ eingestellten Robert Smith las, welches ungefähr Folgendes beinhaltete:

„Und gibt es gar nichts, woran Sie überhaupt nichts stört?“

„Doch: Fußball. Naja, okay, man muss seine Schuhe wechseln, um Fußball zu spielen, aber sonst stört mich nichts an Fußball.“

1990 ließ Robert Smith sogar während seines Konzerts auf der Loreley den Zwischenstand vom Spiel England — Kamerun durchsagen. Und man darf sich ziemlich sicher sein, dass Robert Smith für England mitfieberte, auch wenn er das nicht ganz so plakativ zum Ausdruck bringt, wie das versteinerte Faltengewebe namens Mick Jagger, das bei jedem Turnierauftritt der Engländer rumwabert.

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Lahm, wirklich lame

Philipp Lahm antwortet auf die Frage nach seinem Musik“geschmack“ Folgendes:

„Ich mag österreichische Songs wie ,Irgendwann bleib i dann dort‘ von STS. Mir gefällt der Dialekt, die gute Laune, dieses Gefühl von Heimat. Natürlich gehören die Songs dazu, wenn ich mit Freunden Ski fahre oder feier. Mein Handy-Klingelton ist ,Schifoan‘ von Wolfgang Ambros.“

Offensichtlich besitzt er keinen. Warum fragt man ihn dann danach?

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Der (Sprach-)Schlächter von Hamburg

Unhold Eckmann (so getauft von Leodator) sagte heute in der Sportschau:

„Miroslav Klose, der perfekteste Bundesligastürmer, zeigt seine Genialität.“

Dem möchte ich ein entschiedenes:

„Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

entgegen.

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Die langgesuchte Formel des Lebens

Endlich ist sie gefunden worden. Dass es ausgerechnet ein sehr junger Sportprofi ist, der sie fand, macht das Ganze noch erstaunlicher. Wissenschaftler haben unzählige Tage, Monate, Jahre damit verbracht, die Formel des Lebens zu finden; verrannten sich immer wieder in falschen Ansätzen, trotteten mal jener und mal dieser Strömung nach, verbrachten lange Nächte in ihren Labors — alles erfolglos. Wie so oft musste schließlich der Zufall herhalten, um die Lösung zu finden. Das Leben, es ist — man kann es kaum glauben — ganz einfach zu erklären. Man muss einfach nur jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen. Sagt Marcell Jansen.

„Meine Eltern stehen jeden Morgen um 4 Uhr auf, mir muss man also nicht erzählen, wie das Leben funktioniert.“

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Fünf Kurze

Auch wenn andere Teile aus dem Interview mit Simon Rolfes sicher ebenso zitierenswürdig wären, muss ich zugeben, kurz gelacht zu haben, als ich das hier las:

„Was war der letzte Traum, an den Sie sich erinnern können?

Das war heute Nacht. Ich habe geträumt, dass die ganze Kabine rappelvoll war, obwohl trainingsfrei war! Im Traum habe ich mich gewundert und gedacht: Wow, so viele sind da, obwohl gar kein Training ist.“

Das sagt Rolfes im Interview mit der ZEIT, bzw. eigentlich im Interview mit Rund.

So viele sind da, obwohl kein Training ist. Das genaue Gegenteil denke ich immer, wenn Training bei meiner Mannschaft ist: Wow, niemand ist da, obwohl heute Training ist. Aber möglicherweise liegt es daran, dass meine Spieler in bestimmten Situationen anders verfahren als Rolfes, der sich weiter oben folgendermaßen zur Situation äußert, in der seine Freundin eine Überraschungsparty für ihn organisiert hatte, er aber überhaupt nicht in Stimmung kommen wollte:

„Eigentlich hätte ich mir fünf Kurze reinhauen sollen, dann wäre es lockerer gewesen.“

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„Der ist schlecht und der ist schlecht“

Diese Spieler waren dafür verantwortlich, dass Hamborn 90s Präsident Saban Sahintürk nach der 0:1-Niederlage gegen Preußen Duisburg Trainer Bollmann feuerte:

Sarisoy – Koymatoglu, Serdal Can, Demirel, Halit Sahintürk, Uzun, Kaplan (70. Ay), Ekici (55. Servet Can), Muhammet Yildirim (75. Kayaoglu), Aktürk, Mehmet Sahintürk.

Die WAZ schreibt:

Nach dem Spiel hatte Saban Sahintürk genug. Der Vorsitzende des Fußball-Bezirksligisten Hamborn 90 feuerte seinen Trainer. Dabei war Dirk Bollmann erst am zweiten Spieltag nach Neumühl gekommen, weil Mohamed Ali Abdelhafid sein Amt aus privaten Gründen nicht antreten konnte. ‚Ich will einen Mann, der mit seinem Herz beim Verein ist‘, schimpfte Sahintürk. ‚Jedesmal kommt er zu mir, sagt der ist schlecht und der ist schlecht. Erstens stellt er die Mannschaft auf, zweitens soll er sich mal vor die Mannschaft stellen.‘ Dirk Bollmann sah das Ganze anders: ‚Das ist eine bodenlose Frechheit. Ich habe mich hier engagiert. Aber wenn die Trainingsbeteiligung schlecht ist, muss ich das Team auch mal umstellen. Aber das ist die Entscheidung von Herrn Sahintürk. Der Mannschaft wünsche ich weiterhin viel Glück.“

Merke: Leg Dich nicht mit dem Präsidenten eines Vereins an, in dessen erster Mannschaft die Söhne des Präsidenten spielen.

Merke auch: Auch in der Bezirksliga gibt es Spieler, die das Training schwänzen.

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Stilblüten

Christian Wörns nach dem 1:1 in Nürnberg im Radio-Interview:

„Wir haben gezeigt, dass wir alle gemeinsam im Boot sitzen.“

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France, Germany and Italy

Ein gewisser Herr Gary Naylor mailt dem Guardian zum drucklosen Auftreten der Engländer in ihrem Qualispiel gegen Mazedonien:

„What do foreign players and fans think of England? Given our record, I suspect they think of us the way we think of Spain – overpaid prima donnas, serial under-performers, overly sensitive to press criticism and always likely to keel over against a team from Ireland or other mid-rankers. Most definitely not the way they (or we) think of France, Germany and Italy.“

Erstaunlich, dass scheinbar die meisten die EM 2004 schon abgehakt haben.

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Ich bin nicht relevant

Ich erinnere mich an überhaupt keine Sponsoren der WM, außer an OBI. Das aber auch nur wegen des gelungenen Werbesongs „OBI ist das schön“ in Abwandlung dessen, was man in Fußballstadien gerne singt, wenn die Heimmannschaft ausnahmsweise mal gewinnt. Dass man das beim FC Bayern mal gesungen hätte, kann ich mich ad hoc nicht erinnern.

Wie ich jetzt lesen musste, ist es aber irrelevant, wen von den WM-Sponsoren ich als 32-Jähriger erinnere.

Für seine Studie befragte Nufer insgesamt über 4 000 Jugendliche in Deutschland zwischen 13 und 18 Jahren.

Die 13- bis 18-Jährigen sind bekanntermaßen die, die die großen Kaufentscheidungen treffen. Klar, Kundenbindung und so, Manager Eckhard wird uns da mehr zu erzählen können. Aber kaufen nicht auch über 18-Jährige noch dann und wann mal ein Haus oder ein Auto?

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