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Schlagwort: WM 2006

Mit Jürgen ist nicht gut Kirschen essen — mit Olli schon

Dass Jürgen wahrlich kein schlapper Urlauber ist oder gar ein netter Herr, den ja noch nicht mal der Rudi 24h am Tag schafft, wissen wir alle, spätestens seit dem Film „Deutschland — ein Sommermärchen“. Dass wir das aber auch gewusst hätten, wenn es den Film nicht gegeben hätte, erzählt uns diese Anekdote vom Training vor dem Länderspiel in Nordirland.

„Kurz vorm Confed-Cup gab es ein Länderspiel in Belfast gegen Nordirland, und da lag so ein Ball. Und wenn da so ein Ball liegt, da fällt es mir schwer, den einfach so liegen zu lassen. Und dann habe ich ein bisschen mit Oliver Bierhoff hin und her gekickt und dann abends erfahren, dass Jürgen das gar nicht gut fand.“

wird Sönke Wortmann zitiert und man muss doch sehr bitten. Es geht nicht an, dass einfach ein dahergelaufener Filmfuzzi die auf WM-Mission befindlichen Kicker beim Training vor einem Testspiel stört, indem er mit demselben ständigen Plöp-plöp nervt, das man neben einem Tennisplatz stehend hört. Da kann sich wahrlich kein Mensch konzentrieren und fast hätte unser Sönke Wortmann durch diese Gedankenlosigkeit noch das ganze Projekt gefährdet. Seinen Film meine ich jetzt, nicht das Projekt „WM-Titel“. Aber da haben wir noch mal Glück gehabt. Abends hatte Klinsmann sich schon wieder abgeregt und Sönke die Nachricht zukommen lassen, dass er in keinster Weise daran gedacht habe, das Filmprojekt abzusagen. Nur beim nächsten Mal solle er, Sönke, doch bitte Jürgen auch mitspielen lassen.

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Ich bin nicht relevant

Ich erinnere mich an überhaupt keine Sponsoren der WM, außer an OBI. Das aber auch nur wegen des gelungenen Werbesongs „OBI ist das schön“ in Abwandlung dessen, was man in Fußballstadien gerne singt, wenn die Heimmannschaft ausnahmsweise mal gewinnt. Dass man das beim FC Bayern mal gesungen hätte, kann ich mich ad hoc nicht erinnern.

Wie ich jetzt lesen musste, ist es aber irrelevant, wen von den WM-Sponsoren ich als 32-Jähriger erinnere.

Für seine Studie befragte Nufer insgesamt über 4 000 Jugendliche in Deutschland zwischen 13 und 18 Jahren.

Die 13- bis 18-Jährigen sind bekanntermaßen die, die die großen Kaufentscheidungen treffen. Klar, Kundenbindung und so, Manager Eckhard wird uns da mehr zu erzählen können. Aber kaufen nicht auch über 18-Jährige noch dann und wann mal ein Haus oder ein Auto?

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Die viel zitierten Tomaten

Die BLZ schreibt über Bastian Schweinsteiger:

„Außerdem verfügt er über die seltene Gabe, mit seinen Schüssen fast immer das Tor zu treffen.“

Da hat wohl jemand ein anderes Spiel gesehen als ich. Nur weil er gegen Portugal zweieinhalb Mal und gegen San Marino ein Mal aus der Distanz traf, verfügt er noch lange nicht über diese genannte Gabe. Was man dabei immer schön mitzählen muss, sind die Fehlversuche, die er dabei ebenfalls verbrät. Und diese Zahl ist gerade bei Schweinsteiger nicht klein. Ganz so arg wie bei der EM 2004 ist es nicht mehr, als er grundsätzlich jeden Ball, den er in der Nähe des gegnerischen Strafraums bekam, in die Wolken jagte, egal, wer sonst noch irgendwo freistand. Ja, er wird besser. Es trifft aber einfach (noch) nicht zu, dass Schweinsteiger ein präziser Fernschütze ist.

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Sceneit?

Echt nett, wenn man dieses „offizielle“ Quiz rund um Fußball geschenkt bekommt — mit Spielszenen zu den Fragen auf DVD. Dass es erst nach der WM ankommt und somit ein bißchen nach dem Hype, macht überhaupt nix.

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Was allerdings etwas ausmacht ist, dass ich keinen DVD-Player habe. Muss ich wohl immer auswärts spielen.

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Die wahre Tabelle

Bei der früher bekannten, beliebten und vor allem betriebenen Seite „Blutgrätsche“ gab es die Einrichtung der „wahren Tabelle“ [Link offenbar tot]. Alle vom Herrn kicker aufgelisteten gravierenden Fehlentscheidungen wurden in das Endresultat einer Partie eingerechnet und so entstand eine „wahre Tabelle“, wie sie bei vermeintlich richtigen Entscheidungen der Schiedsrichter ausgesehen hätte.

Bei der WM gibt es nur ganz, ganz kleine Tabellen, weil es nur ganz, ganz kleine Vorrundengruppen gibt. Gerade weil sie so klein sind, wiegt jede Fehlentscheidung in einem Spiel ungleich schwerer als in nur einem von 34 Meisterschaftsspielen.

Gut möglich, dass ich hier die „Vereinsbrille“ aufhabe, da ich erklärter Sympathisant des australischen Fußballs bin. Sieht man sich aber diese von Eugen Strigel („öp-säids“) verfasste erstaunlich ehrliche Auflistung von Fehlentscheidungen bei der WM an:

„Australien – Japan am 12. Juni

Nach wie vor stellt natürlich der Torraum einen besonderen Schutz für den Torwart dar. Der australische Torhüter Schwarzer wurde von einem Gegenspieler beim Kampf um den Ball weggestoßen. Das 1:0 für Japan war nicht korrekt. Hier hätte Schiedsrichter Abd el Fatah abpfeifen müssen.“

„Kroatien – Australien am 22. Juni

Ein tolles Fußballspiel, nur nicht für Schiedsrichter Graham Poll. In den Anfangsminuten unterblieb bei einem klaren Halten von Simunic ein Strafstoßpfiff für Australien. Dann übersah der Schiedsrichter ein Handspiel des Kroaten Tomas im eigenen Strafraum. Hier stellte Graham Poll nach seiner Aussage zwar das Handspiel fest, durch die Kurzarmhemden war für ihn aber nicht auszumachen, welchem Spieler das Handspiel unterlief. Und dann kam noch ein „Anfängerfehler” dazu. Simunic sah dreimal Gelb.“

(Strigel vergißt hier, dass Poll noch dazu die Partie abpfiff, als Australien gerade im Begriff war, ein Tor zu erzielen — der Ball landete am Ende dieses Angriffs im kroatischen Netz. Man pfeift normalerweise nicht ab, wenn eine der beiden Mannschaften gerade im gegnerischen Fünfmeterraum zum Schuss ansetzt.)

„Italien – Australien am 26. Juni

Mit einem Strafstoß in der Nachspielzeit für Italien wurde diese Partie entschieden. Der Australier Grosso grätschte nach dem Ball, sein Gegenspieler fiel dann über Grosso und Schiedsrichter Medina aus Spanien pfiff Strafstoß (siehe Foto oben rechts). Für mich wäre Weiterspielen hier die richtige Entscheidung gewesen.“

(Gemeint sind der Italiener Grosso, der fiel, und der Australier Neill, der grätschte.)

und behält im Hinterkopf, dass der Schiedsrichter der Partie Australien — Brasilien, Dr. Merkus Merk, von vielen Seiten für seine einseitige Leitung der Partie kritisiert wurde, kommt man auf insgesamt vier Spiele der Australier, in denen sie benachteiligt wurden. Das sind vier Spiele von vier gespielten, was nahe bei 100 Prozent liegt. Leider ist eine WM zu kurz, um das wie bei einer kompletten Saison im Laufe des Turniers wieder auszugleichen.

Mir liegen jegliche Arten von Verschwörungstheorien fern, auch wenn uns Vorfälle wie der italienische Manipulationsskandal oder das seltsame 5:2 von Athen gegen Tiflis zumindest aufmerksam werden lassen sollten. Hätten aber die Australier ihre Gruppe gewonnen, was sie ja bei einem 3:0 gegen Japan und einem 4:2 gegen Kroatien bei gleichzeitigem Remis gegen Brasilien getan hätten, wäre Australien gar nicht erst auf Italien getroffen. Aber weder liegen mir Verschwörungstheorien noch Aufrechnungen der Marke „hätte, wäre, wenn“ noch bedeutet es irgendetwas, wenn Australien nicht auf Italien, sondern auf irgendeine andere Mannschaft getroffen wäre — bedauerlich bleibt es trotzdem, dass eine der wenigen Mannschaften neben der deutschen, die mutig, aggressiv (im Rahmen des Erlaubten) und herzerfrischend gespielt hat, so früh die Segel streichen musste.

Für 2010 darf man jedenfalls Einiges von Australien erwarten, wo der Fußball zum ersten Mal so richtig zu Leben erwacht. Eine Wiederholung dieser Fülle von zweifelhaften Entscheidungen gegen Australien ist nicht sehr wahrscheinlich, und so dürfen wir uns vielleicht gar auf einen Viertelfinalisten Australien freuen.

Inspiriert durch indirekter-freistoss.

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Endlich fängt die Fußball-WM an

Nicht mehr lange, um genau zu sein, noch sechs Tage, dann beginnt die Fußball-WM in Deutschland. Millionen von ausländischen Fans werden die deutschen Stadien besuchen, Millionen von deutschen Fans, die keine Karte bekommen haben, werden beim Öffentlichen Schauen die Spiele verfolgen, Autokorsi werden durch die Nacht gleiten und selbst Fußballfremde werden sich für diesen Sport begeistern. Bald ist es soweit, ich kann es kaum erwarten. Wie der Zufall es so will, ist das Eröffnungsspiel auch noch ausgerechnet in einem Stadion, das nur einen Steinwurf von meiner Kemenate entfernt liegt: in der MSV-Arena. Und wie man liest, gehört Deutschland zu den Favoriten des Turniers. Das verspricht ein tolles Turnier zu werden.

Ich würde ja gerne zum Eröffnungsspiel gehen, aber 12:15h ist ein bißchen früh.

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Endlich gelöst! Das Rätsel um Lehmanns Zettel

Ich habe natürlich keine Kosten und Hacks gescheut, um bei eBay den Originalzettel von Jens Lehmann beim Elfmeterschießen gegen Argentinien zu ersteigern. Endlich ist das Rätsel gelöst! Jetzt verstehen wir auch, warum Oliver Kahn so eindringlich mit Lehmann vor dem Elfmeterschießen gesprochen hat. Außerdem erklärt sich nun, wieso Jens Lehmann nach dem gewonnen Spiel nicht groß feierte, sondern schnell aus dem Stadion eilte.

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Öfter mal was Neues

„Wir wollen Europameister werden.“

Jogi Löw sagt das. Und letztens sagte Jürgen Klinsmann noch

„Wir wollen Weltmeister werden.“

Wie vielfach mißverstanden wurde, sagte Klinsmann nämlich nie: Wir werden Weltmeister. Sondern nur, dass sie das werden wollen.

Um mich dem anzuschließen, sage ich heute dann einfach mal:

„Ich will Feuerwehrmann werden.“

Falls mich jemand fragt, warum ich denn schließlich gar kein Feuerwehrmann geworden bin, werde ich entgegnen: Ich sagte nie, dass ich es werde. Ich sagte lediglich, dass ich es werden will.

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Runter mit dem Ball

Die WM ist vorbei, die Bundesliga beginnt. Und damit das auch äußerlich sichtbar wird, wird der Berliner Fernsehturm jetzt wieder in seinen Ursprungszustand versetzt [Link leider tot]. So ein Glück, denn Magenta, diese schreckliche Farbe, schmerzt doch sehr auf der Netzhaut.

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Der alte Mann und die Nationalelf

Jogi Löw hat sein Aufgebot für das Spiel gegen Schweden bekannt gegeben: Jens Nowotny ist dabei. Hätte Oliver Kahn mal nicht so früh seinen Rücktritt erklärt, dann wäre er jetzt auch noch an Bord: Als Clown für die Ersatzspieler, wie er und Jens Nowotny das ja schon während der WM hervorragend erledigten.

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