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Schlagwort: Ungarn

Liste der Rekordmeister pro Land in Europa

Es ist gar kein so neues Phänomen, wie man als unbedarfter Beobachter vielleicht annimmt. Auch vor den Zeiten der immer größer werdenden finanziellen Unterschiede zwischen den Top-Clubs eines Landes und deren ersten Verfolgern war es schon so, dass einige wenige Clubs den Fußball in einem Land dominierten. Dies ist schlicht ein allgemeines Prinzip, sofern man keine geschlossenen Systeme wie im US-Sport verbreitet etabliert. Wo der Erfolg ist, und das ist allzu häufig auch in den größten Städten des jeweiligen Landes, generiert der Fußball mehr Einnahmen, mehr Strahlkraft und verstärkt eine auch geographisch und strukturell existierende Ungleichheit auch im Sport. Zumindest ab dem Moment, in dem in diesem auch Geld verdient wird und das ist im Fußball bekanntlich seit seinen Kindertagen an der Fall. Schließlich waren es Wirte in England, die die ersten Fußballspiele organisierten, damit Zuschauer anlockten und so für sich für Umsatz sorgen konnten.

Mögen es damals noch nur ein paar Schillinge gewesen sein und es sich heute um Milliarden von Euro oder auch Dollar handeln, die mit dem Fußball generiert werden, ob per Merchandising, per TV-Rechten, Zuschauereinnahmen und Catering oder Wettlizenzen für Anbieter wie z. B. Ladbrokes – die großen Clubs eines Landes sind heute meist noch dieselben wie vor 80 oder 100 Jahren – und wen wundert’s? – sie befinden sich tatsächlich fast immer in den größten Städten eines Landes. Und so finden wir in der hier vorliegenden Liste der jeweiligen Rekordmeister eines Landes fast ausschließlich Clubs aus der jeweiligen Hauptstadt, sofern die Einwohnerzahl eines Landes eine bestimmte Schwelle nicht überschreitet und es mehrere, annähernd gleichwertige Zentren in einem Land gibt.

Allerdings sind hier die Rekordmeister pro höchster Liga erfasst. Wenn es so wie in Deutschland, schon lange Meisterschaften gab, ohne dass diese in einer landesweiten Liga ausgespielt wurden, kommen diese hier nicht zum Tragen.

Liste der Rekordmeister pro Mitglied der UEFA

Land Rekordmeister Titel
Albanien KF Tirana 24
Andorra FC Santa Coloma 11
Armenien FC Pjunik Erewan 14
Aserbaidschan Neftci Baku 8
Belgien RSC Anderlecht 34
Bosnien und Herzegowina FK Zeljeznicar Sarajewo 6
Bulgarien ZSKA Sofia 31
Dänemark FC Kopenhagen 12
Deutschland FC Bayern München 27
England Manchester United 13
Estland FC Flora Tallinn 11
Färöer HB Torshavn 26
Finnland HJK Helsinki 13
Frankreich AS Saint-Etienne 10
Georgien Dinamo Tiflis 16
Gibraltar Lincoln Red Imps FC 22
Griechenland Olympiakos Piräus 44
Irland Shamrock Rovers 17
Island KR Reykjavik 26
Israel Maccabi Haifa 7
Italien Juventus Turin 34
Kasachstan FK Astana 5
Kosovo FC Prishtina 17
Kroatien Dinamo Zgreb 19
Lettland Skonto Riga 15
Luxemburg Jeunesse Esch 24
Moldawien Sheriff Tiraspol 16
Montenegro FK Podgorica 3
Niederlande Ajax Amsterdam 25
Nordirland Linfield FC 52
Nordmazedonien Vardar Skopje 10
Norwegen Rosenborg Trondheim 26
Österreich Rapid Wien 32
Polen Gornik Zabrze 14
Portugal Benfica Lissabon 36
Rumänien Steaua Bukarest 26
Russland Spartak Moskau 10
San Marino Tre Fiori 7
Schottland Celtic Glasgow 5
Schweden Malmö FF 20
Schweiz GC Zürich 27
Serbien Partizan Belgrad 8
Slowakei SK Slovan Bratislava 8
Slowenien NK Maribor 14
Spanien Real Madrid 33
Tschechien Sparta Prag 12
Türkei Galatasaray 21
Ukraine Dynamo Kiew 15
Ungarn Ferencvaros Budapest 29
Wales The New Saints FC 12
Weißrussland BATE Borrisov 15
Zypern APOEL Nikosia 27

Natürlich krankt die Vergleichbarkeit dieser absoluten Zahlen daran, dass sie jeweils nach der natürlich nicht einheitlich erfolgten Gründung der jeweils aktuellen Liga mit ihrer Zählung begannen. Für England heißt das zum Beispiel, seit Einführung der Premier League 1992, alles, was davor geschah, zählt nicht. Tatsächlich hat beispielsweise Manchester United bereits 20 Meistertitel gewonnen, ist damit auch absoluter Champion bzw. Rekordmeister in England. Die große Mehrheit dieser 20 Titel gewann man aber, 13 nämlich, erst nach Einführung der Premier League, währen der FC Liverpool, der mit 18 Titeln die zweithäufigsten Meistertitel gewann, noch keinen einzigen Titel in der Premier League gewann.

Vor allem in vielen Ländern im früheren Ostblock inklusive Jugoslawien sind die jeweiligen Landesligen noch sehr jung, sodass man hier eben nur in wenigeren Fällen auf so einen klar dominierenden Club kommt. Das wird sich im Laufe der Zeit sicher noch ausweiten, wobei ein Land in der Regel auch zwei oder drei große Clubs verträgt, wie es für die Niederlande typisch ist, für Spanien und mit Juventus, Inter und AC auch für Italien. Allein in Deutschland ist es so, dass der FC Bayern 50 % aller Titel in der Bundesliga gewonnen hat – und die beiden nächstbesten Clubs, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach kommen jeweils nur auf 5 und das auch meist nur in einer sehr speziellen Phase ihrer Existenz. Aber damit ist man europaweit auch nicht völlig alleine, wobei sich ein solches Phänomen wie eingangs erwähnt meist eher in kleineren Ländern zeigt.

Stand der Daten ist Sommer 2019.

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Alle Schiedsrichter der EM 2016

Für die EM 2016 wurden 18 Schiedsrichter samt ihrer jeweiligen Assistenten nominiert. Hinzu kommen einige Ersatzschiedsrichter, die hier nicht aufgelistet sind. Im Folgenden also die Liste mit jenen 18 Glücklichen, welche bei der EM 2016 in Frankreich einige Partien leiten dürfen.

Einer von ihnen wird zudem das Glück haben, als Schiedsrichter eines EM-Finals in die Annalen des Fußballs einzugehen. Wer das sein wird, wird aber wie üblich erst im Verlaufe des Turniers entschieden werden.

Unter den Auserwählten befinden sich auch Schiedsrichter aus Ländern, die sich nicht für die EM qualifiziert haben, wie beispielsweise die Niederlande, Serbien oder Norwegen. Anders als bei der WM gibt es bei einer EM keine Proporz-Regelung, sodass die besten Schiedsrichter Europas auf dem Platz sein werden. Im folgenden also die komplette Liste der Schiedsrichter für das Turnier in Frankreich.

Liste der Schiedsrichter der EM 2016

Name Geburtsdatum Land
Martin Atkinson 31.03.1971 England
Felix Brych 03.08.1975 Deutschland
Cüneyt Cakir 23.11.1976 Türkei
Mark Clattenburg 13.03.1975 England
William Collum 18.01.1979 Schottland
Jonas Eriksson 28.03.1974 Schweden
Ovidiu Hategan 14.07.1980 Rumänien
Sergej Karasew 12.06.1979 Russland
Viktor Kassai 10.09.1975 Ungarn
Pavel Kralovec 16.08.1977 Tschechien
Björn Kuipers 28.03.1973 Niederlande
Szymon Marciniak 07.01.1981 Polen
Milorad Mazic 23.03.1973 Serbien
Svein Moen 22.01.1979 Norwegen
Nicola Rizzoli 05.10.1971 Italien
Damir Skomina 05.08.1976 Slowenien
Clement Turpin 16.05.1982 Frankreich
Carlos Velasco Carballo 16.03.1971 Spanien

Vor dem Turnier in Frankreich hat das Regelboard übrigens einige Änderungen beschlossen, die größtenteils nur der Verkürzung der Regeln dienen. Allerdings gibt es auch zwei, drei Neuigkeiten, die tatsächlich einen großen Einfluss auf das Spiel haben werden. So fällt z. B. die sogenannte Dreifachbestrafung dann weg, wenn der Verteidiger wirklich versuchte, den Ball zu spielen oder zu klären. Genaueres dazu im folgenden Abschnitt.

Wichtige Änderungen, die die Schiedsrichter umsetzen müssen

Der Kicker listet alle Änderungen bei den Regeln vor diesem Turnier auf. Einige Kleinigkeiten wurden geändert, aber auch einige entscheidende Dinge. Die wichtigsten hier im Überblick:

  • bei einem Foul im Strafraum, das zu einem Strafstoß führt, gibt es eine Rote Karte nur noch dann, wenn der Angriff des Verteidigers nicht im Kampf um den Ball geschah
  • der Ball darf beim Anstoß nun auch nach hinten gespielt werden
  • wenn ein Spieler durch ein Foul verletzt wird, das zu einer Karte für den Foulenden führt, muss er nicht mehr außerhalb des Spielfeldes behandelt werden
  • bei Fouls außerhalb des Spielfeldes gibt es nun einen Freistoß auf der Linie des Feldes, bislang gab es danach Schiedsrichterball
Wer wird Finalschiedsrichter?

Spannend ist bei einem großen Turnier natürlich auch immer die Frage, wer das Finale leiten darf. Wahrlich – auch aus Sicht von Nichtschiedsrichtern – eine besondere Ehre. Aus deutscher Sicht hofft man natürlich stets, dass es keinen deutschen Schiedsrichter im Finale geben wird. Das wäre schließlich nur dann möglich, wenn die deutsche Nationalmannschaft das Finale nicht erreicht.

Bei einer EM gab es bislang nur einen deutschen Schiedsrichter in einem Finale. Zufällig auch das einzige Mal, als ein deutscher Trainer die Europameisterschaft gewann, aber nicht mit der deutschen Mannschaft.

Bei der EM 2004 pfiff Dr. Markus Merk die Partie zwischen Griechenland und Gastgeber Portugal, die die Griechen unter Otto Rehhagel zum Europameister machte.

Heißer Kandidat ist Mark Clattenburg, der schon das CL-Finale leitete und allgemein sehr geschätzt wird. Ebenfalls als sehr gut eingeschätzt wird Cüneyt Cakir aus der Türkei, der in seinem gesamten Auftreten samt Körpersprache überzeugt.

Dazu bleibt natürlich die Frage, welche beiden Mannschaften überhaupt das Finale bestreiten werden. Wer dazu eine Ahnung hat und auch schon zum Verlauf des gesamten Turnier, der kann sich vielleicht hier mit dem einen oder anderen Tipp zur EM 2016 versuchen.

Schiedsrichter aus Deutschland ist wie schon bei der WM 2014 Dr. Felix Brych, obwohl er in der abgelaufenen Bundesliga-Saison auch viele Kritiker hatte. Die Gremien sind aber weiterhin von ihm überzeugt. Alle deutschen Fans hoffen aber natürlich – siehe oben – dass Brych das Finale nicht leiten wird.

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Alle Teams der EM 2016 samt Ausrüster

Die kommende EM 2016 in Frankreich wirft ihre Schatten voraus. Die qualifizierten Teilnehmerländer stehen — ebenso wie der Spielplan der EM — fest. In diesen Tagen findet auch die Gruppenauslosung für die sechs Vorrundengruppen des Turniers statt. Trotz einiger widriger Einflüsse steigt die Vorfreude auf das Turnier, an dem zum ersten Mal 24 aller UEFA-Mitglieder teilnehmen. Das bedeutet, dass lediglich 8 Teams von 24 und somit gerade ein Drittel aller Qualifikanten nach der Vorrunde ausscheidet. Das wiederum hat zur Folge, dass die 16 besten Teams ins Achtelfinale einziehen. Mit Sicherheit wird der eine oder andere „Kleine“ dieses Ziel erreichen und seine Fans vor Ort und in der Heimat schwer verzücken.

Wie er in diesem Fall auch seinen Trikot-Ausrüster verzücken würde, denn schließlich gibt es neben einer WM keine größere, mehr oder weniger kostenlose Werbebühne für die Ausrüster, die die Trikots und sonstigen Elemente der Spielkleidung der 24 Länder herstellen.

Dabei gibt es trotz der hohen Zahl an Teilnehmern gerade mal 2 Exoten in der Riege der Ausrüster zu finden, welche ansonsten von den klassischen „zweieinhalb“, also den großen adidas und Nike und dem beinahe-großen Puma beherrscht wird.

Nur zwei Exoten unter den EM-Ausrüstern

Die beiden Exoten finden sich wenig überraschend bei kleineren Nationen. Zum einen wäre da Rumänien zu nennen, das von Joma ausgerüstet wird. Das spanische Unternehmen rüstet noch einige weitere Nationalmannschaften aus (u. a. Bulgarien), ist aber nur mit Rumänien bei der EM in Frankreich vertreten.

Der zweite wäre das hierzulande sicher gänzlich unbekannt Erreà, das aus Torrile in Italien stammt, aber vornehmlich britische Clubs der unteren Ligen ausstattet. Von daher ist die Wahl, auch Island auszurüsten sowohl gedanklich als auch geographisch nicht so weit entfernt. Erreà darf sich glücklich schätzen, dass Island die Qualifikation geschafft hat und für seine Produkte in Frankreich schaulaufen wird.

Neben den großen dreien gibt es mit Umbro zwar noch einen weiteren Ausrüster, der nur eine Nationalmannschaft einkleidet (Irland), allerdings darf man Umbro als auch langjähriger Ausrüster von England sicher nicht zu den Kleinen auf dem Markt zählen.

Die übrigen drei Ausrüster verteilen sich wie folgt auf die qualifizierten Nationalmannschaften:

Land Ausrüster
Albanien adidas
Belgien adidas
Deutschland adidas
England Nike
Frankreich Nike
Irland Umbro
Island errea
Italien Puma
Kroatien Nike
Nordirland adidas
Österreich Puma
Polen Nike
Portugal Nike
Russland adidas
Rumänien Joma
Schweiz Puma
Schweden adidas
Slowakei Puma
Spanien adidas
Ungarn adidas
Wales adidas
Tschechien Puma
Türkei Nike
Ukraine adidas

Das macht summa summarum also 10 Teams von adidas gegenüber 6 Teams von Nike sowie 5 Teams von Puma. Übersichtlicher das Ganze noch einmal unten in der Tabelle.

Wie schon bei den Listen der Ausrüster der WM 2010 und der Ausrüster der WM 2014 zu sehen, verdichtet sich dieser Kampf immer mehr auf das Duell der großen beiden. Dabei gibt es noch viele andere Ausrüster, die Fußballtrikots an den Mann oder die Frau bringen wollen und können. Doch bei den Zahlen, die die großen Ausrüster aufwenden, um sich die Dienste der Nationalmannschaften zu sichern, deren Trikots sie dann selbst in rauen Mengen verkaufen wollen, können die meisten kleineren Anbieter nicht mitgehen.

Zahl der Länder pro Trikot-Ausrüster

So ist es beinahe logisch, dass etwas kleinere Anbieter immer nur bei den „Exoten“ oder eben kleinen Nationnen unterkommen oder bei jenen, welche nur über umsatzschwache Märkte verfügen; sei es wegen der geringen Einwohnerzahl (Island) oder der schwaczen Wirtschaftskraft (Rumänien) im jeweiligen Binnenmarkt.

Hier zur Übersicht noch einmal die Liste der Ausrüster der EM, diesmal nicht nach Ländern sortiert, sondern nach Ausrüstern.

Ausrüster Teams
adidas 10
Nike 6
Puma 5
errea 1
Joma 1
Umbro 1
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Auswertung der Prognosen der EM-Qualigruppen

Mit Aufstockung der Europameisterschaft von 16 auf 24 Teilnehmer fragten wir uns zu Beginn der Qualifikation dazu, ob diese Qualifikation wörklöch so schröcklöch öde werden würde, wie nach allgemeiner Einschätzung zu befürchten stand. 25 Menschen teilten ihre Tipps für die jeweils drei ersten Plätze mit.

So endete die EM-Qualifikation schließlich:

A: Tschechien, Island, Türkei, Niederlande, Kasachstan, Lettland
B: Belgien, Wales, Bosnien-Herzegowina, Israel, Zypern, Andorra
C: Spanien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Luxemburg, Mazedonien
D: Deutschland, Polen, Irland, Schottland, Georgien, Gibraltar
E: England, Schweiz, Slowenien, Estland, Litauen, San Marino
F: Nordirland, Rumänien, Ungarn, Finnland, Färöer, Griechenland
G: Österreich, Russland, Schweden, Montenegro, Liechtenstein, Moldawien
H: Italien, Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan, Malta
I: Portugal, Albanien, Dänemark, Serbien, Armenien

Dabei fallen vor allem drei Gruppen heraus, die nicht das Erwartete brachten: Gruppe A mit dem Scheitern der Niederlande, der Direktqualifikation Islands, Gruppe F mit dem schwachen Abschneiden von Griechenland und Finnland sowie dem überraschenden Gruppensieger Nordirland und Gruppe I, in der weder Serbien noch Dänemark erreichten, was man allgemein erwartet hatte oder hätte.

Das Gegenteil stellten vor allem die Gruppen E (England – Schweiz – Slowenien) und H (Italien – Kroatien – Norwegen) dar, in der fast alle Teilnehmer sogar die endgültige Platzierung korrekt voraussagten. Ebenso wenig überraschen die Gruppensiege von Spanien und Deutschland, wobei es da bei den weiteren Platzierungen schon variabler zuging.

Nun also zur Auswertung.

Korrekt getippe Platzierungen

Ingesamt gab es 9 Gruppen à 3 Platzierungen zu tippen, macht 27 Tipps pro Teilnehmer. 25 Personen nahmen teil. Macht 675 Tipps. Davon waren – unten im Datenteil grün gekennzeichnet – 205 völlig korrekt. Dies entspricht einer Quote von 30,4 Prozent richtiger Tipps. Die Zahl der völlig richtigen Tipps schwankte dabei zwischen 7 (26 Prozent) und 14 (52 Prozent) von 27.

Direktqualifikanten

Interessanter als die Frage nach den genau richtig getippten Platzierungen war ja aber die Frage, wie genau man vorhersagen könne, welche Teams sich schließlich qualifizieren bzw. die Playoffs erreichen. Der Ausgang der Playoffs wurde in der gesamten Auswertung nicht berücksichtigt, weil deren Teilnehmer damals natürlich nicht bekannt waren und dementsprechend auch nicht eingeschätzt werden konnten.

Im zweiten Schritt wird also die Zahl der richtig getippten direkt Qualifizierten betrachtet. Hier gab es 9 Gruppen à 2 Qualifikanten, also 18 Tipps von 25 Teilnehmern, macht 450 Tipps. Davon waren 265 Prognosen korrekt, womit sich ein Prozentwert von 58,9 Prozent als zutreffend erwies. Die Zahl der richtigen Tipps variierte hier zwischen 12 (67 Prozent) und 8 (44 Prozent).

Korrekt getippte Qualifikanten

Doch im Kern war ja die Frage, ob man ahnen könne, welche drei Teams in einer Gruppe die für die Qualifikation relevanten Plätze erreichen würde. Hier waren also wiederum 675 Tipps nötig gewesen. Allein danach ausgewertet, wie viele dieser drei Teams, egal auf welcher Position die Qualfikation bewältigten, waren nicht weniger 534 Tipps von 675 zutreffend, somit 79,1 Prozent. Der Zahl der korrekten Tipps schwankte dabei zwischen 17 (63 Prozent) und 24 (89 Prozent). Im Schnitt wurden also nur 20,9 Prozent von 27 zu prognostizierenden Qualifikanten nicht korrekt prognostiziert.

Ob man das noch interessant nennt, muss trotz des unerwartet schlechten Abschneidens von vor allem Griechenland und den Niederlanden jeder für sich selbst entscheiden.

Hier würde man auch trotz der unerwartet spannenden Gruppe mit Deutschland darauf plädieren, die Eingangsfrage, ob die EM-Quali „schröcklöch öde“ werden würde, in Bezug auf die Ergebnisse mit ja beantworten.

Die Daten im Detail – vor allem interessant für die, die teilnahmen – folgen hier jetzt in drei Versionen, entsprechend der obigen drei Auswertungsverfahren. Kann man durchscrollen oder jeweils mit diesen Links ansteuern (funktioniert nur in der Komplettversion des Textes).

1. Platzierung genau richtig
2. Direktqualifikanten korrekt
3. alle sich überhaupt Qualifizierenden richtig

Unzweifelhaft natürlich, dass alle Werte noch wesentlich günstiger ausgefallen wären, wenn ein gewisser „Trainer Baade“ nicht mitgetippt hätte.

PS: Was hier erstmals auffiel, ist, dass eine solche Qualifikation gerade mal 13 Monate dauert – in diesem Fall von September 2014 bis Oktober 2015, also nicht annähernd die zwei Jahre, die die Pause zwischen zwei großen Turniere beträgt.

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Alle UEFA-Präsidenten in einer Liste

Hier finden sich alle Präsidenten der UEFA seit deren Gründung 1954 in der Schweiz in Basel. Der aktuelle Präsident ist der achte in der Geschichte der UEFA und erst der Zweite aus einem Mitgliedsland im Osten Europas.

Dauer UEFA-Präsident Herkunftsland
1954-1962 Ebbe Schwartz Dänemark
1962-1972 Gustav Wiederkehr Schweiz
1972-1973 Sandor Barcs Ungarn
1973-1983 Artemio Franchi Italien
1983-1990 Jacques Georges Frankreich
1990-2007 Lennart Johansson Schweden
2007-2015 Michel Platini Frankreich
2016- Aleksander Ceferin Slowenien

Der Präsident der UEFA ist immer auch automatisch Vize-Präsident der FIFA.

Lennart Johansson war im Jahr 2007 der erste Präsident der UEFA, der von den Delegierten abgewählt wurde. In einer Kampfabstimmung unterlag er dem neuen Präsidenten Michel Platini.

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Alle WM-Endspiele auf einen Blick

Es gibt nur wenige Tage im Jahr, oft sogar nur alle paar Jahre, bei denen man einen derartigen Blick auf die Übersicht aller WM-Endspiele benötigt. WM—Quiz werden ja landesweit nur ausgetragen, wenn gerade eine WM läuft — also nur alle vier Jahre. Und wann sonst sollte man sich einen Überblick über alle vergangenen WM-Endspiele verschaffen wollen, als wenn man zu einem WM-Quiz anreist oder wenn man

Jahr Weltmeister Vize Ergebnis Stadion
1930 Uruguay Argentinien 4:2 Centenario
1934 Italien Tschechoslowakei 2:1 n.V. Stadion Nazionale Rom
1938 Italien Ungarn 4:2 Stade de Colombes
1950* Uruguay Brasilien 2:1 Maracana
1954 Deutschland Ungarn 3:2 Wankdorf
1958 Brasilien Schweden 5:2 Rasunda
1962 Brasilien Tschechoslowakei 3:1 Estadio Nacional de Chile
1966 England Deutschland 4:2 n.V. Wembleystadion
1970 Brasilien Italien 4:1 Aztekenstadion
1974 Deutschland Niederlande 2:1 Olympiastadion München
1978 Argentinien Niederlande 3:1 n.V. Estadio Monumental
1982 Italien Deutschland 3:1 Santiago Bernabeu
1986 Argentinien Deutschland 3:2 Aztekenstadion
1990 Deutschland Argentinien 1:0 Olympiastadion Rom
1994 Brasilien Italien 4:2 n.E. Rose Bowl
1998 Frankreich Brasilien 3:0 Stade de France
2002 Brasilien Deutschland 2:0 International Stadium Yokohama
2006 Italien Frankreich 5:3 n.E. Olympiastadion Berlin
2010 Spanien Niederlande 1:0 n.V. Soccer City
2014 Deutschland Argentinien 1:0 n.V. Maracana
2018 Frankreich Kroatien 4:2 Olympiastadion Luschniki

* Das Spiel 1950 war kein Finale, sondern das entscheidende Spiel einer Viererrunde als Finalrunde. Es ergab sich so, dass dieses Spiel dann tatsächlich wie ein Finale wirkte: Uruguay musste gewinnen, Brasilien reichte ein Remis, um die Viererrunde als Weltmeister abzuschließen.

Die Geschichte der WM-Endspiele der FIFA-WM ist durchaus spannend zu studieren. Erstmal grundsätzlich die Anmerkung, dass man mit einer Ausnahme, 1950, stets auf ein Pokalprinzip vertraut hat. Während man 1974, 1978 und 1982 mit Gruppen in einer Zwischenrunde experimentierte, lief aber immer noch alles auf ein echtes Finale raus.

Das war 1950 anders, als Brasilien zum ersten Mal die WM ausrichtete. Für die Finalrunde mit vier Teams hatten sich Uruguay, Brasilien, Spanien und Schweden qualifiziert. Die Spiele untereinander liefen dann aber per Zufall so ab, dass die beiden letzten Paarungen der Finalrunde ebenfalls Finalcharakter hatten. Spanien und Schweden duellierten sich um den 3. Platz bei dieser WM, Brasilien hätte im letzten Spiel ein Remis gereicht. Uruguay gewann überraschend durch ein Tor kurz vor Schluss, woraufhin Brasilien in nationale Trauer versank und übrigens auch die neuen Trikotfarben anschaffte, die an die Fahne Brasiliens angelehnt sind: gelbe Trikots, blaue Hosen und weiße Stutzen.

Davor war es jeweils zu einem echten Finale gekommen, wie erwähnt danach auch jedes Mal. Es dauerte aber bis zum Jahr 1990, ehe es ein Team schaffte, in einem WM-Finale ohne Gegentor zu bleiben. Deutschland gewann die Revanche für das 1986 verlorene Finale gegen Argentinien mit 1:0 und wurde zum dritten Mal Weltmeister.

Auch bis zu einer Entscheidung im Elfmeterschießen dauerte es länger: 1994 war es das erste Mal soweit, als zwischen Brasilien und Italien beim ersten WM-Finale in den USA überhaupt keine Tore gefallen waren, auch nicht nach 120 Minuten. Dieser Weg der Entscheidung wiederholte sich bislang nur ein Mal: 2006 verlor Frankreich im Elfmeterschießen gegen das 1994 unterlegene und diesmal siegreiche Italien.

Finals mit einer Partei ohne eigenes Tor kamen hingegen seit dem ersten Mal 1990 häufiger vor. 1998 fegte Frankreich Brasilien mit 3:0 vom Platz, Brasilien bezwang 2002 Deutschland mit 2:0 und das letzte Finale vor jenem bei dieser WM endete 2010 mit 1:0 für Spanien, wenn auch nach Verlängerung. 1978 hatten die Niederländer schon einmal nach Verlängerung ein WM-Finale verloren, damals gegen Gastgeber Argentinien.

Wer sich bis hierhin durch den Text gefräst hat, der ist nun also Experte für WM-Endspiele. Und kann sicher auch die Frage beantworten, ob es je ein Golden Goal bei den WM-Endspielen gegeben hat. Und an der verlinkten Stelle auch mit etwas Glück gleich noch den einen oder anderen Gewinn einsammeln.

Wer dort nicht fündig wird, kann vielleicht hier eine Alternative finden, wo er mit Fußballwissen und -knowhow sowie ein bisschen Fortune die Begleiterscheinungen der WM für sich noch ein wenig angenehmer gestalten kann.

Tore für die deutsche Mannschaft, so man es mit dieser hält, fallen bislang ja genug. Wie überhaupt der Schnitt von genau 3,0 Toren pro Partie zum gegenwärtigen Zeitpunkt einer der höchsten der letzten Jahrzehnte ist. Dementsprechend unterhaltsam wirkt die WM bislang auch. Wobei die genauen Zahlen und Werte wieder Anlass für einen weiteren Beitrag wären, hier geht es schließlich um WM-Finals.

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Gewinnspiel: Zwei Tore in der Verlängerung aufholen

Heute endlich wieder eine neue Folge der beliebten Reihe „Gewinnspiel ohne Gewinne“, bei dem es nur um den sportlichen Ehrgeiz geht, die aufgeworfene Frage möglichst umfassend zu beantworten.

Einem Amerikaner Fußball schmackhaft zu machen, sollte man vielleicht nicht unbedingt bei Fortuna Düsseldorf versuchen. Verstehn‘S mich nicht falsch: das ist ein tolles Stadion mit super Stimmung. Aber die Rede ist hier nicht von 2013, der Versuch liegt schon einige Jährchen zurück. Der Herr kannte Fußball aber ohnehin schon vorher und hatte sein Urteil für sich bereits seit geraumer Zeit gefällt und war wohl eher aus Höflichkeit dann doch mit ins Stadion gekommen.

Das Kernproblem des Fußballs lautet seiner Auffassung nach:

„Wenn eine Mannschaft 0:2 hinten liegt, ist das Spiel eigentlich immer entschieden.“

In vielen Fällen mag das zutreffen. Das 5:3 in Schweden der deutschen Mannschaft war der erste Sieg nach einem 0:2-Rückstand in einem Pflichtspiel seit 1954 (!), seit jenem 3:2 gegen Ungarn nämlich. 50 Jahre sind dann schon mal gut zwei Drittel eines Menschenlebens.

Noch dramatischer wird der Fall, wenn man statt insgesamt 90 Minuten nur noch 30 Minuten oder in unserem Fall, siehe unten, zwangsläufig sogar weniger Zeit hat, einen Zwei-Tore-Rückstand wenigstens zu egalisieren. Wenn man nämlich von der Verlängerung spricht.

Von einer der ganz wenigen Verlängerungen im hochklassigen Fußball, in der es einer Mannschaft gelang, in der Verlängerung einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen, spricht übrigens heinzkamke in wunderbarer, feinster Detailarbeit (das kann man gar nicht genug loben, so gelungen ist dies) zusammengestellter Worte in seinen Fünf Zeilen, die der Fußball schrieb (XLVII).

Die Rede ist von jener Partie, welche auch die Leser von Trainer Baade jüngst zu einer ihrer beiden liebsten Partien aller Zeiten gewählt hatten. Es geht um das WM-Halbfinale 1982 zwischen Deutschland und Frankreich.

Drüben bei angedacht warf wiederum Gunnar vom Stehblog die Frage auf, in welchen anderen relevanten Partien es dieses Phänomen schon mal gegeben habe. Hier fiel kein Beispiel ein (nein, im „Jahrhundertspiel“ gab es nie einen Zwei-Tore-Rückstand), weshalb Hilfe mal wieder sehr willkommen wäre:

In welcher Partie gelang es einem Team, in der Verlängerung einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen?

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Alle ungarischen Pokalsieger

Eine Fußballmeisterschaft besitzt Ungarn bereits seit 1901, schon 1910 kam auch ein nationaler Pokalwettbewerb dazu. Aufgrund der Vielzahl der politischen Wirren in der Anfangszeit dieses Pokalwettbewerbs gibt es allerdings bis weit in die 1960er Jahre hinein etliche Jahre, in denen überhaupt kein Pokalsieger in Ungarn ermittelt wurde.

In der Landessprache heißt der Wettbewerb Magyar Kupa, was nichts anderes als ungarischer Pokal bedeutet.

Sehr bizarr für einen Pokalwettbewerb war die Durchführung im Jahr 1977, als der Pokalwettbewerb mit den letzten vier Teams in einem Endturnier ausgetragen wurde, wie in einer Liga. Allerdings blieb es dann auch bei diesem einmaligen Experiment.

Jahr Pokalsieger
1909/1910 MTK Budapest
1910/1911 MTK Budapest
1911/1912 MTK Budapest
1912/1913 Ferencváros
1913/1914 MTK Budapest
1914/1915 -
1915/1916 -
1916/1917 -
1917/1918 -
1918/1919 -
1919/1920 -
1920/1921 -
1921/1922 Ferencváros
1922/1923 MTK Budapest
1923/1924 -
1924/1925 MTK Budapest
1925/1926 Ujpest TE
1926/1927 Ferencváros
1927/1928 Ferencváros
1928/1929 -
1929/1930 Bocskai FC Debrecen
1930/1931 III. Kerületi TUE
1931/1932 Hungaria FC Budapest
1932/1933 Ferencváros
1933/1934 Soroksár FC Budapest
1934/1935 Ferencváros
1935/1936 -
1936/1937 -
1937/1938 -
1938/1939 -
1939/1940 -
1940/1941 Szolnoki MÁV FC
1941/1942 Ferencváros
1942/1943 Ferencváros
1943/1944 Ferencváros
1945 -
1945/1946 -
1946/1947 -
1947/1948 -
1948/1949 -
1949/1950 -
1950 -
1951 -
1952 Budapesti Bástya
1953 -
1954 -
1955 Vasas Budapest
1956 -
1957 -
1957/1958 Ferencváros
1958/1959 -
1959/1960 -
1960/1961 -
1961/1962 -
1962/1963 -
1963 -
1964 Honvéd Budapest
1965 Gyõri Vasas ETO
1966 Gyõri Vasas ETO
1967 Gyõri Vasas ETO
1968 MTK Budapest
1969 Újpesti Dózsa
1970 Újpesti Dózsa
1970/1971 -
1971/1972 Ferencváros
1972/1973 Vasas Budapest
1973/1974 Ferencváros
1974/1975 Újpesti Dózsa
1975/1976 Újpesti Dózsa
1976/1977 Diósgy?ri VTK
1977/1978 Ferencváros
1978/1979 Rába Vasas ETO
1979/1980 Diósgyöri VTK
1980/1981 Vasas Budapest
1981/1982 Újpesti Dózsa
1982/1983 Újpesti Dózsa
1983/1984 Siófoki Bányász SE
1984/1985 Honvéd Budapest
1985/1986 Vasas Budapest
1986/1987 Újpesti Dózsa
1987/1988 Békéscsaba 1912
1988/1989 Honvéd Budapest
1989/1990 Pécsi Mecsek FC
1990/1991 Ferencváros
1991/1992 Újpesti TE
1992/1993 Ferencváros
1993/1994 Ferencváros
1994/1995 Ferencváros
1995/1996 Kispest-Honvéd Budapest
1996/1997 MTK Budapest
1997/1998 MTK Hungária
1998/1999 Debreceni Vasutas SC
1999/2000 MTK Hungária
2000/2001 Debreceni Vasutas SC
2001/2002 Újpest Budapest
2002/2003 Ferencváros
2003/2004 Ferencváros
2004/2005 Matáv Sopron
2005/2006 FC Féhervár
2006/2007 Honvéd Budapest
2007/2008 Debreceni Vasutas SC
2008/2009 Honvéd Budapest
2009/2010 Debreceni Vasutas SC
2010/2011 Kecskeméti TE
2011/2012 Debreceni Vasutas SC
2012/2013 Debreceni Vasutas SC
2013/2014 Ujpest Budapest
2012/2013 Ferencváros
2013/2014 Ferencváros

Rekordsieger des Pokalwettbewerbs in Ungarn ist zur Zeit Ferencváros Budapest mit derzeit 20 Titelgewinnen vor MTK Budapest (8) und Honvéd Budapest (7).

Wie es guter Brauch in nationalen Pokalwettbewerben ist, nehmen auch viele Amateurteams an diesem Bewerb teil. Anders als in vielen anderen Ländern gewann allerdings noch nie ein unterklassiger Verein den Pokal in Ungarn.

Bemerkenswert ebenso die überaus geringen Zuschauerzahlen bei den Finalspielen. Waren Werte zwischen 3.000 und 12.000 (1925) Zuschauern in einer Zeit mit viel schlechteren Infrastukturmöglichkeiten äußerst plausibel, hat sich auch seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und einer Verbesserung des öffentlichen Transportwesens sowie einer Explosion der Zahl der privaten PKW nichts and er grundsätzlichen Tendenz bei den Zuschauerzahlen der oder des Pokalfinals geändert.

Weiterhin oszillieren diese auch im 3. Jahrtausend zwischen nur 2.000 (!) Zuschauern im Jahr 2008 und maximal 14.000 Zuschauern im Jahr 2009. Und dies alles, obwohl Fußball in Ungarn Volkssport Nr. 1 ist, nicht zuletzt wegen der großen Erfolge des Nationalteams von Ungarn in den 1950ern. Mit weitem Abstand ragt das Jahr 1955, kurz nach dem Krieg, kurz vor dem Volksaufstand heraus, als sich einmal 40.000 Zuschauer zu einem Pokalfinale einfanden.

Die nächsthöhere Zahl liegt mit 28.000 schon über ein Viertel darunter, nur ganz wenige Endspiele erreichten überhaupt die 20.000er-Marke. Der Minusrekord hingegen stammt aus dem Jahr 1926, als sich gerade einmal 300 Fußballfreunde zum Pokalendspiel einfanden.

Qualifizierte sich der Sieger des ungarischen Pokalwettbewerbs früher automatisch für den Europapokal der Pokalsieger, ist der Sieger des Magyar Kupa heutzutage nicht mal mehr automatisch für die Europa League qualifiziert. So muss der diesjährige (2013) Sieger des Pokals in Ungarn, Debreceni Vasutas SC, in der 2. Qualifikationsrunde einsteigen und sich zunächst mit dem Vertreter aus Norwegen, Strømsgodset Toppfotball, messen, um dann eventuell über die 3. Runde und die Playoffs ins Hauptteilnehmerfeld zu gelangen.

Was selten von Erfolg beschieden ist, wenn ungarische Mannschaften ans Werk gehen. So erstaunt es nicht, dass übermäßige Erfolge im Europapokal für die Vereine aus Ungarn seit Jahrzehnten auf sich warten lassen, auch wenn immer mal wieder Achtungserfolge gelingen.

Andererseits gibt es gerade in diesen Qualifikationsrunden immer wieder Überraschungen, was nicht zuletzt beim Wetten auf die Ergebnisse für lukrative Quoten sorgen kann, wenn man denn im richtigen Moment den richtigen Riecher hat. Wann es wo welche Quoten gibt, erfährt man zum Beispiel hier, aber auch an vielen anderen Stellen im Netz.

Gerade die Pokalwettbewerbe sind natürlich immer ein Hort für faustdicke Überraschungen. Eine solche lässt zwar im ungarischen Fußball noch auf sich warten, kann aber ebenso selbstverständlich in jeder neu ausgespielten Saison dann zum ersten Mal geschehen.

Der austragende Verband im ungarischen Fußball nennt sich Magyar Labdarúgó Szövetség, abgekürzt (MLSZ), besteht seit 1901 und ist bereits seit 1907 FIFA-Mitglied. Natürlich hat er seinen Sitz in Ungarns Hauptstadt Budapest, vom Glanz einstiger Zeiten ist allerdings wenig übrig geblieben. Die meisten Spieler der legendären Mannschaft der 1950er Jahre sind verstorben, die Nationalmannschaft hat sich schon lange für kein Turnier mehr qualifiziert. Ein Aufschwung mit einer neuen, „goldenen Generation“ ist zwar jederzeit möglich, zur Zeit aber nicht besonders wahrscheinlich.

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Grätschen sind aut

Der 4. Juli ist nicht nur der amerikanische Unabhängigkeitstag, sondern laut diverser Quellen auch der Tag der Wiedergeburt der Deutschen, bezogen auf die Anerkennung in der Welt. Von diesem Datum herrührend die Erkenntnis, dass es früher andere Wörter als heute gab. Zum Beispiel:

Spagatschritt.

Ein solcher war es, mit dem Max „Maxl“ Morlock vor 59 Jahren — lebt Horst Eckel noch? — den Ball zum 1:2 gegen Ungarn in die Maschen des ungarischen Tores fabrizierte. Sagte Herbert Zimmermann, „mit einem Spagatschritt“, und der muss es wissen, er war schließlich leibhaftig dabei.

(Siehe dazu auch, sehr wissenswert, im „Blonden Engel“.)

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EM 2016 Spielplan zum Ausdrucken und Ausfüllen, mon ami

EM Spielplan 2016 zum Ausdrucken

Direkt zur Seite mit dem EM-Spielplan zum Ausdrucken.

Unten gibt es die Spiele für all jene, welche sie nur online nachlesen wollen, einzeln aufgelistet.

Die EM 2016 in Frankreich ist die erste seit Einführung der Europameisterschaft 1960, die mit 24 Teams gespielt wird. Das bedeutet, dass aus den sechs Vorrundengruppen die beiden besten Nationen sowie die vier besten Gruppendritten sich für das neu eingeführte Achtelfinale qualifizieren werden.

Das wiederum bedeutet, dass Teams ausscheiden, weil sie schlechter waren als andere Teams, welche gegen völlig andere Gegner gespielt haben. Man könnte auch sagen: UEFA-Präsident Michel Platini hat den sportlichen Wert der Vorrunde mal wieder ad absurdum geführt, nur, damit 8 Nationen mehr teilnehmen und es dementsprechend mehr TV-Zuschauer gibt. Und er die eine oder andere Sympathie aus den dann vielleicht erstmalig qualifizierten Nationen genießen wird.

Gruppe A

10.6., 21h Frankreich - Rumänien Saint-Denis 2:1
11.6., 15h Albanien - Schweiz Lens 0:1
15.6., 18h Rumänien - Schweiz Paris 1:1
15.6., 21h Frankreich - Albanien Marseille 2:0
19.6., 21h Schweiz - Frankreich Lille 0:0
19.6., 21h Rumänien - Albanien Lyon 0:1

Gruppe B

11.6., 18h Wales - Slowakei Bordeaux 2:1
11.6., 21h England - Russland Marseille 1:1
15.6., 15h Russland - Slowakei Lille 1:2
16.6., 15h England - Wales Lens 2:1
20.6., 21h Slowakei - England Saint-Étienne 0:0
20.6., 21h Russland - Wales Toulouse 0:3

Gruppe C

12.6., 18h Polen - Nordirland Nizza 1:0
12.6., 21h Deutschland - Ukraine Lille 2:0
16.6., 18h Ukraine - Nordirland Lyon 0:2
16.6., 21h Deutschland - Polen Saint-Denis 0:0
21.6., 18h Ukraine - Polen Marseille 0:1
21.6., 18h Nordirland - Deutschland Paris 0:1

Gruppe D

12.6., 15h Türkei - Kroatien Paris 0:1
13.6., 15h Spanien - Tschechien Toulouse 1:0
17.6., 18h Tschechien - Kroatien Saint-Étienne 2:2
17.6., 21h Spanien - Türkei Nizza 3:0
21.6., 21h Kroatien - Spanien Bordeaux 2:1
21.6., 21h Tschechien - Türkei Lens 0:2

Gruppe E

13.6., 18h Irland - Schweden Saint-Denis 1:1
13.6., 21h Belgien - Italien Lyon 0:2
17.6., 15h Italien - Schweden Toulouse 1:0
18.6., 15h Belgien - Irland Bordeaux 3:0
22.6., 21h Italien - Irland Lille 0:1
22.6., 21h Schweden - Belgien Nizza 0:1

Gruppe F

14.6., 18h Österreich - Ungarn Bordeaux 0:2
14.6., 21h Portugal - Island Saint-Ètienne 1:1
18.6., 18h Island - Ungarn Marseille 1:1
18.6., 21h Portugal - Österreich Paris 0:0
22.6., 18h Ungarn - Portugal Lyon 3:3
22.6., 18h Island - Österreich Saint-Denis 2:1

Achtelfinale

25.6., 15h Schweiz - Polen St.-Etienne 5:6 n. E.
25.6., 18h Wales - Nordirland Paris 1:0
25.6., 21h Kroatien - Portugal Lens 0:1 n. V.
26.6., 15h Frankreich - Irland Lyon 2:1
26.6., 18h Deutschland - Slowakei Lille 3:0
26.6., 21h Ungarn - Belgien Toulouse 0:4
27.6., 18h Italien - Spanien Saint-Denis 2:0
27.6., 21h England - Island Nizza 1:2

Viertelfinale

30.6., 21h Polen - Portugal Marseille 4:6 n. E.
1.7., 21h Wales - Belgien Lille 3:1
2.7., 21h Deutschland - Italien Bordeaux 7:6 n. E.
3.7., 21h Frankreich - Island Saint-Denis 5:2

Halbfinale

6.7., 21h Portugal - Wales Lyon 2:0
7.7., 21h Deutschland - Frankreich Marseille 0:2

Finale

10.7., 21h Portugal - Frankreich Saint-Denis 1:0 n. V.
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Alle Torschützenkönige der EM

Seit geraumer Zeit vergibt die UEFA die Torjägerwertung nur noch an einen Spieler. Haben mehrere Spieler gleich viele Tore bei einer Europameisterschaft erzielt, werden weitere Kriterien zur Ranglistenbildung herangezogen. So erzielten bei den letzten Turnieren mehrere Spieler je 3 Tore, nur ein Spieler aber wird ausgezeichnet, wobei die Torvorlagen oder die gespielten Minuten zur weiteren Trennung eingesetzt werden. Ergebnisse wie beim Turnier 1960, als gleich fünf Spieler die Torschützenkönige wurden, wir es somit nicht mehr geben.

Jahr Spieler Club Tore
1960 Viktor Ponedelnik
Valentin Ivanov
Milan Galic
Francois Heutte
Drazen Jerkovic
UdSSR
UdSSR
Jugoslawien
Frankreich
Jugoslawien
2
2
2
2
2
1964 Dezsö Novak
Jesus Maria Pereda
Ungarn
Spanien
2
2
1968 Dragan Djazic Jugoslawien 2
1972 Gerd Müller Deutschland 4
1976 Dieter Müller Deutschland 4
1980 Klaus Allofs Deutschland 3
1984 Michel Platini Frankreich 9
1988 Marco van Basten Niederlande 5
1992 Karl-Heinz Riedle
Thomas Brolin
Henrik Larsson
Dennis Bergkamp
Deutschland
Schweden
Schweden
Niederlande
3
3
3
3
1996 Alan Shearer England 5
2000 Savo Milosevic
Patrick Kluivert
Jugoslawien
Niederlande
5
2004 Milan Baros Tschechien 5
2008 David Villa Spanien 3
2012 Andres Iniesta Spanien 3
2016 Antoine Griezmann Frankreich 6

Bemerkenswert, dass (West-) Deutschland es von 1972 bis 1980 schaffte, drei Mal in Folge den Torschützenkönig des Turniers zu stellen. Dies könnte Spanien ebenfalls gelingen, wenn ein spanischer Spieler wie David Villa 2008 und Andres Iniesta 2012 auch beim Turnier 2016 in Frankreich wieder Torschützenkönig werden sollte. Vierter Deutscher übrigens, neben Gerd Müller, Dieter Müller und Klaus Allofs, der Torschützenkönig einer Europameisterschaft wurde, ist Karl-Heinz Riedle, dem dies 1992 beim Turnier in Schweden als bislang letztem Deutschen gelang.

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Alle ungarischen Meister

Seit 1901 ermittelt man in Ungarn seinen Fußballmeister. Ab 2001 erhielt sie die unterschiedlichsten Sponsorennamen, aktuell heißt die 1. Liga in Ungarn Nemzeti Bajnoksag, was nichts anderes bedeutet als „Nationale Meisterschaft“. Rekordmeister ist Ferencváros mit derzeit 28 Titeln.

Jahr Meister
1901 Budapesti TC
1902 Budapesti TC
1903 Ferencváros
1904 Budapest MTK
1905 Ferencváros
1906 -
1906/1907 Ferencváros
1907/1908 MTK Budapest
1908/1909 Ferencváros
1909/1910 Ferencváros
1910/1911 Ferencváros
1911/1912 Ferencváros
1912/1913 Ferencváros
1913/1914 MTK Budapest
1914/1915 -
1915/1916 -
1916/1917 MTK Budapest
1917/1918 MTK Budapest
1918/1919 MTK Budapest
1919/1920 MTK Budapest
1920/1921 MTK Budapest
1921/1922 MTK Budapest
1922/1923 MTK Budapest
1923/1924 MTK Budapest
1924/1925 MTK Budapest
1925/1926 Ferencváros
1926/1927 Ferencváros
1927/1928 Ferencváros
1928/1929 Húngaria FC MTK Budapest
1929/1930 Újpest TE
1930/1931 Újpest TE
1931/1932 Ferencváros
1932/1933 Újpest TE
1933/1934 Ferencváros
1934/1935 Újpest TE
1935/1936 Hungária FC MTK Budapest
1936/1937 Hungária FC MTK Budapest
1937/1938 Ferencváros
1938/1939 Újpest TE
1939/1940 Ferencváros
1940/1941 Ferencváros
1941/1942 Újpest TE
1942/1943 Újpest TE
1943/1944 Nagyváradi AC
1945 Újpest TE
1945/1946 Újpest TE
1946/1947 Újpest TE
1947/1948 Csepel SC
1948/1949 Ferencváros
1949/1950 Budapest Honved
1950 Budapest Honved
1951 Budapest Bástya SE
1952 Budapest Honved
1953 Vörös Lobogó
1954 Budapest Honved
1955 Budapest Honved
1956 -
1957 Vasas SC
1957/1958 MTK Budapest
1958/1959 Csepel SC
1959/1960 Újpesti Dózsa
1960/1961 Vasas SC
1961/1962 Vasas SC
1962/1963 Ferencváros TC
1963 Gyõri Vasas ETO
1964 Ferencváros
1965 Vasas FC
1966 Vasas FC
1967 Ferencváros
1968 Ferencváros
1969 Újpesti Dózsa
1970 Újpesti Dózsa
1970/1971 Újpesti Dózsa
1971/1972 Újpesti Dózsa
1972/1973 Újpesti Dózsa
1973/1974 Újpesti Dózsa
1974/1975 Újpesti Dózsa
1975/1976 Ferencváros
1976/1977 Vasas SC
1977/1978 Újpesti Dózsa
1978/1979 Újpesti Dózsa
1979/1980 Budapest Honved
1980/1981 Ferencváros
1981/1982 Rába Vasas ETO Györ
1982/1983 Rába Vasas ETO Györ
1983/1984 Budapest Honved
1984/1985 Budapest Honved
1985/1986 Budapest Honved
1986/1987 MTK-VM Budapest
1987/1988 Budapest Honved
1988/1989 Budapest Honved
1989/1990 Újpesti Dózsa
1990/1991 Budapest Honved
1991/1992 Ferencváros
1992/1993 Kispest-Honved
1993/1994 Vaci FC Samsung
1994/1995 Ferencváros
1995/1996 Ferencváros
1996/1997 MTK Budapest
1997/1998 Ujpest BE
1998/1999 MTK Budapest
1999/2000 Dunaferr SE
2000/2001 Ferencváros
2001/2002 Zalaegerszegi TE FC
2002/2003 MTK Hungária FC
2003/2004 Ferencváros
2004/2005 Debreceni Vasutas SC
2005/2006 Debreceni Vasutas SC
2006/2007 Debreceni Vasutas SC
2007/2008 MTK Hungária FC
2008/2009 Debreceni Vasutas SC
2009/2010 Debreceni Vasutas SC
2010/2011 Videoton FC
2011/2012 Debreceni VCS
2012/2013 Gyori ETO FCR
2013/2014 Debreceni VSC
2014/2015 Videoton FC
2015/2016 Ferencváros
2016/2017 -
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Playoffs mit Teilnehmern aus Europa

Folgend eine Aufstellung aller je mit Teams aus Europa stattgefunden habender Playoff-Spiele für die Qualifikation zu einer EM oder WM.

Eigentlich sollte es nur um die WM-/EM-Playoffs der UEFA aus jüngerer Zeit gehen, sprich seit der WM 1998, als diese Playoffs in großem Umfang eingeführt wurden. Wenn man dann aber einmal dabei ist, sieht man, dass diese Erfindung schon lange existiert und insofern gar nicht so merkwürdig ist, wie sie auf den in 1980er Jahren Fußballsozialisierten heute immer noch wirkt.

Obschon sie natürlich begrüßenswert ist: Jede auf sportlichem Wege durch den Ausgang eines Spiels zustande gekommene Entscheidung ist besser als eine mit irgendwelchen ominösen Torkoeffizienten oder Fairplaywertungen oder — im Prinzip noch absurder — durch einen Quervergleich von Gruppendritten, welche gegen unterschiedliche Gegner antraten. Wie man unten sieht kommt dieser Weg der Entscheidung erstaunlich häufig ohne Zusätze an die Spielzeit von 180 Minuten aus, der Auswärtstorregel, über deren Berechtigung man natürlich ebenfalls streiten könnte, sei Dank.

Wen nur die jüngere Zeit interessiert, der möge sofort nach unten scrollen, andere werden sicher einige Begnungen aus älterer Zeit finden, welche ihnen entfallen waren.

WM 1958

Israel Wales 0:2 (0:1)
Wales Israel 2:0 (0:0)
 

WM 1962

Israel Italien 2:4 (2:0)
Italien Israel 6:0 (1:0)
 
Marokko - Spanien 0:1 (0:0)
Spanien Marokko 3:2 (2:1)
 
Jugoslawien Südkorea 5:1 (1:0)
Südkorea Jugoslawien 3:1 (2:0)
 

WM 1974

Die UdSSR trat aus politischen Gründen nicht zum Rückspiel in Chile an. Chile hingegen trat an und schoss sofort das 1:0. Im Anschluss wurde die Partie abgebrochen, weil ohne Gegner kein Wiederanstoß möglich war. Gewertet wurde das Spiel mit 2:0 für Chile, welches sich damit für die WM-Endrunde in Deutschland qualifizierte.

UdSSR Chile 0:0
Chile UdSSR 2:0 am Grünen Tisch
 

WM 1978

Ungarn Bolivien 6:0
Bolivien Ungarn 2:3
 

WM 1986

Da es Vierer- und Dreiergruppen in der Qualifikation gab, mussten die jeweils Zweiten der Dreiergruppen noch durch eine zusätzliche Playoff-Runde, Schottland sogar gegen den Vertreter Ozeaniens antreten.

Belgien - Niederlande 1:0
Niederlande - Belgien 2:1
 
Schottland - Australien 2:0
Australien - Schottland 0:0
 

EM 1996

Die 6 besten Gruppenzweiten aus den 8 Gruppen waren direkt qualifiziert. Der letzte und der vorletzte der Tabelle der Gruppenzweiten bestritten ein Entscheidungsspiel auf neutralem Boden, der passend zum EM-Ausrichter von 1996 in Liverpool, England, lag.

Irland - Niederlande 0:2 (0:1)
 
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