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Monat: Juni 2007

Meister in einem anderen Land

Jeder weiß, dass es eine Mannschaft außerhalb Deutschlands gibt, die schon mal Deutscher Meister war: Nein, ich rede nicht von Bayern München, der Hauptstadt des Freistaats Bayern. Es ist Rapid Wien und das Ganze geschah 1941. Nicht ganz zufällig übrigens wurde das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft in diesem Jahr auf den 22. Juni 1941 gelegt. Wer mit der Bezeichnung „Barbarossa“ etwas anfangen kann, kann sich denken, dass ein Fußball-Endspiel, das die ganze Nation in Atem hält, ein guter Zeitpunkt ist, um ein anderes, ziemlich großes Land zu überfallen und damit zumindest im eigenen Land so wenig Aufsehen wie möglich zu erregen.

Allerdings gibt es hier mitten unter uns, im Jetzt und Heute, im mehr oder weniger zivilisierten Europa der Nachkriegszeit einen vergleichbaren Fall, ohne dass ein Land einverleibt oder besetzt worden wäre. Wer kann das sein, wo konnte ein Club eine nationale Liga eines anderen Landes gewinnen und das auch noch vollkommen legitim, rechtsstaatlich abgesichert und auch so gewollt?

Die Antwort ist einfach. Und bitte nun von Euch in den Kommentaren zu hinterlassen.

Nein, dieses Team meine ich nicht, ich rede von Europa.

Übrigens verlor damals ein gewisser FC Schalke 04 das Endspiel gegen Rapid Wien. Allerdings dürfte das angesichts der sechs Titel, die Schalke innert neun Jahren gewann, nicht ganz so schmerzhaft gewesen sein wie 2007 ein „Finale“ gegen Borussia Dortmund zu verlieren.

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e = mc2

Wie der Stern zitiert:

„[…] der Schlusspfiff hat seine physikalischen Besonderheiten: Da die Zeit nach der Relativitätstheorie für bewegte Objekte langsamer vergeht als für ruhende, dauert das Spiel für den rennenden Schiedsrichter länger als für die ruhig sitzenden Zuschauer. Der Schlusspfiff ertönt also für den Stadionbesucher faktisch erst dann, wenn das Spiel bereits vorbei ist – und zwar seit genau.0,27 Milliardstel Millisekunden. Vorausgesetzt, der Schiedsrichter ist die gesamten 90 Minuten mit einer Geschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde gelaufen.“

Außerdem erfahren wir, warum die Torgröße genau richtig ist und größere Tore der Tod des Spiels wären. Ich würde gerne mal wissen, wie die Begründer des Fußballs, die damals ja noch deutlich kleiner waren, auf genau diese Maße kamen. Jeder weiß, dass es mit dem englischen Längenmaß foot zu tun hat. Das Tor ist genau drei Mal so breit, wie es hoch ist. Acht Fuß hoch und 24 Fuß breit, ein Fuß hat 30,48cm. Trotzdem hätte man ja durchaus auch andere Maße wählen können, oder auch ganz einfach das Spielfeld kleiner oder größer machen können. Das allerdings ist eine der seltsamen Erscheinungen beim Fußball: Die Torgröße ist genau definiert, bei der Länge und Breite des Feldes hingegen hat man durchaus Raum zur Improvisation.

Ebenso interessant zu erfahren fände ich, wie die Torgröße und die Länge des Spielfeldes beim Handball oder beim Eishockey zustande kamen.

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Der Spion, der aus der Kälte kam (Der Dummschwätzer (XIX))

Von Dschordsch Doppel-W Busch denkt ja alle Welt, dass er doof wäre. Ob er es ist, weiß ich nicht. Und ein paar gesammelte Versprecher, Verleser oder Anekdoten gibt es doch über jeden, dessen Job es nun mal ist, alle Nase lang eine Rede zu halten. Zugegeben, über Schröder (obwohl auch er kein guter Redner war) oder Merkel gibt es bei Weitem nicht so viele Anekdoten und Stilblüten wie z. B. von Edmund „Schroiber“ [1] oder über eben jenen Dschordsch Doppel-W Busch. Irgendwie muss also schon etwas dran sein an den eher gering ausgeprägten rhetorischen Fähigkeiten des Sohnes von Busch sr. Gleichzeitig ist er aber berüchtigt dafür, äußerst gut mit dem Telefon umgehen zu können. Nein, wir sprechen jetzt nicht davon, die richtigen Tasten zu drücken und es anschließen zu können.

Busch jr. macht — angeblich — seine Politik mit dem Telefon. Steht jemand seinen Vorstellungen, seiner Politik im Wege, laufen seine Telefonkabel heiß und er bearbeitet den jeweiligen Kontrahenten so lange am Telefon, bis er die gewünschten Ergebnisse erzielt hat. Dass Busch selbst auch mal etwas mit Sport zu tun hatte, ist in den letzten Jahren vielleicht etwas untergegangen. Als berufsmäßiger Alkoholiker, der die ersten 40 Jahre seines Lebens nur nach Strich und Faden gesoffen hat, hatte er das Glück, aus betuchtem Hause zu stammen und erwarb mit den so zufällig angespülten Millionen einen fünfprozentigen Anteil an den Texas Rangers, einer Baseball-Mannschaft [2] aus, der Leser ahnt es schon, Texas.

Wer denkt, dass in der hiesigen Sportszene keine Drähte zur Politik heiß laufen, der täuscht sich leider. Wir erinnern uns mit einer gehörigen Portion Amüsement, und zu selben Anteilen (hier das Substantiv zu „hanebüchen“ einfügen) an das seltsame Schauspiel, das uns nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 präsentiert wurde: Ein arroganter [3] Schröder attackiert im Fernsehen „die Medien“ und posaunt zudem, dass die ebenfalls anwesende Frau Merkel niemals Kanzlerin werden würde, schließlich, das können ja alle sehen, habe die SPD entgegen der Prognosen und entgegen des Wirkens „der Medien“ die Wahl gewonnen. Wie wir inzwischen wissen, kam dann doch alles ganz anders als man (für man hier gleich Schröder) dachte: Merkel ist Kanzlerin und Schröder ist jetzt quasi Schalker, von Berufs wegen.

Dass genau das aber auch anders hätte kommen können, wenn die Strippenzieher des vermeintlichen Strippenziehers (hier: der Dummschwätzer) der Nation etwas erfolgreicher an jenen gezogen hätten, lesen wir dort: Fedor Radman war nämlich damals der Spion, der aus der Kälte kam [Link leider tot].

[1] Zitat aus einer RTL-II-Zuschauerbefragung vor der Wahl 2005.

[2] Baseball ist eine Variante von Brennball.

[3] Viele dachten auch: angetrunkener. Inzwischen ahnt man — die Augen stechen so raus — es könnte Captagon gewesen sein.

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Die Bundesliga wurde ausgelost

Da staunt Felix Magath und Arsène Wenger wundert sich. Ausgelost? Die Bundesliga wird ausgelost? Die vielen Titel für die Bayern — alles nur Losglück? Gladbach abgestiegen, weil die Losfee falsch zugriff?

Nein. In Österreich wird der Spielplan tatsächlich ausgelost. In Deutschland macht das der Herr, den ich leider nicht ergooglen konnte. Dieser Herr lost nicht, er tüftelt. Das hat auch viel mehr Charme, meine ich. Früher schob er seine Täfelchen auf der Ansteckwand hin und her, berücksichtigte die Stones im Rheinstadion oder die Buchmesse in Frankfurt, die Doppelnutzung des Münchner Olympiastadions durch die Bayern und 1860 selig oder den noch nicht verlegten Rasen in Homburg. Heute wird auch dieser Herr das wohl am Rechner machen, was weniger charmant, aber immer noch besser als losen ist.

Wer schon mal einen Spielplan mit Doppelnutzung eines Stadions inklusive Sonderwünschen bei Terminen erstellt hat, weiß, welches Vergnügen das ist. Die grundlegende Lösung für einen Spielplan einer Liga heißt übrigens Round Robin, nur für den Fall, dass Ihr auch mal einen Ligaspielplan erstellen wollt. Auslosen funktioniert da eben nur für eines der vielen möglichen Anfangsszenarien des Round-Robin-Verfahrens, wie eben in Österreich geschehen. Der Rest ergibt sich von selbst.

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Fußball ist Lifestyle

Fußball ist Sport. Fußball ist Lifestyle. Fußball ist Entertainment.

[photopress:goal.jpg,full,centered]

Diese zeitlichen Verschiebungen bei Trends kennt man ja. Was heute in den USA hip ist, kommt fünf Jahre später auch hier an. Was hier hip war, war 15 Jahre später in der DDR auch angesagt. Und was die Jungs von der Kö heute tragen, tragen vier Jahre später auch die Jungs vom Lande, während sie sich heute noch über die Frisuren und die Kleidung der Jungs von der Kö lustig machen, wohl ahnend, dass sie es sind, über die eigentlich gelacht wird.

Ähnlich muss es auch mit Österreich sein. Während hier die Gemischtwarenläden „Fußball, Lifestyle, Entertainment und was uns sonst noch eingefallen ist“ schon lange geschlossen haben, die Kehrmaschine die Reste zusammenfegt und nur noch elf Unentwegte mit hochgeschlagenem Mantelkragen dem eisigen Wind der Fußball-und-irgendwas-Landschaft trotzen, versucht sich dort das neue Magazin „Goal“ [Link mittlerweile nicht ganz so überraschend tot] an jenem Unterfangen, das in diesem Land so eindeutig gescheitert ist.

Aber Österreich, das ist eben ein Fußballland seit jeher und aufgrund der aktuellen großen Fußballbegeisterung, speziell um Titelhelden Ivanschitz, gibt es dort nun mal ganz andere Voraussetzungen als hier, wo es nur knapp 82 Millionen potenzielle Kunden gab, und nicht wie dort das Zehnfache, nämlich 8 Millionen.

Wenn wir dann noch den Untertitel zum Bericht über Cristiano Ronaldo lesen („Porträt des Dribblers aus den Slums“, und als Kipferl seinen Namen falsch geschrieben), wenn wir Beiträge à la „Die beste Elf der Popstars“ sehen, wenn uns „Outfits für stilbewusste Fans“ angepriesen werden, dann wissen wir, dass hier etwas völlig Neuartiges entsteht, was eigentlich gar nicht scheitern kann — jedenfalls nicht vor Herbst 2008.

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Souffleurismus

Tapfer, wie sich der Meikel da schlägt. So weit hätte es der kommende Nationaltrainer Tschechiens nie gebracht. „Simple english“ nennt man das wohl, was Michael Ballack benutzt. Für viele Menschen dieser Welt ist „simple english“ eine Wohltat, erlangen sie so auch Zugang zu Informationen, die sie mit ihren vier Jahren Grundschulenglisch ohne die Anwendung des „simple english“ nicht verstehen könnten. Und was auf uns einfach unbeholfen und stolperig wirkt, ist wahrscheinlich nur Chelsea-Vereinspolitik. Er wurde dazu angewiesen, in diesem Interview

(unbedingt bis zum Ende schauen) mit komplizierten Fragestellungen keine allzu seltenen Vokabeln zu benutzen. Im Notfall lässt er sich sogar die einfacheren Vokabeln soufflieren, bevor er eins der unbekannteren Wörter benutzt.

Das ist einfach eine komplett andere, auf die ganze Welt ausgerichtete Dimension des Merchandisings dort in der Premier League.

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Ex-round and round and round and round

Ganz so rund geht es im Neckarstadion bald nicht mehr zu, wenn es nach den Wünschen des VfB geht. Die Laufbahn soll abgeschafft werden. Dagegen regt sich Widerstand, schließlich gibt es in Deutschland kaum noch große Stadien mit Laufbahn. Diese Laufbahnen dienen den Interessen einer besonders exotischen Gattung von Sportlern: den Leichathleten. Kennt jemand einen Leichtathleten? Ich meine jetzt nicht aus dem Fernsehen, sondern in seinem privaten Umfeld. Ich selbst war vor Beginn meiner E-Jugendzeit zwei oder drei Jahre im Leichtathletikverein, habe aber damals schon immer neidisch zu den gleichzeitig trainierenden Fußballern rübergeschaut und sobald es möglich war, gewechselt.

Ich kenne keinen einzigen Menschen, der (noch) aktiv Leichtathletik betreibt. Ich kenne auch niemanden, der — außer bei Olympia — deren Wettkämpfe, ob im Stadion oder am Fernseher verfolgt. Wären meine Zahlen nicht so subjektiv, könnte man fast sagen, Leichtathletik sei eine Randsportart, sowohl, was die Zahl der Ausübenden angeht, als auch, was die Zahl der Zuschauer angeht. Und Randsportarten sind nett, sollten aber bitte nicht den „Big One“ in Deutschland im Wege stehen. Die „Big One“ in Deutschland sind schließlich Fußball, Fußball und Fußball. Seit Michael Schumacher tot ist, kommt noch einmal Fußball dazu. Da nützen auch kleine, unbedeutende Weltmeistertitel (Handball, Hockey) nichts.

Dass Fußball mit ohne Laufbahn aber viel stimmungsvoller ist, viel mehr Spaß beim Zugucken macht und auch den potenziellen Heimschiedsrichter viel mehr beeinflusst, ist inzwischen nichts Neues mehr. Insofern sollte man doch auch beim VfB Stuttgart — nicht natürlich bei Hertha BSC, wo es seit jeher an Sachverstand mangelt — so klug sein, die Laufbahn abzuschaffen und bessere Fußball-Heimspiel-Atmosphäre schaffen. Wie gesagt, diese Pläne gibt es, doch stehen diesen die Proteste gegen die Abschaffung der Laufbahn im Wege. Hätte mich auch gewundert, wenn man das gerade in Stuttgart einfach so über die Bühne bekäme.

Leichtathletik. Pah.

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Gelb für Torjubel

Meiner Meinung nach schon immer eine Unsitte, das Trikot auszuziehen, wenn irgendetwas Besonderes im Spiel passiert ist. Eine Unsitte zwar, aber keineswegs angemessen, diese Unsitte mit dem Urteil Gelb für Torjubel zu bestrafen. Im dortigen Fall bestraft allerdings nicht der Schiedsrichter, sondern der Sponsor. Na dann.

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Nous sommes à nouveau entre nous

Vollkommen lässt sich das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen. Aber von denen, die sich auch vorher nicht für Fußball interessierten, habe ich noch keinen von jenem Phantomschmerz berichten hören, den wir alle verspüren, weil in diesem Jahr keine WM ist. Kurz gesagt:

Wir sind wieder unter uns.

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teilrasiert

Weiß jemand, warum die taz jetzt so (und man möchte anmerken „schrecklich“) aussieht, Volk ohne Raumdeckung aber immer noch so?

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Unbekanntes aus … Italien

… Italien.

Was doch die Statistiken alles hergeben. Italien mit einer EM-Qualifikation, in der ein einziger Sieg mit einem 3:1 gegen Zypern zu Buche steht, ein einziger Sieg in der gesamten Qualifikation. War dieses Italien nach 1982 nicht amtierender Weltmeister? Was war da los?

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