Zum Inhalt springen

Schlagwort: Italien

Unbekanntes aus … Italien

… Italien.

Dass der in Deutschland, Österreich und der Schweiz „AC Mailand“ genannte Fußballklub eigentlich „AC Milan“ heißt, weiß im Jahr 2006 eigentlich jeder und eventuell sogar jedes Kind. Kaum einer weiß aber, dass der hierzulande „Juventus Turin“ genannte Klub das Wort Turin gar nicht im Vereinsnamen führt, sondern „Juventus Football Club“ heißt.

6 Kommentare

Das Runde muss sollte ins Eckige

Abschlusstabelle der Vorrundengruppe B der WM 1970 nach je drei Spielen pro Gruppenteilnehmer:

1 Italien 1:0 4:2
2 Uruguay 2:1 3:3
3 Schweden 2:2 3:3
3 Israel 1:3 2:4

(Ohne jegliche Klischeepflegeintention gemeint. Die Zahlen sind einfach so.)

1 Kommentar

Mopp auf‘m Kopp

Aus dem WM-Finale, vor allem aber von diesem Eintrag kennen wir Marco Materazzi. Er hat gar nicht Zidanes Mutter beleidigt, ist auch kein Bösewicht, jedenfalls keiner, der Leute erschießt oder um ihre Vermögen prellt; ist Fußball-Weltmeister mit Italien geworden. Deshalb lässt er sich beim Einzelfoto für die internationale Presse so fotografieren:

[photopress:materazzi_1.jpg,full,centered]

Dieser komische Mopp ist mir letztens im Live-Ticker des Herrn kicker bei der Champions League aufgefallen. Das Ganze kann man auch inklusive Materazzis Statistik selbst nachschauen.

Tät mir irgendwie in schwarz-rot-gold besser gefallen, so ein Mopp auf dem Kopp des Herrn Frings oder des Herrn Lehmann.

Materazzi war übrigens mal beim FC Everton unter Vertrag. Für einen italienischen Fußballprofi ist es immer noch äußerst selten, ins Ausland zu gehen. Und wie man weiß, wird ja in den britischen Ligen jede Form von Unfairness sofort von den Zuschauern durch Buhrufe und Pfiffe auch gegen die Spieler der eigenen Mannschaft wegkonditioniert. Da war Materazzi wohl nicht lange genug in England.

Achja, und wenn Sie Materazzis Bilanz anklicken sollten: Achten Sie auf die „Bandenwerbung“ und verpassen Sie nicht den Start der Bundesliga!

Einen Kommentar hinterlassen

Für alle Gegner des Elfmeterschießens

Auch wenn es von den Gegnern des Elfmeterschießens nicht mehr so viele gibt, sei hier noch mal darauf hingewiesen, wie unentschiedene Spiele vor Einführung des Elfmeterschießens entschieden wurden:

„Nach dem 0:0 im Halbfinale gegen Jugoslawien musste der Münzwurf über den Endspieleinzug entscheiden, er wählte die richtige Seite.“

Das schreibt der Herr kicker in seinem Beitrag über den jüngst verstorbenen Giacinto Facchetti. Eingeleitet wird dieser hier zitierte Abschnitt übrigens mit den Worten

„1968 war er entscheidend am EM-Sieg beteiligt.“

Einen Kommentar hinterlassen

„Mannschaftliche Disziplin“ und ein Prophet, alle Weltklasse

Warum der Herr kicker bei jedem zweiten Sportler, den er für sein WM-Sonderheft nach einem WM-Tipp befragte, hinzufügte, dass dieser Sportler „Weltklasse“ sei, bleibt uns für die nächsten Dekaden ein Rätsel.

Was diese Weltklasse-Leute so abgesondert haben vor der WM, war teils von großer Weitsicht geprägt, teils von blankem Unwissen.

„Tobias Unger (26, Weltklasse-Sprinter)

Weltmeister wird Deutschland, weil keiner so richtig daran glaubt. Unser Schwabe Jürgen Klinsmann schafft es, die Jungs richtig heiß zu machen. Außerdem wird Miro Klose mindestens fünf Tore bis zum Finale schießen.“

„Alessandro Petacchi (32, italienischer Weltklasse-Radprofi)

Ich habe gehört, das italienische Team logiert in einem Hotel, das ganz und gar italienisch sein soll. Also gibt es für die Spieler auch keine Ausrede, warum sie den Titel nicht holen können.“

„Thommy Haas (28, deutscher Weltklasse-Tennisspieler)

Ich tippe auf Brasilien, wegen der unglaublichen Masse an Ausnahmefußballern und der mannschaftlichen Disziplin. Aber auch Argentinien und — hoffentlich — Deutschland sind ganz vorne mit dabei.“

Mit der unglaublichen Masse kann eigentlich nur der hier gemeint gewesen sein.

Einen Kommentar hinterlassen

Die wahre Tabelle

Bei der früher bekannten, beliebten und vor allem betriebenen Seite „Blutgrätsche“ gab es die Einrichtung der „wahren Tabelle“ [Link offenbar tot]. Alle vom Herrn kicker aufgelisteten gravierenden Fehlentscheidungen wurden in das Endresultat einer Partie eingerechnet und so entstand eine „wahre Tabelle“, wie sie bei vermeintlich richtigen Entscheidungen der Schiedsrichter ausgesehen hätte.

Bei der WM gibt es nur ganz, ganz kleine Tabellen, weil es nur ganz, ganz kleine Vorrundengruppen gibt. Gerade weil sie so klein sind, wiegt jede Fehlentscheidung in einem Spiel ungleich schwerer als in nur einem von 34 Meisterschaftsspielen.

Gut möglich, dass ich hier die „Vereinsbrille“ aufhabe, da ich erklärter Sympathisant des australischen Fußballs bin. Sieht man sich aber diese von Eugen Strigel („öp-säids“) verfasste erstaunlich ehrliche Auflistung von Fehlentscheidungen bei der WM an:

„Australien – Japan am 12. Juni

Nach wie vor stellt natürlich der Torraum einen besonderen Schutz für den Torwart dar. Der australische Torhüter Schwarzer wurde von einem Gegenspieler beim Kampf um den Ball weggestoßen. Das 1:0 für Japan war nicht korrekt. Hier hätte Schiedsrichter Abd el Fatah abpfeifen müssen.“

„Kroatien – Australien am 22. Juni

Ein tolles Fußballspiel, nur nicht für Schiedsrichter Graham Poll. In den Anfangsminuten unterblieb bei einem klaren Halten von Simunic ein Strafstoßpfiff für Australien. Dann übersah der Schiedsrichter ein Handspiel des Kroaten Tomas im eigenen Strafraum. Hier stellte Graham Poll nach seiner Aussage zwar das Handspiel fest, durch die Kurzarmhemden war für ihn aber nicht auszumachen, welchem Spieler das Handspiel unterlief. Und dann kam noch ein „Anfängerfehler” dazu. Simunic sah dreimal Gelb.“

(Strigel vergißt hier, dass Poll noch dazu die Partie abpfiff, als Australien gerade im Begriff war, ein Tor zu erzielen — der Ball landete am Ende dieses Angriffs im kroatischen Netz. Man pfeift normalerweise nicht ab, wenn eine der beiden Mannschaften gerade im gegnerischen Fünfmeterraum zum Schuss ansetzt.)

„Italien – Australien am 26. Juni

Mit einem Strafstoß in der Nachspielzeit für Italien wurde diese Partie entschieden. Der Australier Grosso grätschte nach dem Ball, sein Gegenspieler fiel dann über Grosso und Schiedsrichter Medina aus Spanien pfiff Strafstoß (siehe Foto oben rechts). Für mich wäre Weiterspielen hier die richtige Entscheidung gewesen.“

(Gemeint sind der Italiener Grosso, der fiel, und der Australier Neill, der grätschte.)

und behält im Hinterkopf, dass der Schiedsrichter der Partie Australien — Brasilien, Dr. Merkus Merk, von vielen Seiten für seine einseitige Leitung der Partie kritisiert wurde, kommt man auf insgesamt vier Spiele der Australier, in denen sie benachteiligt wurden. Das sind vier Spiele von vier gespielten, was nahe bei 100 Prozent liegt. Leider ist eine WM zu kurz, um das wie bei einer kompletten Saison im Laufe des Turniers wieder auszugleichen.

Mir liegen jegliche Arten von Verschwörungstheorien fern, auch wenn uns Vorfälle wie der italienische Manipulationsskandal oder das seltsame 5:2 von Athen gegen Tiflis zumindest aufmerksam werden lassen sollten. Hätten aber die Australier ihre Gruppe gewonnen, was sie ja bei einem 3:0 gegen Japan und einem 4:2 gegen Kroatien bei gleichzeitigem Remis gegen Brasilien getan hätten, wäre Australien gar nicht erst auf Italien getroffen. Aber weder liegen mir Verschwörungstheorien noch Aufrechnungen der Marke „hätte, wäre, wenn“ noch bedeutet es irgendetwas, wenn Australien nicht auf Italien, sondern auf irgendeine andere Mannschaft getroffen wäre — bedauerlich bleibt es trotzdem, dass eine der wenigen Mannschaften neben der deutschen, die mutig, aggressiv (im Rahmen des Erlaubten) und herzerfrischend gespielt hat, so früh die Segel streichen musste.

Für 2010 darf man jedenfalls Einiges von Australien erwarten, wo der Fußball zum ersten Mal so richtig zu Leben erwacht. Eine Wiederholung dieser Fülle von zweifelhaften Entscheidungen gegen Australien ist nicht sehr wahrscheinlich, und so dürfen wir uns vielleicht gar auf einen Viertelfinalisten Australien freuen.

Inspiriert durch indirekter-freistoss.

4 Kommentare

3:8 — 1978 3x 0:0

Kann irgendjemand mit diesen Zahlenkombinationen etwas anfangen? Sie stellen die höchste deutsche WM-Niederlage und die Zahl der meisten 0:0-Remis bei einem WM-Turnier von deutschen Mannschaften dar. Falls jemand das anzweifelt, möge er unten stehende Liste bemühen.

(Bundes-)Deutsche WM-Niederlagen

1934
Halbfinale Tschechoslowakei 1:3

1938
Achtelfinale Schweiz 2:4

1954
Vorrunde Ungarn 3:8

1958
Halbfinale Schweden 1:3
3. Platz Frankreich 3:6

1962
Viertelfinale Jugoslawien 0:1

1966
Finale England 2:4 n. V.

1970
Halbfinale Italien 3:4 n. V.

1974
Vorrunde DDR 0:1

1978
2. Runde Österreich 2:3

1982
Vorrunde Algerien 1:2
Finale Italien 1:3

1986
Vorrunde Dänemark 0:2
Finale Argentinien 2:3

1994
Viertelfinale Bulgarien 1:2

1998
Viertelfinale Kroatien 0:3

2002
Finale Brasilien 0:2

2006
Halbfinale Italien 0:2 n. V.

(Bundes-)Deutsche WM-Remis

1934
Achtelfinale Schweiz 1:1

1958
Vorrunde CSSR 2:2
Vorrunde Nordirland 2:2

1962
Vorrunde Italien 0:0

1966
Vorrunde Argentinien 2:2

1978
Vorrunde Tunesien 0:0
Vorrunde Polen 0:0
2. Runde Italien 0:0
2. Runde Niederlande 2:2

1982
2. Runde England 0:0

1986
Vorrunde Uruguay 1:1

1990
Vorrunde Kolumbien 1:1

1994
Vorrunde Spanien 1:1

1998
Vorrunde Jugoslawien 2:2

2002
Vorrunde Irland 1:1

Einen Kommentar hinterlassen

Kartoffolandia

Casa Azzurri, die Heimstätte der italienischen Turniersieger, lag bekanntermaßen in Duisburg. Und in welchem Land liegt Duisburg? Richtig, in Kartoffolandia [Link leider tot].

Wenn man aus Italien kommt, findet man auch ein solches Nummernschild [Link leider tot] fotografierenswert.

Außerdem: Fotos vom öffentlichen Training der Italiener, hier nachgereicht, weil ich damals noch keine Kamera hatte, obwohl ich ebenfalls im Stadion war.

Übrigens esse ich auch viel lieber Kartoffeln als Kraut.

[Neu] Der Autor schläft zwar gerne lange, aber so etwas darf natürlich nicht passieren: Es gibt auch noch Bilder vom zweiten öffentlichen Training der Italiener, von dem ich gar nichts wusste. Wie gut, dass Octavia Schoplick dann doch mal in den Genuss kam, die U79 zum Landhaus Milser zu benutzen und diese Fotos zu erstellen.

Einen Kommentar hinterlassen

Man sieht sich immer zwei Mal

Italien hat Frankreich im Finale der WM geschlagen und ist nun Weltmeister. Ein Franzose hat zwar auch einen Italiener geschlagen und wenn es ganz dicke kommt, wird Italien der Titel wieder aberkannt. Das ist allerdings äußerst unwahrscheinlich und eher der Problematik geschuldet, dass Zeitungen ja irgendetwas schreiben müssen.

Für die Franzosen bietet sich nun ganz schnell die gleich zweifache Gelegenheit zur Revanche, weil Frankreich und Italien gemeinsam in einer Qualifikationsgruppe zur Europameisterschaft sind. Wie schön für Materazzi, dass er nicht mehr auf Zidane treffen kann — so Materazzis Sperre da überhaupt schon abgelaufen sein sollte.

Am 6. September 2006, also in gerade mal acht Wochen, findet das Hinspiel in Frankreich statt. Ziemlich genau ein Jahr später, am 8. September 2007 steigt dann das Rückspiel. Es wird interessant, zu sehen, ob es den Franzosen in nur 8 Wochen gelingt, eine neue Mannschaft zu formen und ob dieser dann die Revanche gelingt.

Trainer Raymond Domenech bleibt jedenfalls im Amt. Und ob das nun so eine gute Entscheidung ist angesichts der Tatsache, dass er schon 2004 mit dem Neuaufbau der Mannschaft nicht zurecht kam, bleibt abzuwarten.

6 Kommentare