Zur WM gab’s davon hunderte Beiträge, jetzt ist es um das Spielgerät selbst etwas still geworden. Inzwischen treten wieder die entlassenen, verpflichteten und auf dem Schleudersitz befindlichen Trainer in den Vordergrund, die mal mehr, mal weniger intellektuellen Spieler oder auch einfach die marodierenden Horden, die dem Spektakel rund um das Spielgerät beiwohnen. Damit er nicht ganz vergessen wird, hier mal wieder ein Hinweis auf einen Beitrag über den Fußball [Link leider tot] als solchen.
6 KommentareKategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium
Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde
Ich weiß zwar nicht, warum, aber Andreas Müller seines Zeichens Manager des in letzter Zeit hier häufig erwähnten FC Schalke war gerade in der MSV-Arena. Sympathisch, dass er nicht in Anzug und Krawatte rumlief, sondern in gefütterter Lederjacke mit Strickkragen. Als MSV-Anhänger sollte man sich allerdings Sorgen machen, welchen Spieler er demnächst „wegkaufen“ wird vielleicht sogar als KSC-Anhänger, vielleicht sollten sich sogar beide Parteien Sorgen machen, dass nach einem eventuellen Aufstieg die besten Asse nicht mehr da sein werden.
Des Weiteren bliebe noch zu diskutieren, ob man ein auch aus 80m deutlich erkennbar unabsichtliches Handspiel zum Strafstoß pfeifen muss. Aber das diskutieren wir an einem anderen Tag, nicht wahr, Abel Xavier?
1 KommentarEndlich hat mal wieder ein Verein den Mut, einem Mann aus der großen Riege der noch unbekannten Trainer das Szepter in die Hand zu drücken. Nach von Heesens Rücktritt wird Geideck ab morgen schon neuer Cheftrainer bei Arminia Bielefeld sein. Wer hatte zuletzt den Mut, eine Wundertüte Marke „unbekannt und unerfahren“ zu erwerben? Genau, Borussia Mönchengladbach und davor war es der FC Schalke mit seinem Strohhälmchen. Die Phantasie der auf Trainersuche befindlichen Clubs beschränkt sich ja ansonsten meist auf die Liste der üblichen Verdächtigen, die ganz oben auf dem Trainerkarrussell mitfahren.
Hoffen wir für Geideck, die Arminia und auch für unsere eigenen Zwecke, dass Geideck in Kürze an Profil gewinnen wird, etwas, was dem Strohhälmchen immer noch nicht gelungen ist. Vielleicht schlummert ein begnadeter Rhetoriker á la Hans Meyer in ihm, vielleicht ist er der neue „Fußballprofessor“ á la Rangnick und ganz vielleicht hat er auch die Ausstrahlung und das Charisma eines Andreas Brehme, auf dass uns noch viele unterhaltsame und aufschlussreiche Interviews ins Haus stehen.
10 KommentareGestern erst hat die Fortuna den Tabellenführer der Regionalliga Nord geschlagen und steht nun auf einem Aufstiegsplatz. Mit von der Partie war ein gewisser Jörg Albertz, Ex-Nationalspieler und lange Jahre bei den Glasgow Rangers tätig. Unter den „Größten Erfolgen“ von Jörg Albertz [Link leider tot] finden wir auf der Seite der Fortuna Folgendes:
„Aufnahme in die „Hall of Fame“ der Glasgow Rangers“
Wow, da staunen wir nicht schlecht. Ein deutscher Fußballer wird zum Inventar eines ausländischen Klubs gezählt. Wir sind beeindruckt, bis, ja, bis wir uns die Hall of Fame [Link leider tot] der Glasgow Rangers anschauen, in der sich knapp 50 Spieler befinden. Wir stellen fest, dass ungefähr jedes Jahr ein Spieler in die Hall of Fame aufgenommen wird. Mehr oder weniger ist Jörg Albertz also nur lange genug dabei gewesen und wenigstens ein Mal zum Spieler der Saison gewählt worden. Oder hab ich da das Prinzip einer „Hall of Fame“ nicht richtig verstanden?
1 KommentarIch zitiere ungerne Spiegel Online, aus bekannten Gründen. Dieses Mal kommt man aber weder umher noch umhin, den gelungenen Teaser zur Lage der Fußballnation via Zitat in den Rang einer lesenswerten Ansammlung von Buchstaben zu bringen:
„Wer hätte das gedacht? Der FC Schalke wird deutscher Fußballmeister. Ist das nicht furchtbar? Oder ist es furchtbar, dass auch dieses Mal wieder etwas passiert, was den ersten Titel seit 300.000 Jahren verhindert?“
Ich kann mich sehr schnell entscheiden. Wenn der FC Schalke Meister würde, wäre das wesentlich furchtbarer, als wenn etwas geschähe, was dieses verhinderte. Das liegt keinesfalls an einer mir immer wieder unterstellten Abneigung gegen den FC Schalke, die ich natürlich gar nicht haben kann, weil schließlich schon mein Opa der mir immer 50 Pfennig schenkte, wenn ich in der Jugend ein Tor erzielte eingefleischter Schalke-Fan war und weil ich nun mal nicht anders kann, als meistens zu den Underdogs zu halten.
Wie tragisch aber wäre es, würde Schalke tatsächlich Meister? All die schönen Geschichten von den 5x Jahren ohne Titel müssten eingemottet werden, die Meister der Herzen aus der Saison 2000/01 würden verblassen und eigentlich könnte man den FC Schalke dann auch auflösen. Die Sagen leben doch von den scheiternden, nicht von den erfolgreichen Helden und so muss man sagen: Bitte, lieber Fußball-Dramen-Schreiber, lass lieber den HSV absteigen als Schalke Meister werden.
2 KommentareExtra-Ausgabe! Extra-Ausgabe!
Nie für möglich gehaltene Szenen spielten sich gestern im Nationalstadion von Luxemburg ab. Luxemburg, laut dem World Fact Book „slightly smaller than Rhode Island“ und mit 474.000 Einwohnern sogar mit weniger Einwohnern als Duisburg, war bislang eine echte Fußballgroßmacht in Europa. Selbst gegen Liechtenstein konnte Luxemburg in der vergangenen WM-Quali zwei Mal nicht gewinnen, mehrere Jahre ist der letzte Sieg her und insgesamt gibt es seit den 1970ern kaum Erfolgreiches zu berichten. Wie eine Bombe schlug die Nachricht des letzten Abends dementsprechend in der internationalen Fußballszene ein: Luxemburg schlägt Gambia mit 2:1. Und allen aktuell bekannten Informationen zufolge spielte Gambia das Spiel auch mit 11 Spielern zu Ende.
Daran hat wirklich niemand mehr geglaubt, dass Luxemburg noch mal ein Spiel gegen eine fußballbezogen „echte“ Nation gewinnt und nicht nur gegen einen Inselstaat mit weniger als 20.000 Einwohnern.
Wir (das bin ich) sagen: Herzlichen Glückwunsch, Luxemburg. Möglicherweise geht jetzt ein echter Ruck durch den luxemburgischen Fußballverband und in 10-12 Jahren müssen wir uns vor diesem neuen Fußballriesen fürchten. Ein 2:1 gegen Gambia, was danach alles möglich sein kann.
Vielleicht meldet sich Luxemburg einfach in Afrika zum Bewerb an. Australien hat schließlich entgegen aller geographischen Vernunft zuletzt auch den Kontinentalverband gewechselt. Und seitdem seit geraumer Zeit Israel und seit weniger geräumiger Zeit auch Kasachstan UEFA-Mitglieder sind, braucht man sich eigentlich nicht mehr an Kontinentgrenzen zu halten. All unser Geld also auf Luxemburg als Afrikameister 200x.
3 KommentareMan kann nicht mehr anders, als über diesen Schwachsinn zu jammern. Man möchte ja gerne, man hat sogar ein bißchen mehr Toleranz als üblich mitgebracht. Doch Kerner, der alte Boulevardheini, kann es einfach nicht sein lassen. Wir sehen eine Fußball-Länderspiel-Übertragung, wir sehen ein Fußballspiel, wir sehen eine Sportveranstaltung. Wir sehen, was wir gerne sehen wollen, wenn wir ein Fußballspiel im Fernsehen einschalten. Sicher hat er schon mehrere Therapien hinter sich gebracht, immer wieder gedacht, er wäre jetzt endlich drüber hinweg, endlich losgekommen von dieser Sucht, die ihn so lange zu einem unerträglichen Moderatoren gemacht hat. Klar, man sollte annehmen, wenn es bei ihm in letzter Konsequenz um den Job ginge, dass er dann auch mal endlich Nägel mit Köpfen macht und wenigstens eine dieser Therapien erfolgreich hinter sich bringt. Heute Abend wurden wir leider alle, live im Fernsehen (erstaunlich, dass seine Redaktion ihm das noch zumutet, live in der Sendung seinen alten Süchten widerstehen zu müssen), Zeuge, wie er es wieder mal nicht geschafft hat.
Es ist schon tragisch, wie ein Mann einfach seine Sucht nicht besiegen kann. Johannes Süchtig Kerner formulierte heute folgende Frage im ZDF:
„Kuranyi, für ihn scheint alles super zu laufen, er trifft wieder beim Tabellenführer, acht Tore in dieser Saison, jetzt trifft er auch in der Nationalmannschaft und
er heiratet nächste Woche…„
Ja, da schlugen sich Kerners Therapeuten die Hände vor die Ohren, Augen, wahlweise Köpfe. Die ganze Therapie, monatelang gepflegt, tapfer ist er auch immer pünktlich erschienen, man war schon so weit, und dann: dann dieser Rückfall in den Boulevard. Er kann’s einfach nicht sein lassen.
3 KommentareSo richtig herausgefunden habe ich noch nicht, was die Seite Bolzers mit Fußball zu tun hat. Einen Besuch ist dieses schräge Machwerk der Kategorie Unkategorisierbar aber auf jeden Fall wert.
[photopress:bolzers.jpg,full,pp_empty]
1 KommentarEine schönen Plan hat Bayer Leverkusen entwickelt, nachdem Hauptsponsor RWE verkündete, zum Saisonende auszusteigen:
Es muss gar nicht unbedingt ein Haupttrikotsponsor für die ganze Saison sein, für denkbar hält man in Leverkusen auch eine Lösung mit mehreren kleineren Sponsoren. Das nenn ich Innovation. Ich habe gerade schon in meine Portokasse geschaut: für ein Spiel gegen Cottbus könnte ich mir den Aufdruck „www.trainer-baade.de“ auf den Trikots der Leverkusener Profis wohl so gerade noch leisten. Vielleicht wähle ich auch nur einen Spieler? Am besten einen, der häufig im Fernsehbild ist, das wäre bei Leverkusen dann wohl … Ralf Falkenmayer, wegen seiner Frisur, oder?
Einen Kommentar hinterlassenIch muss es noch schnell loswerden, bevor der „neuer-Trainer-Effekt“ bei den Hamburgern wirksam wird und sie womöglich noch das eine oder andere Spiel gewinnen: Die meiste Zeit der Hinrunde lag diesbezüglich mein Augenmerk auf den Mainzern, denen in der gesamten Hinrunde nur ein einziger Sieg gelang. Hätten sie diese Quote gehalten, hätten sie den Negativrekord von Tasmania Berlin eingestellt: nur zwei Siege in einer ganzen Saison. Mainz hat inzwischen mit zwei Siegen in Folge und somit insgesamt deren drei den Kopf aus der Schlinge dieser großen Peinlichkeit gezogen.
Aber siehe da: der ganz unten angekommene HSV hat immer noch erst einen Sieg auf seinem Konto. Vielleicht geht da noch etwas mit der Tasmanisierung des HSV, es gibt nur noch 15 Gelegenheiten, wenigstens zwei Siege zu landen. Da der HSV meisterhaft darin ist, Führungen kurz vor Schluss noch aus der Hand zu geben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie bald in einem Atemzug mit Tasmania genannt werden. Und Huub Stevens hat doch jetzt schon immer den passenden Gesichtsausdruck, um neben einem Negativrekord in den Geschichtsbüchern zu prangen.
4 KommentareVor allem dann, wenn man in der nächsten Saison gegen Köln und Mönchengladbach gleich zwei Derbies zelebrieren darf und noch dazu den HSV zum Punktspiel empfängt. Kaiserslautern nicht zu vergessen, so haben wir gleich fünf Stadien mit Kapazität für mehr als 40.000 Zuschauer in der zweiten Liga. Das riecht nach einem neuen, dann auf Jahrzehnte hinaus unschlagbaren Zuschauerschnittweltrekord für zweite Ligen.
7 KommentareNeues von den Redakteuren des Herrn kicker, die sich mal wieder zu einer Höchstleistung beim Kleistern von Überschriften aufrafften:
VfB krallt sich Kruppke
Da liest man den Beitrag doch glatt doppelt so gerne. Schade nur, dass man beim kicker allein die Alliteration als Stilmittel kennt und der Rest der Texte teilweise haarsträubend formuliert ist. Aber man muss ja nicht, es zwingt einen ja keiner, abgesehen von der gähnenden Leere im Bereich Fußballzeitungen in Deutschland. Die zwingt einen dann schon ein wenig, aber trotzdem: man muss ja nicht.
1 Kommentar