Ultras, go home! (Reclaim the game)

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Ein wenig spät, dieser Beitrag, ein ganz klein wenig populistisch auch. Ein ganz klein wenig auch davon eingefärbt, dass man hier als Fußballzuschauer im Stadion gerne das Spiel erleben, erfahren und leben möchte, und die x Euronen nicht dafür abgedrückt hat, von sich selbst feiernden Dauergesängen beschallt zu werden, denn sonst wäre man zum Männerchor-Konzert gegangen.

Aber:

Wer ernsthaft glaubt, „der Verein“ zu sein, nur weil er a) manisch zu allen Spielen hinfährt, die dieser Verein irgendwo hat (übrigens beschränkt sich dieses Phänomen nicht auf Fußball allein, es gibt auch durchaus nicht wenige „Fans“, welche einer Band zu allen ihren Konzerten hinterherreisen, so weit das finanziell und von der Entfernung her machbar ist, allerdings schreiben diese Band-Fans den Bands selten vor, wie viele Autogramme sie zu geben haben und welche Songs im jeweiligen Set gespielt werden sollen) und b) ohne jegliches Gespür 90 Minuten lang die gleichen Gesänge singt, gänzlich unabhängig vom Spielstand; wer ernsthaft glaubt, aus diesem seinen befremdlichen Verhalten, welches in der Organisation der Hierarchie der übrigen Teilnehmenden noch dazu äußerst konservativ-militärisch strukturiert zu sein scheint, einen Anspruch auf einen Einfluss innerhalb eines Vereins ableiten zu können, der ist kein „Fan“, der ist kein „Ultra“ oder „Hooltra“ (tolle Wortschöpfung von the one and only Gunter Pilz), der ist vor allem eins:

bescheuert.

Man könnte auch sagen: weltfremd. Vielleicht ist er auch einfach nur jung und ist da zufällig so reingewachsen. Aber ach, der Welt ist er ja gar nicht so fremd. Denn: In den Stadien hat er sich tatsächlich zu so etwas wie einem Staat im Staate heraufgedrangsaliert. Und glaubt jetzt, weil er in seiner Freizeit, wozu ihn niemand gebeten hat, lange Fahnen bastelt, Papierschnipsel (Autist eben) zusammenschneidet, die man dann innerhalb von nur 90 Sekunden in die Luft hält, schmeißt oder sonstwas und vorbei ist der Effekt, dass er einem Fußballverein sagen könne, wo es lang zu gehen habe oder auch nicht.

Und wer dann solche Floskeln benutzt wie (den weinerlichen Unterton bitte dazu denken): „Aber wenn das in Südland (wo auch immer dieses Südland liegen mag) passiert, wird es immer als tolle Atmosphäre abgefeiert, wenn man anderen Menschen mit 1000° heißen Flammen die Beine abfackelt, warum denn hier nicht?“

Wer solch kranker Fan ist, dass er sein Leben einem etwas widmet, das gar nicht existiert, außer in seinen Wahnvorstellungen, der gehört auf die Couch.

Dass das für zig Tausende Fans in Deutschland gilt und nicht nur für die Ultras – geschenkt. Der entscheidende Unterschied zwischen den wenigen, die glauben, der Staat im Staate zu sein, und jenen, die zwar ebenso autistisch sind, aber gewaltfrei, ist, dass Letztere von sich nicht behaupten, der Verein zu sein. Und das hier ist übrigens Napoleon, er hat immer Ausgang zwischen 14h und 16h, dann führt ihn die Schwester im Park herum.

Andere Teil-Aspekte dieser Argumentation, dass z. B. ein Dauergesang ungefähr so spielbeeinflussend und spieler-motivierend ist wie ein 92 Tage lang aufs Wellblechdach prasselnder Monsun, wie das stete Zirpen der Grillen in einer lauen Sommernacht oder wie das Rattern eines D-Zugs auf der Strecke zwischen Warschau und Bordeaux, werden für weitere Beiträge aufgespart, sind aber nicht minder relevant.

Und „Pyrotechnik“ und „Feuerwerkskörper“ findet wohl auch nur jener noch in irgendeiner Form amüsant, dem noch nicht das Trommelfell oder noch mehr im Ohr zerrissen wurde, woraufhin jeglicher Gleichgewichtssinn flöten geht, frag nach bei Georg Koch. Und mit kaputtem Gleichgewichtssinn ist gerne mal ohne Anlass kotzen, weil man nicht mehr gerade stehen noch sehen kann — selbst wenn man bereits auf dem Krankenhausbett liegt.

Aber im Südland — jenem imaginären Traumland der Ultras — gibt es natürlich keine kaputten Gleichgewichtssinne. Abgesehen von den eigenen kaputten Gleichgewichtsinnen in Bezug auf die realen Begebenheiten.

Ein Fußballspiel ist mehr oder minder interessant durch seinen Spielverlauf. Da kann man auf ein paar Fahnen und ein paar Papierschnipsel und ein paar 1000° heiße Flammen verzichten. Denn der Verlauf und vor allem der Ausgang des Spiels entscheiden über die Stimmung. Das allerdings natürlich nur dann, wenn man sich für den Spielverlauf interessiert.

Wir schalten zurück zum Abenteurspielplatz Fußballplatz Krankenhaus Funkhaus.

87 Kommentare

  1. Am besten alle Fans ausschließen.
    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten

  2. Trainer, ich stimme dir zu und kann deinem Beitrag gar nicht mehr viel hinzufügen.

    Vielleicht noch der etwas überzogene Vorschlag, dass sich die Vereine doch noch einmal intensiv mit der Vuvuzela auseinandersetzen. Sie sollten dieses himmlische Instrument sogar kostenlos an alle Zuschauer verteilen. Das würde einige Problem gleichzeitig lösen: Man müsste den Ton bei Übertragungen zwangsweise ausschalten und müsste das dann nicht mal mehr allein auf die unerträglichen Kommentatoren schieben. Im Stadion würde man die Ultras nicht mehr hören. Außerdem würden sie schnell die Lust verlieren an ihren Dauergesängen. Schließlich werden sie selbst sich nicht einmal mehr hören können. Und schließlich kann sich niemand mehr über vermeintlich schlechte Stimmung beschweren. Man hätte eindeutig die lauteren Stadien als in Südland. Zu den Vuvuzelas vielleicht noch Konfettikanonen und der Kinderklamauk wäre perfekt.

    Oder: Man kehrt dem Fußball den Rücken. Wartet bis der ganze Trubel vorbei ist und man wieder ganz in Ruhe Fußball gucken kann. So in 20, 30 Jahren vielleicht. Wenn man denn die Zeit und Geduld dafür findet.

  3. Stefan, das hast Du schön gesagt.

    Zu den 20-30 Jahren von Enno sei jedoch angemerkt, dass man vor 20-30 Jahren ebenfalls wegen der Zuschauer kein Fussballspiel vor Ort aushalten konnte. Denn diese waren in aller Regel mit Druckgasfanfaren ausgestattet, welche sie wie ein Autist 90 Min. lang hin und wieder drückten, gänzlich unabhängig vom Spielstand.

    Vielleicht haben wir in den Jahren rund um die Jahrtausendwende, in denen die Stadien zwar voll waren, und auch voll mit Bekloppten, aber relativ frei von Gewalttätern und Dauergesängen, vielleicht haben wir in diesen Jahren die positive Ausnahme von der deprimierenden Regel erlebt? Und nicht anders herum?

  4. Grandios. Danke!

  5. Nunja. Teilweise geb ich dem Trainer recht, teilweise auch nicht.

    Mir kann jedenfalls keiner glaubhaft erzählen, dass er nur wegen des Geschehens auf dem grünen Rasen ins Stadion geht. Fans und deren Gesänge sind folkloristischen Elemente des Profifußballs und gehören auch für Nicht-Stimmungsmacher und sich weitestgehend auf das Spiel konzentrierende Zuseher zum „Erlebnis Stadion“ einfach dazu. Und ohne Ultras würde in den Kurven nunmal noch tötere Hose herrschen, als das hierzulande sowieso schon der Fall ist.

    Völlig richtig ist natürlich, dass total vom Spielverlauf abgekoppelte Dauergesänge und dieser weinerliche Deppenpathos vieler Ultragruppierungen nervt wie sonstwas.

  6. Welch wahre Worte.

    Und zum Thema „Fresse halten“: Wie öft wünsche ich mir genau das bei der bescheuerten Ultra-Dauerbeschallung.

  7. Na gut, ich glaube Dir. Aber nur Dir. Ist aber auch ein bisschen hypotethisch, schließlich versammeln sich selbst auf den unmächtigen Tribünen von „De Koel“ ein paar Krachmacher. Zu Wesel kann ich nix sagen. ;-)

    Und zum zweiten Punkt: Doch, ich finde, verglichen mit einige Süd- und anderen Ländern, kommen in deutschen Stadien idR wenig Atmosphäre auf.

  8. Wollte eigentlich immer schon einmal ein paar Worte zu dem Thema verlieren. Hab‘ nur die Worte, die Du hier gefunden hast, nie gefunden.

  9. Wahre Worte gelassen ausgesprochen.
    Was geht mir diese Dauerdröhnung im Stadion auf den Senkel. Nichts gegen Fankultur, aber was da abgeht spottet jeder Beschreibung. Als Jugendlicher stand ich auch in den Kurven in der alten Radrennbahn oder im Müngersdorf Stadion. Es gab auch Gesänge aber nicht die ganze Zeit, ich finde das nur noch langweilig.

  10. Dann setzt euch doch lieber mit ner Tüte Popcorn ins Kino und schaut euch nen Film an… anstatt Samstags ins Stadion zu gehen.

  11. Oernie, Du hast ja so Recht: lieber ins Kino gehen. Allerdings sollte das für die Ultras gelten, denn wir (mehrheitlich hier) wollen das Spiel sehen und erleben, wie auch oben schon steht.

  12. Ey Dieter, wirst Du nicht Zurwehme geschrieben?

  13. Erstens ist hierzulande nicht „tote Hose“ im Stadion und zweitens kann ich Dir sehr wohl erzählen, dass ich ins Stadion gehe, um das Spiel zu sehen. Wenn keiner singt, gehe ich trotzdem hin. Ich geh ja auch nach Venlo ins Stadion oder nach Wesel. Wegen des Spiels, nicht wegen der nicht vorhandenen Gesänge.

    Wegen des Spiels. Ist doch ganz einfach.

  14. Wie bei Jens: Teils Zustimmung, teils nicht.

    Es gibt genug Aspekte der Ultra-Bewegung, die auch ich kritisiere, darunter zu wenig spielbezogene Impulse im Anfeuern, oftmals fehlende Selbstkritik und verschlossene, elitäre Strukturen.

    Aber die Kritiker der Ultras machen es sich in ihrer Kritik nicht minder einfach und „Reclaim the Game!“ bleibt auch nur eine Floskel. Ich lese in letzter Zeit zwar immer den Begriff „Roar“, der wohl sowas wie der heilige Gral der Ultra-Gegner darstellt, aber der Diskussion selbst folgen in wenigen Fällen auch Taten. Sprich: Keine Initiative, die mal selbst stimmungsmäßig etwas verbessern will. Und so ändere ich keine Stimmung, geschweige denn Ultra-Gruppen.

  15. Ich denke aber das Gesänge im Stadion definitiv dazu gehören und das es durchaus die Mannschaft nach vorne peitschen kann. Denn die die Stimmung geht an denen nicht vorbei oder warum sprechen die oft von fantastischer Stimmung etc.
    Durch kontinuierliches Auspfeifen der gegnerischen Mannschaft kann man junge, unerfahrene Spieler nervös machen kann. Wenn ich mir letzte Woche das Spiel Frankfurt gegen Bayern anschaue… da wurde der FCB bei jedem Ballkontakt nachher ausgepfiffen, die Stimmung war super. Da können junge, unerfahrene Spieler wie Alalba nervös werden und machen Fehler. Das meine Meinung… klar beweisen kann ich das nicht.
    Und diese Stimmung geht letztendlich meistens von den Ultras aus. Und ja… mir gefällt auch bengalisches Feuer in Stadien, weils einfach die Stimmung aufheizt.

    Eintritt zahlen – Platz nehmen – nach 90. Minuten applaudieren – wieder gehen. Emotionen zeigen verboten… mir wärs zu langweilig.

  16. Ja.

    Auch wenn ich, aufgrund vermutet stärkerer Vereinsgebundenheit mehr Autist bin als du und vielleicht die rüden Worte gegen das Autistsein an und für sich ein wenig abmindern wollen würde: Ja. Vor allem bitte: „Denn der Verlauf und vor allem der Ausgang des Spiels entscheiden über die Stimmung. Das allerdings natürlich nur dann, wenn man sich für den Spielverlauf interessiert.“ Ja. Sagte ich schon: Ja?

    Und zu „Vor 20, 30 Jahren war es anders, aber auch nicht besser“: Stimmt. „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus! und „Liverpool, Liverpool!“ (Um den Großtaten Liverpooler Fans im Heyselstadion zu huldigen) in jedem Stadion der Republik zu hören, war nicht besser, eindeutig.

    Aber trotzdem, ich sagte es vermutlich doch bereits: Ja.

  17. das schlimmste an der sache ist doch dass die ultras zu dumm sind um zu merken, dass sie nur als folkloregruppen für die gelangweilten business-lounge-besucher fungieren. die fans, also diejenigen, die noch wegen des sporterlebnisses ins stadion gehen, werden zwischen proseccotrinkenden managergattinen und sich selbt genügenden ultras zerrieben.

  18. Ihr würdet euch also auch ganz alleine in ein leeres Stadion setzen und fremden Menschen beim Kicken zuschauen (wenn man auch selber spielen könnte)? Ja? DAS nenne ich dann „autistisch“. ;-)

    Naja.. wie gesagt: hypothetisch, denn die anderen Zuschauer sind ja nunmal da.

  19. @sor: Ich verurteile Deine Haltung auch nicht, zumal ich Deinen letzter Beitrag fast schon unterschreiben würde (vgl. „primär“ vs. „nur wegen“). Ich glaube allerdings (ohne Dich zu kennen): Fiele das ganze „Drumherum“ urplötzlich weg, würde auch Dir etwas fehlen.

  20. mich wundert es ein wenig, dass nicht geglaubt wird, dass manche nur wegen dem Spiel ins Stadion gehen.

  21. Darf ich in dem Zusammenhang Ultras und Stimmung mal wieder auf einen eigenen Beitrag verlinken („Weg mit dem Megaphon“ – jetzt auch schon vier Jahre alt)?

    http://suedtribuene.twoday.net/stories/1867676/

  22. Jens:

    Ich gehe nur wegen des Geschehens auf dem grünen Rasen ins Stadion. Das gilt für die Bundesliga genauso wie für Amateurspiele. Mich interessiert, wie meine Lieblingsmannschaft spielt. Ob sie gewinnt oder nicht. Und nicht, wie laut und schön irgendwelche zahlenden Zuschauer singen und was sie sich darauf einbilden.

  23. wegeb des Spiels – man kann es echt nicht oft genug sagen

  24. @Trainer: Bitte keine Aussagen aus dem zusammenhag greifen. Ich habe geschrieben: „_alleine_ in ein _leeres_ Stadion setzen und fremden Menschen beim Kicken zuschauen“ – die Betonung lag nicht unbedingt auf den Fremden.

    Mit Rene Renno würde ich sehr gerne mal ein Bier trinken gehen. Der Bursche hat wegen seiner geheimen Geimtaktik-Bücher aber nie Zeit. Die Dinger werden ihm ja förmlich aus der Hand gerissen.

    Mir ging es eigentlich nur darum: Ich verstehe es, wenn jemand sagt, dass er hauptsächlich wegen des Spiels ins Stadion geht. Geht mir ja auch nicht anders, wenn ein Verein spielt für den ich was empfinde. Mit der Aussage „ich gehe _nur_ wegen des Spiels hin“ tue ich mich – wie gesagt – aber etwa schwer.

    Und ja, mein Verhältnis zum Fußball weist, ganz selbstkritisch betrachtet, vermutlich wirklich autistische Züge aus. Muss ich mit leben.

    @sor: Touché. ;-)

  25. Sorry, nochmal an sor: Danke! Welcher Text war das?

  26. Ja, Jens.
    Denn mir geht es um den Genuss des Spiels als solches. Weniger um das Drumherum. Natürlich freut man sich, wenn die Stimmung um das Spiel herum auch stimmt. Aber primär geht es um das Spiel.
    Aber jeder Jeck ist anders. Und deshalb verurteile ich auch nicht die, die lieber 90 Minuten lang die selben fünf Lieder singen. Nur mein Ding ist das eben nicht.

  27. Jens, Du hast es erkannt: jegliche Form von Zuschauertum, wenn man denn selbst spielen könnte, ist autistisch. Im Unterschied zu Klavierkonzerten oder Theateraufführungen können wir nämlich alle selbst Fußball spielen.

    Wie gut, dass Du selbst Autist bist, und auch ins Stadion gehst, obwohl Du selbst spielen könntest. Oder was willst Du uns hier sagen?

    Ich jedenfalls würde mich lieber in ein leeres Stadion setzen, als in ein volles, aber dauergesang-beschalltes.

  28. Mich wundert immer: Sich selbst schreiben sich viele Ultras zu, dermaßen originell zu sein. Der Support der anderen war ja mal wieder 08/15, total lahm, usw.

    Und dann sehe ich Fortuna-Lautern mit 90minütiger Dauerschleife der Fortuna-Fans, habe den Mist 24 Stunden lang als Ohrwurm, bis mir die Augsburg-Fans beim Pokalspiel in Bremen genau die gleiche Melodie zwischen die Ohrmuscheln ätzen. Ihr versteht meinen Punkt.

    Dauersupport unabhängig vom Spiel ist an sich schon grenzdebil – dafür gehe ich nicht zum Fußball. Aber dann auch noch die immergleichen Melodien und einfallslosen Texte…

  29. Punkto: „fremden Menschen beim Kicken zuschauen“ – Du gehst also wöchentlich mit Rene Renno und mit Marcel Maltritz ein Bier trinken? Da beneide ich Dich drum.

  30. Jens, ich gehe auch zum Fußball, um mit anderen zusammen ein Spiel zu sehen. Und es mit ihnen zusammen zu genießen oder zu ertragen.
    Aber nicht um mir während des Spiels 90 Minuten Singsang als alles überdeckende Stimmungspampe anzuhören.

  31. Völliger Blödsinn bzw. Schwachsinn was du hier abgibts!!!!!!!!!!! Anscheinend wars du noch nicht mal annähernd in der Nähe eine Ultra Truppe. Sowiel Mist kann nur ein Angepasster schreiben. Am liebtsen hinter Mamis Ofen sitzen und sich den hintern abwisschen lassen.

  32. Da ist mir nun wieder zuviel Schwarz-Weiß im Spiel. Ja, im Vergelich zu HauptsacheNeunzigMinutenDauerSupportlern und IchverstehgarnichtwiesodieFahnestörenkannlern (Bei letzteren gerate ich immer an den Rand meiner Gewaltfreibereitschaft) will ich in der Tat das Spiel sehen. Und das ist mir wichtiger als alles andere. Und ein klasse (oder: graupeliges) Spiel ist auch in einem leeren (oder: vollen) Stadion ein klasse (oder: graupeliges) Spiel.
    Aber: Auch die Stimmung gehört dazu. Wie die Freunde, die ich treffe, das Zwischendurch-mal-rumbrüllen, die Bratwurst.. okay, meistens eher: das Bier. Und alles andere.
    Im Gegensatz zum Eindruck, der hier in der Diskussion entsteht, geht es hervorragend, beides zu vereinbaren. Nicht-Ultra-Sein ist dafür allerdings Voraussetzung.

  33. Nunja…teilweise schon sehr richtig. Vor allem die Passage mit den „Dauerschleifenfangesängen“.

    Ich sehe das alle 2 Wochen in Frankfurt wieder. Die „Ultras“ bilden den „Kern“ der Nordwestkurve. Stehen im Zentrum den Unterrangs. Und stimmen meistens die Lieder an. Oft wird einfach eine halbe Stunde der selbe, stupide Gesang gegrölt. Dass die Fans auf dem Oberrang und den Seiten der Tribünen nach 2 Minuten keine Lust mehr haben ist kein Wunder. Und für die Spiere ist das sicher auch alles andere als motivierend.

    Grundsätzlich kann ich mich einem „Ultras go home“ aber nicht anschließen, da der Fußball ohne Ultras einfach nicht so stimmungsvoll wäre, wie er ist. Zumindest soweit ich das in Frankfurt beurteilen kann. Ebenso leben Fankurven wie Stuttgart oder Bayern von der Initiative ihres „Commando Cannstatt“ oder der „Schickeria“.

    Das Gewalt nicht in Stadien gehört, darüber muss man sicher nicht diskutieren, über den Einsatz von Pyrotechnik kann man streiten, aber ohne Ultras wäre Stadionathmosphäre einfach nicht das, was sie ist.

  34. Die verteidigende Aussage „ohne Ultras wär ja garkeine Stimmung“ ist grundsätzlich falsch. Ohne sie wäre qualitativ bessere (und echte) Stimmung. Das größte Problem an den Dauerbrüllern ist die fehlende Empathie fürs Spiel.

    Ja, das Drum-rum kann ein Spiel entscheidend beeinflussen, Stimmung kann Spieler zu mehr pushen als sie sonst gebracht hätten. Aber das kann nur Stimmung die ihren Ursprung aus dem Spiel heraus hat, aus echten Emotionen und nicht diese Pseudostimmung die Ultras immer wieder verkaufen wollen.

    Den direkten Vergleich kenn ich aus dem Eishockey, wo man tatsächlich je nach Verein beides haben kann. Dort singen Ultragruppen auch grundsätzlich einfach alles kaputt und es kommt keine wirkliche Stimmung auf. In anderen Hallen ohne schwarze Pullis, ja wenns Spiel grade langweilig ist, ist es halt mal ruhig. Aber wenn das Spiel es hergibt und der Funke überspringt brennt der Baum. Und DAS ist dann Stimmung und Emotion.

    Und zum Thema warum man zum Platz/ins Stadion/in die Halle geht, natürlich wegen des Spiels. Ich gehe genauso Sonntags zu Kreisliga B spielen, wie Abends zum Eishockey und gleich zum MSV, weil ich ein Spiel sehen will. Und leider werde ich mich gleich auch wieder über Dauersupport um des Supports oder der Selbstbeweihräucherung Willen aufregen.

  35. Jens:
    Mag sein. Aber: hypothetisch, denn die anderen Zuschauer sind ja nunmal da. :-)

  36. Sorry, nochmal an Jens: Stadioncheck.de ist klasse. Ich habe eben im Büro eines schönes Fussi-Quiz mit einem Deiner Einträge veranstalten können. Ab jetzt bist Du gebookmarked.

  37. Es gibt doch nicht nur schwarz oder weiss. Gesänge gab es doch immer schon, schöne und furchtbare. Daran soll sich doch nichts ändern, aber die dumpfe Dauerberieselung egal was im Spiel vor sich geht, nervt einfach.
    Wir haben früher in den Kurven auch die Mannschaft nach vorne gebrüllt wenn wir merkten das es nötig ist, ist ja nicht so als hätten die Fans ein Schweigegelübde abgelegt. Hat auch keiner was gegen einen mit Megaphon aber die ganze Zeit ?

  38. Treffende Worte, wenn auch natürlich mit dem Dir immer eigenen Stil. ;) Und auch – das schreibst Du ja selbst – etwas provozierend.

    Der Grundaussage stimme ich zu. Mir sind Fans grundsätzlich suspekt, die teures Geld für Fußballkarten und alles Pipapo ausgeben und dann am Ende vom Spiel selbst kaum was mitbekommen haben. Ich weiß auch nicht, wie sich Ultras als einzig wahre Fans bezeichnen wollen, wenn ich bei wichtigen Spielen aus Nervosität mit 180 Puls kaum zu geordneten Gedanken fähig bin – aber Ultras offenbar ihre eingeübtens Sangeskünste darbieten.

    Die Konsequenz, die Du dann anschlägst, ist mir dann aber doch zu drastisch – denn ich denke, selbst wenn man Ultras als „selbstverliebte Spinner“ ansieht, ist auch für diese ein Platz im Stadion.

    Solange sie die „richtigen“ ;) Fans, die sich der Ultra-Bewegung verweigern oder schlicht nicht deren Zielgruppe sind, in Ruhe lassen und ebenfalls das Spiel genießen.

    Und diese Grenze ist nicht erst bei Platzsturm, Bengalos oder ähnlichem überschritten. Sondern auch da, wo sie einen Einfluss verlangen, den sie nicht verdient haben. Denn – so traurig es für den Fußballromantiker ist – der Pay-TV-Fan ist für den Bestand und das Wirken des Bundesligisten wichtiger als der Ultra.

  39. Interessante Debatte, die sich hier entwickelt. Zum Thema Support würde ich noch anfügen, dass Stimmung bei entsprechenden Spielen von selbst entsteht, sofern die Zuschauer das Spiel interessiert. Ich gehe auch genau deswegen gerne ins Stadion, weil die Massendynamik der Zuschauer mein Mitgerissensein mit dem Spiel auf dem Platz noch verstärkt. Sonst könnte ich ja einfach alles im TV schauen.

    Das Mitgerissenwerden funktioniert natürlich nur bei mitreißenden Spielen. Aber dann kommt die Dynamik und die Stimmung von allein. Dauersupport nervt dabei nur, weil es eben überhaupt nicht die Dynamik des Spiels und der restlichen Zuschauer berücksichtigt. Mit anderen Worten: Es würde mich nicht stören, wenn die Ultras sich verziehen und dafür guter Fußball gespielt wird.

    Kreativität der Fangesange geht immer dann unter, wenn die Masse mitmacht. Ob es nun massig Ultras sind oder das Stadion mitsingt, spielt dabei kein Rolle. Witzige Sachen habe ich eigentlich nur in der Regionalliga erlebt (z.B. bei TeBe: „Ohne R, wärt ihr Einfach Schwein!“). In der Masse geht das nicht. Ist aber nicht schlimm. Mir reicht das Gegrunze und Gebrülle, das im Kollektiv akkumuliert wird. Hauptsache guter Sport auf dem Platz.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ultras dringend von ihrem hohen Ross runterkommen müssen, wenn sie sich nicht zunehmend der Lächerlichkeit (Napoleon!) preiß geben wollen.

  40. Ordentliche Stimmung im Stadion gehört für mich einfach dazu.

    Dass das nicht jeden Aspekt der Ultra-Bewegung rechtfertigt, stimmt schon. Aber ich kann nicht glauben, dass es jemand vorziehen würde, sich ein Spiel im leeren Stadion anzuschauen.

    Das kann ich mit Sky-Abo und aktivierter Mute-Taste günstiger, einfacher und familienfreundlicher haben…

  41. Dann möchte ich noch eine Anekdote anbringen:

    Mein allererstes Bundesliga-Stadionerlebnis, nach zuvor nur Besuchen in unterklassigen Ligen, war Bayern gegen Dortmund am 11. Spieltag der Saison 1996/97. Stehplatz Südkurve. Von der Statistik her ein wenig ereignisreiches Spiel (Endergebnis 0-0), aber an was erinnere ich mich noch fast 14 Jahre später?

    Andreas Möller machte sich durch diverse Aktionen nicht sportlicher Art nicht gerade beliebt in der Bayern-Fankurve. Woraufhin die gesamte Kurve sang:

    „Alle, alle auf die Zehn!“

    Als dann einige Minuten Sammy Kuffour eben jenen Dortmunder etwas rustikaler umgrätschte, reagierte die Kurve ebenfalls:

    „Sammy Kuffour! Sammy Kuffour!“

    Ich möchte die Frage in den Raum stellen, ob sich die heutigen, jungen Fans in zehn, zwanzig Jahren noch an austauschbare Fangesänge Marke

    „Auf geht’s ihr (*hier Farben einfügen*) Jungs, schießt ein Tor für uns!“

    und

    „Auf geht’s (*Vereinsname*), kämpfen und siegen!“

    erinnern werden.

  42. @DeTom Ein Sky-Abo ist günstiger als ein in realiter erlebtes Bundesliga-Spiel? Ich würde gerne in Deiner Welt leben.

  43. wichtig is aufm rasen!
    das bißchen konfettischmeisserei untermalt vom ewig gleiche singsang der selbsternannten fanrechteverfechter mit ihrer scheuklappenmentalität ist dagegen verzichtbare folklore.

    vielen dank für die klaren worte

  44. Wenn singende Fans verzichtbar wären, wie verzichtbar wären dann wohl Blogs über Fußball an sich?

    Die Antwort erspare ich mir.

  45. Die Antwort erspare ich mir.

    Hättest Dir mal lieber die Frage erspart. ;)

    Wenn Du den Beitrag genau und aufmerksam gelesen hättest, dann hättest Du gemerkt, dass es nicht gegen singende Fans an sich geht, sondern gegen die Ultra-Bewegung in ihrem extremen, vom Fußball selbst entkoppelten Auswuchs.

  46. ach karsten, machmal ist es aber auch sehr mühsam wenn jemand beiträge + kommentare nur mal eben so überfliegt.
    den unterschied zwischen singenden, am geschehen auf dem rasen interessierten fans und der ultra bewegung sollte dir eigentlich bewußt sein. wenn du dir schuhe anziehst aus gründen des nicht verstehens ist das schade, sollten sie passen dann bitte schön. aber fußball blogs deswegen gleich in frage zu stellen halte ich für vermessen.
    darüberhinaus ist eine aufteilung in wahre fans und den großen rest eine anmaßung der ultra bewegung, die zu nichts gutem führen wird.

  47. „Aber ich kann nicht glauben, dass es jemand vorziehen würde, sich ein Spiel im leeren Stadion anzuschauen.“

    „Wenn singende Fans verzichtbar wären, wie verzichtbar wären dann wohl Blogs über Fußball an sich?“

    Und da wird von einer Seite die Diskussion immer wieder sinnfrei. Das Gegen“argument“ des leeren Stadions ist unhaltbar. Die Alternative hat nichts mit emotionslos zu tun, dem Großteil geht nur die Pseudostimmung auf die Nerven UND der Großteil liebt es, wenn aus dem Spiel raus genau das passiert was Realitycheck beschreibt. Oder wenn ein Team in Rückstand plötzlich Oberwasser bekommt, da brennt die Luft… Niemand braucht Selbstdarsteller, was interessiert passiert auf dem Platz!

  48. @RealityCheck

    Hätte vermutlich dazuschreiben sollen, dass sich mein letzter Kommentar an sparschaeler richtete.

    @sparschaeler
    „ach karsten, machmal ist es aber auch sehr mühsam wenn jemand beiträge + kommentare nur mal eben so überfliegt.“

    Oder Namen von den Kommentierenden hier im Blog ;)

    „den unterschied zwischen singenden, am geschehen auf dem rasen interessierten fans und der ultra bewegung sollte dir eigentlich bewußt sein.“

    Mir vollends bewusst, siehe mein erster Kommentar, weiter oben.

    „aber fußball blogs deswegen gleich in frage zu stellen halte ich für vermessen.“

    Das ist nicht vermessen, sondern ein Vergleich. Du schreibst:
    „das bißchen konfettischmeisserei untermalt vom ewig gleiche singsang der selbsternannten fanrechteverfechter mit ihrer scheuklappenmentalität ist dagegen verzichtbare folklore.“

    Und eben das finde ich auch vermessen. Wo viel an der Mentalität „Ich-schau-nicht-auf’s-Spielfeld-sondern-ob-mein-Nebenmann-auch-ja-die-Fahne-schwenkt“ oder gürteltaschentragenden Kiddies in Jogginghosen auch für mich verzichtbar ist, so gibt es auch eine zweite Seite der Medaille, dass eben von Ultra-Gruppierungen auch in einer Masse, die gehört wird, „einfache“ Faninteressen vertreten werden. Und solange da die Initiative normaler Fußballfans zu gering bleibt und sich auf Internet-Foren beschränkt, finde ich auch Transparente gut, die auf Missstände hinweisen.

    Deswegen der, zugegeben plakative (gerne auch dumme) Vergleich, der daran erinnern soll, dass es neben viel Schwarz-Weiß auch Grautöne gibt.

    „darüberhinaus ist eine aufteilung in wahre fans und den großen rest eine anmaßung der ultra bewegung, die zu nichts gutem führen wird.“

    Die Aufteilung zwischen Ultra-Bewegung und „Rest“ wird nicht nur von der Ultra-Bewegung forciert, sondern eben auch von Teilen des „Restes“. Und dafür sind Fußballfans zu vielschichtig.

  49. Dann überschreit mit eurem „spielbezogenem Support“ halt die paar jungen Kasperl, wenn es das ist, was die Mehrheit möchte sollte das ja nun weissgott kein Problem darstellen.
    Und tschüss.

  50. Interessante und gute Diskussion hier.

    Und lustigerweise wenig Ultras, die gegen den lahmarschigen den (*hier bitte Vereinsnamen eintragen) nicht richtig unterstützenden Trainer protestieren.

    Ich habe die Kuttenträger und sich teilweise selbstprügelnden Idioten in den 90ern überlebt, ich werde auch die dauersingendenden Ultras überleben. Am Ende treffen sich dann doch immer (*hier bitte irgendeine Zahl zwischen 0 und unendlich eintragen*) Autisten, die gerne Fußball gucken wollen.

    Vuvuzelas setzen sich hoffentlich bei uns nicht durch, im Stadion kann man den Ton so schlecht ausstellen.

  51. Soweit ich mitgelesen habe wundert mich, dass noch nicht herausgestrichen wurde, dass schon allein die Qualität der gesanglichen und rythmischen Darbietungen an Nötigung grenzt. Das geht, mir zumindest, direkt körperlich gegen den Strich. Ich kann mich einfach nicht bei jemandem bedanken, der mir beim Fussball gucken ständig die neueste Wolfgang Lippert oder Mike Krüger-CD laut vorspielt, sondern muss ihm sagen, ernervt fürchterlich.

    Eine „Stimmung“ definiert sich nicht über Lautstärke. Eine Stimmung sollte das Spiel reflektieren.
    *pling*

  52. Der Artikel ist auf BILD-Niveau verfasst! Wenn man sich ernsthaft mit einem solchen Thema außeinander setzt, sollte man doch auch in der Lage sein einen seriösen Artikel zu verfassen. Gerade nach den Geschehnissen in letzter Zeit kann jeder einen solchen Text, der sich nicht kritisch damit außeinandersetzt, sondern das ganze nur einseitig – aus einer durchaus fragwürdigen Perspektive – beleuchtet, verfassen.

    Aber zum Thema des Artikels:
    Die von verschiedenen Fangruppen ausgeübte Gewalt und Pyrotechnik (die ja auch Fans gefährden) gehört definitv weder in Stadien noch in das Fussballumfeld.
    Das sowas dennoch von den ausübenden Personen für nötig empfunden wird, zeugt meines Erachtens von geistiger Unreife und dem schreienden Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, die solche Leute im normalen Leben nicht bekommen.
    Anders denke ich aber über den Support und über Choreographien (& selbstgemalte Fahnen, Doppelhalter, etc.) Letztere sind schön anzusehen und in der Regel förderlich für die Atmosphäre im Stadion und prägen auch das Ansehen des Vereins mit (das muss nichts schlechtes sein). Ob man sich jetzt trifft und Fahnen malt, das bleibt jedem selbst überlassen. Wer die Zeit dazu hat und Spaß daran hat, warum nicht ….?
    Und den (Dauer-)Support finde ich auch äußerst positiv, schließlich erwarten wir von unseren Spielern ja auch 90 Minuten Einsatz. Warum also nicht selbst 90 Minuten vollgas geben? Ganz nebenbei macht es auch Spaß 90 Minuten mit seinen Kumpels in der Kurve Stimmung zu machen.
    Jedenfalls geht es in beiden Fällen auch darum, den Verein zu repräsentieren.

    Was ich hingegen äußerst lächerlich finde ist, dass den meisten Ultras jede Individualität abhanden gekommen ist und auch die ganzen „Mitläufer“ sich gedankenlosen und aus purer Unsicherheit einfach der Gruppe fügen (Stichwort scharze Windbreaker, Jogginghosen, etc). Viele der modernen Ultras wollen sich einfach nur irgendwie profilieren und gehören nur daher dazu. Sie haben nicht mal eine Ahnung wofür sie mit ihrem Ultra-Dasein alles stehen.

  53. Achso? Mein Artikel ist auf FOTO-Niveau verfasst?

    Man sollte natürlich in der Lage sein, eienn ernsthaften Beitrag zu verfassen. Wie wäre es denn mit jenem Beitrag, den ich oben geschrieben habe?

  54. Du könntest ja schonmal damit anfangen und dich darüber informieren, wie sich Autismus auswirkt. Dann können wir gerne darüber reden, ob Ultras Autisten oder vielleicht nicht doch eher NTs sind.

  55. Pingback: Stellungnahme der Ultras zu den Vorfällen gegen Nürnberg | Hertha BSC Blog

  56. Da hat der Trainer aber mal wieder einen Nerv getroffen, wie man hier sieht. Eigentlich ist ja schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.

    Was auffällt ist, dass stets aus der Ecke der Hardcore-Leute auf das so schön bezeichnete ominöse Südland verwiesen wird, wo ja alles sooo viel stimmungsvoller ist. Versucht man dieses Südland zu verorten, stößt man allerdings auf Ungereimtheiten.

    Spanien? Portugal? Nun, in diesen Ländern gibt es in den Erstliga-Stadien nicht mal richtige Gesänge. Die Zuschauer gehen mit dem Spiel mit, d.h. mit dem Spielverlauf. Viele Ooohs und Aaahs, immer in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Geschehen auf dem Platz. Bengalos sieht man dort schon lange nicht mehr.
    Italien? Das kann es doch wohl wirklich nicht sein. Mit dieser Art von mafiösen Fan-Strukturen wollen doch wohl auch hoffentlich unsere Ultras auch nichts zu tun haben (oder etwa doch?).

    Griechenland? Türkei? Süd- und Mittelamerika? Wie viele Verletzte pro Spiel dürfens denn sein? Solls noch ein Toter obendrauf?

    Bleibt noch der Osten und der Balkan. Tolle Stimmung dort, wenn man marode und minimal besuchte Stadien mag.

    Also, dieses ganze sehnsüchtige Schmachten nach der tollen Atmosphäre im Südland ist im wahrsten Sinne nur Schall und Rauch.

    Ein Blick auf das Mutterland des Fußballs genügt, um zu erkennen, dass gute Stimmung weder Fahnen schwenkende, Bengalos zündelnde, Dauergesang runter spulende Vollpfosten braucht. Einfach mit dem Spiel mitgehen und gelungene Spielzüge auch lautstark begleiten. Singen, wenn das Spiel es hergibt. Und dabei auch noch Fairness gegenüber dem Gegner zeigen.

    Ach, wie wäre das schön.

  57. Trainer, Kompliment!

    Es ist müßig darüber zu philosophieren, ob die Stimmung in den heutigen Stadien besser oder schlechter ohne die Ultras wäre… was aber Fakt ist: die Stimmungsdefinition der Ultras ist – neben der optischen Austauschbarkeit der modernen Fussball-“Arenen“ – in ihrer stupiden Gleichschaltung der zweite Grundpfeiler des modernen Fussballs und dem damit einhergehenden Verlust einer vereinstypischen Identität. Transparente „GEGEN DEN MODERNEN FUSSBALL!“ sind schön und gut und die Aussage würde ich auch jederzeit unterschreiben. Lächerlich wird es aber dann, wenn man mit seinem Dauersingsang, seiner Uniformierung, dem Fahnengeschwenke und der ganzen Choreografiererei schon längst Teil des modernen Fussballs geworden ist – und es nicht mal merkt. Und darüber hinaus die gelobte Zeit vor diesem „modernen Fussball“ überhaupt nur vom Hörensagen kennt… wie denn auch, bei einem Durchschnittsalter von maximal Anfang Zwanzig?

    Und bevor jetzt wieder unqualifizierte Beiträge á la „rebe“ kommen: Ich weiß wovon ich rede und war ab ´98 selbst lange Jahre dabei… den Grundgedanken der Ultra-Bewegung unterstütze ich nach wie vor, leider leider ist die Bewegung aber zu einer fussballunabhängigen Subkultur verkommen, die mit Fankultur und Vereinstreue immer weniger zu tun hat…

    Vereinswechsel gibt´s nämlich nicht nur bei den bösen Söldnern auf dem Rasen, sondern auch bei den Schwarzpullis auf den Tribünen… seltsam, nicht?

  58. Gibt es in einer Parallelwelt eine Bild, die niveaulos wäre?

  59. Naja, wirklich neu und innovativ ist der Text ja nicht. Liest sich wie ne Mischung aus 3-5 Jahre alten Artikeln aus der WAZ, NRZ, MoPo, BILD und Express. Dazu dann noch ne Packung Klischee und Vorurteile drauf und fertig ist ein Text, über den sich sinnfrei irgendwelche Leute streiten, anstatt angemessen zu reagieren: Gähnen und wegklicken, eigentlich ist jede Art der Aufmerksamkeit zuviel für diesen hanebüchenen Unsinn, der lediglich zeigt, dass auch ein Baade keine, aber auch gar keine Ahnung von der Subkultur Ultra hat.

  60. Ich brauche keine Ahnung, von, sagen wir dem Katholizismus zu haben, seine inneren Organisationen zu begreifen, allen hier und dort sicherlich auch berechtigt anfallenden Wirrungen, um sagen zu können, dass ich ihn nicht brauche, dass ich ihn sogar ablehne. Und genau das sagt dieser Text, nichts anderes, nichts von WAZ, NRZ oder sonstwas Geprägtes.

    Möglicherweise ist genau das das Problem: Dass die angegriffene Gruppierung immer nur „WAZ, NRZ und Bild“ hinter den Gegnern vermutet.

    Ich kann ganz klar sagen, dass ich weder a, noch b, noch c lese und TROTZDEM ein Gegner der Ultras bin, weil ich Fußball-Fan bin und mir deren Gehabe im Zusammenhang mit einem Fußballspiel einfach auf die Eier geht.

    Ne Packung Klischees und Vorurteile: NEIN.

    Keine Packung Klischees und Vorurteile, sondern eine Packung Realität im Fußballstadion. Mich interessiert auch überhaupt nicht, welche inneren Strukturen oder was sonst für ein Scheiß bei den Ultras existiert. Mich interessiert, dass ich das Spiel erleben will und sonst gar nix. Wie der Titel schon sagt: Ultras, go home.

    Weil ich kein Verständnis und kein Mitwissen für diese Gruppierung von Autisten aufbringen will. Oh, hab ich jetzt ein Klischee aktiviert? Mein Gott, wie schlimm. Ein Klischee!

    Dein Beitrag zeigt vor allem eins: dass Gegner dieses Verhaltens nicht ernst genommen werden. Dass man ihnen unterstellt, von FOTO und Co organisiert zu werden.

    Aber genau das ist das Autistische daran.

    Look at me. Ich bin Fußballfan durch und durch. Ich gehe ins Stadion, um ein Spiel zu sehen. Ich, ja, ich, der ich nicht FOTO oder WAZ lese, habe TROTZDEM etwas gegen Ultras.

    Kommt nicht an, die Message, oder?

  61. Könntest du vielleicht bitte trotzdem mal damit aufhören, hier gegen Autisten zu hetzen oder deren Eigenheiten mit allem schlimmen zu vergleichen, was du bei Ultras zu sehen glaubst?

  62. Ich hetze doch nicht gegen Autisten. Ich hetze genauso wenig gegen Depressive, gegen Borderliner, gegen Alkoholiker oder Manisch-Depressive.

    Es geht hier um Ultras, nicht um Autisten. Autistisches Verhalten wird man aber noch mal als solches benennen dürfen, auch wenn die tatsächlichen Autisten genau das jetzt nicht tun.

    Das Verhalten der Ultras ist autistisch. Ganz egal, welches Verhalten tatsächliche Autisten an den Tag legen.

  63. Ich nehme JEDEN ernst, der sich mit dem auseinandersetzt, üder das er redet oder wie hier, schreibt. Aber, lieber Baade, das hast du nicht getan, deshalb ist das mit dem Ernstnehmen auch ne ziemlich schwierige Sache. Mal überlegt, WARUM sich jemand so verhält wie er es tut? Oder mal nachgefragt? Aber das wäre ja zu einfach, und da sind wir wieder bei der BLÖD, deren Niveau du mit diesem Beitrag auch fast erreichst.
    Und, anstatt nachzufragen, sich in irgendwelchen Vorurteilen zu suhlen und so zu tun, als wären alle Ultras hirnlose Kinder, die in einer Traumwelt leben und nichts besseres zu tun haben, als Leute zu verletzen, trägt auch nicht dazu bei, dass dein Beitrag anGlauwürdigkeit gewinnt.

    Ach ja: Dieser „ewig monotone Singsang“ ist seit dem Beginn der Ultras in Deutschland oftmals die Grundlage für Lieder, die auch der „nicht-Ultra“ inzwischen zum normalen Liedgut der Kurve zählt.

    Aber is ja alles scheisse und die doofen Ultras sollen nach Hause zu ihrer Mami gehen und sich das Leben erklären lassen…

    Is klar, du bist echt nen Spezialist…

  64. > Das Verhalten der Ultras ist autistisch.

    Nein, das ist es ja gerade eben nicht! Autisten fühlen sich in verschiedenen Situationen wohl – aber bestimmt nicht dann, wenn sie gemeinsam mit anderen irgendwelche Lieder trällern sollen. Das ist eher das Metier der Neurotypischen…
    Als Autist neigt man vielmehr dazu, „spielbezogen zu supporten“, eben für sich alleine, völlig losgelöst von dem, wie nun ein paar hundert andere gerade das Spiel erleben- eben durch „Ah“ und „Oh“. Vielmehr ist das Verhalten derjeniger autistisch zu nennen, die ausserstande zu sein scheinen, gemeinsam mit anderen das Team durch einen gemeinsamen Gesang nach vorne zu singen und stattdessen lieber völlig individualisiert und losgelöst durch andere ihre Ahs und Ohs hören würden.
    Lass dir das von einem Autisten gesagt sein. :o)

  65. Du hast offensichtlich nicht verstanden, dass ich AUCH ins Stadion gehe und da anwesend bin.

    Warum soll ich erst nach Motiven und Ursachen fragen, wenn mich ein Verhalten nervt?

    Der schlecht gelaunte Busfahrer, der nicht mal guten Tag sagt, geht mir auch auf die Nerven, auch wenn er Gründe für seine schlechte Laune haben mag.

    Ich behaupte nicht, dass alle Ultras schlechte Menschen sind (oder schlechte Mütter hatten), ich sage einfach nur, dass mich ihr Verhalten nervt. Da brauch ich nicht weiter nachzufragen. Warum sollte ich das tun? Muss ich jetzt jedes Mal, wenn ich etwas ablehne, erst um Erlaubnis bitten und die „wahren Hintergründe“ für das von mir abgelehnte Verhalten kennenlernen?

    Mich nervt ihr Verhalten und das habe ich hiermit ausgedrückt.

  66. Jens, ich lese Deine Frage erst jetzt:

    Der Eintrag mit den Meistern, die zum ersten Mal Meister wurde und wann sie dies wurden. Du weißt schon: Gladbach 1970, dann erst wieder Wolfsburg 2009 usw.

    Das, finde ich, ist ganz großer Sport.

  67. Zur Veranschaulichung der Losgelöstheit der Ultras vom Spielegeschehen, eine kleine Anekdote vom heutigen Spiel in Gladbach: Nach dem Abpfiff, dem Sieg gegen den HSV und den De-Facto-Klassenerhalt – was singt der schwarze Block da? „Cologne, Cologne, die Sch**** vom Dom“. Großer Sport.

  68. „Ach ja: Dieser „ewig monotone Singsang“ ist seit dem Beginn der Ultras in Deutschland oftmals die Grundlage für Lieder, die auch der „nicht-Ultra“ inzwischen zum normalen Liedgut der Kurve zählt.“

    Kalle, erstmal bezweifele ich das ganz stark, weil das Liedgut sicher schon vor „den Ultras“ längst Kurven-Folklore war. Und zum zweiten, was soll so ein spielunabhängiger Karneval? Ich will knisternde Stille im Stadion, wenn ein Halbfinale auf Messers Schneide steht. Ich will ein An- und Abschwellem im Stadion-Grundsound, je nach An- oder Abschwellen des Sturmlaufes. Ich will, das auf den Rängen eine Oper stattfindet, ein brechtsches Verständniss von der Interaktion von Tribüne und Pitch. Wenn ich verliere will ich das hören.

  69. @Trainer: Keine Ahnung, wie in Deiner Welt gerechnet wird. Aber ein Sky-Abo würde im Monat mit Sicherheit weniger kosten als die durchschnittlich 4 Besuche im Stadion monatlich (da sind die Nebengeräusche wie Anfahrt, Auswärtsfahrten, Verpflegung etc. noch nicht drin). Und ich rede hier von meinem 3.-Liga-Verein, bei dem die Eintrittsgelder im Schnitt noch unter denen der Bundesligisten liegen dürften…

  70. Zu dieser Diskussion passt ein Artikel, der heute auf „Spiegel Online“ erschienen ist und den zunehmenden Größenwahn der Ultras eindrucksvoll und mit traurigen Ergebnissen schildert, hier im Falle des FC St. Pauli:
    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,686198,00.html
    Die Tatsache, dass hier unbeteiligten Fans eine Protestmaßnahme der Ultras aufgezwungen wurde, zeigt die faschistoide Grundhaltung vieler Ultras. Beispiel:
    „In den Katakomben der Südkurve spielten sich teilweise unglaubliche Szenen ab. Schwerbehinderte wurden ebenso wenig auf die Ränge gelassen, wie Fans, die sich nicht an der Aktion beteiligen wollten. Ein Augenzeuge spricht bei SPIEGEL ONLINE von Menschen mit Platzangst, die in Panik gerieten, Schubsereien und gegenseitigen Gewaltandrohung an den Aufgängen, die von den Planern des Boykotts blockiert wurden.“
    Ich könnte kotzen!

  71. guter artikel.

  72. Und noch mal ein Wort zu den Hardcore-Fans. Dass, was diese Leute aufführen, entstammt ja einer gewissen, meist Teenies befallenden, psychischen Gemengelage. Damit ist das Fantum an und für sich gemeint, nicht nur im Fußball.

    Allerdings zeitigt das Verhalten der Ultras, zumindest in Teilen, eindeutige Züge von Stalkertum, bei dem der Stalker dem heiß-geliebten Objekt der Begierde so dermaßen auf den Peltz rückt bzw. Besitz ergreifend daherkommt, dass dieses im sog. normalen Leben inzwischen einen Straftatbestand erfüllt. Im Fußball wird sowas als bedingungslose Liebe zum jeweiligen Verein verharmlost.

    Eigentlich müssten so gestrickte Leute alle mal auf die Coach. Wenn schon nicht beim Psycho-Doc, so dann wenigstens zu Hause. Dann könnten sie nicht mehr so viel Blödsinn anrichten ;-)

  73. Lieber Trainer,
    Ich habe versucht alle Kommentare zu lesen, damit ich nichts doppelt schreibe. Ich bin leider daran gescheitert.
    Ich will dir als erstes Mal sagen, dass ich es toll finde, dass du darauf hinweist, dass der Artikel „ein klein wenig populistisch ist“. Das ist er nämlich wirklich. Dass man mit Populismus die Leute kriegt, bestätigt sich in den Kommentaren, die ich mir angetan habe.
    Ich persönlich supporte meine Mannschaft auch. Ich bilde mir einfach ein, dass ich sie damit „unterstützen“ kann und eine Hilfe bin. (Wer selber mal sport gemacht hat kann das vielleicht verstehen. Wenn das jetzt weinerlicher Idioten-Pathos ist ist, mir das völlig gleich. Ich mache das nun mal so und möchte für meinen Verein und meine Stadt, die ich sehr liebe nun einmal das beste geben und tun, was in meiner Macht steht.
    Was ich an deinem Eintrag nicht mag, sind die typischen Projektionen die auf die Ultras geworfen werden: Selbstverliebtheit, Gewaltbereitschaft, Selbstüberschätzung(was den Einfluss betrifft), Dauergesinge, Pyrospektalen etc.
    Gewalt beim Fußball geht auch immer wieder von den „normalen/richtigen“ Fans aus, nicht nur von den Ultras. Meiner Erfahrung nach sind die Gesänge bei Auswärtsfahrten, wo die Ultraquote mit Sicherheit höher ist meist auch kreativer. (Warum eigentlich?) Zum Pyrospektakel hatte hier jemand anderes schon geschrieben, dass das nämlich häufig auch „nur“ Ultrasympathisanten oder Hooligans sind.
    Zu guter letzt, du vergleichst die Ultras in einem Kommentar mit der katholischen Kirche. Du kennst dich mit ihnen nicht wirklich aus aber magst sie nicht. Ich mag die Katholische Kirche auch nicht. Ich weiß aber, dass es da solche und solche Menschen gibt, die in diesem Umfeld aktiv sind, wie bei den Ultras. Deswegen sollte man lieber nicht solche populistischen, verallgemeinernden Einträge verfassen und sich eher einzelnen Gruppen widmen. Denn sonst kommen wieder nur alle ins lamentieren über „diese“ Ultras*, von denen sie eigentlich nichts wissen außer dem, was sie in einem schlecht rechierten Artikel in einer deutschen Tageszeitung ihrer Wahl gelesen haben.

    Nichts für ungut Trainer. Sonst lese ich deinen Blog sehr gerne.

    *Die katholische Kirche irgendwo in Passau
    ist auch anders als in Berlin-Neukölln.

  74. Oh, schon ein „alter“ Beitrag, aber ich muss mich auch in die Reihe der „Dauerbeschall-Hasser“ eingliedern.

    Es gibt nichts langweiligeres als ein Dauergesang. Zum ersten Mal habe ich es vor Jahren in München gegen Schalke erlebt. Die Gästekurve sang 45 Minuten die Hymne „Schalke ole ole“. Das Spiel endete 0:0 im Winter. Es war nebelig. Grauenhaft.

    Leider macht inzwischen gar keine Fan-Gruppierung mehr halt vor diesem Mist.

  75. Was für eine dämliche Radikalisierung von Autismus ist das eigentlich bitte?
    Wer Autismus benutzt um Verhalten im Fußballstadion zu beschreiben ist doch nicht ernst zu nehmen, hast du dir EINMAL Gedanken über die Symptome gemacht, und darüber, dass Menschen darunter eventuell auch leiden?
    Und dann vom Traumland anderer sprechen, ich weiß ja nicht wo du dich befindest, aber dein Artikel grenzt an Realitätsverweigerung.

  76. Der Artikel grenzt nicht an Realitätsverweigerung, er ist ein wenig populistisch, steht auch oben.

    Ansonsten kann ich mit diesem Kommentar nix anfangen. Klingt jetzt nach einer üblichen Diskussionverweigerung, wenn man keine Argumente hat (also ich jetzt), ist es aber nicht, weil doch offensichtlich ist, dass dieser Beitrag nicht zur medizinisch-diagnostischen Aufklärung der allgemeinen Bevölkerung über die Erkrankung Autismus, ihre Folgen, ihre unterschiedlichen Schweregrade oder das Leid oder die Abwesenheit von Leid der Betroffenen dienen soll.

    Niemand mit gesundem Menschenverstand würde diesen Vergleich wörtlich nehmen. Dass ich mich irgendwo despektierlich über das Leben, Leiden und Sein von Autisten geäußert hätte, kann ich hier nicht erkennen, und wenn, dann ist es eben nicht durch den pc-Filter gefallen, wie es eigentlich in einer reingewaschenen Polemik hätte sein müssen.

    Sondern hier geht es um jenen Teil, der (okay, Wikipedia als Quelle) gemeinhin vom überwiegenden Teil der Bevölkerung als von diesem Wort beschrieben angesehen wird:

    Kernsymptomatik ist vorrangig die Schwierigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Alternativ werden stereotype oder ritualisierende Verhaltensweisen bei allen autistischen Behinderungen als Kernsymptomatik erforscht.

    Stereotype, ritualisierende Verhaltensweise und Schwierigkeiten, mit anderen Menschen (oder Gruppen) zu kommunizieren. Das ist das, was ich Menschen, die in ein Stadion gehen, wo ein Fußballspiel läuft, das Höhepunkte und auch Strecken besitzt, 90 Minuten lang singen, als würden sie ihre Umwelt nicht wahrnehmen, durchaus zuscheiben würde.

    Aber ich glaube, den Punkt des von der Realität abgekoppelten Dauergesangs haben jetzt hier auch schon fast alle bestätigt, nur noch nicht von allen Seiten.

    Ansonsten bin ich sicher nicht der Auffassung, dass alle Ultras gewalttätig sind, genausowenig wie alle Nicht-Ultras gewalttätig oder nicht-gewalttätig sind, aber eine Überschrift

    „Ultras (und andere Idioten, welche aber nicht alle Idioten sind, sondern nur ein Teil, während ein Teil der Nicht-Idioten aber auch Idioten zumindest sein könnten), go home!“

    war mir irgendwie zu sperrig.

    Danke für den Link, DonAltobello.

    DeTom, dann hast Du wohl Recht, ich bezog mich, was ja hier nicht passt, auf ein einzelnes Spiel. Und ansonsten kommt man als durchschnittlicherer Fan auch eher auf 2 Spiele pro Monat, wenn die Saison läuft. Und auf gar keins, wenn die Saison nicht läuft, während man das Abo weiterbezahlt, aber ich will keine Haare spalten, in dem Punkt hast Du einfach Recht.

  77. Selten so einen guten Beitrag gelesen. Diese Event-Happenings der Ultras vertreiben nur die echten Fans. Und ausgerechnet die Prügelprinzen, die erst dafür sorgen, dass Hunderschaften zum Schutz bei einem Bundesliga-Spiel notwendig sind, beschweren sich dann über das Beschneiden der „Fan-Rechte“

    Keine Haare am Sack aber Riesenklappe die Jungs.

  78. Pingback: Scheiss USP! | Der Stammtischphilosoph

  79. Ich muss auch Kalle noch mal sagen: Kalle. Erwartest Du wirklich ernsthaft von mir, dass ich ins Stadion gehe, meine Euros abdrücke, und dann erst nachfragen muss, ob oder wie mir das Stadionerlebnis gefällt? Glaubst Du nicht, dass ich das zufällig einfach so selbst entscheiden kann, wie mir was gefällt?

    Manchmal ist die Dreistigkeit einfach unglaublich. Ich schreibe Dir doch auch nicht vor, was Du von dem Stadionerlebnis hältst.

  80. Lieber Trainer,
    vielen Dank für diesen Artikel!

  81. Habe einige der Kommentare gelesen und musste beim Thema „Hetze gegen Autisten“ mehrfach laut lachen.
    Irgendwie erinnert mich die Diskussion an eine Szene aus dem Film „Life of Brian“. Brian steht auf dem Markt und simuliert einen Prediger und sagt unter anderem so etwas wie „…schauet die Vögel, haben diese Arbeit?…“, worauf ihm empört entwiedert wird „…Was hast due gegen Vögel?….Er sagt die Vögel würden betteln. …“ und „…Gib den Vögeln eine Chance! …“

    Tja, so ist das wenn man das Thema nicht versteht oder vom Kern der Aussage ablenken will

  82. ma ganz im ernst! was soll denn der mist?! so wie ich dass hier grad versteh, soll es in zukunft nur noch stadien mit 4 haupttribünen geben, wo jeder nur bei ner torchance klatschen darf, aber bitte ja nicht aufspringen, weil herr baade dann nix mehr sehen kann. und bitte nicht zu laut klatschen, er könnte sich erschrecken und eventuell das trommelfell verletzen.

    sicher sind 1000° heisse flammen mist. aber banner, fahnen, papierschnipsel, fangesänge (bitte auch dauerhaft) choreografien vorm spiel, nach einem tor usw… sind MUSS!!! ATmosphäre ist das stichwort…

    ich fürchte dass der baade, nur fussballsympatisant ist, und kein echter fan eines einzigen vereins… denn wenn es so wäre und er über jahre auf den stehplätzen in der kurve, mitleidet, sich freut, zittert, jubelt, und sein verein nach vorne geschrien hätte, anstatt auf der haupttribüne beim prossecco rumhockt, könnte er dass nachvollziehen!!!

    OnRoCkEn

  83. RockonHH, nein, Du solltest an Deiner Lesekompetenz arbeiten, denn das, was Du da liest, steht nicht in dem Beitrag.

  84. Ich versteh dieses Gejammer hier nicht, ich geh doch nicht ins Stadion um das Spiel zu sehen, da kann ich mich auch vor meinen Fernseher setzen. Ich bin selber Dauerkartenbesitzer im Hause des BVB und ich besitze eine dieser Karten für die legendäre Südtribüne und ich liebe diese Stimmung, dieses Heißmachen aufs Spiel, die Gesänge die oftmals aggressiv gegen Schalke gerichtet sind. Man kann endlich mal vom Berufsalltag ausspannen, einfach nur mit Bekannten was trinken und Feiern, alle Alltagssorgen vergessen, in diesem Moment sind wir… bin ich der BVB. Und nein liebe Freunde, ich bin kein Prolet wie einige engstirnige Personen hier vermutlich denken, ich bin Akademiker und arbeite in einem bedeutenden Wirtschaftsunternehmen als Pressesprecher, was mich leider nur sehr selten zur Freizeit kommen lässt. Aber alle 2 Wochen darf ich einfach mal für 2 Stunden alles vergessen und entspannen… bei Bier, Bratwurst, Fangesang und den Hass auf Schalke 04.

  85. Wenn du das so hasst, dann setz dich gefälligst hin und gut ist.



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