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Monat: Oktober 2007

Der Rest der Welt

… bleibt beim Versuch, etwas über die Bundesliga zu erfahren, meistens ausgeschlossen.

[photopress:i_want_you.jpg,full,alignleft]International will die DFL mehr Geld „erlösen“. Dafür sollte man sich vielleicht aber auch ein bisschen internationaler geben, als es der Verfügbarkeitscheck der Webauftritte der deutschen Bundesligisten ans Licht bringt: Überhaupt nur 4 von 36 Klubs bieten mehr als eine zusätzliche englische Version an. Dazu gehören Bayern, Stuttgart, Schalke und Hertha, allerdings ist Russisch als dritte Sprache der Webseite bei den Schalkern wohl nicht auf ihrem eigenen Mist gewachsen und in Spanisch gibt’s den VfB Stuttgart sicher auch erst seit dem Einkauf der beiden Mexikaner (nichts Genaues weiß man nicht).

So viel Phantasielosigkeit hätte ich den Vereinen gar nicht zugetraut. Warum gibt es z. B. Hertha BSC nicht in polnisch, oder den BVB mit Kuba in Polnisch? Warum Werder nicht wenigstens in irgendeiner skandinavischen Sprache oder Bayer Leverkusen in Portugiesisch? Offensichtlich gibt es da nicht so viel zu „erlösen“, als dass man sich die Mühe machen müsste, den potenziellen Kunden dort abzuholen, wo er mit seinem Geld steht. Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn er sich lieber der Premier League zuwendet.

In der zweiten Liga gibt es überhaupt nur zwei Klubs, Mönchengladbach und Köln, die eine englische Version anbieten, das überrascht zumindest bei den Kandidaten wie Kaiserslautern und 1860 München, die in einem WM-Stadion zu Hause sind und lange Jahre Erstligisten waren. Bei Hoffenheim mit seinem SAP-Mäzen überrascht es ebenfalls.

Insgesamt ein schwaches Bild, besonders, wenn man sich die teilweise nur fragmentartig vorhandenen Inhalte der deutschen Version in den englischen Versionen anschaut. So eine Übersetzung von zwei, drei Absätzen, die die meisten Beiträge haben, kostet auf dem freien Weltmarkt ein paar Euro, die wird man doch wohl noch investieren können?

Erste Liga

Bayern München: Spanisch, Englisch, Chinesisch, Japanisch

VfB Stuttgart: Englisch, Spanisch
FC Schalke 04: Englisch, Russisch
Hertha BSC Berlin: Englisch, Chinesisch

VfL Bochum: Englisch
1. FC Nürnberg: Englisch
Borussia Dortmund: Englisch
Werder Bremen: Englisch
Hamburger SV: Englisch
VfL Wolfsburg: Englisch
Bayer Leverkusen: Englisch
Arminia Bielefeld: Englisch (noch sehr abgespeckt)
Eintracht Frankfurt: Englisch (nur eine Seite plus ein Newsletter)

Hansa Rostock: -
Hannover 96: -
Energie Cottbus: -
Karlsruher SC: -
MSV Duisburg: -

Zweite Liga

Borussia Mönchengladbach: Englisch
1. FC Köln: Englisch

Alemannia Aachen: -
FSV Mainz: -
1. FC Kaiserslautern: -
Greuther Fürth: -
TSG Hoffenheim: -
1860 München: -
FC St. Pauli: -
TuS Koblenz: -
SC Paderborn: -
Kickers Offenbach: -
SV Wehen: -
SC Freiburg: -
VfL Osnabrück: -
Erzgebirge Aue: -
FC Augsburg: -
Carl Zeiss Jena: -

Moderne Zeiten.

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Katastrophe: Relegation zurück

Justament endgültig entschieden:

Die Relegation ist zurück.

Da nimmt man dem Zufall seinen großen Einfluss im Fußball, indem man eine Liga mit 34 Spielen spielen lässt, nur um ihn durch die Hintertür wieder hereinzulassen! Und das wegen den paar Penunzen aus zwei Partien und der vermeintlichen „besonderen Spannung“, die dort herrscht. Die Spannung wird vor allem dazu dienen, den Mannschaften einen formidablen Rückstand in der Saisonplanung im Vergleich zu ihren 17 Konkurrenten zu geben, egal, wie die Relegation ausgeht.

Endlich wissen wir aber — okay, das wussten wir schon länger, nun aber genau — wie viele Absteiger die kommende, quasi neue zweite Liga haben wird: nur noch drei, statt wie bisher vier, und womöglich sogar nur noch zwei statt wie bisher vier, je nach Ausgang der Relegation. Sollte der dritte noch die Relegation nach oben verlieren, spielen von 18 Mannschaften im folgenden Jahr 14 wieder in der zweiten Liga. Es scheint fast, als wollte da jemand die hohe Fluktuation in der zweiten Liga abschaffen, zugunsten von stabileren Zweitligaklubs, die nicht nach ein-zwei Jahren völlig in der Versenkung (Babelsberg, TeBe, Ulm) versinken.

Für die zweite Liga eventuell sinnvoll, für die erste eine, aus sportlicher Sicht, Katastrophe.

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Ich habe ihn berührt.

Den Monitor, gerade eben. Ich kann das einfach so zugeben, weil ich in keiner Profimannschaft bin und so niemandem größere Einkünfte zunichte mache, die eventuell durch mein Geständnis zu einem früheren Zeitpunkt ausgefallen wären.

Selbst wenn ich aber ein Profifußballer wäre, könnte ich das trotzdem einfach zugeben, dass ich meinen Gegenspieler berührt habe, bevor er auf den Boden fiel und [hier irgendwas einfügen] forderte. Eine Berührung ist bekanntermaßen im Fußball erlaubt und die Tatsache, dass man seinen Gegner berührt, sagt noch nichts darüber aus, ob man ihn regelwidrig berührt hat.

Foulspielen kann man übrigens auch, ohne seinen Gegner zu berühren, was die Aussage in der Titelzeile noch weniger sinnvoll erscheinen lässt. Nichtsdestotrotz hören wir sie immer wieder, gerne auch in der negierten Variante: „Ich habe ihn nicht berührt.“ — So what?

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Obacht

Wo stand Borussia Mönchengladbach noch mal nach fünf Spieltagen der letzten Saison? Richtig, auf Platz 1 (wenn auch nur für weniger als 24h). Und wo endete die Saison? Richtig, auf dem letzten Platz.

Das könnte man jedenfalls einwerfen, wenn man glaubte, dass diese völlig konstruierten Serien irgendetwas an Vorhersagekraft für das Jetzt besäßen. Tun sie aber nicht, deshalb streichen wir das oben Gesagte ganz schnell wieder aus dem Protokoll.

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Wenn alle Tibeter lügen

So wird Christoph Daum aus der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Offenbach zitiert:

„Solche Fragen gehen mir auf den Sack. […] Der Profifußball ist eine sehr ernste Sache. […] Ich bin kein Schauspieler.“

Und wir konstatieren. In nur drei Sätzen gleich zwei Fehler und eine Unverschämtheit. Der Mann versteht sein Handwerk.

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Debakles Almelo

7 Tore für Portsmouth, 8 Tore für Bremen. Das ist doch gar nix. 9:0 gewann der SC Heerenveen gegen Heracles Almelo mit Martin Pieckenhagen im Tor. Der hat auch gleich ein paar schlaue Sätze dazu zu sagen, zum Beispiel dass man dem siebenfachen gegnerischen Torschützen Afonso Alvez (nein, da fehlt kein L) einfach mal ein bisschen mehr physische Gegenwehr hätte zuteil werden lassen müssen und dann hätte das schon besser geklappt.

Wer Lust auf Tore hat, sollte übrigens öfter mal bei Heerenveen reinschauen, zuletzt gab es ein 5:3 zu Hause gegen Helsingborgs IF und ein 1:5 auswärts, jetzt ein 9:0. Immer was los, drüben, in den Tornetzen Hollands.

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Fremdschämen für Runaways

Extended version.

Letztens musste ich die Gelegenheit wahrnehmen, das Freitagabendspiel der Bundesliga via BVB-Netradio zu verfolgen.

Die Alternative wäre einzig der immer dröge und vor allem lahme Liveticker des Kickers oder ein noch schlimmerer Liveticker gewesen, einer, in dem z. B. Tor mit mehr als einem O geschrieben oder Sätze mit mehr als einem Ausrufezeichen beendet werden, nur weil sich der kleine Student an der Tastatur nicht anders, mit Worten nämlich, artikulieren kann. Da wird heftigst auf die 1 gekloppt, bei gleichzeitiger Betätigung der Shift-Taste, die eigene Erregung wird durch diese physisch intensive, energieverbrauchende Handlung kanalisiert, mit viel Glück gar sublimiert. Dem Leser ist aber damit nicht geholfen. Ein Tor bleibt immer noch ein Tor und ein knapp vorbei schlitternder, verunglückter Fernschuss wird nicht knapper dadurch, dass man noch zwei Mal auf die 1 drückt.

Das Netradio sollte es also sein, das BVB-Netradio.

So viel fremdschämen kann man sich allerdings nicht, dass man diese Option noch einmal ernsthaft wahrnehmen könne. Sollte man BVB-Fan sein, empfindet man diese Dokumentation des Spiels wohl als angemessen. Sollte man neutraler Hörer sein wie ich in diesem Falle, weiß man nicht, mit welchem Recht solche Dinge über den Äther des Internets geschickt werden.

Man könnte auch einfach Uwe Kaluschke oder Heinz Kohlmeyer aus der Fankurve das Mikro vor die Nase halten, viel mehr über das Spiel würde man auch nicht erfahren. Ständig wird über die totale Parteilichkeit des Schiedsrichters genörgelt, der wird auch noch live via Netradiomikrofon angeprangert, „Najas“ wechseln sich damit ab, dass die heiß emotionalisierten Jungs wohl sogar gleichzeitig noch „Premiere“ sehen, denn ständig geben sie Kommentare ab, dass sie erst noch mal die Wiederholung schauen müssen, bevor sie dem Hörer jetzt sagen können, was passiert ist, nicht ohne sich zu erdummen, den Schiedsrichter aufs Schärfste dafür anzugreifen, dass er das, was sie selbst erst in der vierten Wiederholung erkannten, nicht sofort sah.

Dazu kommt, dass man sich ständig an irgendwelchen Kleinigkeiten hochzieht anstatt wirklich das Spiel zu beschreiben. Und der ebenfalls beteiligte Stadionsprecher Norbert Dickel wirkt so aufgepeitscht, dass man sich nicht vorstellen kann, dass er bei brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahrte und seiner Funktion als Stadionsprecher nachkommen kann. Die anderen Beteiligten kann man getrost vergessen und man sieht wieder einmal, dass gutes Radiomachen ein Handwerk ist, welches gelernt sein will.

Gibt es einen dermaßen peinlichen Service eigentlich auch bei anderen Bundesligaclubs?

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Die Liste wird — doch nicht — länger

Peter Neururer ist schon länger arbeitslos und gerade tritt auch noch Werner Lorant wegen Erfolglosigkeit freiwillig zurück.

Wir könnten fast glauben, der Fußball würde Fortschritte machen, gäbe es da die Reanimierung von Jupp Derwall Kalli Feldkamp bei Galatasaray Istanbul nicht. Seine letzte Trainerstation war der 1. FC Kaiserslautern im Jahre des Herrn 1992.

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Very little little known facts

Karl-Heinz Rummenigge war insgesamt nur zwei Mal deutscher Meister.

Gerade mal Buchwald-Niveau also, obwohl er zehn (!) Saisons für den FC Bayern spielte. Kaum vorstellbar aus heutiger Perspektive, dass jemand zehn Jahre bei Bayern spielt und in dieser Dekade wird Bayern gerade mal zwei mal Meister. War aber so.

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Stell Dir vor, es ist Taktiktraining und keiner geht hin

Lädt nicht der Sport lädt dazu ein, ihn in diesem schlichten Muster von Helden und Versagern darzustellen? Und „Bild“ tut das dann?

Das Problem ist vor allem das Fernsehen. Die Sender wollen der Einschaltquote wegen gerade bei wichtigen Turnieren wie Weltmeisterschaften oder der Champions League, dass auch Leute zusehen, die sich eigentlich nicht so sehr für Fußball interessieren. Diese verstehen aber nicht, wie das Spiel funktioniert, und auch der Sportmoderator lässt sie im Dunkeln. Im Vergleich dazu sind die amerikanischen Sportsender sehr gut. Dort wird erklärt, was man nicht sieht. Die Taktik, die Regeln, die Stärken und Schwächen der Kontrahenten.

Neben vielem anderen Interessanten lesen wir vor allem das Obige in diesem Interview mit Detlev Claussen, der ja auch beim Direkten Freistoß schreibt.

Wir müssen allerdings ergänzen, dass selbst die meisten Leute, die Fußball spielen sich nicht für das Spiel interessieren, die Taktik, die Regeln. Sie machen irgendetwas, sie bolzen rum, sie rennen und sie dribbeln, das vor allem, und natürlich Torschüsse. Aber meist wollen die acht Millionen Deutschen, die Fußball spielen, das Spiel als solches nicht begreifen. Wenn Schachspieler mit so geringem Interesse für ihre Tätigkeit an die Sache herangehen würden wie diejenigen, die Fußball spielen, hätte Deep Fritz schon in seiner ersten Entwicklungsstufe alles abgeräumt.

Ausnahmen davon, denen auch noch ein wenig Talent und Ehrgeiz in die Wiege gelegt wurden, sieht man dann meist in der Nationalelf.

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Narzisstische Züge

Ein kleiner Gauner hat in Österreich einige Euro Schaden angerichtet, indem er ein paar Betrügereien versuchte, die aber rasch aufflogen. Jetzt bescheinigt ihm das Gericht eine „kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend narzisstischen Zügen“.

Die einen landen mit sowas vor Gericht, die anderen werden FIFA-Generalsekretär.

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Unbekanntes aus … Düsseldorf

… Düsseldorf.

Dieser Beitrag sollte lieber „Gruseliges aus den noch nicht allzu fernen Annalen“ heißen. Er muss angesichts der Kategorie aber heißen, wie er heißt.

Das Rheinstadion war nicht klein. Deshalb gab es dort auch mal ein Europapokalfinale. Es spielten das kleine Dinamo Tiflis und das noch kleinere Carl Zeiss Jena mit einem gewissen Hans Meyer an der Seitenlinie. Den kannte man damals im Westen nicht, deshalb kamen auch nur schlappe 4.700 Zuschauer zu diesem Finale.

Weniger als damals zu Fortuna Düsseldorf gegen Fortuna Köln, und bei diesem Spiel sah es schon finster leer aus im Rheinstadion.

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Darth Vander

Oh mein Gott!

Ich bin kein Werder-Fan. Ich bin aber einer dieser Leute, die für deutsche Mannschaften sind, wenn diese im Europapokal spielen. Mit Grausen musste ich vorhin feststellen, dass Tim Wiese für die Torwächterposition bei Werder Bremen ausfällt. Das an sich würde mich nicht so interessieren, hieße der Ersatzmann nicht Christian Vander. Nun bekomme ich langsam Hemmungen, Spieler zu dissen, die deutlich jünger sind als ich und in ihrer Karriere noch kein Bein auf den Boden bekommen haben. Dennoch:

Was Christian Vander einst beim VfL Bochum in der Bundesliga an Torhüterqualitäten zeigte, dürfte kaum reichen, um in der Champions League zu bestehen. Nun bleibt einem nur, zwei Dinge zu hoffen:

Erstens, dass die Torwarttrainingsabteilung bei Werder Bremen so gut ist, dass sie diesen Mann auf ein höheres Niveau gehoben hat, oder

zweitens, dass Olympiakos Piräus von Werder Bremen über 90 Minuten so weit vom Tor entfernt gehalten wird, dass Christian Vander kein Unheil anrichten respektive seiner Karriere weiteren Schaden zufügen kann.

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