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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Tour d‘Allemagne

Es gibt auch noch andere Sportarten neben dem Fußball. Tatsächlich? Ich muss zugeben, dass mich andere Sportarten kaum interessieren. Ich bin sozusagen Nonfußball-blind. Leichtathletik, in den 1980er Jahren noch einer der größeren Publikumsmagneten, darbt kurz vor der Nichtexistenz in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Handball, das sind die Jungs in den miefigen Turnhallen, die sich ständig verletzen. Eishockey, mag sein, dass es das noch gibt, ich habe lange nichts mehr davon gesehen. Formel 1 – gut, dieses Grundübel unserer Gesellschaft (hoho) erhält noch ein bißchen Aufmerksamkeit vom großen zu verteilenden Aufmerksamkeitskuchen. Zum Glück nur noch so lange, bis der Doofe mit dem langen Kinn endlich sein Lenkrad an den Nagel hängt.

War da sonst noch was? Tennis, da muss ja wohl ein jeder kurz lachen. Tennis gibt es noch, aber nur in Form von Boris Becker als Interviewer von Miroslav Klose („Wie fühlen Sie sich jetzt?“) beim Fußball. Alles, wie allseits bekannt, nur so lange interessant, wie ein Deutscher dort Erfolg hat. Oder würde sonst jemand ernsthaft Rodeln bei Olympia schauen?

Deutscher? Erfolg? Da gibt’s doch noch einen… richtig, Jan Ullrich. 27 Mal wurde er Zweiter bei der Tour de France, das hat noch keiner vor ihm geschafft. Und jedes Jahr drücken ihm alle die Daumen, aber jedes Jahr ist es auch dasselbe. So auch dieses Jahr wieder: Meldungen von seinen Verletzungen und der deshalb unterbrochenen Vorbereitung haben uns erreicht, wahrscheinlich haben die Journalisten einfach die alten Meldungen genommen und die Jahreszahl auf 2006 geändert.

Fußball und Tour de France konkurrieren also wie jeden zweiten Sommer um die Aufmerksamkeit der Sportinteressierten, und wer schon mal länger als 5 Minuten Tour de France geschaut hat, kennt auch den als Teufel verkleideten Spinner Edelfan der Tour de France, der mit seinem Dreizack in der Hand hinter den Fahrern herklabautert. In diesem Sommer geht selbst dieser besondere Fan wegen des Fußballs auf Abwege: Er hat ein Fußball-WM-Dreirad gebaut.

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Englisch ist weit gesprochen – II

Hach, herrlich.

Gerade verfolge ich den Sport1-Ticker zum Pokalhalbfinale St. Pauli – FC Bayern. „You‘ll never walk alone“ ist der Song der Liverpudlians, weltweit gerne adaptiert. Auch bei St. Pauli natürlich, und nachdem die Bayern ziemlich früh in Führung gehen, singen die Fans gerade „You‘ll never walk alone“, um ihr Team zu unterstützen.

Die Hupe, die bei Sport1 am Ticker sitzt, übersetzt das mit „Du gehst nie allein“.

„Du gehst nie allein.“ Ein echter Schenkelklopfer. Sag ich doch.

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Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Während ich mich hier bei Harald Schmidt vielleicht noch selbst gemeint fühlen darf, bei aller Bescheidenheit:

„Bei der WM muss man halt nur erkennen, dass da satirisch nichts zu holen ist, und lässt die wursteln, die es nicht begreifen.“

muss ich dann hier sagen, letztens noch, im Interview mit wem-auch-immer, sagte Harald Schmidt zum Klimbim um die WM:

wer-auch-immer: Ich meinte ein anderes Drumherum. Das Kulturprogramm, die Witzigkeit, die es geben wird.

Harald Schmidt: Das ist nicht auszuhalten, aber das ist ja klar. Ich mache es nicht aktiv mit, aber damit ist die Nummer für mich durch.“

Nun, jeder fällt so gut um, wie er kann. Harald aka Harry kann das ganz gut, wie man sieht. Sagte ich nicht in diesem Beitrag bereits, dass ich die Befürchtung hege, dass Waldi und Harry bei der WM neu aufgelegt werden könnten?

Der Focus berichtet, dass das der Fall sein wird.

Mir schaudert’s.

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Aber Aberglaube

Ich habe einen Bekannten, der schwallert mir immer die Ohren voll mit irgendwelchen Eishockeygeschichten. Eishockey ist der Sport, den ich immer nur zu Olympia gucke und bei dem sich die Spieler prügeln, nicht wie beim Fußball die Fans. Letztens setzte dieser Bekannte mir einen Floh ins Ohr, dass nämlich Deutschland seine letzten beiden Titel, Weltmeister 1990 und Europameister 1996, immer dann gewann, wenn die DEG zuvor deutscher Meister im Eishockey wurde.

Die Abergläubischen unter uns dürfen also hoffen.

Ich persönlich glaube allerdings nicht an solche an den Haaren herbeigezogenen Zusammenhänge. Ich habe genug damit zu tun, das alte Sofa wieder aus dem Keller zu holen, auf dem ich den Gewinn des EM-Titels 1996 verfolgte.

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Von den Feinheiten der deutschen Sprache

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Nein, nicht die WM, sondern die Entscheidung in der Torwartfrage. Möglicherweise steht sie morgen schon an. Deshalb noch mal ein vielleicht letzter kleiner Verweis auf die unglaubliche Unsachlichkeit und den Mangel an Argumenten, mit welchen die Bayern versuchen, ihren alten Kempen ins WM-Tor zu puschen. Felix Magath beklagte sich heute über Lehmanns Auftritte in der Champions League:

„Lehmann kann sich zwar nicht so auszeichnen, aber er bekommt auch kein Gegentor. Das ist eine klare Benachteiligung für Oliver Kahn.“

Nein, das ist jetzt nicht sinnentstellend von mir gekürzt. Magath behauptet wirklich, dass es eine Benachteiligung von Kahn sei, dass Lehmann keine Gegentore kassiere. Ich bin der Meinung, diese Tatsache nennt man dann einen „Nachteil“ für Oliver Kahn im Duell um den Platz im Tor. Eine Benachteiligung wäre etwas ganz Anderes. Vielleicht braucht Magath Nachhilfe in Deutsch

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Die Zeit, sie rast.

Ich möchte ohnehin mit keinem Schiedsrichter tauschen oder wie Lodda Mäddaus es sagt, „schon eher was, was mit Fußball zu tun hat“.

Die haben einen undankbaren Job und dann passieren auch noch solche Missgeschicke wie diesem hoffentlich ehrenwerten Franzosen im Halbfinale (!) der WM 1990:

„Injury time added on by the referree is sometimes necessary. But Frenchman Michel Vautrot added on 8 minutes only in the first period of extra-time in the semifinal between Italy and Argentina in 1990! He later admitted he forgot about the time.“

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Ich kenn mich aus

Ich bin zwar nur ein kleiner Giftzwerg, ich bin zwar nur ein kleiner Fußballtrainer und ich heiße Matthias Sammer, trotzdem maße ich mir diese Einschätzung an:

„Ich behaupte auch, daß so manches für Deutschland bedenkliche Ergebnis der Pisa-Studie damit zu tun hat, daß es für die Schüler zuwenig Sportunterricht und zu wenige Sportangebote gibt.“

Ich bin zwar nur Trainer Baade, ich bin noch nicht mal wirklich Trainer (jedenfalls kein lizensierter) und ein Giftzwerg bin ich auch manchmal, ich behaupte aber Folgendes:

„Das schlechte Ergebnis bei der PISA-Studie hat vor allem mit dem schlechten Abschneiden derjenigen Kinder zu tun, die keine deutschen Muttersprachler sind. Die werden nicht gefördert, die reißen das Ergebnis runter.“

Und das ist keineswegs ausländerfeindlich gemeint, im Gegenteil. Es ist ein großes Problem, dass viele Kinder, geboren in diesem Land in dritter oder gar vierter Generation, Deutsch nicht richtig beherrschen und auch niemand etwas dafür tut, dass sie Deutsch richtig beherrschen. Wer nicht richtig deutsch kann, versteht schon den Inhalt des Unterrichts meist nur teilweise, schreibt zudem automatisch schlechtere Arbeiten, weil er ja so viele sprachliche Fehler in seiner Arbeit macht.

Äußerst erstaunlich, dass das für Matthias Sammer etwas damit zu tun hat, dass die Kinder weniger Fußball spielen/Sport treiben. Man kann gerne ein bißchen polemisieren. Hier beweist das Rumpelstilzchen mit den roten Haaren allerdings nur, dass er von diesem Gebiet — der PISA-Studie — überhaupt keine Ahnung hat.

Da ich ungerne Dieter Nuhr mit seinem berühmten Spruch zitieren möchte, muss ich sagen: Man muss auch nicht alles schreiben, was ein Fußballtrainer in einem Interview so von sich gibt.

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In der Zukunft werben

Noch sind wir nicht so weit, dass wir zeitreisen können. Ich möchte auch gar nicht zurück in diese komischen Klamotten, die mir meine Eltern als 4-Jährigem verpasst haben. Ich möchte auch nicht noch mal zur Beerdigung von Oma müssen und schon mal gar nicht noch mal diesen blöden Unfall kurz nach der Führerscheinprüfung bauen.

Zugucken würde ich allerdings schon gerne, wie das damals war, als wir 1974 gegen die DDR verloren oder als wir Australien 3:0 nach Hause schickten. Was ich dann auch entscheiden könnte, wäre, mir einen Gruß aus der Vergangenheit ins Jetzt zu schicken. Ich könnte mich als DDR-Fan getarnt vor eine Kamera schleichen und mich interviewen lassen. Oder einfach irgendwo im Stadion Bandenwerbung machen.

Jedes Mal, wenn dann die Aufzeichnung der Spiele in diesem Stadion gezeigt wird, egal wann, also zum Beispiel heute, würde ich mit mir selbst kommunizieren. „Hallo Trainer, geh endlich ins Bett.“ oder Ähnliches könnte ich mir zurufen. Aus der Vergangenheit in die Zukunft. Wer jetzt bei der WM 2006 z. B. beim Finale Bandenwerbung macht, wird genau das tun. Einmal bezahlen, bei jeder Ausstrahlung wieder seinen Namen oder seine Marke sehen. Praktisch.

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Kindergärtner gesucht

Wir sprachen schon davon, dass Lothar Matthäus seinen Job in Brasilien hingeschmissen hat. Der Mann kleine Junge hat beim Hinschmeißen aber ein paar Sachen vergessen:

1. Die Handyrechnung über knappe 1.500 Euro bezahlen

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2. Den Mietwagen zurückbringen. Er ist zum Flughafen gefahren, nach Europa geflogen, und hat niemandem gesagt, wo der Wagen steht oder wo der Schlüssel zu finden ist.

Dieser Pubertär will für eine gesamte Mannschaft verantwortlich sein? Man stelle sich vor, Lodda wäre Bundestrainer. Beim WM-Auftakt würde er dann plötzlich feststellen, dass die Trikots fehlen.

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Potatoe Couch Fritz

Nur damit Ihr mal wißt, wie dieser elendige Klugscheißer [Link zum Bild leider tot] namens Paul Breitner auch mal ausgesehen hat:

als Seargant Stark im Film „Potatoe Fritz“. [Link leider tot]

Ich weiß nicht, welches Bild unsympathischer ist.

Vielleicht sollte ich eine Abstimmung daraus machen.

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Der Schloßherr

Ich muss zugeben, angesichts der dritten Reform der Rechtschreibreform weiß ich nicht mehr, was man wie zu schreiben hat. Ob Schlossherr oder Schloßherr, Kasey Keller ist jedenfalls einer, wie berichtet. Jetzt gibt es ihn auch als solchen zu sehen. Auf seinem Schoß: Berti Vogts, der nicht weit von ihm entfernt in Korschenbroich-Kleinenbroich lebt und auf einen Knochen vorbeikam.

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