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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Von aktuellen und nicht so aktuellen Ereignissen

Nicht immer bin ich hier im Blog auf dem Stand der Dinge. Das ist auch nicht die Intention dieser Einrichtung. Wer auf dem Stand der Dinge sein will, besuche den Herrn kicker mit seinem tollen, gleichnamigen Magazin, besuche Spiegel Online oder die tagesschau.

Hier tauchen immer wieder zeitlos schöne Beiträge auf, Textgebilde, die so schön sind, dass man sie auch getrost 1892 hätte veröffentlichen können, und die Begeisterungsstürme wären nicht minder groß ausgefallen. Betrachtungen von außerhalb, die Meta-Ebene wird nicht nur erreicht, teilweise sogar überschritten, Gedankenspiele und eben auch grundsätzliche Aussagen zu unserem schönen kleinen Sport.

Dann und wann machen aber die aktuellen Ereignisse auch mal einen Ausflug in die Realität nötig. In solchen Fällen wird nach Lust und Laune über die Torwartdiskussion palavert, werden die Alternativen zum Bundestrainer abgewägt oder es wird ein Wettskandal kommentiert.

Natürlich gebe ich mir alle Mühe, dabei nicht einfach nur Nachrichten abzuschreiben, sondern diese auch mit einer Prise Spo(r)tt und Ironie zu würzen und vor allem, mit meinen Beiträgen nicht erst dann online zu gehen, wenn schon kein Hahn mehr nach der Vogelgrippe kräht. Dies gelingt mir mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

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Der viel zitierte Blumentopf

Der Welt gab Steven Cherundolo, amerikanischer Nationalspieler bei Hannover 96, ein Interview, in dem er Folgendes zum 1:4 der Deutschen in Florenz gegen Italien sagt:

„Aber ihr Deutsche tut immer so, als hättet ihr ein riesiges Problem. Ihr seid bei der letzten WM Vize-Weltmeister gewesen. Es war doch immer so: Stand ein wichtiges Turnier an, waren die Deutschen gerüstet. Lieber so, als anders herum. Was nützt es dir, wenn du alle Freundschaftsspiele gewinnst, aber bei der WM nicht mal einen Blumentopf.“

Recht hat er ja, wenn man nur die Weltmeisterschaften betrachtet. Aber obwohl Cherundolo in Deutschland arbeitet, scheinen ihm die letzten beiden Europameisterschaften nicht aufgefallen zu sein: 6 Spiele, kein Sieg, nur 3 Tore erzielt, 2x in der Vorrunde gescheitert. Das ist wohl das, was man dann getrost einen Blumentopf nennen kann.

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Das ist eine Antwort

Kann man besser antworten als es die Brasilianer auf die Herausforderung der Argentinier taten? Das Sexblog der Zeit zeigt uns eine wahrlich schöne Antwort von Werbenden auf Werbende.

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Englisch ist weit gesprochen.

Entschuldigung, ich musste kurz lachen, als ich im Bereich zur WM auf der Seite www.germany-tourism.co.uk Folgendes zu den Sprachen, die man in Deutschland angeblich spricht, las:

„Language: German. English is widely spoken.“

Ich möchte gar nicht erst wissen, wie viele Deutsche diesen Satz so wie in der Überschrift übersetzten. Was ich aber weiß, ist, dass eine meiner Schülerinnen aus den USA mir letztens klagte: „Alle sagen hier, dass sie Englisch sprechen. Aber dann: können sie es gar nicht!“ Das mag für uns jetzt witzig sein. Für jemanden, der sich von außerhalb kommend darauf verlässt, dass „die Leute“ in Deutschland englisch sprechen, ist es nicht mehr ganz so witzig. Und warum wohl heißt der Werbespruch von McDonald’s nicht mehr „I‘m loving it“, sondern „Ich liebe es“ (was nebenbei bemerkt eine total schlechte Übersetzung ist, weil man das im Deutschen so nicht sagen würde, es einfach total unnatürlich klingt), warum sagt man denn nicht mehr „Powered by emotion“ (was manche Angehörige des älteren Semesters mit „Kraft durch Freude“ übersetzten), warum sollte Douglas denn nicht mehr mit „Come in and find out“ werben (was „englischsprechende Deutsche“ mit „Komm rein und finde wieder heraus“ übersetzten)?

Weil in Deutschland quasi niemand englisch spricht.

Was man hier beherrscht, ist sogenanntes Euro-Trash-English. Also jenes Englisch, welches ausreicht, um die Texte der unsäglichen „Band“ Scooter zu verstehen. Da nützen auch keine 20-stündigen Kürschen für Taxifahrer oder Hostessen. Das ist so lange nicht schlimm, wie die Taxifahrer oder Hostessen Kunden haben, deren Muttersprache gar nicht englisch ist. Die Seite www.germany-tourism.co.uk ist aber für Briten gedacht.

Na, das kann ja heiter werden. Ich sag nur „I become a sausage.“

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Hà Lan

Wer sich schon immer gefragt hat, was man eigentlich in Vietnam über die Europameisterschaft denkt, kann sich auf der Seite des VnExpresses informieren. Ich möchte nicht die alten Spielchen wieder aufwärmen, bei denen man als gerade frischer Internetuser es lustig fand, auf Seiten rumzusurfen, deren Schriftsatz man nicht anzeigen lassen konnte. Es ist doch aber ganz gut, zu wissen, dass Holland auf Vietnamesisch Hà Lan heißt. Und Deutschland heißt Đức, wie auch immer man das aussprechen mag. Wer also von Euch im Rahmen der WM Touristen ein Zimmerchen überlässt und dabei Besuch aus Vietnam bekommt, kann sich hier ja schon mal schlau machen.

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Erstaunlich, dass Italien auf Vietnamesisch Italy heißt. Kommt mir fast spanisch vor.

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Artificial turf

Nein, ich bin jetzt nicht unter die Fans der Anglizismen gegangen. Ihr solltet nur vielleicht so langsam den englischen Ausdruck für „Kunstrasen“ kennen lernen — er wird Euch in Zukunft noch öfter begegnen.

In einer der großen Zeitungen wird der Ruf nach Kunstrasen laut. Angesichts der nahezu unbespielbaren Plätze in den meisten neu erbauten Stadien vielleicht nicht gänzlich unangebracht. Ich halte es aber nicht nur mit Marco Bode („Ich bin eigentlich ziemlich liberal, aber im Fußball bin ich konservativ.“), ich möchte auch behaupten, dass das Spiel auf Kunstrasen seinen Charakter völlig änderte.

Ich kann nur hoffen, dass man einfach so viel am Fußball rumdoktort (Chip im Ball, die lächerliche Erfindung des passiven Abseits‘, Spieler mit Knopf im Ohr für Anweisungen des Trainers, einen Extrapunkt für den Gesamtsieg in einem Ligaduell) oder andere an ihm rumdoktorn (Abramowitsch, Hoyzer, serbische, russische, asiatische oder griechische Wettmafia, Sepp Blatter u. a.), dass die Mehrheit der Eventzuschauer die Lust an diesem Sport verliert.

Dann kann man endlich die hohen Tribünen wieder abbauen, die ohnehin nur von ahnungslosen Pfeifen („Oh, was ist der Hildebrand süß!“ – „Warum steht es immer noch 0:0? Ich will Tore sehen!“) bevölkert werden. So bekommt der Rasen auch wieder genug Sonne und Luft und Wasser und Wind (und was dieses hochkomplexe Lebewesen sonst noch alles benötigt), auf dass man auf ihm auch wieder ordentlich Fußball spielen kann. Dann zwar nur noch vor 18.000 Zuschauern und nicht 180.000 — aber was soll’s? Hey, es ist Fußball!

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7,77 Euro

Die teuersten Karten für das Finale in Berlin kosten etwa 10.000 US-Dollar. Dass das nur jemand von außerhalb bezahlen würde, ist klar. Denn für die Heimspiele von Hertha BSC werden die Karten für 7,77 Euro verscherbelt. Sonst würde niemand kommen. Würde man reichen Leuten nicht vorgaukeln, dass das Finale der WM ein Ereignis ist, bei dem man dabei sein sollte, würde wohl selbst zum Finale niemand kommen.

Berlin und Fußball — das passt zusammen wie Peter Neururer und Ottmar Hitzfeld.

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Azzurro

Die Frage kam letztens in den Kommentaren auf, noch hat sich niemand dazu geäußert, deshalb stell ich das hier noch mal als eigenen Beitrag ein.

Weiß jemand, warum die Farbe der Trikots der italienischen Mannschaft Blau ist?

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Alpay — ein Mann sieht Rot, Rot und Rot

Die Strafe ist noch viel zu gering. 6 Spiele wurde er nach seinen Tritten gegen die Schweizer gesperrt. Danach hat er in Interviews beteuert, dass er daran arbeiten wird, sich im Griff zu haben. Neben einer Rüpelei letztens in — ich glaube — Hamburg bekam er am vergangenen Wochenende wieder die Gelb-Rote Karte und prügelte sich am Dienstag darauf im Training mit einem Mitspieler.

Ja, wie viele Gelegenheiten will man diesem Mann ohne Frustrationstoleranz noch einräumen?

Die Vereinsführung hat ihm das Angebot gemacht, dass er sich von Experten der Stressbewältigung helfen lässt, was er abgelehnt hat. Wie kann man sowas noch akzeptieren? Stattdessen wieder, aus seiner Sicht sicher ernst gemeinte, Lippenbekenntnisse, dass er sich bessern will.

Aber offensichtlich ist doch, dass er es alleine nicht schafft. Nach den 6 Spielen Sperre, spätestens, schaut man sich seine Vita an, hätte das auch schon eher passieren dürfen, hätte er einsehen müssen, dass er es alleine nicht schafft. Dass ein Verein so etwas durchgehen lässt, ist äußerst naiv und gegenüber den Teamkollegen schon fahrlässig. Ich würde solch einen Mann nicht mehr aufstellen, bis er durch eine unabhängige Stelle nachgewiesen hat, dass er ein Verhaltenstraining erfolgreich absolviert hat.

Und die FIFA sollte auch noch mal die Strafe verdoppeln, einfach weil er sich selbst nach diesem Urteil kein bißchen verändert hat — der gute Fairplay-Preissieger der EM 1996.

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Nowitzki für Podolski

Angesichts des Trends zu immer größer werdenden Stürmern, wie Peter Crouch (2,04m) bei den Engländern und dem allseits bekannten Jan Koller (2,02m) für die Tschechen, sollte Clinsfornia sich überlegen, einen der fast schon gesetzten Stürmer zu Hause zu lassen. Im Moment müsste das wohl Podolski sein. Für ihn sollte Dirk Nowitzki (2,13m) nominiert werden. Seine Technik am Ball wird kaum schlechter als die des nutella-Manns sein und dass er nicht in Form ist, kann man von ihm auch nicht behaupten.

Bliebe nur die Frage, wer in der deutschen Mannschaft zur Zeit eine präzise Flanke hinbekommt. Ich fürchte, nicht mal mein heimlicher Liebling Bernd Schneider hat das zur Zeit drauf.

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Zirkusdirektor Netzer, der „coole Hund“

Da ich ja normalerweise kein Fernsehn schaue (ich schwöre, dass ich das nun zum letzten Mal erwähnt haben werde), konnte ich auch die letzte Ausgabe von „Wetten, dass…?“ nicht sehen. Da muss wohl der Jünter aufgetreten sein und mit dem Schalk irgendwas gewettet haben. Das Resultat [Link leider tot] dieser verlorenen Wette sahen wir Netzhaut gefährdenderweise am Mittwoch Abend auf unseren Bildschirmen.

Und obwohl Netzer anschließend sagte, dass er sich über Gottschalks Modegeschmack wunderte, sagte er auch, dass diese Klamotten fast so schräg gewesen seien, wie das, was er selbst in den 70ern trug. Was das war, was er damals trug, kann man in dieser Ausstellung in Berlin noch bis Mitte April begutachten.

Eine eigene Ausstellung, extra für Günter Netzer — so weit wird Berti Vogts nie kommen. Wer sie mal besucht, kann hier gerne berichten, ob die Exponate sich lohnen. Und ob vielleicht sein Auftritt von Mittwoch als Zirkusdirektor schon ergänzt worden ist.

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Beim ersten Mal (diesmal aber wirklich Fußball)

Des Öfteren findet sie Erwähnung, in Deutschland geht schließlich kaum ein Weg an der Zeitung vorbei, über die Günter Wallraff einst sagte, die einzigen echten Informationen fänden sich im Sportteil. Darüber kann man streiten, meistens liefert diese Zeitung keine Informationen, sondern möchte Politik machen. Aktuelles Beispiel ist Jürgen Klinsmann, der — vollkommen konträr zu Rudi Völler — ständig angegriffen wird. Älteres Beispiel ist Hans Meyer, der in Gladbach von dieser Zeitung aus dem Job geschrieben werden sollte.

Dass es früher, als sowieso alles besser war, auch einmal anders war, beweist dieses Bild der Berichterstattung der FOTO-Zeitung über den allerallerallerersten Bundesligaspieltag. Fast schon süß, wie die Entstehung der Tore beschrieben wird. Beste Spieler: „Rehhagel […] bei Hertha“.

Man stelle sich ein Leben ohne Bundesliga vor. Undenkbar. Ich finde schon die Zeit der Sommerpause schwer genug zu ertragen — aber wenn’s gar keine Bundesliga gäbe? Au weia.

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Lautklang

Es hat keine weitere Bewandnis, zumal Irland ohnehin nicht für die WM qualifiziert ist. Ich wollte das nur einfach mal loswerden. Der schönste Name eines existierenden Profi-Fußballers ist meines Ermessens ganz eindeutig:

Tony Cascarino

Cascarino. Besonders, wenn englische Zungen diesen Namen aussprechen, hat er so einen Wohlklang, dass ich jedes Mal in Verzückung gerate. Leider ist Tony Cascarino schon jenseits des Endes seiner Karriere, ich werde diesen Namen also nur noch selten hören. Schade.

Cascarino.

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