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Schlagwort: Italien

GenItalien

Ah, lange keine Gelegenheit mehr dazu gehabt, heute können wir endlich mal wieder zotig werden. Italien, Land der Rassisten, der Ausländerfeinde, der Mafia, der Korruption und der Arroganz.

Welche Gründe könnte es für einen Spieler aus diesem schönen Land geben, nach England zu wechseln, um dort statt für Lire Euro dann für Britisches Pfund Fußball zu professionieren?

Außer dem gerade genannten natürlich keinen. Denn im Weltbild des Italieners sind das Wetter, das Essen und die Kultur in England eher als schlechter Scherz zu betrachten, und — was das Schlimmste für einen jungen Fußballer ist — die englischen Frauen waschen ihre Genitalien nicht.

Wobei die Frage erlaubt sein muss, ob das nicht in Italien evtl. auch der Fall sein könnte.

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Sagenumwobenes Säben

Wo liegt es eigentlich, dieses allseits bekannte, und doch so unbekannte Säben?

Jenes Säben, nach der die Säbener Straße in München benannt ist. Die Anlage an der Säbener Straße ist mittlerweile so gut abgeschottet (und wo Schottland ist, wissen wir ja: niemals in der nächsten Runde), dass kein Normalsterblicher mehr reinkommt. Bis vor Kurzem war das noch anders, weshalb die Anlage allen Fußballfans nicht nur vom Namen her, sondern auch optisch ein Begriff ist. Südöstlich von Münchens Zentrum gelegen, nicht allzu weit vom Stadion an der Grünwalder Straße, bieten beheizte Trainingsplätze und das umgebaute Leistungszentrum den Klinsmannschen alle nur erdenklichen Möglichkeiten, ihren Geist und ihren Körper zu trainieren, welche dann naturgemäß von den Spielern auch fleißig nicht genutzt werden.

Wo aber liegt das namensgebende Säben, das nur aufgrund der Ansässigkeit der „Roten“ an dieser Straße zu deutschlandweiter Bekanntheit gelangte, ohne selbst bekannt zu sein, und vor allem: Was ist eigentlich Säben?

Säben ist kein Ort, sondern ein Kloster.

Ein Benediktinerinnenkloster in Südtirol. Lateinisch Sabiona, liegt es oberhalb der Ortschaft Chiusa, die zu deutsch den Namen Klausen trägt. Aktuell leben dort noch — wie passend — 11 Nonnen, früher waren es mal bis zu 3.000. Das Kloster ist als Verteidigungsanlage ausgelegt, was auch in letzter Konsequenz Ottmar Hitzfeld und Giovanni Trappatoni erklärt.

Die kontemplativen Benediktinerinnen leben in strenger Klausur, widmen sich dem Chorgebet und der häuslichen Arbeit, kümmern sich aber auch um Pilger und nehmen im Sommer Gäste im Gästehaus auf.

Nichts anderes also als das, was auch beim FC Bayern passiert. Dort lebt man in strenger Klausur — andere Leute mit Flüssigkeiten übergießen oder eigenmächtiges Busse-Kaputt-Fahren gibt es hier einfach nicht — widmet sich an Spieltagen dem Stoßgebet und ansonsten der täglichen Arbeit („Jeden Tag jeden ein Stückchen besser machen“), kümmert sich aber auch um VIPs („…denen wir die Gelder aus der Tasche ziehen“) und nimmt im Winter Gäste wie Landon Donovan auf.


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Zudem verstehen wir jetzt, warum Karl-Heinz Rummenigge ständig damit droht, dass die Bayern nach Italien abwandern könnten: Für sie wäre es einfach nur die Straße runter.

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Fans stürmen TV-Sendung

[Sozialromantik on]

Man wünschte sich, dass so etwas auch hierzulande nie passieren könnte. Dass all jene, die den Fußball ausschlachten und zu einem Kirmes-Event mit all ihren Pochers, ihren Connors und ihrer Rundumbeschallung machen, die Stadien rauch-, Bier- und Fan-frei machen, auch hierzulande niemals von jenen belästigt werden, die von ihnen vertrieben wurden und dass sie vor allem von jener Gewalt verschont bleiben, die sich bei denen aufstaut, die irgendwann nur noch von draußen zugucken können.

Ganz besonders wünscht man sich, dass gerade den Marktschreiern aus dem Fernsehen nie jemand in die Sendung platzen wird, der dann auch noch darauf aufmerksam macht, dass er Teil des Spiels sein möchte, wie er es zuvor immer war. Und erst recht wünscht man sich auf gar keinen Fall italienische Verhältnisse in irgendeiner Form hierzulande.

[Die Off-Taste ist leider kaputt.]

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Abseits-Trainer

Ein bisschen viel Trainer-Content auf der Trainer-Baade-Seite heute, aber diesen Trainer sollte man sich ganz besonders unter dem Eindruck der allgemeinen Ratlosigkeit nach dem vermeintlichen Abseits-Tor von Ruud van Nistelrooy gegen Italien antun, sofern man etwas auf seine eigenen Regelkenntnisse hält. Und bis zur letzten Frage durchzukommen ist auch schon nicht so leicht. Also heißt es „Hoch die Fahne, runter die Fahne“ beim Abseits-Trainer von EA Sports:

[photopress:abseits_trainer.jpg,full,centered]

Verschwommen wahrgenommen bei einem Vorläufer von „Check von hinten“ und bei den ersten zwei Versuchen gescheitert …

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Presseschnee von morgen: ¾ erster Spieltag

„Holland jetzt Favorit Nr. 1″ — wie man weiß, ist es im Fußball noch nie vorgekommen, dass eine Mannschaft erst ein Spiel gewinnt und dann ein Spiel verliert. Wer einmal ein Spiel gewinnt, der gewinnt per fußballimmanenter Regel zwangsläufig alle folgenden Spiele. Also zumindest bis zum nächsten. Deshalb, klar, ist Holland jetzt schon Weltmeister, während Italien die nicht nur theoretisch unmögliche Aufgabe bevorsteht, gegen Frankreich und Rumänien zu gewinnen. Etwas, was Italiener nicht gewöhnt sind: In der Vorrunde schon richtig Gas geben zu müssen. Allerdings darf man ihnen zutrauen, zu wissen, wo das Tor steht, schließlich hätte Luca Toni alle seine Chancen „bei den Bayern natürlich reingemacht“ – klar. Es liegt immer an irgendwelchen äußeren Umständen, wenn man das Tor nicht trifft, möglicherweise war das Stadion auch zu klein, selbst Oliver Kahn fiel es bekanntermaßen schwer, sich in kleinen Stadien wie in Getafe oder im Camp Nou zu motivieren. Außerdem ist es immer noch cooler, so eine Krawatte wie Donadoni zu tragen als so keine Krawatte wie Marco van Basten, der damit zu sehr an Rudi Völler erinnert, den lebendigen Beweis dafür, dass man Deutsche nicht vor internationale Fernsehkameras stellen sollte, wenn es um Mode geht.

„Deutschland nur noch Favorit Nr. 2″ — da Italien aufgrund der Gesetze des Fußballs, dass Holland kein Spiel mehr verliert, schon ausgeschieden ist, kann Deutschland eigentlich nur noch von einem Land gestoppt werden: Kroatien. Und das im nächsten Spiel. Was danach passiert, weiß man noch nicht, aber es könnte sein, dass Löws Bilanz ein bisschen verhagelt wird oder sogar, dass Podolski nach Erhalt der Mitteilung, dass er auch eine Oma aus Kroatien hat, das Toreschießen weiterhin nicht bejubelt. Er wäre wohl der erste Torschützenkönig einer EM, von dem es keine Jubelbilder gibt. Vermaledeiter fehlgeleiteter „Respekt“ vor irgendetwas. Wer auf den Platz geht, muss damit rechnen, Gegentore zu bekommen, wer den folgenden Jubel seines Gegners nicht ertragen kann, sollte lieber abends noch in der Uni-Bibliothek vorbeischauen, statt eine Fußballpartie zu beginnen.

„Das deutsche Spiel hatte Dellen“ — Netzer und Delling in Hochform, letzterer schon zuvor mit dem einen oder anderen Delling („An diesem Tage gab es auch noch andere Themen, und welche das sind, erfahren wir in den Tagesthemen.“), lassen noch mal klar erkennen, dass Uli Potofski einfach nur der falsche Sidekick für den (Kommentatoren-) frühen Günter Netzer war. Hach, gegen wen werden wir diese beiden eintauschen? Achja:

„Scholl der neue Stern am Kommentatorenhimmel“ — so einfach ist das nämlich im Fußball, man muss nur intelligenter sein als Effenberg, Basler, Matthäus und Andy Brehme einzeln oder auch zusammen, was der durchschnittliche Leser dieser Zeilen locker schafft, sonst hätte er den Weg zu dieser Seite auch nicht gefunden. Schon ist man super, toll, grandios und eigentlich waren ja sowieso alle immer schon Fan von Mehmet Scholl, obwohl der ja, o Wunder, 25 Jahre lang beim falschen Verein spielte. Der Quoten-Bayer, eine Rolle, die jetzt wohl Ribéry übernimmt, den jeder liebhaben darf. Dann natürlich erst recht, wenn er im Fernsehen über Fußball quatschen darf, und sich dabei sprachlich so verhält, als sitze er einem im Biergarten gegenüber. „Find ich voll zum Kotzen“ und ähnliche Phrasen, die man von Netzer nie hören würde, geben dem gemeinen Fan endlich die Gelegenheit, sich selbst auf Analystenaugenhöhe mit denen da im Fernsehen zu sehen. Etwas, was Klopp durch seine Taktik-Videotafel aus gutem Grunde zu verhindern weiß. Immerhin hat Scholli, wie er „liebevoll von seinen Fans genannt wird“, einen anderen Kommunikationstrainer als Lothar Matthäus, offensichtlich nämlich gar keinen. Symbadisch, schon, aber mehr erst mal noch nicht. Und die Tiefe, die da viele gesehen haben wollen, gipfelte in der Erklärung, warum Ribéry nicht rechts sondern nur links dribbeln dürfe:

Weil er auf rechts nach seinem Trick an der Eckfahne steht.

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Cannavaro fällt aus

War ja klar. Gerade alle meine Tipps abgegeben, da ändert sich wieder so etwas nicht ganz Unwichtiges. Statt der Null steht jetzt bei den Italienern hinten irgendeiner, der nur halb so gut ist wie Cannavaro.

Morgen knickt dann auch noch Ballack um und Ribéry rutscht auf der — immer für einen Spaß zu haben, der Kleine — selbst ausgelegten Zahnpasta aus.

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Burn, burn, yes ya gonna burn

Burn, burn, alle, burn, jawohl!

Ach, rage against the machine, das war ja … da fuhr man ja noch alte klapprige Kisten, bei denen man nach 4 Wochen Zelten am Atlantik fürchten musste, dass sie trotz null Feuchte und 40°C in den ganzen 4 Wochen am Tag der Abreise nicht mehr anspringen würden. 12h Fahrt am Stück „rage against the machine“ war dann auch irgendwann nicht mehr mein Ding (und auf der Rückseite war David Bowie, dessen alte Sachen ich eigentlich ebenfalls mag, aber nicht 6x hinternander). Trotzdem klauen wir heute den Titel mal von „rage against the machine“, wobei wir das „yes ya gonna“ hier durch „alle“ ersetzen. Ist ja so auch viel familienfreundlicher, und da es im weiteren Text schon nicht sehr familienfreundlich zugehen wird (u. a. Dank Ronaldo), sind wir froh, wenigstens mit der Titelzeile durch die vielen installierten Filter zu schawuppern. Burn, alle, Burn, also der Reihe nach:

Da haben sich einige ordentlich verbrannt in den letzten Tagen.

Bernd Schneider zum Beispiel sein EM-Ticket, als er sich einen Halswirbel vorfallen ließ, der nicht schnell genug repariert werden konnte. Angesichts seiner stetig herabfallenden Form wäre aber ohnehin fraglich, ob durch die Nichtteilnahme unseres geliebten Schnix — gibt es irgendjemanden, der Bernd Schneider nicht mag? — das Feuer in der Nationalmannschaft merklich weniger lodern wird.

Schnix hätte es besser so gemacht wie Michael Ballack es in diesem Jahr tat und wie Christoph Metzelder es eigentlich immer tut: die halbe Saison locker-leicht auf irgendwelchen Reha-Plätzen herumtraben und dann, wenn man die wirklich großen Meriten einheimsen kann, nämlich bei den internationalen Turnieren, das Fünkchen frischer als der Gegner zu sein.

Richtig viel verbrannt haben auch die Bayern, allerdings schon vor der Saison und zwar Geld, mit dem sie die Bundesliga tatsächlich in Fernglas-Dimensionen beherrschen. Heute haben sie dann noch mal nachgelegt beim Verbrennen: Erst ihre erste Chance auf einen Europapokal seit 2001, auch schon 7 Jahre her und dazwischen stand nicht mal eine Finalteilnahme, dann, zeitgleich, auch den ollen, Entschuldigung, Hitzfeld. Der darf jetzt beweisen, dass man auch als verbrannter Trainer noch mit einer Länderauswahl etwas erreichen kann. Rehhagel hat’s vorgemacht, ob es der knauzige General schafft, bleibt abzuwarten. Und wie groß müsste eigentlich ein Fernglas sein, mit dem man von München bis Manchester blicken kann? Sofern die Sichtverhältnisse in knapp zwei Wochen gut sein werden, natürlich nur.

Wer sich ebenfalls ein bisschen verbrannt hat, ist Ronaldo, nicht der neue Cristiano, sondern der alte de Lima oder so, il fenomeno. Der Nike-Lebensvertrag wackelt. Jan Ullrich hat es mit seiner grenzenlosen Naivität nur bis zu den Drogen geschafft, Ronaldo immerhin schon bis zu den Drogen und den Transvestiten. Ein nicht ganz verkehrter Beitrag der taz fragt, ob es wirklich so ein Unfall gewesen sein muss, wem Ronaldo da in die vermeintliche Falle ging. Und wäre es kein Unfall, dann hätten wir den ersten großen Fußballstar, von dem es halbwegs nachgewiesen wäre, dass er schwul ist. Oder bisexuell. Oder wie auch immer das heißt, wenn man auf Transen steht. Und bigott wie wir hier manchmal sind, schreiben wir erst drüber, um dann zu erklären, dass es uns ja nix angeht, mit wem Ronaldo (der echte) Schäferstündchen hält: mit Frauen (echten), Transvestiten (gibt es da auch falsche?) oder unseretwegen auch mit Hunden, sofern alle Beteiligten gut behandelt werden und freiwillig an Ort und Stelle sind. Und entlohnt werden. Apropos Hunde:

Luca Toni geht gerne aus in München, weil es da so viele Hunde gibt. Er mag Hunde. Das wird die Münchener freuen, dass er in München gerne spazieren geht. Ein bisschen verscherzt, oder sagen wir heute mal verbrannt, hat er es sich dagegen mit seinen italienischen Heimatfrontlern. Die müssen nämlich immer noch dort leben, wo es stinkt und dreckig ist, und nicht wie er im schönen München, dessen Vorort-Villen wir ja alle noch aus den Derrick-Folgen kennen:

„Die Stadt ist sehr sauber und grün, alle benehmen sich, keiner macht Dreck – ganz anders als in Italien.“

Richtig gebrannt hat es zum Glück zuletzt nirgendwo, weder im Nürnberger Fanblock noch in diversen Fanforen. Das einzige, was im deutschen Fußball wirklich immer brennt, ist Matthias Sammers Schädel, der sich nicht zu blöde war, seinen Nach-Nachfolger bei Borussia Dortmund öffentlich in die Pfanne zu hauen. Wobei blöd auch relativ ist: Nachdem Sammer eingesehen hatte, dass er selbst es mit seinem Temperament (bei gleichzeitigem Non-Temperament, schließlich sah man ihn noch nie als Spieler ernsthaft nach Erfolgen mit seinen Teamkameraden oder der Fankurve feiern) als Bundesligatrainer nicht lange ausgehalten hätte, flüchtete er sich in eine Position, in der er niemals direkt nach dem Spiel Interviews geben muss, flammend und lodernd, sondern nur im vom Tagesgeschäft meist abgekoppelten DFB-Palast, an einem ruhigen, leise-flauschig vor sich hin knisternden Kaminfeuer an einem unbedeutenden Donnerstagvormittag.

Thomas Doll hingegen, dem schon die Akne damals sehr gebrannt haben muss (an dieser Stelle ist nichts bekannt über die Auswirkungen von Akne, diesem Fluch aller gerade geschlechtsfähig werdenden jungen Menschen ist man hier zum Glück entgangen), wird in Kürze noch viel mehr das Verlangen unter der Haut brennen, — spätestens in zwei-drei Monaten, wenn Neururer-esk dann doch keinen neuen Trainer-Angebote kommen — nicht letztens einfach die Klappe gehalten zu haben. Anstatt sich mit einem dermaßen peinlichen und auch seine Unfähigkeit, mit den Anforderungen eines Bundesligatrainers umgehen zu können, demonstrierenden Auftritt den Mund zu verbrennen.

Ausgebrannt, zu schlechter Letzt, und zwar endgültig, ist einer, den man sich als damals treuer Zuseher der Sportschau nicht wegdenken konnte, Bolzplatz hat es schon erwähnt: Manolo ist tot. Manolo war Türke, sprach wahrscheinlich ähnlich radebrechend Deutsch wie die meisten Gastarbeiter seiner Generation, doch die Sprache des Fußballs und des Trommelns beherrschte er:

„Es waren immer dieselben Rhythmen. Bumm-Bumm-BummBummBumm oder Bumm! (bummbummbumm) Bumm! (bummbummbumm).“

Manolos Feuer ist erloschen, die Fußballspiele aber gehen weiter mit ihrem hitzigen Kampfe und ich soll in der Hölle schmoren, wenn ich nicht bald endlich aufhöre, dieses Wortspiel auszuschlachten.

Hat mal einer Feuer?

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Alle EM-Torschützenkönige von 1960 bis 2008

Die WM-Torschützenkönige sind ja weithin bekannt, Toto Schillaci, Miroslav Doofe, Gerd Müller, dieser alte, dicke Ronaldo und so weiter. Weiß ja jeder. Die EM-Torschützenkönige haben weitaus weniger Ruhm zu erwarten, wenn sie es werden. Das könnte daran liegen, dass bei einer WM immer großes Bohei (andernorts auch Ballyhoo genannt) um den Torschützenkönig gemacht wird, während bei einer EM eher Stillschweigen bis Ignoranz um diese Rolle herrscht. Hier also die Liste aller EM-Torschützenkönige, chrono- und anthropologisch:

1960 bei der EM in Frankreich:

Galic und Jerkovic für Jugoslawien, Heutte für Frankreich und Iwanow sowie Ponedjelnik für die UdSSR mit je 2 Toren.

1964 bei der EM in Spanien:

Pereda für Spanien und Novak für Ungarn mit je 2 Toren.

1968 bei der EM in Italien:

Dragan Dzajic für Jugoslawien mit 2 Toren.

1972 bei der EM in Belgien:

Gerd Müller für Deutschland mit 4 Toren.

1976 bei der EM in Jugoslawien:

Dieter Müller für Deutschland mit 4 Toren.

1980 bei der EM in Italien:

Klaus Allofs für Deutschland mit 3 Toren.

1984 bei der EM in Frankreich:

Michel Platini für Frankreich mit 9 Toren.

1988 bei der EM in Deutschland:

Marco van Basten für die Niederlande mit 5 Toren.

1992 bei der EM in Schweden:

Karl-Heinz Riedle für Deutschland, Henrik Larsen für Dänemark, Tomas Brolin für Schweden und Dennis Bergkamp für die Niederlande mit je 3 Toren.

1996 bei der EM in England:

Alan Shearer für England mit 6 Toren.

2000 bei der EM in Belgien und den Niederlanden:

Patrick Kluivert für die Niederlande und Savo Milosevic für Jugoslawien mit je 5 Toren.

2004 bei der EM in Portugal:

Milan Baros für Tschechien mit 5 Toren.

2008 bei der EM in Österreich und der Schweiz:

David Villa für Spanien mit 4 Toren.

Man sieht mal wieder, dass Michel Platini nicht nur damals, sondern auch im historischen Vergleich in einer eigenen Liga spielt(e). Beim EM-Turnier 1984 in Frankreich gab es anders als heutzutage noch kein Viertelfinale, womit Platini seine 9 Tore in nur 5 Partien (3 Vorrundenpartien, Halbfinale und Finale) erzielte, während alle Turniere ab 1996 inklusive Viertelfinale ausgetragen werden. Trotzdem erreichte als Höchstwert Alan Shearer gerade mal 6 Tore, die allerdings in 5 Spielen immer noch weit über dem liegen, was Stürmer und sonstige Fußballer zur Zeit an Torschnitt in Ligaspielen erreichen. 9 Tore in 5 Spielen werden allerdings auf lange Zeit unerreichbar bleiben.

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Fix: Matthäus nach נתניה

Mal sehen, wie lange „Uns Lodda“ es in der nur 173.000 Einwohner zählenden Mittelmeerstadt Netanya aushält. 400.000 Euro soll er pro Jahr bekommen, was sicher nicht ganz die Dimensionen sind, die er sich vorgestellt hat. Klar ist dadurch auch: weder in Italien noch in England noch in den Niederlanden noch in Österreich (!) wollte ihm jemand ein Angebot machen. Natürlich weiß der Interessierte, dass Israel fußballerisch nicht mehr tiefste Provinz ist, die Namen der Vereine kennt man auch, allerdings kennt man kaum Spieler und schon gar keine Erfolge des israelischen Fußballs. Das wird sich natürlich ab sofort ändern. Wir wünschen den größtmöglichen Erfolg, auf dass das Engagement so lange wie möglich dauern möge.

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Füße aus Malta, Kopp aus Essen

Da der Völler-Bierhoff-Disput immer weiter schwelt, rufen wir uns noch einmal in Erinnerung (und wer es nicht glauben kann, sollte die Statistik bemühen): 1998 wurde Oliver Bierhoff in der italienischen Serie A Torschützenkönig, noch vor einem gewissen Ronaldo Luís Nazário de Lima. (Die Ausrufezeichen, die man hier setzen müsste, verbieten der gute Geschmack und die Huldigung an die Lesbarkeit von Texten, der hier häufig nachzugehen versucht wird.)

Füße aus Malta, aber einen Kopp aus Essen.

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WM 2010: Endlich gegen Italien ausgleichen

Ist eigentlich irgendjemandem klar, dass Italien uns mit seinem Weltmeistertitel bei der WM 2006 in der ewigen WM-Wertung überholt hat? Dass die ersten beiden Titel Italiens, 1934 und 1938, angesichts des damaligen Austragungsprozederes und der Zahl der beteiligten Nationen eigentlich kaum zählen dürften, spielt leider keine Rolle.

Italien vier.

Deutschland drei.

2010 können wir höchstens ausgleichen, bleiben immer noch die Brasilianer mit fünf, was ja bekanntlich ein gewisser Titan mit einem in die nun mal wirklich vollkommen falsche Richtung abgewehrten Ball verschuldet hat (obwohl der ursprüngliche Fehler bei Didi Hamann lag).

2010. Vier zu vier.

Immer noch fast drei Jahre und Mertesacker und Podolski machen Sorgen. Sicher ist nur, dass nichts sicher ist.

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Der Kaiser von China oder Eigentore in Serie

Der Kaiser von China — bin ich.

Lothar Matthäus im „Exklusiv-Interview“ mit Eurosport:

„Ich könnte auch auf englisch oder italienisch mit den Spielern reden.“

Wenn das so ist, kann ich auch Interviews auf Arabisch geben, denn ein „Ich hoffe, wir gewinnen die Meisterschaft“ kann ich auch gerade so noch vom Zettel ablesen, wenn man mir diesen Zettel schriebe.

Hat er immer noch nicht verstanden, dass es genau solche Aktionen sind, die dazu führen, dass ihn keiner will? Jetzt sitzt der Kleingeist in der Ecke und beim ersten Interview schafft er es gerade noch so, den Bayern und auch seinem Intimfeind zu gratulieren, beim zweiten redet er sich dann schon wieder um Kopf und Kragen, wie man es gewohnt ist.

Man hat das Glück gehabt, bei einer Weltmeisterschaft den dritten Platz zu holen. Aber darüber kann man auch diskutieren, ob das als Erfolg zu werten ist. Die Begeisterung war groß in Deutschland, aber als einer der Titelfavoriten zu starten und Dritter bei einer Heim-WM zu werden, das relativiert für mich einiges.

Man erinnert sich gerne an die herausragende Vorstellung, die Ungarn bei diesem Turnier nach dem Durchmarsch durch die WM-Qualifikation gegeben hat. Und auch wenn zugegebenermaßen Ungarn seit Jahrzehnten nicht mehr dasselbe Kaliber hat wie Deutschland, so ist ein 0:2 in den letzten 3 Minuten der Verlängerung vor dem Finaleinzug mit einer Mannschaft, die noch 2 Jahre zuvor kein einziges Turnierspiel gewann, unstrittig ein Erfolg und nur wer gerne andere Leute ansaugt oder eben beleidigt in der Ecke steht, der wird diesen dritten Platz madig machen wollen.

Ich hatte auch ein Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge, aber darüber möchte ich nicht sprechen.

Argh, dann tu es auch nicht! Es ist ja nicht zum Aushalten. Ich wünschte es würde Nacht oder ein D-Zug würde zufällig diesen unerträglichen Seierkopf endlich überfahren (das ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen, bevor ich mich hier noch justiziabel mache …).

Was für ein Gefühl es eigentlich sein muss, mit ebenjenem ein Interview zu führen? Man muss doch arg aufpassen, nicht prustend in Lachen auszubrechen, sofern man bei Verstand ist.

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