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Schlagwort: Mehmet Scholl

Was machen die anderen 84%?

In einer Printumfrage kam jemand zu dem Ergebnis, dass von all jenen, die sich die Spiele der EM im Fernsehen angeschaut haben, gerade einmal 16% auch das Internet als Informationsquelle bezüglich der EM genutzt haben. Holladiewaldfee, mal wieder dem Leiden des falschen Konsenses[1] aufgesessen: Ich hätte doch glatt 50% noch für einen niedrigen Wert gehalten, aber sechzehn — das schlägt meinem Konsensfass den Boden aus. Sind wohl nicht alle so wie wir hier, nur: Was machen sie dann mit ihrer Zeit? Fernsehn gucken? Bodensee-Bühne und so? Man glaubt es kaum.

Außerdem interessant: Mehmet Scholl ist besonders bei jüngeren, weiblichen Zuschauern beliebt, Monica Lierhaus hingegen bei Zuschauern ab 50. Also, irgendwie doch nicht so interessant.

[1] Falscher Konsens: Wir neigen dazu, unsere Meinung oder Reaktion als typisch für eine große Mehrheit zu betrachten, auch wenn das gar nicht stimmt. Eine Erklärung hierfür lautet, daß wir nicht gern anders sein wollen als andere, eine weitere Erklärung ist, daß sich Menschen gern in der Gesellschaft anderer bewegen, die ihnen tatsächlich ähnlich in ihren Meinungen und Reaktionen sind.

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Presseschnee von morgen: ¾ erster Spieltag

„Holland jetzt Favorit Nr. 1″ — wie man weiß, ist es im Fußball noch nie vorgekommen, dass eine Mannschaft erst ein Spiel gewinnt und dann ein Spiel verliert. Wer einmal ein Spiel gewinnt, der gewinnt per fußballimmanenter Regel zwangsläufig alle folgenden Spiele. Also zumindest bis zum nächsten. Deshalb, klar, ist Holland jetzt schon Weltmeister, während Italien die nicht nur theoretisch unmögliche Aufgabe bevorsteht, gegen Frankreich und Rumänien zu gewinnen. Etwas, was Italiener nicht gewöhnt sind: In der Vorrunde schon richtig Gas geben zu müssen. Allerdings darf man ihnen zutrauen, zu wissen, wo das Tor steht, schließlich hätte Luca Toni alle seine Chancen „bei den Bayern natürlich reingemacht“ – klar. Es liegt immer an irgendwelchen äußeren Umständen, wenn man das Tor nicht trifft, möglicherweise war das Stadion auch zu klein, selbst Oliver Kahn fiel es bekanntermaßen schwer, sich in kleinen Stadien wie in Getafe oder im Camp Nou zu motivieren. Außerdem ist es immer noch cooler, so eine Krawatte wie Donadoni zu tragen als so keine Krawatte wie Marco van Basten, der damit zu sehr an Rudi Völler erinnert, den lebendigen Beweis dafür, dass man Deutsche nicht vor internationale Fernsehkameras stellen sollte, wenn es um Mode geht.

„Deutschland nur noch Favorit Nr. 2″ — da Italien aufgrund der Gesetze des Fußballs, dass Holland kein Spiel mehr verliert, schon ausgeschieden ist, kann Deutschland eigentlich nur noch von einem Land gestoppt werden: Kroatien. Und das im nächsten Spiel. Was danach passiert, weiß man noch nicht, aber es könnte sein, dass Löws Bilanz ein bisschen verhagelt wird oder sogar, dass Podolski nach Erhalt der Mitteilung, dass er auch eine Oma aus Kroatien hat, das Toreschießen weiterhin nicht bejubelt. Er wäre wohl der erste Torschützenkönig einer EM, von dem es keine Jubelbilder gibt. Vermaledeiter fehlgeleiteter „Respekt“ vor irgendetwas. Wer auf den Platz geht, muss damit rechnen, Gegentore zu bekommen, wer den folgenden Jubel seines Gegners nicht ertragen kann, sollte lieber abends noch in der Uni-Bibliothek vorbeischauen, statt eine Fußballpartie zu beginnen.

„Das deutsche Spiel hatte Dellen“ — Netzer und Delling in Hochform, letzterer schon zuvor mit dem einen oder anderen Delling („An diesem Tage gab es auch noch andere Themen, und welche das sind, erfahren wir in den Tagesthemen.“), lassen noch mal klar erkennen, dass Uli Potofski einfach nur der falsche Sidekick für den (Kommentatoren-) frühen Günter Netzer war. Hach, gegen wen werden wir diese beiden eintauschen? Achja:

„Scholl der neue Stern am Kommentatorenhimmel“ — so einfach ist das nämlich im Fußball, man muss nur intelligenter sein als Effenberg, Basler, Matthäus und Andy Brehme einzeln oder auch zusammen, was der durchschnittliche Leser dieser Zeilen locker schafft, sonst hätte er den Weg zu dieser Seite auch nicht gefunden. Schon ist man super, toll, grandios und eigentlich waren ja sowieso alle immer schon Fan von Mehmet Scholl, obwohl der ja, o Wunder, 25 Jahre lang beim falschen Verein spielte. Der Quoten-Bayer, eine Rolle, die jetzt wohl Ribéry übernimmt, den jeder liebhaben darf. Dann natürlich erst recht, wenn er im Fernsehen über Fußball quatschen darf, und sich dabei sprachlich so verhält, als sitze er einem im Biergarten gegenüber. „Find ich voll zum Kotzen“ und ähnliche Phrasen, die man von Netzer nie hören würde, geben dem gemeinen Fan endlich die Gelegenheit, sich selbst auf Analystenaugenhöhe mit denen da im Fernsehen zu sehen. Etwas, was Klopp durch seine Taktik-Videotafel aus gutem Grunde zu verhindern weiß. Immerhin hat Scholli, wie er „liebevoll von seinen Fans genannt wird“, einen anderen Kommunikationstrainer als Lothar Matthäus, offensichtlich nämlich gar keinen. Symbadisch, schon, aber mehr erst mal noch nicht. Und die Tiefe, die da viele gesehen haben wollen, gipfelte in der Erklärung, warum Ribéry nicht rechts sondern nur links dribbeln dürfe:

Weil er auf rechts nach seinem Trick an der Eckfahne steht.

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Mehmet Scholl spricht Oliver Kahn das Talent ab

Niemals habe ich in meinem Leben einen Sportler kennen gelernt, der sich alles so hart erarbeitet hat wie Du.

(Gottseidank sind die Oliver-Kahn-Prägedächtniswochen ab morgen vorbei. Deshalb ja auch das Ding hier oben rechts. Bezüglich der im Artikel stattfindenden Modeberatung hat Scholli aber selbstredend vollkommen recht. Mit diesen komischen, bunten, würgereizverursachenden Klamotten, mit denen Kahn sich privat zeigt, will er wohl seine verpasste Jugend nachleben, die er, so viel Druck aber auch, auf dem Fußballplatz respektive Fitnessstudio verbrachte, statt einfach mal auszugehen. Männer über 30, besonders die nahe 40, die sich kleiden wie 22-Jährige, sind genant.)

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Der wahre Grund für Uli Hoeneß‘ Ausraster

Er hat doch recht: Mit einer dreckigen Hose kann man sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen.

Scheißdreckreden liegen da nahe, wenn man kurz zuvor noch Brazzo und Scholli am Flughafen getroffen hat und mit Bier überschüttet wurde. Schließlich gab es etwas zu feiern für die beiden: Seit dem 19. Mai 2007 müssen sie keine Wutausbrüche des passionierten Cholerikers mehr befürchten, der eine in Turin, der andere im Ruhestand. Es wird Zeit, dass Uli Letzerem folgt, bei so dünner Nervendecke — dreckige Hose hin oder her.

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Schon wieder Barcelona, 1999

Es war neulich erst Thema hier, jetzt ist es das schon wieder, mit neuen Sichtweisen. Wie findige youtube-Spezialisten herausgefunden haben, gibt es von den entscheidenden Minuten im Camp Nou auch Aufzeichnungen einer Hintertorkamera. Fast schon rührend, wie Collina die niedergeschlagenen Bayern zum Weiterspielen animieren will. Und wenn ich mich nicht täusche, ist es der jüngst zurückgetretene Mehmet Scholl mit der Nr. 7, der als erster wieder aufsteht und noch den Ausgleich erzielen will. Das Bild vom platt am Boden liegenden Oliver Kahn „erinnert“ an das Finale der WM 2002.

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Wer ist Mehmet Scholl?

Dariusz Wosz beendet heute seine Karriere beim Auswärtsspiel des VfL Bochum bei Borussia Mönchengladbach. Eventuell kommt er sogar noch mal zum Einsatz. Danach wird er als Grinsekätzchen beim VfL Bochum tätig sein und mit seinem Grinsen jugendliche Fußballspieler im Trikot des VfL Bochum erheitern. Vielleicht erklärt er ihnen auch, was der Unterschied zwischen einem direkten und einem indirekten Freistoß ist. Falls er es weiß.

Dariusz hat übrigens lustige Flash-Spielchen auf seiner Webseite, bei denen aber zum Großteil die Nutzungsdauer bereits abgelaufen ist.

Nachtrag: Und in der 70. Minute ist er dann wirklich eingewechselt worden.

Nachtrag: Und dann macht er, gerade so wie Mehmet Scholl, in seinem letzten Spiel auch noch ein Tor.

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… und zwei Mal Aluminium

Obwohl ich es doch live in meiner Dachkemenate (damals noch bei meinen Eltern) mit dem versammelten Mob aus meinem Stadtteil geschaut habe, war es mir entfallen. Die Bayern haben ja nicht nur das Champions-League-Finale 1999 in Barcelona ganz bitter durch zwei Gegentore in den letzten Sekunden der Partie verloren. Nein, sie haben ja noch dazu zwei Mal zuvor Latte bzw. Pfosten getroffen, womit die Partie dann entschieden gewesen wäre. Ich erinnere mich deutlich an das Gebrüll der Bayern-Fraktion in meiner Kemenate, genauso deutlich erinnere ich mich an das Anti-Bayern-Gebrüll nach den zwei Toren für Manchester. Komisch, dass da Janckers fabulöser Fallrückzieher an die Latte sowie Scholls chip an den Pfosten rausgefallen ist. Aber wozu gibt es youtube?

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Ich Roque

Ich würde gerne ausführlich über „Ich Roque“ Santa Cruz schreiben. Doch leider hat sich mit diesen paar Buchstaben schon alles erschöpft, was er verdient hätte.

Einzig, dass Ottmar Hitzfeld bezüglich Roque so zitiert wird, dass dieser „sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat“, sollte man hinzufügen. Möglicherweise hat Hitzfeld ja auch recht: Roque, der große Fußballstar, nur wissen wir alle das noch nicht. Die Frage, wie jemand es sieben (!) Jahre lang schafft, sein Talent (oder möglicherweise sogar seine Fähigkeiten) so geschickt zu verschleiern, dass nur Hitzfeld diese sehen kann, darf uns allerdings schon in Erstaunen versetzen. Nun ist Roque-Bashing noch billiger als Kahn-Bashing, man kann hier eine lange Liste von Spielern oder Trainern oder Managern oder Sportdirektoren anlegen, auf denen immer alle rumhacken, witziger oder lesenswerter wird es dadurch trotzdem nicht:

Roque („Ich“) himself, David Jarolim, Lukas Podolski, seit er bei den Bayern spielt, Thomas Strunz, Dieter Hoeneß, Holger Fach, Marco Pantelic, Peter (jaja) Neururer, Carsten Ramelow, Oliver Bierhoff und neuerdings auch Lars Ricken.

Es gibt so viele am Fußball Beteiligte, die nie ein gutes Haar an sich wachsen sehen, weil eben keiner ein solches an ihnen lässt. Ob das immer gerechtfertigt ist, wage ich in den meisten Fällen nicht zu beurteilen. Bei („Ich“) Roque sind die Verhältnisse allerdings so klar wie ich den Nachthimmel über der Antarktis wähne: Vollkommen überschätzt, und das inzwischen fast seit Jahrzehnten. So kann man natürlich auch Rekordmeisterspieler der Bundesliga werden. Einfach immer auf der Bank sitzen, 15-20 Spiele pro Saison als Einwechselspieler haben und früher oder später Mehmet Scholl mit seinen 8 Titeln als Rekordmeisterspieler ablösen.

Ich würde noch nicht mal annehmen, dass Roque sich wirklich daran störte. Er hat schon 50% der Zeit seiner Karriere im Hinterstüberl der Showbühne verbracht, warum sollte er das alles plötzlich anders sehen? Nun, er tut es offenbar, was mir nicht ganz verständlich ist: Woher dieser plötzliche Sinneswandel, wenn er schon vor fünf Jahren hätte wechseln sollen?

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You have to win Spiel

Die Sportfreunde Stiller haben vor ein paar Tagen eine neue Platte herausgebracht. Wie der Bandname schon sagt, sind die Sportfreunde Stiller relativ Sport- und im Besonderen Fußball-affin. Da sie aus München stammen, kann man sich denken, mit welchen Oberfuzzies des deutschen Fußballs sie viel zu tun haben. Einen Sampler, von Mehmet Scholl selbst zusammengestellt, haben sie angeregt. Danach haben sie ein Lied mit dem Calle Del‘Haye dieses Jahrzehnts gemacht: mit Roque Santa Cruz, Titel des Stücks ist: „Ich Roque“. Nun ist das neue Album nach einem Originalzitat von Bixente Lizarazu benannt:

„You have to win Zweikampf“

[photopress:sportfreundestiller.jpg,full,centered]
Wenn der Bixente (und die Sportfreunde) sich da mal nicht irren. Das ist eine dieser vielen mythisch anmutenden Fußball“weisheiten“, die noch nie überprüft wurden. Ich bin der Meinung, die gewonnenen Zweikämpfe nützen einem nicht viel, wenn man danach einen Fehlpaß spielt. Gut, das ist jetzt etwas sehr polemisch, aber ob man in erster Linie über gewonnene Zweikämpfe das eigentliche Ziel des Spiels erreicht — es zu gewinnen — da bleibe ich skeptisch. Wir werden das in Kürze ausführlicher diskutieren.

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Was scholl ich in der Nationalelf?

Nein, liebe Leute, Mehmet scholl zu Hause bleiben. Er scholl nicht für Deutschland spielen. Das hat einen ganz einfachen Grund. Er ist seit Jahren nur noch eine Ersatzwurst und was soll man mit einem Spieler, der immer nur 20 Minuten pro Spiel spielen „kann“? Bei der WM spielen wir außerdem nicht gegen Arminia Bielefeld und können da in der 85. Minute gegen platte Verteidiger ein bißchen zaubern. Unsere — möglichen — Gegner heißen England, Argentinien oder die Niederlande. Ich glaube nicht, dass deren Verteidiger sich einfach so ausschollen lassen.

Abgesehen davon denke ich, dass diese „holt Scholl in die Nationalelf“-Aktion in erster Linie von Wehmut und Schollalgie (in Anlehnung an Ostalgie) geprägt ist, weil der „Scholli“ bald die Scholle an den Nagel hängt, und nicht von seinen tatsächlichen Leistungen. Seit 1989 spielt er in der Bundesliga, da gibt es viele, die kennen die Bundesliga gar nicht ohne Scholl. Und so wie man eben ein wenig an dem superalten gammeligen Abi-Shirt hängt, hängt man auch am „Mehmet“.

Es gibt aber einen, der noch länger aktiv ist, und den man aus ähnlichen Gründen in die Nationalelf holen sollte, kurz bevor er seine Karriere beendet: Claus Reitmaier. Ja.

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Wat is eijentlich eene Tschocka?

Der Radioreporter im Müncher Olympia Stadion sprach am Samstag beim Spiel Bayern gegen Bielefeld davon, dass Mehmet Scholl, der Scholli, der beste Tschocka der Bundesliga ist. Aber… meine lieben Herren: Was soll ein Tschocka sein? Ich verstehe diesen Mann nicht, akustisch.

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