So wie wir hier im WM-Special Spielereien anbieten, mit denen man sich vergnügen kann oder auch nicht, lassen sich auch andere Menschen Spielereien einfallen. Z. B. diese hier von der Betriebstemperatur der WM-Anwärter. Nette Sache, leider total sinnlos. Diese Grafik ist von Dezember und ich wage mal zu behaupten, dass es schon im Dezember keinen interessiert hat, ob der Balken von Turkmenistan bei 80 oder bei 85 Prozent lag.
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Noch sind wir nicht so weit, dass wir zeitreisen können. Ich möchte auch gar nicht zurück in diese komischen Klamotten, die mir meine Eltern als 4-Jährigem verpasst haben. Ich möchte auch nicht noch mal zur Beerdigung von Oma müssen und schon mal gar nicht noch mal diesen blöden Unfall kurz nach der Führerscheinprüfung bauen.
Zugucken würde ich allerdings schon gerne, wie das damals war, als wir 1974 gegen die DDR verloren oder als wir Australien 3:0 nach Hause schickten. Was ich dann auch entscheiden könnte, wäre, mir einen Gruß aus der Vergangenheit ins Jetzt zu schicken. Ich könnte mich als DDR-Fan getarnt vor eine Kamera schleichen und mich interviewen lassen. Oder einfach irgendwo im Stadion Bandenwerbung machen.
Jedes Mal, wenn dann die Aufzeichnung der Spiele in diesem Stadion gezeigt wird, egal wann, also zum Beispiel heute, würde ich mit mir selbst kommunizieren. „Hallo Trainer, geh endlich ins Bett.“ oder Ähnliches könnte ich mir zurufen. Aus der Vergangenheit in die Zukunft. Wer jetzt bei der WM 2006 z. B. beim Finale Bandenwerbung macht, wird genau das tun. Einmal bezahlen, bei jeder Ausstrahlung wieder seinen Namen oder seine Marke sehen. Praktisch.
4 KommentareDa hatte ein Typ aus — ich glaube — den USA eine tolle Idee, als er eine Million Pixel auf seiner Webseite gegen Geld verkaufte. Die Seite wurde im Netz ziemlich bekannt und wenn mich nicht alles täuscht, hat dieser Typ damit nun eine Million Dollar verdient.
Wie bei jeder guten Idee gibt es auch in diesem Falle nun Trittbrettfahrer: die Webpixelpage soll wohl so etwas Ähnliches zur WM darstellen. Mit deutlich niedrigeren Tarifen und deutlich beschissenerer Umsetzung.
7 KommentareKomisch, dass die Amis von einer „Road to Germany“ berichten, wenn das Spiel doch schon in „Germany“ stattfand. Naja, man nimmt es dort nicht so genau mit den Fakten, Hauptsache, der Slogan stimmt.
Ursache für die verspätete Bilderlieferung ist übrigens, dass WordPress nicht mit Opera kooperieren mag — oder umgekehrt, das habe ich noch nicht herausgefunden.
Eine meiner Klientinnen war auch bei dem Spiel in Dortmund. Sie hatte mehr „roughness“ im Stadion erwartet und zeigte sich positiv überrascht von der tollen Stimmung im Fußballstadion zu Dortmund. Ähnliches gilt wohl für Clinsifornia. Weil sie aber so weit vom Stadion entfernt geparkt hatte, ging meine Klientin vor dem ersten und einzigen Tor der USA. Pech gehabt.
Ihre erste Frage heute war allerdings: „When Germans whistle, does it mean that they boo?“ — ja, genau das bedeutet es. Hat bei mir mal wieder Erstaunen ausgelöst. Bedeutet pfeifen nicht überall in der westlichen Welt Ablehnung?
Bis ich mein Erstaunen überwunden habe, widmet Euch bitte diesen Impressionen von Hoffotografin Paula, die, in den USA weilend, sich leider den Arm gebrochen hat. Von hier aus beste Genesungswünsche und während Du da so faul im Sessel rumlümmelst, könntest Du Dir eigentlich mal ein neues Gimmick für das WM-Special von überlegen. Also los.
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2 KommentareWohl eher interessant für Brasilianer oder Italiener, eventuell sogar für Tschechen: Hier kann man jetzt schon ein Stück des Rasens des WM-Finales bestellen. Wie wir schon müde sind zu hören, gibt es einfach nichts mehr, was die FIFA im Rahmen ihres Fußballturniers (Würstchen und Bier zu erschwinglichen Preisen, Eintrittskarten leider nicht) nicht zu Geld zu machen versucht. Konnte man früher einfach nach dem Spiel heimlich auf den Rasen stiefeln und sich ein Stückchen rausreißen, ist jetzt schon eingraviert, wer welche Parzelle des WM-Rasens erhält, nachdem er hier auf „Jetzt bestellen“ [Link leider tot] geklickt hat.
Wahlweise in Natur oder in Acryl gegossen gibt es 20×30cm für ¤75. Das ist sogar für eine Partie Tippkick zu klein…
5 KommentareFür ein zusätzliches Vorbereitungsspiel — möglicherweise gar unter Ausschluss der Öffentlichkeit — während des Trainingslagers in Genf wird noch ein leichter Gegner gesucht. Angesichts der deutschen Europapokalergebnisse muss man sagen: die Auswahl ist groß. Einfach ein Bundesligateam nehmen, schon hat man den gewünschten leichten Gegner.
1 KommentarIch bin 11 Jahre alt. Ich bekomme ca. 5DM Taschengeld pro Woche. Davon kann ich entweder alles auf einmal in den Videospielautomaten („Vanguard“ oder „Track & Field“) in der Pommesbude („Zur Post“) werfen und dann mit den ausreichenden Leben („Credits“) weiter kommen als sonst oder Panini-Sammelalbumbilder kaufen.
Heute habe ich mich für Panini entschieden.
Die Packung sieht allerdings ganz anders aus als früher, als ich 9 und 10 war. „GOAAAL!“ steht darauf und das O ist aus einem Fußball geformt. Daneben lacht mich das Logo der WM 2006 an. Hauptsächlich in gelb gehalten, ist das Cover mehrheitlich grün.
Dass es überhaupt Paninibilder sind, erkennt man nur, wenn man sehr genau hinschaut, unten befindet sich das Panini-Logo mit dem altbekannten Schriftzug und dem Ritter mit der Lanze.
Allerdings interessiert mich die Packung eigentlich nur marginal. Der Inhalt ist, was mich zum Kaufe reizte.
- „Hören Sie, Herr Trinkhallenbesitzer, wie viele Bilder sind da drin?“
- „…“
- „Fünf oder sechs?“
- „Weiß ich doch nich, Jung.“
- „Ich denk, Sie wollen das verkaufen?“
- „Fünf bestimmt.“
Egal, der Euro wird investiert. Man könnte die Tüte natürlich sofort aufreißen, aber das würde ja die Vorfreude auf Sekunden reduzieren. Also abwarten, bis das häusliche Domizil erreicht ist. Noch mal die Packung anschauen. Dann aufreißen.
Arschloch.
Dieser Typ von der Trinkhalle hätte mir doch wohl sagen können, dass das keine Panini-Albumbilder, sondern Panini-Sammelkarten sind. Was soll ich denn mit so doofen Sammelkarten? Die alte Krankheit meiner Mutter: Beim Einkaufen mal wieder nicht richtig die Packung durchgelesen — leide ich jetzt auch schon darunter? Nein, es war der Wahn, der Fußballwahn, der kurzzeitig mein Gehirn außer Gefecht setzte. Wofür hat man denn Opis in der Trinkhalle? Wohl doch, damit sie einen vor solchen Fehlern bewahren.
Dann wollen wir trotzdem mal schauen, wen wir in der Packung haben. Immerhin sechs Kärtchen sind es dann doch.
Der erste ist Park Ji-Sung, natürlich von Südkorea.
Der zweite ist gleich einer der möglichen Superstars. Wow! Ich habe Andriy Shevchenko. (Natürlich nutzt Panini die englische Schreibweise. Natürlich? Ja, ich weiß auch nicht, warum.)
Der dritte ist Samuel von Argentinien.
Der vierte ist Roque Junio von Brasilien.
Der fünfte ist Allessandro Del Piero.
Und der sechste ist Arjen Robben.
Das kann gar nicht sein. Man kann doch nicht ein Tütchen kaufen und dann gleich drei große Stars und einen halben in dieser einen Packung haben? Achso. Die Erklärung ist einfach.
Es gibt nur 150 Sammelkarten. Von den 32×23=736 Spielern die teilnehmen also gerade mal 20 Prozent. Somit wählt man natürlich nur die bekanntesten Gesichter aus, um Freude beim Käufer zu erreichen, dass man jetzt drei Stars als Sammelkarte hat.
Für mich ist das Beschmu.
Nächste Woche also wieder „Vanguard“ in der Pommesbude.
9 KommentareEntschuldigung, ich musste kurz lachen, als ich im Bereich zur WM auf der Seite www.germany-tourism.co.uk Folgendes zu den Sprachen, die man in Deutschland angeblich spricht, las:
„Language: German. English is widely spoken.“
Ich möchte gar nicht erst wissen, wie viele Deutsche diesen Satz so wie in der Überschrift übersetzten. Was ich aber weiß, ist, dass eine meiner Schülerinnen aus den USA mir letztens klagte: „Alle sagen hier, dass sie Englisch sprechen. Aber dann: können sie es gar nicht!“ Das mag für uns jetzt witzig sein. Für jemanden, der sich von außerhalb kommend darauf verlässt, dass „die Leute“ in Deutschland englisch sprechen, ist es nicht mehr ganz so witzig. Und warum wohl heißt der Werbespruch von McDonald’s nicht mehr „I‘m loving it“, sondern „Ich liebe es“ (was nebenbei bemerkt eine total schlechte Übersetzung ist, weil man das im Deutschen so nicht sagen würde, es einfach total unnatürlich klingt), warum sagt man denn nicht mehr „Powered by emotion“ (was manche Angehörige des älteren Semesters mit „Kraft durch Freude“ übersetzten), warum sollte Douglas denn nicht mehr mit „Come in and find out“ werben (was „englischsprechende Deutsche“ mit „Komm rein und finde wieder heraus“ übersetzten)?
Weil in Deutschland quasi niemand englisch spricht.
Was man hier beherrscht, ist sogenanntes Euro-Trash-English. Also jenes Englisch, welches ausreicht, um die Texte der unsäglichen „Band“ Scooter zu verstehen. Da nützen auch keine 20-stündigen Kürschen für Taxifahrer oder Hostessen. Das ist so lange nicht schlimm, wie die Taxifahrer oder Hostessen Kunden haben, deren Muttersprache gar nicht englisch ist. Die Seite www.germany-tourism.co.uk ist aber für Briten gedacht.
Na, das kann ja heiter werden. Ich sag nur „I become a sausage.“
8 KommentareIch meinte natürlich nicht Hawaii, sondern die Allianz-Arena. Die ist nämlich überdacht. Das ist klasse, da kommen dann eben auch die Frimpen-Fans und setzen sich für ein paar Kröten in die ersten Reihen. Die lange Liste der Schäden an den deutschen WM-Stadien darf um die tolle Konstruktion des Daches der Allianz-Arena erweitert werden.
Bei den starken Schneefällen der letzten Tage wurden die Zuschauer in den ersten Reihen nass. Allerdings nur leicht, nicht so wie in Frankfurt gleich kübelweise. Aber: das Dach hat seinen Zweck nicht erfüllt.
Nett, wie einer der Verantwortlichen dieses mittlere Malheur kommentierte:
„Ich gehe davon aus, dass sich das nicht wiederholt. Das war eine Ausnahmesituation.“
Klar, man weiß, gerade in München schneit es eigentlich sonst nie.
Einen Kommentar hinterlassenDer Dummschwätzer droht Clinsfornia, dass dieser sich nicht für Jens Lehmann entscheiden solle, weil sonst die Münchner Zuschauer beim WM-Eröffnungsspiel gegen die deutsche Mannschaft sein könnten.
Das ist ehrenwert von den Münchner Zuschauern, dass sie ihren eigenen Verein über die deutsche Nationalmannschaft stellen, und das sogar bei einem WM-Turnier.
Nur fürchte ich, dass das kaum Auswirkungen haben wird auf die Atmosphäre beim Spiel in München. Durch die Vorgehensweise bei der Ticketvergabe wird doch eh kaum jemand aus München in dem Stadion sitzen. Der Zufall hat doch entschieden, welche Spiele man bekommt, somit müssten die Zuschauer aus ganz Deutschland stammen. Ob die dann alle so FC-Bayern-verbunden sind, dass sie die deutsche Nationalmannschaft auspfeifen, wage ich mal zu bezweifeln.
3 Kommentare1966 war schon einmal ein Löwe das Maskottchen einer WM. Das war in England. Engeland. Ein Land wie Fish‘n'Chips, ein Land wie Charles und Camilla, ein Land wie Druiden und dunkles Bier. Ganz klar, hier passt ein Löwe, zumal die Engeländer das auf ihrem Nationaltrikot tragen. Die sog. „Drei Löwen“ sind das Symbol des englischen Fußballverbands. Da ergibt ein Löwe als Maskottchen Sinn.
Abgesehen davon war es 1966 das erste Mal, dass es überhaupt ein Maskottchen gab (schläfrige Chilenen) bei einer WM, da könnte man theoretisch auch einen Fehlgriff noch verzeihen. Muss man aber gar nicht, denn der Löwe „Willie“ ist durchaus gelungen und hat, wie gesagt, auch noch eine Verbindung zum ausrichtenden Verband.
Was aber hat ein Löwe mit Deutschland, mit dem deutschen Fußball, mit dem DFB zu tun?
Richtig: gar nix.
Das ist jetzt auch keine allzu neue Diskussion, die ich hier mit mir führe. Neu ist aber die Antwort auf diese Frage, warum denn ein Löwe das Maskottchen der WM in Deutschland 2006 geworden ist. Natürlich, weil der Löwe in München eine gewisse Rolle spielt. Wie sollte es auch anders sein. Der Dummschwätzer (tut mir leid, dass ich ihn so oft erwähnen muss, er hat aber nun mal — gottverdorri — solch großen Einfluss in Fußball-Deutschland, dass es nicht anders geht) hat ja schon das WM-Logo von Freunden kreieren lassen, denen er ohne Ausschreibung den Job zugeschustert hat.
Okay, das Maskottchen wurde von der Henson Company aus den USA entwickelt. Ich weiß zwar nicht, ob Cosmos-New-York-Franz da nicht auch irgendwie Kontakte hat, nehme das aber erstmal nicht an.
Hier sehen wir aber, welche Stadt in Deutschland mit Löwen in Verbindung zu bringen ist. Und ehrlich gesagt ist mir diese ganze Kungelei, Kumpanei und das In-die-eigene-Tasche-wirtschaften langsam echt zuwider.
Klar ist es nur ein Maskottchen, aber es ist eben ein Maskottchen für München. Da muss man sich auch nicht wundern, Franz, wenn der Rest der Republik Dir auf Deinem Weg nicht mehr folgen kann.
Ein Löwe als Maskottchen für Deutschland. Wie absurd.
8 KommentareDer Dummschwätzer hat sich über Clinsfornia beklagt. Dieser hätte eine schlechte Kinderstube. Anlass war, dass Clinsfornia in California weilte, während in Düsseldorf ein Arbeitsgeschäft mit 24 der 32 WM-Teilnehmertrainern stattfand.
Der Dummschwätzer hätte damals ja ohnehin lieber Lodda Maddäus im Amt des Bundestrainers gesehen. Der Lodda hat wenigstens eine ordentliche Kinderstube.
In Brasilien hat Lodda sich letzte Woche mit einem Fotografen geprügelt.
[Nachtrag] Und wie der Spiegel berichtet, ist er jetzt auch noch für 30 Tage wegen Schiedsrichterbeleidigung gesperrt worden.
2 KommentareIch bin sicher frei vom Verdacht übertriebener Political Correctness. Trotzdem finde ich die Idee, alte Mauerelemente als Wegweiser zu verwenden, seltsam. Klar, die Mauer ist schon länger ausrangiert, niemand muss mehr die Selbstschussanlagen fürchten, wenn er an ihr vorbei (oder drüberhinweg) möchte. Dieses Symbol eines totalitären Regimes nun aber lustig, in bunten Farben anzumalen und als Wegweiser für die „Freunde“, die zur WM bei uns zu Gast sein werden, zu verwenden, halte ich für keine gute Idee.
Ein Dokument der Zeitgeschichte wird verhohnepiepelt. Zwar ist es nicht das erste Mal, dass man mit Mauerelementen Werbung für irgendetwas davon weit Entferntes macht, es ist aber das erste Mal, dass es etwas mit Fußball zu tun hat.
Dümmliche Wortspiele mit der Mauer beim Freistoß während eines Fußballspiels erspare ich mir und sage stattdessen: Mit einer Einrichtung, die eine vierstellige Zahl an Menschen das Leben gekostet hat, die Sinnbild einer Diktatur ist, „Freunde“ begrüßen zu wollen, ist einfach ungeschickt.
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