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Schlagwort: Deutschland

Alles hat eine Wurst, nur das Ende zwei

Ich bin untröstlich. Ich bin untröstlich.

Seit 1994 habe ich kein Spiel der deutschen Nationalmannschaft verpasst. (Das letzte verpasste war das 3:2 gegen Belgien im Achtelfinale der WM 1994, Rudi Völler, you know. Verpasst wegen Liebe, Herzschmerz und Klimbim, jedenfalls saß ich in einem Bus nach Paris (dazu später in einem anderen Beitrag mehr)).

Gestern habe ich nach langem Ausgehen das Spiel verpennt. Eine Katastrophe! Da nützt auch die beste Videoaufzeichnung nix.

Meine Serie ist kaputt. Ich gehe auf den Balkon, zum Weinen. Ich fühle mich wie Toni Schumacher nach der Veröffentlichung von „Anpfiff“ oder wie Sepp Maier nach seinem Autounfall, beides zwei Ereignisse, die solcherlei Serien abrupt und ungewollt beendeten.

Untröstlich.

Es fühlt sich an, als sei meine Identität ausgelöscht. Was sie nicht ist, ich weiß. Aber es fühlt sich so an. Und mit ausgelöschter Identität ist schlecht leben.

Vegetative Funktionen funktionieren wie eh und je, doch das soziale und auch integriert gedingste Ich ist kaputt.

Wenn man aufwacht und alles ist plötzlich anders, dann wäre man vielleicht lieber nicht aufgewacht.

2:1 für Deutschland, 0:1 für mich.

Abpfiff.

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WM-Austragung in Gefahr

Es mehren sich die Zeichen der Ausländerfeindlichkeit. In bestimmte Regionen traut sich kein Ausländer mehr hin. Letztens wurden wieder Hetzjagden veranstaltet, Häuser angezündet und Ausländer in den Tod getrieben. Ein nicht geringer Teil der Bevölkerung solidarisiert sich mit dieser gewaltsamen Atmosphäre Fremden gegenüber, nur wenige trauen sich zwar, das offen auszusprechen, doch auch die hier eher gering ausgeprägte Mittelschicht findet es „gut“, dass man die Ausländer vertreibt. Offiziell will die Regierung von No-Go-Areas nichts wissen, hinter vorgehaltener Hand bestreitet aber niemand, dass ein Schritt in den falschen Stadtteil für einen Ausländer der letzte sein könnte.

Noch schlimmer: Die spärlichen Maßnahmen der Regierung gegen diesen offen dargebotenen Ausländerhass zeigen kaum Wirkung. Ein paar auf verlorenem Posten stehende Agitanten gegen das Brodeln der Menge könnten ineffektiver kaum sein, die politische Erziehung ist auch aufgrund der großen Bildungsferne bestimmter Bevölkerungsschichten gescheitert, ein Ende der ausländerfeindlichen Pogrome nicht abzusehen.

Selbstverständlich wacht die FIFA mit Argusaugen über die Ereignisse im Austragungsland ihres größten Goldesels: das WM-Turnier. Lynchaktionen, wie es sie immer wieder zu sehen gibt, wären schlecht fürs Image. Zudem würden in ein Land, in dem man sich nicht sicher fühlen kann, deutlich weniger Zuschauer reisen, als es sonst bei Weltmeisterschaften üblich ist. Verständlich, dass die FIFA nun Überlegungen anstellt, Deutschland die Austragung der WM 2006 zu entziehen und in ein sichereres Land zu verlegen.

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Heute in Kalkutta: Farewell Oliver Kahn

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Schön, wenn man Verwandte, Bekannte und sonstige Menschen überall verstreut in der Welt hat. Da kann man dann auch mal auf etwas zugreifen, was ansonsten hierzulande wohl untergegangen wäre. Indien, der schlafende Riese im Fußball, mit 1,1 Mrd Menschen bevölkerungsmäßig nur unwesentlich kleiner als China, dafür im Durchschnitt aber ein wenig besser erzogen, ist der Ort, an dem Oliver Kahn tatsächlich sein letztes Spiel als Profi des FC Bayern München ausgetragen hat. 3:0, leider kein selbst erzieltes Tor.

Nur 1.000 indische Rupien kostete es, einer der 120.000 Zuschauer in diesem letzten Spiel der asiatischen Torwartlegende zu sein. Mit 120.000 Zuschauern Fassungsvermögen ist Oliver Kahn das Stadion in Kalkutta das zweitgrößte der Welt. Das größte steht in Pjöngjang, Nordkorea, und fasst 150.000 Zuschauer, sieht man mal von dieser komischen Konstruktion in der Nähe von Prag ab, die über 200.000 Zuschauer fasst, mit ihren Ausmaßen aber auch nicht mehr als Stadion, sondern eher als Truppenaufmarschplatz betrachtet werden darf.

Richtig ernsthaft Fußball gespielt wurde hier nicht, das war vorher klar. Die EM-Teilnehmer waren zwangsläufig nicht mehr dabei und das sind von den Bayern alleine für Deutschland mit Lukas Podolski, Miroslav Klose, Marcell Janssen, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger schon ein halbes Team, dazu noch für Frankreich Franck Ribéry und Willy Sagnol, für Italien Luca Toni sowie für die Türkei Hamit Altıntop. Insgesamt acht Stammkräfte und ein Willy fehlten also.

Da stellte sich die Frage, wer in Oliver Kahns letztem Spiel überhaupt für die Bayern auflaufen würde.
Karl-Heinz Rummenigge vielleicht, der ja immer noch ein bisschen fitter ist als der dicke Uli Hoeneß. 2006 konnte er jedenfalls noch laufen:

Oder Sepp Maier, falls er diese Abschiedstour überhaupt noch mitmachte. Die paar Schüsschen der fußballerisch seltsam gurkigen Inder hätte selbst der alte Sepp noch „mit der Mütze gefangen“, wie man früher auf so unglaublich lustige Art sagte. Falls Sepp nicht mochte oder nicht dabei war, hätte es ja noch Bernd Dreher gegeben, welcher noch bis vorletzten Samstag im offiziellen Kader der Bayern stand.

Jedenfalls lautete die Bayern-Aufstellung dann folgendermaßen:

Kahn (55. Rensing) – Schlottner, Breno, Ottl, Lell – Van Bommel, Zé Roberto (77. Kuru) – Sosa (46. Contento), Kroos (81. Pizarro), Bopp (70. Simari) – Schlaudraff

Schlottner, Contento, Bopp, Simari. Die ganz großen Jungs haben Oliver Kahn also die letzte Ehre erwiesen. Breno war so scharf darauf, den früh ausgewechselten Oliver noch unter der Dusche zu erwischen, dass er eine Tätlichkeit ins Spiel einfließen ließ, die ihm in der 84. Minute die Chance gab, einmal mit Oliver ganz alleine zu sein.

Oliver Kahn wurde nämlich — wie schon in seinem letzten Bundesligaspiel gegen Hertha BSC — gegen Michael Rensing ausgetauscht. Anders als die eigentlich als optischen Heulschutz gedachten schmucklosen paar Blumen damals, wurde ihm im Salt-Lake-Stadion ein mit 8.400 Diamanten besetzter Pokal überreicht. Verena Kern wird sich mehr gefreut haben als Olli himself, ob sie Bollywood-Fan ist, weiß man nicht, Kahn ist es sicher nicht.

Eine beeindruckende Kulisse, ein wenig beeindruckender Gegner, der selbst gegen die dritte Reihe der Bayern kein Bein auf den Boden bekommt und ein irgendwie seltsam anmutender Abschied Hitzfelds. Kahn, klar, der muss schon mal den Grundstein für zukünftig zu schröpfende Märkte legen, aber wie fremd wird sich der Lörracher Ottmar Hitzfeld bei seinem letzten Spiel in einem riesigen indischen Stadion vorgekommen sein?

Mehr Infos zum Gegner Mohun Bagan AC, dem ältesten Fußballclub Asiens, gab es schon vor dem Anpfiff bei der Süddeutschen [Link leider tot]. Berichte zum Spiel gibt es nun beim Spiegel und sicher auch anderswo.

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Eishockey in Algerien

Warum trägt man eigentlich eine Europameisterschaft — eins der beiden größten Fußballturniere der Welt — in einem Land aus, in dem außer von ein paar Amateuren gar kein Fußball gespielt wird?

Wie die Überschrift schon buchstabenzeigt, wird eine Eishockey-WM ja auch nicht in einem Land ausgetragen, in dem sich niemand für diesen Sport interessiert, geschweige denn, dass ihn jemand ausübt.

Wahrscheinlich war es Josef S. Blatters Wunsch, noch vor seinem baldigen Ableben ein Turnier direkt vor der Haustür zu erleben. Und da die Schweiz in diesen fußballerischen Zeiten alleine als Kandidat nicht in Frage kam, hat man eben diese Nuhr’schen Exoten dazugeholt.

Selbst die WM 1994 in den USA hatte dank der dort lebenden Iren, Italiener und Latinos eine gewisse Fußballatmosphäre zu bieten. Aber Österreich? Das ist ja wie Eishockey in Algerien, Cricket in Deutschland oder Hunderennen in Korea.

Wollen wir hoffen, dass die Österreicher sich ähnlich wie jene Koreaner wenigstens ein bisschen mit diesem Sport anfreunden, auch wenn sie keine Ahnung davon haben. Jubeln sollte man übrigens, wenn der Ball ins Netz geschossen wurde, nicht, wenn er übers Tor fliegt. Ist für Fans des österreichischen Teams aber auch nicht so wichtig, wird eh nicht passieren.

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Top-Favorit Deutschland

Um all diesem überflüssigen Unken bezüglich der EM-Bilanz der DFB-Auswahl seit 1996 mal etwas Handfestes entgegenzusetzen:

In den letzten 12 Jahren verlor die deutsche Nationalmannschaft im Schnitt nur alle 4 Jahre ein EM-Endrundenspiel.

So. Der sitzt.

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Eins der vielen, ultimativen EM-Quiz

Weil die letzten Fragespielchen hier teilweise doch nur für echte Experten und manche auch schon nach dem dritten Kommentar beendet waren, hat meine Redaktion heute beschlossen, dass wir uns wieder mehr dem typischen EM-Schauer-Publikum (was man so oder so verstehen kann) annähern sollen. Heute also zum Ankreuzen, eine Frage, bei der es schwer fällt, sich nicht verarscht zu fühlen, ganz, wie man es kennt. Zu gewinnen gibt es wie immer nix außer kostenlos ein Werbevideo für den neuen Tojota Motocrohla anschauen zu dürfen, von seinem eigenen GEZ-Geld:

Wer ist EM-Rekordsieger?

a) Deutschland oder
b) Legoland oder
c) Lummerland

Wer die Antwort weiß, muss einfach nur demnächst bei der Europameisterschaft vor dem Anpfiff oder in der Halbzeitpause einer Übertragung eines EM-Spiels einschalten, und schon kann er das Werbevideo für den s. o. kostenlos anschauen. Da sollte man sich über eine unterirdisch dumme Frage nicht ärgern. Man sollte sich überhaupt nie ärgern, über irgendetwas unterirdisch Dummes im Rahmen der Werbeaktionen um ein Fußballturnier. Wenn man es denn endlich schaffen würde.

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101

Schon immer wollte ich einen Beitrag mit diesem Titel schreiben, obwohl ich kein Fan von Depeche Mode bin. Trotzdem: Nun ist es endlich möglich, der FIFA-Coca-Cola-Weltrangliste sei großer, herzlicher Dank. So unnötig eine Weltrangliste von Fußballmannschaften, die nie zusammen in einer Liga spielen, auch ist: Heute gibt es wieder etwas Bemerkenswertes zu berichten.

Österreich, seines Zeichens Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2008 (hat da jemand „Euro“ gesagt?), befindet sich auf dem aufsteigenden Ast. Von Platz 102 jetzt auf Rang 101 in dieser famosen, aussagekräftigen Weltrangliste gestiegen, und da zweifle noch einer an den Chancen Österreichs in der Vorrundengruppe mit Polen, Kroatien und Deutschland. Polen auf 27, Kroatien auf 13 und Deutschland auf 5. Ein Klacks, sozusagen, für Österreich, diesen Rückstand — der ja gar keiner ist, weil die Weltrangliste nun mal nur ein Konstrukt ist, das nichts mit dem Spiel zu tun hat — aufzuholen. Selbst konstruierte Rückstände aufholen, das ist einfach.

Es ist bekannt, wir hatten das Thema der Weltranglistenplatzierung Österreichs hier schon einmal. Aber eine dreistellige Platzierung war es damals noch nicht, und dass Platz 101 jetzt eine Verbesserung zum Vormonat darstellt, ist auch schon wieder ein leichter bis mittlerer Skandal.

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Alle EM-Torschützenkönige von 1960 bis 2008

Die WM-Torschützenkönige sind ja weithin bekannt, Toto Schillaci, Miroslav Doofe, Gerd Müller, dieser alte, dicke Ronaldo und so weiter. Weiß ja jeder. Die EM-Torschützenkönige haben weitaus weniger Ruhm zu erwarten, wenn sie es werden. Das könnte daran liegen, dass bei einer WM immer großes Bohei (andernorts auch Ballyhoo genannt) um den Torschützenkönig gemacht wird, während bei einer EM eher Stillschweigen bis Ignoranz um diese Rolle herrscht. Hier also die Liste aller EM-Torschützenkönige, chrono- und anthropologisch:

1960 bei der EM in Frankreich:

Galic und Jerkovic für Jugoslawien, Heutte für Frankreich und Iwanow sowie Ponedjelnik für die UdSSR mit je 2 Toren.

1964 bei der EM in Spanien:

Pereda für Spanien und Novak für Ungarn mit je 2 Toren.

1968 bei der EM in Italien:

Dragan Dzajic für Jugoslawien mit 2 Toren.

1972 bei der EM in Belgien:

Gerd Müller für Deutschland mit 4 Toren.

1976 bei der EM in Jugoslawien:

Dieter Müller für Deutschland mit 4 Toren.

1980 bei der EM in Italien:

Klaus Allofs für Deutschland mit 3 Toren.

1984 bei der EM in Frankreich:

Michel Platini für Frankreich mit 9 Toren.

1988 bei der EM in Deutschland:

Marco van Basten für die Niederlande mit 5 Toren.

1992 bei der EM in Schweden:

Karl-Heinz Riedle für Deutschland, Henrik Larsen für Dänemark, Tomas Brolin für Schweden und Dennis Bergkamp für die Niederlande mit je 3 Toren.

1996 bei der EM in England:

Alan Shearer für England mit 6 Toren.

2000 bei der EM in Belgien und den Niederlanden:

Patrick Kluivert für die Niederlande und Savo Milosevic für Jugoslawien mit je 5 Toren.

2004 bei der EM in Portugal:

Milan Baros für Tschechien mit 5 Toren.

2008 bei der EM in Österreich und der Schweiz:

David Villa für Spanien mit 4 Toren.

Man sieht mal wieder, dass Michel Platini nicht nur damals, sondern auch im historischen Vergleich in einer eigenen Liga spielt(e). Beim EM-Turnier 1984 in Frankreich gab es anders als heutzutage noch kein Viertelfinale, womit Platini seine 9 Tore in nur 5 Partien (3 Vorrundenpartien, Halbfinale und Finale) erzielte, während alle Turniere ab 1996 inklusive Viertelfinale ausgetragen werden. Trotzdem erreichte als Höchstwert Alan Shearer gerade mal 6 Tore, die allerdings in 5 Spielen immer noch weit über dem liegen, was Stürmer und sonstige Fußballer zur Zeit an Torschnitt in Ligaspielen erreichen. 9 Tore in 5 Spielen werden allerdings auf lange Zeit unerreichbar bleiben.

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Nationalmannschaft der Blogger

Wir haben ja alle immer davon geträumt, es einmal nach ganz oben zu schaffen und bei einem großen Turnier mitzuspielen. Dafür müsste man in Deutschland allerdings knapp 6 Millionen andere Fußballer hinter sich lassen in Bezug auf Leistung, Ehrgeiz, charakterliche Eignung etc. pp.

Das gelingt den wenigsten, meistens ungefähr 23 Menschen pro Turnier, was eine ziemlich magere Quote ist: 23 von 6 Millionen sind so wenig, dass man fast schon besser Lotto spielen könnte.

Da diese Idee bzw. der Wunsch, an einem solchen Turnier teilzunehmen, weit verbreitet ist, und es ebenso weit verbreitet ist, es auf normalem Wege nicht zu schaffen, gibt es mittlerweile die Nationalmannschaft der Behinderten, die Nationalmannschaft der Köche, des Bundestags, der Künstler, der Literaten, der Journalisten und wie uns die Süddeutsche heute erzählt auch die Nationalmannschaft der Bürgermeister. Man sollte wohl eher jene Branchen aufzählen, die noch keine eigene Nationalmannschaft auf die Beine gestellt haben.

Da wir gerne mitspielen wollen würden, rufen wir heute die Nationalmannschaft der Blogger aus. Auch wenn ich kein Blogger bin, sondern irgendwas nicht näher definiertes Ähnliches, würde ich da gerne mitspielen. Jetzt bräuchten wir nur noch Gegner, möglichst so wenige, dass wir nicht erst noch durch eine Qualifikation müssten und trotzdem an einer EM spielen könnten.

Der dort interviewte Bürgermeister hat übrigens mit seinen 48 Lenzen schon 21 Tore in dieser Saison erzielt: in der Kreisliga A für den TuS Ober-/Unterhausen. Romario-eske oder, wer es lieber britisch mag, Sheringham-eske Zahlen. Ob es für den EM-Titel der Bürgermeister reicht, erfahren wir erst in Kürze, bis dahin sollten wir schon mal eine Aufstellung basteln.

Bewerbungen bitte entweder im Kummerkasten oder hier in den Kommentaren.

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Warum man auf keinen Fall der doppelten Verneinung nicht widerstehen sollte

Damit man nur noch Leser hat, die wirklich lesen und nicht scannen.

Mit den Realitäten ist es so wie mit dem schlechten Wetter beim Urlaub in Mazedonien. Man kann sagen, dass man das schlechte Wetter nicht mag, man kann auch beim nächsten Mal ein anderes Ziel suchen. Das Wetter in Mazedonien bleibt aber, wie es ist: schlecht.

Und so weiß ja jeder, der Jacob Nielsen kennt, dass man beim Publizieren im Netz unbedingt ein paar Geitleins beachten muss, weil die Leser es sonst nicht lesen und sich damit davon verabschieden, Leser zu sein. Sie sind dann nur noch Scanner.

Eine der Geitleins lautet, dass man die Schlüsselwörter besonders herausstellen soll. Ich habe das jetzt mal für den obigen Abschnitt hier gemacht:

Damit man nur noch Leser hat, die wirklich lesen und nicht scannen.

Mit den Realitäten ist es so wie mit dem schlechten Wetter beim Urlaub in Mazedonien. Man kann sagen, dass man das schlechte Wetter nicht mag, man kann auch beim nächsten Mal ein anderes Ziel suchen. Das Wetter in Mazedonien bleibt aber, wie es ist: schlecht.

Und so weiß ja jeder, der Jacob Nielsen kennt, dass man beim Publizieren im Netz unbedingt ein paar Geitleins beachten muss, weil die Leser es sonst nicht lesen und sich damit davon verabschieden, Leser zu sein. Sie sind dann nur noch Scanner.

Eine der Geitleins lautet, dass man die Schlüsselwörter besonders herausstellen soll. Ich habe das jetzt mal für den obigen Abschnitt hier gemacht:

Und während ich das tue, merke ich, dass es tatsächlich fast unmöglich ist, eines der Wörter herauszuheben und damit keine Aussage zu treffen. Selbst wenn man scheinbar überflüssige Wörter, die in jeder Satzstruktur vorhanden sind und kaum Information hinzufügen, sofern man nicht doch den ganzen Satz liest, optisch heraushebt, erleichtert man das Lesen von Texten.

Eine andere Geitlein ist, dass man unbedingt solche Listen in seinen Beiträgen haben soll. Anhänger dieser These gibt es sicher mehr als nur Jacob Nielsen nebst seiner Mitarbeiter.

Was das nun alles mit Fußball zu tun hat? Nichts. Aber mit Lesen, und so ist es doch erstaunlich, dass der eine oder andere, der sich dann auch so nennen darf, Leser, es bis hierhin geschafft hat, kommt man doch normalerweise hierhin (so nicht via Google), um etwas über Fußball zu lesen. Damit derjenige dann nicht gänzlich enttäuscht nach Hause gehen muss, sag ich es einfach noch mal, wie es webgerecht am besten präsentiert werden sollte:

  • Der
  • Baade
  • ist
  • rund

Genug davon. Hier gibt es weiterhin höchstens mal eine Kursivstellung, selten wird sie bleiben. Listen hingegen gibt es nur bei statistischen Daten. Wer nicht lesen mag, der muss ja auch nicht.

Das Wetter bleibt somit auch in Deutschland schlecht, man kann es aber auch einfach ignorieren. Das Wetter war ja ohnehin noch nie besser als es jetzt nicht ist.

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Euro 2008: Tickets im Pub zu gewinnen

Angesichts nur 14.400 frei verloster Tickets könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere doch tatsächlich noch gerne bei einem Gewinnspiel mitmachte. JVC verlost jedenfalls ein paar Tickets für die EM. Dazu muss man ein gewisses Fingerschnippspiel erfolgreich bestreiten, welches meines Erachtens wenig mit realem Fußball noch mit Kneipenspielen zu tun hat, gewinnen kann man aber trotzdem.

[photopress:schnippschnapp_deutschland_niederlande_cafe_in_oesterreich_komisches_spiel.jpg,full,centered]

Ich habe nach drei Versuchen aufgegeben. Gegen Holland habe ich zwar 1:0 gewonnen, es war dann aber doch irgendwie zu schwierig für des Trainers Mausfähigkeiten.

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Schweiz — Deutschland 0:4
Briefchen an die Protagonisten

Lieber Klugscheißer-Kloppo, so ein ähnliches Tor wie Gomez‘ 3:0 erzielte nicht Butrageno (ESP) mal bei der WM 1986 gegen Toni Schumacher, sondern Burruchaga (ARG).

Lieber Urs Meier, wenn Du die Witze Deiner Gesprächspartner erst nicht verstehst und dann auch noch mit einer Antwort antwortest, die noch mal unterstreicht, dass Du den Witz nicht verstanden hast, dann halte es doch besser mit Dieter Nuhr. Solltest Du es auch beim nächsten Mal nicht schaffen, diese Regel einzuhalten, dann bleib doch lieber ganz zu Hause.

Lieber Bastian Schweinsteiger, wenn Du keine Lust hast, dann gilt für Dich derselbe Rat wie für Urs Meier. Früher gab es wenigstens noch sinnlose Weitschüsse von Dir zu bestaunen, ganz besonders in Länderspielen und ganz besonders in Situationen, in denen ein Tor hermusste. Das war heute nicht der Fall, okay, da kann man auch schon mal auf Weitschüsse verzichten. Das Problem bei Dir ist nur: Wenn Du keine Weitschüsse machst, dann sieht man von Dir eigentlich gar nix im Spiel. Wobei die Weitschüsse ja auch meist misslangen (außer gegen Portugal), insofern geschenkt. Also bleib einfach zu Hause.

Lieber Jogi Löw, dass Du Piotr Trochowski immer noch nominierst, ist nicht Dein Ernst, oder? Der Schal war aber schön (schöner sogar noch als Hansis Schal) und dass Du uns heute mit Deinem Westchen an einen der Totengräber aus den Lucky-Luke-Comics erinnert hast, wird Dir auch verziehen, sofern Du weiterhin auswärts nicht verlierst. Das wäre ab dem 8. Juni ganz wichtig. Noch mal zum Ausschneiden und unters Kissen klemmen: „Auswärts nicht verlieren.“

Lieber Sebastian Prödl, Dein Platz im alljährlichen Video zu den Pleiten und Pannen im Fußball ist Dir sicher. Circa 2 Meter vor der eigenen Torlinie wie ein Anfänger über den Ball zu florettieren und so den Niederländern den Anschlusstreffer zu ermöglichen, wird Dir einen Ehrenplatz in den vielen Funvideos bei youtube sichern. Und viele Anfänger ermutigen, es doch auch mit dem Fußball zu versuchen. Vielleicht ruft ja morgen der Blatter Sepp an und dankt für die Verdienste um den Fußballsport.

Lieber Köbi Kuhn, heutzutage ist es eigentlich nicht mehr üblich, dass man in proffessionellen Interviews als Fußballproffitrainer seine verständlicherweise getrübte Stimmung so natürlich und unverfälscht raushängen lässt wie Du im Interview beim ZDF. Frag mal den Jürgen Klinsmann bezüglich eines Kommunikationstrainings, wie man auch nach dem schlimmsten 0:4 nicht mit so brüchiger Stimme spricht und vor allem noch mit einem Grinsen herauskommt. Sehr wirksam, so ein Progamm. Dann aber Obacht vor der lokalen Boulevardpresse und ihren fiesen Spitznamen.

Lieber Oliver Neuville, es sieht schlecht aus für Dich. Deine Schweizer Landsleute waren so schlecht aufgestellt, dass sie selbst dem Unaussprechlichen einen steilen Pass ermöglichten, den Podolski zum ENG verwertete. Das hat Deine Chancen nicht gerade erhöht, demnächst auf Kosten des DFB auf Heimaturlaub gehen zu können. Maastricht soll aber auch schön sein.

Herzlichst, Euer Trainer Baade

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Tischtennis oder Die Welt ist grün

Nachdem wir so viel über Fußball geschrieben haben seit November 2005 müssen wir heute auch endlich mal etwas über Tischtennis schreiben. Tischtennis ist nämlich Nationalsport in China und somit von knapp 1,3 Milliarden Menschen. Immerhin existiert, anders als Cricket oder Gaelic Football, Tischtennis hierzulande auch, an die Popularität in China kommt Tischtennis in Deutschland aber nicht heran, wie diese Grafik illustriert.

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