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Schlagwort: Nationalmannschaft

Cat Whitehill doesn’t care

„It doesn’t really matter how I look on the field.“

But we do.

Ein netter „Spot“ auf der Seite von Nike über das WNT. WTF — WNT? Was ist das? Auf deutsch wäre es die FNM, es ist das „women’s national team“ der USA. Die Hintergrundmusik gefällt. Cat Whitehill auch.

[photopress:wnt.jpg,full,centered]

Auch wenn es zum Teil nur ein Klischee ist, muss ich trotzdem fragen: Warum sehe ich so etwas Gelungenes (nicht Cat Whitehill, der Spot) nie von deutschen (National-)Mannschaften?

Ich wünschte, die Antwort wäre, dass ich nie danach suche … dem ist aber nicht so.

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Jetzt geht’s los

„S04-Torwart Neuer patzt beim 2:2 gegen Kopenhagen“, schreiben die Agenturen und wir denken daran, dass der junge Torwart gerade mal eine halbe Bundesligasaison hinter sich hat und bereits ins Nationalmannschaftstor geschrieben wurde. Davor hat der Fußballgott aber noch das eine oder andere zu durchschreitende Tief gestellt. Ein einziger Patzer ist noch kein Tief, aber über den zurückrollenden Ball zu treten kann im jungen Alter durchaus Spuren hinterlassen. Und dass Neuer so ein Mann ohne rearview mirror wie Tim Wiese wäre, ist nicht anzunehmen.

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Dem Derwall zu alt

Was man so findet, wenn man versucht, die Techniken des nolookpass zu imitieren: Ein Fanzine namens „jawattdenn“, das RWE gewidmet ist. Im Interview mit diesem „jawattdenn“ [Link leider tot.] spricht „Manni“ Burgsmüller auch über den gestern verstorbenen „Jupp“ Derwall. „Icke“ Häßler und „Andi“ Möller wurden nicht gefragt, sie waren zu jung. „Hansi“ Flick und „Wiggerl“ Kögl waren auch zu jung. „Sepp“ Maier und „Toni“ Schumacher wurden nicht gefragt, man hatte sie einfach fortgejagt. „Manni“ Burgsmüller, nicht „Manni“ Breuckmann, jedenfalls spricht so:

Burgsmüller: Genau die Position habe ich früher auch gespielt. Allerdings fehlte den Trainern damals die Weitsicht, so etwas zu erkennen, weil es diese Position im taktischen System gar nicht gab, einen Spieler, der hinter den Spitzen agierte. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich nur drei Mal in die Nationalmannschaft berufen wurde. Schön und Derwall haben nicht die taktische Möglichkeit gesehen, die ich hätte spielen können. Ich wurde doch nur zur Nationalmannschaft eingeladen, weil ich bei Borussia Dortmund die meisten Tore erzielt hatte.

Jawattdenn.de: Glauben Sie nicht, dass sie dem Derwall als damals über Dreißigjähriger schlichtweg zu alt waren?

Dafür, dass er Tacheles redet und nicht die Vergangenheit verbrämt, ist Burgsmüller ja bekannt, wie schön, dass er auch in diesem Interview allen Nostalgikern und sonstigen Gestrigen die Leviten liest:

„Netzer oder Overath standen ungedeckt irgendwo im Mittelfeld und konnten seelenruhig überlegen, zu wem sie denn einen genialen Pass spielen können. Bekommt heute einer im Mittelfeld den Ball, wird er sofort von zwei, drei Leuten attackiert. Da spielt die ganze Mannschaft gegen den Ball und nicht gegen einzelne Gegner. So was gab es früher nicht. Und wenn Netzer oder Overath was anderes behaupteten, dann müsste ich sagen, sie sehen die Sache falsch.“

Wäre Burgsmüller nicht schon bei Hacheney, ich würde ihn glatt als Anti-Vergangenheits-Verbrämungs-Experten für diese Seite verpflichten.

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Unbekanntes aus … Preußen

… Preußen.

Laut diverser Quellen sind die Farben der deutschen Fußballnationalmannschaft deshalb weiß und schwarz, weil dies die Farben des Staates Preußen waren. Unter „diverse“ verstehen wir hier Wikipedia, weshalb ich mich gerne eines Besseren belehren lasse.

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Borussen galore

Die Bundesliga rauscht dem Ende ihrer Saison entgegen und wir dürfen uns freuen, dass wir sowohl oben als auch unten (Zoten off) spannende Entscheidungen erleben werden. Okay, eine Mannschaft spielt da nicht so ganz mit, aber das kann man der Borussia nun wirklich nicht verübeln. Am Freitagabend des 7. Spieltags war das Saisonhighlight schließlich schon erreicht: Tabellenführer, zumindest für 24 Stunden. Da kann man sich schon mal selbstzufrieden zurücklehnen und es etwas langsamer angehen lassen. Zum Beispiel, indem man in den folgenden 23 Partien nur einen Punkt mehr holt als in den ersten sieben Partien, nämlich derer dreizehn. Außerdem ist die Borussia bekanntlich hervorragend „aufgestellt“, wie es immer so schön heißt. Das haben die Bauarbeiter nämlich schön hinbekommen mit dem Borussia-Park.

Eine andere Borussia aus den 70ern, die damals allerdings Bayern hieß, will nicht nicht mehr so richtig mitspielen. Das sollte ihnen niemand übel nehmen. Sie tragen traditionsgemäß den Löwenanteil der Belastung nach großen Turnieren wie in diesem Falle der WM 2006. Der große Bayernblock in der Nationalmannschaft kam völlig ausgelaugt vom Turnier zurück und kostete zwangsläufig Felix „renitent“ Magath den Kopf. Wenn wir nachzählen, kommen wir mit dem zugekauften Podolski immerhin auf vier Bayern-Spieler im WM-Kader: Prinz Poldi, Schweini, Lahm und … Kahn, der ein sehr, sehr hartes Spiel um Platz Drei zu absolvieren hatte. Ich sprach andernorts schon von dem „unmenschlichen Druck“.

Da kommen wir natürlich schnell zur dritten Borussia in der Liga. Das ist jene, welche den Schalkern noch die Meisterschaft versauen kann. Sollte das gelingen, wäre das auch das Einzige, was von einer ziemlich misslungenen Saison bliebe. Offensichtlich ist auch die dritte Borussia vom gefährlichen Virus „Zurück in die Vergangenheit“ der zweiten hier genannten Borussia befallen. Anders ließe sich nicht erklären, warum der Vertrag mit Christian Wörns erneut verlängert wurde. Vielleicht will man ihm die Chance geben, bei den Gelben Karten noch ein wenig aufzuholen, vielleicht will man so auch einfach den scheidenden Christoph Metzelder ein wenig ärgern. Ein ziemlich langsamer Spaß.

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Zwei Zahlen am Küchentisch

7:1.

Früher wären das nicht mehr als zwei Zahlen in der Zeitung gewesen und man hätte am dem Spiel folgenden Morgen zu Hause am Küchentisch den Blick über diese Zahlen gleiten lassen und nicht gewusst, wie das Stadion, in dem gespielt wurde, aussah, abgesehen von dem Eindruck, den man von vergilbten Postkarten mit Impressionen dieses Stadions gewann, die man auf einem Flohmarkt einem bärtigen, seltsamerweise ebenso vergilbten Typen für 50 Pf (3 Stück 1DM) abgekauft hatte, nur um zu Hause festzustellen, dass das Stadion schon längst renoviert, umgebaut oder abgerissen und neu aufgebaut wurde und inzwischen vollkommen anders aussah.

Früher hätte man nicht gewusst, wie die Trikots der Mannschaften aussahen, noch, wie die Gesichter der Spieler, die jene trugen, aussahen; abgesehen von den seltenen Ausnahmen, in denen einige der Akteure zufälligerweise Nationalspieler waren und mit dieser ihrer Nationalmannschaft in nicht allzu langem Zeitraum vor diesem Spiel gegen die Bundesrepublik Deutschland antraten und deshalb auf einem stets flimmernden Bildschirm als seltene Exoten zu bestaunen waren. Sollten diese hingegen nur Ersatzspieler in ihren Nationalmannschaften gewesen sein, würde man nicht gewusst haben, wie die Spieler aussahen, man hätte sich lediglich bei besonders gutem Gedächtnis an den verpixelten Schriftzug des Namens erinnert, der einem bei Einblendung der Ersatzspieler eventuell, aber nicht mit großer Wahrscheinlichkeit aufgefallen wäre.

Früher hätte man nicht gewusst, wie die Gesänge der Fans in diesem Stadion geklungen hätten, man hätte es sich vorstellen müssen und doch nicht vorstellen können: Wie soll man sich etwas vorstellen, was man noch nie gesehen oder gehört hat? Die vierte Dimension kann man sich schließlich mit einem in drei Dimensionen aufgewachsenen Hirn ziemlich schlecht vorstellen; und bevor man die Pixies gehört hatte, wusste man auch nicht, was alles im Bereich des Laut-Leise-Laut-Leise-Rocks möglich ist. Man hätte sich die Gesänge vorstellen müssen und wäre trotz, vielleicht gerade wegen der anhaltspunktlosen Leere dieser Vorstellung schwer beeindruckt gewesen.

Früher hätte man die erzielten Tore nur — selbst ausgedacht — vor seinem geistigen Auge sehen dürfen, in diesem Falle gleich acht Stück an der Zahl. War der Torwart so schlecht? War es ein Spiel auf ein Tor über die vollen 90 Minuten? Bekam die unterlegene Mannschaft schon nach 25 Minuten die zweite Rote Karte, oder wie konnte dieses Ergebnis sonst zustande kommen? Waren die Tore herrliche Weitschüsse, noch herrlichere Kombinationen, stand es zur Pause nur 1:1 und brach der Gast konditionell ein oder gab es doch Anzeichen, dass der Schiedsrichter unter dem Druck des Heimpublikums zusammenbrach und ein paar unberechtigte Strafstöße erteilte? Man konnte nur phantasieren, aber erfahren hätte man es nie, während man in der Küche saß und diese beiden Zahlen las.

Heute gibt es youtube — und die zwei Zahlen in der Zeitung sind wirklich nur noch zwei Zahlen.

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90 Minuten arbeits- und hirnlos

Wie schön, dass die Opas manchmal noch gefragt werden.

Früher war alles besser. Früher, da waren wir tatsächlich noch 11 Freunde und wenn das nicht, dann wenigstens 11 Gesinnungsgenossen. Natürlich haben wir öfter mal einen über den Durst getrunken/den Zapfenstreich nicht eingehalten, aber wir waren natürlich — anders als heute — nicht so doof, uns vom Trainer erwischen zu lassen. Denn damals, damals waren wir viel abenteuerlustiger, abgezockter und irgendwie auch viel romantischer, einfach weil die Zeit auch viel romantischer war. Wir sind so manches Mal nachts ausgebüchst. Nicht so angepasst wie diese jungen Leute.

Aber die Jugend von heute, die hat ja keine Disziplin mehr! Wir würden denen ja dermaßen eine abwatschn, die wüssten gar nicht mehr, wo links und rechts ist. Und übrigens hat mich mein Vater auch geschlagen, geschadet hat mir das aber nie. Da sollte mal einer von den jungen Burschen kommen, denen würden wir schon zeigen, wie das bei uns zuging und wie uns das hart gemacht hat. Wenn ein Neuer kam, dann musste der erst mal drei Jahre lang die Schuhe putzen und nach jedem Training die Bälle aus dem Brennnesselstrauch holen. Da haben wir doch nicht gefragt, wie es dem ging. Wenn der nachts im Schlaf gejammert hat, da haben wir dem noch mal extra die Hand in warmes Wasser gehalten. So viel Disziplin hatten wir. Und heute?

„Gesetzt den Fall, die WM-Elf des Jahres 1974 würde gegen die Nationalmannschaft des Jahres 2006 antreten: Wie würde dieses Spiel enden?
Sepp Maier: Die würden wir wegschießen.
Gerd Müller: Überhaupt keine Chance hätten die gegen uns.
Sepp Maier: Ich glaube, ich wäre die ganzen neunzig Minuten arbeitslos.“

Ich glaube, Katsche Schwarzenbeck hat immer noch seine Lottobude, oder?

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Die schöne Tradition von Torwartfehlern deutscher Torhüter in WM-Finals

2002 war es Kahn, der Ronaldo den Ball zum 1:0 servierte. 1986 war es Toni Schumacher, der unter einem Eckball hindurchflog und den Argentiniern ein Tor ermöglichte.

Wahrscheinlich weiß kaum jemand, dass diese gute Tradition schon 1954 von Toni Turek begründet wurde — von wegen Fußballgott. Das Video bringt es ans Tageslicht: Toni Turek macht vor dem 0:2 gegen Ungarn einen haarsträubenden Fehler. Hier ab 0:40 zu sehen.



Man hörte, ein gewisser Tim Wiese nahm sich später gegen Juventus ein Beispiel an Toni Turek.

Wahrscheinlich liest man nur deshalb nie von diesem Fehler, weil das Finale nun mal gewonnen wurde. Das ist nicht fair gegenüber Oliver Kahn und Harald Schumacher.

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Kapitän der zweiten Mannschaft

Beim Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark war niemand Geringeres als Kevin Kuranyi Kapitän. Ich denke, das spiegelt ganz gut seinen Stellenwert und seine Fähigkeiten wider. Ich erinnere mich noch aus meiner C-Jugendzeit, dass der Kapitän der C-II immer ganz dicht dran war, eventuell mal bei Ausfällen in der C I in der höheren Mannschaft aushelfen zu dürfen. Meist hat er dann aber doch nur auf der Bank gesessen, wenn er mal berufen wurde.

Ich sagte, ich schreibe nichts mehr über den großen Philosophen mit der perfekten Ballannahme und ich halte mich auch dran.

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Kuranyi schwer verletzt — Denkversuch gescheitert

Als Kevin Kuranyi bei der Nationalmannschaft plötzlich und für ihn überraschend wieder in Kontakt mit intellektuellen Herausforderungen kam, wie es dort seit Jürgen Klinsmann üblich ist — ein Vorgang, den er aus seinem persönlichen Alltag nicht kennt — hat er sich beim Versuch, nachzudenken, sofort den Nacken schwer verspannt. Der gesamte Oberkörper Kuranyis war auf diese ungewohnte Belastung nicht vorbereitet. Wie man liest, ist sein Einsatz gegen Tschechien aber nicht gefährdet. Wir als Trainer Baade bedauern diesen Aspekt.

Ich sagte, ich schreibe nichts mehr über den großen Philosophen mit der perfekten Ballannahme und ich halte mich auch dran.

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Es ist nicht schön, kein Star zu sein

Moritz Volz. Kennt man, klar. Spielt bei äh … Middlesbrough, oder? Aston Villa? Fulham? Jedenfalls in England, war sogar schon mal im Kader der deutschen Nationalmannschaft. Aber kennt man auch sein Gesicht? Versuche ich, mir Moritz Volz‘ Gesicht vorzustellen, taucht automatisch immer Thomas Hitzlsperger vor meinem geistigen Auge auf. Ich weiß, dass Hitzlsperger nicht Volz ist, aber zu Volz habe ich einfach kein Gesicht gespeichert. Wie sieht Volz eigentlich aus? Das wissen in Deutschland tatsächlich die wenigsten. Auch ich würde ihn nicht auf der Straße erkennen. Im Stadion auch nicht. Oder wenn, dann nur am Namen auf seinem Trikot. Hat er dieses Trikot nicht an, sondern sein Nebenmann, wäre ich genauso aufgeschmissen, wie diejenigen, von denen Volz selbst hier erzählt:

„Unbekannt ist Volz in Deutschland nicht. ‚Aber kaum jemand kann meinen Namen zuordnen‘, meint der Verteidiger. Bei der WM 2006 ging er mit Jürgen Klopp ins Stadion. Der Trainer des FSV Mainz trug ein Volz-Trikot. ‚Dauernd kamen Fans und sagten ‚Cooles Trikot, Premier League‘ und wollten ein Foto. Doch niemand erkannte mich, obwohl ich direkt daneben stand.‘“

(Da die Nachrichten bei weltfussball.de so schnell im nicht verlinkbaren Archiv verschwinden, bleibt dieses Zitat ohne Link zur Quelle, ich habe es mir aber nicht aus den Fingern gesaugt.)

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Wontorras spätes Glück

Da musste der gute Jörg Wontorra fast um seinen Job fürchten, nur wenig später gibt Rudi Assauer es schließlich auf seiner eigenen Webseite zu:

BILD: Lange Zeit wirkten Sie ziemlich down…

Assauer: „Ich stand an manchen Tagen sogar richtig neben der Kappe. Vor allem als mir die Ärzte mitteilten, ich hätte Hautkrebs an der Nase. Das war damals ein Riesenschock für mich. Ich fühlte mich elend.“

BILD: Warum jetzt nicht mehr?

Assauer: „Weil die letzten Checks gezeigt haben, daß alles o.k. ist. Es hat gedauert, aber ich habe meine Ängste in Griff gekriegt.“

BILD: Der letzte Macho der Bundesliga hatte Ängste…?

Assauer: „Jetzt kann ich es zugeben – das Älterwerden hat mir unheimlich zu schaffen gemacht. Das lag auch daran, daß mein Vater starb, als er gerade mal 63 Jahre alt war. Das hatte ich plötzlich ständig in der Birne, als ich selbst in den „Sechziger-Bereich“ geriet. Deswegen habe ich mir manchmal ein paar Biere mehr rein geballert als es gut für mich war.“

Erstaunlich, dass er so eine Aussage dort veröffentlichen lässt, schließlich hat er doch immer behauptet, dass er eben gerade justameng präzis genau das nicht tun würde: sich ein paar Bier zu viel reinknallen.

Nicht dass ich persönlich etwas dagegen hätte, wenn einer ein paar Biere zu viel trinkt, wo doch selbst die Nationalmannschaft Werbung für Alkohol macht. Wenn dem aber nun mal wirklich so war, ist es auch kein Wunder mehr, dass Rudi Assauer bei Schalke gefeuert wurde. Wer will schon einen besoffenen Manager, wenn es darum geht, neue Spieler einzukaufen und mit vernünftigen Verträgen auszustatten? Die Maulwurf-Klamotte von Rudi war dann wohl doch nur nebensächlich.

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Vom Schicksal, Kerners Therapeut zu sein

Man kann nicht mehr anders, als über diesen Schwachsinn zu jammern. Man möchte ja gerne, man hat sogar ein bißchen mehr Toleranz als üblich mitgebracht. Doch Kerner, der alte Boulevardheini, kann es einfach nicht sein lassen. Wir sehen eine Fußball-Länderspiel-Übertragung, wir sehen ein Fußballspiel, wir sehen eine Sportveranstaltung. Wir sehen, was wir gerne sehen wollen, wenn wir ein Fußballspiel im Fernsehen einschalten. Sicher hat er schon mehrere Therapien hinter sich gebracht, immer wieder gedacht, er wäre jetzt endlich drüber hinweg, endlich losgekommen von dieser Sucht, die ihn so lange zu einem unerträglichen Moderatoren gemacht hat. Klar, man sollte annehmen, wenn es bei ihm in letzter Konsequenz um den Job ginge, dass er dann auch mal endlich Nägel mit Köpfen macht und wenigstens eine dieser Therapien erfolgreich hinter sich bringt. Heute Abend wurden wir leider alle, live im Fernsehen (erstaunlich, dass seine Redaktion ihm das noch zumutet, live in der Sendung seinen alten Süchten widerstehen zu müssen), Zeuge, wie er es wieder mal nicht geschafft hat.

Es ist schon tragisch, wie ein Mann einfach seine Sucht nicht besiegen kann. Johannes Süchtig Kerner formulierte heute folgende Frage im ZDF:

„Kuranyi, für ihn scheint alles super zu laufen, er trifft wieder beim Tabellenführer, acht Tore in dieser Saison, jetzt trifft er auch in der Nationalmannschaft und

er heiratet nächste Woche…

Ja, da schlugen sich Kerners Therapeuten die Hände vor die Ohren, Augen, wahlweise Köpfe. Die ganze Therapie, monatelang gepflegt, tapfer ist er auch immer pünktlich erschienen, man war schon so weit, und dann: dann dieser Rückfall in den Boulevard. Er kann’s einfach nicht sein lassen.

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