Zum Inhalt springen

Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Totti scheitert wie Fronck

Was Fronck nicht kann, kann Totti schon lange ebenso wenig.

Zum Vergleich: Fronck.

(Wer wissen will, wie man diese blöden Titel und die Ratings in den youtube-Videos ausblendet, surft hierhin und macht es fortan selbst genauso. Total überflüssiges Kroppzeug.)

3 Kommentare

Endlich Champions-League-Sieger!

[photopress:wir_final_250.jpg,full,alignleft] Nun, okay, andere Menschen haben eben andere Ziele. Die hier beschriebenen sind für gewöhnlich — sollten nicht besondere Fertilitätsprobleme auf weiblicher oder auf männlicher Seite dem entgegenstehen — auch wesentlich leichter zu erreichen. Was viele Eltern nicht wissen: Die Kinder wachsen irgendwann auf und dann gehen sie ihres Weges. Hat man sich nicht rechtzeitig nach anderen Zielen umgesehen, könnte eine gewisse Leere entstehen. Zumal dann, wenn man das Ziel „Champions-League-Sieger“ schon nach zwei mageren, kümmerlichen Versuchen freiwillig wieder dran gibt.

Kein Wunder übrigens, dass eine Zeitschrift wie „Wir“ schon nach der ersten Ausgabe wieder eingestellt werden musste. Wer wirbt denn auch mit Lukas Podolski vorne drauf für ein Print-Produkt? Es wirbt schließlich auch niemand mit Ailton für Deutschkurse.

1 Kommentar

Janus: Schlecht I, II, III, IV und dazwischen ein bisschen schönes München

Janus, Ihr kennt ihn schon, hat erneut das Land bereist, und schon wieder ging’s in den Süden der Republik. Erstaunlich, offensichtlich hat ihn Regensburg letztens so begeistert. Diesmal war fußballerisch allerdings alles schlecht, von Anfang bis Ende, mit einer kleinen Ausnahme in München in der „Hermann-Gerland-Arena“. Wie gut, dass janus immer wieder auch zur Seite blickt, wenn er über Fußball schreibt, so blieb dann doch noch etwas Positives:

Der Eindruck der Weltstadt München beginnt dann schon am Flughafen. Nach zwei anstrengenden Minuten gebe ich es auf, die Tarifbedingungen des Nahverkehrs zu verstehen, obwohl das entsprechende Poster groß genug ist. Was die da an Bestimmungen, Tarifen und Beispielen anführen, Zonen, Ringe, Tickets…das kann man sich nicht länger als zwei Minuten mit Verstand antun. Immerhin gelingt es mir, durch unfallfreies Abzählen der Zonen den Fahrpreis zum Münchner Hauptbahnhof zu ermitteln: satte 9,20 ¤ für eine eben so satte Dreiviertelstunde, schließlich ist der Flughafen dermaßen weit draußen und vom Hauptbahnhof entfernt, dass er Ede Stoiber einst zu seiner legendären „Flughafen, Hauptbahnhof…mir doch egal, ich steig überall ein!“-Rede inspirierte. Man rumpelt mit der S 8 also vorbei an so malerischen Orten wie dem Heizkraftwerk Unterföhring, unmittelbar neben der Bahnstrecke gelegen, dessen dichte Rauchwolken mir wirklich zu denken geben würden, würde ich in der Nähe wohnen. Oder am Leuchtenbergring, an dem der Ausblick auf Bürotürme und Lagerhallen, der schon seit einigen Minuten geboten wird, fast schon angenehm aufgelockert wird durch einen Betriebshof der Stadtwerke, auf dem sich dort gelagerte, leere Müllcontainer gefühlt bis an den Horizont erstrecken. Zwischendurch lässt die Fahrt aber noch nostalgische Gefühle in mir aufwallen, nämlich beim Passieren der Station Daglfing. Wer erinnert sich nicht an den legendären, unbestechlichen Adi Furler, wie er einst in der Sonntags-Sportschau regelmäßig die Zahlen eines ominösen Rennquintetts verlas? Ich hab früher nie kapiert, was es mit diesem Rennquintett auf sich hatte, aber eines ist mir noch in Erinnerung, nämlich dass der Adi bei der Ankündigung der Zahlen des Öfteren sprach „- ermittelt auf der Trabrennbahn Daglfing“. Weiß ich also dreißig Jahre später wenigstens, wo damals so eifrig ermittelt wurde.

Typisch Fortuna, sich immer wieder dann punktemäßige Auszeiten zu nehmen, wenn es drauf ankommt, weiß janus nur von schlechten und noch schlechteren Spiele zu berichten, trifft dabei so alte, hier besonders beliebte Bekannte wie Mario Basler und ist zeitgleich mit dem von der Partie twitternden Probek (oder probek?) in besagter Hermann-Gerland-Arena, wo er Zeuge einer besonders eingeübten Choreographie auf dem Platz wird.

Und so wie in der Stadt das Maggi Kochstudio nur einen Steinwurf vom altehrwürdigen Isartor entfernt liegt, so weiß auch das altehrwürdige Stadion mit einer Neuheit zu glänzen: sie kommt von links herangerauscht und heißt Sebastian „Heidi“ Heidinger. Sensationell, wie der den Abstauber zum Siegtreffer einnetzt und gleich zur Fankurve durchrennt. Sensationell deshalb, weil der Bewegungsablauf vom Ansetzen des Sprints bis zum Erreichen des Zaun so flüssig vonstatten geht, dass man den Eindruck gewinnen kann, der Heidi habe diese Aktion exakt so geplant, und den Ball unterwegs nur nebenbei rein gemacht, weil er ihm grad zufällig in den Weg rollt. Zu seinem allerersten Pflichtspieltor für Fortuna überhaupt. Dazu und zur gelungenen Performance, die einem schönen Ausflug die Krone aufsetzt, sag ich Glückwunsch und herzlichen Dank. Und noch die Liebeserklärung des Kapitäns oben drauf. Andreas Lambertz nach dem Spiel über den Torschützen: „Der Heidinger hat einen Pfeil im Arsch, so schnell ist der.“

Und jetzt wieder hin zum gesamten Reise- und Fußballbericht vom Original-janus. Zu schlechter Letzt erwähnt janus noch eine aktuelle Aktion bei der Fortuna, die das Ziel hat, mindestens 25.000 Zuschauer in die noch LTU-, bald Esprit-Arena zu bewegen. Einer dieser dann evtl. über 25.000 Zuschauer kenn ich wohl schon, sie wird ebenfalls zu diesem Spiel am Rhein erwartet. Man darf gespannt sein, was sich die beiden später im Netz von dieser Partie zu erzählen haben werden.

2 Kommentare

Pro Fußball

Nachdem mir eindrucksvoll, ich möchte geradezu sagen: mitreißend bewiesen wurde, was man im Fußball alles so anstellen kann, wenn nur das nötige Geld vorhanden ist, bin ich ab sofort zu 100% für die 2 Euro Zwangsgebühr, die Uli Hoeneß für die Bundesliga von jedem Bundesbürger (oder Haushalt? — egal) forderte. Wo muss ich unterschreiben?

Im Gegenzug fordere ich a) die übrigen 15,85 Euro zurück für Programm, welches ich abgesehen von dann und wann mal Verkehrsnachrichten oder Samstagnachmittagsliveübertragungen ohnehin nicht nutze und b), dass das Geld nur bei jenen landet, die auch ansehnlichen Fußball spielen. Erfolg und Schönheit schließen sich offensichtlich entgegen landläufiger Meinung nicht aus.

Hatten wir jahrelang daran zu kauen, dass man wahlweise die „kontrollierte Offensive“ oder aber die „offensive Kontrolle“ predigte, während man als Zuschauer dann bitteres Wasser aus den Fässern von Schiffen, die vor Madagaskar lagen, trinken musste, ist seit heute klar:

Das Geschwätz war alles Mumpitz. Lange Jahre unserer Fußballbegeisterung sind wir hinters allzu dunkle Licht geführt worden. Man muss nicht ein 1:0 er-verteidigen, man muss gar nicht nach einem 2:0 aufhören, den Gegner weiter zu zermalmen, wenn man will und man kann, dann kann man auch und dann tut man es auch.

Diese Brillianz, wie nur zwei wenige Menschen einer Horde von Verteidigern selbst im Fünfmeterraum (!) noch den Ball durch die Nase (und wieder zurück) ziehen, hat man so schon immer erträumt, aber selten gesehen.

6 Kommentare

11 Freunde sollt ihr sein

— oder besser noch ein paar mehr [Link leider tot].

Probek zum Thema Blogger-Verbund, der längst überfällig ist.

2 Kommentare

Der Duft von Zirkus-Pony-Scheiße

Manchmal wohnt auch meinem Weggehen ein Zauber inne. Das ist dann, wenn in der Nähe dessen, wo ich schlafe, ein Wanderzirkus zu Hause ist. Natürlich ist das hier, wo ich quasi in der Innenstadt einer Halbmillionenstadt lebe, eher selten der Fall. Aber auch ich habe ein vorstädtisch geprägtes Zuhause, bei meinen Eltern, damals noch Mittelklasse (der Gesellschaft), wie es ein Golf II vorgab zu sein. Oder vielleicht ein Renault 19. Anderenfalls hätte es wahrscheinlich ohnehin nie bis zum Internet gereicht, oder wenn, dann nicht bis zum Schreiben im Internet (mit Orthographie), sondern nur zum proffessionellen („ein Proffi durch und durch“) Minesweeper-Spieler, der später dann aufgrund seiner Tätigkeit und der Preisgelder, die hier nein, dort aber ja ausgezahlt werden, nach Südkorea hätte auswandern müssen. Natürlich war das alles nie wirklich ernst gemeint, kein Mensch erwartet von seinem Leben, profihafter Minesweeper-Spieler zu werden.

Das konnte ich damals, als mir zum ersten Mal eine Email-Adresse von einer Uni zugeteilt wurde, aber noch nicht ahnen.

Die Zirkusse standen dann oft neben unserem eigentlichen Spielfeld. Es war schön anzusehen, das Zirkuszelt, zumindest, sofern man farbenblind war. Rot-Blau, sind Zirkuszelte für gemeinhin (und nein, das erste Komma ist nicht falsch). Rot-Blau sind sie, während ihre Kassenhäuschen (und auch die ohne u) immer kleiner werden. Irgendwann sind sie so klein, dass sie nur noch neben Fußballplätzen gastieren, auch wenn sie in einer großen Stadt Gast-Haltestelle machen.

Und wenn sie dann dort rumstehen, stinkt alles im Umkreis einer direkten Atombombeneinwirkungsgrafik nach Eselspisse und nach Zirkusponys. Manchmal duftet es auch nach Scheiße. Das ist dann, obwohl der eigene Verein fast pleite ist und dank der neuen Anstoßzeiten nicht mal mehr wöchentlich eine Putzfrau bezahlen kann, aber nicht den mangelnden Aufräum- und Abzieharbeiten im naheliegenden Verein geschuldet, sondern dem Zirkus und seinen Ponys.

Wenn es dann so nach Ponyscheiße duftet und der Duft durch alle Ritzen wabert, damit auch die entlegenst gelegenen Kinderchen den Duft des Zirkus wahrnehmen und dort hinströmen wollen, woraufhin sie ihre Eltern terrorisieren, dass sie unbedingt dort hinwollen, dann duftet es immer auch ein bisschen nach Versagen. Man wurde kein großer Zirkus. Nicht fürs Fernsehen. Nicht fürs Radio. Nicht mal die örtliche Presse berichtet freiwillig, wenn man in der eigenen Vorstadt auftaucht, ja, man muss, obwohl doch ein Zirkus, geradezu darum betteln und schon Tage vorher Boten in die Stadt des nächsten Auftritts schicken, auf dass man dort in Bäckereien und Friseurinnenstuben ein Plakat aufhängen dürfe, dass jemand käme. Man hat es nicht weit gebracht. Man wollte immer ganz groß werden, aber dann sitzt man wieder da und in jedem Vorort sind es wieder nur die Kinder und niemals Thomas Gottschalk oder Frank Elstner, die im Publikum sitzen.

Und wenn es dann wieder nach Ponyscheiße riecht, in der Vorstadt, dann denk ich immer an Schalke 04.

Einen Kommentar hinterlassen

Färöer, der Fünfte

Wales tritt aus historischen Gründen genauso wie Nordirland und Schottland mit einem eigenen Team an, obwohl Wales kein Land ist. Das ist dem Fußball-Liebhaber so geläufig wie dass man atmen muss, will man leben. Heute gesellt sich ein Fünfter dazu, für den diese Ausnahmeregelung von Artikel 5 gilt, nach welchem lediglich eigenständige Länder Mitglied der UEFA werden können:

Artikel 5 gilt nicht für die folgenden Mitgliedsverbände: England, Schottland, Nordirland, Wales, Färöer-Inseln.

Färöer gehört politisch zu Dänemark, ist dort aber „gleichberechtige Nation“ innerhalb des Königreiches Dänemark. Also eine Nation, ein Land, und somit wäre eine Ausnahme für Färöer gar nicht nötig. Warum aber tritt trotzdem Färöer in dieser Liste der Ausnahmeregelungen auf?

10 Kommentare

Sonar, Lidar, Radar

Es ist Einiges angefallen in letzter Zeit, was nachgetragen werden muss, weil es zu seiner Zeit keine davon gab:

Probek hatte die schöne Idee, die geballte Fußballkompetenz der zu diesem Thema Schreibenden eine gemeinsame Rangliste erstellen zu lassen. Ranglisten, ob nun computergeneriert oder von Menschenverstand, sind so sinnvoll wie jede Sendung mit JBK, weder kann man anhand dieser Ergebnisse vorhersagen noch haben sie irgendeinen Wert, der dessen, was eigentlich im Fußball zählt, gleichkäme, Titeln nämlich.

Aber unterhaltsam sind sie dennoch.

Und weil ich so ein ausgewiesener Experte des europäischen Clubfußballs bin — besonders in der finnischen, der andorranischen und der rumänischen Liga bin ich zu Hause — habe ich teilgenommen und meine mehr oder minder willkürliche Einschätzung der Spielstärken aller europäischer Vereine abgegeben, bzw. eingeschätzt, welche aus dieser schier unüberschaubaren Menge die zehn Besten sind. Meine eigene Mannschaft habe ich getreu dem Motto, dass man sich niemals selbst wählen sollte, außen vor gelassen, und so kam bei mir natürlich nur ein verfälschtes Bild heraus. Das ist aber nicht allzu tragisch, denn die übrigen 29 Mitstreiter werden meine verfälschte Sicht mit ihrer eigenen verfälschten Sicht schon ausreichend korrigiert haben. Von mir also folgende, vollkommen an den Haaren herbeigezogene Einstufung für den Monat März des Jahres 2009:

1. Manchester United
2. FC Liverpool
3. FC Barcelona
4. Chelsea
5. Arsenal
6. FC Bayern München
7. Real Madrid
8. Olympique Lyon
9. Hertha BSC Berlin
10. Aston Villa

Anderen Amateuren wie meinem einem sei ans Fußballherz gelegt, dass wohl jeder, der Teilhabe an dieser Liste begehrt, auch Einlass finden wird, die Aufnahmekriterien sind so schwammig formuliert wie die Kriterien für passives Abseits. Da Kinder für gewöhnlich einen Namen brauchen, ging Probek mit einigen Vorschlägen vor die Tür, darunter so abschreckende Ungetümer wie „Kraftliste“ und ähnlicher Senf, herein kam er aber mit einer gelungenen Variante, die noch dazu den Vorteil in sich birgt, demnächst, wenn die Liste auf andere europäische Länder und deren Blogbetreiber ausgeweitet wird, nicht geändert werden zu müssen, weil sie international verständlich ist:

Europäisches Fußballradar.

Radar, das ist klar, bedeutet Radio Detection And Range, womit eine vortreffliche Bezeichnung für diese Liste existiert.

Meine werten Mitschreiber einigten sich insgesamt dann auf folgende Gesamtliste, die naturgemäß nicht weit von meiner abweicht, einzig Aston Villa wollte sonst niemand in dieser Liste sehen:

1. Manchester United
2. FC Liverpool
2. FC Barcelona
4. Chelsea
5. FC Bayern München
6. Arsenal
7. Inter Mailand
8. Real Madrid
9. Juventus
10. AC Mailand

Wer sich diese Liste im einzelnen und im Gesamten anschauen möchte, der begebe sich zu diesem Beitrag [Link leider tot] auf der Seite von probek, dessen Arbeit hoffentlich Kontinuität beweisen und Blogschreiber in anderen Ländern begeistern wird, auf dass wir demnächst die erste paneuropäische Fußballbloggeraktion an den Start gebracht haben werden.

4 Kommentare

Und überall Konvertiten

Seit ich in der Church of the Flying Spaghetti Monster bin, esse ich vor jedem Spiel einen Teller Kartoffeln. Ohne Soße. Ziemlich trocken. Muss aber sein, weil Fußball so viel mit Religion zu tun hat:

Dazu gehört die Abkehr von einem Ritual. Beim Betreten des Rasens sprang Ebert von einem Bein auf das andere, mit den Händen deutete er das Säubern des Gesichts an. Beides vollführte er in Anlehnung an den islamischen Glauben.

Zum neuen Ebert gehört aber vor allem, dass Patty doch nicht Moslem wird. Er bleibt Christ. „Ich habe mich intensiv mit dem Islam beschäftigt, mich nach langen Gesprächen mit der Familie aber entschieden, doch nicht zu konvertieren und beim christlichen Glauben zu bleiben“, verriet Ebert.

Nach aktuellen Geburtstagsfeiern mit kleinerem Alkoholkonsümchen drängt sich jedoch eher des Eberts Pattys Lust an Selbigem als maßgeblich bei der Entscheidung, Christ zu bleiben, auf.

* „Patty“, das werden seltene Leser von Sportteilen nicht wissen, ist hier der gewisse „Ebert“, der auch zu Beginn des Zitates erwähnt wird. Und nein, es wird auch dann nicht erträglicher, wenn man sich schon hundert Mal drüber geärgert hat, wie Sprache hier verhunzt wird. Die Wohlfühlen-Wochen sind vorbei. Genörgelt wird trotzdem nur noch in Fußnoten.

3 Kommentare

Der Ronaldo ist rund

Das „Pummelinho“, wie er einst von JBK tituliert wurde, stapft gerne in Jan Ullrichs Spuren, das weiß man ja schon länger. Wenn er rastet, dann rostet er nicht, legt aber ordentlich auf den Rippen zu. Nun sind endlich auch Zahlen bekannt geworden von dem Manne, der immer noch die WM-Torjägerwertung mit einem Treffer vor Gerd Müller anführt und theoretisch auch noch an seiner fünften WM 2010 in Südafrika teilnehmen und dort seine Position weiter ausbauen könnte:

11kg nahm er in der aktuell letzten Verletzungsphase zu.

Normale Menschen würde man bei einer solch enormen Gewichtszunahme in so kurzer Zeit zum Arzt schicken und sie auf Depressionen, Drogenmissbrauch oder Schilddrüsenstörung untersuchen lassen, doch „il fenomeno“ ist nun mal Teilzeit-Leistungssportler (und somit ohnehin jeden Tag beim Arzt). Da kommt bei Abebben der Trainingsaktivität eben ein solch dickes Stück Bauchfleisch heraus, das für eine ganze Fußballmannschaft beim Grillabend reichte.

8kg dieser 11 soll er angeblich schon wieder verloren haben, Augenzeugen seines Trainings und seiner Auftritte bei Spielen müssen daran aber berechtigte Zweifel haben. Immerhin gibt es Hoffnung für alle nicht ganz austrainierten Amateurfußballer: Auch mit mehr als nur ein paar Gramm zu viel kann man noch in einem Profikader etwas reißen.

Freuen dürfen wir uns auch auf die Zeit nach seinem endgültigen Karriere-Ende, wenn er nicht mehr in Jan Ullrichs, sondern in Diego Maradonas Fußstapfen treten wird. Da werden wir uns an 11kg als kleinen Klacks erinnern, der wie ein bescheidenes Dessert wirkt.

7 Kommentare

Janus in der Stadt der Wunder

Es ist mal wieder so weit, der Mann, der aufgrund seiner Verbundenheit zu Fortuna Düsseldorf inzwischen auch die entlegensten Winkel der Republik kennt, janus, berichtet von seinen Reisen und erlebt dabei einige Wunder auf und neben dem Platz:

Zunächst traten wir die Reise bereits am Freitag Vormittag an und rauschten ohne Aufenthalt durch bis zu einer Pause an der Raststätte Jura West in Velburg. Klingt jetzt nicht besonders dolle, hat aber schon eine 9er-Postleitzahl und ist somit Bayern. Dort überraschten die Toiletten. Nicht dass ich an deutschen Raststätten-Toiletten im Laufe der Jahrzehnte noch irgendetwas überraschend finden würde – vielmehr war es die doch eher ungewöhnliche Space-Trance-Musik, die dort aus den Lautsprechern erschallte, die mich zu heftigem Stirnrunzeln veranlasste. Man lief bei diesem Gedudel nämlich akut Gefahr, am Urinal stehend einzupennen. So etwas habe ich noch nicht gehört, und ich warte nunmehr auf die ersten Toiletten mit Walgesängen.

Damit aber nicht genug, gab es während der Reise nach Regensburg noch so einiges Anderes zu erleben, was nur durch höheren Beistand erklärt werden kann:

Da zeigte man uns nämlich, dass man in dieser Stadt auch aus den alltäglichen Dingen des Lebens gar Wundersames zu schöpfen vermag: nämlich wie man ohne eigene Torchance in der 2. Halbzeit ein Tor erzielen kann, wenn auch unter der gütigen Mithilfe unseres Keepers. Michael Melka hatte eine Flanke sicher abgefangen und eilte mit dem Ball in der Hand nach vorne zur Strafraumgrenze, um mit einem seiner bekannt weiten Abschläge Olivier Caillas ins Szene zu setzen, der in der gegnerischen Hälfte so ziemlich alleine stand. Und da Melkas Blick schon in die Ferne auf Caillas gerichtet war, übersah er das bzw. den Naheliegenden: Beim Abschlag ballerte Melka den einen halben Meter vor ihm postierten Regensburger Dennis Grassow den Ball versehentlich an den verlängerten Rücken. Und in jedem anderen Stadion hätte es vielleicht ein wenig Verwirrung im Strafraum gegeben, mehr nicht. Aber hier, in der Stadt mit dem großen klerikalen Hintergrund und den fast schon metaphysischen Erfindungen der Deutschen Bahn – hier flog das Leder schnurstracks ins Netz, und zwar ohne zuvor nochmals den Boden zu berühren. Bedarf es eines weiteren Beweises, dass es sich bei Regensburg um die Stadt der Wunder handeln muss?

Und wer das Tor nicht bereits in Arnd Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs gesehen hat, dem kann hier geholfen werden:

Und danach dann ab zu janus‘ wie immer wesentlich längerem Bericht über Wunder, sächsischen Beton und Pleiten zu Karneval.

2 Kommentare