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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Glückwunsch, Felix

Als 300. Trainer der Bundesligageschichte gefeuert zu werden hat doch auch was. Zwei Trainerentlassungen an einem Tag hab ich auch noch nicht erlebt.

Wenn die Bayern jetzt aber ernsthaft mit Ottmar Hitzfeld als Lösung für den Rest der Saison planen, dann bestätigt sich, was FAZ, allesaussersport und diverse Andere in letzter Zeit konstatierten: Dem FC Bayern ist jegliche Vision, wie ihr Fußball eigentlich aussehen soll, abhanden gekommen. Schlimmer als Fußball Hitzfeld’scher Prägung (der späten Jahre) war das gegen Bochum gestern auch nicht.

Bei Bayern ist es ja fast schon Tradition, die Trainer zwei Mal anzuheuern: nach Lattek, Beckenbauer und Trapattoni nun auch Hitzfeld?

[Nachtrag] Der erste Rauswurf vor Vertragsende bei den Bayern seit dem 27. April 1996, als Otto Rehhagel gefeuert wurde. Seit mehr als 10 Jahren haben wir das Schauspiel namens „Trainerrauswurf bei Bayern“ nicht mehr erlebt. Fast schon bedauerlich, dass es sich nicht etwas länger und etwas deutlicher angekündigt hat.

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Die Schnäuzerfraktion

Seit Peter Neururer mal wieder auf dem Abstellgleis steht, gehen der Bundesliga die Schnäuzer aus. Jetzt wird die Schnäuzerfraktion allerdings wieder aufgestockt: Jos Luhukay wird wohl der Nachfolger von Jupp Heynckes werden.

Ich erwarte viel von ihm. Unter anderem, dass er nicht so komisch spricht wie Jupp Heynckes, was ja in Interviews immer schwer zu ertragen war. Nun ist Luhukay allerdings Holländer und wird wie Rudi Carrell klingen — ob das besser ist, werden wir spätestens heute Abend nach den ersten Interviews mit ihm wissen.

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Anschreien, treten und bescheißen

So stellt sich das der gute Lemmy von Motörhead beim Fußball vor:

„Den Gegner anschreien, bescheißen und auf alles treten, was sich bewegt.“

Das war sein Ratschlag an die Spieler der Jugendmannschaft, die er nun sponsert. Die Toten Hosen lassen grüßen, denn der Sänger ist jetzt mit dem Logo seiner Band ebenfalls auf dem Trikot einer Fußballmannschaft vertreten. Okay, es ist nur eine Jugendmannschaft, aber immerhin tritt diese demnächst gegen die von Steve Harris gesponserte Jugendmannschaft zu einem Benefizspiel an. Wer ebenso wie ich in der Heavyrock-Szene (sagt man das heutzutage noch so? — ich werde alt…) nicht ganz so zu Hause ist, dem sei gesagt: Steve Harris ist der Bassist von Iron Maiden (dass es Iron Maiden überhaupt noch gibt, ist ebenfalls verwunderlich).

Bei Punkt zwei („bescheißen“) liegt Lemmy auf einer Linie mit Maradona, der doch tatsächlich die Chuzpe besitzt, in diesem Gespräch mit seinem damaligen direkten Konkurrenten Gary Lineker auch noch zu behaupten, sein mit der legendären „Hand Gottes“ erzieltes Tor sei kein Betrug gewesen. Der Dolmetscher des Interviews übersetzt Maradonas Äußerung mit cunning

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Aufsteiger im Ligapokal?

Der Ligapokal ist so überflüssig wie ein Feiertag Anfang Oktober. Trotzdem scheint es noch den einen oder anderen zu geben, der da gerne mitspielen will. Im Interview mit keepersport.at äußert sich Georg Koch folgendermaßen:

„Dein Tipp für die Saison?

Platz eins bis drei, egal. Platz eins wäre geil, denn dann spielen wir im Ligapokal.“

Wenn man bedenkt, dass der MSV bislang noch keinen einzigen Titel gewonnen hat (sieht man von der Deutschen Amateurmeisterschaft ab), ist das für so einen relativ kleinen Verein vielleicht durchaus eine Chance, mal etwas für den Briefkopf zu tun. Mehr aber auch nicht, abgesehen davon, dass der MSV sicher nicht in Folge den VfB Stuttgart, Hertha BSC Berlin und Werder Bremen schlägt. Falls doch, sollte man sich diese Siege lieber für die Liga aufheben, um nicht erneut nach nur einer Saison wieder abzusteigen.

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Offenherziges aus Indonesien

Offenherziges lesen wir in einem Beitrag des Dortmunder Fanmagazins schwatz-gelb.de. Ein entwurzelter junger Dortmund-Fan, der nun mit seinen Eltern in Indonesien lebt, muss mitten in der Nacht aufstehen, wenn er eine Partie seiner Mannschaft live verfolgen möchte. Dass das nicht immer klappt, entnehmen wir diesen Aussagen:

„Leider ist es nicht vermeidbar, dass bei derzeitigen Spielweise der Borussen mal jemand wieder einschläft. Doch spätestens wenn der Muezzin in der Mitte der zweiten Halbzeit ruft, sind alle wach und bereit, den letzten Teil des Spieles zu sehen.“

Da kann man mal sehen, a) wozu ein Muezzin so alles gut sein kann und b) wie nett doch die Redaktion von schwatzgelb.de ist, diese Aussage nicht zensiert oder beschönigt zu haben. Auf der offiziellen Seite des BVB hätten wir so etwas wohl nie zu lesen bekommen.

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Zum Frühstück: Cunnilingus mit Scheidenpilz.

Lasst uns zotig werden. Während der niederländische Torhüter Stefan Postma gerne Dinge betreibt, von denen er lieber wollte, dass seine Eltern sie nicht erfahren, hat ein italienischer Spieler eine gute Ausrede parat, warum er positiv im Dopingtest getestet wurde:

Cunnilingus mit Scheidenpilz.

Ich würde sagen, in der nach oben offenen Dietmar-Baumann-Skala ist das ein neuer Höchstwert an cleveren Ausreden, wenn man des Dopings überführt wurde. Gratulation, Marco Belucci Borriello, solch eine findige Ausrede macht Ihnen so schnell keiner nach.

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Was macht eigentlich Rolf Rüssmann?

Naja, jedenfalls keine guten Webseiten. Und Bradford schreibt sich auch mit d, trotz Katastrophe dort. Rolf Rüssmann baut eigentlich auch keine Webseiten, sondern Stadien. Zumindest könnte er das, falls er mal wieder einen Auftrag bekäme. Mit dieser Webseite wage ich aber arg daran zu zweifeln, dass er groß rauskommt im Stadion-Bau-Business.

Fast schon süß allerdings, wie er über die Stadien der WM 1974 schreibt:

„Die Aufenthaltszeiten der Stadionbesucher spielten bei der baulichen Konzeption noch keine Rolle. Rechtzeitige Anreise bei wichtigen Spielen hatte häufig Langeweile zur Folge.“

Würstchen- und Bierbuden en masse, Zwangsbeschallung mit debiler Audiowerbung sowie den neuesten Charthits, Prämierung des besten Fanfotos und das obligatorische Elfmeterschießen in der Halbzeitpause sorgen hingegen allzeit für Wohlbefinden, wie man weiß — ungefähr so wie bei Verwandtenfeiern.

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THE WORLD‘S GREATEST CUP COMPETITION

Entschuldigt bitte die reißerischen Versalien. Sie sind aus dem Original übernommen. Man muss schließlich auch mal ein bißchen auf die Kacke hauen:

„ALL THE NEWS FROM THE WORLD‘S GREATEST CUP COMPETITION“

So kann man die FA auf der Special-Seite zum von ihr veranstalteten FA-Cup lesen. War da nicht letztens so etwas wie eine WM in Deutschland?

Okay, auf deutsch heißt sie „Weltmeisterschaft“, aber wie heißt die gleiche Veranstaltung auf englisch? „World Cup“, und wenn mich meine Augen nicht täuschen, ist ein World Cup auch ein Cup.

Allerdings habe ich grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, ein bißchen zu übertreiben. Ehrlich gesagt wäre mir sogar lieber, wenn der DFB seinen DFB-Pokal nicht ganz so stiefmütterlich behandelte. Schließlich ist das die einzige Gelegenheit im nationalen Fußball, bei der wir mal in den Genuß dieser bayerischen Erfindung kommen können. Und die ist bekanntlich spannend, besonders, wenn man nicht (als Fan) beteiligt ist. Außerdem bin ich strikt für die Einführung des Wiederholungsspiels. Ich weiß, dass der aktuelle Terminkalender dies nicht zulässt. Aber ein Wiederholungsspiel würde etwas ermöglichen, was es im DFB-Pokal eigentlich nicht mehr gibt: dass die Kicker von Germania Dudenhofen mal im Borussiapark spielen oder dass die Amateure des FV Weinheim in der Allianz-Arena antreten. Hätte durchaus seinen Charme und es bleibt bedauerlich, dass es keine Wiederholungsspiele mehr gibt. Die Petition ist in Arbeit.

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Prozac sei Dank

Danke, wirksames Prozac, aufhellendes Prozac, gutes Prozac. Und nein, das ist überhaupt nicht ironisch gemeint. Du hast einem Deiner Konsumenten zu einem klaren Kopf verholfen, auf dass er eine weise Entscheidung für sein Leben fällen konnte. Er wird vorankommen und möglicherweise unter anderen Lebensumständen genesen, zumindest hat er die Kraft gefunden, sich von etwas zu befreien, was für ihn nur noch Druck und meist negative Emotionen bedeutete. Wie schön, dass wir im Jahre 2007 des Herrn leben, und nicht im Jahre 1960, wo man ihn noch mit Elektroschocks behandelt hätte oder vielleicht mit kalten Aufgüssen.

Schön auch, dass selbst zuvor Ahnungslose (meist in Personalunion mit Verständnislosen auftretend) inzwischen begriffen, dass man sich bei einer Depression nicht einfach nur „aufraffen“ muss — und dann wird das schon. So haben wir heute gleich zwei gute Nachrichten zu vermelden.

Vielleicht war es auch Seroxat, Escitalopram oder Vivalan, das ist unerheblich.

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De Kuip

Eigentlich denkt man doch, dass die meisten Europapokalfinals in den großen Städten dieses Kontinents stattgefunden haben müssten. Spontan fallen mir vor allem das Wembley-Stadion und das Santiago Bernabeu ein, die ich favorisiert hätte bei dieser Frage.

Zu meiner großen Überraschung ist es aber das „De Kuip“ im eher kleinen Rotterdam, das die meisten Europapokalfinals gesehen hat.

Genauso überraschend steht an zweiter Stelle dieser Liste das Heyselstadion. Belgien und die Niederlande, möglicherweise wegen ihrer recht zentralen Lage in Europa so häufig ausgewählt, möglicherweise aber auch wegen ihrer großen Liebe zum Fußball, die man bei Franzosen, Schweizern oder Dänen in den frühen Jahren des europäischen internationalen Fußballs nicht unbedingt immer voraussetzen konnte.

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Was macht eigentlich Hellas Verona?

Wer jetzt heldenhafte Nachrichten über den Ex-Klub von Hans-Peter Briegel erwartet, den dieser genauso heldenhaft zur italienischen Meisterschaft führte und deshalb 1985 als erster Ausländer zu Italiens Fußballer des Jahres gewählt wurde, den muss ich leider enttäuschen. Es sind Zahlen, eigentlich zu grauenhaft, sie hier auch einem minderjährigen Publikum verfügbar zu machen. 19 Spiele hat Hellas Verona in Italiens Serie B hinter sich gebracht. Die Zahl der dabei erzielten Tore überschreitet knapp die Zahl der Zehen an meinem stärkeren linken Fuß: gomorrhische 6 Tore hat Hellas Verona in 19 Spielen erzielt. Das klingt markerschütternd und das Schlimme ist: Das ist es auch.

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Sehr schlecht informiert

Hach, wie schön. Da haben wir nun eine Kommentarfunktion bei so mancher Onlineausgabe von Zeitungen, und dann wird sie auch noch benutzt. Allerdings nur von den Lesern, nicht von den Autoren. Auf eine Antwort auf die Kommentare zu diesem Artikel im Tagesspiegel wird man wohl vergeblich warten.

Was aber an dem eigentlich sachlichen Bericht „negativ über Werder“ sein soll, erschließt sich mir nicht. Diese zwei kleinen gemeinen Kommentare hat der Autor aber allein schon deshalb verdient, weil er über Italien schreibt:

„… obgleich der defensive Spielstil in Italien dem Nationalstürmer am wenigsten entgegenkommen dürfte.

Da quäken die Klischee-Sirenen laut auf und Trainer Baade (das bin übrigens ich) schüttelt den Kopf.

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