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Monat: Oktober 2011

Everybody cool, this is a …

… Breitnigge.

Wenn es noch eines Indizes bedurft hätte, dass dem Boulevard schon seit den frühen 1980ern nix Neues mehr einfällt, obwohl sich die handelnden Personen größtenteils geändert haben: Bitteschön.

Bald also auf einem Monitor Ihrer Wahl zu lesen: Der Schürmez und der Özose — wie auch immer man sich diese Tierchen vorzustellen hätte.

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Türkiye — Almanya 1:3

Sehr enttäuschend.

Sehr, sehr enttäuschend.

Das türkische Publikum. Das als so unglaublich frenetisch apostrophierte Publikum in der Türkei ist äußerst fußballfachunkundig. Denn wenn es wüsste, wie es tatsächlich um die deutsche Defensive bestellt ist, würde es nicht schon zu großen Teilen vor dem Abpfiff nach Hause stromern, bei einem so knappen Rückstand von gerade mal 0:2. Die deutsche Defensive ist nämlich immer für ein Gegentor gut, warum dann auch nicht mal 2 — aus dem Nichts, so wie der Anschlusstreffer zum 1:2.

6 Gegentore in 9 Spielen, darunter 2 (!) von Aserbaidschan, ebenfalls meist aus dem Nichts. Ich als Türke wäre noch ein bisschen sitzen geblieben. Gastfreundlich ist es auch nicht besonders, einem erst die Hölle heiß zu machen, und wenn man dann verloren hat, ist man gar nicht mehr anwesend. Aber nun gut, um seine Außenwirkung kümmert sich der einzelne Bezahlende ja nun mal selten. Da geht es eher darum, ob man gleich im Stau steht oder nicht.

Neuer mit den üblichen Schwächen bei Flanken, was nützen da Anspiele wie aus Netzers Füßen, wenn immer wieder diverse Wackler im Spiel sind — von wegen „weltbester Torwart“. Der stets schattige Badstuber mit einer mediokren Zweikampfgestaltung und bei Boateng — das mag auch im Auge des Betrachters liegen — läuft immer die Angst mit, ob er vielleicht nicht doch gerade abgeschaltet haben könnte. Zwei mal fünfundvierzig Minuten, ganz ehrlich: das kann man auch trainieren, sich so lange konzentrieren zu können, vor allem wenn man [Populismus on] den ganzen Tag nichts Anderes als Fußballspielen macht [/Populismus off].

Ein Hüne von einem Mann, und doch möchte man ihn immer wieder am Arm nehmen und zeigen, dass er gar keine Angst haben müsste vor dem Gegner, vor dem Spiel, dem Leben, der Welt. Es ist allerdings in der Tat beängstigend, dass Jerome Boateng nun schon seit 2007 Profi ist und dabei in dieser Frage Fortschritte gemacht zu haben scheint wie König Samba in den ersten sieben Jahren im Kampf gegen Isa Bere.

Schließlich entwickelt man gar noch ein wenig Verständnis für Lehrer, die ihre tagträumenden Schüler schon mal am Arm rütteln, um sie dazu zu bewegen, sich endlich ihrer Aufgabe zu widmen und nicht mehr aus dem Fenster, sieh!, ein Schmetterling!

Ein Mal allerdings stach Boatengs Auftreten heraus: Als er ein sehr langes Laufduell gewann und da blitzte das so selten Gewordene im Fußball mal wieder auf: der Kampf Mann gegen Mann, einfach nur die Frage, wer nun einen halben Meter schneller ist als der Gegenüber. Boateng blieb Sieger, doch auch hier erwachte das Gefühl, dass er erst die entscheidenden Km/h drauflegte, als er merkte, dass sein Gegner ebenfalls im Vollsprint befindlich ist.

Eine schöne Reminiszenz an alte Zeiten, als noch die Mannschaft mit den besseren 11 Einzelspielern gewann und ein bisschen konnte man auch wehmütig werden, so viel Energie und so viel Unvorhersehbarkeit, wie dort plötzlich versprüht wurde.

Enttäuschend auch, wie alt Mario Gomez geworden ist, seit manchmal Mario Götze neben ihm spielt. Da sieht man, dass Gomez zwar mehr als nur seinen Körper einsetzen kann, dass ihm aber gleichzeitig jeder Glanz im Spiel des Balles abgeht. Muss er auf seiner Position auch nicht besitzen. Doch auf diese Weise laufen so viele Ideen von Götze ins Leere.

Dieser verfügt über jenes Zidane-hafte, welches das Spiel verlangsamt, wenn er am Ball ist, alle Optionen stehen ihm mehr als sekundenlang offen. Wenn man dann aber wartet und wartet und wartet, dass z. B. Gomez sich in die richtige Richtung löst, jedoch nichts passiert, dann kann man selbst als Mario Götze schon mal den Ball verlieren.

Das sieht dann blöd aus, denn Mario Gomez würde in ähnlicher Lage wie auch am Freitag geschehen einfach unmotiviert auf, bzw. übers Tor schießen. Sieht fast so aus, als sollte Götze da noch ein wenig eigensinniger werden, auch wenn man das im Zuge der Schönheit des Spiels natürlich nicht wollen kann.

Bliebe Jogi Löw und die deutsche Bildregie. Letztere sollte das Stilmittel des rumpelstilzenden Löws seltener verwenden, denn sonst nutzt es sich allzu schnell ab — beim Zuschauer, aber auch bei den Spielern. Und fällt Löw ohnehin auf die Füße, wenn es trotz beeindruckender Gesamtleistung in Istanbul wie in der kompletten EM-Qualifikation dann doch wieder nicht zum Titel reichen sollte.

Partien mit ähnlicher Ausgangslage hätte man vor zwei, drei Jahren allerdings noch achtlos weggeworfen. Wie am Freitag bei der Türkei gewonnen wurde, obwohl man qualifiziert war, lässt der Bildregie vielleicht noch mehr als nur eine Gnadenfrist beim Spiel mit der Super Slow Emotion.

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Trainer Baade liest sein neues Programm:
„Drama Queens in kurzen Hosen“


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Das DJäzz befindet sich in 5 Fußminuten Entfernung vom Hauptbahnhof Duisburg.

„Drama Queens in kurzen Hosen“ lautet der Titel des Programms, nicht Ihr sollt als Drag Drama Queens in kurzen Hosen erscheinen. Und in der Halbzeit gibt es noch ein kleines Gimmick für die Besucher, aber es wird natürlich noch nicht verraten, was für eins. Ich freu mich auf Euch. Einige unveröffentlichte Texte sind auch dabei …

Trainer Baades neues Lese-Programm „Drama Queens in kurzen Hosen“ ist rund, damit seine Texte die Richtung ändern können. So wie der Fußball, auf dem Platz und abseits davon, immer wieder mal neue Wendungen nimmt.

Mit dem Blick für die kleinen Widersprüche und die großen, echten Emotionen der Spieler und der Fans betrachtet er den Sport, von dem noch jeder glaubt, ihn erklären zu können. Doch kaum jemandem gelingt dies so gewitzt und kurzweilig wie Trainer Baade. Findet auch das Fachmagazin „11Freunde“, das sein Blog jüngst zum „Besten Fanmedium“ in Deutschland kürte und auch die FAS, die nicht zufällig von ihm „viel über Fußball gelernt“ hat.

Zwei Halbzeiten lang Geschichten über die großen und kleinen Dramen des Fußballs, immer gewürzt durch den scharfen Blick und die ebenso spitze Feder von Trainer Baade.

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Aus den Briefen an Ottla und die Familie

„… vielleicht hört der Fußball jetzt überhaupt auf.“

Franz Kafka am 3. Oktober 1923.

Quelle (pdf)

(Eigentlich sollte man an dieser Stelle auch noch eine Einordnung von Franz Kafkas Äußerung über den Fußball vornehmen, wir sind hier — in diesem Fall — schließlich nicht im Bereich der banalen Bonmots, welche es einfach nur zu protokollieren gilt. Im verlinkten Dokument ist im selben Satz von einem Professor Vogel die Rede, der „wieder“ „gegen“ den Fußball schreibe. War die Sentenz Kafkas eine Befürchtung, eine Hoffnung, ein Wunsch — es klingt doch stark nach Ersterem, aber da die Entdeckung, dass Kafka sich überhaupt über den Fußball geäußert hat, an dieser Stelle noch so jung ist, liegen erstmal keine weiteren Erkenntnisse bereit. Außer jener, dass er sich mit seiner Vermutung respektive Befürchtung geirrt hat, offensichtlich. Wobei zu hoffen steht, dass die geschätzten Leser bei der Aufklärung helfen können oder mindestens wollen.)

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Das schnellste Tor aller Zeiten

Das schnellste Tor aller Zeiten, diskutiert man gerade, soll just ein russischer Zweitligaspieler erzielt haben, direkt vom Anstoß weg.

Das kann aber gar kein neuer Rekord sein, denn das schnellste Tor aller Zeiten schoss ein gewisser Trainer Baade ebenfalls unmittelbar vom Anstoß aus in einer Partie eines frühen Sonntagmorgens in der B-Jugend gegen den VfB Homberg, 1:0 nach etwa 2-3 Sekunden — ziemlich genau in der Art, wie es das Video zeigt, nur in einem anderen Jahrhundert erzielt und deshalb ohne Video dazu.

Und weil jenes schnellste Tor aller Zeiten von Trainer Baade anders als der Versuch des Russen auf Asche erzielt wurde, zählt es mindestens doppelt, in dem Fall natürlich halb so viel Zeit.

Hier der russische Versuch, für jenen von Trainer Baade einfach das Grün des Rasens in ein verwaschenes Orange-Braun denken.



Torhüter, die bei Anpfiff noch nicht so ganz ausgeschlafen sind, gibt es eben nicht nur in Russland. Und Tore wie dieses wahrscheinlich Millionen jedes Jahr auf der ganzen Welt. Aber ohne die Worte „aller Zeiten“, „schnellstes“ und „Rekord“ schickt die IVW ja nicht so schöne Zahlen wie mit.

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Eine Krähe hackt der anderen einen Fußballplatz in die Provence

Ich weiß, dass Ihr wisst, und dass jeder gelesen hat. Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass es irgendjemandem doch entgangen sein sollte, noch mal der kleine Hinweis, wie die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die ja schon sichere Teilnahme an der EM 2012 in Polen und der Ukraine ablaufen wird:

Damit keine Langeweile aufkommt, geht es dann gleich weiter nach Südfrankreich, in die Provence, wo der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp eine Nobelherberge mit zwei angrenzenden Golfplätzen hat bauen lassen. Hopp sei „froh und stolz“, berichtet Bierhoff, den DFB-Tross in seinem Hotel zu beherbergen. Ein Fußballplatz wird deshalb eigens neu angelegt. Der Preis soll sich in einem für den DFB sehr akzeptablen Rahmen bewegen. „Herr Hopp hat sich da bei der Betreibergesellschaft für uns stark gemacht“, berichtet Reisechef Wolfgang Wirthmann.

Die Quartiersauswahl hat selbstredend nichts mit der Bewertung von unzulässigen Beschallungsmaßnahmen, Dopingprobenschlampereien, 50+1-Umgehungen oder Jobs von Söhnen von DFB-Präsidenten zu tun.

Es dient schlicht dazu, dass der Papa „stolz“ sein kann. Froh ist er auch ein bisschen, weil das doch die Beziehungen verbessert, die er ja immer wieder mit seinem Gebaren arg strapaziert.

Auf der anderen Seite geht es dem DFB einzig und allein darum, die paar Euro zu sparen, die sich ergeben, weil man eben den Besitzer oder so der Nobelherberge kennt. Wer würde es dem DFB verdenken, das nebenbei mitzunehmen?

Etwaige Interessensverquickungen sind dabei natürlich rein zufällig und beabsichtigt.

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Das Prinzip Rorschach am Beispiel Huub Stevens

Wie das so ist, wenn man schon länger eines dieser Blögge betreibt, hatte man das eine oder andere Thema schon einmal auf dem Schirm. Heute heißt es mal wieder Rorschachtest.

Denn wie der aktuell beim FC Schalke wirkende Huub Stevens tatsächlich agieren wird, steht noch gar nicht fest — abgesehen von zwei im Ergebnis makellosen Auftaktsiegen — da wissen viele schon, dass er ein Auslaufmodell ist und sich Veränderung zwar dann und wann im Lauf der Welten ergibt, niemals aber innerhalb des Lebens eines Menschen.

Es mag der Ökonomie der Aufmerksamkeit bzw. der generellen Ressourcen geschuldet sein, dass man so gerne mit seinen Schubladen hantiert. Hält man nun also einem beliebigen Berichtenden X ein Porträt von Huub Stevens hin, so erkennt jeder darin das, was er gerne sehen möchte.

Der eine sieht in den Wolken am heutigen Morgenhimmel eben zwei friedlich rammelnde Karnickel, der andere eine Uzi und einen damit herumballernden Aktivisten, dessen Bewertung (Freiheitskämpfer/Rebell/Terrorist) wiederum davon abhängt, welche Erfahrungen der Bewertende mit der Wirkung von Uzis passiv oder aktiv eben so gemacht hat.

Die Ignoranz der Tatsache, dass nicht mal die basale Annahme zutrifft, dass bei Stevens stets „die Null stand“, mag da noch einer gewissen Zahlenmüdigkeit geschuldet sein; Rechercheschwäche wäre wohl zu hoch gegriffen. Nicht gerade offensiv haben Stevens‘ Mannschaften durchaus des Öfteren agiert (insbesondere an einem ominösen Spieltag in Stuttgart …).

Warum man aber auf die Idee kommt, dass die Gleichung zuträfe: Einmal Knurrer gleich immer Progressionsverweigerer, auf immer unfähig, eine Mannschaft zu entwickeln oder auch nur zu erkennen, dass 2011 nicht 2001 ist, da hat man doch schon sehr viel der eigenen Gedankenwelt preisgegeben.

Ein gewisser Jupp Heynckes wurde auch mal auf Schalke als zu gestrig aussortiert und wird jetzt, wenn auch mit viel Einfluss seines Co-Trainers, voraussichtlich zu weiteren Titelkämpfen kommen.

So liest man mal wieder viel über die Schubladen, in denen Berichtende denken, und ebenso viel erfährt man über deren Phantasie und Assoziationsketten, legt man ihnen das Rorschach-Testbild Huub Stevens vor.

Über dessen tatsächliches Wirken würde man aber ungefähr ähnlich viel erfahren, wenn man seine Kaffeetasse austränke und anschließend auf deren Grund blickte.

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Stefan Raab spricht während der EM 2004 mit Robert Smith über Fußball

„You feel very sad?“

Alle Englisch-Lehrer drehen sich bei lebendigem Leibe im Grabe um.

Es kann nur eine Marketingstrategie sein, Stefan Raab keinen Dolmetscher zur Seite zu stellen.

England ist bei der EM 2004 gerade gegen Portugal ausgeschieden.

Deutschland kam nicht mal ins Viertelfinale.

„We know how it feels, to be off“

Off?

Off ist offensichtlich nur Stefan Raab himself.

Aber Hauptsache, das Interview läuft gut. Läuft es nicht. England offensichentlich ausgeschieden, Niederlande noch nicht, Deutschland schon doch auch. Unter anderem, weil Rudi Völler, äh, Michael Skibbe, nicht so gut, tja, trainiert — es gibt da dieses Buch. Von dem damals noch niemand ahnte.

Politik im deutschen Fernsehen scheint es aber zu sein, pralle Metzgersöhne Euro-English trashtalken zu lassen ohne Untertitel und das dann als, äh, lustig zu verkaufen. Wenn man sich anschaut, wie das deutsche Fernsehen 2004 so drauf war, sind eigentlich beide entschuldigt.

Rudi Völler und Phillip Lahm.



Früher war Loriot. Heute ist „You feel very sad? Ahahahahaa!“ Danach folgen Frotzeleien, die man auf dem Campingplatz nicht schlechter hören würde.

I feel very sad.

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