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Kategorie: WM 2006 – Odyssee im Deutschland

Eine Reise durch ein verrücktes Land

Geteilter Ärger ist immer noch Ärger

Jeder hasste diese Schüler, die sich in der Klasse bei einer Frage meldeten, als dritter oder vierter drankamen und dann, Bezug nehmend auf ihre Vorredner, nur ein dünnes „Das wollte ich auch sagen.“ herausbrachten. Nichtsdestotrotz — ein Wort, das man nicht häufig genug benutzen kann — muss ich heute mal sagen: „Das wollte ich auch sagen.“

Und diesen Kommentar zu jenem Beitrag muss man ebenfalls sofort unterschreiben:

„Architekten sind nicht immer Fussballer.“

Schließlich ist die Arena auf Erdgas nicht das einzige ziemlich neue Stadion, bei dem diese Schattenspiele nerven, vor dem Internet-TV mehr als vor Ort, aber selbst dort noch. Warum sollte man auch erwarten, dass die Wetterbedingungen bei Durchführung des einzigen Zweckes, zu dem ein solches Stadion gebaut wird, nämlich in den allermeisten Fällen für die Durchführung von Fußballspielen am Nachmittag, auch Eingang in die Planungen dieser Halbe-Milliarde-Euro-Ufos fänden, wenn es schließlich erst 2007 ist.

Dass man mehr als einen Ball benutzen kann, um ein Fußballspiel durchzuführen, ist der Menschheit ja auch erst vor ein paar Jahren eingefallen. Gespannt warten wir also auf die nächste Evolutionsstufe beim Stadionbau, in welcher Sicht- und Lichtverhältnisse beim Bau berücksichtigt werden. Bis dahin gilt: Ihr ärgert Euch nicht allein.

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Schluss mit Expertisen

Der „In der zweiten sieht man besser“-Experte kämpft mit seinem Klub gegen den Abstieg, lässt aber immer wieder durchblicken, dass er sich weder „zehn Jahre am Stück“ [Link leider tot] in Mainz vorstellen kann, noch, dass er „je nach Stand der Dinge“ noch lange in Mainz zu sehen sein wird. So schnell können Fernsehkarrieren enden.

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Gedächtnistest

Kennt noch jemand dieses Wesen? Kleine Hilfe: Es sollte einst zur Volksbelustigung bei großen Festen eingesetzt werden, wurde dann aber schnell in die Wüste geschickt. Liegt nahe, bei einem Löwen.

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Nur 30 Konkurrenten für Gladbach

Wie war das noch bei der Herren-WM? 15 Städte waren in der endgültigen Auswahl, die sich längere Zeit Hoffnungen machen durfte. Davon fielen schließlich unverständlicherweise Bremen, Mönchengladbach und Düsseldorf aus dem Sieb unten durch, während Städte wie die langweiligste Stadt der Welt, Hannover, und Ostbonus-Städte wie Leipzig dabei waren.

Vor dieser endgültigen Endausscheidung hatten sich aber auch Städte bzw. Stadien wie Bochum, Leverkusen, Rostock oder Duisburg beworben, wobei eigentlich von vorneherein klar war, dass die WM-Stadion mindestens 40.000 Zuschauer würden fassen müssen. Dem war eben bei jenen im ersten Durchgang ausgeschiedenen Städten nicht so.

Bei einer Damen-Fußball-WM, für deren Ausrichtung sich der DFB für 2011 bewerben will, müssen es wahrscheinlich deutlich weniger als diese 40.000 an Fassungsvermögen sein. Somit überrascht die Zahl von bislang 30 interessierten Städten/Gemeinden/Kommunen als Ausrichter der Damen-WM 2011 nicht allzusehr.

Mönchengladbach mit seinem Borussia-Park ist auch darunter. Und ginge der Zuschlag tatsächlich an Deutschland für die WM 2011, dürfte man sicher mit ausverkauftem Hause in Mönchengladbach bei den WM-Spielen der deutschen Mannschaft rechnen.

Vielleicht wäre das eine kleine Entschädigung dafür, bei der WM 2006 als Austragungsort nicht dabei gewesen zu sein. Zu wünschen wäre es dem laut übereinstimmender neutraler Meinungen von außen häßlichen, innen aber durchaus seinen Charme entwickelnden Borussia-Park bzw. seinen Betreibern, Fans und Anvertrauten.

Nach den stimmungsvollen Erfahrungen bei der WM 2006 dürften die Chancen für das neben England fußballbegeistertste Land der Welt recht gut stehen, dass die Damen-WM in Deutschland stattfindet. Und dann heißt es wieder wie damals: Rechtzeitig an der Karten-Lotterie teilnehmen, damit man wenigstens ein Spiel live im Stadion sehen kann.

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Nächste WM doch in Deutschland

Schade.

Es ist nur die WM der Hobbymannschaften. Man wird vermutlich kein Sommermärchen erleben. Kein Wunder, mit Teilnehmern allein aus Deutschland fehlt auch die Berechtigung, das ganze „WM“ zu nennen.

Und mit Webseiten wie dieser fehlt auch die Berechtigung, überhaupt irgendetwas zu veranstalten.

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Grimmepreis zu verschenken

Bislang kannte ich natürlich den „Grimme-Preis“, so richtig einordnen konnte ich ihn aber nicht. Ein wenig gestaunt habe ich schon und ein wenig beeindruckt war ich auch, als Günter Netzer und Gerhard Delling selbigen für ihre Analyse von Fußballspielen in der ARD bekommen haben.

So langsam dräut mir, dass die Jury des Grimme-Preises nicht ganz so schwierig zu beeindrucken ist, nachdem Sönke Wortmann diesen Preis jetzt auch bekommen hat.

Dass ich von Wortmanns Werk nicht sonderlich beeindruckt bin, sagte ich schon, und ich möchte jetzt auch gerne noch hinzufügen, dass diesem Film wirklich all das fehlt, was ihn zu einem besonderen hätte werden lassen können. Offensichtlich reicht es für den Grimme-Preis schon aus, ein paar sinnvolle Sätze aneinanderreihen zu können.

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Kasachstan und Israel, Surinam und Guyana

Für die kommende in Venezuela stattfindende Copa America wurden folgende Gruppen ausgelost:

Brasilien
Ecuador
Chile
Mexiko

Argentinien
USA
Paraguay
Kolumbien

Venezuela
Bolivien
Urugay Uruguay (Danke, Kai)
Chile

Da fragt sich der geneigte Geografie-Student, was denn eigentlich mit den übrigen drei Ländern in Südamerika ist. Warum nehmen Guyana, Surinam und Französisch Guyana nicht an der Copa America und auch nicht an den WM-Qualifikationen des südamerikanischen Fußballverbands teil?

Für Französisch Guyana ist die Antwort einfach: Das „Land“ ist ein so genanntes Übersee-Département der französischen Nation und somit kein unabhängiger Staat. Französisch Guyana gehört aufgrund dieses Status sogar zur EU und hier wird demgemäß auch mit Euro bezahlt.

Bei Surinam wird die Antwort schon etwas schwieriger, ist Surinam doch seit 1975 von den Niederlanden unabhängig, hat schon Olympiamedaillen gewonnen und verfügt offensichtlich über eine Großzahl fähiger Fußballspieler (Kluivert, Davids, Seedorf, Rijkaard, Gullit — wobei ich bei keinem von diesen weiß, ob sie in den Niederlanden oder in Surinam aufgewachsen sind). Des Rätsels Lösung lautet: Surinam gehört nicht zum CONMEBOL, dem südamerikanischen Fußballverband, sonder zum nord- und mittelamerikanischen Verband CONCACAF. Dasselbe gilt für Guyana, das sogar schon seit 1966 unabhängig ist.

Warum das so ist, konnte ich nicht eruieren, womöglich wollten die hochnäsigen Funktionäre des CONMEBOL keine Spätstarter in Sachen Unabhängigkeit aufnehmen, vielleicht wollten die beiden kleineren Staaten aber lieber an einer Qualifikation teilnehmen, in der sie eine Chance hätten. Das nordwestlich vor Guyana im Meer liegende Trinidad & Tobago hat es ja, wie man weiß, über die Qualifikation via CONCACAF schon mal zu einer WM geschafft.

Bliebe noch die Frage, wieso die CONCACAF-Mitglieder Mexiko und USA an der Copa America, dem Turnier der CONMEBOL, teilnehmen. Dies wird davon beantwortet, dass es a) bei zehn Mitgliedern der CONMEBOL schwierig ist, drei oder vier gleich große Gruppen zu kreieren und b) dass die CONMEBOL deshalb schon seit Längerem „Gastnationen“ zur Teilnahme an der Copa America einlädt. Dass man mit zehn Teilnehmern allerdings ganz einfach zwei Fünfergruppen schaffen könnte, scheint den CONMEBOL-Organisatoren entgangen zu sein.

Das Turnier der CONCACAF heißt übrigens Gold-Cup und hier stand Brasilien bei den letzten sechs Turnieren zwei Mal im Finale. Jetzt alles klar?

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Weltmeister

Angesichts der Bilder der feiernden Handball-Weltmeister überfällt mich doch ein wenig Wehmut: dieser schmerzende Sonntag mit dem Elfmeterschießen und den jubelnden Italiernern, es hätte so schön sein können.

Nach den Hockeyherren schaffen es nun auch die Handballherren im eigenen Land.

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Magentaturm revisited

Bedauerlich, dass ich erst jetzt davon erfahre. Bei www.faltplatte.de gibt es Teile der Berliner Architektur als Miniaturausgaben in Papier zum Selberfalten. Das ist mir nicht neu, bin ich schließlich schon 2004 bei einem Was-auch-immer-Markt im Berliner Stadtbad Odenberger Straße auf ihre Produkte gestoßen. Zwar bin ich erst seit kurzem Besitzer eines echten DDR-Plattenbaus, fasziniert haben mich diese Dinger aber seit der ersten Begegnung.

Was mir nicht rechtzeitig bekannt war, war die Existenz einer „Erweiterung“ für das Faltprodukt „Berliner Fernsehturm“: ein original magenta-farbener Fußball, den man um seine Faltausgabe des Berliner Fernsehturms herumfalten kann. Da ich „nur“ den Plattenbau besitze, nützt mir das schicke pdf nix, aber wer weiß, wer von Euch stolzer Besitzer des Fernsehturms am Alex ist. All jenen ist jetzt hoffentlich geholfen, ein wenig mehr Farbe in ihre Leidenschaft zu bringen.

Wer sich fragt, was ein magenta-farbener Fußball überhaupt mit dem Berliner Fernsehturm zu tun habe, der schaue hier nach.

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Alle Tore der WM 2006

Hier gibt es alle Tore der WM noch mal aus allen erdenklichen Perspektiven zu sehen. Besonders sehenswert finde ich in vielen Fällen die Perspektive des Schiedsrichters: So bekommt man einen Eindruck davon, was der Schiedsrichter alles nicht sieht, weil ihm die Sicht versperrt ist, während der Fernsehkamera nie die Sicht versperrt ist.

Schade auch, dass bei Italiens 1:0 gegen Australien nur der Elfmeter nachgestellt ist und nicht das zur Entscheidung führende „Foul“. Ansonsten aber wirklich interessant: Ein Schmankerl ist unter anderem das 1:0 von Schweinsteiger gegen Portugal. Selten sah ein Torhüter beknackter aus als in diesem Fall Ricardo im portugiesischen Tor. Und kommt mir nicht mit den Flugeigenschaften des neuen Balls: Wer solch einen Schuss nicht hält, sollte nicht in einem WM-Halbfinale im Tor stehen.

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Funktioniert komischerweise nicht mit Opera, also nehmt Euren Firefox oder Exoten wie IE oder Safari und schaut es Euch damit an.

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Mehr Bier

Das WM-Jahr 2006 war das erfolgreichste Jahr für so manchen deutschen Bierbrauer. Also an mir kann es nicht gelegen haben, schließlich braue ich schon seit Jahren mein eigenes Bier. Und die viereinhalb Pils, die ich beim Spiel Schweden — Trinidad & Tobago im Stadion getrunken habe, übersteigen auch nicht meinen durchschnittlichen Konsum, wenn ich mal ins Stadion gehe.

Es müssen also andere ihre Trinkgewohnheiten geändert haben. Wenn ich nicht wüsste, dass Ihr alle brav mit Euren Rationen haushaltet, würde ich fast vermuten, dass einer von Euch für die hohen Umsätze im letzten Sommer verantwortlich ist.

Wahrscheinlich waren es dann aber doch nur die vielen Touris. In welchem Land sonst gibt es Alkohol rund um die Uhr zu kaufen und noch dazu an jeder Tankstelle und an jedem Kiosk — und im Gegensatz zu Zigaretten sogar ohne jeglichen Altersnachweis, sofern man nur alt genug aussieht? Das werden nicht allein die Schweden und die Engländer ausgenutzt haben …

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Gutmensch Bono

Gut, es ist ein bißchen spät: Aus dem Archiv hab ich folgendes Fundstück gekramt, das eigentlich schon zur WM gepostet hätte sein sollen.

Bono, der Mann der seine Schnüss einfach nicht halten kann, sobald es um Großes, Pathetisches und Weltveränderndes geht, muss natürlich mit seinem Geschwafel nerven, wie sehr und wie toll der Fußball doch die Welt bewegen könne. Er schafft, was Politiker nicht schaffen. Er gibt Respekt und ich weiß nicht mehr, welche Folskeln er da noch alle bemüht. Man kann wirklich nicht hinhören, wenn Bono anfängt, die Schleusen seiner immer nur mit Bemühen und Goodwill gefüllten Gedankenkammer zu öffnen, wie er es in einem Werbespot für ESPN tut. Erst auf „View World Cup Ads“ klicken, unten auswählen und rechts anklicken – und sich ganz schnell mal wieder davon überzeugen lassen, wieso man kein U2-Fan mehr ist, obwohl man es früher doch war.

Es wird ein wenig erträglicher, wenn man den Spot zu Schottland sieht und dabei Adam Clayton sprechen hört, auch wenn der Inhalt nicht weniger pathetisch ist. Und richtig nett, weil viel weniger pathetisch, sondern eher unterhaltsam ist der Spot, den The Edge spricht.

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