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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

WsTB

Gerade lese ich: „Nach Angaben der Initiative ‚Wir sind Finke‘ (WsF) …“

Damals, kurz bevor meine persönliche Glückseligkeit zerfiel und plötzlich häßlich gekleidete, häßlich geschminkte weibliche Ossis in häßlichen Frisuren meine Schulklasse überfielen und meinen Mikrokosmos durcheinander wirbelten (u. a. deshalb, weil ich mit einer dieser Ossifrauen knutschte, als sie eigentlich mit einem guten Freund zusammen war, etwas, was ich danach nie wieder tat (gute Freunde haben)), gab es auch so eine Initiative mit „Wir sind irgendwas …“, die nannten sich damals aber noch nicht WsdV, sondern, in eher unrepräsentativen Auswüchsen, „Bündnis 90″. Ich habe gerade extra noch mal nachgeguckt. Die Grünen heißen tatsächlich immer noch, auch, so.

Das ist aber noch lange kein Grund, jetzt aus jeder „Wir sind irgendwas“ (Wsi)-Klamotte auch gleich eine Abkürzung zu zaubern. Besser wäre es, Gegentore in der 93. Spielminute zu verhindern. Dann hätte man auch etwas von seinem Fantum und seiner lächerlichen Identifikation mit solch Banalem wie einem Fußballverein. Auch wenn der gemeine „WsF“-Beteiligte in aller Regel nicht auf dem Platz steht (und ganz sicher stand der eine oder andere davon doch auf dem Platz): Wer Gegentore nicht verhindert, findet keine Mehrheiten.

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Kahn bald unter der Haube

Ja, sakra! (Das Bayrische an der Aussprache möge bitte im Kopfe des Lesers erklingen.) Ist er nicht schon längst verheiratet? Doch, auch wenn ihn das trotz Tragens seines Eherings nicht mehr so wirklich interessiert. Auf den Klatschseiten gab es jüngst einen weiteren Ehebruch (ob vollzogen oder nicht, zumindest beabsichtigt) zu lesen. Nun ist er wieder zurück zu Verena Kerner Kerth. Doch dieses Mal meinen wir eine echte Haube. Und tragisch, aber passend dazu folgende Meldung: Mannheimer Oberligatorwart schwer verletzt.

Eigentlich spricht nichts dagegen, einem Torwart eine Haube aufzusetzen. Abgesehen von der je nach Beschaffenheit der Haube größeren Verletzungsgefahr für die Feldspieler, die in ein physisches Duell mit einem Torwart gehen. So wie die Haube Petr Čechs beim EM-Qualifikationsspiel Tschechien — Deutschland aussah und wirkte, scheint eine derartige Gefahr aber kaum vorzuliegen.

Ob diese Kryptonit-Hauben aber tatsächlich Stöße und Einwirkungen mit großer Kraft abzudämpfen vermögen, kann ich nicht beurteilen. Sind es nur ein paar Prozent der Stoßeinwirkung, die abgefedert werden, reichte schon ein theoretisch einziger tragischer Fall, um die Nutzung von Hauben für Torhüter zu befürworten. Sähe sicher zunächst ein wenig strange aus, aber ähnlich Radfahrern mit Helmen könnten sie auch im Fußball früher oder später je nach Gestaltung imagebildend wirken — und gar ein zusätzliches Merchandising-Instrument sein. Pläne für die Umsetzung dessen liegen sicher schon längst in adidas‘ und Nikes Schubläden.

Wir kaufen bald nicht nur Torwarthandschuhe, Torwarthosen und an den Ellenbogen gepolsterte Torwarttrikots, sondern auch Torwarthauben.

Und in 20 Jahren lachen wir darüber, wie lustig doch Torhüter ohne Torwarthauben aussahen, während wir aus Nostalgie noch mal „Deutschland. Ein Sommermärchen“ schauen, so wie wir heute über die langen Haare lachen, die wir früher trugen.

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Schuhwerk und Torschüsse

Gerd Müller trug angeblich immer Fußballschuhe, die zwei Nummern zu groß waren, da er glaubte, dass er sich dann schneller drehen könne.

Diesen Unfug las ich letztens auf einer nicht verlinkungswerten Webseite. Wer schon mal versucht hat, in zu großen Schuhen Fußball zu spielen, weiß, dass man so viele Tore erzielt. Allerdings ist es der Schuh, der dann ins Tor fliegt, nicht der Ball.

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Shell oder Ford?

Von wem war noch mal dieser Slogan, der mir letztens wieder unterkam?

„We care“

War es Shell, das sich nach der Brent-Spar-Geschichte ein wenig umweltfreundlicher zeigen wollte? Oder war es Ford, das ebenfalls schon länger mit seinen Umweltschutzbemühungen hausieren geht. Vielleicht doch eher der Slogan von Krombacher, die ja Regenwald abholzen, um daraus Bierkisten zu bauen aufkaufen, um ihn vor der Rodung zu bewahren? „We care“ und Bier, das passte wohl eher bei Simone Thomalla, aber nicht bei Krombacher. Vielleicht die FDP, die ja eigentlich alles als Slogan benutzen würde, Hauptsache es ist inhaltsleer, klingt aber frisch und könnte jedem gefallen? Nein, seit Möllemanns Sturz ins Bodenlose hat die FDP nur noch wenig mit Fußball zu tun. Und um Fußball muss es schließlich gehen, wenn ich hier davon schreibe. Vielleicht adidas? Dafür klingt es zu wenig nach Siegermentalität, zu wenig „cool“. Bleibt eigentlich nur McDonald’s. Aber die sind ja mittlerweile wieder auf deutsch umgestiegen. Also, wer ist es, nun sag schon.

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Die überflüssigste Phrase der Woche

Ich kann es wirklich nicht mehr hören:

„Wenn Du ein besser dotiertes Jobangebot bekommst, dann wechselst Du auch. So machen wir es doch alle.“

So ein Quatsch, so ein völliger Blödsinn. Nein, ich wechsele nur dann, wenn ich weiß, dass ich mich beim nächsten Arbeitgeber verbessere, was Gehalt und Arbeitsanforderungen, soziale Atmosphäre, weitere Rahmenbedingungen, Erfolgsmöglichkeiten sowie Wertschätzung meiner Leistung angeht. Ich wechsele nicht einfach, nur weil ich mehr Kohle bekomme.

Und wie viele Leute kennt jeder, die seit Jahren im gleichen Job sind, nur weil sie zu faul sind, sich aus ihrem Trott herauszubewegen? Weil sie keinen Bock haben auf Veränderung oder weil sie den Spatz in der Hand zu schätzen wissen? Abgesehen davon, dass man offensichtlich eine gewisse Portion Ehrgeiz besitzen muss, die vielen Leuten fehlt, wenn man ständig wechseln will, ist es doch ein natürliches Verhalten, das Risiko des Ungewissen zu scheuen.

Nein, ich wechsele nicht, einfach nur weil jemand anders mehr zahlt.

Wenn dann aber jemand aus diesem Grund wechselte, fände ich es genauso wenig verurteilenswert wie dass er da bliebe.

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Horrorshow

Inzwischen müsste man (das bin in diesem Fall ich) schon eine neue Rubrik eröffnen, um diese beknackten Fotos von Spielern, Menschen, Zuschauern und anderem Gesindel, das sich rund um den Fußball herumtreibt und ablichten lässt, zu erfassen.

Heutiges Beispiel ist das Foto im kicker von Ruud van Nistelrooij. Geht’s noch debiler?

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Herzlich Willkommen, SV Wehen

Manchmal strotzen Sätze nur so vor Metaphern, manchmal vor Stupidität, manchmal vor Neid, manchmal vor Nationalstolz, manchmal vor Witz. Der unten folgende strotzt vor Provinzialität. Durchlässigkeit der Ligen hin oder her, einen SV Wehen, der gar nur Stadtteil der Stadt Taunusstein ist, braucht man nicht unbedingt in der zweiten Liga. Unterhaching war als kurzfristiges Phänomen ganz nett, langfristig wäre Unterhaching in der ersten Liga mit seinen 12,5 zu Auswärtsspielen mitreisenden Fans sogar eher ein Problem.

Natürlich freuen wir uns, dass der europäische Fußballsport so durchlässig ist, dass genau das, was gestern passiert ist, möglich ist. Es darf dann aber bitte bei einem kurzen Auftritt bleiben. Danke.

„Taunusstein ist mit über 29.000 Einwohnern die größte Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen.“

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Niemandsland München

Schaut man sich die Tabelle an, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass Bayern München der einzige Klub ist, für den es um nichts mehr geht. Nach oben geht nichts mehr, nach unten auch nicht. Einzig der kleine Bach mit den Klosterinsassen kann da noch mithalten, weil er schon abgestiegen ist.

Dumm, dass Bayern nun schon wieder einen Zeitvorteil von drei Wochen hat, in dem es die kommende Saison planen kann.

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Innere Repräsentation

Es gibt Vereine, die können noch so lange in der Bundesliga spielen, man gewöhnt sich einfach nicht dran. Dann gibt es Vereine, die spielen nicht in der Bundesliga, und man vermisst sie die ganze Zeit, weil sie dazugehören, zur inneren Repräsentation einer richtigen Bundesligasaison. Dann gibt es Vereine, die spielten eigentlich nie Bundesliga, und trotzdem hat man sich ganz schnell dran gewöhnt, dass sie es tun und bedauert nun, dass sie wieder weg sind.

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Pumuckl lebt

Es gibt selten Gelegenheiten, ganz bestimmte Wörter zu benutzen. Viele von ihnen hat man auch quasi schon aus seinem Wortschatz entfernt. Man benutzt sie (so gut wie) nie. Amortisiert gehört bei mir zur vom Aussterben bedrohten Gattung der Vokabeln. Die Denkweisen des Amortisierens sind mir leider zu fremd, ich sage leider, weil ich weiß, was dieses leider für mich bedeutet, ich erlebe es ja tagtäglich.

Es gibt auch eine Liste der vom Aussterben bedrohten Wörter (wer mag, kann danach googlen, wer nicht mag, lässt es sein), darunter so Perlen wie „Pennäler“, „Mummenschanz“, „Tusnelda“ oder „Veitstanz“. Darin befinden sich natürlich nur allgemein vom Aussterben bedrohte Wörter, nicht aber die bei mir persönlich vom Aussterben bedrohten Wörter. Ich kenne so einige, die ich auch immer wieder benutze, indem ich sie denke. Ihre tatsächliche Benutzung in Form von Bewegung der nötigen Muskelpartien rund um meine Stimmbänder ist in diesen Fällen aber selten geworden, meist, weil diese Wörter auch so eine Deutschtümeligkeit ausstrahlen, derer man sich ja nicht verdächtig machen möchte. Ich mag zwar die deutsche sprache, sogar in Großschreibung, jedem auf die Nase binden muss ich das deshalb aber noch lange nicht, und schon gar nicht in Situationen, in denen bei Menschen, wo die deutsche Sprache nicht so mächtig sind, eben jener Verdacht aufkäme.

Drollig gehört leider auch zu dieser Liste, also zu meiner persönlichen Liste der vom Aussterben bedrohten Wörter. Und das liegt nicht nur daran, dass die Gelegenheiten, dieses Wort zu benutzen, rarer werden. Seine Nutzung bringt den Nutzer in die Gefahr, dass er selbst so angesehen wird, wie das, was das Wort bezeichnet.

Am vergangenen Mittwoch aber kam mein Hirn nicht umhin, dieses Wort zu denken (und hätte ich Mitschauer gehabt, auch zu benutzen). Anlass war die Partie Chelsea gegen Liverpool, die von niemand Geringerem als Dr. Merk gepfiffen wurde, der ja auch immer mit den selben Assistenten zu Werke geht. Und einer dieser beiden Assistenten ist ein drolliger rothaariger Mann mit Halbglatze, den man eher als Bibliothekar der örtlichen Stadtbibliothek oder als überforderten Dozenten der Informatik erwarten würde, welcher sich beim Belehren der Studenten so schwer tut, dass es einem beim Zuschauen peinlich wird. Nicht aber würde man diesen drolligen Mann inmitten eines englischen Fußballstadions erwarten, voll mit Zigtausend fanatisierten und euphorischen Fans, inmitten gestandener Profis mit gestählten Körpern und dickem Bankkonto, mit Designeranzügen zu Hause im Schrank und noch dickeren Autos vor dem Stadion.

Der gute Mann scheint verpflanzt wie eine Unschuld vom Lande, die plötzlich unter lauter Luden in der Stadt den Hilfssheriff geben soll. Diese Diskrepanz ist es, die sein Auftreten in den großen Stadien der Fußballwelt so bemerkenswert macht. Und gleichzeitig erleben wir wieder, dass die Schiedsrichter, so sie nicht gerade Collina heißen, aus einer anderen Subgruppe der Menschheit stammen als diejenigen, die den Sport ausüben:

Drollig, der Mann mit der roten Halbglatze.

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Schluss mit Expertisen

Der „In der zweiten sieht man besser“-Experte kämpft mit seinem Klub gegen den Abstieg, lässt aber immer wieder durchblicken, dass er sich weder „zehn Jahre am Stück“ [Link leider tot] in Mainz vorstellen kann, noch, dass er „je nach Stand der Dinge“ noch lange in Mainz zu sehen sein wird. So schnell können Fernsehkarrieren enden.

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