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Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

Und Attacke

Nein, nein und nochmals nein. Man darf nicht. Das sollte klar sein.

Ich habe trotzdem mal wieder.

Man darf sich nicht dafür interessieren, welche Musik im Fußballgeschäft angesiedelte Menschen bevorzugen. Das war schon bei Philipp Lahm so. Und selbst bei einem, der doch qua Aufenthaltsort eigentlich Besseres gewöhnt sein müsste, werden wir schwer enttäuscht.

Dann haut man mal Scooter in den CD-Player und Attacke. Da bringe ich mich in Stimmung.

Sagt Holger Stanislawski.

(Dass er noch CD-Player benutzt, sagt auch Einiges über die nicht vorhandene Weiterentwicklung seines ebenso wenig vorhandenen Musikgeschmacks.)

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Die Antwort heißt Dummheit

… wahlweise Ignoranz.

Ich gehe ja nie zu Trainings von Bundesligaclubs, weil mir das doch eine recht langweilige Beschäftigung zu sein scheint. Testspiele gegen Bezirksligisten sind schon eher so mäßig interessant. Wer dann sogar Menschen beim Rundendrehen um den Platz zuschauen möchte, der sollte vielleicht der wahnwitzigen Idee nachgeben, Leichtathletik im Fernsehen oder sogar in realiter zu schauen. Ein Training eines Bundesligisten muss es für mich jedenfalls nicht sein.

Deshalb muss ich auf die viel zitierten Trainingseindrücke anderer Menschen zurückgreifen, was in Zeiten des Internets ein leichtes Unterfangen ist. Leichter in jedem Falle, als so etwas wie eine Weiterentwicklung bei denjenigen, die Fußball ausüben, zu erwarten. Denn wie das Adlerblog zu berichten weiß:

Was mich wundert, ich habe bei meinen Trainingsbesuchen noch nie ein Einzeltraining Freistöße nach dem normalen Training erlebt. Selten arbeitet ein Spieler individuell weiter. Zufall oder Prinzip? [Link leider tot]

Weder noch, siehe Titel.

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… und die Kinder Bier holen schicken

Reiner Calmund erläutert der FR, warum Daum nicht anders kann, als in der Tabelle nach oben zu schielen, selbst mit dem durchschnittlichen, eventuell sogar unterdurchschnittlichen Kader der Frankfurter Eintracht.

Daum ist eben nicht nur der Zampano, der Tralala macht, er ist ein sehr akribischer Arbeiter. Die Vision fängt erst nach dem Klassenerhalt an. Dass es dann weiter nach oben gehen soll, kann ich mir nicht anders vorstellen. Das hat er einfach mit der Muttermilch aufgesogen.

Wie sich diese Muttermilch zusammensetzte, erzählt Daum höchstpersönlich auf seiner eigenen Webseite.

Einige Zeit später holt die Mutter den Jungen zu sich ins Ruhrgebiet. Der Halbwaise Christoph Daum, gerade sechs Jahre alt, muss lernen, sich in einer fremden Welt alleine durchzusetzen. Es ist schon eine Herausforderung, heil vom Bierholen nach Hause zu kommen, weil die Straße von Kinderbanden belagert ist.

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Jürgen keine Cola

Immer wieder aufs Neue erstaunlich ist, wie leger man in Fußballerkreisen mit Drogenkonsum umgeht, wie leichtmäulig man diesen offen zugibt und dass man noch nicht mal davor zurückschreckt, diesen zu erwähnen, wenn Kinder zuhören.

Vorhin fragte Sven Pistor im WDR2-Radio-Interview den Kohler Jürgen alter Schule, wo man denn in Dortmund die Meisterschaft feiern könne, man müsse ja schon mal planen und er als zweimaliger Deutscher Meister mit der Borussia aus Dortmund wisse doch sicher, welches die dafür besten Plätze seien. Doch des Kohlers Jürgen Antwort half nicht dabei, diese Aufgabe zu lösen.

„Oh, das weiß ich gar nicht mehr. Ich war schon direkt nach dem Spiel so dicht, dass ich eigentlich gar nicht mehr weiß, wo wir da überall gefeiert haben.“

Am hellichten Tage — sagt er es. Öffentlich und ohne einen Funken Scham.

(Und entschuldigen Sie bitte den Delling im Titel …)

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Pump it up

Marcel Schäfer, Kapitän des VfL Wolfsburg, macht gleich zwei Fehler in einem Satz, wenn er sich zur sportlichen Lage bei seinem Dings wie folgt äußert:

Es geht um die Existenz des Vereins.

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Unschlagbare Ausrede

Da man in Deutschland im Zusammenhang mit Fußball ja immer die selben 500 Zitate verwendet, die man trotz ihrer nicht geringen Zahl alle auswendig kennt, weshalb sie stets zum einen Ohr reinkommen, dann aber zum Hals wieder raushängen, heute mal ein Ausflug in den Zitatenschatz des uruguayanischen Fußballs.

Für den Anfang soll es ein Zitat in einem Kontext tun, welchen man auch ohne größere Kenntnisse des uruguayanischen Fußballs begreift. Voilà:

„Zugegeben, es mag schwierig sein, in La Paz zu spielen, aber es ist eine unschlagbare Ausrede, wenn es darum geht, eine Niederlage zu erklären.“

Victor Hugo Morales, Journalist aus Uruguay

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Schweini definiert die FIFA neu

Auch Bastian Schweinsteiger ist der Meinung, dass das, was die FIFA macht, nichts mit Fußball zu tun hat. Er äußert sich auf seiner Webseite folgendermaßen zum Thema:

Ich spiele gerne. Vor allem Fußball. Aber ich habe auch Spaß an anderen Spielen, wie zum Beispiel:

FIFA 09
„Und zwar auf der Playstation 3. Aber ich verrate jetzt nicht, welche Mannschaft ich mir zusammenstelle.“

(Und nicht vergessen, die BiFi-Skin zu wählen, oben links!)

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Kein Fairness-Pokal

Die Leute sollen genau beobachten, wie ich arbeite, und sich dann selbst ein Bild von mir machen.

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob ich wirklich Lust auf ein Praktikum beim VfB habe. Die sollen da ja neuerdings acht Stunden anwesend sein müssen. Mittagessen mit den Herren Profifußballern — und das jeden Tag? Gut, falls die tägliche Massage im Praktikum auch inbegriffen wäre, könnte man drüber nachdenken. Ansonsten würde ich aber lieber beim Schema bleiben, das so alt ist wie der Mensch selbst: Um jemanden sympathisch oder unsympathisch zu finden, brauche ich keine rationalen Argumente.

Glaubt an Fairness im Urteil der Menschen, der Bruno. Sagte er nicht, er hätte im letzten halben Jahr so viel gelernt? Das offensichtlich nicht.

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Profi-Tautologe Mirko Slomka und der gelähmte Fredi Bobic

„Entscheidend ist für uns ja auch immer, dass wir die entscheidenden Zweikämpfe gewinnen.“

Pro Interviews kurz nach dem Spiel! Anderenfalls müsste man auf solche Erkenntnisse verzichten. Wie diese hier, dass Slomka übernatürliche Kräfte hat, indem er seine Spieler einige Sekunden in die Zukunft schauen lassen kann. Da ist man schon beeindruckt und schleicht zurück in sein Kabuff, schwer tragend an der Ahnungslosigkeit bezüglich dessen, was die ganz Großen in der Bundesliga an Methoden aus einer anderen Realität alles im Köcher haben.

Kontra Interviews nach dem Spiel! Man kann doch nicht voll draufhalten, wenn jemand gerade von seiner eigenen Beerdigung kommt, nur leicht stammelnd seine Worte hervorzubringen in der Lage ist, wie es bei Fredi Bobic justament der Fall war. Die Stellung der Mundwinkel ließ fürchten, dass diese gleich in Neuseeland aus dem Boden kriechen würden. Und: Auch die Hirnfunktion schien beeinträchtigt, enorme Trauer, vielleicht Angst hatte sein Broca-Zentrum gelähmt und er sprach in Zeitlupe. Es war kein Übertragungsfehler, denn der Reporter auf dem selben Kanal war in Echtgeschwindigkeit zu hören.

Bobic‘ Augenpartie erinnerte schwer an jene von Philipp Lahm im Interview nach dem 0:1 im WM-Halbfinale gegen Spanien, und so musste man beinahe fürchten, dass Bobic im nächsten Moment in Neuseeland in seinen eigenen Tränen ertrinken würde. Als er sich dann am Ende des Gesprächs doch noch zu einem markig wirken sollenden „Scheißegal“ (ob das 2:1 abseits war) aufraffen konnte, setzte das den misslungen-passenden Schlusspunkt zu einem TV-Auftritt, wie er eigentümlicher kaum sein konnte.

Emotionen, ja, das will man ja beim Fußball sehen usw. etc. pp. — aber doch nicht, wenn dem Schock gelähmten Mann gleich das Gesicht in den Pazifik fällt.

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Under Pressure

Oliver (sein zweiter Vorname ist: „Druck“) Kahn äußert sich zur Frage, ob er seiner Tochter die Torwartposition im Fußball erlauben würde. Er würde es ihr verbieten:

Ich habe das 20 Jahre gemacht. Diese Schmerzen! Diese Anstrengungen! Dieser Druck! Es gibt Schöneres als Torwart zu sein.

Abgesehen davon, dass er genau das ja immer sein wollte, Torwart, okay, irgendwann so ab 14-15 gibt’s auch keine Alternativen mehr. Aber: Der Druck? Den hat er sich doch immer selbst gemacht. Wieso sollte man aus väterlich immanenten Gründen seiner eigenen Tochter das Torwartspielen verbieten?

Den Druck, den Druck hätte Oliver Kahn auch als Friedhofsgärtner gehabt, oder als McDonald’s-Filialleiter. Weil der Druck von innen kommt. Immer weiter, jetzt noch ein Grab frisieren, jetzt noch einen besten Big Mac der Welt braten, Druck, Druck, Druck.

Hat man je Manuel Neuer oder René Adler über den „Druck“ als Torhüter klagen hören?

Rhetorische Fragen bedürfen keiner Antwort. Vielmehr hat Oliver Kahn es immer noch nicht gerafft, dass der einzige Druck, der bei seinem Wirken existierte, von Innen kam. Und den, diesen unmenschlichen Druck, den hat kein anderer Torhüter und auch keine andere Torhüterin.

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Woody Müller

Er ist einfach nicht totzukriegen, der Humor des Thomas Müller, der so gar nicht in die Welt der weichgespülten Interviews des Profifußballs passen will, und das, obschon er in letzter Zeit nicht seine allerbesten Spiele abliefert.

Was sich bei ihm geändert habe, seit er diesen unglaublichen Aufstieg von FC Bayern II zum WM-Torschützenkönig hinter sich habe, wollte jemand von ihm wissen.

Ich habe jetzt eine Eiswürfelmaschine an meinem Kühlschrank.“

Wenn sein Mundwerk dieser Linie treu bleibt, wird man die Klischees über Fußballer noch umschreiben müssen. Nichts lieber als das, wenn mehr von dieser Art dazu zwingt.

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Nicht mal schwimmen kann er

Wir lesen wohl alle immer mal wieder Texte von Daniel Theweleit, und in den meisten Fällen sind wir damit zufrieden. Grundsätzlich scheint er ein netter Kerl zu sein, der weiß, wovon er schreibt, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt und der vor allem — soweit beurteilbar — über einigermaßen ausreichende Hintergrundinformationen verfügt, um seine Beiträge näher an die Wahrheit rücken zu lassen als die von vielen anderen. Womit ausdrücklich auch festgehalten werden soll, dass für diese Empfindung ein gewisses Vertrauen in die Absichten des Schreibers nötig ist, welches hier immer noch vorhanden ist.

Gestern aber schrieb er etwas, was geradezu nach einer Krone verlangt, auch nach einer Krönungszeremonie, in der ihm diese Krone aufgepfropft werden darf. Denn Theweleit schafft es doch tatsächlich, in einem Beitrag über Roman Weidenfeller auf derart perfide Weise Jogi Löw einen mitzugeben, dass man ihm dafür die Krone der Perfidie aufsetzen müsste:

Denn Löw ist ein Mann, der sich gerne bei den Erfolgreichen bedient, das ist in dieser Woche wieder zu beobachten.

Womit er auf die Nominierungen so vieler aktuell äußerst erfolgreicher Dortmunder Spieler für den Kader gegen Schweden anspielt und genauso die damaligen Nomierungen von einigen Hoffenheimer Spielern anklingen lässt.

Nun hat man hier zu wenig Archivarenarbeit geleistet, um auflisten zu können, ob Theweleit je mit anderer, gespaltener Zunge zu diesem Thema schrieb. Unstrittig aber ist doch wohl, dass a) es grundsätzlich die Aufgabe eines Bundesjogis ist, die möglichst (zusammen) erfolgreichsten zu nominieren und b) er genau das bislang eben nicht tat, wie sehr irgendwelche Journalisten und der ob dieser Aussagen in Wallung geratene Pöbel ihm auch Kevin Kuranyi ins Südafrika-Heftchen schreiben und schreien wollten oder wie sehr auch an anderen Personalien gekrittelt wurde.

Oder hat irgendjemand schon das allgemeine ständige Wehklagen ob der Berufung von Klose und Podolski sowie das Zusammenrechnen der ach so wenigen Bundesligatore dieser beiden in der vorangegangenen Saison vor der WM 2010 vergessen?

Diesen Strömungen hat sich Löw strikt widersetzt, und wenn er nun Holtby, Schmelzer, Hummels und Co. für ein Testspiel nominiert, dann nutzt er doch lediglich diese angedachte Funktion des Spiels, darin Spieler testen zu können. Wie und wo sollte das sonst geschehen, wenn nicht in einem Testspiel? Stammspieler sind diese fünf bis acht Neulinge damit noch lange nicht und es ist auch geradezu wendehalsig, ihm diese Nominierungen jetzt vorzuwerfen. Schließlich ist dies ein Testspiel. Schließlich würde man ihm im Falle der Nichtnominierung erfolgversprechender Spieler das Gegenteil vorwerfen, -rechnen und -halten. Wie ja schon mehrfach geschehen.

Sollte er die selben Spieler später nicht mehr nominieren, wird man ihm dann die obige Titelzeile in den Schwarzwald werfen, genau wie Berti es einst bezüglich des Umgangs mit ihm selbst beklagte. Mit anderen Worten: Man wird Löw vorwerfen, dass er die selben Dortmunder Spieler, die plötzlich nicht mehr so erfolgreich sind, auch nicht mehr nominiert, und stattdessen auf Spieler mit 40-80 Länderspielen Erfahrung setzt. Was natürlich total unvernünftig wäre.

Man könnte ja untergehen.

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