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Schlagwort: Weltmeister

Schieß mich Pocher tot

Man möchte es gar nicht so genau wissen eigentlich, man möchte lieber nicht fragen, weil man die Antwort schon ahnt und sich so fürchterlich fremdschämt, dass dagegen selbst ein Kaffee-Service noch eher ein Anlass zum Stolz ist. Offensichtlich hat aber die selbe, und jetzt muss ich vorsichtig sein mit meiner Wortwahl, sagen wir: Frimpe, ich glaube, eine Frimpe, das ist bestimmt keine Beleidigung unter der Gürtellinie oder dergleichen mehr, es ist schließlich eine Blume, und jemanden wie eine Blume zu nennen (türkische weibliche Vornamen leiten sich sehr oft von bestimmten Blumennamen ab), kann ja kaum justiziabel sein, oder? die selbe Frimpe wie jene, die auch nach dem verlorenen EM-Finale 2008 irgendwelche Show-Elemente angesichts einer Niederlage für angemessen hielt, diese alte fleischfressende Pflanze, die wir dort im Vordergrund sehen, bei dem Empfang der Frauen-Nationalmannschaft nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2007, das ist nicht zufällig diese völlig artfremde Nulpe Tulpe namens Oliver Pocher, die dort so überhaupt gar nichts zu suchen, wahrscheinlich an diversen BHs gezupft, Trikottäusche vorgeschlagen und anderen zotigen Müll von sich gegeben hat?

Nein, natürlich nicht. Was hätte auch eine Frimpe wie Oliver Pocher bei einer Titelfeier der Frauen-Nationalmannschaft zu suchen, außer extrem gequirlte Scheiße auf dem Niveau von Grundschul-Schulhof-Witzen zu versuchen (!) zu machen und sich selbst als Mittelpunkt der Veranstaltung zu gerieren, was in Ermangelung des Wunsches aller anderen Beteiligten, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken, dann auch hervorragend funktioniert haben wird.

Zum Glück war ich bei diesem Empfang weder vor Ort noch vor dem Television live dabei, ich hätte evtl. mich oder andere an diesem Ereignis Beteiligte erschossen.

Aber zunächst prüfe man selbst, und dann schnell aufs Klo.

Es ist ja so einfach, Pocher zu bashen. Natürlich ist das einfach. Dahinter steht aber auch ein gesamter Verband, der es zulässt, dass seine eigenen Ereignisse ins absolut Lächerliche gezogen werden. Was sind das für Menschen beim DFB, die akzeptieren, dass ein Grundschulzeugejehovas daherläuft und bei jeder, aus sportlicher Sicht, ernsthaften im Sinne von seriös dem sportlichen Erfolg huldigenden Feier ein Mikro in die Hand bekommt und sein hirnloses RTL-Zielgruppen-gerechtes Geschwätz absondern darf, während derselbe Verband Gelbe Karten für nicht in der Hose befindliche Trikots verteilen lässt oder aber auch seine eigenen Mitglieder, die Amateurvereine nämlich, mit seinen neuen Sonntagsspielterminen verarscht, weil doch jedem Kreisligaverein noch 120 Euro aus dem Millionentopf von Premiere-Sky zufallen. Achso. Ja, klar, daher weht der Wind. Man nimmt seine Mitglieder ohnehin nicht ernst. Da kann man natürlich auch gerne mal seine eigenen frisch gebackenen Weltmeisterinnen dieser Lächerlichkeit preisgeben.

War es nicht Jens Lehmann, der auf die Feier und vor allem auf Pochers Gesülze nach dem EM-Finale keinen Bock hatte? Ballack ganz sicher und man muss sagen: beide werden nicht unsympathischer dadurch.

(Statt Pocher, einer extrem schlimmen Frimpe allerdings, könnte dort genauso Atze Schröder, Hagen Rether, Volker Pispers oder sogar Helmut Schmidt himself stehen: Es würde nichts daran ändern, dass jener welcher dort nichts zu suchen hätte. Aber, Pocher, ja, der macht es dann doch noch mal schlimmer als die anderen es je könnten.)

(Silke Rottenberg ist auch schon ganz schlecht, sie lehnt sich schon zum Speien vorneüber.)

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Erdinger — Das Weißbier der Rummenigges

„Karl-Heinz Rummenigge, werden wir heuer Fußball-Weltmeister?“

„Wenn alle, die Erdinger Weißbier genauso gern trinken wie ich, uns die Daumen drücken, kann eigentlich nichts schief gehen.“

„Was? Sie trinken Erdinger Weißbier?“

„Wieso? Sie nicht?“

Wem es unbekannt war: Eben jener Karl-Heinz Rummenigge ist der Initiator der Aktion „Keine Macht den Drogen“. Und Selbiger war es auch, der zu den Nullkommafünf Promille, mit denen Giovanne Elber am Steuer erwischt wurde, ausführte: „Wissen Sie, was Nullkommafünf Promille sind? Das hat im Stadion jeder.“

Völlig klar, diese Trennung zwischen Alkohol (go-o-o-o-o-d) und Drogen (ba-a-a-a-a-d) ergibt Sinn, schließlich zieht der langfristige Konsum von Erdinger Weißbier garantiert keine Spätfolgen nach sich, wie folgender Clip beweist.

Und wie wirksam die Keine-Macht-den-Drogen-Kampagne ist, weiß Wikipedia:

Wie das Institut für Therapieforschung (IFT) in München ermittelte, war die Kampagne zwar bei 78 Prozent der Befragten im Alter zwischen 18 und 69 bekannt – hatte aber für den Einzelnen und seinen Umgang mit Drogen kaum Bedeutung. Mehr als die Hälfte der befragten Personen glaubten zudem, die Kampagne richte sich an bereits Drogen-Abhängige, obwohl die Kampagne für Jugendliche ab zwölf Jahren konzipiert worden war, die noch keine Drogen konsumierten. Die Kampagne verfehlt also nicht nur die anvisierte Zielgruppe – sie erfüllt zudem auch nicht den erwünschten präventiven Effekt.

Also, Daumen drücken!

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And the (greatest) loser is …

… Paolo Maldini!

Der Guardian fragt sich in seiner (für Fjörks) immer lesenswerten Rubrik „The Knowledge“, ob Michael Ballack der größte Loser aller Zeiten ist (der URL trägt den netten Namen http://www.guardian.co.uk/football/2008/jul/23/michaelballackloser). Die oben vorweggenommene Antwort ist ein wenig überraschend: Paolo Maldini ist der Mann mit den meisten zweiten Plätzen in allen möglichen ernstzunehmenden Wettbewerben: 17x erlebte Maldini schon das bittere Gefühl, als erster aufs Siegespodest zu müssen und kaum Ahnung habenden Repräsentanten von irgendwas Hände schütteln zu müssen, eine Silbermedaille überreicht zu bekommen, die anders als beim um die Ecke blitzenden Olympia im Fußball eigentlich keinen Wert hat, nicht mal ernsthaft bei Versteigerungen für einen guten Scheck.

Ballack ist erst bei schlappen 12 zweiten Plätzen, hat angesichts seines Alters im Vergleich zur Dauer Maldinis Karriere allerdings noch ein paar Jahre Zeit, aufzuholen. Zwischen den beiden stehen übrigens noch ein paar unbekannte — wie könnte es anders sein — Schotten mit diversen zweiten Plätzen.

Und wenn man Ballack und Maldini als zwei der größten Verlierer der Fußballgeschichte sieht, muss man feststellen, dass zum Gewinnen eben auch das mögliche Verlieren dazu gehört. Keine ganz neue Erkenntnis, aber nur wer oft in Finals steht, kann diese auch oft gewinnen. Oder verlieren. Ähem.

Hier also Ballacks Liste der Schmerzen:

1999: Vize-Meister Bundesliga
2000: Vize-Meister Bundesliga
2002: Vize-Meister Bundesliga
2002: Vize-Pokalsieger DFB-Pokal
2002: Vize-Irgendwas Champions League
2002: Vize-Weltmeister
2004: Vize-Meister Bundesliga
2007: Vize-Meister Premier League
2008: Vize-Meister Premier League
2008: Vize-Irgendwas Champions League
2008: Vize-Pokalsieger League Cup
2008: Vize-Europameister

Bemerkenswert ist neben seinem guten Platz in jener Aufstellung der größten Loser das Kunststück des doppelten Viererpacks — da darf man nach Vollendung des zweiten Viererpacks auch gerne dem Grinsmonster Bierhoff einen auf die Glocke geben wollen. Hach, hätte der Unaussprechliche nicht einmal etwas Sinnvolles tun und dieser Szene fernbleiben können? Aber hier wird abgeschwiffen, also weiter im Text:

Ballacks eindrucksvolle Bilanz wird weit übertroffen von der Liste der Schmerzen für Paolo Maldini:

1990: Vize-Meister Serie A
1990: Vize-Pokalsieger Coppa Italia
1991: Vize-Meister Serie A
1993: Vize-Pokalsieger Uefa Super Cup
1993: Vize-Irgendwas Champions League
1993: Vize-Weltpokalsieger
1994: Vize-Weltpokalsieger
1994: Vize-Weltmeister
1995: Vize-Irgendwas Champions League
1996: Vize-Pokalsieger Supercoppa Italia
1998: Vize-Pokalsieger Coppa Italia
1999: Vize-Pokalsieger Supercoppa Italia
2000: Vize-Europameister
2003: Vize-Weltpokalsieger
2003: Vize-Pokalsieger Supercoppa Italia
2005: Vize-Meister Serie A
2005: Vize-Irgendwas Champions League

Die gewonnenen Titel folgen dann morgen. Yin, Yang. Win-Lose.

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Turm, der Jüngere

Der eine Rocker ist gerade erst weg zu den Blackburn Rockers, da wird der andere, zwischenzeitlich still gelegte Rocker Dschunior reaktiviert.

El roque ist übrigens spanisch für „Turm“, ob der portugiesische Vorname das auch bedeutet, weiß ich nicht, Santa Cruz kommt aus Paraguay.

Ein Turm in der Schlacht muss Roque Junior allerdings auch sein, hat der MSV doch bereits die meisten Niederlagen aller Teams erlitten. Ob der Weltmeister von 2002, der sich bei Bayer Leverkusen nie richtig durchsetzen konnte, dafür der richtige ist, sagt uns bald das Licht (in Form von Rockel Junior von Strafstoss.net.)

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Johan-Cruyff-Schaal

Die Johan-Cruyff-Schaal ist kein Elefant Schal, und anders als man vermuten würde auch keine Schale. „De Schaal“ ist ein „Maßstab“, eine „Skala“, und in den Niederlanden nichts Anderes als das Pendant zur gemeinhin als Supercup bekannten Einrichtung im Fußball. Der Meister eines Landes spielt in diesem Ein-Spiel-Wettbewerb gegen den Pokalsieger desselben Landes derselben Saison. In den Niederlanden ist dieser Supercup eben nach dem Profi von Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam und des FC Barcelona benannt (und übrigens auch der Los Angeles Aztecs, der Washington Diplomats und des UD Levante, was schon fast wieder einen „little-known-facts-Beitrag“ wert wäre).

Schade eigentlich, dass es den Supercup in Deutschland nicht mehr gibt. Natürlich hätte bzw. hat er einen ähnlichen Stellenwert wie der aktuelle Ligacup: fast gar keinen. Während man beim Supercup aber noch so etwas wie eine sportliche Logik erkennen kann (die beiden Titelträger einer Saison duellieren sich), ist der aktuelle Ligapokal vollkommen — man muss diese strapazierte Vokabel benutzen — hanebüchen.

Der Pokalsieger, der Meister und ein paar Besserplatzierte spielen mit dem Meister der zweiten Liga um ein von Grundschülern in der „Textil AG“ zusammengebautes Etwas. Wer kann bei der Zusammenstellung dieses Teilnehmerfeldes irgendetwas Sinnergebendes erkennen?

Und wer ist der deutsche Johan Cruyff? Natürlich der Dummschwätzer. Der Franz-Beckenbauer-Cup ist aber noch wertloser als der niederländische Supercup. Ein Pokal für Freundschaftsspiele. Eigentlich peinlich, aber: der Franz ist Weltmeister, Johan nicht. In 30 Minuten geht’s los, das spannende Endspiel um den Franz-Beckenbauer-Cup.

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Unbekanntes aus … Bruchmühlbach-Miesau

… Bruchmühlbach-Miesau.

Hier wohnt einer der letzten drei noch lebenden Weltmeister von 1954: der in der Vor-WM-2006-Phase bei allen denkbaren Veranstaltungen unvermeidliche Horst Eckel, der letztens noch seinen 75. Geburtstag groß feierte. Bruchmühlbach-Miesau hat schon einen Bindestrich und ist trotzdem immer noch so klein, dass von diesem Ort außer den eigenen Einwohnern noch nie jemand zuvor gehört hatte. Erstaunliches Detail aus der Karriere des Horst Eckel: bei seinem ersten Training beim 1. FC Kaiserslautern konnte er angeblich nur mit der Picke schießen. Dass so einer dann später noch Weltmeister wird, das konnnte es wohl auch nur „früher“ geben.

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Ein ganz Großer war er nie

Trotz seiner unzähligen Titel und Länderspiele fehlte Andreas Möller der Glanz und die Reputation eines ganz Großen. Komischerweise hat man anderen Aktiven wesentlich mehr verziehen als Möller mit seinen Eskapaden. Aber wahrscheinlich ist Möller einfach nicht sympathisch und somit nicht massentauglich.

Sympathisch sein muss er aber ohnehin nicht mehr, sondern erfolgreich: Heute beginnt sein Vertrag als Trainer bei Viktoria Aschaffenburg. Schaun wer mal, ob wir Möller noch früher in der Bundesliga sehen als Lodda.

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Unbekanntes aus … Italien

… Italien.

Was doch die Statistiken alles hergeben. Italien mit einer EM-Qualifikation, in der ein einziger Sieg mit einem 3:1 gegen Zypern zu Buche steht, ein einziger Sieg in der gesamten Qualifikation. War dieses Italien nach 1982 nicht amtierender Weltmeister? Was war da los?

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Kleiner Reminder für Außenstehende

Allen Laien, die ihre Infos nur aus der FOTO-Zeitung („Heute ein 17:0?“) beziehen und anschließend ins Frankenstadion gehen, um zur Pause bei einer 1:0-Führung zu pfeifen, sei noch mal das Ergebnis des Weltmeisters ans Herz gelegt: 2:1 auf Färöer, mit einem Gegentor in der 77. Minute, in welcher unterklassige Spieler normalerweise schon aus dem letzten Loch pfeifen.

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Schon wieder WM

Obwohl es doch fast vor meiner Haustür stattfand, ist es mir damals entgangen. Argentinien war schon längst Weltmeister, bevor die WM überhaupt begonnen hatte. Und diese schwäbisch-argentinischen Weltmeister haben wir sicher auch schon selbst im Fernsehen gesehen, als Einlaufzwerge [Link leider tot].

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Größt, größter, am größtesten

Huch, da haben wir aber wieder einen Redakteur erwischt, der entweder einfach nur keine Ahnung von Fußball hat oder es nicht besser wissen möchte. „Player“ schreibt als Einleitung zum Interview mit Rudi Völler:

„Im Finale einer Weltmeisterschaft zu stehen ist das Größte, was ein Fußballer erreichen kann.“

Nun, ich glaube fast, es gibt da etwas, was noch Größter sein kann, als im Finale zu stehen. Und nur weil Rudi Völler 1986 das WM-Finale verloren hat, trotz seines tollen Tores, nach welchem er zur Eckfahne sprintete, muss man doch nicht so viel Rücksicht nehmen. Im Gegensatz zu den vielen deutschen Nationalspielern, die nach dem verlorenen WM-Finale 1986 ihre Länderspielkarriere beendeten, hat Rudi Völler es geschafft, das noch Größtere zu erreichen, was ein Fußballer erreichen kann, abgesehen davon, in einem WM-Finale zu stehen. Mit ein bißchen Falltheatralik seinerseits war er nicht unwesentlich daran beteiligt, dass Deutschland 1990 das WM-Finale sogar gewann. Ja, da fragt man sich schon, welchen Sportsgeist der Player-Redakteur eigentlich mitbringt, wenn er solch eine Zeile verfasst. Wesentlich weniger hingegen fragt man sich nach solch einer Zeile, warum Player nun pleite ist.

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Weltmeister

Angesichts der Bilder der feiernden Handball-Weltmeister überfällt mich doch ein wenig Wehmut: dieser schmerzende Sonntag mit dem Elfmeterschießen und den jubelnden Italiernern, es hätte so schön sein können.

Nach den Hockeyherren schaffen es nun auch die Handballherren im eigenen Land.

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Einer muss ja die Wahrheit sagen

„Die haben einfach mehr zu sagen als die Fußballer.“

begründet der Regisseur des kommenden Films über die deutsche Mannschaft bei der Handball-WM seine Vorhersage, dass die Interviews mit den Handballern interessanter sein werden als jene aus „Wortmann. Ein Schlummerlied“.

Und wie viel erst die Hockey-Weltmeister von 2006 zu sagen gehabt hätten… hätte man sie nur gefragt.

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