Zum Inhalt springen

Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Ohne Holland fahrn wir zur WM

„Ohne Holland fahrn wir zur WM“, das sangen viele deutsche Fans im Frühjahr und im Sommer 2002, als sich Holland nach einem 0:1 in Irland gar nicht erst für die WM qualifizieren konnte. Jetzt spielt Holland gerade in Stuttgart gegen die Elfenbeinküste und führt mit 2:1. Mit diesem Ergebnis wäre Holland fürs Achtelfinale qualifiziert. Das bewegt die holländischen Fans (das halbe Stadion ist in orange getaucht) dazu, Folgendes zu singen:

„Ohne Deutschland fahrn wir nach Berlin!“

— und zwar auf deutsch! Nette Geste, zu Gast bei Freunden eben.

Klar, dass Reinhold Beckmann kein Wort darüber verliert. Vor lauter Platitüdengedresche hat er es wahrscheinlich gar nicht mitbekommen.

24 Kommentare

Déjà vu

Jugoslawien Serbien-Montenegro lässt sich ohne Gegenwehr abschlachten und kriegt ein halbes Dutzend Tore. Das kenn ich doch, das kenn ich doch… ahja. Damals war’s, bei der EM 2000. Die Niederlande hat dann trotzdem das Turnier nicht gewonnen, also macht Euch keine Sorgen. Argentinien ist zwar stark, aber jeder Fußballinteressierte weiß, wie leicht es ist, eine Mannschaft auseinanderzunehmen, die „auseinanderfällt“, sprich: in der nicht mehr gegen die drohende Niederlage gekämpft wird. Es ist kinderleicht.

Gleichzeitig aber auch ziemlich peinlich für Serbien-Montenegro. Was suchen Leute mit einer solchen Einstellung bei einer WM?

Es gibt dann immer die Stimmen, die sagen: ob 0:4 oder 0:6, das ist doch egal. Nein, meine lieben Herren, wenn das egal wäre, bräuchte man gar nicht erst aufzulaufen.

Einen Kommentar hinterlassen

What’s up, Peter?

Hey, was soll das denn? Vollmundig hab ich gestern beim Schauen von England — Trinidad & Tobago meinen Nebenleuten erzählt, dass Peter Crouch ja „immer“ diesen Robodance machen würde, wenn er ein Tor erzielt hat. Kaum gesagt, schon trifft er und was bleibt aus? Sein Robodance.

Frechheit.

Vielleicht war es aber auch nur das schlechte Gewissen, weil er vorher seinem Gegner an den Haaren gezogen hat, sich dann auch noch aufgestützt hat, um den kleinen Größennachteil seinerseits zu korrigieren, bevor er dann aus ca. 2,40m Höhe eingeköpft hat.

2 Kommentare

WM-freie Zone

Gerade sind sie zur Frimpe der Woche gekürt worden, da möchte ich mich auch gleich schon wieder anbiedern: Die Leute, die sich nicht für Fußball interessieren, haben ja ebenfalls eine Daseinsberechtigung. Sie können zum Beispiel spülen oder Schnittchen machen, während alle anderen Fußball schauen. Sollten sie davon irgendwann die Nase voll haben, lässt ein Trainer Baade sie natürlich nicht allein. In der WM-freien Zone [Link leider tot] findet man Tipps, was man sonst noch so machen kann, was nichts mit Fußball zu tun hat.

3 Kommentare

Die Ausgeburt der Hölle wird mitspielen

Ich würde gerne ein wenig mehr dazu sagen, ich muss mich aber angesichts anderer Tätigkeiten auf Folgendes beschränken:

Wayne Looney ist dabei.

Und mit meiner martialischen Schlagzeile meine ich keineswegs, dass er nicht kommen sollte. Eine WM ohne Wayne Looney wäre nur die Hälfte wert, da ich persönlich (also als Person gesehen, nicht als fiktiver Charakter) ein großer Bewunderer seines Talents, seiner Intuition, seines Durchsetzungsvermögens und seines unglaublichen, scheinbar unstillbaren Hungers nach Toren bin.

Bedauerlich nur, dass er meine lieben Toffees wegen des schnöden Mammons verließ, bevor er sie zum ersten Meistertitel seit knapp 20 Jahren führen konnte. Und das, obwohl doch seine ganze Familie Everton-Fan ist.

Auch wenn ich sein Talent mehr als bewundere, so hoffe ich doch, dass er nicht derjenige sein wird, der England nach knapp 40 Jahren zum ersten Titel führt. Das mit dem zu-einem-Titel-führen wünsche ich dann doch lieber einem anderen Engländer: Jens Lihmän.

12 Kommentare

Karikaturen

Karikaturen aller möglichen WM-Mannschaften, nicht nur der aktuellen. So ist die deutsche Mannschaft von 1974 dabei oder die brasilianische von 1970. Diverse Künstler haben ihrer Zeichenlust freien Lauf gelassen, und das ist dann dabei rausgekommen [Link leider tot].

Einen Kommentar hinterlassen

Warum nicht mal vor einem Muttermund sitzen?

Immer öfter bekomme ich Hinweise, was ich denn so alles bloggen könnte, Vieles davon nehme ich auf, manches auch nur am Rande. Das hier aber muss ich Euch ungekürzt präsentieren. Eine Mail von einer Blog-Leserin aus Freiburg:

Hast Du noch die Sparte, was man während der WM machen kann, wenn man sich nicht für Fußball interessiert?

Ich hab einen Tipp für Frauen. Ich hab an einem Freiburger Frauenseminar teilgenommen, das hieß „Zyklusreise“. Es wurde ein Lebensfluß aus Seidentüchern ausgelegt, eine riesige Gebärmutter (auch auf Seidentuch gemalt) bildete die Mitte. Das ganze Ding wurde mit Fotos und symbolischen Hormonen und so Zeug gespickt, ich saß also den halben Abend vor einem weit geöffneten Muttermund. Frag bitte nicht, wieso ich das gemacht hab. Sagen wir mal, ich wollte mich integrieren. Aber hier ist nun mein Tipp aus dem Seminar:

Erstellung einer Emotion-Lotion (bitte englisch aussprechen), falls man gefrustet ist durch zuwenig Beachtung seitens des Mannes:

Man fängt an, ganz oben am Kopf und dann ganz langsam den Körper runter sich seine negativen Gefühle auszuziehen und auch das letzte bisschen abzustreifen. Diese schmeisst man alle zusammen auf einen Haufen vor seinen Füßen. Dann nimmt man die Füße und trampelt sie platt, man kann sie also richtig zusammentreten. Wenn sie dann ganz mickrig sind, nimmt man sie in die Hand und knetet sie durch, bis sie warm und weich und ganz geschmeidig werden. So lange, bis sie so durch sind, dass sie eine cremige Konsistenz annehmen. Damit kann man sich dann von oben bis unten einschmieren, und das fühlt sich ja immmer gut an.

Noch Fragen?

Nein, keine Fragen mehr.

3 Kommentare

Warum sich Serbien und Montenegro nicht trennen dürfen

Kein Jugoslawien, kein Titel.

So knapp kann man das zusammenfassen. Denn bei jedem WM-Gewinn spielten und gewannen die Deutschen gegen Jugoslawien.

1954 Viertelfinale BRD-Jugoslawien 2:0
1974 Zwischenrunde BRD-Jugoslawien 2:0
1990 Vorrunde BRD-Jugoslawien 4:1

Konnte man „Serbien und Montenegro“, das bis vor Kurzem Jugoslawien geheißen hatte, noch als solches bezeichnen, ist nach der Trennung der beiden Teilrepubliken einfach kein Jugoslawien mehr da. Und somit werden wir auch nicht mehr Weltmeister. Schade.

5 Kommentare

Die Farce geht weiter

In Deutschland kennt man das vom SC Freiburg, der jahrelang keinen vernünftigen Elfmeterschützen als Nachfolger vom legendären (legendär, weil ich ihn so betitele) Harry Decheiver fand und daraufhin etliche Punkte verschenkte, weil er ständig seine Elfmeter verschoss.

In England kennt man das vor allem von der Nationalelf. Elfmeter, das ist so etwas wie das nationale Trauma der englischen Fußballnation, noch schlimmer als in den Niederlanden.

Lange Zeit war David Beckham der Standard-Elfmeterschütze, verschoss aber so regelmäßig wie ich Knöllchen sammele. Nach dem x-ten verschossenen Elfmeter von Beckham wurde dann doch mal ein anderer Schütze ausprobiert.

Gegen Ungarn vor ein paar Tagen verschoss Lampard einen Elfmeter, heute gegen Jamaika gelang dieses Kunststück Peter Crouch.

Ich kann nur hoffen, dass wir, sollten wir England im Verlauf des Turniers begegnen, ins Elfmeterschießen kommen.

1 Kommentar

Man muss nicht immer mitspielen, Rudi

Wer sich wundert, warum der deutsche Fußball weiterhin in fast allen Bereichen (Ausnahme: Zuschauerinteresse) hinterherhinkt, dem sei dieser lesenswerte Beitrag ans Herz gelegt. Äußerst trefflich wird beschrieben, warum Franz als Lichtgestalt und Berti Vogts als grauer Wurm gilt und welchen Einfluss die FOTO-Zeitung (nein, Ben, ich schreibe nicht die anderen vier Buchstaben) darauf hat. Gerne würde ich noch ein bißchen mehr dazu sagen, aber ich schwelge noch in der Euphorie ob dem Erhalt meiner WM-Eintrittskarte.

Vielleicht bin ich auch nicht intellektuell genug.

2 Kommentare

bibissi

Der Standard berichtet, dass die bibissi alle Spiele live und kostenlos online überträgt. Als unerfahrener Mensch im Bereich Pay-TV frage ich mich da: Wenn die BBC alle Spiele kostenlos und online live überträgt, wie schaffen sie es dann, die Nutzung dieses Angebots auf britische Nutzer zu begrenzen?

Und bedeutet das gleichzeitig auch, dass jeder, bei dem die bibissi am Arbeitsplatz nicht gesperrt ist, jetzt jedes WM-Spiel live (und in Farbe) und in Bildern verfolgen kann?

5 Kommentare