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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Jetzt geht’s los

„S04-Torwart Neuer patzt beim 2:2 gegen Kopenhagen“, schreiben die Agenturen und wir denken daran, dass der junge Torwart gerade mal eine halbe Bundesligasaison hinter sich hat und bereits ins Nationalmannschaftstor geschrieben wurde. Davor hat der Fußballgott aber noch das eine oder andere zu durchschreitende Tief gestellt. Ein einziger Patzer ist noch kein Tief, aber über den zurückrollenden Ball zu treten kann im jungen Alter durchaus Spuren hinterlassen. Und dass Neuer so ein Mann ohne rearview mirror wie Tim Wiese wäre, ist nicht anzunehmen.

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Aus 50 Euro 40.000 machen

Wie kommen eigentlich die Wettquoten im Fußball zustande? Eine Frage, die man sich immer wieder stellt, wenn die drei getippten Begegnungen erneut falsch waren. Dass die Quotensammler selbst Fans sein dürfen, überrascht in diesem Beitrag der ZEIT. Mein Höchstgewinn bei Oddset liegt übrigens bei 36,80 Euro. Kann jemand überbieten?

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Hol Stein Kiel

Lange kann man darüber sinnieren, warum es so ist, dass es noch nie einen Bundesligisten aus Schleswig-Holstein gab. Selbst aus dem Saarland, mit 1,5 Millionen schließlich das bevölkerungsärmste Flächenbundesland, gab es schon einen Bundesligisten. Aus Schleswig-Holstein gab es noch nie einen, und man sollte diese Tatsache besonders jenen Menschen ans Herz legen, die immer wieder von „der Region“ schwadronieren, um die es angeblich bei einem Ab- oder Aufstieg eines Fußballclubs geht.

Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass Holstein Kiel bereits Deutscher Meister war. 1912 war es Kiel vergönnt, den Titel zu erringen. Wer kann das schon von sich behaupten? Wie die Umstände des Finales gegen den Karlsruher FC waren, weiß ich nicht, aber eine gelungene Revanche für das 1910 verlorene Finale gegen eben jenen Gegner war es allemale.

Noch unbekannter als die Tatsache, dass Holstein Kiel überhaupt mal Deutscher Meister war, ist, dass Holstein Kiel 1930 noch einmal im Finale um die Deutsche Meisterschaft stand, dort allerdings mit 4:5 gegen Hertha BSEC verlor. Und 1943 stand Holstein Kiel sogar erneut im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Damals, 1943, war das aber nur noch die Meisterschaft der Unentbehrlichen, was kaum die Meisterschaft der Besten der Besten gewesen sein kann.

Fritz Walter holte sich schließlich auch TBC, als er Soldat war. Und das mit „dem Fritz sein Wedder“ ist laut der Legende nur darauf zurückzuführen, dass er mit dieser Erkrankung bei feuchten Luftverhältnissen besser atmen konnte als bei trockener Luft. War also nix mit Maßnahmen für gute oder schlechte Technik. Die Gesundheit war’s.

Ich merke, dass meine Liebe zum Fußball, insbesondere zu seinen Daten etwas krude wird — vergleichbar mit Männern, die trotz fortgeschrittenen Alters noch mit Modelleisenbahnen spielen. Aufgeben werde ich deshalb aber nicht.

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Drei Ecken, kein Elfer

Wer sagt, dass man Eckbälle entweder ganz kurz spielen oder entweder lang in den Strafraum schlagen muss? Wer sagt, dass Freistöße einfach kurz angetippt oder direkt aufs Tor gehämmert werden müssen? Dass man Einwürfe, die zu Eckbällen werden, nicht trainieren könnte? Dass ein Strafstoss mit der Wahrscheinlichkeit von 23% verschossen werden muss?

Die Phantasielosigkeit der Millionen von Deppen, die Fußball spielen, ohne gedanklich dazu in der Lage zu sein, aus dem vorgegebenen, erlernten Rahmen ausbrechen zu können, sagt das.

Das Spiel selbst sagt das nicht.

Ich habe kein Managerseminar besucht oder mich im Reki-Kurs über die Möglichkeiten des Geistes außerhalb der uns bekannten Sphären aufklären lassen. Ich habe mich einfach meiner alten Beiträge erinnert, in einem dieser schreibe ich von einem amerikanischen Trainerpaar, das über 250 verschiedene Variationen von Freistoßtricks ausgearbeitet hatte und damit in Europa hausieren ging, doch niemand wollte ihre Tricks haben. Das muss lange vor Klinsmann gewesen sein, aber auch heute noch würden diese Leute zumindest in Deutschland meist vor zugeschlagenen Türen stehen.

Linker Fußball, rechter Fußball, mittlerer Fußball, das ist alles total überhöht, der Ball muss ins Tor und dabei muss man einen menschlichen Gegner überwinden. Kann doch nicht so schwer sein, der Kuckuck auf dem Spielfeld zu sein: Die Evolution kennt genug Tricks, um sich in einer Masse von sozialen Gefährten zu bereichern. Sie kennt ebenso viele Strategien, um sich gegen genau diese Vorgehensweise zu wehren. Die Abwehrstrategien können aber erst dann entwickelt werden, wenn die Bedrohung real geworden ist. Und so lange noch keine Verteidigungsweise greift, bleibt man mit seiner überlegenen Strategie Sieger. Wer gar keine neuen Dinge entwickelt, bleibt, siehe Bundesliga, immer unterlegen.

Ein einzelner kluger Kopf auf dem Feld, der neue Strategien entwickelt hat, der anders handelt, würde schon reichen. Deren elf würden die Siegchancen dramatisch erhöhen. Und Standardsituationen sind nun mal häufig spielentscheidend. Wer weiterhin dumm handeln will, den bestraft das Leben Spiel.

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Millennium Müller

Romário brauchte knappe 40 Jahre, um auf seine 1000 Tore zu kommen. Gerd Müller schaffte das — natürlich — wesentlich schneller: Gerade mal 28 war er, als er sein 1000. Tor erzielte.

Sehr passend zu diesem Jubiläum hat er sich auch noch ein besonderes Spiel dafür ausgesucht. Sein 1000. Tor war das 2:1 im WM-Finale 1974. Der Mann hatte Gespür. Allerdings auch nur das.

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Kauft mehr Namen

Anstatt die Stadiennamen von Sponsoren kaufen zu lassen, empfehle ich, die Namen der Spieler Sponsoren anzudienen. Wie selten wird in einem Spielbericht der Name des Stadions erwähnt, ganz gleich, ob Print, Radio oder Blog? Wie häufig hingegen wird der Name des Torhüters oder des erfolgreichen Stürmers erwähnt? Statt „Klose auf Podolski, der auf Luca Toni und Franck Ribéry vollendet die herrliche Kombination“ könnte es doch viel häufiger heißen: „Shell spielt auf Haribo, vileda verlängert zu debitel und drin ist das Hanuta, da war neu.de im Sony natürlich machtlos.“

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Harald Torwort, Karl Valentin und Rudolf Augstein

In diesen Tagen ist der FC Bayern so verzweifelt, dass er selbst die letzten Klappergerüste noch in seinen Vorstand/Aufsichtsrat beruft. Paul Breitner wurde schon Anfang des Jahres von seinem Fernseh-Schwätzer-Expertenpult (Jetzt neu! Jetzt mit ganz neuer Technik! Jetzt mit der Möglichkeit, Strichelchen auf einen Monitor zu zeichen. Etwas, was man seit dem Atari 2600 mit einer daran angeschlossenen Knarre tun konnte. Und ich rede hier sicher von 1982, wenn nicht gar noch früher. Die Montagsmaler gab’s damals übrigens auch schon.) mit-weg-berufen. Das konnte man noch als klugen, eigentlich längst überfälligen Schachzug werten. Erstmal mit ins sinkende Schiff geholt, kann Breitner nicht mehr FOTO-esk über dieses und jenes beim FC Bayern nörgeln, ist stattdessen selbst daran beteiligt, die ganze Situation zu verbessern.

Vielleicht doch nicht so klug an diesem Schachzug war, dass Breitner bis jetzt Null Zusatznutzen gebracht hat (ich bin schließlich jeden Tag bei der Sitzung des Bayern-Vorstands dabei).

Bei der gestrigen Sitzung des FC Bayern, in der es vor allem um die personelle Gestaltung der Mannschaft der nächsten Saison ging, war kein Dünnerer anwesend als Helmut Markwort. Erstaunlich, was diese fette Qualle, die nicht mal einen Ball gegen eine Torwand befördern könnte, wenn sie denn mit ihren in von der schmierigen Frisur heruntertriefenden Pomade getränkten Schuhen überhaupt so weit käme, nach dem Anlauf auch noch den Ball zu treffen, überhaupt im Vorstand eines Fußballvereins zu suchen hat. Und ich bin der letzte, der „Stallgeruch“ fordert. Stallgeruch, Wurschtepiepen, wichtig ist, ob jemand etwas vom modernen Fußball versteht. Und damit ist eben nicht dieses, wie Rudi Völler völlig zurecht sagte, Rumgemurmel aus den 1970ern zu verstehn, sondern das, was Arsenal und Chelsea, der FC Sevilla und leider Gottes auch der FC Meineid AC Milan aufs Tapet zaubern. Ganz bestimmt aber ist Helmut Markwort kein Fußballexperte, kein Finanzexperte und wenn überhaupt, dann ist er ein Medienexperte.

Davon konnte er mich aber bei der Vielzahl der Gelegenheiten — schließlich war ich in diesem Jahr schon 6x im bei meinem Zahnarzt angeschlossenen Wartezimmer (Wurzelbehandlung), noch nicht überzeugen.

Aber halt, auch bei Leverkusen gab es doch mal eine fette Qualle, die nicht mal selbst … aus drei Metern die Torwand getroffen … okay, die waren dann auch pleite, als er/sie ging.

Wie dem auch sei, Karl Valentin sagte, er möchte mit solcherlei Dingen nichts zu tun haben, mit diesem Menschenhandel, mit diesem Opportunismus. Daraufhin flog die Tür auf, der Belzebub erschien und tönte zur von Uli Hoeneß vorgelegten Einkaufsliste:

„Äh, ich liebe Euch alle!“

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Die Antwort auf die Frage, was ein Assist ist

Als Jüngling verschlang (würde eigentlich lieber verschling schreiben) ich die Literatur zu vergangenen Fußballspielen und -turnieren. Kaum etwas, dass sich mir nicht eingeprägt hätte. Bei manchen Quizspielen wurde ich schon gar nicht mehr als Teilnehmer zugelassen, weil ich sowieso immer alles gewann. Klar, unter Einäugigen, die sich auch noch für anderes interessierten und Fußball immer nur als Spiel, selten aber als Hort quasi unendlicher (na, sagen wir mal seit ca. 1850) Statistiken begriffen, ist das nicht schwer.

Was mir aber zwangsläufig (den ersten Videorekorder bekamen wir (das bin in diesem Fall nicht ich, sondern der Haushalt meiner Eltern) 1988, kurz vorm Wimbledon-Finale) fehlte, waren Bilder zu den vielen Zahlen, die ich bezüglich der ganzen Welt- und Europameisterschaftsturniere gespeichert hatte.

Letztens erst sprach ich Bernd Schuster seine Klasse ab, naja, vielmehr zog ich sie in Zweifel.

Ein ganz großes Ereignis, zumindest von den Zahlen her, war für mich immer das Spiel Deutschland gegen, man verzeihe mir, obwohl ich es doch besser weiß, „Holland“ bei der EM in Italien 1980. 3:2, ein scheinbar selbstverständlicher Sieg, der nur durch die Einwechslung eines gewissen Jungspunds namens Lodda „alles Übel dieser Welt“ Maddäus noch in Gefahr geriet, als er, glaubt man den mir damals vorliegenden Aufzeichnungen, noch einen Elfmeter verursachte und sich auch sonst ziemlich ungeschickt anstellte.

Ein ganz Großer des deutschen Fußballs war vor allem wegen dieser Partie aber auch immer Klaus Allofs. Deutschland gewinnt 3:2, alle drei Tore von Klaus Allofs. Und eben, wie erwähnt, die Gegentore nur wegen dieses Bubis mit der minderen Fußballintelligenz.

Endlich bringt — mal wieder — youtube Licht in dieses Dunkel und ich muss erkennen: Dieser Sieg geht eindeutig auf Bernd Schusters Kappe (zumindest, was die Erzielung der Tore angeht (außerdem bekommt man in Deutschland keine caps für einen Nationalmannschaftseinsatz)).

Hier also die Tore für Deutschland des Spiels vom 14.6.1980: Deutschland — Nederland

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DFL Togo

Folgende Austragungsorte wurden für den ersten Spieltag der kommenden Saison festgelegt:

VfB Stuttgart — FC Schalke 04 in Nowosibirsk
VfL Bochum — Werder Bremen in Katmandu
Bayer Leverkusen — Energie Cottbus in Reykjavik
1. FC Nürnberg — Karlsruher SC in Princetown
Eintracht Frankfurt — Hertha BSC in Daressalam
Borussia Dortmund — MSV Duisburg in Anchorage
Hannover 96 — Hamburger SV in Valparaiso
VfL Wolfsburg — Arminia Bielefeld in Nha Trang Cam Ranh
Bayern München — Hansa Rostock in Lomé

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Ein ganz Großer war er nie

Trotz seiner unzähligen Titel und Länderspiele fehlte Andreas Möller der Glanz und die Reputation eines ganz Großen. Komischerweise hat man anderen Aktiven wesentlich mehr verziehen als Möller mit seinen Eskapaden. Aber wahrscheinlich ist Möller einfach nicht sympathisch und somit nicht massentauglich.

Sympathisch sein muss er aber ohnehin nicht mehr, sondern erfolgreich: Heute beginnt sein Vertrag als Trainer bei Viktoria Aschaffenburg. Schaun wer mal, ob wir Möller noch früher in der Bundesliga sehen als Lodda.

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