Zum Inhalt springen

Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

Anderswohin tragen

Warum die Beiträge, die man letztens gedacht hat, auch noch selber schreiben, wenn andere das für einen erledigen?

So wie gestern, heute und am Tag davor fred es tut. Vermaledeite Kleinschreibung im Zwischennetz, aber wo er Recht hat, hat er Recht: sich das Leder angeln [Link leider tot]. Ein Scherzbold fragt in den Kommentaren, wo dabei der Witz sein soll. Gib’s auf, Junge, Du wirst ihn nicht finden. So nicht.

1 Kommentar

Der Unaussprechliche – II

Vorgestern oder irgendwie dazwischen hatte ich schon auf Liga Park Drei, deren Seite sich endlich einen vernünftigen Titel zulegen sollte, verwiesen, die in meinem Sinne über den Unaussprechlichen schroben, heute (bzw. irgendwann davor) macht Malte Dingsbums, der wenn mich nicht alles täuscht mal fooligan betrieben hat, das jetzt vom werten fred weitergerannt wird, weiter mit dieser schönen Serie:

„Kevin Kuranyi wurde ausgewechselt, obwohl er gar nicht mitgespielt hatte […]“

Der Nebensatz gilt meines Erachtens für fast jedes Spiel, aber ich darf ja nicht mehr.

3 Kommentare

Aus der Rubrik „süße Beschimpfungen“

Du hast es nicht verdient, mein Landsmann zu sein.

Ich lege noch einen drauf: Bernd Schuster, du hast es nicht verdient, als Nachnamen einen ehrenwerten Beruf zu tragen! Und noch einen: So eine komische Frisur hast du auch nicht verdient. Und die Nase erst.

Einen Kommentar hinterlassen

„MSV-Macher“ Hellmich und seine Megalomanie

Man erinnert sich dunkel an einen gewissen Gerhard Schröder, der auch dachte, die Regierungsbildung liefe nur über seine Person. Es kam dann alles ganz anders, und auch beim MSV wird der Verein nicht in der Versenkung verschwinden. In der zweiten Liga möglicherweise, aber doch nicht gänzlich aufhören zu existieren.

Wenn ich die Lust verliere, geht der MSV den Bach runter. Mehr Menschlichkeit, wie ich dem Klub entgegenbringe, geht gar nicht.

Das falsche „wie“ lassen wir unter Lokalkolorit durchgehen, dass er dem Klub „Menschlichkeit“ entgegebringt, mag vielleicht im Vergleich zu Michael A. Roth zutreffend sein, ansonsten braucht so ein Verein ohnehin nicht in erster Linie Menschlichkeit, sondern Erfolg und Fundamente, die eben nicht zusammenbrechen, wenn nur ein Kopf („Mäzen“) die Lust verliert.

Hier outet sich Hellmich also von selbst als jemand, der unfähig ist, Strukturen zu schaffen, die unabhängig von ihm funktionieren. Wir haben nichts anderes erwartet.

3 Kommentare

Wien zerlegen

Ich hab keine Ahnung, wer diese beiden anderen Typen sind, die sich da mit Thees Ullmann unterhalten „und es ist mir auch egal“. Thees Ullmann ist der Typ, der sich wirklich fürchterlich aufgeführt hat auf dem Konzert, auf dem ich im äh… Zakk war, in Düsseldorf, hat sogar 21 Euro oder vielleicht auch 17 gekostet, jedenfalls hab ich eine meiner liebsten Freundinnen, die jetzt nach Köln zog, plötzlich und zufällig neben mir stehen sehen — und sie mich auch.

Das war mir im Nachhinein auch ein wenig peinlich, schließlich ist Thees Ullmann Sänger bei Tomte, was wiederum ein gelungener Name für eine Band ist, nur ist die Band nicht gelungen, sondern eher peinlich, also zumindest langfristig. Dann nämlich, wenn man hört, wie eine Band mit jeder neuen Platte einen Aufguss in Grün des einzigen Prinzips bringt, welches sie je beherrschte. Ob das eigentliche Prinzip jetzt „gut“ ist oder nicht, sei erstmal dahingestellt.

Jedenfalls war Thees Ullmann ziemlich besoffen auf diesem einen Konzert, was ich wahrscheinlich auch nur deshalb gemerkt habe, weil ich deutscher Muttersprachler bin und daher ganz gut erkenne, wie einer klingt, wenn er nüchtern ist und wie einer klingt, wenn er bestoken ist.

Bestoken war er, gleichzeitig nicht allzu teuer, aber eben allzu bestoken.

Find ich auch nicht schlimm, kann einer gerne bestoken sein, wenn er auf die Bühne gut oder von selibiger tritt, das Problem war nur, dass mit zunehmendem Pegel der Pathos immer stärker aus seinen Worten triefte/troff und ich irgendwann nicht mehr zuhören konnte, eben weil es weh tat, zuzuhören.

Nichtsdestotrotz jetzt also der Hinweis auf dieses längere Interview, an dessen Ende Thees ein paar äußerst unreflektierte Sätze zu Fußball und seiner Hooligan-Problematik absondert. Witzig ist er ansonsten übrigens auch nicht, muss er auch nicht sein, wichtiger wäre, dass er sich mal eine wirklich neue Idee für neue Songs einfallen ließe.

[photopress:thees_ullmann_bei_orf.jpg,full,centered]

Zum Video bei ORF [Link leider tot.].

4 Kommentare

Gary Lineker lässt grüssen

Auch die NZZ stimmt ein in den Chor jener, die Fußballspielen gegen deutsche Auswahlen für ein grundsätzlich wenig spaßiges Unterfangen halten:

Am Ende stand für das junge Team, das mehrheitlich einen sehr couragierten Auftritt geliefert hatte, freilich die Erkenntnis, dass Fussball ein ziemlich gemeines Spiel sein kann, vor allem wenn es gegen die Deutschen geht.

Manchmal bin ich sehr froh, innerhalb dieser Grenzen geboren zu sein. Allerdings nur manchmal.

10 Kommentare

Calli punkt tv

Salbader, salbader, salbader. Die Allgemeinplätze, die Calli in seinem neuen Internet-TV-Kanal absondert, sind kaum der Rede wert, sprich: hören oder ansehen muss man das nicht.

[Screenshot leider tot]

Wie die Quelle Wullach.de zutreffend feststellt, kann man sich nach mehr als 5 Minuten dieses Sermons nur noch die Ohren zuhalten.

So ein bisschen kommentieren, welche Mannschaft nun welchen Spieler ge- und welchen verkauft hat, bekäme wohl noch jeder hin, der selbst ein Blog betreibt, vor allem, wenn der Stichwortgeber auch noch live im Gespräch mit dabei ist, sollte man mal einen wichtigen Neuzugang vergessen haben.

Trotzdem irgendwie süß, dass der Calli sich jetzt, da er nur noch selten zum Doppelpass oder zur Sportschau eingeladen wird, eben selbst seine Plattform schafft, auf der man ihn labern hören kann. Und was wäre Rainer Calmund ohne ständiges, unablässiges Geseiere über Fußball? Wohl nur noch Aufsichtsratsdingsbums bei Fortuna Düsseldorf.

4 Kommentare

Redundanz in Klagenfurt

Gleichzeitig betonte das Schwergewicht, „nicht der neue Vorturner“ des Vereins zu sein.

Calmund und sein Gewicht — lange wird er es ohnehin nicht mehr machen, das drückt ordentlich auf die Pumpe.

1 Kommentar

Unprätentiös: Tom Bartels. Untragbar: Thomas Doll.

Wer tatsächlich dauerhaft Fußball-Live-Übertragungen im Fernsehen schaut, der hat entweder kein Geld für eine Eintrittskarte, wohnt zu weit weg von einem relevanten Stadion oder ist einfach zu foul und somit eine Couch-Potatoe.

Wer tatsächlich dauerhaft Fußball-Live-Übertragungen schaut, der wird besser wissen als ich, wie die Landschaft der Kommentatoren derweil aussieht: Wer in dieser Rolle wirklich nervt, wer ganz okay ist und wer eigentlich ein Guter ist. Einschlägige Blogs und Webseiten berichten ausführlich über diese Themen, hier wird in Ermangelung an dauerhafter Fußball-Live-Spiel-Schauen-Motivation nur über einzelne Höhepunkte bzw. Tiefpunkte und noch ein Tiefpunkt und noch ein weiterer Tiefpunkt berichtet.

Gestern brodelte das Westfalenstadion endlich mal wieder so richtig, wenn mich meine alten, müden Augen nicht getäuscht haben, und es brodelte zurecht. Wer dem Zuschau-Vergnügen hinter dem Beamer keinen Abbruch tat, war überraschenderweise, selten genug, der Kommentator. Tom Bartels hat als angenehmen Nebeneffekt eine wohlklingende Stimme, verfügt aber in erster Linie über das Talent, 90 Minuten lang ein Fußballspiel zu kommentieren, indem er 90 Minuten lang ein Fußballspiel kommentiert.

Das ist selten, man darf durchaus anmerken: das ist selten geworden.

Bei ihm ist es aber so und deshalb möchte ich die Nacht heute mal nicht mit Genörgel und negativem Gewitzel beschließen, sondern mit etwas, was man viel zu selten von sich gibt: Mit einem Lob. (Nein, nicht diese hohen Bälle, die nur dazu dienen, einen zu weit vor dem Tor stehenden Torwart zu überwinden: ein echtes Lob.)

Mit Tom Bartels am Mikrofon macht das Fußballschauen Spaß in jeder Hinsicht, natürlich könnte auch er ein wenig mehr Schwafelpausen einlegen, alles in allem aber gibt es nichts zu bemängeln, was uns das Vergnügen verleidet hätte: keine Spielerfrauenfrisuren, keine voreiligen Urteile bei strittigen Szenen und auch kein obszönes Herfallen über den Schiedsrichter bei einer klitzekleinen Fehlentscheidung.

And now for something completely different.

Wer allerdings gar nicht geht und noch mal ins Regelbuch schauen sollte, bevor er sich einer an diesem Abend großen, mehrheitlich wissenden Fußballgemeinde mit seinem lächerlichen Sermon präsentiert, ist Thomas Doll. Natürlich spielt der Dortmunder in jener Szene, die zum ersten Strafstoß führte, zuerst den Ball. Danach senst er aber den dahinterstehenden Bremer voll um und nimmt sogar dessen, hätte er voll getroffen, drastische Verletzung in Kauf. Wie ich hier schon an diversen anderen Stellen bemerkte, ist der Hinweis, dass ein Spieler „den Ball spielt“ für die Entscheidung, ob eine Aktion „Foul“ ist oder nicht, irrelevant. Wichtig ist, ob er „Foul“ spielt, was hier unabweislich der Fall war.

Wenn Doll mit seinen eigenen Fehlern innerhalb des Teams ähnlich umginge, wäre klar, warum er so schnell an Respekt verliert.

Gerettet hat die Doll’sche peinliche Uneinsichtigkeit Thomas Schaaf mit seiner hanseatischen Lässigkeit (obwohl sein Team das Spiel verloren hatte), die zum Hinweis darauf führte, dass man schließlich in der Sendung vorwärts kommen wolle. Es hätte keinen Sinn gehabt, mit einem derart verblendeten Thomas Doll über ein derart eindeutiges hartes Foul zu diskutieren, insofern traf Schaaf die einzig mögliche Entscheidung, das Ganze zu beenden.

Wie auch immer man zu Delling stehen mag, die Verbrüderung zwischen Schaaf und Delling hatte am gestrigen Abend nichts Anbiederndes, vermittelte stattdessen den Eindruck zweier Menschen, die noch nicht den gesunden Menschenverstand verloren haben, die sich aus diesem Grunde zwangsläufig gegen einen wirr daher redenden zu Interviewenden zusammenschließen müssen.

PS: Endlich geht’s weiter.

27 Kommentare

Trainingskiebitze: The best fans in all of Europe

Benny Feilhaber, Ex-HSVler, der auch bei American Arena Thema ist, weil er wohl zu Derby County zurückkehrt, das gerade von Amerikanern übernommen wird, erwähnt im Interview mit Evenison Bemerkenswertes aus amerikanischer Sicht über die europäische Fankultur:

What do you like and dislike the most about living in Germany?

I really like the involvement of the fans with soccer. I would have to say that Germany has the best fans in all of Europe. Our stadium is sold out every single game. We‘ll get 500-1,000 people at practice sometimes. Obviously there are days when there are less than that, but there are people who come to every single practice. They live through the players and it is pretty amazing. We are obviously struggling this year, and our last game away, which was like a six hour train ride we probably had 5,000 fans travel to the game. It was against Bochum who is fighting relegation as well. We lost 2-1. After the game there were about 100 fans yelling at us, asking why we lost, how come we don’t play better, and some things much worse than this. There was a fence separating the fans and us. Our coach goes and talks to them, and the fans talk to them as though he has to take orders from them. It’s unbelievable the relationship between the fans and everyone on the team. After the coach left, all the players went and talked to the fans for like 15 minutes. It was a really crazy thing. As we were leaving on the team bus I saw about five fans standing there crying. I think the fans sometimes suffer more than the players. It’s obvious how much they really care for the team.

I think the fans sometimes suffer more than the players.

I think the word „sometimes“ is superfluous here.

Und auf Wunsch das Ganze auch auf deutsch:

Was magst du und was magst du nicht am Leben in Deutschland?

Was ich wirklich mag, ist die Beteiligung der Fans am Fußball. Ich würde sagen, dass Deutschland die besten Fans in ganz Europa hat. Unser Stadion ist bei jedem einzelnen Spiel ausverkauft. Manchmal kommen zwischen 500 und 1.000 Leute zum Training. Natürlich gibt es auch Tage, an denen es weniger sind, aber es gibt Leute, die zu jedem einzelnen Training kommen. Sie leben durch die Spieler und das ist schon ziemlich faszinierend. Wie man weiß, haben wir ein paar Probleme in diesem Jahr, und bei unserem letzten Auswärtsspiel, das ungefähr sechs Stunden Zugfahrt entfernt stattfand, hatten wir ungefähr 5.000 Fans, die zu diesem Spiel gefahren sind. Es war gegen Bochum, das ebenfalls gegen den Abstieg spielt. Wir haben 2:1 verloren. Nach dem Spiel schrieen uns ungefähr 100 Fans an, fragten uns, warum wir verloren haben und warum wir nicht besser spielen und noch ein paar wesentlich schlimmere Sachen. Ein Zaun trennte uns von den Fans. Unser Trainer ging hin und redete mit ihnen, und die Fans redeten mit ihm, als wenn er irgendwelche Anweisungen von ihnen entgegennehmen müsste. Die Beziehung zwischen Fans und jedem aus dem Team ist unglaublich. Nachdem der Trainer gegangen war, gingen alle Spieler hin und redeten ungefähr 15 Minuten lang mit den Fans. Das war wirklich verrückt. Als wir im Teambus abfuhren, sah ich fünf Fans, die weinten. Ich glaube, die Fans leiden manchmal mehr als die Spieler. Es ist nicht zu übersehen, wie viel ihnen am Team liegt.

Ich glaube, die Fans leiden manchmal mehr als die Spieler.

Ich glaube, das Wort „manchmal“ ist hier überflüssig.

3 Kommentare

Tagesspiegel reif für die Klapse

Manchmal geht es hin und manchmal her. Manchmal lustig, manchmal noch mal draufhauen, manchmal aber geht der Zeigefinger hoch. Man weiß nie, was kommt.

Hildebrand schickt Kollegen in die Klapse“ titelt heute der Tagesspiegel und wir danken dem zuständigen Autoren für so viel Reaktionärentum.

Canizares sieht jetzt einmal die Woche einen Psychotherapeuten, in den Augen jenes Redakteurs ist das gleichbedeutend mit einer Zwangseinweisung in die Gummizelle mit Zwangsjacke und ruhigstellenden Medikamenten.

Hoffentlich wird die Karriere des Schreiberlings nie ähnlich abrupt wie jene des spanischen Nationaltorwarts beendet: Nach 30 Jahren kann er plötzlich nicht mehr das machen, was er Zeit seines erwachsenen Lebens getan hat, von einem Tag auf den anderen, ohne dass er sich darauf hätte einstellen können, ist sein Tagesinhalt und zwar ein nicht gerade kleiner einfach so verschwunden.

Aber klar, wenn man sich ein Bein bricht, lässt man das auch lieber zu Hause alleine ausheilen, nicht dass da noch einer dran rumpfuscht.

(Jaja, vielleicht war es auch „nur“ der sid, das machte es aber auch nicht besser.)

1 Kommentar