Category Archives: Äh-ßerungen

“Gut, äh…” und wer’s gesagt hat

Jeder fängt mal klein an

Aus den Kommentaren: auch Katrin Müller-Hohenstein.



Man merkt komischerweise auch, dass sie ein Schnitzel ist.

„Wird Sport immer mehr zum Entertainment?“

Fragt ausgerechnet sie.

Nicht zu vergessen aber der Auftritt vom Ersatz-Max-Merkel.

Katrin Müller-Hohenstein redet sich um Großkopf und Kragen

Kleiner Service der Redaktion, da sich die Zahl der Testspielzuschauverweigerer angesichts der Kaderzusammenstellung von Jogi Löw sicherlich drastisch erhöht hat, es aber trotzdem ein kleines Versprecherchen gab, das man nicht verpasst haben sollte:

Hier das Video von Katrin Müller-Hohensteins Moderation nach dem Spiel gegen Dänemark.



Beim zweiten Mal sagt sie übrigens tatsächlich Großkreutz, auch wenn es sich wie Großkotz anhört, was den Spitznamen des kleinen Kevin auf Jahre hinaus manifestieren wird — in Schalker Kreisen.

Bei 5:07 sagt sie übrigens noch: „Die U21 — die hotte heute Abend ein EM-Qualifikationsspiel …“. Allerdings nicht bei den Hottentotten, sondern bei den Isen.

Diese Hedonisten-Plage

Ausgerechnet.

Ausgerechnet das Sinnbild für einen unangepassten Profi, der noch nicht zur Handy- oder i-Irgendwas-Generation zählt. Von dem man geglaubt hat, er nehme seinen Beruf ernst. Der verkündet jetzt auf seiner Webseite:

Jetzt ist unsere Zeit in Österreich schon fast wieder vorbei. Aber es macht trotz der harten Schinderei viel Spaß. Und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste.“

Dass es das Wichtigste sei, dass er Spaß habe!

Nicht das Einstudieren von Automatismen, das Erlernen neuer Taktiken, das Inhöchstformbringen des eigenen Körpers oder einfach eine Verbesserung seiner Abwurfpräzision.

Nein. Hauptsache, er hat Spaß.

„Wir sollten nicht mehr gegen Italiener spielen“

Das sagt zwar ein Grieche, angesichts der deutschen Bilanz bei Weltmeisterschaften gegen Mannschaften mit vielen, mehrheitlich italienischen Spielern kann man dem aber eigentlich nur zustimmen.

Christine Westermann trinkt Kölsch

Das ist nicht erstaunlich, schließlich muss sie eine Menge Enttäuschungen erleiden, da sie Fan des 1. FC Köln ist, wie sie im Interview mit der WELT verrät. Bedauerlicherweise ist sie trotz ihres aus der Sicht von hier unten fortgeschrittenen Alters erst in diesem Jahrtausend so richtiger Fan geworden, was natürlich bedeutet, dass sie keinen einzigen Titelgewinn des Effzäh miterlebt hat. Stattdessen muss sie die von der Südtribüne in allen Facetten beleuchteten Trauerspiele rund um Hoffnungsträger, unvernünftige Manager und Scoutingprobleme beim dortigen Fußballklub erdulden.

Interessant ist dieses Gespräch aber auch aus anderen Gründen.

So nutzt Westermann nicht die ollen Fußballmetaphern, deren Bärte bei Zeitreisen Vermögen kosten könnten, sondern sagt z. B.:

„Aber wenn ich halt nur Brot und Magermilch habe, kann ich halt keinen Marmorkuchen backen.“

Süß schon fast, nicht der Marmorkuchen, sondern diese Metapher. Auch dass sie ein zweimaliges „halt“ autorisiert hat, wirkt angenehm.

Lustig ist weiterhin die Beobachtung, welche Westermann bezüglich des Auftretens der Kölner Spieler gemacht hat:

„Sehen aus wie schlechte Fußballspieler …“

… und wundert sich weiter noch, warum denn Teams wie Liverpool oder Barcelona das alles können, was die Kölner nicht können, schließlich würden diese genauso lange üben und üben, da müsse doch mal wenigstens irgendein Spielzug gelingen.

Das eigentlich Bezeichnende an diesem Interview für die Lage beim 1. FC Köln ist aber, dass es aus dem Jahr 2007 stammt und im Jahr 2010 bis auf ein paar Namen von Handelnden alles noch haargenauso gilt wie damals.

Loddars Stilblütensammlung wächst

An getrennten Wegen führt eigentlich nichts mehr vorbei.“

Wunder Waldhof

Falls irgendjemand vergessen haben sollte, wo der Fußball (in Deutschland) herkommt und warum es eigentlich immer noch bemerkenswert ist, dass es geförderten Frauenfußball, Familien im Stadion und – ou weh – sogar Psychologen im Team um ein Fußballteam herum gibt, dem sei die Lektüre des Spiegels (nicht online) von 1986 („Die Provinz an die Macht“) über ein Buch des ehemaligen NPD-Kandidaten Klaus Schlappner ans Herz gelegt.

Bei der Gelegenheit sei auch noch mal auf Enno Aljets‘ Beitrag im Hertha-Blog zum Thema der Rhetorik so manches Trainers verwiesen, der eigentlich alles zusammenfasst, wofür Klaus Schlappner wohl über 200 Seiten brauchte.

Zu wenig echte Kerle

Teamkapitän Augenthaler klagte wieder einmal, man habe „zu wenig echte Kerle in der Mannschaft, Typen, die sich für den Verein reinhängen, statt nur ihr Geld abzuholen.“ Dieter Hoeneß wies darauf hin, wie schwer doch Lothar Matthäus sich tue, der ihm zugewiesene Rolle als Chef im Mittelfeld gerecht werden: „Als Spieler ist der Lothar in Normalform Weltklasse. Als Macher aber wird er überschätzt.“

So äußerten sich der Trainer der SpVgg Unterhaching und der Manager des VfL Doofsburg über den ähm, Gala-eristen Lothar Matthäus damals, als der FC Bayern München im DFB-Pokal mit 0:3 bei Fortuna Düsseldorf ausschied, 1986/87. Mir dräut, als hätte ich des Auges Worte davor und danach schon irgendwo mal oder mal wieder gehört. Dabei werden doch sonst kaum Spiele verloren, im Fußball.

Blackout der unverzeihlichen Art

Ein beliebtes und auch sehr billiges Spielchen ist es immer, die Leserinnen und Leser nach ihren Erfahrungen mit Thema X zu fragen. Auf dieser Seite zumindest ist es aber nicht „billig“, weil es a) gar nix kostet und b) mich tatsächlich interessiert. So fragte ich zuletzt (keine Angst, weitere Folgen folgen), wo die verehrte Leserschaft das WM-Finale 1990 erlebt habe, welches ich bekanntlich schnöde im Wohnzimmer meiner Eltern verbrachte und danach, ohne noch zum Feiern in die Stadt aufzubrechen, ins Bett ging.

In der aktuellen Sonderausgabe der 11Freunde „Die 90er“ fragen die 11Freunde genau die selbe, billige Frage, die aber auch dort nicht so sonderlich billig ist, weil sie eben berühmte fußballrelevante Persönlichkeiten fragen.

Und dabei kommt doch tatsächlich zutage, dass good old Schiedsrichter Herbert Fandel nicht mehr weiß, wo er das WM-Finale 1990 erlebt hat.

Er weiß es nicht mehr.

Entschuldigung, schwul hin oder her, Freaks, die gerne wollen, aber nicht Fußball spielen können, autoritäre, herrschsüchtige, eitle Charaktere, zwei Gelbe Karten in einem Rutsch, selbst das fälschlicherweise als gültig erkannte Wembley-Tor, das alles würden wir ja noch verzeihen.

Aber: ein Fußball-Schiedsrichter, der sich nicht an ein Fußball-WM-Finale erinnern kann?

Und ausgerechnet so einer soll jetzt das Schiedsrichterwesen revolutionieren?

Birne oder Beine

Weil es einfach zu schön ist, um irgendwo unterzugehen, muss es hier noch einmal zitiert werden. William Georg „Jimmy“ Hartwig im schönen Zitat über Europas Fußballer des Jahres 1990 und den Weltfußballer der Jahre 1990 und 1991:

„Der Lothar war ein herausragender Spieler; ich war mal sein Kapitän in der B-Nationalmannschaft, bevor seine große Karriere begann. Er tut mir ein bisschen leid, weil er noch immer die jungen Dinger flachlegen muss, aber weiter will ich ihn nicht kommentieren. Manche haben halt weniger in der Birne als in den Beinen.“

Ja, und wir wissen doch hier, peinlich ist nicht, dass ich genau das nur in den Nachstunden aus Jugendschutzgründen zitieren darf, sondern dass der William Georg dermaßen Recht hat, aber es sonst nie einer ausspricht, weil die Journalisten immer auf neue Idiotenstories von Loddar hoffen. Noch eine jüngere und noch eine jüngere und noch eine Maren Müller-Wohlfarth. Während einer, der gerade mal 20 IQ-Punkte mehr hat und damit immer noch unter dem Weltdurchschnitt liegt, ständig zu jeder Frage hofiert wird. Aber nun gut, der Johan war der bessere Fußballer, aber er ist halt Weltmeister. Während der andere nicht mal Greenkeeper wird.

Es scheint fast so, als sei der Rest der Welt Europa in diesem Punkte ausnahmsweise mal deutlich voraus gewesen in Bezug auf seine natürlich vollkommen irrelevanten Wahlen zum Fußballer des Irgendwas.

Gelesen während eines indirekten freistosses.

Ernüchterung in Australien

Wo der Paule sich überall rumtreibt in seiner Freizeit. Und was er dabei erlebt. Hat ein Mensch an die Titanic geschrieben, die das dann auch gerne veröffentlichte. Eine Form des Paparazzitums, wie wir sie auf dieser Seite eigentlich gänzlich ablehnen, sofern es sich nicht um selbst Erlebtes handelt. Für Paules trockene Antwort machen wir eine Ausnahme:

Das Boot

Mitten in Sydney, an einer Tankstelle, sah ich plötzlich den Kapitänleutnant Heinrich Lehmann-Willenbrock. Mir blieb nichts anderes übrig, als eben mal rüberzurufen: „Hey, wie cool! Uli Prochnow an der Tankstelle! Das muß das Boot aushalten!“

Seine Antwort fiel dann eher nüchtern aus: „Erstens heißt der Jürgen Prochnow, und zweitens bin ich Paul Breitner.“

Frank Scheller

Quelle.

Aus dem facebook-Chat zum Live-Stream der ARD

Wer braucht schon das Zeit-Online-Live-Blog oder das von Lizas Welt zum DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Schalke und Bayern — wenn er die unten stehenden hervorragenden Analysen auch noch frei GEZ-Haus mit der Übertragung der ARD mitgeliefert bekommt?

[…]

wo is ein tor.

hallo.

vfb isch des beschdee.

schonw as passiert?

@ lukas: kanns sein, dass wir uns kennen?

hier ist baden!!!!!

scheis baden.

schalkeee

niemals!

VFB ich steh zu dir.

sch………..

schweini du bist blind

@Timm???

Arbeitslos und 1 Flasche Bier das ist S04, die Scheiße vom Revier…

bayern verkackt volle möhre.

wer meckert hier über Badener??? Und warum???

0:0

dieses jahr ist grün-weiß mega out.

türkiyeeeeee. Get the whole story »

Brot und TV — (mit Spielen drinne)

Die Bundesregierung hat neue Regelungen für den „Ausnahmezustand“ (siehe Bildunterschrift rechts) erlassen. Demnach ist im Ausnahmezustand jeglicher Ausgang ab 22h verboten. Demnach kann man wie schon bei der WM 2006 und bei der EM 2008 wieder neben irgendeinem kriegsbemalten Idioten Platz nehmen, der einem das ganze Spiel schlecht redet, weil er entweder keine Ahnung, kein Interesse an Fußball oder kein rechtes Maß beim Biertrinken hat. Und das über 22h hinaus.

Bundesregierung, wir danken Dir.

Spitzenereignisse wie die anstehende WM 2010 in Südafrika sind schließlich einmalig und fallen aus dem Alltag heraus.

Genau das wollen wir eigentlich nicht hoffen. Sie sollten eher in den Alltag hineinfallen und ihn bereichern, sofern es sich nicht ohnehin schon so darstellt, wie beim Autoren dieser Zeilen und bei den meisten Lesern anzunehmen: Fußball ist Alltag.

Der allerdings mit dem Ergebnis der Partie steht und fällt, wobei wir dann doch wieder beim Rausfallen wären, speziell bei der WM 2010 und der deutschen Mannschaft …

Crashkurs rheinische Mentalität Naivität

Selten so gelacht.

Man sieht mal wieder, wie wenig Vorstellung die Benutzer dieser Sprache davon haben, wie schwierig es ist, Deutsch als Fremdsprache zu erlernen. Dieter Prestin spricht im Interview bei 11Freunde anlässlich des rheinischen Derbys zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln darüber, dass diese Derby-Stimmung eigentlich nur noch bei den Fans vorherrsche, die Spieler selbst meist, da sie aus aller Herren Länder kämen, das Spiel nur als eines unter vielen betrachteten. Was bedauerlich sei. Er habe nichts gegen Ausländer, aber so entstünde nun mal keine Derby-Stimmung auf dem Platz, im Spiel selbst. Recht hat er.

Was man denn dagegen tun könne, wird er auch gefragt. Sein Vorschlag ist, vermehrt deutschsprachige Spieler einzukaufen, die würden ja dann wissen, was Gladbach gegen Köln einmal bedeutete, fußballerisch. Klingt noch plausibel, wenn auch nicht unbedingt bezahlbar. Sein zweiter Vorschlag lässt allerdings ordentlich das Zwerchfell vibrieren:

Oder man versucht den Spielern in Crashkursen die deutsche Sprache beizubringen.

Wie wäre es denn mit:

„Im Crashkurs zum Astrophysiker“?
„Vom Anfänger zum Konzertpianisten in nur 3 Tagen“?
„Vom Abitur direkt in die Rente, ohne Umschweife“?

Um dem geneigten Leser ein paar Vergleichsdaten an die Hand zu geben: Durchschnittliche Akademiker lernen jeden Tag etwa 5-6h lang Deutsch, ein halbes Jahr lang jeden Tag 5-6h und können danach zwar ca. 95% der Kommunikation verstehen, beherrschen aber immer noch weit unter 50% der deutschen Grammatik, vom Wortschatz ganz zu schweigen. Das will Dieter Prestin, dem das Vermögen, Deutsch zu sprechen, zu seinem Glück qua Geburtsort in die Wiege gelegt worden ist, von durchschnittlichen Fußballern mal eben so in 2-3 Wochen in der Sommerpause runterreißen lassen.

Hoho.

Und die eigentlich wichtigere Frage: dann könnte ein Spieler deutsch sprechen — hätte er dann plötzlich rheinische Derby-Mentalität im Blut, wenn sein Geburtsort weiterhin in Rumänien oder den USA liegt, wo er auch aufgewachsen ist?

Die bestechende Logik des Mario Gomez

Ich glaube, unsere Chancen in der Champions League sind besser als noch vor ein paar Wochen. Mit Chelsea und Real sind zwei Topklubs ausgeschieden, da ist für uns jetzt sicher mehr möglich.“

Hat ihm niemand erzählt, dass ausgeschiedene Klubs schlechter waren als jene, welche weitergekommen sind? Wieso sind die Chancen jetzt besser als vorher, wenn nur noch stärkere Klubs als in der voran gegangenen Runde mit dabei sind?

Dr. Helmut Kohl bleibt im Amt

Es fällt ja an der Laientastatur immer sehr schwer, einzuordnen, was man an dieser und jener Stelle liest.

In diesem Falle ganz besonders, weil man aus der Ferne gar nicht ahnen kann, wer welche Interessen hat, haben könnte, alte Seilschaften oder auch einfach nur die Freikarten für den Rest der Familie oder gar deren zukünftige Mitglieder pflegen möchte. Das gilt eben auch für jene, die davon berichten, genauso wie für das Folgende: Oder aber: Wer vor 34 Elefantenjahren mal bei einer Sitzung oder einem Interview dem Dr. widersprochen haben könnte und deshalb in Ungnade gefallen war, es nur noch nicht ahnte. Was ein Elefantenhirn samt zugehörigem Wesen früher oder später selbstverständlich heimzahlen würde.

Insofern fiel und fällt es auch weiterhin schwer, einzuordnen, was die vielen Stimmen, die einem gewissen Dr. Helmut Kohl eine gewisse Jähzornigkeit und nach Jahren im Amt auch eine Verquickung der Wahrnehmung der eigenen Person mit der Funktion dieses Amtes vorwerfen.

Nun aber, da das folgende Zitat nach der gestrigen, ähem, Elefentenrunde öffentlich geworden ist, bleiben wohl doch keine diskutablen Sachverhalte mehr ambivalent:

„Die 6,3 Millionen Bürger der BRD brauchen keinen Präsidenten, der alles richtig macht, sondern sie brauchen einen, der Respekt und Anerkennung genießt.“

Offensichtlich sind dem guten Dr. Helmut Kohl da doch ein paar Personalpronomen durcheinandergeraten. Wo „sie“ steht, war eigentlich „er“ gemeint, was sich aber durch Übermittlungsfehler via des atombombensicheren Regierungsbunkers in der Eifel erklären lassen dürfte.

Jetzt, da wir wissen, dass die meisten Stimmen, die man bislang nur hinter vorgehaltener Bunkertür vernehmen konnte, Recht hatten, können wir ganz beruhigt schlafen.

Denn jetzt ist es offziell verkündet:

Wichtig ist nicht, das Richtige zu tun, sondern Respekt und Anerkennung zu genießen.

Wobei klar ist, dass die Anerkennung nur dem Amt zuteil wird, welches man mit solcher Denkweise nicht verdient, der Respekt hingegen ohnehin flöten geht, wenn man so argumentiert.

In der Eifel geht die Welt zugrunde.

HSV-Fan Helmut Schmidt

„Boris Becker und HSV guck ich mir gerne an.“