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Monat: Februar 2008

Dank Emma: Morgen ist frei

Herzlich Willkommen, liebe Spielabsage. Du bist ein seltener Gast geworden in unserer schönen Bundesliga. Rasenheizungen, viel größere Dächer und Terminkalender mit Pausen mittendrin haben Dir vielerorts den Garaus gemacht.

Von morgen an haben wir begrüßenswerterweise mal wieder zwei Teams in der Tabelle, die rechnen dürfen, was wäre wenn, wenn sie jenes Spiel weniger, das noch folgt, verlören oder gewännen. Das ist reizvoll, denn die Frage „Was wäre wenn?“ dürfen wir uns nur noch selten stellen. Dabei ist das Ungewisse doch genau das, was die Spannung ausmacht.

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Endlich! Trend aus Wahrheitanien angekommen

Schmadtke kritisiert sich selbst“, titelt der kicker.

Unbestätigten Gerüchten zufolge möchte Lothar Matthäus seine nächste Kolumne in der Sport-FOTO ebenfalls seinen eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten widmen, der Verlag hat in folgedessen angekündigt, die kommende Ausgabe von 100 auf 200 Seiten zu erweitern.

Ähnliches wird vom kommenden DSF-Doppelpass berichtet, bei dem Udo Lattek eine Stunde lang zum Thema „Ich, wie es wirklich war“ dozieren möchte. Zur Sprache bringen wird der Altmeister dort die vielen, nirgendwo erwähnten und an die große Glocke gehängten Fehlentscheidungen seiner Trainerlaufbahn sowie die vielen verpassten Titel und wie es dazu nicht kam.

Erich Ribbeck sagt, er habe bereits alles gestanden, Paul Breitner hält nix von „diesem neumodischen Trend“ und Ottmar Hitzfeld möchte „erst die TV-Bilder abwarten“, bevor er sich äußert.

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Das Lächeln der Mona Lisamoah

Wir sehen drei Nationalspieler, teilweise Ex-, teilweise nicht. Zwei von dreien lachen, doch der, der nicht lacht, ist noch aktueller, während der, der am überzeugendsten lacht, zur Zeit Ex- ist.

Bastian Schweinsteiger, vom Kolumnisten-Beckenbauer-Double zuletzt hart kritisiert, lacht scheinbar aus dem Bild heraus. Lacht er überhaupt? Lacht er vielleicht den Fragenden, den Fotografen aus? Gab es vorher eine böse, eine naive Frage? Ist ihm gar jemand auf den Fuß getreten? Wenn es kein Lachen ist, ist es dann die Reaktion des Wahnsinns, in den einen ständige Beckenbauer’sche Tiraden zwangsläufig irgendwann treiben müssen? (Schweinsteiger ist seit 10 Jahren beim FC Bayern.)

[photopress:bastian_schweinsteiger_gerald_asamoah_timo_hildebrand.jpg,full,centered]

Warum lacht Gerald Asamoah wie ein Honigkuchenpferd? Ist es vielleicht sein ganz normaler, eigentlich neutraler Gesichtsausdruck? Ist der Afrikaner so? Liest er keine Zeitung, zu viel Zeitung? Ist er wirklich so geschmeidig, wie sein Lachen verspricht? Interessiert es ihn gar nicht, ob er noch Nationalmannschaft spielt? Und warum lacht Patrick Owomoyela viel weniger, wenn auch nicht auf diesem Bild?

Warum lacht Timo Hildebrand nicht? Weil Torhüter einen an der Klatsche haben? Weil ihm die Freundin weggelaufen ist? Wegen Jens Lehmann? Jogi Löw? Geld mal wieder knapp? Zu viel youtube mit eigenen Fehlern geschaut? Hat er eine Ahnung, dass da doch noch was mit Oliver Kahn im Busch sein könnte?

Wir wissen es nicht, aber gerade das macht Fußball ja so spannend.

Originalfoto mit irgendwie gearteter Genehmigung von Daily Ivy, der sich wiederum bei dem ursprünglichen Aussteller bedient hatte, bzw. auch nicht. Fotos also von Daily Ivy, aber nur die Fotos von den Fotos. Herrgottsakra.

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Kleiner Lacher zur Nachtitsch

„Bobic sagte dem Magazin: „Es ist klar, dass ich mich nach der Fußballer-Karriere nun verändern will.“ Jeder wisse, dass er zu 96 eine gute Beziehung habe, fügte der ehemalige Stürmer hinzu. Bobic hatte in der Saison 2002/2003 14 Tore für die Hannoveraner erzielt und damit maßgeblich zum Klassenerhalt beigetragen.“

Man weiß allerdings nicht, ob man mehr über die Betitelung der Sport-Foto als „Magazin“ lachen soll, darüber, dass laut Bobic irgendeine bestimmte Information über ihn „jeder weiß“ oder darüber, dass er eine gute Beziehung zu Hannover habe, weil er irgendwann mal ein paar Törchen dort erzielt hat und das mit einer dermaßen ausgeprägten Zuneigung zum Club an der Leine, dass er nicht länger als ein Jahr dort aushielt, bevor ihn das vermeintlich große Geld und die vermeintlich größeren (hüstel, hüstel) Erfolgsaussichten zu Hertha BSC lockten, wo er dann immerhin noch 8 Tore in derer zwei Saisons bei 54 Einsätzen erzielte.

Suchen wir uns eins aus, denn man muss sich schließlich konzentrieren, wenn man Erfolg haben will. Auch beim Lachen. Ich wähle das „Magazin“ als Lacher zur Nacht. An Bobitsch werden wir in Zukunft ohnehin noch öfter Freude haben, falls er tatsächlich wieder seine Visage auf die Bundesligabühne hievt. Auch hier werden wir Freude haben, versprochen.

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Zahl der Woche – Folge XXII

Die Zahl der Woche stammt diesmal aus dem Reich der Spieler, große und kleine:

200.000.

So viele Exemplare seines allseits bekannten Spieles namens „Tipp-Kick“ hat der Hersteller aus Villingen-Schwenningen im WM-Jahr 2006 verkauft und damit einen Rekord aufgestellt — den an verkauften Tipp-Kick-Spielen pro Jahr nämlich. In einem fußballgroßereignislosen Jahr wie 2007 wurden nur 40.000 Exemplare abgesetzt. Für das EM-Jahr sollen es immerhin noch 70.000 Exemplare werden.

Außerdem im Gespräch, eine bahnbrechende Neuerung bei der Gestaltung der Tipp-Kick-Figuren: weibliche Spielfiguren Einen festen Stand aufgrund der anderen Ausprägungen solcher Figuren werden die Macher schon hinbekommen, obwohl Zweifel angesichts dieser Äußerung des Geschäftsführers berechtigt sind:

„Man muss bei der Herstellung der Kickerinnen allerdings vorsichtig sein – schließlich will man die Figuren nicht der Lächerlichkeit preisgeben.“

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Arbeitslose Einbrecher

… sind diese millionenschweren Bundesligatrainer immer dann, wenn sie gerade gefeuert wurden. In den ohne sie verplanten und gestalteten Alltag ihrer Familie brechen sie nämlich unaufgefordert ein und haben noch dazu keine Aufgabe mehr, außer vor dem Telefon zu sitzen und es anzustarren, auf neue Jobs wartend.

Nur weil es mittlerweile Handies gibt und man problemlos auch im Café am Marktplatz Kaffee schlürfend und Zeitung lesend auf einen Anruf warten könnte, bedeutet das nicht, dass das auch jemand tut: Apathie, Agonie, Machtlosigkeit übermannen entlassene Trainer laut diesem Interview in der Zeit. Und das Schlimme ist: nicht mal Erfolg schützt gegen solche Leiden, wie man uns am Beispiel Ottmar Hitzfeld erklärt.

Schmerzensgeld also im wahrsten Sinne des Wortes ist der Trainerlohn. Und bevor man aktuell wieder „Slomka raus“ oder „Frontzeck raus“ ruft, sollte man noch einmal über die Folgen einer solchen Entlassung nachdenken. An dieser Stelle wird jedenfalls nichts gerufen.

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Der gallische Hahn jetzt in Nike

[photopress:fff.jpg,full,alignright] Frankreichs Nationalmannschaft (dass wir hier über Fußball reden, ist wohl klar) hat den Ausrüster gewechselt. Obwohl adidas den zweifachen Europameister Frankreich seit 1972 mit Kleidung und Schuhen in den drei Streifen ausrüstet, ging der französische Verband nun von der Fahne: 42 Millionen Euro zahlt Nike jährlich. Zum Vergleich: Deutschland bekommt 25 Millionen im Jahr von adidas, Nike hatte 50 Millionen pro Jahr geboten.

Wenn man sich das deutsche Auswärtstrikot für die EM anschaut, könnte man der Idee anheim fallen, dass sich ein Wechsel aus ästhetischen Gründen auch für die hiesige Nationalauswahl lohnen konnte. Ansonsten müssen wir festhalten: den Kindern in Pakistan ist egal, ob sie für adidas oder für Nike schuften und den zig Millionen, die die Trikots einer Nationalmannschaft oder eines Klubs kaufen, ist auch egal, was draufsteht. Insofern ist das hier jetzt unter „Randnotiz“ abzulegen und keinesfalls unter „für Nostalgiker tragische Entwicklung“ oder unter „was früher blau war, darf niemals rot sein“.

Platini 1984 in Nike wäre dennoch unvorstellbar gewesen, für Nostalgiker jedenfalls.

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Essay eines Spieltagsquickies

Man kennt das bequeme, faule Bloggen, indem man einfach ein paar Quickies einfügt und den Leser auf die Leserreise zu anderen Orten schickt. Hier machen wir das ganze mal ebenso quick, aber ohne Links.

Welche Themen wir ab diesem Spieltag nicht mehr diskutieren müssen

- Ob Berti Vogts wenigstens dort, wo man ihn nicht versteht, Erfolg haben kann (der sog. Rehhagel-Effekt)
- Ob man nach freds Äußerung zum letzten Spieltag eigentlich nur noch jedes Mal über Duisburg lachen kann
- Was Thomas Doll im Amt hält (Punkte), obwohl er doch so offensichtlich eine einzige Phrasendreschmaschine, Ausführung Kumpeltyp, ist
- Wie wertvoll ein „Aggressive Leader“ für eine Mannschaft sein kann, besonders in der Schlussphase einer Partie in der Allianz-Arena
- Ob Totgesagte wie Benjamin Auer länger leben
- Was Michael Henke nach seiner Zeit bei Bayern machen wird (egal)
- Ob Manuel Neuer wirklich der neue Bodo Illgner ist (nein, bald eher der neue Walter Junghans)
- Wer den besten Sport-Blog-Beitrag 2007 geschrieben hat (Oliver Fritsch)

Was wir allerdings weiterhin diskutieren müssen

- Wie viele Spiele Thomas von Heesen bis zum ersten Sieg als Nürnbergs Trainer brauchen wird
- Ob 16 Tore in 9 Partien nicht wirklich ein bisschen wenig sind und evtl. sogar Unglück bringen könnten
- Ob Jan Koller in Zukunft vor Partien nicht einen Einlauf machen sollte
- Ob die Radiokonferenz wirklich justiziabler Täuschungsversuch am Rezipienten ist
- Ob eine Torkamera oder ein Strafraumschiedsrichter den fälschlicherweise den Bayern zugesprochenen Einwurf richtigerweise dem HSV zuerkannt hätte
- Warum ich solche Flaschen beim kicker-Managerspiel (classic) gekauft habe, die nur dann gut spielen, wenn sie eingewechselt werden, bei Einsatz von Beginn an aber kläglich versagen
- Ob die Abschaffung der Sportschau dazu führen würde, dass kommende Generationen nicht mehr so an den Fußball angefixt würden wie wir und stattdessen Klavierspielen lernten, Rudern gingen, Theaterstücke schrieben oder vielleicht thailändisch kochten und sich mit Freunden träfen

(Man merkt, so ein Hingewerfe von Stichworten und Halbsätzen macht nicht satt, deshalb ist dieser Versuch hiermit auch wieder beendet.)

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Sechs Gegentore und sechs Wechsel

Achja, die einfache Variante der Ideen für Beiträge: ein bisschen klugscheißen.

Nachdem Trainer Dotchev in Paderborn das Klonen bereits im Training ausprobiert hatte, setzte er diese gefährliche Waffe auch in der Partie bei Erzgebirge Aue ein. Das Resultat seiner gewagten Wechselaktion ist jedoch bekannt: genauso viele Gegentore wie Auswechslungen. Gonther I behauptete später im Interview übrigens, dass es hauptsächlich an Gonther III gelegen habe, der zu häufig Gonther IV übersehen habe.

[photopress:aue_paderborn.jpg,full,centered]

Zu weiteren Auswirkungen des Klonens auf den Fußball, die Welt und das Leben warten wir noch auf die Antwort von Isaac Asimov, dem unsere Fragen seit eigenen Stunden vorliegen.

(Böse Zungen behaupten übrigens, dass Alexander Löbe schon seit Jahren nur noch seinen eigenen Klon spielen ließe, mit normalen Mitteln seien seine Leistungen in seinem hohen Alter nicht erklärbar.)

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Bayer Leverkusen — Hamburger SV

Lange, lange ist es her. So lange, dass man sich selbst an dieser Stelle nicht persönlich daran erinnert, weil das Gehirn noch nicht so weit ausgebildet war, Erinnerungen zu speichern, bei Blog-G wird man sich qua Alter besser erinnern.

In der Saison 1979/1980 fand der UEFA-Cup wie gewohnt statt, die diversen Runden wurden gespielt, bis es zum Halbfinale kam. Man weiß, Halbfinale ist dann, wenn noch vier Mannschaften übrig sind. Und 1979/80 kamen vier der vier Halbfinalteilnehmer aus Deutschland. Da hat sich die übrige europäische Fußballwelt wahrscheinlich in immens hoher Zahl vor dem Fernseher versammelt, um folgende Spiele zu betrachten:

Di 08.04. VfB Stuttgart - Borussia M‘gladbach 2:1
Mo 21.04. Borussia M‘gladbach - VfB Stuttgart 2:0
Di 08.04. FC Bayern München - Eintracht Frankfurt 2:0
Mo 21.04. Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 5:1 n.V.

Warum UEFA-Cup-Halbfinals damals an Montagen und Dienstagen durchgeführt wurden, ist unbekannt, klar ist aber, dass schon der Halbfinalsieg der Eintracht nach Verlängerung gegen Bayern eine der Sternstunden der Frankfurter Vereinshistorie ist, die dann schließlich zu einer noch größeren Sternstunde führte, wie die weiteren Informationen von fussballdaten.de bezüglich des UEFA-Cup-Finales von 1980 zeigen, welches ja bekanntlich damals noch in Hin- und Rückspiel in den Stadien der jeweiligen Finalisten ausgetragen wurde:

Mi 07.05. Borussia M‘gladbach - Eintracht Frankfurt 3:2 (1:1)
Mi 21.05. Eintracht Frankfurt - Borussia M‘gladbach 1:0 (0:0)

Aufgrund der heute noch verwendeten Auswärtstorregelung in europäischen Pokalwettbewerben gewann Frankfurt somit als einer von sechs deutschen, fünf bundesdeutschen in diesem Bewerb gestarteten Teilnehmern zum ersten, einzigen und wahrscheinlich auch letzten Male den UEFA-Cup. Als Schütze des entscheidenden Tores durfte sich ein mir zuvor unbekannter Herr namens Fred Schaub tief in die Annalen der Eintracht eingraben. Dass er das so dringend benötigte Tor erst in der 81. Minute des Spiels erzielte und noch dazu erst vier Minuten vorher eingewechselt worden war, wird nicht wenig zu seinem vermuteten besonderen Status bei der Eintracht beigetragen haben. Die Aufstellung der Eintracht lautete in jenem Spiel übrigens:

Jürgen Pahl
Willi Neuberger
Bruno Pezzey
Charly Körbel
Horst Ehrmantraut
Werner Lorant
Bernd Hölzenbein
Bernd Nickel
Ronald Borchers
Bum-Kun Cha
Norbert Nachtweih

Allesamt Namen, die uns sehr vertraut sind (mit Ausnahme eben jenes Fred Schaubs), außerdem sehen wir hier, dass Bum-Kun Cha gleich mit zwei verschiedenen Clubs den UEFA-Pokal gewann, schließlich wiederholte er den Titelgewinn von 1980 im Jahr 1988 unter Rainer Calmund und dem Bayerkreuz.

Im Viertelfinale dieses überaus deutsch dominierten Wettbewerbs schalteten die Bayern übrigens in einem weiteren deutschen Duell den 1. FC Kaiserslautern aus, der „DDR“-Vertreter Dynamo Dresden scheiterte in einem weiteren-weiteren deutschen Duell in der 2. Runde am VfB Stuttgart.

Zur Stunde sind 3 der 5 Teilnehmer im UEFA-Pokal weiter, einer wird natürlich beim kommenden Achtelfinale zwischen Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV ausscheiden, dennoch bleibt je nach Lossituation ein rein deutsches Halbfinale im „Bereich des Möglichen“.

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99ers und so

Eins unserer Lieblingsthemen, wenn im Grunde auch völlig irrelevant:

„Dusel, dass da Servet mit der Nummer 76 den Ball nicht richtig trifft.“

Ob es ein Basketball war? Ein Baseball? Ein Football? Wir wissen es nicht. Servets Verein heißt trotzdem Galatasaray Istanbul.

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