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Schlagwort: FIFA

Wir waren niemals im Krieg mit Eurasien

Wie die FR erzählt gibt es bei der Abschlussfeier, die dankenswerterweise vor dem Finale stattfindet, keinen Platz, den nächsten Veranstalter der FIFA-WM-TM zu erwähnen: Südafrika.

Ich kenne den wahren Grund. Die FIFA wird angesichts der überhaupt nicht in die Gänge kommenden Vorbereitungen in Südafrika dem Land das Turnier wieder entreißen, Tunesien oder Marokko zum Ersatzausrichter bestimmen und anschließend — wie jede gute Diktatur — die Geschichtsbücher umschreiben. Es war doch schon immer geplant, dass die WM nicht in Südafrika stattfindet. Erinnert Ihr Euch nicht? Wieso wurde dann Südafrika überhaupt nicht bei der Abschlussfeier der WM in Deutschland erwähnt?

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Sönke

Mit dem Erreichen des Halbfinals wird es auch wahrscheinlicher, dass Sönkes bislang knapp 50 Stunden Filmmaterial zu einem Kinofilm verwurstet werden werden und nicht im Mülleimer landen. Da bin ich froh, denn so kriegen wir noch mal die Schlägerei nach dem Elfmeterschießen gegen Argentinien aus der Perspektive der Beteiligten zu sehen.

Auch wenn’s dann wahrscheinlich nicht mehr so brennend interessiert wie jetzt.

Im Moment ist noch in der Schwebe, wie die FIFA über Frings urteilen wird, im Gegensatz zu Mertesackers Weichteilen, die offensichtlich keinen größeren Schaden genommen haben.

Wie aber ausgerechnet Gute-Leute-Sohn Oliver Bierhoff sich ins Getümmel warf, um seine Spieler zu schützen, ringt mir Respekt ab. Ist aber wahrscheinlich ohnehin gut versichert, der Bengel mit der adretten Frisur.

Dass man auch mit 60 noch topfit sein kann, bewies Teamarzt Dr. Müller-Wohlfahrt mit seinem Sprint zum sich balgenden Knäuel. Kein Wunder bei ihm, wahrscheinlich nutzt er seine eigenen Wundermittel.

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Mehr über den geschäftstüchtigen Münchner Arzt gibt es bei der ZEIT.

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1965 gegründet…

1965 gegründet… Da bräuchte man vielleicht doch mal eine oder zwei neue Brillen. Nichtsdestotrotz weiß die FIFA, wie die Spiele ihres einzigen ernstzunehmenden Wettbewerbs ausgehen:

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Road to Germany Dortmund

Nachdem ich seit November die Qualifikation für das Turnier gespielt habe, den Dummschwätzer täglich, André Heller viel zu häufig und Nick Hornby viel zu selten lesen musste, mich für Euch durch Aufstellungen, Länderinformationen und Gimmickseiten gekämpft habe, tolle WM-Goodies initiiert habe und überhaupt der perfekteste aller perfekten Vorbereiter für die WM war, heißt es nun endlich: Die WM geht los, der Ball rollt, o‘zapft is.

Für mich stellt sich das folgendermaßen dar:

Nach Dienstschluss begebe ich mich in meine Kemenate am Rhein. Dort werde ich, nun gut, Ihr müsst nicht alles wissen. Nachdem ich geduscht haben werde, begebe ich mich zum Wedaustadion, welches neuerdings MSV-Arena heißt und immer noch auf einen Namenssponsor wartet. Dort werde ich das Eröffnungsspiel der WM schauen, bevor ich den Italienern beim Trainieren zuschaue, weil ich jetzt doch noch Karten dafür bekommen habe. Währenddessen wird hoffentlich gleichzeitig das Spiel Polen — Ekuador übertragen, ansonsten bin ich beim Training von Totti und Lotti schnell wieder weg, um eine Leinwand zu finden.

Morgen steht dann das volle Programm auf dem Plan. Vor 15h nach Dortmund „reisen“, dort im Stadtgarten auf einem Fanfest, ob offiziell oder nicht, ist mir natürlich Wurscht, England — Paraguay schauen und danach ins Westfalenstadion FIFA-WM-Stadion Dortmund fahren oder laufen. In diesem duellieren sich Schweden und Trinidad & Tobago, was ich, wie man weiß, von Reihe 33, Sitz 40 aus verfolgen werde. Danach geht es mit dem Taxi zum Hauptbahnhof, um — so es klappt — rechtzeitig um 21h wieder in Duisburg zu sein und das dritte Spiel an einem nur mir bekannten, aber sehr geschätzten Ort zu verfolgen.

Nebenbei werde ich hoffen, dass Deutschland Costa Rica mit mehr als zwei Toren Unterschied schlägt, Schweden Selbiges mit Trinidad mit mehr als einem Tor Unterschied schafft und England Paraguay schlägt. Sehr konservative Tipps, das ist richtig, allerdings möchte ich nun mal gewinnen und das Geld nicht dem Wettanbieter in den Rachen stopfen. 10 Euro habe ich darauf gesetzt, Geld, das ich durch die Teilnahme an einer Umfrage in einem anderen Blog gewonnen habe. Auszahlbar war das Geld ohnehin nicht, also musste es gesetzt werden, und wo fällt das Tippen leichter als bei einer WM, bei der die Leistungsstärken wesentlich größere Differenzen aufweisen als innerhalb einer Profiliga?

Wer also ein Attentat auf mich plant, weil ich ihm auf die Füße getreten bin während der bisherigen Bloggerei, weiß nun, wo er mich wann finden kann. Der Fahrplan hier noch mal in Übersicht:

Freitag

17-20h Deutschland — Costa Rica auf der Leinwand im Wedaustadion

20h-23h Italien beim Trainieren im Wedaustadion zuschauen, gleichzeitig Polen — Ekuador schauen

Samstag

13h Abfahrt nach Dortmund

15h-17h Beim Fanfest im Stadtgarten England — Parguay schauen

17h-20h im Westfalenstadion Trinidad — Schweden schauen

20h-21h Rückreise nach Duisburg

21h-23h an einem geheimen Ort Argentinien — Elfenbeinküste schauen

Leider bin ich immer noch nicht im Besitz einer Kamera, weshalb es von mir hauptsächlich Worte zu meinen Erlebnissen geben wird und keine Bilder. Ich bitte aber weiterhin darum, dass mir mal jemand ein Foto von dem „Bahnhofsstadion“ in Dortmund zukommen lässt.

Danke.

So, und jetzt können die Spiele beginnen.

Mein Tipp für heute Abend: 5:0, und das, obwohl die Wade der Nation nicht jetzt doch nicht jetzt doch nicht jetzt doch mitspielt. Ich fürchte, für die armen Costa Ricaner braucht man nicht mal den Ballack Michael und es wird trotzdem zu einem Kantersieg reichen.

Was mir ansonsten noch aufgefallen ist, ist, dass das Gejammer und Gemecker bei allen groß ist, dass sie keine Karten bekommen haben. Mittlerweile kenne ich allerdings mehr als nur eine Handvoll Leute, die Karten haben. Natürlich ist der Ausschnitt „Leute, die Trainer Baade kennt“ kein repräsentativer Ausschnitt aus der Grundgesamtheit, schließlich kann man annehmen, dass dieser Ausschnitt wesentlich fußball-affiner ist als der Durchschnitt. Aber genau darum sollte es ja auch gehen, darum, dass jene Leute Karten bekommen, die sich tatsächlich für Fußball interessieren. Und da scheint mir der Anteil dann doch nicht ganz so klein zu sein wie zunächst befürchtet. Vielleicht hat sich aber auch nur meine Wahrnehmung verschoben, seit ich selbst freudiger Besitzer einer Eintrittskarte bin. Nebenbei bemerkt erhalte ich so noch einen weiteren Groundhopperpunkt, denn, Duisburg hin oder her, ich war noch nie in Dortmund im Stadion, wenn ein Spiel stattfand.

Das erste und einzige Mal, dass ich mich dort im Stadion aufhielt, war am Tag des UEFA-Pokal-Finales zwischen Feyenoord Rotterdam und Borussia Dortmund, welches auf den Leinwänden übertragen wurde. Ich erinnere mich dunkel an ein ziemlich beschissenes Gefühl in dieser Menschenmenge auf der Südtribüne, obwohl ich definitiv nicht an Demophobie leide und an eine noch beschissenere Sicht auf die Leinwand. Der Abend endete in einer Dortmunder Kneipe mit Keller, einem Sturz eines Freundes die Kellertreppe herunter mit anschließender Landung auf dem Kopf und eine halbe Stunde und tatütata später auf einem Krankenhausflur herumlungernd, wo der Gestürzte, Betrunkene wild protestierend, fluchend und schimpfend sich der Behandlung entziehen wollte, was ihm schließlich nach dem fünften oder achten Versuch der Notärztin, ihn doch zu behandeln, auch gelang, woraufhin wir um 2h nachts in der Dunkelheit der Dortmunder Straßen saßen, kein Bus mehr fuhr und niemand mehr wusste, wie wir eigentlich zu diesem Krankenhaus gekommen und wo in Dortmund wir jetzt waren.

Ich hoffe, der kommende Samstag hält ein besseres Ende für mich parat. Zumindest werde ich ab einem 2:0 für Schweden oder höher bei entsprechendem Ausgang der anderen Partien um 60 Euro reicher sein.

Sollte das der Fall sein, such ich auch noch mal raus, bei welchem Blog ich dieses Wettgeld gewonnen habe.

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WM schon lange vorbei

Wie uns eine bekannte Zeitung mitteilt, haben die Spiele der WM 2006 schon längst stattgefunden, und zwar irgendwann im Sommer 1980. Kein Wunder, dass ich keine Karten bekommen habe. Zu der Zeit lernte ich gerade lesen und schreiben, da war es etwas schwierig mit dem Anmelden auf der Ticketseite der FIFA. Davon, dass es noch kein Internet gab, ganz zu schweigen.

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Und auch wenn ich hier selbst klugscheiße, will ich jetzt keinen Klugscheißer hören, der mir erzählt, dass es sehr wohl 1980 schon so etwas wie Internet gab.

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Da treiben sie sich rum

Wir fragen uns doch alle, wo die ganzen Eintrittskarten bleiben, wenn angeblich noch 13.000-15.000 Karten für Spiele mit deutscher Beteiligung zu haben sind, die FIFA-Ticketbörse aber ständig nur das rote Lämpchen (=keine Karten vorhanden) aufblitzen lässt.

Hier gibt es scheinbar noch unendlich viele Karten. Zwar nicht gerade zu erschwinglichen Preisen, aber eben außerhalb der FIFA-Ticketbörse, die doch — angeblich — der einzige Ort sein soll, an welchem man als Normalsterblicher Karten bestellen kann.

Jetzt tauchen hier an einem mysteriösen Ort Karten auf. Wollte man nicht den Schwarzhandel unterbinden? Was sind Preise von 1.200 Euro sonst als Schwarzhandel, wenn der normale Kartenpreis ein paar hundert Euro in der Vorrunde nicht überschreitet?

Seltsam und auch äußerst fragwürdig, dass jetzt solche Ticketanbieter aus dem Nichts auftauchen.

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Gerade im Schaufenster

Gerade im Schaufenster

„Fußball-Fiebär“ auf einem Frühstücksbrettchen mit Bären drauf. Ein Fenster weiter: Girokonto mit Fußball als Geschenk zur Einrichtung eines solchen. Noch ein Fenster weiter: Konditorei mit Törtchen mit Länderfahnen und Fußbällchen drauf. Dahinter: Plakat-Werbung von West, Zigaretten, jetzt neu mit Länderfahnen auf der Packung. Ein Fenster weiter: Schweißbänder im Ein-Euro-Laden mit Länderfahnen drauf, danach: „Das Wunder von Geislingen“, Plakat im Schaufenster eines Anbieters von Besteck und anderen Silberwaren. Im Anschluss: McDoof mit dem FIFA-WM-Fußball in klein für nur 4,99 Euro. Weiter: Werbung von Plus, Länder-T-shirts jetzt nur 9,99 Euro. Danach Kneipe mit Werbung für die Übertragungen der WM-Spiele. Wer angemalt kommt, kriegt ein Bier umsonst. Nächstes Fenster: Klamottenladen mit Länderfahren in der Auslage. An der Brötchenbude vorbei, überall Deutschlandfahnen innen drin. Am öffentlichen Mülleimer (!) vorbei, Werbung drauf mit WM-Bezug.

Zu Hause angekommen, Rechner angemacht, eigenes Blog geöffnet. Beitrag mit „Germany“ drauf gesehen.

Aaah.

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Volle Hütte garantiert

Die WM für Menschen mit Behinderung findet ebenfalls in Deutschland statt und zwar ein wenig später als die FIFA-WM. Zwar kann man darüber diskutieren, ob nicht Spieler, die sich bei einer Berührung am Rumpf des Körpers auf den Boden werfen und sich dann das Gesicht halten, nicht auch eine Form der geistigen Behinderung haben müssen. Irgendwas scheint da falsch verdrahtet zu sein. Ähnliches zeigt sich, wenn man ihnen ein Mikrofon vor die Nase hält: Es reicht nur noch zu Platitüden, ganz gleich, welche Frage man ihnen stellt. Die allermeisten Spieler der FIFA-WM gelten trotzdem offiziell nicht als behindert.

Damit die WM für Menschen mit Behinderung auch genug Aufmerksamkeit abbekommt, machen derzeit ein paar echte Promis wie die Band „neuerdinXx“ und die Sängerin „Amy Elaine“ Werbung für diese Veranstaltung. Und ich denke, diese Arbeit wird sich auszahlen. Die Spiele werden alle ausverkauft sein und wer dabei sein will, sollte sich jetzt schon mal Karten besorgen. Anstoßzeit für das Spiel um Platz 3 an einem Freitag im September:

11h.

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Der Nächste, bitte.

Goleo. Endlose Diskussionen über den unbehosten Affen Bären Löwen, der uns demnächst mit täglicher Fernsehpräsenz nerven wird. Da über ihn schon alles gesagt ist und jeder weiß, dass viele ihn schrecklich finden, gleich weiter zu den Alternativen, die sich kreative Menschen (ich meine damit Menschen, die kreativ sind, nicht Menschen, die Geld für Werbung Machen kriegen) ausgedacht haben:

Prolleo und seinen Freund Pulle Pilz kennt Ihr schon, hier ist der nächste Alternativvorschlag:

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Franzlrocks hat auch eine eigene Seite. 3D ist er aber leider nicht.

Jedes Mal, wenn ich auf die Seite gehe, lese ich unten irgendwas mit Effenberg statt — wie es dort steht — fifaworldcup. Vielleicht keine schlechte Idee, Stefan Effenberg zum neuen WM-Maskottchen zu machen. Sieht fast genauso aus wie Goleo, aber auf Pille könnte man verzichten, denn den Scheiß, den Pille sonst labert, würde Effe einfach selbst erzählen.

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GEMA aufs Klo

Viel haben wir schon gejammert über die abstrusen Auswüchse, die die Regelungen der FIFA annehmen. Nun aber las ich etwas, was gar nichts mit der FIFA zu tun hat, sondern im Lande des WM-Gastgebers hausgemacht ist. Angeblich ist die Nationalhymne GEMA-geschützt und jeder Kneipier müsste eigentlich Gebühren an die GEMA bezahlen, wenn er in seiner Kneipe ein Länderspiel zeigt, bei dem die Nationalhymne gespielt wird.

Das kann eigentlich nur ein grober Scherz sein. Wie kann es Geld kosten, die Intonation der Hymne des eigenen Staates weiterverbreiten zu wollen?

Der Merkur Online berichtet dies. Ich hab extra noch mal nachgeschaut, nein, der Artikel ist nicht vom 1. April.

Müssen dann auch die Nationalspieler fürs Mitsingen der Nationalhymne GEMA-Gebühr bezahlen? Das erklärt auch, wieso der gorrige Bernd Schuster früher nie mitsang: Seine Frau und Managerin hatte diese überflüssige Ausgabe verboten.

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Weltexklusiv!

Wohl eher interessant für Brasilianer oder Italiener, eventuell sogar für Tschechen: Hier kann man jetzt schon ein Stück des Rasens des WM-Finales bestellen. Wie wir schon müde sind zu hören, gibt es einfach nichts mehr, was die FIFA im Rahmen ihres Fußballturniers (Würstchen und Bier zu erschwinglichen Preisen, Eintrittskarten leider nicht) nicht zu Geld zu machen versucht. Konnte man früher einfach nach dem Spiel heimlich auf den Rasen stiefeln und sich ein Stückchen rausreißen, ist jetzt schon eingraviert, wer welche Parzelle des WM-Rasens erhält, nachdem er hier auf „Jetzt bestellen“ [Link leider tot] geklickt hat.

Wahlweise in Natur oder in Acryl gegossen gibt es 20×30cm für ¤75. Das ist sogar für eine Partie Tippkick zu klein…

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