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Monat: Juni 2007

Urs Meier Haushaltgeräte | Würenlos

Normalerweise übernehme ich nicht einfach so den Titel einer verlinkten Webseite als Titel meines Beitrags. In diesem Fall muss ich aber eine Ausnahme machen. Urs Meier — bekannt als Kloppos Andrack — hat neben seiner Schiedsrichtertätigkeit tatsächlich noch eine andere Berufung: Er verkauft Haushaltsgeräte. Auf der Seite seines Businesses gibt es auch eine Rubrik Referee (bitte dort die Rubrik selbst anklicken, sonst seht Ihr die schöne Haushaltsgeräteseite ja nicht). Wenn er nicht gerade pfiff, verkaufte er nämlich Dosenöffner, Brotschneidemaschinen und Schnürsenkel. All das, worum uns andere Zivilisationen beneiden.

(Hier gefunden.)

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Vorausschauend fahren

Da man sich nicht sicher sein kann, ob die von der Regierung versprochenen Investitionen ins Straßennetz der Ukraine tatsächlich kommen werden, habe ich gerade mal nachgeschaut:

Berlin — Kiew schafft man mit der Bahn an einem knappen Tag. Der D-Zug braucht genau 24 Stunden und 16 Minuten ohne Umsteigen, eventuelle Wartezeiten beim Grenzübertritt natürlich nicht mitgerechnet.

Bahnfahren hat auch den Vorteil, dass man auf der Hinfahrt zum Endspiel der EM 2012 alle Wasserstandsmeldungen zu Mertesackers Fitness, Jansens Frisur und Helmes‘ Schnürsenkeln in Ruhe studieren kann. Auf der Rückfahrt ist man dann ohnehin so freudetrunken, wie man es eigentlich im Sommer 2006 schon sein wollte, und 24 Stunden feiern sind auch besser als nur vier Stunden, die es bei einer Rückfahrt aus Berlin für mich gewesen wären.

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Zypern vor Österreich

Der (ansonsten) schicke Herr Löw hat seit seinem Einstand als Bundestrainer alle Pflicht- und alle Freundschaftsspiele gewonnen, nur der Test der Reservereifen gegen Dänemark ging verloren. „Halt!“, schreitet hier der Kenner ein und ruft aus dem Off ein kleines, aber deutliches „Eins zu eins“ hinein und meint damit ein Remis. Ein Remis im Spiel auf der zweigeteilten Insel, die zu insgesamt drei Nationen gehört: Ein griechischer Teil, ein türkischer Teil plus die extraterritorialen britischen Militärbasen. [1]

Der Gegner in jenem Spiel war allerdings der griechische Teil der Insel, die Republik Zypern, die auch Mitglied der EU ist, anders als der türkische Teil der Insel. 1:1 nur, das klingt schon ein bisschen mager, auch wenn Irland dort mit einem überraschenden 5:2 untergegangen war. Aber erstens ist das Irland der späten 2000er Jahre anscheinend nicht mehr das Irland von davor und zweitens ist Zypern, ganz konträr, nicht mehr das Zypern der Fußballsteinzeit. Das Spiel von Löws (man füge hier eine Alliteration mit L an, die die Spieler bezeichnet) war wenig berauschend und auch wenig 2006-haft. Komischerweise ging die gesamte Presse gönnerhaft darüber hinweg, obwohl doch so ein 1:1 auf einer kleinen Insel eigentlich eine mittlere Blamage ist. Ganz anders, als wenn man auswärts in Tschechien verlöre oder zu Hause gegen die Slowakei nicht gewönne. Das sind Ergebnisse im Bereich des Möglichen. Ein Remis auf Zypern aber ist eine kleine Blamage — dachte ich.

Nun muss ich einsehen: Es war gar keine Blamage, es war ein respektabler Punktgewinn. Schließlich steht Zypern richtig weit oben in der FIFA-Weltrangliste. Nämlich auf Platz, Moment, … auf Platz 81, zusammen mit Guatemala. Platz 81, jetzt könnte man denken, dass das doch gar nicht so weit oben sei, aber aufgemerkt: auf Platz 83 folgt die Fußballnation Österreich. Österreich ist immerhin Gruppenkopf einer der nur vier Vorrundengruppen der EM 2008. Und mit richtig viel Pech werden wir sogar in die Gruppe der Österreicher gelost. Da tut es gut zu wissen, dass man gegen Zypern, einen offensichtlich ähnlich starken Gegner, immerhin ein Remis rausholen kann.

[1] Wer mal günstig in die USA reisen möchte, sollte in die Normandie fahren, dort gibt es US-amerikanische Soldatenfriedhöfe, die mitten in Frankreich liegend ein Teil der USA sind. 500 und ein paar gequetschte Kilometer mit der Mitfahrzentrale oder mit dem (gibt’s das eigentlich noch?) Interrail-Ticket kann sich auch der ärmste Student mal leisten. Dumm nur, dass man dann immer noch nicht auf einem anderen Kontinent als dem eigenen war.

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Verdrießlichster WM-Moment

So.

Die Saison ist vorbei.

Die WM auch, schon länger.

Wer sich noch erinnert: Das waren vier Wochen Fußball galore in 12 Stadien in Deutschland. Schöne Spiele gab’s kaum, dafür viel schönes Wetter in den Schau-Arenen. So habe ich auch nicht bereut, nicht in Urlaub gefahren zu sein.

Viele ließen sich von der Begeisterung anstecken, die sonst nie auf die Idee kämen, in ein Stadion zu gehen. Für manchen ist das ein Unheil, ich fand’s toll, dass Leute, die sonst eher die Augenbraue heben (je nach Lateralisierung links oder rechts), wenn man über die Bundesliga schwadroniert, plötzlich heiß interessiert waren, wie denn wohl die Aufstellung Tschechiens sein wird und ob Portugal mehr zu bieten hat als hübsche Männer.

Allerdings gab es trotz des kollektiven Taumels auch im Gallien zwischen Rhein und Elbe noch ein kleines, sich tapfer wehrendes Dorf von Fußballignoranten. Und ein Mitglied genau dieser Fraktion sitzt ausgerechnet beim allerspannendsten deutschen WM-Spiel seit Jahren genau hinter mir und rhabarbert sein niederträchtiges Gesülze ausgerechnet genau in mein Ohr.

So geht das nicht, liebe Fußballhasser.

Wer sich selbst bei einer rauschhaften WM im eigenen Land nicht für Fußball interessiert, der soll doch bitte diesen Fernsehübertragungen fern bleiben, und nicht nur deshalb dort aufkreuzen, weil ja eigentlich alle hingehen und fußballfreie Orte ziemlich menschen- und — O Wunder — bei einer WM sogar ziemlich frauenleer sind. Wen das nicht interessiert, der soll zu Hause bleiben, und nicht rumnörgelnd anderen den Spaß verleiden.

Als strikter Verfechter einer zivilisierten Gesellschaft mit einem Recht auf körperliche Unversehrtheit, welches auch Mörder oder sonstige Körperverletzer mit einschließt, wurde ich an diesem Abend auf eine harte Probe gestellt.

Ein Deutscher, auch ob seiner phänotypischen Erscheinung aller Wahrscheinlichkeit nach kein immigrierter, der mir 90 Minuten lang erzählt, wie gerne er die Deutschen verlieren sehen würde, wie scheiße die deutsche Mannschaft doch spielt und dass es eigentlich ohnehin nur eine Frage der Zeit sei, bis das erste Gegentor fällt, läuft Gefahr, dieses Recht kurzzeitig zu verwirken. Einfach auch aufgrund seiner Ignoranz der Verhältnisse vor Ort: von 100 Anwesenden sind 99 gefesselt, bestens amüsiert und noch dazu alle für Deutschland. Wäre er polnischer Abstammung gewesen und hätte er für den Gegner mitgefiebert: geschenkt. Wäre er einfach nicht an Fußball interessiert und hätte zum Ausdruck gebracht, wie sehr ihn diese Übertragung langweilt: geschenkt. Hätte er es beim einmaligen Ausdruck seiner Niederträchtigkeit belassen: geschenkt.

Er aber, den niemand gebeten hatte, zu diesem Fußballspiel zu kommen, der nicht mal selbst anwesend sein wollte, konnte nicht ablassen, ständig ein Tor für Polen heraufzubeschwören. Wäre ein solches erfolgt, wären auch meine Überzeugungen für kurze Zeit außer Kraft gesetzt worden. Ich bin froh, dass wir beide so schadlos aus dieser Situation herausgekommen sind. Er und ich.

Ich und Arschloch.

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„Magath: Mittelfristig um den Titel spielen“

Wie oben wird Magath heute irgendwo zitiert. Man merkt wieder, was für ein ausgewiesener Fußballexperte er ist. Zweifler sprachen ihm schon jegliches Fachwissen ab, doch mit der Aussage in der Überschrift beweist er, dass er wesentlich mehr von Fußball versteht als der unbedarfte Fan: Warum sollte Wolfsburg in drei, vier Jahren nicht wieder aufsteigen?

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BVB-Jubiläumstrikot

Schwatzgelb.de sucht Vorschläge für das Jubiläumstrikot des BVB, der in Kürze 100 Jahre alt wird. Hier mein Vorschlag mit nur dezentem Logo, wie ich es mag:

[photopress:jubilaeumstrikot.jpg,full,centered]

Vielleicht gewinne ich ja was.

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Für den Sofa-Fan

Hat man erstmal die 12 Jahre überschritten, ist es irgendwie albern, sich in Fanklamotten zu Hause vor den Fernseher zu setzen, um ein Fußballspiel des Vereins des Herzens (wegen Ausgelutschtheit zensiert) der Wahl zu schauen. Meist ist man dann ohnehin nur mit weniger Menschen vor dem Fernseher versammelt als die Hand Gottes Finger hat und außerhalb von Stadien und/oder Karneval haben infantile Verkleidungen von erwachsenen Menschen immer einen Anflug des Wunsches, sein Leben rückwärts leben zu wollen.

Wer aber überhaupt nicht darauf verzichten möchte, sich farblich mit den bunten Flecken auf dem Bildschirm zu identifizieren, der kann jetzt diese Fan-Pantoffeln [Link leider tot] überstreifen und nicht ganz so albern wirken, wenn die Nachbarn von gegenüber durchs Wohnzimmerfenster reinglotzen.

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Fußballpoesie

Was ich besonders mag, ist amateurhaft gereimte Hobbypoesie zum Thema Fußball. Leute, lasst Eure komischen Gedichte zu Hause. Schreibt sie zur Not in ein Weblog, aber verschont mich mit dieser prosaischen Poesie.

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Zahl der Woche – Folge XII

Roberto Carlos verlässt Real Madrid und wechselt zu Fenerbahce Istanbul. Elf Jahre war er bei Real Madrid und für mich völlig überraschend gewannen er und Real Madrid in dieser Zeit lediglich drei Meistertitel. Somit ist Real vielleicht doch nicht der 1. FC Köln des Ostens, sondern eher die Borussia Dortmund des Südens, um im Bild zu bleiben.

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Ernie und Bert

Es ist ernüchternd, geradezu so, als erführe man, dass Merkel, Müntefering und Schroiber eigentlich von den drei Fragezeichen, von denen man ja so viel hielt, gesprochen werden.

Goleo und Pille waren niemand anders als die deutschen Stimmen von Ernie und Bert. Und dann doch so ein Fosbury-Flop.

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Der Thailänder

Berti Vogts weiß alles über den Afrikaner, aber nichts über den Thailänder. Ich hingegen weiß fast alles über den Thailänder, jedenfalls über den einen, von dem ich hier spreche. Ob er sich auch für Fußball interessiere?

„Yes, we like football in Thailand as well. We know the Premier League.“

Dann folgen jene Momente des Schweigens, in denen dem Sprecher bewusst wird, dass er mit einem Deutschen spricht. Höflichkeit gebietet es, aber außer der Höflichkeit wäre weit und breit kein anderer Grund zu sehen, warum er das Folgende noch nachschiebt.

„And Bundesliga.“

And Weihnachtsmann.

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Löwereien

Ah, keine Witze mit Namen.

Die taz vergibt ihren kicker-Literaturpreis an die Berliner Zeitung für das allzu nahe liegende Wortspiel

„In der Höhle des Löw“

Weil Ausländer (von hier aus gesehen) aber gerne die Umlaute in deutschen Namen weglassen, fühlte sich football365.com vor dem Länderspiel Deutschland — Slowakei zu einem noch schlapperen Wortspiel animiert:

JOACHIM – SPIRITS NOT LOW

Das kann man nur noch mit dem tollen Namen meiner Rubrik „Joachim Löwenherz“ unterbieten, wie hiermit geschehen.

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