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Autor: Trainer Baade

Die richtige Rolle für Winnie Schäfer

Wenigstens ein Mal im Leben hatte Winnie Schäfer eine Rolle inne, die ihm wie auf den Leib geschneidert war. Wie Edgar Schmitt bei den 11 Freunden berichtet, war Winnie Schäfer beim Rückspiel gegen den FC Valencia in der Kabine:

„Er hatte sich zu uns gemogelt, denn eigentlich war er gesperrt worden und durfte nicht bei uns sein. Plötzlich gab es Alarm: »Da kommt jemand von der UEFA!« Schnell versteckte der Winnie sich hinter der Kabinentür und hängte sich eine Winterjacke über den Kopf.“

Hätte er die Winterjacke doch nur aufbehalten, uns wären allerlei peinliche Auftritte des Gladbacher Fohlen erspart geblieben.

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Unbekanntes aus … Wycombe

… Wycombe.

Dass Chelsea nur 1:1 gegen den Viertligisten Wycombe gespielt hat, wissen alle, die täglich den Sportteil diverser Zeitungen lesen. Was aber nur jene wissen, die die taz lesen, ist, dass der Trainer der Wycombe Wanderers ein gewisser Paul Lambert ist. Jener spielte einst relativ erfolgreich für den BVB. Neben der Champions League gewann er auch den damals noch nur zwischen Europa und Südamerika ausgetragenen Weltpokal. Nicht schlecht, Herr Lambert. Und im Rückspiel Wiederholungsspiel dann noch bei Chelsea gewinnen, und schon sind wir den Umsymp der letzten drei Jahre, Jose Mourinho, erstmal los.

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Beckham needs another challenge

I think that now I need another challenge.

sagt David Beckham zu seinen Zukunftsplänen. Warum dann nur geht er zu L. A. Galaxy? In meiner Wahrnehmung ist das immer noch weniger als Servette Genf. Und wer geht schon freiwillig nach Litauen oder Rumänien, um „eine neue Herausforderung“ zu suchen, wenn er zuvor bei Manchester United und Real Madrid gespielt hat?

Jay Goppingen hat mit ungefähr 38 noch dort mitgespielt und konnte locker auf dem Niveau mithalten. Auf dem Niveau, welches eigentlich gar keins ist. Wer das als „neue Herausforderung“ bezeichnet, hat das Marketingsprech vollkommen verinnerlicht. Schön für ihn und seine Werbeverträge, schlecht für ihn und alle Fußballinteressierten, die versuchen, ihn weiter als Fußballer ernst zu nehmen.

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Gutmensch Bono

Gut, es ist ein bißchen spät: Aus dem Archiv hab ich folgendes Fundstück gekramt, das eigentlich schon zur WM gepostet hätte sein sollen.

Bono, der Mann der seine Schnüss einfach nicht halten kann, sobald es um Großes, Pathetisches und Weltveränderndes geht, muss natürlich mit seinem Geschwafel nerven, wie sehr und wie toll der Fußball doch die Welt bewegen könne. Er schafft, was Politiker nicht schaffen. Er gibt Respekt und ich weiß nicht mehr, welche Folskeln er da noch alle bemüht. Man kann wirklich nicht hinhören, wenn Bono anfängt, die Schleusen seiner immer nur mit Bemühen und Goodwill gefüllten Gedankenkammer zu öffnen, wie er es in einem Werbespot für ESPN tut. Erst auf „View World Cup Ads“ klicken, unten auswählen und rechts anklicken – und sich ganz schnell mal wieder davon überzeugen lassen, wieso man kein U2-Fan mehr ist, obwohl man es früher doch war.

Es wird ein wenig erträglicher, wenn man den Spot zu Schottland sieht und dabei Adam Clayton sprechen hört, auch wenn der Inhalt nicht weniger pathetisch ist. Und richtig nett, weil viel weniger pathetisch, sondern eher unterhaltsam ist der Spot, den The Edge spricht.

[photopress:bono.jpg,full,centered]

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FIFA 100

Fifa 100? – Nie gehört. Was soll das sein?

Das ist eine tolle Auswahl der besten noch lebenden Fußballspieler der Welt. Mal abgesehen davon, dass solche Listen totaler Unfug sind, kann man sie natürlich, zum Zeitvertreib, oder damit man was zum Schreiben hat, gerne aufstellen.

Diese Liste ist, anders als andere Listen ähnlicher Machart, aber total objektiv und hat somit in jedem Falle ihre Berechtigung. Denn in der Jury saßen viele tolle Experten aus aller Herren Länder, die lange abwägten, welche der vielen in Frage kommenden Spieler denn nun auszuwählen seien. Und damit auch wirklich die Richtigen ausgewählt würden, hat man keine Kosten gescheut und die Jury mit massig Personal bestückt. Um genau zu sein, mit einer Person: Pelé.

Pelé, ein ausgewiesener Kenner des bulgarischen Fußballs – heute noch erzählt man sich in Plovdiv gerne die vielen Anekdoten von Pelés Aufenthalten bei bulgarischen Ligaspielen – hat dann auch nicht viel Federlesens gemacht und einfach mal den bekanntesten bulgarischen Spieler ausgewählt: Hristo Stoichkov. Die vielen anderen tollen bulgarischen Fußballspieler fanden keine Gnade vor des Experten Urteil.

Das selbe ereignete sich in Schottland. Jeder weiß, dass Pelé bei jedem Derby von Rangers und Celtic einen Stammplatz auf der Pressetribüne hat, und die Wirte aus Aberdeen wissen noch heute von dem Mann von Welt zu schwärmen, wie er nach jedem Spiel des FC Aberdeen noch für ein oder zwei Pints einkehrte. Doch, ach, es reichte nur für Kenny Dalglish. Alle anderen: zu schlecht.

Lange Zeit seines Lebens hat Pelé auch in der Schweiz verbracht, war dort als Expertenkommentator fürs Fernsehen tätig und kennt so den Schweizer Fußball und seine Geschichte wie seine Westentasche. Leider, leider, meint Pelé, gibt und gab es aber keinen wirklich guten Fußballer in der Schweiz.

So dürfen wir also ganz beruhigt sein, dass diese Liste wahrhaftig die 125 noch lebenden besten Fußballer beinhaltet und zudem dürfen wir sicher sein, dass mit Pelé ein Mann die Auswahl getroffen hat, der alle 207 Fifa-Mitgliedsverbände mit ihren Geschehnissen der letzten 80 Jahre bestens überblickt.

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Ganz schön spacig

Vergesst die Allianz-Arena, hier kommt ein echtes Raumschiff:

das neue Stadion des FC Valencia. [Link leider tot.]

Hat möglicherweise sogar genug Power im Traktorstrahl, um Homer Simpson an Bord zu ziehen; etwas, woran die meisten Raumschiffe ja scheitern.

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Don Jupp !

Zufälligerweise war er in letzer Zeit öfter Thema hier. Jupp sagt, dass Zidane sehr liebevoll den Ball streichelt, ist selbst ein Roboter und vor Saisonbeginn gab er Seitenwahl ein Interview.

Dort gibt Don Jupp ausführlich Auskunft über seine Gedankenwelt und über das, was er plant, um der Borussia wieder zu alten Erfolgen zu verhelfen.

So äußert er sich mit Blick auf die WM zum Punkte Mannschaftsgeist und der Frage danach, welche Maßnahmen man ergreifen muss, um diesen zu stärken.

„Früher war das überhaupt nicht notwendig, denn das war eine Selbstverständlichkeit !“

Früher war alles besser. In England werden Diver ausgebuht. Die Deutschen sind keine Brasilianer und in Gladbach gibt es noch Tradition. Der Franz hätte die auf einem Bierdeckel nass gemacht und Torhüter und Linksaußen sind bekloppt. Lothar Matthäus weiß alles über Fußball und Trainer Baade ist Trainer. Ich kann diese Floskeln wirklich nicht mehr hören. Es ist doch wirklich jämmerlich, dass uns Jupp Heynckes einen vom Pferd erzählen will. Er hat natürlich insofern recht, als früher die Mannschaften a) nicht so schnell durcheinandergewürfelt wurden und b) die Spieler häufig noch aus derselben Region stammten und dadurch tatsächlich eher ein Zusammengehörigkeitsgefühl (neudeutsch: Teamgeist) entwickelten. Aber das ist nun auch schon seit 15 Jahren nicht mehr so. Die Erfindung von Jürgen Klinsmann war doch keine Erfindung, sondern im Gegenteil, eine Rückbesinnung auf jene Dinge, die Sportler schon immer motiviert haben: Ihnen das Gefühl zu geben, dass sie für eine Sache spielen, kämpfen, darten oder Tontaubenschießen, die sie zu motivieren in der Lage ist. Dabei ist es doch völlig sekundär, ob die Sache nun „eigene Stadt“, „eigene Region“, „eigenes Land“ oder „eigene Ehre“ heißt. Sobald ein Mensch die Kognitionen hat, für mehr als nur den Sieg in diesem einen Spiel, sondern als Teil einer größeren Mission zu agieren, wird er motivierter sein als sonst. Nicht umsonst sagt man, dass die größte Angst von Soldaten nicht ist, im Krieg ihr Leben zu lassen, sondern einen Fehler zu machen, der der restlichen Truppe Probleme bereiten könnte.

PS: Ja, ich weiß, dass man vor Satzzeichen kein Leerzeichen setzt. Der Autor des Interviews aber anscheinend nicht.

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Lattek: Ein feines Näschen

Ich fragte mich letztens schon, ob es kein Gesetz dagegen gibt, fürchterliche Bilder von Menschen zu veröffentlichen, wenn es auch Alternativen zu diesen Horrorfotos gibt. Diesmal hat es Udo Lattek erwischt.

Übrigens kriegt man vom Saufen keine rote Nase, jedenfalls nicht zwangsläufig. Nur bei jenen, die ohnehin eine Veranlagung zu einer roten Nase haben, wird diese Tendenz durchs Saufen verstärkt. Alle, die diese Veranlagung nicht haben, können fröhlich mit blasser Nase weitersaufen.

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Unbekanntes aus … dem Hause Zimmermann

… dem Hause Zimmermann.

Der Mann, der mit seinem martialischen Berichterstattungsstil heute sicher nicht mal vom Radsport berichten dürfte, der Mann, der den Ausdruck des „Wunders von Bern“ prägte, dieser Mann starb 1966 an den Folgen eines Autounfalls, nachdem er im Sommer 1966 noch das Finale der WM 1966 fürs Radio übertragen hatte.

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Da unten schwimmen die Ansprüche

„So lange sich Frank Rost kein Bein gebrochen hat, ist das Spiel ein Erfolg.“

Wie doch die Ansprüche sinken, wenn man einmal glaubt, vom Pech verfolgt zu sein. Bernd Hoffmann, Vorstandschef des HSV, äußert sich wie oben über das Vorbereitungsspiel des HSV gegen die iranische Nationalmannschaft, das der HSV mit 2:1 gewann.

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Ich habe beschissen gehalten

„Deutschland ist damals nicht Weltmeister geworden, weil ich so beschissen gehalten habe.“

Das sagt Harald Schumacher über seine Leistung im WM-Finale 1986.

Lothar Matthäus ist genauso ehrlich und behauptet, dass er den Elfmeter im Finale 1990 nicht schießen konnte, weil ihm ein Stollen abgebrochen war. Thomas Berthold hat letztens im Interview noch laut gelacht, als er mit dieser Aussage konfrontiert wurde.

Oliver Kahn erzählte nach dem Finale 2002, als er mit seinem entscheidenden Fehler nach Rivaldos Schuss die Torvorlage für Ronaldo gab (Gerd Müller wird sich inzwischen übrigens besonders über diesen Fehler freuen), dass er eine Kapsel- oder Bänderverletzung in einem seiner vielen Finger gehabt habe. Klar. An der Hand verletzt geht man als Torhüter auch in ein so relativ gesehen unwichtiges Spiel wie ein WM-Finale.

Es geht hier nicht darum, „Eier zu zeigen“. Es geht darum, dass ich mich als Zuhörer einfach nicht gerne verarschen lasse und mir fast schlecht wird vor Peinlichkeit, wenn ich diese dummen Sprüche von Loddar oder Olli höre, die sich selbst auch noch vor der Öffentlichkeit so betrügen, dass es weh tut. Wer soll denn diesen Sermon glauben, dass da ein zufällig abgefallener Stollen oder eine Verletzung im kleinen Zeh verantwortlich seien für die Fehler bzw. Kneiferei der beiden?

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„Die Schande von Gijon“

Während der if noch Winterpause hält, muss man hier ja mal ein bißchen Pressespiegelei betreiben. Ganz besonders, wenn da solch bahnbrechende Äußerungen zu lesen sind wie: „Deutschland hat geschummelt“. Einer, der es wissen muss, einer, der dabei war, entschuldigt sich jetzt ganz medienwirksam bei „den Algeriern“. Abgesehen davon, dass es so etwas wie „die Algerier“ wohl nicht gibt, nützt dieses Schuldeingeständnis aus dem Munde von Hans-Peter Briegel gar nix, weil es nur eine Meinung von einem von mehr als elf Beteiligten ist, und somit keine offizielle.

Aber Peter Briegel muss wohl in letzter Zeit vermehrt die Werbetrommel für sich rühren, sonst wäre er nicht Trainer in Dingsbums, am Arsch der Fußballwelt.

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Zu viele Köche verderben den Brei

„Fußball-Zweitligist MSV Duisburg hat Torhüter Georg Koch nach internen Querelen als Kapitän abgesetzt. Zudem erhielt der 34-Jährige eine Abmahnung, gab Clubchef Walter Hellmich im Portugal-Trainingslager ib Albufeira bekannt…„

Meiner — in dem Fall: ausnahmsweise — vollkommen unqualifizierten Einschätzung nach hat dieser Hellmich einfach einen an der Waffel. Ich habe leider keine Ahnung, was vorgefallen sein mag, und ich bestreite auch nicht, dass Georg Koch nicht ganz pflegeleicht ist. Dass jemand mit nun fast 16 Jahren Erfahrung im Profifußball aber irgendwie ein bißchen mehr Ahnung von den Vorgängen im Profifußball hat als ein Bauunternehmer, der vorher Tischtennis, Tennis oder Badminton hat mäzenen lassen, finde ich unzweifelhaft.

Aber Hauptsache, Herr Hellmich träumt weiter von der Champions League, während er es sich mit dem einzigen leistungsbezogen herausstechenden Profi in Duisburg verscherzt. Ein echter Vollidiot also, dieser Hellmich.

Ich stelle Georg Koch keinen Freibrief aus, wenn er sich richtig daneben benommen hat, was allerdings äußerst unwahrscheinlich ist, dann ist so eine Abmahnung sicher berechtigt. Wenn man aufsteigen will, wenn man die Adresse „Graue Maus MSV“ auch für andere Spieler interessant machen will, wenn man dauerhaft mehr sein will als der FC Sunderland der deutschen Bundesliga, sollte man schleunigst zusehen, dass man sportlichen Sachverstand irgendwo in der Führung des Vereins installiert, bevor des Hellmichs großes Ego weiter Spieler vergrault, die sich einzig zu Schulden kommen ließen, dass sie ihm widersprachen.

Ein neues Stadion bauen, privates Geld reinbuttern, Sponsoren ranholen: Das ist alles schön und gut. So etwas ist Grundvoraussetzung in einem Profiklub, um überhaupt Erfolg haben zu können. Doch fußballerisch hat dieser selbstverliebte Megalomane einfach keine Ahnung. Ich mag das Wort beratungsresistent ja nicht.

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