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Schlagwort: Torwart

Tipp-Kick: Back in black

Nach diversen schwarz-rot-goldenen, hell schimmernden und Reptilien im Reagenzglas produziert habenden Sonderversionen zur WM 2006 hat Tipp-Kick zur WM 2010 sein Sortiment noch mal erweitert und macht jetzt einen auf schwatt. Ja, richtig gelesen, die Tipp-Kick-Tipp-Kicker sind jetzt schwatt. Also in der Sonder-Edition zur WM 2010. Das sieht dann ungefähr so aus:

Tipp-Kick in black.

[photopress:tipp_kick_wm_2010_sonder_edition.jpg,full,centered]

Der Experte erkennt sofort, warum afrikanische Mannschaften bislang noch nicht weiter als ins Viertelfinale einer WM gekommen sind: Weil sie immer Feldspieler ins Tor stellen. Man sieht im Beispiel eindeutig: die selbe Trikotfarbe wie der Feldspieler, das kann kein Torwart sein. Und natürlich ist ein Feldspieler niemals so gut im Tor wie ein ausgebildeter, professionell ausgebildeter Torhüter (es sei denn, es handelt sich um Jan Koller, aber der kommt nicht aus Afrika), weshalb man weiter auf den ersten WM-Halbfinalisten aus Afrika wartet.

Tja. Dass die Tipp-Kick-Exegeten solche Fußball-Fach-Experten sind, hätte man auch nicht gedacht. Und 39,90 Euro ist ja geradezu ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, wie viel man für den selben Spaß in Sachen Panini bei der WM 2010 ausgeben müsste.

Die Schlitzaugen-Version zur WM 2002 ist allerdings nicht mehr im Programm.

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Update (jetzt mit Musik): Hand in Glove

Die Redaktion von Trainer Baade hat mal wieder keine Mühen gescheut, ist aus ihrem Elfenbeinturm herabgestiegen und hat sich auf die Suche nach den wahren Gründen für die Nominierung René Adlers zur Nr. 1 im deutschen Tor begeben — und ist in diesem kleinen Ausschnitt fündig geworden.

Während alle Welt nur davon spricht, dass Manuel Neuers Abwürfe mit dem Ball so präzise sind, dass die eigenen Stürmer sie eigentlich nur noch volley ins Tor schießen müssen, weil Neuer mit seiner Wurftechnik die komplette Abwehr aushebelt. Währenddessen vermag René Adler gegnerische Stürmer mit einer noch viel präziseren Wurftechnik aus der Konzentration zu bringen, bevor sie überhaupt die Gelegenheit hatten, zum Abschluss zu kommen.

Das ist natürlich dem Bundestorwarttrainer der Biathlon- und Hammerwurfnation Deutschland, Andreas „Andy“ Köpke, nicht entgangen, weshalb er Jogi Löw die Empfehlung gab, sich für den defensiv stärkeren Adler und gegen den offensiv stärkeren Neuer zu entscheiden.

Ein bekannter Torwarthandschuhe-Hersteller hat schon reagiert und will jetzt noch wurffestere Modelle speziell nur für die deutsche Mannschaft entwickeln. Um noch vor Beginn der WM in Südafrika fertig zu werden, laufen die Hirne der dortigen Research-&-Development-Abteilung bereits jetzt so heiß, wie der Handschuh dann später beim Aufprall auf den Kopf des Gegners sein soll.

Und nach so einem langen Wortbeitrag (mehr als 3 Minuten am Stück trauen uns Radiomacher ja nicht zu — es ist immer schön, wenn man seine Konsumenten nicht unterschätzt) dann jetzt endlich Musik.



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Robat … und der Porzellanladen

Robat.

Reingefallen!

Robat — fängt auch mit Rob … an, hört aber nicht mit …ben auf.

Robat Enke. Das ist jetzt nicht mal lautmalerisch. Es gibt kaum einen Menschen der sprechenden Medien, der diesen amen* Menschen nicht als „Robat Enke“ ausspricht. Das mag für seine fußballerischen Leistungen völlig egal sein, wir wollten hier ohnehin wieder weg vom vermaledeit überall stattfindenden Sprachgeklugscheiße und wieder hin zum Fußball.

Robat Enke also soll die Nr. 1 werden. „Ein Torwartproblem hatten wir noch nie in Deutschland“, sagte gestern erst wieder Geog Koch in der Pause des Spiels MSV Duisbug – Fotuna Düsseldof.

Ob nun Wiese das Zeug dazu hätte oder nicht, hier würde man meinen: ja, ist eigentlich auch egal. Denn das, was Jogi Löw mittlerweile an völlig unnötigen Problemen aufs Tapet zaubert, übersteigt nicht nur langsam, sondern relativ schnell die Schwelle dessen, was noch gut ist.

Wo es 2005 noch nur 2 Torhüter waren, die um 1 Platz kämpften, sind es bei Jogi Löw 2009 gleich 4. Wo es 2005 noch nur 2,5 enttäuschte Nationalspieler waren (Kuranyi und Wörns und Kahn, der allerdings nur halb zählt, weil er ja immerhin dann doch im Mannschaftsbus mitfahren durfte), züchtet Löw sich gleich ein ganzes halbes Dutzend an Alternativen, die auf diese Art keine mehr sind. Frings raus, Jones raus, Kuranyi raus (nicht dass man an dieser Stelle der Meinung wäre, Kuranyi solle nicht raus sein, aber…), nun Wiese auf seltsame Art raus, nachdem man ihn zuvor eindeutig mit ins Kalkül gezogen hatte.

Was man „Grinsmann“ während seiner Zeit beim DFB von ohnehin zweifelhaften Seiten aus vorwarf — seine entschiedene Art, sein „Aufräumen“ — kann man Jogi Löw leider nicht vorwerfen. Es ist ja im Prinzip nichts anderes als das, was Klinsmann bei den Bayern hinterlassen hat, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Während er in der Nationalelf als eisenharter Entscheider ging, der seine Linie durchzog, und seinem Nachfolger jetzt leider nur das Gegenteil gelingt, trat er bei Bayern als relatives Gegenteil auf und ließ den dortigen Entscheidern – zumindest scheinbar – nur noch die Wahl, wiederum aufs Gegenteil zu vertrauen, auf den holländischen Mann mit dem selben Spitznamen wie der aktuelle schweizer Nationaltrainer. Auf einen, der sich gegen alle Widerstände durchsetzt, somit auf jemanden, der schon am 4. Spieltag den Mut hat, Rensing aufs verdiente Altenteil abzuschieben, während Klinsmann sich das erst im Viertelfinale der Champions League traute.

Hier geht es aber um Löw, und der Mann beginnt eine echte Sorgenkomponente auf der „oad* to 2010″ zu werden. Dass ein Trainer ein vermeintliches Leistungsprinzip ausruft, sei mal wirklich als Bananengarten dahin gestellt: Wer glaubt denn ernsthaft, dass ein Trainer seine Spieler danach aussucht, welche Statistikwerte dieser in irgendeiner selbstgefälschten Datenbank aufweist, welche Fitnesswerte ein Spieler hat oder wie viele Follower er bei twitter hat? Abgesehen davon, dass ein Trainer auch nur ein Mensch ist, und somit zwangsläufig solchen Faktoren wie „Sympathie“ für oder weniger für einen Spieler sowie „gegenseitige Chemie“, die stimmen muss, unterliegt, sollte man einem Trainer auch im Jahr 2010 insoweit eben freie Hand lassen, dass er das am besten zusammen passende Team auswählt und eben nicht nach reinem „Leistungsprinzip“ vorgeht. Zumal bei solchen Konstellationen wie Innenverteidiger plus Innenverteidiger oder Innenverteidigerinnen plus Torwart oder offensiver Zögling plus defenisver Fahrensmann doch gar nicht klar sein kann, was einem die im Verein und den nun mal sehr wenigen Länderspielen gewonnenen „Leistungsdaten“ darüber verraten, was diese oder andere Konstellationen dann in ihrer spezifischen Konstellation an Leistung hervorbrächten. Da müsste man ja schon quasi endlose Testspiele durchführen, um das final beantworten zu können.

Das wird von niemandem mit Verstand erwartet und das erwartet auch niemand mit Verstand von Jogi Löw. Warum er dann aber nachgerade ständig und vor allem ohne jegliche Not Baustellen eröffnet, wo gar keine zu finden wären, wenn man keine aufmachte, bleibt unerklärlich. 4 Torhüter bis kurz vor der WM (es sind nur noch 9 (!) Monate) im Rennen zu halten, ist geradezu fahrlässig, wenn man, statt jetzt schon einen bitter enttäuschen zu müssen, ihn stattdessen in einer eventuellen Notlage mit einer Berufung eher positiv motivieren könnte.

Das ganze Geschreibsel war jetzt aber nur Vorgeplänkel dazu, dass man schließlich festhalten muss: Enke, Adler, Neuer, Wiese. Das ist tatsächlich Jacke wie Hose, der eine spielt häufiger international, der andere macht die besseren Interviews, der nächste ist weniger stinkstiefelig. Keiner sticht heraus und es ist auch nicht abzusehen, dass sich das in den nächsten neun Monaten ändern wird. Sollte es keine mit dem Boulevard abgemachten geheimen Angriffspakte geben, dass man die T-Frage neuerdings immer möglichst lange am Köcheln halten möge, auf dass es was zu schreiben gäbe, gibt es keinen Grund, warum man 4 Leute ins Rennen beruft, um dann schon vor dem Ende einen verprellen zu müssen, während die Abwehr und die Frage in dieser Frage noch lange nicht im Klaren sind, wer denn jetzt die Nr. 1 ist (und dieser dann angesichts der Auswahl der Torhüter wenigstens in den Länderspielen „internationale Praxis“ zu geben).

Es hätte nichts bis gar nichts dagegen gesprochen, Roba*t Enke schon von Anfang an zur Nr. 1 zu erklären und dann wirklich nur im Notfall und weil man ja auch bei einem langen Turnier (ich bitte Sie, maximal 7 Spiele!) mal einen Ersatz brauchen könnte, eine Nr. 2 zu züchten. Dass kein Lagerkoller aufkommen wird und die Nr. 3 nicht rebellieren wird, dafür sorgt ja schon der Playstation- und Tischtennisplatten-Minister Bierhoff. Dass das bezogen auf die Torhüterposition alles nur eine Übergangsphase ist und wir uns in keiner Torwartära befinden, war von vorneherein klar. Und dass man nach einem großen Turnier wie der WM 2010 in Südafrika noch mal eine andere Meinung haben darf als vorher, hat Jogi Löw ja (immerhin) nach der EM 2008 im Land der Löcher im Käse und des Schmähs bewiesen.

Vollkommen unverständlich also, wieso hier überhaupt Fragen gestellt und Hoffnungen geschürt werden, die schon per FIFA-Definition (3 aus 23) nicht erfüllt werden können.

Man kommt nicht umhin, anzunehmen, dass Jogi Löw ein Konfliktvermeider ist oder wahlweise einer, der sich nicht entscheiden respektive festlegen mag. Was im Endeffekt auf das selbe Phänomen hinausläuft, nämlich die Weigerung, innerliche Konflikte aka Unentschlossenheiten mit sich bis zu einem vernehmbaren Ende auszutragen.

Mag man hier auch klingen wie Günte* Netzer oder anderes Stammtischgebrabbel: Das ständige Ausladen von irgendwann mal dazu Gehörenden wirkt allmählich weniger wie ein Ausprobieren der vorhandenen Optionen als wie das Lavieren eines äußerst unentschlossenen Elefanten im vorsüdafrikanischen Porzellanladen.

Scherben bringen Glück, aber mit Glück allein hat noch selten einer aus dem wenig verbliebenen heilen Rest etwas Brauchbares zusammengekittet.

* Hier ein stummes „r“ denken.

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Sepp, der wahre Skorpion

Man dachte lange Zeit, es sei Rene Higuita gewesen, der den Skorpion im Tor erfunden habe, richtig ist — freilich — dass es der Maier Sepp war, der eigentlich alles erfunden hat, was es im modernen Torwartspiel gibt. Angefangen von der Lobbyarbeit für Liebgewonnene bis zum Fitspritzen, wenn man mal ein bisschen kränklich ist, damit die schöne Serie nicht reißt. Nun also auch den „Skorpion“, auch den hat der Maier Sepp in einer frühen, noch nicht ganz an das Endergebnis erinnernden Version erfunden:

Dabei [Link leider tot] habe ich dann immer so ein bisschen Sparifankerl getrieben, wie diese Art von Spaß bei uns heißt. Ich habe dabei den Ball eben nicht mit den Händen gefangen, sondern einen Handstand gemacht und den Ball mit dem Schuhabsatz ‚rausgeschlagen.

Der einzige andere, der im deutschen Fußball laut Selbstauskunft eigentlich für alles verantwortlich ist, was es an positiven Entwicklungen gibt, kann da nicht intervenieren, weil er für den „Skorpion“ zu klein wäre: Berti Vogts.

Ansonsten nehmen die beiden sich nicht viel darin, ihre Reverse an alle möglichen und umöglichen Meriten zu heften, zu denen sie gerade befragt werden.

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Clean sheet — neuer Rekord?

In der englischen Premier League steht ein besonderer Rekord vor der Tür: Sollte Manchester United im nächsten Spiel am 27. Januar kein Tor kassieren, wäre das ein neuer Rekord an Spielen ohne Gegentor in Folge. Derzeit verharrt der Zähler dieses Statistik bei 10 Partien, die der große, dünne, alte Mann des Torhütens — Edwin van der Sar — bestritt, ohne einmal den Ball aus dem Netz holen zu müssen. Rekordverdächtig auch die dazugehörigen weiteren Zahlen: in 21 Partien in der Premier League erhielt Manchester United überhaupt erst 10 Gegentore, 14 dieser 21 Partien wurden ohne Gegentor beendet.

Diese Arme von van der Sar, die eigentlich Tentakel werden sollten … leisten gute Arbeit.

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Doppelt gemoppelt hält besser (?)

Mit der Betonung auf halten.

Weiß irgendjemand, wie es zu dieser obskuren Situation kam, dass bei FSV Frankfurt in der Saison 1994/95 in der zweiten Liga in einem Spiel zwei Torhüter aufs Feld geschickt wurden? Ralf Kellermann begann die Partie als Torhüter und spielte laut allen Aufzeichnungen bis zum Ende durch. In der 63. Minute dann wurde Thomas Ernst, heute als Manager des VfL Bochum tätig, damals und auch sonst immer eben Torwart, für den Feldspieler Christos Fagos eingewechselt, ohne dass es eine Rote Karte für den von Beginn an spielenden FSV-Frankfurter Torhüter gegeben hätte.

Was war da los? Oder handelt es sich bei den Aufzeichnungen von fussballdaten zu diesem Spiel schlicht um einen Fehler?

Selbst die dafür eigentlich prädestinierte Seite torhütende Feldspieler weiß nix darüber, obwohl sie ebenso feldspielende Torhüter abdeckt. Dass sie scheinbar nicht mehr aktualisiert wird (siehe Rosenthal mit seinem als Feldspieler gehaltenen Elfmeter vom letzten Spieltag) muss ja nix heißen, schließlich ist der oben erwähnte Vorfall schon fast 15 Jahre her.

Thomas Ernst mal als Feldspieler? Im Tor bzw. bei den dazugehörigen fußballerischen Leistungen ist er nie als besonders talentiert aufgefallen, ganz anders als z. B. Fabien Barthez, den Rudi Völler nach seinem Wechsel zu Olympique Marseille nach den ersten Trainingseinheiten für einen Feldspieler hielt, weil jener am Anfang eben nur im Feld mittrainierte und dabei nicht negativ auffiel (so die Legende). Wenig Gründe sprechen somit dafür, dass man Anlass gehabt hätte, Thomas Ernst wegen seiner Dribbelstärke als Feldspieler in den Sturm zu werfen.

Also: Was war da los in Frankfurt, beim FSV?

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Schamhafte Sinnpflanze

Auch mimosa pudica genannt.

Nach dem bereits dritten sieg- und torlosen Spiel waren Rost und Torwart Gerhard Tremmel heftig aneinandergeraten. Nach Ansicht von Rost hatte der Schlussmann [sic! (Anm. d. Red.)] der Lausitzer im Internet zu heftig Kritik an Team und Trainer geübt. „Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Spieler öffentlich die Mannschaft kritisiert“, sagte Rost. Tremmel hatte auf seiner Homepage geschrieben: „Nun stecken wir also gleich wieder unten drin und müssen gar nicht auf Hannover oder Bochum zeigen, sondern sollten uns an die eigene Nase fassen. Und zwar wirklich an die eigene…“ Für Rost ging die Kritik zu weit. „Das kann er so nicht sagen“, betonte der Mittelfeldspieler.

Was meint Timo Rost damit, wenn er sagt: „kann er so nicht sagen“, wenn Tremmel es nachweislich doch schrieb?

Ist Timo Rost der Auffassung, dass Gerhard Tremmel, wenn er den selben Text sinngemäß mit anderen Worten formulierte hätte, alles richtig gemacht hätte?

Was genau an „so“ kann Tremmel gemäß Timo Rost „so nicht sagen“ — dass man sich an die eigene Nase fassen solle oder dass man gar nicht erst auf Hannover oder Bochum zeigen solle?

Kurze, aber nicht unwichtige Frage an mich selbst: Mit welchem komischen, von mit Mimosen noch euphemisierend umschriebenen Menschen ausgeübten Sport beschäftige ich mich eigentlich?

PS: Laut oben verlinktem Eintrag heißt die Pflanze Mimose auf englisch „touch-me-not“. Und Timo Rost auch nicht.

Quelle.

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Gewinnspiel: Torhüter

Hallo lieber Leser,

darauf hast Du schon lange gewartet.

Endlich gibt es was zu gewinnen bei www.trainer-baade.de und zwar Ruhm. Ähre nicht, die ist verhagelt. Also, lass ihn schon raushängen, den echten Experten.

Googlen gilt nicht, ist auch irgendwie was für Feiglinge.

Wer stand seit dem Krieg (diese Formulierung ist ausnahmsweise ernst gemeint) im deutschen Fußballtor — nicht der Theodor, das ist sicher.

Noch mal gesagt: googlen gilt nicht, dann bist Du raus, aber ich lege vor mit den einfachsten der einfachen:

Jens Lehmann, Oliver Kahn, Harald Schumacher, Sepp Maier.

Und sonst so?

Los.

Bilanz:

Jens Lehmann
Oliver Kahn
Harald Schumacher
Sepp Maier
Bodo Illgner
Hans Tilkowski
Eike Immel
Andreas Köpke
Toni Turek
Timo Hildebrand
Uli Stein
Raimond Aumann
Oliver Reck
Robert Enke
Norbert Nigbur
Wolfgang Kleff
Heinrich Kwiatkowski
Hans-Jörg Butt
Dieter Burdenski
Karl Adam
Horst Wolter
Bernd Franke
Manfred Manglitz
Rudi Kargus
Frank Rost
Wolfgang Fahrian
Fritz „schulpflichtig“ Baumgarten
Fritz Herkenrath
Günter Sawitzki
Karl Bögelein
Fritz Ewert
Helmut Roleder

Nadine Angerer
Silke Rottenberg

Jörg Weißflog
Jürgen Croy
Bodo Rudwaleit
Perry Bräutigam

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Grateful Jens — Now, I‘ve had the time of my life

Kurz bevor er seine Nationalmannschaftskarriere beenden wird — ein Abschiedsspiel wird er wohl noch bekommen — hören wir noch mal jenem Manne zu, den Klinsmann als besser als den Welttorhüter des Universums erachtete, womit er mir, uns und den Zeitungen eine lange Diskussion um die „T-Frage“ vor der WM ermöglichte. Eine schöne Zeit, in der man sich die Finger wund tippen konnte, wer warum besser ist und wieso. Apropos Zeit.

Wer ein bisschen Zeit mitbringt — die ja nicht nur ohnehin, sondern ganz besonders hierzulande sehr rar geworden ist — kann sich knappe 10 Minuten Mad Jens Lehmann anschauen, wie er auf englisch (nein, es heißt nicht „in englisch“) über die WM, das Elfmeterschießen gegen Argentinien, den Horst-Eckelesk-unvermeidlichen-Zettel und überhaupt parliert, wobei unbekannt bleibt, wer der Fragesteller eigentlich ist.

Leider nicht als Pottcast erhältlich, in dem Falle wäre es dann aber auch nur halb so interessant. Und trotz des hammerharten accents muss man sagen: so relatively guud englisch hat man schon lange keinen deutschen Fußballer (und wohl auch nicht Kanzler/in) sprechen hören. Was daran liegen könnte, dass PISA nicht lügt, wenn die schulische Ausbildung in Deutschland international nur als mittelmäßig betrachtet werden kann. Und ob jetzt Migrantenkinder, wie jene von Jens es für die Zeit bei Arsenal waren, haupt-ursächlich für das schlechte PISA-Ergebnis sind oder nicht: dieses schlechte Englisch ist immer noch das beste, was man seit Langem von einem deutschen Emmigranten auf einem Schirm oder sonstwo zu sehen bekam.

Achso, es geht übrigens um die WM 2006, nicht um die EM, insbesondere ums Elfmeterschießen. Wir erfahren zum Beispiel, dass Jens Lehmann bei jedem Elfmeter tatsächlich in die richtige Ecke geflogen ist, dass er nach dem Spiel zusammen mit Oliver Kahn als erster in der Kabine war und somit von der kleinen Boxerei mit den Argentiniern nichts mitbekommen hat, dass er einen kleinen Check von dem argentinischen Torwart bekam, und dass er angeblich keine Ahnung hat, wie er es schafft, sich 90 Minuten lang zu konzentrieren. Aber nach dem Sehen und Hören weiß man das ja dann auch.

Außerdem erfahren wir, dass englischsprachige Zungen „ahdíhdas“ sagen statt „áddidass“. Funny.

Und ganz außerdem bekam ich beim zweiten gehaltenen Elfmeter mit dem jubelnden, geradezu orgiastisch anmutenden Olympiastadion im Hintergrund eine Gänsehaut und das ist selten. Bin ich etwa Fußballfan?

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An manchen Tagen spielt man lieber Atari

Ich spielte mal ein Fußballspiel. Keins am „Computer“, auch nicht am Atari 2600. Es war ein echtes. Die Teilnehmer waren auch echt.

Sie hörten alle auf die Pfeife des Schiedsrichters. Als er anpfiff, liefen sie los, auch ich. Wir — sie und ich — liefen über den Platz. Das Spiel war kein unwichtiges, es war das Pokalhalbfinale, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Es waren zwei Teams auf Augenhöhe. 0:0 zur Pause.

Kurz vor Schluss schoss unser letzter Mann, der so formidabel Fußball zu spielen beherrschte, dass er zwei Jahre lang bei Bayer Uerdingen (in der Jugend) spielte, ein hervorragendes Eigentor: Langer Ball des Gegners, der eigene Torwart kam raus und wollte den auftupfenden Ball aufnehmen, unser letzter Mann sprang hoch und köpfte den Ball Seeler-esk mit dem Hinterkopf über den eigenen Torwart hinweg zum vermeintlich entscheidenden 0:1 ins Tor. Das war ca. in der 73. Minute, es blieben noch genug Minuten, um zumindest eine Verlängerung zu erreichen.

Wir warfen alles nach vorne, aber das war leider zu viel. Ein Zweikampf, eine Rangelei auf einem blöden Ascheplatz in den Untiefen des äußeren Ruhrgebiets, der Gegner wurde nur am Bein getroffen, aber stürzte mit dem Kopf auf die aus Beton gemachte Seitenbegrenzung des Spielfeldes. Es blutete und blutete und ich war zum Glück Linksaußen und das Unglück ereignete sich auf der rechten Seite. Der Krankenwagen kam, bis dahin war aber schon alles zu spät. Es war irgendwann in den tiefen 1980ern, da war nicht mehr viel zu machen. Tot, der junge Mann, der junge Recke, mir war schlecht und ist es auch heute noch.

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Danke

Ich vergaß, Danke zu simsen, zu sagen. Es tut mir leid, Mrs. englisches Wort für Geschoss unter dem Erdgeschoss, ein Nachname, den auch der Gladbacher Stammtorwart lange trug. Die Nachricht erreichte mich spät am Abend, eigentlich nicht zu spät, um darauf zu reagieren. Ich war aber zu jener Zeit nicht ansprechbar.

Die nette Dame sagte:

Die Deutschen haben wirklich sehr gut gespielt und sie haben es nicht verdient, im Halbfinale auszuscheiden, nach so einer guten Leistung.

Sie sagte das alles natürlich auf Englisch, ihr Deutsch war nicht so gut, Recht hatte sie aber trotzdem. Ich sicherte die Pistole und überlegte mir, dass es vielleicht doch Sinn machen würde, noch eine weitere WM zu erleben. Danach stieg ich vom Höckerchen, lockerte die Schleife um meinen Hals und betrachtete die vor mir ausgebreiteten Landminen nur noch als Scherz. Was so eine SMS doch alles bewirken kann.

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Michael Tarnat ims Tor

Die Torwartdiskussion schwelt weiter.

Michael Tarnat im Tor, als Bayern gar in Unterzahl gegen elf Frankfurter noch ein Tor erzielte, das dann zum Sieg reichte. Hervorragend pariert er den abgefälschten Schuss mit einer Becker-Hechtrolle. Vielleicht sollte man statt mit Enke den Generationswechsel im Tor lieber mit Tarnat versuchen.

Huch, Tarnat ist ja auch schon 38.

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