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Schlagwort: Deutschland

Kein Klassiker

Im Interview [Link leider tot.] mit Paolo Rossi, Torschütze für Italien im WM-Finale 1982 gegen Deutschland, fragt der Tagesspiegel diesen:

„Im Finale trafen Sie dann auf Deutschland. Beflügelte Sie die alte Rivalität zwischen Deutschland und Italien?“

Ich habe schon mehrfach darüber genörgelt und ich kann es auch hier nicht sein lassen. Von welcher alten Rivalität zwischen Deutschland und Italien ist hier die Rede? Es gibt keine solche alte Rivalität. Genausowenig wie ein Spiel Deutschland gegen Frankreich ein Klassiker ist.

Unsere beiden Klassiker und liebsten Gegner heißen Holland und England und sonst keiner. Dass keiner in Zentraleuropa die Deutschen leiden kann, macht noch lange nicht jedes fußballerische Aufeinandertreffen zu einem „Klassiker“ oder zu einem mit „besonderer Rivalität“ geführten Spiel. Alle Länder in unserem näheren Umfeld gewinnen besonders gerne gegen Deutschland, exklusives Recht auf eine Rivalität haben aber nur die, wie gesagt, Holländer und Engländer. Basta!

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Ausländer rein!

Dass speziell die französische und die holländische Nationalmannschaft meist zu weniger als 50% aus im eigenen Land geborenen Spielern bestehen, ist nix Neues mehr. In Deutschland, in dem als einzigem Land der Welt das Recht des Blutes und nicht das Recht des Bodens gilt (klingt ziemlich martialisch, ist aber so), tun wir uns ziemlich schwer mit dem Einbürgern. Viele meiner Leser empfinden ja nicht mal Klose als Deutschen, geschweige denn Oliver Neuville.

Und so ist die Liste der Spieler, die eingebürgert wurden und anschließend für die deutsche Nationalmannschaft spielten, ziemlich kurz. Insgesamt umfasst sie nur 14 Spieler.

Und für mich äußerst überraschend auch auf dieser Liste enthalten: Martin Max!

Da staunt der Laie und der Experte wundert sich. Wer hätte gedacht, dass Martin Max eigentlich aus Polen stammt — bei den Namen?

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Bienvenue

Werbung für das Monopol-Unternehmen FIFA jetzt auch schon an den Grenzen: Bienvenue in Tunisie. Achnee, in Deutschland. Warum ist die Farbe der WM eigentlich Grün? Ist das Otto Schilys Erbe?

Und angesichts dessen, was mit Ticket-Ärger und Stadientorsi so los ist in Deutschland, würde vielleicht auch Rot [Link leider tot] viel besser passen … so sind ja auch die tollen neuen Trikots, die der Jürgen ausgewählt hat, weil die viel aggressiver machen. Ob sie den Gegner aber auch aggressiver machen, weiß man nicht.

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(EM-) Showtime

Da wir hier ja keinen Bundesliga- oder Kleintalentblog haben und Werder Bremen dann doch angetreten ist und auch keinen Protest einlegen wird, kommen wir zurück zu den wichtigen Dingen im Weltfußball. Heute ist die Auslosung der Qualifikationsgruppen zur EM. Vor der Auslosung der WM-Gruppen lag ich mit zwei richtigen von drei Gegnern noch ganz gut, einen Tipp versage ich mir dies mal aber. Schließlich werden heute der deutschen Mannschaft sechs weitere zugelost und wenn ich mich aus meiner kurzen Zeit der Lehre der wirtschaftswissenschaftlichen Statistik richtig entsinne, ist das ein sogenanntes „Ziehen ohne Zurücklegen“ (mit dem Zusatz, dass nur aus bestimmten Töpfen gezogen wird) und das bedeutet Möglichkeiten in Höhen, die ein Tippen fast verunmöglichen. Die Töpfe schauen wir uns aber trotzdem mal an:

Topf 1:
Griechenland
Niederlande
Portugal
England
Tschechien
Frankreich
Schweden

Topf 2:
Deutschland
Kroatien
Italien
Türkei
Polen
Spanien
Rumänien

Topf 3:
Serbien/Montenegro
Russland
Dänemark
Norwegen
Bulgarien
Ukraine
Slowakei

Topf 4:
Bosnien-Herzegowina
Irland
Belgien
Lettland
Israel
Schottland
Slowenien

Topf 5:
Ungarn
Finnland
Estland
Wales
Litauen
Albanien
Island

Topf 6:
Georgien
Mazedonien
Weißrussland
Armenien
Nordirland
Zypern
Moldawien

Topf 7:
Liechtenstein
Aserbaidschan
Andorra
Malta
Färöer
Kasachstan
Luxemburg
San Marino

Als Veranstalter qualifiziert:
Österreich
Schweiz

Dem geschulten Leser wird auffallen, das in Topf 7 acht Mannschaften sind. Das bedeutet, dass es sechs Gruppen mit sieben Mannschaften geben wird und eine Gruppe mit acht Mannschaften. Die pro Gruppe besten zwei sind für das Turnier in Österreich und der Schweiz qualifiziert. Wer dann Bundestrainer sein wird, steht noch in den Sternen.

Da es mich aber doch wieder in den Fingern juckt und mich mein Geschwätz von vorhin (ich war zwischendurch auf der Toilette) nicht kümmert, tippe ich folgende Gruppe für Deutschland:

Portugal, Deutschland, Russland, Slowakei, Wales, Mazedonien, Andorra und als Sahnehäubchen, falls wir in die Achtergruppe kommen, San Marino.

Es wird ohnehin Zeit, dass wir mal gegen San Marino spielen müssen. Die Spiele gegen Färöer fand ich schon schick, San Marino wäre ähnlich fein.

Glücksfeen bei der Auslosung werden zwei ehemalige Bundesligaprofis sein: Andreas Herzog und Stéphane Chapuisat. Na dann man tau.

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Das Kreuz mit dem Gastgebersein

Dieser Herr kicker, der eine tolle Webseite hat, schrieb letztens Folgendes:

„Der Weltverband signalisierte bereits, dass die zahlreichen Rückläufe aus Paraguay und Trinidad und Tobago (15. Juni in Nürnberg) gar nicht erst in den freien Verkauf sondern direkt an England gehen könnten.“

Das find ich irgendwie nicht fair. Grund dafür soll sein, dass mindestens 100.000 englische Fans und der Löwenanteil davon ohne Karten im Sommer nach Deutschland reisen werden. Aber ich kann gar nicht ohne Karte nach Deutschland reisen, obwohl ich das gerne tun würde, um so den Druck auf die FIFA zu erhöhen, mehr Karten in Deutschland zu verkaufen. Es ist wirklich ein Kreuz, wenn man Gastgeber ist.

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Playmobil-Stadion

Hier ist nicht die Rede vom echten playmobil-Stadion in Fürth, in dem die Graupentruppe der SpVgg Greuther Fürth seit Jahren versucht, in die erste Bundesliga aufzusteigen. Hier ist die Rede von Spielwaren. Lego und playmobil haben wohl alle Brüder und Schwestern meiner Generation in jungen Jahren selbst erlebt. Natürlich stellt sich jetzt die Frage, ob diese beiden Firmen auch auf den WM-Zug aufspringen.

Ja, das tun sie. Teil 1 der Antwort: Es gibt ab Februar ein playmobil-Stadion, in dem man sogar Torwandschießen kann. Das Spielprinzip im Stadion erinnert allerdings stark an das gute alte Tippkick. Trotzdem: ein Stadion von playmobil – da weiß man, dass die WM in Deutschland stattfindet.

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…acht, neun, zehn, Scheiße!

Die meisten von Euch erinnern sich nicht, ich auch nicht, es soll aber schon einmal eine WM in Deutschland gegeben haben:

1942

1942 fand die Fußball-WM in Deutschland statt. Nach den Gastgebern Italien 1934 und Frankreich 1938 war es nur logisch, dass die nächste WM im größten Land Europas ausgerichtet wurde. Die Rotation zwischen Europa und Südamerika existierte noch nicht, so waren alle Augen auf das Olympiastadion Berlin gerichtet, als Adolf Hitler die WM 1942 feierlich eröffnete und auch den Siegerpokal nach dem gewonnenen Finale gegen die Schweiz dem Kapitän der deutschen Mannschaft — Hans Mock — überreichte. Die FIFA zeigte sich zufrieden mit der Ausrichtung des Turniers, das sie bereits 1939 an Deutschland vergeben hatte.

1974

Es war das einzige Mal, dass auch die „DDR“ teilnahm. Dass die „DDR“ jenes eine Spiel zwischen der „DDR“ und der Bundesrepublik gewann, ist hinlänglich bekannt. Mir zumindest unbekannt ist aber der tiefere Sinn hinter den Anfeuerungsrufen der Anhänger der „DDR“, die da lauteten:

„…acht, neun, zehn, Klasse!“

Was soll das bedeuten? Eine intensive Recherche hat bis dato keine Antwort ergeben. Kann mir jemand helfen?

Gekontert wurde dieser Spruch übrigens von den bundesdeutschen Zuschauern auch nicht eben originell mit „…acht, neun, zehn, Scheiße!“.

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Der Dummschwätzer schwitzt in Afrika (III)

Normalerweise schwätzt der Dummschwätzer dummes Zeug. Diesmal lässt er Unangenehmes verlautbaren. Er ist gerade in Afrika, wo er die fünf afrikanischen WM-Teilnehmer besucht:

„Die afrikanischen Teams werden ihre Ticket-Kontingente voll ausschöpfen.“

Das bedeutet, es gehen keine Tickets von den Negern zurück nach Deutschland. Also gibt es auch keine neue Chance auf Tickets.

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Ohne Alkohol kein Spaß

Gibt es in England etwa keine „Risikospiele“, wie diese Einordnung in der Bundesliga gang und gäbe ist? Ich kann mich an mehr als ein Spiel hier in Deutschland erinnern, bei welchem mir der Spaß durch in den meisten Fällen überflüssige Maßnahmen seitens der Polizei genommen wurde. Natürlich ist ein Fußballspiel immer ein Spaß, mit einem ein paar Bier in der Hand ist es aber doch noch mal anders.

In England scheint das kein Problem zu sein, glaubt man BBC- und ITV-Fußballreporter Chris Bowers:

„Wir haben in England eine starke alkoholische Tradition“, so Bowers. Ohne Alkohol kein Spaß, sei das Motto, das in England gepflegt wird.“

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Ein Flascher kommt allein

Ich bin erstaunt. Es gibt Leute, die leiden an totaler Fußballblindheit. Wie anders ist es zu erklären, dass es einen Jess-Strasser-Fanclub [Link leider tot] gibt? Jeff Strasser, das ist der hier.

Die Fanclubseite sieht — passend zu Jeff Flascher — ziemlich amateurmäßig aus. In der luxemburgischen Nationalelf, wo Jeff auch spielt, ist er dann auch endlich unter seinesgleichen. Er ist der einzige Fußballprofi, den es in Luxemburg gibt. Alle anderen Nationalspieler sind Amateure. Und in den letzten Jahren gab es immerhin mal ein 1-1 gegen Malta und Jeff hat vor Jahren auch mal ein Tor für Luxemburg geschossen.

Wahnsinn, sowas passiert ihm in der Liga eigentlich nie. Wenn, dann höchstens mal ins eigene Tor. Jetzt frage ich mich: Wie kann man so eine Frimpe zum Kapitän machen? Und: Wie kann man von so einer Frimpe einen Fanclub gründen? Wie viel Masochismus hält man aus?

Ja, manchmal macht man sowas wie mit diesem Fan-Club auch mit einem ironischen Augenzwinkern. Danach sieht diese Fanseite aber nicht aus. Aber die Antwort ist schnell gefunden: die Initiatoren dieser Seite sind Kaiserslautern-Fans. In Kaiserslautern verbrachte Jeff Flascher die ersten drei Jahre seiner Bundesliga-Karriere und fiel offensichtlich nicht mal besonders auf unter den ganzen anderen Flaschern in Kaiserslautern.

Gibt es eigentlich auch einen Carsten-Jancker-Fanclub?

Allerdings bedeutet die Tatsache, dass Jeff nicht Fußball spielen kann, nicht, dass er nicht denken kann. In einem Interview bei Torfabrik beklagt er zurecht:

„Die Berichterstattung in den Medien ist manchmal nur sehr schwer nachzuvollziehen“. Strasser bemängelt die fehlende Sachlichkeit in den Reportagen: „Das Spiel rückt zu oft in den Hintergrund und es wird zu viel auf Randgeschehnisse eingegangen. Es geht doch um Fußball, das scheinen manche zu vergessen.“

In Deutschland gibt es auch nur eine Fußball-Printzeitung, die nicht mal täglich erscheint. Das hat Jeff gut beobachtet und es ist tatsächlich erstaunlich, ist Deutschland doch nicht nur das bevölkerungsreichste Land Europas (exklusive Russland), sondern auch das fußballverrückteste. Wir haben den höchsten Zuschauerschnitt aller Fußballligen der Welt. Wir sind die nach Brasilien erfolgreichste Fußballnation aller Zeiten, wir sind mit drei Titeln die erfolgreichste Nation bei Europameisterschaften, hier kommt selbst in Regionalligen eine fünfstellige Zahl an Zuschauern, was viele Vereine in anderen Ländern nicht mal in der ersten Liga schaffen.

Aber es gibt nur eine Printzeitung und das auch nur 2x pro Woche. Montags schön in Farbe, donnerstags meist abgespeckt und mit dürftigem Inhalt.

Vielleicht rufe ich Jeff mal an, um ein tägliches Fußballmagazin in Deutschland zu gründen.

Vielleicht sollte ich dann vorher die Lästereien da oben löschen. Naja, egal, ich glaube ja nicht, dass sich Jeff mal ins hiesige WM-Special verirrt.

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Jolly good Olli

Oliver Neuville hat an diesem Spieltag wieder 2x getroffen. Und auch wenn er das nicht getan hätte: dieser emsige Wühler, der mit Dribbel- und Flankenkünsten ausgestattet ist, wie man sie selten noch sieht in Deutschland, muss mit zur WM.

Vergleicht man das Gestolpere und Gehampel eines Kevin Kuranyi mit diesem zudem mit einer großen Portion Erfahrung ausgestatteten WM-Finalveteran Neuville, kann es eigentlich nur eine Entscheidung von Clinsfornia geben:

Kuranyi zu Hause lassen, Neuville einpacken.

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Äthiopien ist Meister

Äthiopien ist Meister. Im Finale 1:0 gegen Ruanda. Wer das goldene Tor schoss, weiß ich nicht, aber die Freude muss groß gewesen sein. Schließlich war das einer der ersten Titel, die Äthiopien im Fußball je gewonnen hat. Ich muss zugeben, so genau weiß ich auch das nicht. Welchen Titel Äthiopien gewonnen hat?

Es war das Finale um die Ostafrikameisterschaft.

Dass es so etwas gibt, wusste ich erst recht nicht. Das wäre aber mal eine tolle Idee für hierzulande: eine Mitteleuropameisterschaft. Top-Favorit: die Niederlande vor Deutschland und Frankreich.

Quali-Gruppe 1:
Dänemark, Polen, Luxemburg.

Quali-Gruppe 2:
Frankreich, Belgien, Schweiz.

Quali-Gruppe 3:
Deutschland, Niederlande, Österreich.

Erinnert stark an die WM-Qualigruppen früherer Zeiten als die ca. 40 zusätzlichen Staaten, die jetzt teilnehmen, alle noch entweder „UdSSR“ oder „Jugoslawien“ hießen. Die deutsche Qualifikationsgruppe zur WM 1954 ist auch nett anzusehen:

1. Deutschland
2. Norwegen
3. Saarland

Ja, das war’s. Da fehlt nix.

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Finalkarten satt und genug

Nach der Gruppenauslosung ist klar, dass Deutschland ins Finale kommt. Mindestens.

Das bedeutet, dass wir doch noch gerne Karten fürs Finale haben wollen würden. Eigentlich hatte ja keiner mit Deutschland im Finale gerechnet, nun kommt es nach der Vogts’schen Durststrecke von ‚94 und ‚98 und dem Wendepunkt im dritten Akt (2002) erneut zum Finale mit Deutschland.

Klar, wir haben alle Schiß keine Karten mehr zu kriegen.

Ihr könnt aber beruhigt sein, bei roadtrips.com gibt es noch massig Finalkarten.

Okay, 9685 US-Dollar sind kein Pappenstiel. Aber wir wollen doch nur echte Fußballfans ins Stadion lassen und keine unkundigen Neureichen, die das als eine Art Theater begreifen. Das ist mit diesem Preis gewährleistet.

Ich habe schon bestellt. Bezahlt ist es auch schon. Jetzt brauche ich nur noch ein Dach über dem Kopf bis Juli. Und was zu essen.

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