Die unendlichen Weiten der Kreativität sind für manche immer noch so eng gesteckt, dass sie schnell mit ihren Knautschzonen vor die Banden des Ideen-Universums stoßen. Etwas total Neues haben sich die Macher der EM 2008 einfallen lassen: „Countdown-Clocks“ [Link leider tot]. Wir sagen „Hurra!“ ob so viel Schöpferkraft und fragen uns, wo eigentlich unser eigener zum Einbau auf Webseiten gedachter Counter von der WM 2006 hingekommen ist. Schließlich war der total kreativ.
Einen Kommentar hinterlassenKategorie: EM 2008 – Wenn der Alpenfirn sich rötet
Land der Äcker, Land der Dome
Das Trikot für die EM ist raus und mir fällt sofort auf: Es erinnert verdammt an das spanische Trikot, was immer gefährlich ist, wenn man Erfolg haben möchte. Deshalb würde ich doch glatt auf der Liste unterschreiben, die gegen die deutschen Trikots für die EM 2008 protestieren möchte.
Dann aber frage ich mich, ob Leute wirklich so viel Zeit über haben, dass sie sich am Design von Fußballtrikots stören und sogar allein deshalb Webseiten online stellen und Unterschriften sammeln können. Leute, geht Robben jaggen, den Regenwald abholzen oder von mir aus Tauben vergiften im Park, aber hängt nicht die ganze Zeit vorm Computer rum!
17 KommentareAllen Laien, die ihre Infos nur aus der FOTO-Zeitung („Heute ein 17:0?“) beziehen und anschließend ins Frankenstadion gehen, um zur Pause bei einer 1:0-Führung zu pfeifen, sei noch mal das Ergebnis des Weltmeisters ans Herz gelegt: 2:1 auf Färöer, mit einem Gegentor in der 77. Minute, in welcher unterklassige Spieler normalerweise schon aus dem letzten Loch pfeifen.
4 KommentareDer dänische Fan soll drei Monate Haft für seinen Schlag bekommen. Nun kenne ich seinen Leumund bzw. sein Vorstrafenregister nicht. Sollte er zuvor unbescholten sein, wären diese drei Monate Haft (!) eine lächerlich unangemessene Strafe. Ich erinnere mich an Dutzende Schlägereien in meiner Jugend, in denen die Täter, obwohl zweifelsfrei ermittelt, nicht mal mit mehr als 20 Stunden Irgendwasdienst zu rechnen hatten und hier soll ein quasi bis zur Besinnungslosigkeit Betrunkener tatsächlich ins Gefängnis wandern?
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Jugendstrafen und Strafen für Volljährige, zurecht auch im Strafmaß, insofern vergleiche ich ein bisschen Äpfel mit Birnen. Zudem bin ich weit davon entfernt, hier Täter zu Opfern zu machen oder die Leiden der Opfer zu bagetellisieren. Natürlich mag sich Fandel in seiner Sicherheit bedroht gefühlt haben und, was selbstredend viel schlimmer wiegt, auch länger anhaltende psychische Schäden davon tragen. Dafür ist niemand anders verantwortlich als der schlagende Däne. Doch diesem Mann nun ebenfalls ein leichtes Trauma zu verpassen, indem er in den Knast muss und sein – zumindest berufliches – Leben verwirkt hat, wird der Geringfügigkeit dieser Tat nicht gerecht.
Es ist schließlich etwas völlig anderes, ob ein im Rahmen eines Fußballspiels brutal zutretender Spieler nach einer Roten Karte für eine scheinbar lange Zeit gesperrt wird (z. B. drei Monate, in Wirklichkeit wird er nur für die Anzahl der Spiele x 90 Minuten gesperrt, ansonsten kann er in dieser Zeit ja tun und lassen, was er will) oder ob jemand die komplette Dauer der Strafe im Bau absitzen muss.
Aber wahrscheinlich geht es ohnehin nur um drei Monate auf Bewährung, es schreibt sich aber viel schöner, den Mann gleich ins Gefängnis zu stecken. Für einen (!) nicht vollstreckten Schlag ins Gesicht kann man auch unmöglich ins Gefängnis wandern. Real life wird zum Glück nicht nach Fußballregeln bewertet.
3 KommentareHier gibt’s das Video zum Vorfall (via).
Was aussehen könnte wie eine normale Zweikampfszene in einem Fußballspiel, ist tatsächlich mit Beteiligung zweier Leute entstanden, die sich sonst nicht in Flanken in den Fünfmeterraum werfen: Schiedsrichter Fandel (das ist der in old-school-schwarz) und der Herr zur rechten, (Name noch unbekannt, aber die dänischen Boulevard-Blätter fahnden bereits nach ihm, um eine Hexenjagd zu veranstalten) das ist, obwohl in ein Dänemark-Trikot gekleidet, lediglich ein Fan, zu erkennen vor allem an seinem schwarzen Longsleeve, das unter dem kurzärmeligen Trikot herausblinzelt, und an der fehlenden Rückennummer.
Fandel hält die Rote Karte, die er zuvor Ex-Schalker Poulsen gezeigt hatte, noch in der Hand. Er scheint sich nicht entscheiden zu können, ob er in die Defensive gehen und seinen Körper schützen solle oder ob er doch eher offensiv agieren und zubeißen solle. Der Fan begeht den alten deutschen Fehler, gleich gegen zwei Gegner gleichzeitig anzutreten und richtig clever stellt sich der dänische Spieler beim Verteidigen nicht an.
„Här dödar han matchen“ ist schwedisch und bedeutet: Hier tötet er das Match. Ja. Nicht nur das vorzügliche Match, auch die Hoffnungen der Dänen auf die EM-Teilnahme tötet er dort gerade, denn aller Voraussicht nach wird das Spiel mit 3:0 für Schweden gewertet werden, was Dänemark praktisch aller Chancen beraubt, in dieser spannenden Gruppe noch einen der beiden ersten Tabellenplätze zu erreichen.
Auch wenn der unbekannte Fan mit seiner Aktion, Fandel für seinen in der Schlussminute beim Stand von 3:3 an Schweden erteilten Strafstoß eine aufs Maul geben zu wollen, dem einen oder anderen Bundesliga-Fan aus dem Herzen faustet: Bitter für die Spieler, wenn solch ein Narr ein fußballerisches Aufeinandertreffen in einer anderen Sportart (hier: Boxen) entscheiden will und nun die Spieler darunter zu leiden haben. Auch wenn Schweden möglicherweise ohnehin gewonnen hätte, obwohl ein verhängter Strafstoß noch lange nicht verwandelt ist (ca. 27% aller Strafstöße werden verschossen), bleibt nach diesem dramatischen Fußballfest Dänemark hatte ganz liverpoolesk ein 0:3 in ein 3:3 verwandelt ein schaler Beigeschmack. Ein Hanswurst im Ring, und schon macht das Ganze keinen Spaß mehr.
9 KommentareSo lange das Urheberrecht noch nicht abgeschafft ist, darf man bekanntlich nicht einfach das offizielle Logo von Sportveranstaltungen verwenden. Man muss ein, in diesem Falle, alternatives EM-Logo verwenden. Das sieht dann so aus:
[photopress:emlogo2008sml.jpg,full,centered]
Es gefällt mir wesentlich besser als die Alternative zum WM-2006-Logo, was allerdings bei jenem seltsam uninspirierten Gitternetz auch nicht schwer ist.
Identische Farben in den Flaggen der beiden Ausrichterländer sind ein willkommener Zufall, warum der Ball aber einen Schal trägt, ist mir nicht ganz klar. Die EM wird doch Wintersportländer hin oder her im Sommer stattfinden. Böse Zungen behaupten, dass die Spielweise der Österreicher den Zuschauer erschaudern lässt, aber so selbstzerfleischend in der Außendarstellung ist man doch sonst nur in Deutschland.
Der tatsächliche EM-Ball dieser hier ist im schicken Telstar-Design gehalten wird dann wohl auch noch anders aussehen. Und wo wir gerade dabei sind: Neben einem Logo, einem speziellen Ball und speziellen Trikots wird es natürlich auch wieder einen „offiziellen EM-Song“ geben. Ich bin gespannt, was Österreich und die Schweiz da zu bieten haben werden. Ich kenne eigentlich überhaupt keine Musiker aus diesen beiden Ländern. Außer Kruder und Dorfmeister. Naja, und Udo Jürgens halt. Ach, und Falco, aber der ist ja tot.
9 KommentareDer Tiroler an und für sich scheint kein Meister des klaren Wortes zu sein, dafür ist er wohl nicht gerade verklemmt. Für FKK-Saunaklub kenn ich nämlich ein anderes Wort, könnte mir einen ähnlichen Sponsor bei deutschen Profiklubs aber kaum vorstellen.
3 Kommentare63 Minuten für 10 Kilometer. Klingt, als sei Jogi nicht besonders motiviert gewesen an jenem Wochenende beim Marathon in Düsseldorf. Obwohl er nur in einer Staffel mitlief, verausgabte er sich kaum. Könnte auch damit zu tun haben, dass er von Journalisten vor dem Startschuss belagert wurde und somit nicht die höxschte Konzentration hatte. Obwohl er doch — siehe Foto — in dem von Klinsmann eingeführten roten, aggressiv machenden Auswärtstrikot auflief, reichte es nur zu einem Platz unter ferner, ferner liefen, liefen.
Könnte aber auch mit den Sorgen zu tun haben, die er sich um die zentrale [Link leider tot] Komponente des Gewinns (noch im Bau befindlich) des EM-Titels machen muss. [Alle Links tot, damit auch alle Gags in diesem Beitrag tot, tut mir leid.]
Einen Kommentar hinterlassen„13 Monate vor der Eröffnung der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) 39 als Hooligans bekannte Personen von der Ticketvergabe ausgeschlossen. Nach der Auslosung von 300.000 Eintrittskarten in der ersten Verkaufsphase wurden die Besteller identifiziert, die in ihrem Land mit einem Stadionverbot belegt sind. […] Der Ausschluss wurde möglich, weil die Ticketabteilung der Euro 2008 die Personaldaten aller Bestellungen mit einer so genannten „schwarzen Liste“ verglich. Diese enthält die Namen jener Personen, die von den Landesverbänden mit einem Stadionverbot belegt worden sind. […]“
Unglaublich, welche Techniken bei der UEFA inzwischen angewendet werden. Man schaut tatsächlich nach, ob einer der Bestellenden vielleicht ein landesweites Stadionverbot in seiner Heimat hat. Ich denke, die moderne Technik wird uns in Zukunft noch weitergehende Maßnahmen ermöglichen. Was da alles möglich ist, das wagt man jetzt noch gar nicht zu denken! Man könnte STRG+F bei geöffneter Excel-Tabelle drücken und Namen aus dieser schwarzen Liste eingeben. In Zukunft werden vielleicht sogar die Rückennummern nicht mehr pro Spiel, sondern pro Saison vergeben.
Einen Kommentar hinterlassenEinfach, weil’s so schön zu lesen ist: Der EM-Gastgeber 2008 beim ersten Pflichtspiel seines übermächtigen Gegners.
6 KommentareBeim Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark war niemand Geringeres als Kevin Kuranyi Kapitän. Ich denke, das spiegelt ganz gut seinen Stellenwert und seine Fähigkeiten wider. Ich erinnere mich noch aus meiner C-Jugendzeit, dass der Kapitän der C-II immer ganz dicht dran war, eventuell mal bei Ausfällen in der C I in der höheren Mannschaft aushelfen zu dürfen. Meist hat er dann aber doch nur auf der Bank gesessen, wenn er mal berufen wurde.
Ich sagte, ich schreibe nichts mehr über den großen Philosophen mit der perfekten Ballannahme und ich halte mich auch dran.
4 KommentareSeen, Sprache, nette Leute, Seen, Flüsse, Tunturit, Seen. Keine EM. 0:1 in Aserbaidschan. Schöner Traum, kurzer Traum.
6 KommentareHansi Flick hat eine beim DFB völlig revolutionäre Aufgabe übernommen. Für den Stab, den Stift und den Meister soll er nun Festnetztelefone an deren Arbeitsplatz bereitstellen. Da in diesen modernen Zeiten kaum noch etwas ohne offizielle Aufgabenbezeichnung vonstatten geht, ist Flick seit Kurzem somit der „Telefonbeauftragte“ beim DFB.
„So etwas hat es beim DFB noch nie gegeben.“, wird Flick zitiert. Jeder einzelne Mitarbeiter kann nun selbständig von seinem Arbeitsplatz aus telefonieren und muss nicht mehr, wie früher, unten bei der Sekretärin ins Büro gehen und sich durch die Dame vom Amt verbinden lassen.
„Ich bin sicher, dass man nur so im internationalen Fußball Erfolg haben kann.“
Bravo, Hansi, wir sichern den Erfolg auf Jahre hinaus.
Gerüchte besagen, dass der DFB demnächst sogar fließendes Wasser in seiner Zentrale installieren möchte. Als „Fließend-Wasserbeauftragter“ ist Horst Hrubesch im Gespräch. Laut Medienberichten äußerte sich Hrubesch so: „Natürlich wäre das eine reizvolle Aufgabe für mich. Ich bin sicher, dass wir damit auch die Trainingsbedingungen weiter revolutionieren können. Es geht ja nicht nur um ‚fließend Wasser‘ im Bürogebäude, auch auf den Trainingsplätzen soll dies in einer späteren Projektphase zur Verfügung stehen.“
Zu einer persönlichen Stellungnahme war Hrubesch leider nicht zu erreichen. Hansi möchte die Telefone erst im April anschließen.
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