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Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

Türkiye, Türkiye!

Man weiß nicht so genau, wen der Interviewende hier eigentlich hops nehmen will:

Seinen Gesprächspartner, möglicherweise sich selbst, die Leser oder doch noch mal ganz spät Heribert Faßbender.

Herr Morena, Ihre Familie stammt aus Italien. Was heißt Kapitän auf Italienisch?

Capitano. Inhaltlich übersetzt bedeutet es wie im Deutschen Mannschaftsführer.

Vielleicht auch Jürgen Klinsmann …

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Albtraum Gottmar

Hach, da geht einem eigentlich das Herz auf. Natürlich etwas boulevardesk, dennoch außerhalb der üblichen Schablonen formulierte eine schweizer Zeitung vor der für dessen weitere Zukunft sehr wichtigen Partie der Schweiz von Ottmar Hitzfeld gegen Wales — und dann isses den Alteingesessenen auch wieder nicht Recht.

Mit den Worten „außer Kontrolle irrlichternd“ straft die NZZ die famosen Wortspiele ab, welche sich ein Blättchen ausdachte, um ein bisschen Stimmung zu machen. Wortspiele, die man so hier nie läse — weil hier kaum jemand französisch versteht.

Man vergisst ja immer wieder gerne, welch Glück es für den Fußballinteressierten ist, dass es noch grob gerechnet zwei weitere Länder gibt, deren Fußballpresse und -interviews man auch noch ohne Google Translate zu bemühen einfach so lesen kann.

Vor allem welsche Medien übten nach der 0:1-Niederlage in Montenegro harte Kritik – auch an Ottmar Hitzfeld. Ein ausser Kontrolle irrlichterndes Gratisblatt schrieb von «Witzfeld» und verwandelte den Übernamen «Gottmar» vor dem Wales-Spiel in «coachmar» – in Anlehnung an das französische Wort für Albtraum («cauchemar»).

Es lohnt sich häufig, über den Bodensee zu surfen und am virtuellen Kiosk einzukaufen zu stöbern.

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Erstaunlich offenherzig, erschreckend kurzsichtig

Beinahe die Essenz für die Gründe der Existenz dieser Webseite hier ist in den schönen Worten einer kurzen Nachricht zum weiteren Verbleib von Jens Keller beim VfB Stuttgart enthalten:

Über seine Zukunft werden laut Bobic die Ergebnisse in den kommenden Wochen entscheiden.

Wer braucht schon ein Anforderungsprofil? Das müsste man ja dann eventuell noch mit einem Kandidaten abgleichen. Kokolores. Was im Fußball zählt, sind Ergebnisse. Welche bekanntlich viel weniger vom Zufall abhängen als längerfristige Planungen.

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Die wichtigste Person im Leben eines Fußballers

… ist ein Bäcker.

Kein konkreter Bäcker, sondern der nur eventuell existierende, den man gerne erwähnt, wenn man gefragt wird, warum man ein Spiel nicht verloren geben wollte, warum man in der Nachspielzeit noch das Siegtor gegen den Underdog geschossen hat.

Man hätte ihn am nächsten Montag nicht aufsuchen können und wäre entweder verhungert oder hätte bis zum Mittagessen warten müssen.

Möglicherweise ist ein Bäcker im eigenen Stadtviertel so etwas wie der Yeti oder der Heilige Gral. Gesehen hat ihn noch nie einer, aber alle sprechen von ihm. Kafkaesk, diese Fußballer.

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Auf der Suche nach dem Jetzt und Hier

Es ist bezeichnend, was der kleine FOTO-Mauscheler angesichts der spielerischen und tabellarischen Situation des FC Bayern München von sich gibt:

Wir müssen jetzt alle zu unserer wirklichen Form finden.“

Da kann man ihm zurufen: Guck auf Deine Füße, in den Spiegel oder Dir selbst beim Spielen zu. Du hast sie schon längst gefunden, Deine wirkliche Form.

Bezeichnend für das, was er glaubt, was die Darbietungen seiner Mannschaft von dem unterscheidet, was wirklich ist.

Wirklich ist aber — lassen wir ausschweifendere philosophische Betrachtungen mal außen vor — nur das, was tatsächlich passiert.

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Rolf Schafstall hatte doch Recht

Zu Schafstalls Unglück waren die Zeiten in Bezug auf pc-ness damals andere.

Nirgendwo ist die Zweite Liga so unangenehm wie in Cottbus“, sagt Herthas zweitligaerfahrener Kapitän Andre Mijatovic, „die Atmosphäre dort ist irgendwie schmutzig“ …

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Besser kein Nerd sein

Wären wir Profis, würden wir Klaus Allofs wohl ziemlich misstrauisch machen.

SZ: Geht man in Bremen grundsätzlich gelassener damit um, wenn ein Spieler mal etwas ausgelassener feiert als er das als Profi sollte?

Allofs: Natürlich müssen die Profis hundertprozentig für den Job leben. Aber wenn ein Spieler in den Zwanzigern nach einem Spiel nach Hause fährt, sich dort das Sportstudio und danach Aufzeichnungen älterer Spiele anguckt, würde ich misstrauisch. Es heißt ja noch immer Fußballspiel. Dazu gehört Freude. Es ist besser, wenn einer auch mal woanders Spaß hat und dann am nächsten Tag wieder zum Training darf.

Wie gut, dass die meisten Profis nicht ständig Fußball gucken. Derart selten, dass sie manchmal gar nicht wissen, wie die nächsten Gegenspieler heißen oder wie viele Punkte der Gegner in der Tabelle hat.

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Jeder fängt mal klein an

Aus den Kommentaren: auch Katrin Müller-Hohenstein.



Man merkt komischerweise auch, dass sie ein Schnitzel ist.

„Wird Sport immer mehr zum Entertainment?“

Fragt ausgerechnet sie.

Nicht zu vergessen aber der Auftritt vom Ersatz-Max-Merkel.

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Katrin Müller-Hohenstein redet sich um Großkopf und Kragen

Kleiner Service der Redaktion, da sich die Zahl der Testspielzuschauverweigerer angesichts der Kaderzusammenstellung von Jogi Löw sicherlich drastisch erhöht hat, es aber trotzdem ein kleines Versprecherchen gab, das man nicht verpasst haben sollte:

Hier das Video von Katrin Müller-Hohensteins Moderation nach dem Spiel gegen Dänemark.



Beim zweiten Mal sagt sie übrigens tatsächlich Großkreutz, auch wenn es sich wie Großkotz anhört, was den Spitznamen des kleinen Kevin auf Jahre hinaus manifestieren wird — in Schalker Kreisen.

Bei 5:07 sagt sie übrigens noch: „Die U21 — die hotte heute Abend ein EM-Qualifikationsspiel …“. Allerdings nicht bei den Hottentotten, sondern bei den Isen.

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Diese Hedonisten-Plage

Ausgerechnet.

Ausgerechnet das Sinnbild für einen unangepassten Profi, der noch nicht zur Handy- oder i-Irgendwas-Generation zählt. Von dem man geglaubt hat, er nehme seinen Beruf ernst. Der verkündet jetzt auf seiner Webseite:

„Jetzt [Link leider tot.] ist unsere Zeit in Österreich schon fast wieder vorbei. Aber es macht trotz der harten Schinderei viel Spaß. Und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste.“

Dass es das Wichtigste sei, dass er Spaß habe!

Nicht das Einstudieren von Automatismen, das Erlernen neuer Taktiken, das Inhöchstformbringen des eigenen Körpers oder einfach eine Verbesserung seiner Abwurfpräzision.

Nein. Hauptsache, er hat Spaß.

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Christine Westermann trinkt Kölsch

Das ist nicht erstaunlich, schließlich muss sie eine Menge Enttäuschungen erleiden, da sie Fan des 1. FC Köln ist, wie sie im Interview mit der WELT verrät. Bedauerlicherweise ist sie trotz ihres aus der Sicht von hier unten fortgeschrittenen Alters erst in diesem Jahrtausend so richtiger Fan geworden, was natürlich bedeutet, dass sie keinen einzigen Titelgewinn des Effzäh miterlebt hat. Stattdessen muss sie die von der Südtribüne in allen Facetten beleuchteten Trauerspiele rund um Hoffnungsträger, unvernünftige Manager und Scoutingprobleme beim dortigen Fußballklub erdulden.

Interessant ist dieses Gespräch aber auch aus anderen Gründen.

So nutzt Westermann nicht die ollen Fußballmetaphern, deren Bärte bei Zeitreisen Vermögen kosten könnten, sondern sagt z. B.:

„Aber wenn ich halt nur Brot und Magermilch habe, kann ich halt keinen Marmorkuchen backen.“

Süß schon fast, nicht der Marmorkuchen, sondern diese Metapher. Auch dass sie ein zweimaliges „halt“ autorisiert hat, wirkt angenehm.

Lustig ist weiterhin die Beobachtung, welche Westermann bezüglich des Auftretens der Kölner Spieler gemacht hat:

„Sehen aus wie schlechte Fußballspieler …“

… und wundert sich weiter noch, warum denn Teams wie Liverpool oder Barcelona das alles können, was die Kölner nicht können, schließlich würden diese genauso lange üben und üben, da müsse doch mal wenigstens irgendein Spielzug gelingen.

Das eigentlich Bezeichnende an diesem Interview für die Lage beim 1. FC Köln ist aber, dass es aus dem Jahr 2007 stammt und im Jahr 2010 bis auf ein paar Namen von Handelnden alles noch haargenauso gilt wie damals.

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