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Schlagwort: Italien

K(l)eine Italiener

Für mich gibt es leider keine Italiener, obwohl sie bei mir zu Hause in der Nähe direkt am ersten Spieltag der WM ihr öffentliches Training veranstalten. Die — kostenlosen — Eintrittskarten dafür wurden gestern in der Duisburger Stadtinformation verteilt, während ich arbeitend in der Pampa weilte. Auch wenn man durchaus der Auffassung sein kann, dass Duisburg bereits Pampa ist. Wie dem auch sei, die Italiener trainieren hier am 9.6. und ich werde nicht dabei sein. Keinen Totti sehen können, keinen Buffon und auch keinen Lippi.

Vielleicht treffe ich sie dann aber abends in der Pizzeria um die Ecke. Da war auch schon Giovanni Trappatoni mal, er hängt dort auf einem Bild mit dem Pizzabäcker an der Wand…

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Skandal schwappt über die Alpen

In Italien fällt der ganze Fußball auseinander, selbst der Mann, dessen Heiligenschein wir immer erahnten, ihn dann aber doch nie sehen konnten, scheint beteiligt zu sein: Collina.

In Deutschland geht es nun im selben Stile weiter. Beim Heimspiel gegen Japan ist der Schiedsrichter ein Deutscher. Mensch, Clinsfornia, etwas unauffälliger würde es doch auch gehen. Mit einem kleinen Reiseangebot nach Huntington Beach oder vielleicht mit lebenslanger Bierversorgung durch einen der Sponsoren der Nationalmannschaft. Man muss ja nicht gleich die eigenen Leute als „Neutrale“ auf an den Platz schicken.

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Bankkaufmann bei der örtlichen Sparkasse

Ich bin ja selbst noch nicht besonders weit gekommen. Von „zu Hause“ bis zur Ruhr-Uni in Bochum, dann nach Duisburg. Das sind Entfernungen, die man als guter Läufer auch noch locker an einem Tag zu Fuß zurücklegen könnte. Deshalb hab ich auch kein Recht über Kleinbürgerlichkeiten in anderer Leuts Leben zu lästern. Vor einiger Zeit schon las ich, dass es in Italien durchaus üblich ist, dass die Söhne der Familien bis zum Alter von 25, 26 noch zu Hause bei den Eltern leben und dass das auch niemanden stört. Damit ist ja auch klar, dass diese Jünglinge ebenfalls nicht viel von der Welt sehen, denn entweder arbeiten/studieren sie in der Nähe ihres Elternhauses oder sie sind arbeitslos.

Trotzdem finde ich es bemerkenswert richtig, was Robert Enke in diesem Interview bei den 11 Freunden zu seiner nicht immer glücklich verlaufenen Zeit in Portugal, Spanien und der Türkei sagt:

„Leuten, die noch nie aus ihrem Vorort in Deutschland raus gekommen sind, bin ich in dieser Hinsicht keine Rechenschaft schuldig.“

Natürlich ist es im 3. Jahrtausend nach Christi wesentlich einfacher als in den Zeiten vor Handy und Internet, ins Ausland zu gehen, weil der Kontakt in die Heimat wesentlich leichter (und zuverlässiger zustandekommend) geworden ist. Nichtsdestotrotz ist es nicht leicht, als Anfang 20-jähriger ins Ausland zu gehen und dort als Profi in einer Sportart tätig zu sein.

Denn alle, die auch zur Mannschaft gehören, sind gleichzeitig auch Konkurrenten (bei einem Torwart spitzt sich diese Situation noch zusätzlich zu).

Deshalb habe ich Respekt für Robert Enke, dass er in Istanbul gekündigt hat, obwohl er nicht wusste, wie es weitergehen würde.

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Neulich, im Biergarten, am Nachbartisch

„Am Stadion wird gerade umgebaut.“

„Ich weiß.“

„Weil die italienische Mannschaft hier trainiert während der WM.“

„Hm.“

„Hätten wir keine interessante Mannschaft hierhin bekommen können?“

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Italienische Verhältnisse…

Hatte ich mich jemals über eine langweilige Bundesliga beschwert? Schauen wir nach Italien, in die Serie A.

Seit 73 Spielen ist Trainer Fabio Capello verantwortlich für Juventus. Und seit 73 Spielen liegt Juventus an der Tabellenspitze.

Wie hungrig müssen italienische Fußballinteressierte auf die immer Überraschungen bietende WM sein?

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Die Zeit, sie rast.

Ich möchte ohnehin mit keinem Schiedsrichter tauschen oder wie Lodda Mäddaus es sagt, „schon eher was, was mit Fußball zu tun hat“.

Die haben einen undankbaren Job und dann passieren auch noch solche Missgeschicke wie diesem hoffentlich ehrenwerten Franzosen im Halbfinale (!) der WM 1990:

„Injury time added on by the referree is sometimes necessary. But Frenchman Michel Vautrot added on 8 minutes only in the first period of extra-time in the semifinal between Italy and Argentina in 1990! He later admitted he forgot about the time.“

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Luxemburg also

Nach dem 1:4 in Italien riefen alle nach einem weiteren Testspielgegner, da die deutsche Mannschaft noch unter Wettkampfbedingungen üben müsse. Olli Bierhoff hörte auf diese Stimmen und besorgte noch einen weiteren Gegner: Luxemburg.

Da kann man auch gegen den FV Luckenwalde statt 2×30 Minuten 2×45 Minuten antreten, der „Wettkampfcharakter“ wäre ähnlich.

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Spanish East German Blue Eyes

Wir haben hier schon darüber diskutiert, warum denn die Azzurri traditionell in Blau spielen. Warum Deutschland, später West-Deutschland und später wieder Deutschland in Weiß spielt, ist zumindest in diesem Blog noch nicht geklärt worden, der Guardian liefert aber schon mal die Antwort darauf, warum die „DDR“ in Blau spielte:

„The answer almost certainly lies in the fact that the shirts of the East German youth movement, the so-called ‚Free German Youth (FDJ)‘ were also blue,“ said Donald Phillips. „When sport started in post-war East Germany, it was under the auspices of the FDJ,“ he continued. „The colour of the FDJ shirts was in turn chosen as a neutral response – as opposed to the red-brown shirts of the Hitler youth. The FDJ was, of course, the youth arm of the governing party of East Germany, the Socialist Unity party, formed by the remnants of the pre-Nazi era German Communist Party and SPD.“

Donald went on to say that during one match the head of the Stasi, Erich Mielke, who was watching in the directors‘ box, was told off by the East German trainer for griping about the referee. „Shut up and sit down,“ he was told, „you know nothing about football.“ Mr Mielke, bless his ideological red socks, responded with: „It’s a free country, I‘m entitled to my opinion.“

Jetzt wissen wir, warum die DDR in Blau spielte. Sollte einer meiner Leser eventuell des Englischen nicht mächtig sein, bin ich gerne bereit, das Zitat in astreinstes Deutsch zu übersetzen. Wer den Text hingegen schon im Original begreift, möge das bitte in den Kommentaren angeben. Ich arbeite schließlich an meiner Dissertation „A time to make friends: The post-modern Germany and its knowledge of English as the soccer language in the year 2006.“

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Weltexklusiv!

Wohl eher interessant für Brasilianer oder Italiener, eventuell sogar für Tschechen: Hier kann man jetzt schon ein Stück des Rasens des WM-Finales bestellen. Wie wir schon müde sind zu hören, gibt es einfach nichts mehr, was die FIFA im Rahmen ihres Fußballturniers (Würstchen und Bier zu erschwinglichen Preisen, Eintrittskarten leider nicht) nicht zu Geld zu machen versucht. Konnte man früher einfach nach dem Spiel heimlich auf den Rasen stiefeln und sich ein Stückchen rausreißen, ist jetzt schon eingraviert, wer welche Parzelle des WM-Rasens erhält, nachdem er hier auf „Jetzt bestellen“ [Link leider tot] geklickt hat.

Wahlweise in Natur oder in Acryl gegossen gibt es 20×30cm für ¤75. Das ist sogar für eine Partie Tippkick zu klein…

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Der viel zitierte Blumentopf

Der Welt gab Steven Cherundolo, amerikanischer Nationalspieler bei Hannover 96, ein Interview, in dem er Folgendes zum 1:4 der Deutschen in Florenz gegen Italien sagt:

„Aber ihr Deutsche tut immer so, als hättet ihr ein riesiges Problem. Ihr seid bei der letzten WM Vize-Weltmeister gewesen. Es war doch immer so: Stand ein wichtiges Turnier an, waren die Deutschen gerüstet. Lieber so, als anders herum. Was nützt es dir, wenn du alle Freundschaftsspiele gewinnst, aber bei der WM nicht mal einen Blumentopf.“

Recht hat er ja, wenn man nur die Weltmeisterschaften betrachtet. Aber obwohl Cherundolo in Deutschland arbeitet, scheinen ihm die letzten beiden Europameisterschaften nicht aufgefallen zu sein: 6 Spiele, kein Sieg, nur 3 Tore erzielt, 2x in der Vorrunde gescheitert. Das ist wohl das, was man dann getrost einen Blumentopf nennen kann.

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Hà Lan

Wer sich schon immer gefragt hat, was man eigentlich in Vietnam über die Europameisterschaft denkt, kann sich auf der Seite des VnExpresses informieren. Ich möchte nicht die alten Spielchen wieder aufwärmen, bei denen man als gerade frischer Internetuser es lustig fand, auf Seiten rumzusurfen, deren Schriftsatz man nicht anzeigen lassen konnte. Es ist doch aber ganz gut, zu wissen, dass Holland auf Vietnamesisch Hà Lan heißt. Und Deutschland heißt Đức, wie auch immer man das aussprechen mag. Wer also von Euch im Rahmen der WM Touristen ein Zimmerchen überlässt und dabei Besuch aus Vietnam bekommt, kann sich hier ja schon mal schlau machen.

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Erstaunlich, dass Italien auf Vietnamesisch Italy heißt. Kommt mir fast spanisch vor.

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Azzurro

Die Frage kam letztens in den Kommentaren auf, noch hat sich niemand dazu geäußert, deshalb stell ich das hier noch mal als eigenen Beitrag ein.

Weiß jemand, warum die Farbe der Trikots der italienischen Mannschaft Blau ist?

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Das sind Dinge, die

Michael Skibbe wird nach der Niederlage in Italien mit den Worten zitiert:

„Rudi Völler und ich waren vor zwei Jahren in einer ähnlichen Situation beim Spiel in Rumänien. Das sind Dinge, die passieren können.“

Jetzt mache ich mir doch tatsächlich Sorgen…

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