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Schlagwort: Hamburger SV

Praktizierter Unterschichtenfußball

Steffen Simon brachte es erst vor Kurzem auf den Punkt:

Prinzipiell würde ich Fußball und die DTM nie in einen Topf schmeißen. Fußball ist praktizierter Unterschichtenfußball. Damit erreichen wir Zuschauer, die ansonsten mit unserem Programm nie in Kontakt kommen. Fußball ist eine sehr archaische, sehr alte und sehr traditionsreiche Sportart, bei der es nur Kritiker oder Befürworter gibt.

Falls jemand Zweifel hat, dass Fußball praktizierter Unterschichtenfußball ist, möge er Jerome Boateng bei der Arbeit zuschauen.

Wahrlich ein Feiertag — für den glücklichen Fotografen.

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Die meinen wir sind klein, Nimwegen ist ja groß!

Kennen Sie Erik Langedijk (keine Witze mit Namen)? Natürlich nicht.

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Erik Langedijk ist der Manager von NEC Nijmegen und das ist er mit Leib und Stimmbändern. Für das Europa-League-Duell mit dem Hamburger SV, speziell für das Rückspiel in Hamburg hat er einen wirklich netten Song geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht. Hauptsächlich geht es darum, die Reeperbahn zu besuchen, aber nebensächlich geht es auch darum, dass NEC Nijmegen entgegen der antizipierten Wahrnehmung der deutschen Gegner groß ist. Groß ist auch die Ohrwurmgefahr.

Und jetzt bitte Uli Hoeneß. Oder Stimmungsmormonekanone Andreas Müller.

Der Beitrag sollte eigentlich erst am Donnerstag zum Termin des Rückspiels raus. Leider ist nur noch heute Karneval und der Glaube an ein „Wunder an der Alster“ fällt schwer, so dass er jetzt schon rausgeht. Hoeneß oder Müller sähe ich trotzdem gerne mal singend bei einer Tour de Wurst.

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Der Tabellenplatz-Hüpfer

Wortspiele mit seinem Nachnamen verbieten sich schon seit Längerem (und dasselbe Verbot gilt übrigens weiterhin für den Torhüter von Bayer Leverkusen), zu dem, was er verbal so verzapft, darf man hingegen immer noch ungestraft kondolieren.

Vereinstreue ist schon länger nicht mehr en vogue, eins dieser vielen Themen, die in den letzten Jahren auf dem Schafott des Fußball-Kommentierens gelandet sind. Wie Albert Streit dieses Mal seinen Wechsel von Schalke zum HSV begründet, hat jedoch eine neue Dimension der Tagesaktualität bei den Erklärungen Wechselwilliger erreicht.

Opportunismus galore, noch gewürzt mit dem verblassenden, kaum sichtbaren Schatten des Arguments, dass man sich ja „sportlich weiterentwickeln wolle“. Immer in der Tabelle nach oben wechseln, ob nun mitten in der Saison, vor der Saison, nach der Saison oder bei der Saison, an der Saison oder hinter der Saison. Geschwätz von gestern. Die Familie. Die Perspektiven. Die Champions League. You name it.

kicker: Der HSV wollte Sie bereits vor eineinhalb Jahren, damals haben Sie sich für Schalke entschieden – warum nun die Kehrtwende?

Streit: Zu der Zeit war Schalke Erster und ich wollte in der Champions League spielen. Es gibt diverse Gründe, weshalb es nicht geklappt hat. Jetzt ist der HSV für mich eine Riesensache, ich gehe vom Neunten zum Dritten – das ist ein Sprung. Und ich bin froh, dass ich Schalke hinter mir lassen kann, denn es war keine einfache Zeit.

Am letzten Spieltag wechselt Streit dann nach Hoffenheim (Für den ungeübten Leser: Das ist jetzt kein Hoffenheim-Bashing.), um auf Schalke („sind ja nur Neunter, die Pfeifen, man muss mich verstehen“) dann die Meisterschale in Empfang nehmen zu können („ich wollte schon immer Champions League spielen“).

Zugegeben, Streit hatte ohnehin keine andere Wahl mehr, als einen Wechsel anzustreben und in dem Fall ist es sein gutes Recht, nach so weit oben wie möglich zu wechseln. Dass es ihn aber immer dorthin zieht, wo der Erfolg, der im Fußball ja nun mal ein sehr naher Verwandter, man würde fast sagen: Bruder des Zufalls ist, gerade gastiert, bevor er ohne sich abzumelden seine Zelte abbricht und zum nächsten Klub weiterzieht (aktuell z. B. Hertha BSC, aber in der Rückrunde dann schon wieder BVB, Hannover oder — wer weiß — Schalke), wird ihn zu einem geradezu nomadenhaften Lebenswandel zwingen: Am 1. Spieltag zum KSC, am 5. Spieltag nach Bremen, von da aus nach Köln, später zu den Bayern und nächstes Jahr in Leverkusen. Und irgendwann einmal bei Brasilien, nein, ach, das war letztes Jahr, neuer Führender der Weltrangliste ist bekanntlich Spanien. Johann Mühlegg wird ihm sicher ein paar Einbürgerungstipps geben können.

Wie man aufgrund solchen Geschwätzs als Fan des jeweiligen Vereins, der zufällig gerade in der großen Lotterie weit oben steht, so etwas wie Wertschätzung — von Vertrauen oder Verbundenheit ganz zu schweigen — gegenüber Albert Streit und Anverwandten entwickeln können soll, bleibt unter der Burka jener Tagesaktualität des Tabellenplatz-Hoppings verborgen, dessen neue Koryphäe ab heute Albert Streit heißt.

Auf dem Schafott, man sieht noch die Reste kokeln. Und es stinkt.

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Tagesspiegel zurück in der Realität

FC Bayern zurück in der Realität

titelt der Tagesspiegel nach der Niederlage der Bayern beim Hamburger SV und dem vorangegangenen Kantersieg mit 5:1 beim VfB Stuttgart.

Ich glaube nicht, dass ich außer dem Titel des Beitrags noch etwas hinzufügen muss.

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Am Ende lässt er die Katze aus dem Sack

Nicht nur am Ende des Interviews bei SPON, sondern auch am Ende seiner Karriere als Manager des FC Bayern lässt Uli Hoeneß endlich auch öffentlich die Katze aus dem Sack. Er und niemand sonst ist Bayern München:

Keine Firma schenkt mir mehr einen Euro, nur weil ich Bayern München bin […]

Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass mit dem Ableben des Hoeneß’schen Uli auch die Karten in der Bundesliga völlig neu gemischt werden. Alles wäre dann wieder denkbar: Ein Serienmeister Borussia Mönchengladbach, ein häufigerer Vize-Meister 1. FC Köln oder auch ein Europapokalhalbfinalist namens HSV. Und München wäre dann erstmal nur noch Zweitligastadt.

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Das Jarolim’sche Paradoxon

1:0 Trochowski (17., Elfmeter, Jarolim)

Man muss die Szene nicht mal gesehen haben, um den unüberwindbaren Wunsch zu verspüren, sich abzuwenden.

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Neu auf dem Speiseplan: der Udinese-Karlsruher-Hamburger

Irgendwann war ich mal jung, da bestand diese Webseite noch nicht, wohl aber Anfänge des Internets. Das war lange vor twitter, myspace oder Blogs als solchen. Damals gab es aber schon Webseiten. Ich schrob über Fußball und ließ irgendwo auch meine Emailadresse online veröffentlichen.

Eines späteren Tages, da war ich immer noch jung, erhielt ich eine Email aus renommiertem Hause. Ein Software-Produzent aus Großbritannien befasste sich gerade mit der Erstellung eines neuen Fußballspiels, das sämtliche europäischen Ligen umfassen sollte. Um bei den als wandelnde Meta-Gedächtnisse bekannten Fußballliebhabern Eindruck zu schinden, sollten selbst solche Marginalien wie welcher Spieler eines Teams für gewöhnlich einen Eckball von links und welcher einen Eckball von rechts träte, wie die Reihenfolge der Schützen für einen Elfmeter lautete oder auch wer Publikumsliebling sei, im Spiel realitätsgetreu enthalten sein. Deshalb bat man mich als ausgewiesenen xy-Fan um Antwort auf diese und noch ein paar weitere Fragen für jenen Verein.

Diese Fragen beantwortete ich wahrheitsgemäß — soweit diese Informationen mir bekannt waren (wer kennt schon den dritten „etatmäßigen“-Elfmeterschützen seines favorisierten Teams, wenn selbst der dritte „etatmäßige“ Elfmeterschütze des favorisierten Teams nicht weiß, dass er das ist?).

Weil ich aber ein Klugscheißer bin und ein Softwarehaus aus Nicht-Kontinental-Europa für gewöhnlich ungefähr 0,3 Prozent (wobei die drei Zehntel hinter dem Komma nur aus „Achtung!“, „Kraut“ und „Kindergarten“ bestehen, um nicht das unsägliche „Blitzkrieg“ zu bemühen) der deutschen Sprache beherrscht, ich zudem Screenshots der angedachten Endversion zu sehen bekam, kam ich nicht umhin, zu mailen, dass die dort aufgelisteten Spielpaarungen einige kleine Fehler enthielten:

Karlsruher Dortmund 2:1
Hamburger Hertha BSC 3:0
Bielefeld Karlsruher 1:2
Köln Hamburger 0:2

In meinem damaligen Übereifer („someone is wrong on the internet“) schrob ich eine Mail, dass das auf keinen Fall so bleiben dürfe, erging mich in Erklärungen und -läuterungen, warum Karlsruher falsch sei, während die Stadt Karlsruhe hieße, der Club aber Karlsruher SC und so weiter und so fort und sowieso genauso beim Hamburger. SV.

Natürlich hieß der Club in der Endversion dann „Karlsruher“, der Hamburger SV hieß „Hamburger“ und man ahnt, dass man sich all den Aufwand hätte sparen können, zu fragen, wer denn dritter Eckenschütze von links sei, wenn man nicht mal die 18 Teamnamen korrekt wiedergab. Aber deutsche Grammatikschwerowitsch und für Muttersprachler von Sprache ohne Grammatik nicht nachvollziehbar, wenn nicht in Unterricht gewest.

Und so betrübt es mich nur wenig, dass einer der Dortmunder (unbekannt, welcher) Spieler, die in der vergangenen Woche so unglücklich gegen Udinese Calcio ausschieden, im Interview sabbelte:

„… ist natürlich schade, so gegen Udinese auszuscheiden … und so müssen wir uns auch nicht schämen, dass die Udineser nun mal weitergekommen sind und wir nicht.“

Die Udineser sind so etwas wie die Karlsruherer oder die Hamburgerer, neuerdings bekannt als der Udinese-Karlsruher-Hamburger. Mit extra viel scharf und mit alles, aber ohne Grammatik: Udine.

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Die 3:3-Woche: Endlich wieder Fleisch

Hatte da irgendjemand über Fußballmüdigkeit geklagt oder darüber, dass der Fußball vorhersehbar sei wie des Dummschwätzers Gabe, sich innerhalb eines Satzes zu widersprechen, obwohl er gar keine sinnvolle Aussage tätigt, der war getäuscht.

Vermeintlich Kleine gibt es im Länderfußball noch. Man erkennt sie daran, dass Berti Vogts bei ihnen Nationaltrainer ist oder daran, dass die Zeitungen genüsslich die Hauptberufe der jeweiligen Amateurspieler auflisten. Busfahrer ist dabei immer ganz beliebt, Lagerist, manchmal auch (Sport-)Lehrer oder natürlich Student, meist für Sport auf Lehramt. Andere Kleine gibt es hingegen kaum noch, zumindest gehört Finnland schon länger nicht mehr dazu. Wer will denn da übersehen haben, dass die Premier League dem übrigen Fußball weit enteilt zu sein scheint? Und wer will denn da übersehen haben, dass sich der Kader der Finnen hauptsächlich aus Spielern aus mittelgroßen Vereinen rekrutiert, so wie es die Vereine von Serdar Taşçı, Robert Enke oder Simon Rolfes eben auch sind? Dass Finnland zuletzt in einer starken Gruppe mit Polen, Portugal und Serbien nur um drei Punkte an der EM-Qualifikation scheiterte?

3:3 also gegen Finnland, wohl in der Entstehung, nicht aber im Endresultat überraschend: auswärts ein Remis gegen den zweiten Mitkonkurrenten um den Gruppensieg. Und nach dem Spielverlauf sicher ein Punktgewinn. Ein Gewinn vor allem im Punkte Unterhaltung. Nämlich für jene Public-Viewing-Zuschauer, denen es nichts ausmachte, ohne Event-Fans mehr oder weniger alleine vor den nirgends aufgebauten Leinwänden bei frühherbstlich kaltem Wetter und ebenso kaltem Bier auszuharren, welches man ohne die langen Schlangen, die man zu Turnieren bewältigen muss, erworben hatte, mit dem — tatsächlich fachkundigen — Nebenmann, der allerdings erst in weiter Ferne erspäht werden konnte, sich Fachsimpeleien zuschreiend. Niemand stand im Bild und niemand hatte Wurst-Ketchup-Senf aufgetragen. Es waren ja ohnehin nur zwei Leute da, freie Sicht also für jedermann. Kein Gewinner hingegen an den Mikrofonen der Überträgern: Oliver Kahn verliert sich in inhaltsleeren Banalitäten, dass man befürchten muss, er möchte den Dummschwätzer in seiner Eigenschaft als solchen beerben. Wobei Oliver Kahn, wenn er inhaltlich nichts sagt, sich auch nicht widersprechen kann, womit er dem Dummwschwätzer etwas voraus hat. Was sein Hülsenfeuerwerk aber nicht weniger überflüssig macht: Es ersteht der Eindruck, dass Kahns Kiefer einfach zu groß ist, um auch noch das Hirn mit Blut zu versorgen.

3:3 auch in Dortmund und jetzt rufen sie alle wieder nach dem Videobeweis oder nach anderen, besseren Pfeifen an ebenjenen, auf dass solche Ungerechtigkeiten nicht und in dieser Lebensspanne schon gar nicht mehr zu bedauern seien. Dabei übersehen sie gerne, dass das Spektakel (respektive Skandal) gar kein solches wäre, wenn es diese Fehler nicht gäbe. Natürlich will kein Beteiligter, dass in jedem Spiel ein gewisser, sicherer Prozentsatz an Fehlentscheidungen getätigt wird, nur damit Unterhaltung herrscht. Der Wunsch nach Fairness scheint dem Menschen immanent zu sein. Zumindest so lange, wie kein eigener Vorteil möglich ist. Fraglich, in welchem Kleiderschrank all diese Geiferer Fräulein Smillas Gespür für Fehlentscheidungen eingesperrt halten, wenn sie selbst dann tatsächlich mal von Fehlentscheidungen anderer profitieren. Wer klinisch saubere Entscheidungen möchte, soll in den OP-Saal gehen, wo die Fehlerquote etwas besser, aber immer noch nicht perfekt ist. Ein Zustand, auf dessen Erreichen wir so lange warten können wie darauf, dass Schalke mal 90 Minuten lang attraktiven und erfolgreichen Fußball spielt.

3:3 auch in Hamburg, wenn man mit einrechnet, dass Leverkusen nur 334 Stunden und 10 Minuten zur Regeneration hatte und Hamburg derer 334 und 14 Minuten, war doch die letzte Partie der Hamburger vor ungefähr zwei Wochen früher als die der Leverkusener beendet worden — ein klarer Wettbewerbsnachteil, der unter Berücksichtigung all der „hättes“ und „wäres“, die Fußballschauer an dieser Stelle gerne einfügen, punktgenau zu einem weiteren Tor für Leverkusen geführt hätte. Da wir hier aber ohne wenns und abers schreiben: 3:2 also in Hamburg und der HSV scheint sich daran zu gewöhnen, von jetzt ab dem Gegner „zwei vor“ zu geben, damit die Zuschauer etwas für ihr Geld bekommen und die Mannschaft ab der 60. Minute spielen muss wie Norwegen in den 1990ern („Spielen immer so, als stünde es 0:1 in der 90. Minute“). Das wird man vor allem in Gladbach und vor allem für das Auswärtsspiel in Hamburg gerne hören, wobei man bei jenen eher auf „drei bis vier vor“ hoffen sollte. Diese seltsame Maßnahme der Hamburger mag aber auch nur dem niederländischen Trainer geschuldet sein, dem man den Aufenthalt an der Alster so heimelig wie möglich gestalten will. Um erst gar kein Heimweh aufkommen zu lassen, spielt man ebenso offen und mit vielen Gegen- und Toren wie der neue Trainer es seit Jahr und Tag aus der Eredivisie kennt, wo ein 5:3 oder ein 8:1 eher die Regel als die Ausnahme sind. Was Uwe Seeler zu der neuen Spielweise des HSV sagt, war leider nicht zu verstehen, geistig, Günter Netzer hingegen sieht den HSV schon auf dem Weg zum Titel (FOTO-Zeitung) bzw. eben nicht (alle übrigen Zeitungen). Diese „der Gegner hat zwei vor“-Methode wird sich nämlich noch rächen, spätestens dann, wenn man es erst kurz vor Schluss schafft, 0:2 hintenzuliegen und die Zeit zu knapp wird, den Rückstand noch aufzuholen.

Bliebe noch Prinz Pussy zu erwähnen, der jedes Mal anfängt zu weinen, wenn er ein Tor gegen die Ex-Seinen erzielt. Für ihn ist zu hoffen, dass er nicht mehr allzu oft in seinem Leben den Verein wechselt, sonst geht das Gewinsel inklusive Exculpation bei allen weiteren in Europa verstreuten Patenkindern und ehemaligen Nachbarn, Zeitungszustellern und Kinderärzten noch bei jedem zweiten Spieltag los. Das wäre dann eher mimosig, und somit wenig fleischig.

Ansonsten war’s aber ganz gut durch, diesmal.

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De groeten, Rafael!

Endlich isser weg. Das war ja nun wirklich nicht mehr zu ertragen, wie dieser Bubi, dieser Knilch (was ja mittlerweile auf fast alle Spieler aus dieser Perspektive zutrifft), sich noch in jedem Sommer-, Winter- oder Herbstloch mit Trikots von Bananenrepubliken oder Ähnlichem für die Zeitung ablichten ließ, diverse Spalten und Überschriften belegte und dann auch noch lächerliche Schauspielaufführungen gab, um potenzielle Wechsel nicht zu gefährden, ohne beim Abschied zu vergessen, dass er Hamburg — seine Perle — natürlich liebt und auch die Menschen dort.

Die übrigen Menschen in der Bundesrepublik scheint er nicht besonders zu mögen, ansonsten hätte er uns allen dieses jahrelange enervierende Theater inklusive herzerweichendem Gelaber von spanischen Großeltern elterlicherseits erspart, in deren Land er natürlich unbedingt spielen müsse, eines Tages. Wie schön für ihn, dass seine Großeltern nicht aus Lettland oder Albanien stammen. Sylvie van der Vaart hätte nie via OTTO-Katalog unsere Augen drangsaliert und man hätte noch tatsächliche Saure-Gurken-Zeit haben können. Und jetzt das! Da sind die Gurken mal seit dem verlorenen EM-Finale bis auf ein Streitchen zwischen Immer-noch-Heißsporn Sammer und Bundes-Jogi über eine Party extrem sauer, da wartet van der Vaart auch noch extra bis zum Ende dieser Spreewälder-sind-die-besten-Zeit, bevor er schließlich wechselt.

Es hätte doch alles so einfach sein können.

Nun sind wir froh, dass Ruhe eingekehrt ist bezüglich dieses Themas. Auch wenn wir wissen, dass das nächste leidige nicht weit sein kann. Siddharta Goppingen Gautama lauert schon darauf, dass ihm der Kopf von seinem steinernen Haupt abgeschlagen wird. Aber dazu später mehr. Sagen, wir, in einer Woche. Was ist schon eine Woche im Vergleich zum Kreislauf der ständigen Wiedergeburt?

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Essen, das wahre Kulturwechselhindernis

Man glaubt ja gar nicht, wie einfach ein Umzug in eine andere Kultur auf dem Papier klingt. Man lernt die Sprache, man macht sich mit den Umgangsweisen und den besonderen Riten vertraut und denkt: Das schafft man alles schon, so lange nur die zukünftigen Nachbarn nicht so reserviert oder wenigstens nicht ablehnend sind. Und dann: Pustekuchen. Aufs Essen kommt’s an, das geht nicht nur durch den Magen, das kommt da auch schnell wieder raus, wenn es irgendwie nicht so gefällt. Neuerdings ist Montezuma nach Hamburg gezogen und drunter leiden muss Jerôme Boateng, der aus Central Fanmeilentown nach Hamburg wechselte:

Vermissen Sie noch etwas in Hamburg?

Guten Döner.

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Rafael schenkt Sylvie ein Trikot

Ja. Glaubt man kaum, aber angeblich hat er nach dem ersten gemeinsamen Date seiner Angebeteten ein Trikot geschenkt. Das Gerücht setzt eine Bilderklickhurerei-Galerie der Welt in ebenjene. Abgesehen davon, dass die Bezeichnung „article“ in diesem Link zu einer der vielen, allerorten beliebten Klickserien, hier bei der Welt, der reinste Hohn ist, macht diese Bildunterschrift bei Bild 12 doch etwas stutzig:

Herzensbrecher: Nach dem ersten Kennenlernen schenkte Rafael Sylvie zu ihrem 25. Geburtstag ein Trikot seines damaligen Klubs Ajax Amsterdam: mit ihrem Namen und der Nummer 25.

Sollte Rafael van der Vaart wirklich einer von diesen Fußballdeppen sein, die sogar noch beim Date und allem, was danach folgt, von Fußball labern, Fußballgeschenke machen und darauf rumreiten, dass sie letztens mal einen Freistoß direkt verwandelt haben? Das wäre peinlich.

Und kann man ernsthaft das Herz einer Frau brechen, indem man ihr ein Fußballtrikot mit ihrem Namen drauf schenkt? Da kann man wahrscheinlich viel eher das Herz einer Frau brechen, indem man laut rülpsend im Unterhemd mit einer Dose Bier vor dem Fernseher sitzt.

Kann man so deppert, wie Rafael sich da angestellt hat, überhaupt das Herz einer Frau brechen? Achso, ich vergaß van der Vaarts Kontostand, zumindest den damals schon zu antizipierenden.

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Was macht eigentlich Reinhold Mathy?

Keine Ahnung, fragt ihn doch einfach selbst. Seine Emailadresse lautet jedenfalls reinholdmathy@web.de, und laut dieser Liste ist er offiziell lizensierter FIFA-Spielerberater bei einem Unternehmen namens Pro Profil GmbH, das wiederum immerhin Ex-Profi Thomas Kroth (Köln, Frankfurt, HSV, Dortmund) in seinen Reihen hat. Komisch: Reinhold Mathy taucht weder auf der Seite der Vermittler auf, noch hat man ihm eine firmeneigene Emailadresse gegeben.

Vielleicht macht er einfach gar nix, außer hier Thema zu sein.

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