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Schlagwort: Niederlande

De Kuip

Eigentlich denkt man doch, dass die meisten Europapokalfinals in den großen Städten dieses Kontinents stattgefunden haben müssten. Spontan fallen mir vor allem das Wembley-Stadion und das Santiago Bernabeu ein, die ich favorisiert hätte bei dieser Frage.

Zu meiner großen Überraschung ist es aber das „De Kuip“ im eher kleinen Rotterdam, das die meisten Europapokalfinals gesehen hat.

Genauso überraschend steht an zweiter Stelle dieser Liste das Heyselstadion. Belgien und die Niederlande, möglicherweise wegen ihrer recht zentralen Lage in Europa so häufig ausgewählt, möglicherweise aber auch wegen ihrer großen Liebe zum Fußball, die man bei Franzosen, Schweizern oder Dänen in den frühen Jahren des europäischen internationalen Fußballs nicht unbedingt immer voraussetzen konnte.

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Deichwärter Thiel

Eine schöne Sicht auf das, was aus dem im Herbst 2002 abgerissenen Rheinstadion geworden ist. Die Reste des Stadions gingen in den niederländischen Deichbau.

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3:8 — 1978 3x 0:0

Kann irgendjemand mit diesen Zahlenkombinationen etwas anfangen? Sie stellen die höchste deutsche WM-Niederlage und die Zahl der meisten 0:0-Remis bei einem WM-Turnier von deutschen Mannschaften dar. Falls jemand das anzweifelt, möge er unten stehende Liste bemühen.

(Bundes-)Deutsche WM-Niederlagen

1934
Halbfinale Tschechoslowakei 1:3

1938
Achtelfinale Schweiz 2:4

1954
Vorrunde Ungarn 3:8

1958
Halbfinale Schweden 1:3
3. Platz Frankreich 3:6

1962
Viertelfinale Jugoslawien 0:1

1966
Finale England 2:4 n. V.

1970
Halbfinale Italien 3:4 n. V.

1974
Vorrunde DDR 0:1

1978
2. Runde Österreich 2:3

1982
Vorrunde Algerien 1:2
Finale Italien 1:3

1986
Vorrunde Dänemark 0:2
Finale Argentinien 2:3

1994
Viertelfinale Bulgarien 1:2

1998
Viertelfinale Kroatien 0:3

2002
Finale Brasilien 0:2

2006
Halbfinale Italien 0:2 n. V.

(Bundes-)Deutsche WM-Remis

1934
Achtelfinale Schweiz 1:1

1958
Vorrunde CSSR 2:2
Vorrunde Nordirland 2:2

1962
Vorrunde Italien 0:0

1966
Vorrunde Argentinien 2:2

1978
Vorrunde Tunesien 0:0
Vorrunde Polen 0:0
2. Runde Italien 0:0
2. Runde Niederlande 2:2

1982
2. Runde England 0:0

1986
Vorrunde Uruguay 1:1

1990
Vorrunde Kolumbien 1:1

1994
Vorrunde Spanien 1:1

1998
Vorrunde Jugoslawien 2:2

2002
Vorrunde Irland 1:1

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Seltenheitswert

Das heutige Finale hat Seltenheitswert. Zum ersten Mal seit 1978 stehen weder Brasilien noch Deutschland im Endspiel. Um es genauer zu sagen, erst zum zweiten Mal seit 1954 überhaupt stehen weder Brasilien noch Deutschland im Endspiel und die einzige Ausnahme davon war eben jenes Finale 1978.

1954 Deutschland — Ungarn
1958 Brasilien — Schweden
1962 Brasilien — Tschechoslowakei
1966 England — Deutschland
1970 Brasilien — Italien
1974 Deutschland — Niederlande
1978 Argentinien — Niederlande
1982 Italien — Deutschland
1986 Argentinien — Deutschland
1990 Deutschland — Argentinien
1994 Brasilien — Italien
1998 Frankreich — Brasilien
2002 Brasilien — Deutschland
2006 Frankreich — Italien

Wer es weniger mit Zahlen und eher mit den handelnden Person hält, dem sei gesagt: Nachdem gestern die „Großen“ Luis Figo und Oliver Kahn bereits ihr letztes Länderspiel absolviert haben, gilt dies heute für den „ganz Großen“ Zinedine Zidane sowie seinen Gefolgsmann bei den Bleus Lilian Thuram. Adieu (was ja, wie wir wissen, „zu Gott“ bedeutet, womit wiederum nur Zidane gemeint sein kann)!

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Ich bin allein auf diesem Planeten

Wo man hinschaut, alle fanden dieses Achtelfinale der Schweiz gegen die Ukraine langweilig, einschläfernd, fast eine Frechheit. Die neutralen — nehme ich an — Zuschauer in Köln pfiffen nach 45 und nach 90 Minuten, die Reporter (1. Halbzeit für mich: Béla Rèthy, 2. Halbzeit: Premiere-Hampelmann) überboten sich darin, das Spiel schlecht zu reden, bzw. es als schlecht einzustufen.

Der Guardian schreibt von einem „dull game“, Franz Beckenbauer und Josef Sepp Blatter langweilten sich auf der Tribüne so sehr, dass sie sogar vergaßen, dass sie sich nicht leiden können. In der Lokalität, in der ich das Spiel sah, war überhaupt keine Stimmung. Dieses Spiel wird zugegebenermaßen auch nicht in die Annalen der WM-Geschichte eingehen. Niemand (außer den Schweizern) wird sich in zwei Jahren noch an dieses Spiel erinnern, das ja angeblich so fürchterbar-grausam gewesen sein soll.

Ich aber sage (Jesajah, drittes Buch, vierter Vers): Im Gegensatz zum Spiel Portugal — Niederlande lief 120 Minuten lang der Ball flüssig, es gab kein Getrete und kein Gezerre, kein Zerpfeifen der Partie, es gab endlos lange, ununterbrochene Spielszenen, das Spiel wog hin und her, es gab zwei Lattentreffer und eine Reihe von großen Beinahe-Chancen, wir haben schöne kleine Tricks gesehen, gelungene Grätschen und ein Schweizer Publikum, das nicht müde wurde, seine Recken anzufeuern.

Wir haben Fußball gesehen, meine lieben Leute. Fußball ist so (ein Klugscheißersternchen für mich). Und ich bin froh, dass ich dieses Spiel sehen konnte, in voller Länge, mit einem eher unspektakulären Abschluss, aber mit einem Spielstand, der 120 Minuten lang alles für beide Seiten offen ließ. Ich möchte Spielszenen sehen, wie steile Pässe den berühmten Rudi-Völlerschen-Tick zu lang sind, wie im Mittelfeld auf engstem Raum kombiniert wird und wie an der Eckfahne im Eins-gegen-Drei versucht wird, den Einwurf für die eigene Mannschaft herauszuholen. Ich möchte sehen, wie sich das Spiel auf nur 50 Metern um den Mittelkreis herumbewegt, mit welcher Präzision die Spieler Pässe quer über den Platz spielen, wie Annahmen mit der Brust direkt von zwei Gegenspielern abgegriffen werden und wie ein Spiel davon lebt, dass es hier für beide Mannschaften um alles geht, die Spannung bis zur 120. Minute nicht aufgelöst wird.

Ihr wollt Tore sehen? Geht zum Handball. Das hier ist Fußball.

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Finde die nicht verwarnten Spieler

Ein kleines Gewinnspielchen, diesmal ohne zu gewinnenden Preis. Kann jeder zu Hause selbst lösen, es kostet allerdings ein bißchen Zeit. Finde alle nicht verwarnten Spieler:

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Zu blöd

Manche Spieler sind einfach zu blöd, die (neuen) Regeln des Spiels zu kennen. Die bei dieser WM neuen Anweisungen könnte man auf weniger als einer halben DIN-A-4-Seite zusammenfassen. Selbst dafür ist bei manchen aber der Arbeitsspeicher nicht groß genug.

Deco fliegt gerade im Spiel Portugal — Niederlande mit Gelb-Rot vom Platz, weil er nach einer Schiedsrichterentscheidung für die Niederlande den Ball noch in die Hand nimmt und dem den Freistoß ausführen wollenden Cocu vorenthält. Dass Cocu Deco dann niederringt, wäre zwar auch bestrafungswürdig, ist in dem Fall aber nicht das Thema.

Wenn doch jeder vor der WM lesen kann, dass solche Aktionen wie die von Deco zwangsläufig mit Gelb bestraft werden, warum macht er dann sowas trotzdem noch? Angesichts der Verhältnisse ist diese Aktion für sich schon Gelb-Rot-würdig gewesen: Eine gelbe Karte fürs Zeitspiel und eine gelbe Karte für extreme Dummheit.

Viel Spaß unter der Dusche, Deco.

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Allemagne: six points

Und weil die Gruppenphase jetzt vorbei ist, werfen wir einen Blick auf die Vorrundentabellen, wie sie nach der Zwei-Punkte-Regel ausgesehen hätten und fragen uns, ob dann eventuell andere Mannschaften weitergekommen wären:

Gruppe A

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Deutschland 8:2 +6 6-0
2. Ekuador 5:3 +2 4-2
3. Polen 2:4 -2 2-4
4. Costa Rica 3:9 -6 0-6

Gruppe B

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. England 5:2 +3 5-1
2. Schweden 3:2 +1 4-2
3. Paraguay 2:2 0 2-4
4. Trinidad & Tobago 0:4 -4 1-5

Gruppe C

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Argentinien 8:1 +7 5-1
2. Niederlande 3:1 +2 5-1
3. Elfenbeinküste 5:6 -1 2-4
4. Serbien-Montenegro 2:10 -8 0-6

Gruppe D

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Portugal 5:1 +4 6-0
2. Mexiko 4:3 +1 3-3
3. Angola 1:2 -1 2-4
4. Iran 3:6 -3 1-5

Gruppe E

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Italien 5:1 +4 5-1
2. Ghana 4:3 +1 4-2
3. Tschechien 3:4 -1 2-4
4. USA 2:6 -4 1-5

Gruppe F

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Brasilien 7:1 +6 6-0
2. Australien 5:5 0 3-3
3. Kroatien 2:3 -1 2-4
4. Japan 2:7 -5 1-5

Gruppe G

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Schweiz 4:0 +4 5-1
2. Frankreich 3:1 +2 4-2
3. Südkorea 3:4 -1 3-3
4. Togo 1:6 -5 0-6

Gruppe H

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Spanien 8:1 +7 6-0
2. Ukraine 5:4 +1 4-2
3. Tunesien 3:7 -4 1-5
4. Saudi-Arabien 2:7 -5 1-5

Und the winner is: nö, keiner. Es wären keine anderen Mannschaften weitergekommen. Tja, ganz schön viel Scrollerei für so eine dürftige Information, woll?

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Der Hammer, ein nützliches Werkzeug

Wenn man von Hammergruppen spricht oder schlimmer noch von „Todesgruppen“, wie man es in Bezug auf die Gruppe C mit den Niederlanden, Argentinien, Elfenbeinküste und Serbien-Montenegro gerne tut, dabei aber auch Gruppe E mit Italien, Ghana, den USA und Tschechien nicht außer acht lässt, sollte man allerdings auch mal einen Blick auf frühere Vorrundengruppen werfen. Ich nenne mal ein paar Beispiele:

1978
Gruppe I

Italien
Argentinien
Frankreich
Ungarn

1982
Gruppe 4

England
Frankreich
Tschechoslowakei
Kuweit

1970
Gruppe III

Brasilien
England
Rumänien
Tschechoslowakei

1966
Gruppe B

Deutschland
Argentinien
Spanien
Schweiz

Und außerhalb der Wertung, weil 2. Finalrundengruppe:

1974
Gruppe A

Argentinien
Niederlande
Brasilien
DDR

1982
Gruppe C

Italien
Argentinien
Brasilien

Diese beiden Zwischenrundengruppen sind wohl das „härteste“, was je bei einer WM außerhalb von KO-Runden-Spielen aufeinander getroffen ist.

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Ohne Holland fahrn wir zur WM

„Ohne Holland fahrn wir zur WM“, das sangen viele deutsche Fans im Frühjahr und im Sommer 2002, als sich Holland nach einem 0:1 in Irland gar nicht erst für die WM qualifizieren konnte. Jetzt spielt Holland gerade in Stuttgart gegen die Elfenbeinküste und führt mit 2:1. Mit diesem Ergebnis wäre Holland fürs Achtelfinale qualifiziert. Das bewegt die holländischen Fans (das halbe Stadion ist in orange getaucht) dazu, Folgendes zu singen:

„Ohne Deutschland fahrn wir nach Berlin!“

— und zwar auf deutsch! Nette Geste, zu Gast bei Freunden eben.

Klar, dass Reinhold Beckmann kein Wort darüber verliert. Vor lauter Platitüdengedresche hat er es wahrscheinlich gar nicht mitbekommen.

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Déjà vu

Jugoslawien Serbien-Montenegro lässt sich ohne Gegenwehr abschlachten und kriegt ein halbes Dutzend Tore. Das kenn ich doch, das kenn ich doch… ahja. Damals war’s, bei der EM 2000. Die Niederlande hat dann trotzdem das Turnier nicht gewonnen, also macht Euch keine Sorgen. Argentinien ist zwar stark, aber jeder Fußballinteressierte weiß, wie leicht es ist, eine Mannschaft auseinanderzunehmen, die „auseinanderfällt“, sprich: in der nicht mehr gegen die drohende Niederlage gekämpft wird. Es ist kinderleicht.

Gleichzeitig aber auch ziemlich peinlich für Serbien-Montenegro. Was suchen Leute mit einer solchen Einstellung bei einer WM?

Es gibt dann immer die Stimmen, die sagen: ob 0:4 oder 0:6, das ist doch egal. Nein, meine lieben Herren, wenn das egal wäre, bräuchte man gar nicht erst aufzulaufen.

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