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Kategorie: Billige Lacher

So billig, dass sie kostenlos sind

Verkehrte Welt in Frankfurt

Heribert Bruchhagen ist immer wieder für eine Überraschung gut, das kennt wohl ein jeder von seinen eigenen, früheren Lehrern. Gerade gestern erst [Link leider tot] möchte er die Verhältnisse in der Bundesliga völlig auf den Kopf stellen. Wo es guter (und sinnvoller) Brauch im Profifußball ist, dass die Zuschauer den Akteuren vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben, schließlich haben sie auch bezahlt — da kommt Bruchhagen plötzlich mit dem wirren Vorschlag eines Verhaltenskodex‘ für die eigenen Fans um die Ecke.

Ein echter out-of-the-box-thinker der alten, nunja, Schule, dieser Bruchhagen. Womöglich wird er ihnen bald auch noch vorschreiben wollen, wie nah die Zuschauer den Spielern kommen dürfen und welche Meinungsäußerungen — in dicken Lettern auf ungewaschene Bettlaken gepinnt — einen Vereinsausschluss, sofern dieser nicht möglich, wenigstens ein Stadionverbot nach sich ziehen werden.

Delirant isti Frankfurti.

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Widewidewitt

Jüngst ist dfb.de ein bedauerlicher Fehler in einem seiner Beiträge unterlaufen. Dort heißt es in Bezug auf die Resonanz der Frauen-FIFA-undsoweiter fälschlicherweise:

Dafür strömen an jedem Spieltag Tausende auf die Fanfeste und genießen das bunt gemischte Rahmenprogramm.

Leider sind da einige Wörter verrutscht. Richtig muss es heißen:

Dafür strömen an jedem Spieltag Tausende Tropfen auf die Fanfeste und vermiesen das bunt gemischte Rahmenprogramm.

Zumindest am Sonntag in Bochum wurden auf dem FIFA-Fanfest die ersten Tausend Genießer allerdings nur knapp verfehlt. Um etwa 960.

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Diegos zwecklose Münchhausereien

Natürlich ist Diego am Samstag nicht über 5 Stunden mit dem Zug von Sinsheim nach Wolfsburg nach Hause gefahren, wie er behauptet.

Doch woraus ist dies zu schließen?

Problemlos hätte er doch als bekannt pflegeleichter Typ, der nur ganz wenige Millionen sein eigen nennt, die lange, mühselige Fahrt — teils mit dem RE! —: durchgestanden. Anders als Jens Lehmann damals wird er zudem genug Bargeld für die Fahrkarte und vielleicht noch für eine Fanta gegen den Frust dabei gehabt haben.

Auch war es sicher kein Problem, dass Diego die deutsche Sprache nicht beherrscht. Bei der Bahn („Senk ju for träwelling“) spricht man schließlich fließend Englisch, das gilt sogar für die Ticket-Automaten.

 
[photopress:diegos_auftritt_als_pinocchio_1.jpg,full,centered]
 
 

Aber gleich drei Mal in Folge den Anschlusszug nicht verpasst zu haben — das glaubt ihm doch kein Mensch.

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Tom Bender, der Mann fürs Grobe

Der Name Bender wird ja immer beliebter in der Bundesliga, doch jener Mann, der den Vornamen Tom trägt, kann einem so dann und wann leid tun. Ständig muss er Dinge präsentieren, die man nicht mal auf der Ramschpalette noch mitnehmen würde, wenn der Schlussverkauf nur noch ein paar Minuten dauert und die Preise auf Tiefstwerte gefallen sind. Dinge präsentieren und dabei begeistert tun. Ein hartes Brot, sicher härter als das, was die Profis in Trainingslagern erdulden müssen.

Damals musste er sich zu einem Grinsen zwingen, als er das Ungetüm des Meiterpokals der 2. Liga präsentierte, heuer hat er schwer an der Präsentation der neuen „Torfabrik“ [Link leider tot] zu knabbern. Das ist wie man weiß, aber gar nicht wissen müsste, der Name des offiziellen Balls der Bundesliga. Und der kommt in der nächsten Saison in total schickem Rot und Blau auf weißem Grund daher. Ein Meisterwerk des Designs — wenn jetzt noch 1978 wäre.

Tom Bender allerdings hat offensichtlich trainiert. Klappt schon viel besser mit dem Grinsen. Wüsste man nicht von seinen inneren Qualen, man würde es kaum ahnen.

Via k11n.

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Warum es so viele Fußball-Blogger gibt

Im Spiegel Print wurden letztens Single-Frauen gefragt, welche Anforderungen ein Mann erfüllen müsse, um als Partner in Frage zu kommen.

Er sollte sich für irgendetwas außer Fußball interessieren.

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Dicke ex-paramagnetisch Silbrigmetallene

Nachdem 11Freunde seine Blog-Rubrik „Dicke Ex-Profis“ stillgelegt hat — was daran liegen könnte, dass das gesamte „Block 11″ stillgelegt wurde — muss jemand den Staffelstab aufnehmen. Insbesondere, weil es so ein Schenkelklopfer ist, älteren Männern beim Dickwerden zuzuschauen. Lustiger ist es, das Resultat dieses Prozesses anzusehen. Noch amüsanter wären allein Fotos der Frisuren aus vergangenen Zeiten.

In den letzten Tagen entpuppte sich Oliver Kahn als jemand, der es nicht ganz so genau nimmt mit dem Druck. Dem Druck, beim Zoll am Flughafen eigentlich alles zu verzollen, was man so zu verzollen hätte.

1. Hat der Mann das nötig, den Staat um die fälligen Abgaben zu prellen?
2. Warum kauft er gleich für ein halbes Dutzend Männer ein?

Wie man liest, war es fast die Ausrüstung für eine gesamte Fußballmannschaft.

Sieben Polo-Shirts, zehn T-Shirts, acht Pullover, neun Hemden, fünf Hosen, zwei Sakkos, eine Lederjacke und zwei Paar Manschettenknöpfe.

Frage 1: Offensichtlich ja. Die Einkommensverhältnisse sind bescheiden geworden. Ein Tagessatz beläuft sich beim Olli auf nur noch 5.000 Euro. Das ging schon mal besser.

Frage 2: Er musste sich komplett neu einkleiden. Dies war aufgrund gewisser physischer Veränderungen in den letzten Monaten nötig geworden.

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Die Traditions-Salami

Hier haben wir ein wunderbares Exemplar einer echten Traditions-Salami.

[photopress:traditions_salami_1.jpg,full,centered]

Nach dem schmackhaften Verspeisen stellen sich dann wie von selbst natürlich einige Fragen.

  • Wann wurde die Tradition begründet?
  • Gelten nur im vorigen Jahrhundert begründete Traditionen als solche?
  • Wer entscheidet mit welcher Legitimation, wann eine Traditions-Salami auch so heißen darf?
  • Welche definierenden Merkmale muss die Salami (oder die Tradition) besitzen?
  • Kann eine Tradition auch enden, darf sie unterbrochen oder eingemottet und dann reaktiviert werden? Ist sie übertragbar? Falls ja, nur mit Ausweis?
  • Ist eine Salami ohne Tradition weniger wert, muss man sich mehr anstrengen, um sie zu mögen?
  • Obwohl man sie nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken und nicht anfassen kann: Ist Tradition wirklich so ungefährlich für den menschlichen Organismus, wie die Traditionalisten behaupten?
  • Inwiefern rechtfertigt die nachgewiesene Existenz von Tradition den höheren Verkaufspreis?

Fragen über Fragen, doch voller Bauch studiert nicht gern. Außerdem hat die gedankliche Beschäftigung mit möglichen Antworten ohnehin noch viel Zeit, denn natürlich würde niemand auf die verwegene Idee kommen, eine Salami Traditions-Salami zu nennen, wenn sie in Wahrheit gar keine Traditions-Salami ist.

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Rätsel um Hitzfelds Falten gelöst

Es liegt dermaßen auf der Hand, man hätte es seit geraumer Zeit schon ahnen müssen. Hat man aber nicht. Ottmar Hitzfeld hat deshalb so viele Falten (allgemein) und vor allem auch so wenig Inhalt (speziell) bei Interviews im deutschen Fernsehen beizutragen, weil er sich so sehr konzentrieren muss. Schließlich ist Hochdeutsch für ihn eine Fremdsprache, wie dieses Trailerlein beweist. Odrr Trailerli?

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Ausnahmsweise trockener Humor

Man konnte sich bislang nicht vorstellen, dass es im Fußball gelungene Aprilscherze gibt. Von den Fußballern selbst ausgedacht und durchgeführt, soll das bedeuten.

Im Fußball ist schließlich immer der erste April.

Die berühmte Zahnpasta unter der Türklinke, Wasser auf Köpfe oder in Gesichter schütten, Torwände ansägen, auf dass sie beim nächsten Treffer auseinander bersten, das gehört zum zumindest aus Opfersicht harten Fußballalltag dazu wie das Training von 9.00 bis 10.30h, tagein, tagaus.

Umso erstaunlicher, dass der Guardian einen etwas länger zurückliegenden Aprilscherz unter Beteiligung von Fußballern ausgegraben hat, und dann auch noch in Deutschland, dem Land mit dem narkotisierten Sinn für Humor. Und der geht so:

Michel Platini, Werder Bremen und ein (west-)deutscher Fernsehsender verbreiteten die Nachricht, dass Michel Platini in der nächsten Saison bei Werder Bremen spielen werde.

Wie man sieht, ist der Sinn eines Aprilscherzes nicht, dass er amüsant ist, sondern dass die darin aufgestellten Behauptungen unwahr sind. Eine ganz andere Qualität also als Wasser in Gesichtern.

1985 war das. Mit Juventus habe er alles erreicht, ließ sich Platini zitieren. Juventus stand kurz vor einem Landesmeister-Halbfinale gegen Girondins Bordeaux.

Nicht klar wird aus der Meldung, ob das Folgende Teil des Scherzes war, oder ob die Bremer Spieler mit hereingelegt wurden, man würde aber auf Ersteres tippen

Werder’s players were shown toasting the transfer with champagne.

Nicht gelacht, sondern gestaunt hier. Abgelegt unter „Billige Lacher“, ist aber nicht so gemeint. Der Aprilscherz mit der portugiesischen Nationalmannschaft zur WM 1998 gefällt da schon eher.

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Dieser irre Blick

Die stechenden Augen, die zusammengepressten Lippen, der irre Blick, der leichte Flaum über dem Mund:

Brüder im Geiste Phänotyp.

Man könnte annehmen, dass da zusammenwächst, was zusammengehört.

Das Wappentier der Diva und der oft vor Begeisterung glühende Daum.

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In alten Wunden bohren

Es gibt viele Fälle, in denen Werbeagenturfritzen mit dem Thema Fußball werben wollen bzw. müssen, die keine richtige Ahnung von dem Thema haben und es so behandeln, wie man über China Bescheid weiß, wenn man den selbst verfassten Reisebericht des Großonkels aus dem Jahre 1966 gelesen hat. Einzig.

Dabei kommen oft krude Anzeigen heraus, wie dass man in der 5. Liga auf Asche mit der Balltechnik eines Nerds spielen muss und kann, oder dass man stolz auf das Fußballtrikot von Spanien sein solle (bei einer Anzeige aus dem Jahr 2006).

Nun, sei’s drum, Kampagnen kommen und gehen, Letzteres vor allem.

Sind aber gleich ganze Produktnamen ein fußballerisches Eigentor, dann ist die Situation nicht mehr zu retten.

Seat nennt ein Auto, das es in Deutschland zu verkaufen sucht, „Cordoba“.

Man hat aus gutem Grund noch nie vom Bentley-Modell „Turin“ gehört, in Österreich gibt es keine Volvo „Landskrona“ zu kaufen, man sucht vergeblich nach dem Renault mit der Bezeichnung „Knysna“ und es gibt auch keinen Autobauer, der in Holland einen Wagen mit der Bezeichnung „München“ anpreist.

Nur Seat möchte gerne in Deutschland ein Auto mit dem Namen „Cordoba“ verkaufen.

Noch obskurer als dieser ohnehin schon absurde Versuch ist einzig, dass es tatsächlich Menschen gibt, die dieses Ding dann auch kaufen. So gesehen an einer nebligen Ampelkreuzung in Deutschland im März 2011.

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