Schneider Meck-meck-meck

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Christian Ziege wird also neuer Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach. Dass Peter Pander unhaltbar geworden war, Pfiffen die Spatzen zuletzt schon von den hohen Dächern des Borussiaparks und man musste kein Hellseher sein, um Panders Entlaubung vorherzusehen. Wie Horst Köppel schon vor längerer Zeit sagte, gehöre an diese Position jemand, der weiß, was eine Mannschaft und der Trainer brauchen. Deshalb nun Christian Ziege statt Peter Pander. Panders Makel war es (neben der Erfolglosigkeit seiner Mannschaft), dass er „nur“ Bankkaufmann war, während Christian Ziege immerhin Trainer der B-Jugend von Borussia Mönchengladbach war, und das auch in Guy-Roux’schen Ausmaßen seit Juni 2006, somit nicht mal ein komplettes Jahr.

Wie man weiß, sind die Wünsche und die Konfliktherde einer Mannschaft von 16- und 17-Jährigen vollkommen identisch mit jenen von jungen Erwachsenen bzw. Familienvätern wie Neuville oder Keller. Man kann davon ausgehen, dass auch im Profiteam ständig darum gestritten wird, wer das coolste neue Handy hat, welche Frisur angesagt ist und was man gegen die „5″ in Mathe tun könnte, ohne sich großartig anstrengen zu müssen.

Des Weiteren spielen die B-Jugendlichen auch ständig in einer Liga vor 60.000 Zuschauern vor Ort und Millionen an den Fernsehern oder Livestreams und stehen vor allem jederzeit im Blickpunkt der überregionalen Presse. Deshalb ist die Wahl von Christian Ziege logisch, nachvollziehbar und die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Schließlich gibt man am besten in einer Notlage (hier: allerärgste Abstiegsgefahr) unerfahrenen Leuten das Szepter in die Hand, auf dass sie im Falle ihres Scheiterns auf ihre Unerfahrenheit verweisen können und somit nicht gänzlich verbrannt sind. Oder wie war das noch mit Thomas Doll?

Jedenfalls freue ich mich, dass die Wahl von Borussia Mönchengladbach auf Christian Ziege gefallen ist. Der hat nicht nur eine meist gut gepflegte Webseite und kann geradeaus sprechen (und scheinbar auch denken), sondern ist auch ein Garant dafür, dass es bei Borussias Transferpolitik weiter drunter und drüber gehen wird. Wo käme man da hin, wenn man bei Borussia Mönchengladbach plötzlich vernünftig einkaufen würde und eine homogene Mannschaft stellen könnte?

8 Kommentare

  1. Die Frage ist meiner Meinung nach nicht, wer das Amt bekleidet, sondern ob ich das brauche. Jedenfalls sehe ich das eher kritisch. Nehmen wir mal das Beispiel der anderen Borussia:
    Dort ist der überall beliebte und bei den Fans gepriesene Michael „Susi“ Zorc seit dem Ende seiner aktiven Fußballkarriere Sportdirektor. Und was läuft seitdem? Nix. Was ist eigentlich seine Aufgabe, außer: „Kein Kommentar!“ zu sagen? Er soll über Neuverpflichtungen entscheiden, Spieler aussuchen und alte aussortieren. Warum macht das nicht der Trainer? Ist er mit seiner Aufgabe und seinem geringen Gehalt dazu nicht in der Lage? Oder steckt vielmehr dahinter dem kleinen Fan vorzugaukeln, dasset hier is wie bei ihm auffe Arbeit: Der Meister sucht den Hammer aus, der Geselle geht nur damit um…
    Michael Zorc hat sicher als Spieler und auch Kapitän dem BVB jahrelang geholfen und ihn auch erfolgreich gemacht, aber es heißt ja eigentlich auch: Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen und nicht andersrum, oder?

  2. Ein Sportdirektor kann natürlich je nach Interpretation desjenigen, der das Amt bekleidet, eine Art Frühstücksdirektor sein (ich denke da besonders an Kohler in Leverkusen), kann aber auch jemand sein, der maßgeblich die Mannschaft zusammenbaut, zusammenhält und unterhält, was zur Zeit wohl Horst Heldt ganz gut gelingt.

    Vor allem dient ein Sportdirektor aber, sofern er nicht ohnehin „Manager“ heißt, der Absicherung des Vereins dagegen, nicht zu sehr von einem Trainer, den man häufiger ja auch mal entlässt, sofern man nicht Bayern, Bremen oder äh… heißt, abhängig zu sein. Und wenn der Trainer die Philosophie vorgibt, aber nach 15 Monaten wieder weg ist, während die Verträge der Spieler mindestens 24 Monate, meist noch länger laufen, hat man den Salat. Deshalb wohl so etwas wie ein Sportdirektor.

    Lasst uns nicht um Namen streiten, ob jetzt Sportdirektor oder Manager, eine solche Trennung von sozusagen Legislative und Exekutive finde ich durchaus sinnvoll.

    Dass Michael Zorc inzwischen schwer unter Beschuss ist, ändert nichts an der Sinnhaftigkeit einer solchen Trennung. Die richtigen Leute mit dem richtigen Geschick braucht man natürlich ohnehin in einer solchen Position.

  3. Stefan Effenberg war übrigens ebenfalls im Gespräch, bzw. er hatte sich ins Gespräch gebracht. Über ihn gesprochen haben sie in der Gladbacher Vereinsetage wohl eher nicht, was Effe nicht so toll fand: „Es ist für mich wie eine schallende Ohrfeige. Sie bekommen mich auf dem silbernen Tablett serviert und treten mich mit Füßen“.

  4. Gefunden und gelesen im RTL-Videotext.

  5. Geht es nicht eher darum, ein kompetentes Team aus Spielerbeobachtern, Assistenten, Trainern, Managern und was weiss ich noch zu haben, statt Pappfrösche wie Ziege, Zorc oder Kohler dem geifernden Fan zum Frass zu präsentieren. Alles Heuchelei …

  6. Ohgottogottogott. Meine arme Borussia.
    Gibt es eigentlich richtig gute Sportdirektoren/Manager? Also damit meine ich, dass fast jeder Fußballfan auch in Sachen Trainer meist eine Meinung über die Kompetenz von Trainern hat oder sogar zu wissen glaubt, dass ein spezieller Trainer nun besonders gut zu einem bestimmten Verein passt oder eben nicht.
    Wie sieht das bei den Managern aus? Ich weiß nur, welche dieser Typen ich in Gladbach nie wieder sehen will. An dieser Stelle einen schönen Gruß nach Schwelm an unseren Rolli.

  7. Hoeness, Allofs…



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