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Kategorie: WM 2006 – Odyssee im Deutschland

Eine Reise durch ein verrücktes Land

Jurgen Klinsmann

Weil der Nachfolger von Eriksson als englischer Nationaltrainer schon feststeht, geht den Medien auf der Insel der Stoff aus. Da muss man schon mal über die Nordsee schauen, um seinen Senf zu dort relevanten Themen abzugeben (Umfrage der Onlineausgabe des Guardian):

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Beim nächsten Mal dann bitte mit Umlaut.

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Wir sind nur ein Leidensdebütant

Da ich nicht zu den Profiteuren des dotcom-Booms oder zur Sorte der Menschen mit schnurgeradem Lebenslauf gehöre, wären mir die 650 Euro, die ein Bekannter von mir für das Halbfinalticket eine Stunde vor Anpfiff aufbrachte, ohnehin zu viel gewesen. Vor Ort sein wollte ich aber trotzdem und weil ich so viele Freunde habe, fuhr ich erstmal alleine mit dem RE von Duisburg nach Dortmund. Erinnerungen an die Bahnfahrt vor der Partie Schweden — Trindidad & Tobago ließen mich zu dem Entschluss kommen, dass ich gar nicht früh genug losfahren könne, doch auch hier hatte ich wieder die Rechnung ohne Mehrwertsteuer gemacht: alle anderen dachten wohl genauso und so saß ich erneut in einem proppevollen Zug nach Dortmund, obwohl ich 5 Stunden vor Anpfiff losfuhr. Schnell noch den bei der Telekom gewonnen Fußball im Schließfach verstaut und ab in die Sauna namens Bahn.

Diesmal war die Stimmung noch besser als vor dem Schwedenspiel: Schließlich waren fast alle an Bord für Deutschland und so sang der ganze Waggon trotz geschätzten 50°C ohne die Möglichkeit, ein Fenster zu öffnen, die zurzeit beliebten Sprüche von den „Pizzalieferanten“, von „Lu-lu-lu, Lukas Podolski“, von „Berlin“ und dass man da demnächst hinfahren wolle sowie von „Superdeutschland“, was ich vorher noch nie gehört hatte und mich ein bißchen an Werbung für Burger erinnerte. Das hier ist nicht einfach ein Deutschland, nein, es ist ein Deutschland mit doppelt Käse und mit extrascharfer Sauce.

Hätte man einen Burger bei sich geführt, wäre der allerdings bei Ankunft doppelt gegrillt gewesen und dieses Bild zeigt, wie die Inhalte der Waggons sich in den Bahnhof ergießen.

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Ja, ergießen, schließlich waren alle Mitfahrenden inzwischen in den flüssigen Aggregatzustand übergegangen. Jeder kennt diese komischen Furchen, die man an den Fingern bekommt, wenn man länger schwimmenderweise im Wasser verweilt. So sah meine Hand nach der Fahrt aus, ohne dass ich an diesem Tag schwimmen gegangen wäre:

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Böse Zungen behaupten, dass ich einfach so viel Bier verschüttet hätte, so dass diese Furchen entstanden. Dem war aber nicht so, obwohl ich von allen Seiten und glücklicherweise auch von einem mit Kühltasche ausgestatteten Mitfahrer Bier angeboten bekam. Vor mir im Zug standen zwei dieser wenigen Leute, die Sponsorenkarten hatten. Sie waren nämlich Mitarbeiter von Oddset und erzählten, dass sie auch schon Karten fürs Eröffnungsspiel gehabt hätten. Offensichtlich mit guter Nase dafür ausgestattet, dass sie nicht noch weiter protzen sollten, wofür sie sonst noch alles Eintrittskarten bekommen hatten, fingen sie schnell an, ihre optimistischen Tipps für das kommende Spiel zu verbreiten. Mit 2:0 lagen sie im Ergebnis richtig, in der Tendenz leider nicht.

Am Bahnhofsvorplatz bot sich das mir schon bekannte Bild mit der Stadionattrappe, diesmal natürlich gefüllt mit deutschen Fans:

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Und selbstredend war die Stimmung hervorragend, das ist wohl das Besondere an Länderspielen: Dass alle, deren Weg man kreuzt, für dieselbe Mannschaft sind. Italiener habe ich höchstens eine Handvoll gesehen, und denkt man an meine aufgeweichten Hände, könnten es vielleicht auch zwei glitschige Hände voll gewesen sein. Sie gingen jedenfalls unter in den Menschenmassen, die sich auf dem Vorplatz drängten.

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Dieses Etwas begegnete mir auf dem Weg zur U-Bahn. Was es war, was es sein sollte, erschloss sich mir nicht. Sehenswert war es allemal:

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Wahrscheinlich exerzierte dieser Mann nach vorherigem Konsum der FOTO-Zeitung ein Medizinmann-ähnliches Ritual an mir oder an Dortmund oder an der U-Bahn, auf dass die Italiener nur verlieren könnten an diesem Abend. Genauso wahrscheinlich hat er unter dieser Maske aber so geschwitzt, dass er die einzelnen Schritte dieses Rituals in der falschen Reihenfolge durchgeführt hat und was dabei rausgekommen ist, wissen wir ja alle.

Kommen wir noch mal zurück auf den erwähnten Bekannten, der tatsächlich eine Karte auf dem Schwarzmarkt erstand. Mit diesem Vorhaben war er an diesem Abend allein, wie dieses Bild zeigt:

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Andere hingegen wollten körperlichere Bedürfnisse befriedigen, hatten zur Not aber auch noch das Schildchen mit der „I need tickets“-Beschriftung zur Hand:

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Und wer zwar Karten, aber keine Arbeit hatte, konnte bei diesem Herrn fündig werden, so er auf der Suche nach einem Arbeitsplatz war:

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Der Text lautet: Biete Arbeitsplatz, suche/need Tickets

Nun müsste es hier eigentlich weitergehen mit der Beschreibung der Atmosphäre in der Westfalenhalle. Dort waren aber a) mein Blitz zu schlapp, um ordentliche Fotos zu machen, b) die Bierstände mit lächerlichen 3 Personen besetzt, die Horden von durstigen Menschen bewirten sollten, c) mein Hirn langsam im angespannten Tunnelblick-Modus, wie er mich des öfteren bei wichtigen Spielen der deutschen Mannschaft befällt und d) angesichts der Tatsache, dass die stadion-ähnliche Westfalenhalle 1 schon keinen Einlass mehr bot und wir (willfährige Mitstreiter fanden mich noch vor Anpfiff, obwohl die meiste Zeit kein Handynetz zur Verfügung stand) in der normalen Hallenarchitektur von Westfalenhalle 4 das Spiel schauten die Atmosphäre auch nicht so viel anders als an allen öffentlichen Orten in Superdeutschland an diesem Abend.

Den plötzlichen Tod haben wohl alle Leser, die hier reinschauen, selbst miterlebt und abgesehen davon, dass wir jetzt wissen, wie die Polen sich zwei Wochen vorher nach dem Spiel gefühlt haben, bleibt mir noch zu erwähnen, dass ich das 0:2 nicht mehr wirklich wahrnehmen konnte. Ich fiel nicht in Ohnmacht, aber es hatte durchaus etwas Schock-artiges, wie plötzlich die ganze Hoffnung in sich zusammenfiel und 120 Minuten des Mitfieberns ihr jähes Ende fanden. Ein wenig fühlte ich mich, als sei ich durch unzureichend dosierte Vollnarkose mitten auf dem OP-Tisch bei offenem Herzen aufgewacht und sah von da aus, wie das 0:2 fiel.

Die später folgenden fünfeinhalb Pommes für 1,80 Euro vermochten die so entstandene Leere nicht zu füllen, dafür hätte es schon mindestens eines richtig fetten Burgers bedurft. Der war aber in der vollbesetzten, totenstillen S-Bahn nach Hause nicht aufzutreiben und obwohl alle Anwesenden wiederum Superdeutschland-Fans waren, war keinem nach Unterhaltung und Gesprächen zumute.

Wie mag man sich da erst als Zuschauer im Stadion oder gar als Spieler auf dem Feld fühlen? Wir können es nur erahnen, auch wenn zumindest die aktiven Sportler unter den Lesern ähnliche Enttäuschungen schon einmal erlebt haben dürften. Da fieberte dann allerdings nicht die halbe Welt mit dem Ausgang dieser Partie mit. Wollen wir hoffen, dass das letzte Bild jenes Abends nur die Leere und die Trauer nach dieser Halbfinalniederlage ausdrückt und dass Samstag und Sonntag noch einmal die Freude und Ausgelassenheit, die Party-Atmosphäre und einfach das schöne Gefühl, eine gelungene WM verfolgt zu haben, überwiegen werden.

(Der letzte Satz kam leider nicht durch den Wort-zum-Sonntag-Filter, das Bild allerdings schon)

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500m sind nicht 500 Euro

500m werden mich gleich von dem Austragungsort des Halbfinales Deutschland — Italien trennen. Hätte ich 500 Euro über oder vielleicht das Doppelte, würden mich nur noch 5m vom Spielfeld trennen. So muss ich in der Westfalenhalle hoffen, dass wir keine 5 Halbzeiten sehen und wenn doch, dass es die deutschen 5 Schützen richten werden, damit wir/ich/sie am 5. Juli immer noch im Turnier sind. So langsam muss ja mal jemand die Brasilianer einholen, die 5 mal Weltmeister wurden. Übrigens hat Deutschland bislang 5 Spiele bei dieser WM gewonnen. Und schaue ich an meine Hand, so sehe ich: 5 Finger. Na, wenn das kein Omen ist!

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Sönke

Mit dem Erreichen des Halbfinals wird es auch wahrscheinlicher, dass Sönkes bislang knapp 50 Stunden Filmmaterial zu einem Kinofilm verwurstet werden werden und nicht im Mülleimer landen. Da bin ich froh, denn so kriegen wir noch mal die Schlägerei nach dem Elfmeterschießen gegen Argentinien aus der Perspektive der Beteiligten zu sehen.

Auch wenn’s dann wahrscheinlich nicht mehr so brennend interessiert wie jetzt.

Im Moment ist noch in der Schwebe, wie die FIFA über Frings urteilen wird, im Gegensatz zu Mertesackers Weichteilen, die offensichtlich keinen größeren Schaden genommen haben.

Wie aber ausgerechnet Gute-Leute-Sohn Oliver Bierhoff sich ins Getümmel warf, um seine Spieler zu schützen, ringt mir Respekt ab. Ist aber wahrscheinlich ohnehin gut versichert, der Bengel mit der adretten Frisur.

Dass man auch mit 60 noch topfit sein kann, bewies Teamarzt Dr. Müller-Wohlfahrt mit seinem Sprint zum sich balgenden Knäuel. Kein Wunder bei ihm, wahrscheinlich nutzt er seine eigenen Wundermittel.

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Mehr über den geschäftstüchtigen Münchner Arzt gibt es bei der ZEIT.

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Der Countdown läuft

Leider zieht die Redaktion gerade um, sonst würden wir den Countdown im WM-Special kurzfristig umstellen vom Zeitpunkt des Finalanstoßes auf den Zeitpunkt des Urteils für Torsten Frings. Ein Umzug im Sommer ist übrigens eine besonderes Vergnügen.

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Catch as catch can

Wenn sich erwachsene Männer (man achte besonders auf den Herrn mit Krawatte unten links) aufführen wie die Kindergartenkinder, denen man das Förmchen weggenommen hat, dann weiß man: man ist im Fußballstadion.

Wie schön, dass der gute alte Brauch von den Prügeleien inzwischen auch beim Fußball wie beim Eishockey oder Rugby von den Rängen aufs Spielfeld verlegt worden ist.

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Von den Vorteilen der Videoüberwachung

Youri Djorkaeff, Weltmeisterspieler 1998 mit Frankreich, ist immer noch als Fußballer aktiv, und zwar bei Red Bull New York (den ehemaligen Metro Stars New York). Weil Fußball in den USA aber nie so richtig Fuß gefasst hat, hat er natürlich Sehnsucht nach richtigem Fußball, ergo der WM in Deutschland.

Also ließ er sich flugs bei seinem Arbeitgeber wegen angeblicher „großer familiärer Probleme“ entschuldigen, reiste nach Deutschland, setzte sich ins Stadion und wurde prompt dabei von den Fernsehkameras eingefangen [Link leider tot].

Weltmeistersein schützt vor Torheit nicht.

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12 yards sind für manchen schon zu viel

Um es noch mal klar zu sagen: ein Elfmeter wird nicht aus elf Metern Entfernung geschossen. 1 yard sind 91,44cm, womit 12 yards genau 10,97m sind. In England heißt ein Strafstoß ohnehin penalty (in der Schweiz übrigens auch) und nicht „12 yards“ oder dergleichen.

Inzwischen gibt es in England Bestrebungen, den penalty gänzlich abzuschaffen. Der einzige, der heute für England aus 12 yards traf, war mit Owen Hargreaves ein Engländer light, der in Kanada geboren ist und in München das Fußball Spielen gelernt hat. Alle Insel-Engländer verschossen. 12 yards sind eben einfach zu weit entfernt vom Tor für den einen oder anderen.

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Uli Stielike bleibt einsam

Uli Stielike, der Mann mit den schrecklichsten Sakkos der deutschen Werbefernseh-Geschichte, bleibt weiter ein einsamer Mann. Ob ihn seine Frau verlassen hat, weiß ich nicht. Nach dem vierten deutschen Elfmeterschießen bei einer WM bliebt er aber der einzige deutsche Spieler, der je einen Elfmeter bei einem WM-Elfmeterschießen verschossen hat.

Im Detail waren es die folgenden Spieler, die ihn so einsam wirken lassen:

2006 im Elfmeterschießen gegen Argentinien, 4:2

Oliver Neuville
Michael Ballack
Lukas Podolski
Tim Borowski

1990 im Elfmeterschießen gegen England, 4:3

Andreas Brehme
Lothar Matthäus
Karl-Heinz Riedle
Olaf Thon

1986 im Elfmeterschießen gegen Mexiko, 4:1

Klaus Allofs
Andreas Brehme
Lothar Matthäus
Pierre Littbarski

1982 im Elfmeterschießen gegen Frankreich, 5:4

Manfred Kaltz
Paul Breitner
Ulrich Stielike verschießt
Pierre Littbarski
Karl-Heinz Rummenigge
Horst Hrubesch

Vielleicht kommt im Halbfinale ein deutscher Spieler hinzu, um Stielike aus dieser Rolle zu erlösen, hoffen wollen wir es aber nicht.

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Ich bin allein auf diesem Planeten

Wo man hinschaut, alle fanden dieses Achtelfinale der Schweiz gegen die Ukraine langweilig, einschläfernd, fast eine Frechheit. Die neutralen — nehme ich an — Zuschauer in Köln pfiffen nach 45 und nach 90 Minuten, die Reporter (1. Halbzeit für mich: Béla Rèthy, 2. Halbzeit: Premiere-Hampelmann) überboten sich darin, das Spiel schlecht zu reden, bzw. es als schlecht einzustufen.

Der Guardian schreibt von einem „dull game“, Franz Beckenbauer und Josef Sepp Blatter langweilten sich auf der Tribüne so sehr, dass sie sogar vergaßen, dass sie sich nicht leiden können. In der Lokalität, in der ich das Spiel sah, war überhaupt keine Stimmung. Dieses Spiel wird zugegebenermaßen auch nicht in die Annalen der WM-Geschichte eingehen. Niemand (außer den Schweizern) wird sich in zwei Jahren noch an dieses Spiel erinnern, das ja angeblich so fürchterbar-grausam gewesen sein soll.

Ich aber sage (Jesajah, drittes Buch, vierter Vers): Im Gegensatz zum Spiel Portugal — Niederlande lief 120 Minuten lang der Ball flüssig, es gab kein Getrete und kein Gezerre, kein Zerpfeifen der Partie, es gab endlos lange, ununterbrochene Spielszenen, das Spiel wog hin und her, es gab zwei Lattentreffer und eine Reihe von großen Beinahe-Chancen, wir haben schöne kleine Tricks gesehen, gelungene Grätschen und ein Schweizer Publikum, das nicht müde wurde, seine Recken anzufeuern.

Wir haben Fußball gesehen, meine lieben Leute. Fußball ist so (ein Klugscheißersternchen für mich). Und ich bin froh, dass ich dieses Spiel sehen konnte, in voller Länge, mit einem eher unspektakulären Abschluss, aber mit einem Spielstand, der 120 Minuten lang alles für beide Seiten offen ließ. Ich möchte Spielszenen sehen, wie steile Pässe den berühmten Rudi-Völlerschen-Tick zu lang sind, wie im Mittelfeld auf engstem Raum kombiniert wird und wie an der Eckfahne im Eins-gegen-Drei versucht wird, den Einwurf für die eigene Mannschaft herauszuholen. Ich möchte sehen, wie sich das Spiel auf nur 50 Metern um den Mittelkreis herumbewegt, mit welcher Präzision die Spieler Pässe quer über den Platz spielen, wie Annahmen mit der Brust direkt von zwei Gegenspielern abgegriffen werden und wie ein Spiel davon lebt, dass es hier für beide Mannschaften um alles geht, die Spannung bis zur 120. Minute nicht aufgelöst wird.

Ihr wollt Tore sehen? Geht zum Handball. Das hier ist Fußball.

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Ohne Holland fahrn wir nach Berlin

Naja, ob „wir“ nach Berlin fahren, ist noch fraglich. Holland jedenfalls fährt nicht. Und offensichtlich habe ich mich hier wohl verhört. Es waren wohl doch die deutschen Zuschauer dieses Spiels, die die Überschrift dieses Eintrags gesungen haben. Hatte mich auch gewundert, wie akzentfrei das alles klang.

Immerhin sind die Holländer in einem Spiel ausgeschieden, das WM-Geschichte geschrieben hat: Zum ersten Mal gab es in einem WM-Spiel vier Platzverweise.

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Zu blöd

Manche Spieler sind einfach zu blöd, die (neuen) Regeln des Spiels zu kennen. Die bei dieser WM neuen Anweisungen könnte man auf weniger als einer halben DIN-A-4-Seite zusammenfassen. Selbst dafür ist bei manchen aber der Arbeitsspeicher nicht groß genug.

Deco fliegt gerade im Spiel Portugal — Niederlande mit Gelb-Rot vom Platz, weil er nach einer Schiedsrichterentscheidung für die Niederlande den Ball noch in die Hand nimmt und dem den Freistoß ausführen wollenden Cocu vorenthält. Dass Cocu Deco dann niederringt, wäre zwar auch bestrafungswürdig, ist in dem Fall aber nicht das Thema.

Wenn doch jeder vor der WM lesen kann, dass solche Aktionen wie die von Deco zwangsläufig mit Gelb bestraft werden, warum macht er dann sowas trotzdem noch? Angesichts der Verhältnisse ist diese Aktion für sich schon Gelb-Rot-würdig gewesen: Eine gelbe Karte fürs Zeitspiel und eine gelbe Karte für extreme Dummheit.

Viel Spaß unter der Dusche, Deco.

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Allemagne: six points

Und weil die Gruppenphase jetzt vorbei ist, werfen wir einen Blick auf die Vorrundentabellen, wie sie nach der Zwei-Punkte-Regel ausgesehen hätten und fragen uns, ob dann eventuell andere Mannschaften weitergekommen wären:

Gruppe A

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Deutschland 8:2 +6 6-0
2. Ekuador 5:3 +2 4-2
3. Polen 2:4 -2 2-4
4. Costa Rica 3:9 -6 0-6

Gruppe B

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. England 5:2 +3 5-1
2. Schweden 3:2 +1 4-2
3. Paraguay 2:2 0 2-4
4. Trinidad & Tobago 0:4 -4 1-5

Gruppe C

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Argentinien 8:1 +7 5-1
2. Niederlande 3:1 +2 5-1
3. Elfenbeinküste 5:6 -1 2-4
4. Serbien-Montenegro 2:10 -8 0-6

Gruppe D

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Portugal 5:1 +4 6-0
2. Mexiko 4:3 +1 3-3
3. Angola 1:2 -1 2-4
4. Iran 3:6 -3 1-5

Gruppe E

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Italien 5:1 +4 5-1
2. Ghana 4:3 +1 4-2
3. Tschechien 3:4 -1 2-4
4. USA 2:6 -4 1-5

Gruppe F

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Brasilien 7:1 +6 6-0
2. Australien 5:5 0 3-3
3. Kroatien 2:3 -1 2-4
4. Japan 2:7 -5 1-5

Gruppe G

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Schweiz 4:0 +4 5-1
2. Frankreich 3:1 +2 4-2
3. Südkorea 3:4 -1 3-3
4. Togo 1:6 -5 0-6

Gruppe H

Pl. Nation Tore Diff. Pkt.
1. Spanien 8:1 +7 6-0
2. Ukraine 5:4 +1 4-2
3. Tunesien 3:7 -4 1-5
4. Saudi-Arabien 2:7 -5 1-5

Und the winner is: nö, keiner. Es wären keine anderen Mannschaften weitergekommen. Tja, ganz schön viel Scrollerei für so eine dürftige Information, woll?

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